10/03/2026

Oder ist es "nur" Musik?

Ich habe mich früher oft in Diskussionen wiedergefunden, weil ich dieses oder jenes gehört habe und dann dadurch automatisch zum Konsens gezwungen war mit dem, was der Künstler a) in der Musik ausdrückt und b) mit dem was er persönlich denkt in Bezug auf Politik, Religion, ach was weiß ich.
Damals war das vielleicht sogar manchmal so, obwohl ich habe in meiner späten Jugend auch Landser gehört und fand es schon damals so gestört, dass ich mich maximal drüber lustig machen konnte.

Was ist aber heute? Gerade höre ich einen Song des Öfteren, den ich in einem Chatverlauf mit einem unglaublich prägenden Menschen für mich gefunden habe. Es handelt sich um: "All the Ashes - Schwarz macht schlank", welches ich heute als maximal provokant einstufen würde, allerdings hört man das direkt heraus, wenn man nicht in einer Phase seiner Adoleszenz feststeckt, wo man der Meinung ist, dass man Rammstein-Texte philosophisch auseinandernehmen könnte und Satanismus eine Gegenbewegung zum Christentum ist. Ich distanziere mich von Allem in diesem Post, dass man mir negativ anlasten könnte. Nun zurück zum Song, jene Freundin von damals würde den Song heute wahrscheinlich als "BÖSE" einstufen und ich könnte es verstehen, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass Musik (Kunst generell) per se nicht gut oder böse sein kann, da sie ja von Intention lebt und von Interpretation empfangen wird. So ist generell jede Meinung zu Kunst, vielleicht sogar jede Meinung zu jedem Theme immer auch eine Aussage über den Empfänger, der diese dann erneut sendet. Subway To Sally als satanistische Band zu betiteln ist einfach, weil sie in einem Lied auf das Grab eines falschen Heilands pinkeln, furchtbar, allein die Vorstellung, allerdings auch viel zu kurz gedacht, denn Künstler arbeiten mit Bildern, Symbolik und welche Zeichen sind präsenter in der Welt als jene die aus Religion und Mythologie überliefert wurden. Darum funktioniert es so gut, ähnlich übrigens auch bei einigen Bands, die ich so höre, Ghost, Die Apokalyptischen Reiter, Powerwolf, ja gar Unheilig könnte man nennen, super positive Messages verpackt in ein dunkles Schauspiel bei dem alle wissen, dass sie das spielen, woraus für den Außenstehenden eine Illusion entsteht, die ich durchaus als "BÖSE" nachvollziehen könnte.

Aber so ist es mit allem, solange man nicht in it ist, kann man es meist eh nicht nachvollziehen, ich persönlich finde Lobpreis-Konzerte und Ähnlich wahrscheinlich genauso merkwürdig, weil es von außen betrachtet wirkt, wie gehirngewaschene Freaks, die aufgrund eigener Ängste und Versagensvorstellungen an eine übergeordnete Wesenheit glauben und dies exzessiv kundtun. Am schlimmsten ist dabei für mich in den meisten Fällen die Doppelmoral und das eingeschränkte Weltbild. Während ich komplett nachvollziehen kann, dass man dieses oder jenes nicht mögen kann, keinen Anspruch auf einen Fitzen Wahrheit in allem was ich denke oder sage stelle und in vielem dessen, was ich mir gebe den doppelten Boden klar erkenne, denn am Ende geht es ja auf beiden Seiten der Medaille um das gleiche, nämlich möglichst viel Geld damit zu machen (auch wenn ich als Künstler DAS tatsächlich nie verstanden habe), ist es ne Spur verlogener Leute anzulocken und ihnen zu versprechen, dass alles besser wird, wenn sie bloß mitsingen oder es einfach zu machen, ohne Versprechen und es sich selbst entfalten lassen. Alles darf, nichts muss, freie Entscheidung. Und für mich persönlich heißt freie Entscheidung, dass ich nicht geblamed werden darf, falls ich mich ANDERS entscheide. Ich bin kein schlechterer Mensch, weil ich lieber Merciful Fate höre statt Dashboard Confessional oder von mir aus Lostprophets, Gary Glitter oder Hillsong United, schwarze Schafe gibt es überall, die Kunst sagt nichts über den Künstler aus, es ist ein kleiner Teil seines Ichs, welches durch die Aufnahme anderer in ihre Leben so sehr verändert werden kann, dass es am Ende aus jeder schlimmen Idee etwas gutes machen kann, außer vielleicht "Every breath I take", ha ha ha.

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