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8/20/2026

Ist digitale Fotografie nicht immer noch Fotografie?

Als ich so ungefähr 16 Jahre alt war gab es in Handys noch keine eingebaute Kamera, für Musik hatten wir MP3-Player und Internet gab es nur am heimischen PC, wenn die Telefonleitung frei war. Wir haben überlebt und uns was ausgedacht. Wenn ich nochmal 30 Jahre zurückgehe, dann gab es kaum Digitalität. Unterwegs Musik hören konntest du auf Kassetten im Auto, Fotos machen war ein teures Hobby mit Film kaufen und entwickeln lassen und du hattest 36 Bilder pro Film, das ist so viel, wie ich an manchem Tag einfach lösche, bevor ich mein Motiv einmal richtig gut im Sucher hatte.

Bei all der Begeisterung für KI-Bilder und den Möglichkeiten der heutigen Zeit frage ich mich manchmal, was würden meine Großeltern denken, wenn ich denen Bilder schicke, wo ich in New York, Rio, Tokyo bin, was ich wohl beruflich mache, wenn ich mich mit irgendwelchen Prominenten, Wildtieren oder Wahrzeichen auf Fotos prompten würde? Ist das echt, bin das dann noch ich? Nein, ich glaube nicht, es ist fake it till you make it, ich bin mir nicht sicher ob ich diesen Menschen das erklären könnte, wo der Reiz daran liegt, die Fantasie in Bilder umzusetzen, möglicherweise würde ich sie unterschätzen. Für mich ist klar, es wäre nicht echt und auch wenn ich hier und da mal darauf zurückgreife, sind es meist eher Fantasy-Shots oder eben Geistgeburten die ich mit der KI entwickle, es ist für mich kein Werkzeug der Täuschung, es ist ein Werkzeug, das umzusetzen, was ich selbst nicht hinbekomme.

Darum sollte es eigentlich gar nicht gehen, vielmehr darum ob digitale Fotografie, so wie ich sie mit 16 angefangen habe mit meiner kleinen Coolpix das gleiche ist wie die Fotografie auf Film mit einer Ultra-Dupa Spiegelreflex Kamera, was heute fast jedes Handy kann (was muss das für ein Gefühl sein für Menschen, die früher in die Natur gefahren sind und gewartet haben, bis sich irgendein Tier bewegt hat, um es zu shooten und klick war der Film voll, wo du heute einfach 100 Aufnahmen durchrollen lässt mit dem Handy ungefähr in die Richtung gezeigt und das beste auswählst?). 

Ich denke meine Generation und ich sind privilegiert, da wir den Wechsel miterlben, von einer nahezu gänzlich analogen Welt, über eine digitalisierte Welt hin zu einem KI-Zeitalter in der wir nichts mehr können müssen, außer uns präzise auszudrücken. Gut, das ist für viele meiner Mitmenschen noch so sehr eine Hürde, dass ich das Gefühl habe, denen hilft auch keine KI zu ihrer Verwirklichung, denn die Idee muss ja immer noch vom Menschen kommen. "Mach mir ein Bild" prompten bringt bei den meisten Modellen gar nichts oder ein Random Bild und hat so viel Kreativität wie ein Marmeladenbrot. Fotografie ist nicht bloß Bilderknipsen, es ist Komposition, Bildausschnitt, Zeitpunkt, es ist Kunst und das ist etwas Erhabenes, dessen bin ich mir bewusst. Und dennoch kann KI Kunst, dann nämlich wenn sie von einem Künstler genutzt wird. Ich will mich nicht aufschwingen, ich bin Künstler, ja, ich schreibe vor allem, das Malen war mir nie vergönnt, ich habe früher zwei drei richtig tolle Sonnenuntergänge fotografiert, möglicherweise habe ich ein szenisches Auge und nen vehementen Wortschatz, bin ich deshalb besser als wer anders, der KI benutzt, um das gleiche Ergebnis zu erzielen, nein, es ist nur eine andere Passion, im Grunde kann man es noch weiter herunterbrechen. Es geht um Gefühle. Der eine fotografiert um Momente festzuhalten, fühlt aber nicht den Augenblick und darum ist seine Bildkomposition so unpräzise, dass er jedes seiner Bilder erklären muss, der andere wartet den ganzen Abend, bis er das sieht, was er sehen wollte und drückt auf den Auslöser wenn er es fühlt.

Mancher promptet zwanzig Sätze und beschreibt alles haargenau und heraus kommt das perfekte Bild, was er haben wollte, doch jeder erkennt, dass es KI ist, ein anderer kann sich in die Worte hereinfühlen und beginnt mit einer Idee und bearbeitet diese so lange, bis er zu dem Ergebnis kommt, dass er vor seinem inneren Auge hatte. Und am Ende ist es komplett egal, da beides leider für die meisten fast-content ist, den man konsumiert und wegwirft, minimale Dopaminsnacks für die Augen. Was würden die großen Maler alter Zeiten denken, die Wochen, Monate an ihren Werken arbeiteten, sie immer wieder überarbeiteten... in diesem Sinne erstmal.

Impressionistische Flusslandschaft mit Dorfkirche

8/13/2026

Bibel Blubbern mit Chat Tschibidi - Melchisedek

Melchisedek - wie Jesus?

Recherche nötig

Theorien ???

So ungefähr begann meine Reise in das Thema und ganz ehrlich, war die Nod Nummer für mich noch echt nahezu selbsterklärend und mit ein wenig Textstellen Approval machbar ist das hier ne harte Nuss. Tschibidi hat mir satte 2400 Wörter ausgekotzt und mehrere Theorien und mir dann am Ende noch die jüdische Sichtweise angedeutet., die wieder einmal in Richtung Präastronautik geht. Zum Glück konnte ich Chattie dazu bringen, das ganze auf einen Satz einzukürzen, den ich bei Interesse gerne in den Kommentaren oder in einer weiteren Sitzung ausdiskutiere. Im Ernst das Maß an Informationen hat mich echt gecracked, hier also die klitzekleine Zusammenfassung mit Verweis auf mehr, wenn ich wieder denken kann. In diesem Sinne...

"Melchisedek: geheimnisvoller König-Priester aus Genesis, der Abraham segnet und dessen Herkunft und Tod unerwähnt bleiben; später Urbild des ewigen Priestertums Jesu. Theorien reichen vom gewöhnlichen König über eine himmlische Gestalt bis zum präexistenten Christus – die Gleichsetzung mit dem Heiligen Geist existierte ebenfalls, hat aber kaum Rückhalt im Bibeltext." (ChatGPT)

8/06/2026

Die Angst ersetzt zu werden

Ich habe bis zum heutigen Tag nicht verstanden, was die Menschen für ein Problem mit KI haben, denn ich verstand es stets als Werkzeug und so wie wir Werkzeuge Gottes sind sah ich darin auch stets etwas Gutes, uns zu helfen einen größeren Plan zu erfüllen, so wie man früher aus Stock und Stein Werkzeuge fürs Hüttenbauen erzeugte. Im Grunde ist es auch so, denn da die KI keine eigenen Interessen hat und nur durch Befehle überhaupt aktiviert werden kann, die immer noch Menschen geben und KIs fast in allem, was man so macht schneller sind, sorgen sie doch bloß für mehr Freizeit oder im Fall von kreativen wie mir für mehr Zeit noch kreativer zu werden. Allerdings hat ein Vorgang mich heute zum Nachdenken gebracht. Wenn ich der KI zugucken kann, wie sie denkt und Sachen hinterfragt, durchtestet und dabei fast genau so schnell ist, wie ich selbst und ein deutlich besseres Ergebnis zutage bringt, dann verstehe ich die Ersetzbarkeit, allerdings auch nur bedingt, denn gerade im Live-Vergleich hat die KI keine Chance, wenn man schnell tausende Details einschätzen muss, emotional auf den Auftraggeber eingehen muss oder ihn noch nebenbei unterhalten, während man etwas komplett anderes mit den Händen macht. Wir werden an den Punkt kommen, wo das auch die KI hinbekommt, aber derzeit wäre es fahrlässig uns schon auszutauschen, denn schlussendlich tauschen wir nicht, wir geben Verantwortung ab und bereiten uns darauf vor, Faulheit unser Leben bestimmen zu lassen. Das würde Gott nicht mögen, glaube ich.

In diesem Sinne...

8/04/2026

Was schenkt man einem Menschen ohne Persönlichkeit?

Weil es derzeit so angesagt ist, die eigene Meinung und möglicherweise verletzende Wahrheiten nicht mehr ertragen zu können, spreche ich hier eine ganz klare Triggerwarnung für alle aus, die sich im Laufe des Textes von mir angesprochen fühlen könnten, ich meine niemanden persönlich, es sind nur ein paar Gedanken, die ich mal ausspeichern muss.

Natürlich hat jeder Mensch eine Persönlichkeit, viele denken, dass sie selbst sich am besten kennen, das ist in den meisten Fällen jedoch einTrugschluss, denn es fehlt (im Film würden wir sagen der Schuss-Gegenschuss) also die Reflektion von außen, Spiegelung durch ein Gegenüber. Naja und je länger man sich einer solchen Fremdeinschätzung entzieht oder sie ignoriert und bloß mit der Selbsteinschätzung umherläuft, desto eher läuft man Gefahr das, was einen selbst ausmacht zu verlieren. Also vielleicht, ich hab ja keine Ahnung von Psychologie und so komme ich auch einfach nur nicht so gut mit Menschen klar, die ich nicht lesen kann, weil sie einen solchen Schutzschild um sich gebaut haben, dass man nicht weiß, womit man sie fröhlich machen kann. Ich weiß einfach nicht, was ich jemandem schenken soll, der sich nur Dinge wünscht, von denen ich das Gefühl habe, dass sie nicht zu ihm passen, nehmen wir mal das Beispiel von jemanden, der keine Blumen mag (ich meine, wer mag keine Blumen), sich aber welche wünscht, um vor anderen nicht merkwürdig zu erscheinen. Oder jemand wünscht sich Musik oder Filme, die Menschen mögen, die er kennt, nur um die Leere zu füllen, als würde dieser jemand dadurch eine Persönlichkeit bekommen. Würdet ihr euch etwas wünschen, um das Hobby vorzuheucheln von dem ihr wisst, dass der Schenkende dem nachgeht , um in seinen Augen sympathischer zu sein? Ich weiß nicht, für mich klingt das krank irgendwie. Würdet ihr euch Dinge  wünschen, die ihr in eurer Kindheit gern gehabt hättet, um das Gefühl zurückzuholen, dass ihr nie gehabt habt, weil die Kindheit eine andere war?

Ich bin ein großer Fan von "Fake it till you make it", ich habe in den letzten Jahren jedoch gelernt, dass Loslassen etwas ist, das dazu gehört, wenn man sich weiterentwickeln will, die eigene Persönlichkeit ist im ständigen Wandel, nur wenn man aufhört daran zu arbeiten verblasst sie und man gibt ihr die Chance zu verschwinden. Und ehe masn sich versieht ist man 50 und denkt, das Leben hätte nichts mehr zu bieten und man übernimmt nur noch das, was andere über einen sagen, über das Alter, das Leben, die Hobbys, die Vorlieben und vergisst, wer man selbst ist. Doch das Gehirn macht dann etwas, das die Psychologen glaube ich Dissoziation nennen, es fängt an sich etwas vorzuspielen, weil man eben nicht nicht sein kann. Naja und e voila, entweder ist man jetzt jemand anderes, also was soll ich diesem jemand, den ich gar nicht kenne schenken? Ich würde ihm so gerne die Möglichkeit schenken, wieder er selbst zu sein, oder wenn schon nicht wieder der alte, dann wenigstens eine reflektierte neue Version, die sich im Spiegel wieder sehen kann.

8/03/2026

Klimaanlagen

Thema im Paulanergarten:

"Klimaanlagen verursachen bakterielle Infektionen!
Das ist wie mit der Dusche und dem kalten Wasser!
Der Körper ist nicht dumm und weiß, dass das nicht gut für ihn ist!"

What? Manchmal komme ich hier hin und höre Dinge, wo ich mich wirklich frage, ob neben den ganzen Schadstoffen bei dem ein oder anderen auch Hirn mit rausdialysiert wird. Das Problem mit dem Paulanergartenjürgen ist einfach, der redet gern und will auch immer etwas mehr wissen als die Anderen und vor allem hat er supergern Recht. Jeder kennt so jemanden, ich kann das nur noch mit sanftem Kopfschütteln bewerten. Leute, aber wenn die Welt wirklich so wäre, wie diese Leute sie sehen, wieso leben die noch? Hier haben wir die perfekten Beispiele für den Nährboden von Conspiracies. Wenn ich mir für zuhause oder für's Büro ne kleine Klimaanlage hole, dann passiert da im Grunde gar nichts, denn diese Systeme arbeiten nicht mit Wasser und somit können keine Aerosole in der Luft verteilt werden, anders als bei industriellen Klimanlagen mit schlecht gewarteten Luftschächten und Wasserkühlung, denn dort können sich sogenannte Legionellen anreichern und werden dann durch die Verwirbelung der Luft in winzigen Tröpfchen zu unseren Nasen und Mündern transportiert, wo sie im schlimmsten Fall Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen auslösen. Die generalisierte Aussage ist also eher falsch, hat aber einen wahren Kern, klassischer Verschwörungsstoff eben.
Kaltes Wasser und Dusche sind ein ähnlicher Fall, es kann sein, dass altes Wasser, wenn es zwischen 25 und 40 Grad über längere Zeit in einer unbenutzten Leitung stand Legionellen gebildet hat, durch Einatmen von Wassernebel in der Dusche oder trinken kann man sich dem aussetzen. Generell ist kaltes Wasser jedoch eher gut, denn ab circa 20 Grad sind Legionellen unbeweglich und inaktiv. Es ist also auch hier gefährliches Halbwissen, dass in den Raum gebölkt wird.
Der Körper weiß nicht, was gut für ihn ist. Er reagiert auf Reize. Ob diese Reaktion sinnvoll, harmlos oder krankhaft ist, müssen wir schon selbst herausfinden. Sprich, doch mein Lieber, der Körper ist dumm, durch das Wissen, das wir uns angeeignet oder trainiert haben wissen wir, was die Reaktion für eine Bedeutung hat. Ohne Körpergefühl würde dein Körper zugrunde gehen, weil der Körper nichts weiß, selbst wenn du unter den schlimmsten Krankheitssymptomen leidest, reagiert der Körper bloß mit Abwehrkräften, das ist nur Mechanik, das passiert jedem dummen Körper, zu erkennen, was da los ist, das ist uns selbst überlassen. Aber wär schon geil, wenn der Körper beim ersten Anzeichen einer Erkältung plötzlich aus dem Bett aufsteht und zur Apotheke läuft und deine Zunge aktiviert um nach nem Mittel zu fragen, das hilft oder gezielt danach greift. Wer weiß wohin uns die Cybernetisierung unserer Körper noch führt, aber derzeit würde ich sagen, der Körper ist dumm.

In diesem Sinne... genug für heute!

8/01/2026

Ganz komisches Wacken diesmal irgendwie

Warum wir uns auf Festivals richtig zum Affen machen. warum wir uns in den Dreck setzen zum Rudern, Circle Pita und Wall of Deaths veranstalten, wie blöd rumspringen, sowie mitgrölen, auch wenn es einfach nur Blödsinn ist, das ist wohl eine Frage, die man maximal mit Weltflucht beantworten kann. Vielleicht ist das Das, was die Urvölker gemacht haben, um in Kontakt mit ihren Göttern zu treten und/oder eine höhere Bewusstseinsebene zu erreichen, irgendwie ist so ein Metal-Konzert ja das Gleiche, wie ich nach diesem phänomenalen Afutritt von Powerwolf wieder einmal spüren konnte.

Begonnen hatte der Tag um 11 Uhr 30 mit Kindermetal von Heavysaurus heute, hab mit Emma geguckt und irgendwie hat man danach gute Laune und so muss das dann auch sein auch wenn es einem körperlich eher semi geht, weil die Nachwirkungen der gestrigen Dialyse in Form von Nachbluten und Schmerzen im rechten Oberarm einen etwas unten halten.

Am Nachmittag habe ich mich an was Neuem versucht und mit  Kim Dracula etwas interessantes Neues für mich entdeckt, während Emma eine kleine Festivität mit ihren Freunden im Erdgeschoss abgehalten hat.

Und dann kamen wohl für mich die absoluten Highlights des Festivals, ich bin immer wieder überrascht wie sehr mich Airbourne abholen und in ihr Ding reinziehen, obwohl es einfach nur dirty australischer Rock ist, das rockt mich so sehr, dass ich fasziniert davon bin, wie wenig ich von denen so im Alltag höre, wie doll das aber Live funktioniert, mir fällt jedesmal wieder die Nummer mit den geplatzten Trommelfellen und den zig Menschen mit blutenden Ohren ein, als ich die vom Zeltplatz aus hören konnte, weil sie dort so laut waren, wie sonst nur im Infield...

Und zu Powerwolf muss ich nun wirklich nichts mehr schreiben, die sind einfach nur das Live-Erlebnis des diesjährigen Wacken gewesen (zumindest von den übertragenen Sachen), als eine meiner absoluten Lieblingsbands natürlich auch unschlagbar. Und trotzdem war das ein merkwürdiges Wacken dieses Jahr, sehr abwechslungsreich, mit dem Gefühl irgendwie immer im Stress zu sein (zuhause vorm Fernseher, man stelle sich das vor) und zum Teil durch die Tonprobleme von Magenta an einigen Stellen meh. Ich will nächstes Jahr live da hin, ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, wie ich das stemmen soll, ich habe keine Mitfahrgelegenheit, kein Hotel, keinen Therapieplatz und keine Ahnung, wie es mir zu diesem Zeitpunkt dann geht (gesundheitlich). Doch wenn ich mir die bislang angekündigten Bands ansehe, dann ist das fast wie ein Zeichen, dass ich dahin muss. Es ist quasi wie ein für mich zusammengestelltes Line Up. Was also tun, Karte kaufen und dann, wenn ich merke, dass ich es nicht packe, loswerden, oder versuchen bis Juni nächstes Jahr in Shape zu kommen und dann alles kurzfristig organisieren? Ich denke, das klingt mehr nach mir, am Ende sitze ich dann eh wieder hier vor der Glotze und die KI ist noch besser und "fake it till you make it" geht in eine neue Runde?

7/12/2026

Wie sich ein Punchingball fühlen muss

In Japan sind die Menschen der Meinung, dass alles und jeder beseelt ist, das bedeutet auch Gegenstände haben eine Seele und wer weiß schon wie weit hergeholt das ist. Sonntagmorgen, auf meinem Weg die Wohnung zu lüften begegne ich in der dunklen Küche sitzend (Blick zur Tür) den Hausgeist, der dort sitzt und ich frage mich, warum er denn nicht bevor er sich dort platziert hat (so kann man das wohl nennen, wenn jemand 2 Stunden später immer noch da sitzt) für seine Mitbewohner in den oberen Stockwerken mal die Fenster aufgeworfen hat. Ich werde sicherlich niemanden selbstsüchtig nennen, der keine Ahnung mehr davon hat, wer er selbst eigentlich ist, ich habe halt verpennt und werde nachher die Folgen der Überhitzung tragen, dachte ich.
Doch leider musste ich sie bereits einige Minuten später tragen, als ich wegen der Frage nach meinem Wohlbefinden in eine Grundsatzdiskussion über einen überhitzten Router, Ideen der Zeitschaltung unf generell einem Problem geraten bin, das sich wie vorgeschoben anfühlt, um irgendwas auf mich zu projezieren, was bei der eigenen Person schiefläuft. Ja , ich könnte auch nicht in Ruhe frühstücken, wenn ein geisterhaftes Wesen mit Selbstdarstellungsdrang bereits auf mich wartet und erst geht, wenn ich gehe und mich dann überallhin verfolgt und ich einfach keine Ruhe finde, selbst wenn ich schlafe. Erlaubt mir diese Unzufriedenheit aber ständig auf den Tickman zu kloppen, der stets bemüht ist die Probleme anzusprechen und nur Lösungen sucht und der auf die Frage, wie es ihm geht, warum er schlecht gelaunt ist, ehrlich antwortet, dafür dann aber der Punchingball wird?
Vielleicht haben Gegenstände eine Seele, weil sie von denen beseelt werden, die viel mit ihnen zu tun hatten, hat ein Router eine Seele, haben wir Menschen Seelen? Oder sind wir einfach nur Instinkt gesteuerte Tiere, die gelernt haben, wie man Intelligenz vortäuscht? Manchmal zweifle ich wirklich an mir selbst, wenn ich immer wieder dieses Gefühl bekomme, egal was ich sage, ich werde Täter und pegrügelter Hund gleichzeitig, weil die Gegenseite sich zum Opfer stilisiert, schlimmer noch, sie stilisiert sich als Gegenseite, für mich gibt es nur ein Problem und das kann man gemeinsam lösen, es gibt keine Seiten - bis ich der Punchingball bin. In diesem Sinne...

7/04/2026

Digitale Zivilisationen hinterlassen nichts

Was wissen wir wirklich von der Vergangenheit? Größtenteils doch nur das, was wir uns durch Bauwerke und Tonkrüge erschließen, ergänzt mit in Stein geschlagenen Aufzeichnungen oder Schriftrollen aus Papyrus oder in der jüngeren Vergangenheit aus Büchern oder mündlicher Überlieferung. Ist es nicht möglich, dass uralte Zivilisationen bereits einmal das digitale Zeitalter erreicht haben und wir nur deshalb nichts davon wissen, weil das, was damals einer Form von Internet oder Cloud-Devices ähnelte, einfach nicht mehr sichtbar ist und daher unserem Zugriff entzogen. Als ich eben hörte, dass Sony ab 2028 keine Discs mehr für ihre Konsolen nutzen will, brachte mich das erneut ins Grübeln darüber, ob das fortschrittlich ist, weil man keinen Platz mehr für Spielehüllen braucht und damit mehr Platz zum Leben hat, oder ob es ein weiterer Schritt hin zum Verschwinden von Beweisen unserer Existenz ist. Natürlich gibt es diese Tendenz schon länger, wir streamen und kaum jemand hat noch eine Bibliothek, Videothek oder sammelt Spiele oder Kitsch, um die Wohnung aufzuhübschen. Ich selbst gehöre zu den Menschen, die keine Bilder mehr ausdrucken oder Fotoalben in analoger Form besitzen. Meine Backupfestplatten sind eines meiner wertvollsten Güter, die ich besitze. Tage ohne Internet sind für mich der Horror, obwohl ich aus einer Generation stamme, die noch mit analogen Datenträgern groß geworden ist, denke ich manchmal, dass eine komplett leere Wohnung genau das wäre, was zukünftige Generationen bei den meisten Menschen finden würden, wenn diese sie verlassen hätten. Bei mir fände man die Musik, die Bücher, die Filme, die ich mag, man könnte anhand des Inhalts meiner Wohnung ein vollständiges Profil meiner Person erstellen, ohne einmal in meinen Rechner zu schauen, ohne eine Seite meines Blogs zu lesen, ohne irgendetwas digitales von mir zu haben. Wie viele Menschen können das von sich behaupten und weitergedacht, wie viel hinterlassen wir, wenn wir nur noch Digitales besitzen und nur noch digital existieren?

4/11/2026

Ich kann bald nicht mehr

Die Welt ist so am Arsch, ne?
Und ich komm hier mit unerschütterlicher Liebe daher und versuche immer noch Alles und Jeden heile zu machen, obwohl ich das weiß? JA, weil es sich lohnt, es ist der einzige Kampf, der sich lohnt, auch wenn es manchmal bedeutet die Waffen niederzulegen und den Sieg zu schenken. Wenn wir alle in der Lage wären, Kämpfe nicht zu führen, sondern wieder miteinander zu sprechen, emotional in die Sichtweise des Gegenübers eintauchen könnten, dann wären wir dem was ich als Frieden empfinde näher als wir es je waren.

Warum können so viele Menschen keinen Kontakt zu ihren Emotionen aufnehmen und verstehen, wie andere fühlen, warum können wir nicht mehr zuhören, ohne darauf zu warten, dass wir dran sind mit sprechen? Warum habe ich ein ganz mieses Gefühl bei der Sache, wenn ich mich wieder in die Nähe der toxischsten Person in meinem Umfeld begebe. Und warum bin ich nicht in der Lage mich abzugrenzen und sie einfach untergehen zu lassen, warum versuche ich auch nach all den Jahren, in denen es mich zerstört immer noch zu helfen und zu glauben, dass es etwas bringt.

Weil ich an die Liebe glaube, weil ich glaube dass es mehr gibt als nur Hass und Machtspielchen, weil ich wahrscheinlich genau so dumm bin, wie der Typ mit der Mauer nur auf eine viel positivere Weise. Ich will einfach nicht glauben, dass jemand am Leid anderer so viel Spaß hat und so viel Energie aus der Zerstörung anderer zieht, dass er sich selbst aufrechterhalten kann, ich werde nie verstehen, wie man so sein kann und sich dabei wohlfühlt. Und warum steht man nicht dazu, denn das Schlimmste ist ja, dass genau diese Personen sich als Opfer sehen und so tun, als ob sie die guten in der Geschichte sind. Ich weiß nicht, wie lange ich das alles noch durchhalte...

3/30/2026

Warten wir nur drauf?

Ich bin zu schwach an manchen Tagen
Zu kämpfen deine Heldensagen
Zu werden Held in der Geschichte
ders Mädchen rettet eh nicht
Das bist ja Du so außer Frage
diese Wahrheit ewig.

Was machst du denn mit deiner Macht?
Mit Zeit mit Fragen und mit Leben
Willst du irgendwas mal geben
Oder bleibst du Deinerlei?
Wo wirst du stehn, wenn es beginnt?
Wo wirst du stehn, du dummes Kind?

3/26/2026

Bin ich noch Schmusebärchi?

Vor ungefähr 20 Jahren war ich desillusioniert, verlassen und wahrscheinlich kaum eine Nacht nüchtern gewesen, spätestens nach einer der schmerzhaftesten Trennungen meines Lebens ging es irgendwie bergab. Und auch nicht, denn ich lernte eine ganze neue Welt kennen, neue Freunde, neue Möglichkeiten, ja wahrscheinlich sogar ein neues Ich. Durch die Vogelstraßenfrau und den Mondschein lernte ich gar zwei neue Subkulturen kennen, in denen ich mich bis heute super wohl fühle, auch wenn die eine davon für außenstehende sehr toxisch wirken kann, obwohl die andere auch. Wir saßen auf dem Fußboden und hörten Musik von Tod, Verderben und verlassen sein, die Farbe war schwarz.
Es gab aber auch dieses purple, dieses pink, es gab das Grün und es gab die Nächte auf fremden Sofas, mit SpongeBob, Grisu und den Glücksbärchis. Mein zwanzigjähriges Ich fand es lustig und irgendwas Kindliches wollte mir sagen, ein Anführer einer Sekte von Bären zu sein, die in einem Wolkenland leben und Kindern falsche Versprechungen und manipulative Botschaften senden ist cool. Naja, damals erschien Schmusebärchi, wie eine selbstironische Anspielung auf mich selbst, verloren in einem Land, das sich durch das Dauerdruftsein und meinen Lebensstil wie der Himmel anfühlte und es vielleicht sogar manchmal war. Ich glaube ich hatte auch echt gute Zeiten vor allem im Depri-Kollektivweil uns das vereinte. Als ich mit last.fm begann öffnete es mir eine ganz neue Welt, das war weit vor Facebook und ähnlichem, ich verband mich mit den Menschen, die das Wichtigste in meinem Leben mit mir gemeinsam hatten, Musik. Und das hat sich bis heute nicht verändert.

und ja ich weiß, das ist Hurra-Bärchie
Sechs Jahre später war ich am Boden von so ziemlich allem angekommen, was mein Leben ausmachte und in meiner vermeintlich letzten Nacht zitternd und mit 'nem Plüsch Glücksbärchi im Arm Selbstgespräche gehalten. Irgendwie ist Schmusebärchi Mahnung und positives Gefühl gleichzeitig, auch wenn der Name heute wirklich irgendwie weird wirkt. Ich fühle da auch gewisse Pedovibes. Allerdings gibt es wirklich kaum etwas, das mir ferner wäre. Warum behalte ich den Namen trotzdem. Das kann man kritisieren oder auch nicht, ich werde darauf angesprochen, das macht es bedenklich, hätte ich keine stille Community würde ich ja die fragen, immerhin ist das Blog Maskottchen von Beginn an ein anthropomorpher Grizzlybär und selbst das Alter Ego von Stanley Hardcore ist auf der Bühne ein Furrybärenkostüm, also hm... bin ich noch Schmusebärchi? Oder ist es Zeit auch diesen Persönlichkeitsanteil endlich abzulegen, weil er nicht mehr zeitgemäß ist und vielleicht sogar widersprüchlich verstanden werden kann? Oder ist es mein Recht als Künstler, den Widerspruch stehen zu lassen und von meinem Publikum genug Hintergrundwissen oder die Aneignung dessen zu verlangen, einen Verdacht komplett auszuschließen, es widert mich eigentlich schon an, dass ich überhaupt daran denken muss, dass es da einen Zusammenhang geben könnte, allerdings würde ich selbst vermutlich bei jemand anderem so denken, schwierig...

3/24/2026

Unterschreiben um ein guter Mensch zu sein?

Es gibt nicht, die und wir!
Ich habe eben wieder einen dieser Petitionsaufrufe für eine ganz bestimmte Sache bekommen und wisst ihr, ich unterschreibe viele Petitionen, weil ich viele Dinge für anstoßbar erachte, meistens empfehle ich der Person, die mir den Link zur Petition geschickt hat weitere Petitionen, so auch eben, da ging es darum irgendwelche in Nigeria verfolgten Christen zu unterstützen (fraglich, was eine Unterschrift da bringt, anderes Thema) und ich dachte mir, es gibt doch weltweit unglaublich viele Gläubige, die verfolgt werden genau weil sie an irgendwas glauben, was ja an sich schon bescheuert ist, weil doch bitte Glauben etwas so persönliches sein sollte, was jeder für sich und mit sich ausmachen sollte und wenn sich dann eben welche treffen, die das gemeinsam erleben wollen, so fucking what? Jemanden wegen seines Glaubens zu verfolgen ist so, wie jemanden wegen seiner Gedanken zu verfolgen, selbst wenn er diese nur in Kunst ausdrückt, es ist Blödsinn. Glaube schadet niemandem, Religion und Kirche sind andere Dinge, die durchaus kritikfähig bleiben, also warum sollte ich Christen, Muslima oder Juden für schützenswert halten? Weil die Idee schützenswert ist und die Menschen nicht grundsätzlich zu verurteilen sind, nur weil sie ihren Glauben institutionalisieren. Solange man niemandem schadet, kann man doch jedem Gedanken und Glauben für sich nachgehen, so what? Was für dumme vernagelte Menschen denken, dass Anderssein ein Grund ist, sie auszulöschen? Werde ich nie verstehen. Ich glaube ich kenne kaum nachvollziehbare Gründe dafür, vielleicht Dummheit... Scherz, nein ich glaube nichts rechtfertigt die Auslöschung von jemand anderem, denn jeder hat ja jeden Tag die Chance sich zu ändern. Der Fakt, dass es die wenigsten tun, hat ja nichts damit zu tun, dass sie es nicht könnten.

Und was passiert also, wenn ich so eine Anfrage zur Petition zur Rettung von x oder y bekomme? Rabbitholegrabbing, ich suche nach themenverwandten Petitionen und denke mir, im Grunde müsste man 24/7 irgendwas unterschreiben, was nichts ändert, um anzudeuten, dass man dies oder das unterstützt, dazu kann ich auch auf reddit gehen, dann kann ich sogar noch genau ausdifferenzieren, warum ich dies oder das unterstütze und warum mich das als Individuum besser macht als irgendwen anders. Moment mal, ich blogge doch, mach ich das nicht hier auch schon? Bedingt könnte man mir das sicher vorwerfen, okay, hier muss jedoch niemand unterschreiben oder meiner Meinung sein. Ich mache nur das Angebot und meine durchaus kluge Leserschaft weiß schon, dass man nicht jedes Sonderangebot mitnehmen muss, denn ich habe ja auch ein paar echt weirde Ansichten. Alles gut. Liebe geht raus!

3/20/2026

Was wenn Jesus in Wirklichkeit ein Gaysus war?

No fucking problem, oder?

Ich neige in den letzten Tagen zum Wandvollschreiben, hier versuche ich es mal relativ kurz zu machen, denn eigentlich ist es egal. Für mich als Gläubigen, der seinem Weg folgt, spielt seine sexuelle Ausrichtung keine Rolle, genauso wenig wie die von jedem anderen, denn die Lehre ist das entscheidende, jene von Nächstenliebe, Vergebung und Gerechtigkeit, vielleicht sogar Menschlichkeit. Für die Kirchen, die Religionen und viele Glaubensgemeinschaften wäre es vermutlich ein Schlag in die Fresse, würde es doch der Unterdrückung, Verunglimpfung und Verurteilung Homosexueller als Menschen dritter Klasse noch hinter Frauen weltweit als die Doppelmoral entlarven, die sie schon immer war. Und immerhin behaupten viele davon sogar direkt auf der Lehre von Jesus zu basieren, in der Ausgrenzung eher kein Hauptpunkt ist. Vielleicht wäre aber ein offen schwuler, asexueller oder bisexueller Jesus kirchenhistorisch der Ursprung eines ganz anderen Umgangs mit dem Thema geworden und hätte wenigstens dieses Thema so obsolet gemacht, dass es für uns heute gar keines mehr wäre, wenn heute rauskäme, dass es so gewesen ist, die LGPTQ+ Community würde direkt den nächsten CSD feiern, er das Ding heißt ausgeschrieben CHRISTOPHER Street Day, was denkt ihr woher der Name Christopher kommt, so what?
Tatsache ist aber, dass über Jesus "Privatleben" wenig bis gar nichts bekannt ist und diese Frage daher ein reines Gedankenexperiment ist, welches sicher bei dem ein oder anderen die Halsader anschwellen lässt, aber hey was wäre so schlimm an einem schwulen Gott? Und ohne zu urteilen, vermute ich, dass in der Beantwortung dieser Frage mehr über die eigene Persönlichkeit ans Licht kommt, als so mancher gerne hätte. In diesem Sinne...



3/17/2026

Früher war's zu wenig

Geht es euch auch so? Die Leute um mich herum haben heutzutage irgendwie von allem genug, teilweise sogar zu viel und regen sich darüber auf, dass dieses und jenes geregelt wird und man zu viel Auswahl hat. Und ich wette mit euch, bei einigen weiß ich sogar, dass ich die Wette gewinne, die gleichen Leute haben vor 20 Jahren rumgejammert, dass sie hiervon zu wenig und davon zu wenig haben. Heute scheint das Einzige wovon die meisten zu wenig haben Geld zu sein, wahrscheinlich, weil es von allem Anderen zu viel gibt, was sie sich nicht leisten können. Was für eine verrückte Welt in der wir leben, oder?
Wie wäre es denn vielleicht einfach mal mit genug? Ich kann mich an Zeiten erinnern, da hatte ich nicht viel, es fühlte sich zu wenig an, weil ich zu viel wollte, heute erarbeite ich mir alles, was ich will, und bin dann damit zufrieden, oder freue mich gar darüber und meist kommt dann obendrauf noch ein Bonus den ich gar nicht erwartet habe, ich behaupte, weil ich zufrieden mit dem bin, was genug ist. Und ich empfehle das wirklich nur weiter, wir brauchen keinen Überfluss, das Zuviel haben, habe ich auch ausprobiert, es ist Belastung und unnatürlich, wir sollten uns beschränken auf das, was wir brauchen, alles andere kann man weggeben, denen die nicht genug haben, denn die gibt es ja auch noch und wenn alle etwas von ihrem zu viel abgeben und alle mit dem genug zufrieden sind, dann haben alle genug und sind zufrieden. Ich weiß, das klingt nach Kommunismus, aber wenn DAS Kommunismus wäre, dann wäre es erstrebenswert. Und nebenbei wäre es noch "Geben ist seliger denn nehmen", ich glaube ganz fest, dass es einfach nur eine bessere Welt wäre, egal wie man es dann nennt.

3/14/2026

Warum sind die Bösen interessanter?

Eigentlich wollte ich das Ding ja nennen: "Warum sind die schlechten Menschen so viel besserer Stoff für gute Figuren?", aber das erschien mir zu lang und zu spezifisch. Ich habe gerade für Xillia einen absoluten Smash Hit produziert, den ich sehr wahrscheinlich mit auf das Bubatz Gang Berlin Album im Sommer packe. Bisher darf ich natürlich noch nichts verraten, denn die Kollegen von Tickman Life Records mögen das so gar nicht, wenn ich hier vorzeitig Sachen ausplaudre. Ich kann nur so viel sagen, es wird wahrscheinlich auch auf der Compilation "NRSS" auftauchen, die irgendwann 2027 geplant ist.

Zur Überschrift des Posts, es ist einfach spannender die Bösen zu hinterfragen, weil sie Dinge tun, die wir uns erst erklären müssen, die wir nicht verstehen, die so weit weg sind von dem, wie wir handeln. Ich kann im Grunde nur für mich sprechen, doch mir wären viele Lösungen, die für solche Menschen in Frage kommen moralisch gar nicht möglich umzusetzen, doch sie machen es einfach, nicht unbedingt, weil sie wirklich böse sind, oft auch einfach, weil sie die Konsequenzen nicht überdenken und nicht länger über weitere Lösungen nachdenken, denke ich. Und da geht es dann ja schon los, ist das wirklich der Grund oder sind ihnen die Konsequenzen egal, sind sie einfach mehr Alpha und machen Sachen einfach, sollen doch die Betas und Gammas hinter ihnen aufräumen, verachten sie Deltas und Omegas? Oft sind böse Taten erst der Anfang von vielen vielen Fragen guter Menschen oder die Konsequenz der Untätigkeit eben Jener. Sind Kriegsverbrecher böse Menschen oder Opfer die zu Tätern werden? Und warum ist diese Frage interessanter als die, was mit einem untätigen Bauern in einem Kriegsgebiet geschieht? Weil Taten zeigen, wer wir sind und Untätigkeit langweilig ist? Weil wir blutrünstige Bestien sind, die sich am Bösen ergötzen, das wir uns selbst nicht trauen zu tun? Oder sind wir sowieso von Grund auf Böse und sehen im Bösen, dass andere Menschen tun bloß Bestätigung unseres Tribalismus?

Ich jedenfalls will nicht böse sein, ich schreibe böse Figuren, die meist auf realen von mir als böse empfundenen Menschen basieren, weil das meine Art ist mit dem Bösen in meinem Leben umzugehen, es zu verkraften, zu verarbeiten, es nicht Teil von mir sein zu lassen. Und wahrscheinlich sehen sich sogenannte böse Menschen selbst auch gar nicht als böse, weil sie es wie auch immer für sich rechtfertigen können, was sie tun, was es jedoch nicht besser macht. Doch am Ende bin es nicht ich, der schlussendlich urteilt, solange wir nicht alle vor der letzten Instanz stehen, ist alles, was wir sagen, denken und tun bloß das, was eine Aussage darüber trifft, wer wir sind, sozusagen eine Meinungsaussage über ein Leben hinweg. In diesem Sinne...

3/12/2026

Sind Mobbingopfer Teilschuld?

Eine dieser Rage-Bait Fragen in meiner Welt, denn natürlich ist das Opfer immer das Opfer, wie könnte man denn etwas anderes behaupten? Ich höre schon wieder die Täter-Opfer-Umkehr Schreie und so weiter, A-Bär: Ist denn nicht ein Narzisst auch IMMER Opfer, wenn er nicht gerade Täter ist? Und welche Teilschuld kann ein Opfer schon haben? Sicherlich nicht, jemand der aus keinem erkennbaren Grund gemobbt wird, einfach weil er/sie natürlich auch zur falschen Zeit am falschen Ort auf Menschen trifft, die irgendwas loswerden müssen, Stress abbauen wollen oder sonst was, oft sind Mobber vermutlich auch am Copen und irgendjemanden trifft es dann eben, weil sie nicht lachen, sondern Ableiten.
Was ich mit der Teilschuld meine, ist vor allem etwas, das Menschen zu Opfern werden lässt, für vieles dafür können sie gar nichts, daher ist das Wort Schuld irgendwie falsch. Ich spreche nicht davon, dass sich jemand, jeden Morgen bewusst mit Scheiße einschmiert, um auf der Arbeit dann gemobbt zu werden, weil er einfach stinkt. Das ist dann fast schon folgerichtig auch wenn man argumentieren könnte, dass der Scheißeschmierer vielleicht ein Trauma erlitten hat und deswegen gar nicht anders kann und sich unbewusst einschmiert und damit keine Schuld hat, es sei denn er war zumindest an dem teilschuldig, was sein Trauma ausgelöst hat, ihr checkt schon, Verantwortung, Lebenswege, Karma, Aktion, Reaktion. Theorie!

Kommen wir zur Praxis, ein junge hat eine unheilbare Krankheit, erhält Vergünstigungen im Schulalltag ohne, dass die Mitschüler wissen, warum und zu allem Überfluss ist der Junge auch noch etwas unsozial, weil seine Freizeit daraus besteht, dass er in Krankenhäusern rumhängt und Behandlungen über sich ergehen lässt. In der Schule versucht er aber einfach nur durchzukommen. Trägt dieser Junge eine Teilschuld, weil er nicht offen zu seinen Mitschülern ist und ihnen sagt, was mit ihm los ist, weil er Angst hat dann ausgegrenzt zu werden? Klingt wie Arschkarte oder? Du wirst ausgegrenzt und gemobbt, weil du es nicht sagst und du bildest dir ein, es wäre genauso, wenn du es sagst.  Der Junge entschied sich dazu, es nicht zu sagen und wurde Opfer. Und weil wir Menschen nun einmal so sind, fügen wir uns irgendwann in unsere Rolle und lassen es über uns ergehen, vor allem wenn wir durch unser Leben außerhalb dessen so sehr geschwächt sind, dass ein Aufbäumen, ein Wehren, ein die Rolle verlassen nicht mehr möglich ist. Und die Tätet? Die nutzen das natürlich aus, um sich selbst daran aufzurichten, ihr eigenes Scheitern zu verbergen und die Tatsache, dass sie alle Arschlöcher sind und genauso wenig aus ihrer Rolle herauskönnen macht  es nicht besser, denn würden sie ihre Energie nutzen sich auf die Seite des Mobbers zu stellen, hätten sie dann ja auch dessen Leben mitzutragen. Geteiltes Leid ist halbes Leid fühlt sich an dieser Stelle oft wie ein moralisches BlaBla an und ist verständlicherweise nur den Stärksten schon als Kind möglich, wo man vor allem durchkommen will und sich am liebsten im Schutz der Vielen aufhält oder irgendwie unter dem Radar schwimmt. Ich war immer froh, wenn ich im Sport nicht der allerletzte war der gewählt wurde, weil man mir durch meine Größe zum Beispiel beim Völkerball einen gewissen Vorteil zugestand, klein und schnell wird weniger getroffen, während ich beim Basketball bei einer ungeraden Zahl meist wie ein Euroartikel hin und hergeschoben wurde, nehmt ihr Alex, dann dürft ihr auch anfangen. Aber das war nicht wirklich Mobbing, das war Logik und ich habe das auch verstanden, ich war oft für das Team in das ich kam sportlich eine Verschlechterung, selbst wenn ich faktisch ja der Eine mehr war, meine Fähigkeiten lagen schon immer woanders und das schützte mich vor Mobbing, das und die Tatsache, dass ich schon immer relativ offen mit all meinen gesundheitlichen Einschränkungen umging, nehmen wir mal die schwarze Periode raus. Darum war ich fast nie Opfer von Mobbing und kann nur spekulieren, welche langjährigen Traumata es mit sich zieht und welchen Einfluss es auf die Psycho für den Rest des Lebens nehmen kann.

Aber was wenn das Opfer förmlich danach schreit, weil es sich einer Öffentlichkeit stellt, in welche sie sich aus Selbstüberschätzung und fehlende Reflektion traut, was wenn das Opfer wirklich aktiv eine Mitschuld daran trägt, dass sie gemobbt wird. Wir erleben das im Internet fast täglich, irgendwer scheißt rein und wird dann von der gesamten Bubble einmal durch den Kakao gezogen, im schlimmsten Fall gibt es ein Statement, dass es dann nicht besser macht, weil man noch einmal einen oben drauf setzt und das Volk hat wieder einen Sündenbock, übrigens denke ich, dass diese Vorgehensweise leider sehr menschlich ist und bereits am Pranger im Mittelalter und sicherlich auch schon in den Höhlen unserer Urahnen stattfand, nur eben nicht ganz so anonym vielleicht. 

Wenn ich also mit einer Arroganz auftrete obwohl ich nichts vorzuweisen habe und mich wundere, dass die Anderen mich nicht für so cool halten, wie ich mich selbst und mich mobben, dann geht das eine ganze Weile gut, im schlimmsten Fall dissoziiere ich und spalte Persönlichkeitsanteile ab und lerne mich in Situationen in denen es machbar ist mich über andere zu erheben, selbst wenn es nicht auf irgendwas Geleistetem fußt. Ich werde ein Narzisst - das ärmste unter den Würstchen, die irgendwann mal Opfer waren, es heute aber je nach Situation nur noch spielen, wenn sie eben nicht gerade Täter sein können. Um ein Narzisst zu werden (ich benutze den Begriff nicht wirklich medizinisch, falls das jemand kritisieren möchte), hilft es natürlich schon vor dem eigentlich Opfer werden ein Arschloch gewesen zu sein, um dann aus der Opferrolle die falschen Schlüsse zu ziehen und in eine gegenläufige Aggressions und Rachespirale zu driften.

Was kann ich den Kindern also beibringen, damit sie nicht Opfer und nicht Täter werden müssen, am Ende der Kindheit/Jugend (der härtesten Zeit des Lebens) keinen Knacks zu haben, irgendein Trauma zu konservieren oder Narzisst zu sein? Meiner Meinung nach sollte man seinen Kindern beibringen ehrlich zu sein, mit offenen Karten zu spielen und jedes andere Kind so zu behandeln, jeden Menschen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte und wenn da mal ein Arschlochkind bei ist, dann reicht man ihm die Hand und versucht lieber gemeinsam seine Probleme zu lösen, als dessen Probleme zu verschlimmern, an dieser Stelle würde ich mich gern bei Frau L. entschuldigen, die zu meiner Grundschulzeit dieses eine Arschlochkind gewesen ist, welches auf eine komplett sozialisierte Gruppe von Viertklässlern traf, die es nicht schafften sie zu integrieren.

Am Ende noch etwas vom Klugscheisserlex: Jedes Leben muss man irgendwann  in die Hand nehmen, selbst wenn man der Meinung ist jemand oder etwas wäre einem was schuldig. Kein Gott und kein Kindheitstrauma gibt einem die Entschuldigung nicht in die Schmiede seines Glücks zu gehen. Und diesen Weg kann man jeden Tag beginnen und man kann auch jeden Tag aufhören andere für sein eigenes Scheitern verantwortlich machen und aufhören irgendeinen Vergleich zu ziehen, denn wenn wir uns in den Finger schneiden ist unser Blut immer rot, IMMER!

3/07/2026

Work-Life-Balance

Balance lieber Herr Bundeskanzler heißt Ausgeglichenheit, und während Work für Arbeit steht, steht Life für Leben und ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen, dass man mit einem Ausgleich keinen Wohlstand sichern kann.

Es ist schon schlimm genug, dass wir diese beiden eminenten Bestandteile heutiger Gesellschaften gegenüberstellen und nicht als zwei Seiten einer Medaille ansehen, die unseren Wohlstand sichert. Während viele das Konzept einen Ausgleich zwischen Freizeit und Arbeitszeit zu haben als esoterischen Blödsinn abzutun scheinen ist es nahezu logisch, dass ein Leben nicht nur aus hustlen bestehen kann (das bedeutet übrigens auf jungdeutsch arbeiten). Denn ein Mensch, der NUR arbeitet, weiß vielleicht irgendwann nicht mehr wofür er das tut, wofür verdient er Geld, welchen Wohlstand erhält er denn? Man möge mir verzeihen, dass ich das maskuline Imperfekt nutze oder wie auch immer das heißt, wenn man obwohl man them sagen könnte er sagt. Der Punkt ist entscheidend, ich verstehe ja sogar was Sie meinen, wenn sie solche Dinge sagen, nur Freizeit generiert halt gar nichts, keinen Wohlstand und auf Dauer auch keine Zufriedenheit, daher braucht es ja auch die Balance. Und es geht hier ja nicht darum, dass man 2 Stunden ins Büro geht und dann 10 Stunden aufs Sofa, obwohl es in vielen Branchen durchaus nicht viel mehr Aufwand bräuchte. Warum soll ich Zeit auf einer Arbeitsstelle verbringen, wo ich nur rumsitze, mit den Kollegen quatsche und unausgelastet Zeit verschwende, wenn ich gleichzeitig Fitness machen könnte, mich weiterbilden oder einem Hobby nachgehen? Einem Hobby, das ich in einer guten Wirtschaftslage zu einem Business machen kann und damit für mich und für allgemeinen Wohlstand sorgen könnte? Was Sie und so viele andere nicht verstehen ist, dass in dieser Welt nicht Arbeit oder Leistung oder Produktivität bezahlt wird sondern Arbeitszeit. Das dürften doch gerade Sie verstehen, der sie quasi einen 24/7 Job haben. Das derzeit vorherrschende 8 Stunden Schichtsystem, welches Sie zu präferieren scheinen basiert auf Henry Ford, wie Sie wissen, der einst in einem Interview zu Papier gab: "Freizeit ist eine unverzichtbare Zutat in einem wachsenden Verbrauchermarkt, weil die arbeitenden Menschen genügend freie Zeit haben müssen, um Verwendungsmöglichkeiten für Konsumgüter, einschließlich Autos, zu finden.“, im gleichen Interview im The World's Work Magazine aus dem Jahre 1926, also vor fast genau einhundert Jahren, sagte er: „Es ist höchste Zeit, sich von der Vorstellung zu befreien, dass Freizeit für Arbeiter entweder ‚verlorene Zeit‘ oder ein Klassenprivileg ist“, und das ist soziale Marktwirtschaft zuende gedacht. Und das ist auch die Balance, die sie so verteufeln.

Ich denke ich schreibe gar nicht an Sie sondern vermutlich eher an die ganzen Menschen, die denken, dass man einfach mehr machen muss, damit sich was ändert, das Ding ist, viele Menschen arbeiten tatsächlich den ganzen Tag und legen sich bloß zum Schlafen ein paar Stunden hin, denn Sie schuften in ihrer arbeitsfreien Zeit für jene, die nicht arbeiten, die Kinder, die Kranken, die Alten, die Arbeitenden, indem sie ihre Wohnungen sauber halten, Einkaufen, Wäsche waschen, ihre Betten machen, sie pflegen, füttern, versorgen und das nicht nur Nine to Five sondern dauerhaft. Wo ist deren Balance? Wo ist deren Lohnausgleich? Wo ist deren Teilzeit? Wo ist deren Freizeit?

Und was ist mit den Kranken selbst? Den Schwachen, den Alten, den Kindern? Kinder, die keine vernünftige Work-Life-Balance bekommen, mit genug Freizeit, um Gelerntes sacken zu lassen und Kind sein zu können mit einem guten sozialen Umfeld und einem von Ihnen präferierten Elternhaus in dem Eltern auch für die Kinder da sein können, haben sicher keine allzu gute Perspektive Wohlstand zu generieren oder erhalten zu können, oder?

Quo vadis Herr Bundeskanzler, gerechte Entlohnung und Wohlstand für alle und genug Zeit, diesen dann auch gewinnbringend zu erhalten und im besten Fall vermehren oder zurück zu einem System in dem die Einen die Anderen verwalten und all die Produktionskraft, Kreativität und vorhandenes Potential versiegen, damit Sie sich zur Mittelschicht zählen können und kürzen, wo es kaum noch etwas zu kürzen gibt anstatt oben anzufangen. Vielleicht haben Sie ja mal den Spruch gehört: "Der Fisch stinkt vom Kopf her", damit will ich gar nichts andeuten, allerdings waren schon bei den alten Ägyptern die Spitzen der Pyramiden aus Gold, während der Rest nur aus Kalkstein ist, waren sie in den letzten Jahren mal da, die Spitzen aus Gold sind nicht mehr da, das Fundament hält aber seit mindestens 3000 Jahren, ich würde immer auf das Fundament setzen. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Kranplötze verdichtet sein müssen, womit ich auch auf das Handwerk anspiele, das seinem Ruf auch nicht mehr gerecht wird, weil Dienstleistungen immer teurer und die Handwerker immer älter werden. Und das wäre gar kein Problem, wenn wir in der Lage wären mit der Zeit zu gehen und unnötige Schwerstarbeiten digital oder kybernetisch ersetzen würden und stattdessen gutausgebildete Mid-Ager hätten, die mit Innovation und neuer Technik an alte und neue Probleme im Leben morderner Menschen herangehen und das für Sie so wichtige Geld generieren. In China (auch wenn ich das persönlich nicht unbedingt als erstrebenswert ansehe, die Gründe sind manigfaltig) bauen sie Hochhäuser in ein paar Wochen, bei uns dauert die Finanzierung und der Bauantrag schon eine Ewigkeit und kostet je nach Vitamin B ein vielfaches dessen, was man dort ausgibt. Und das hat nicht bloß was mit Sicherheitsstandards und anderen bürokratischen Fallstricken zu tun. Wenn in Deutschland eine effektive auf die Zukunft und am Menschen orientierte Bildungspolitik einer Arbeits- und Wirtschaftspolitik vorgeschaltet wäre, dann müssten wir über Work-Life-Balance gar nicht reden, weil jeder/jede/jedes dort eingesetzt und zufrieden wäre, wo er/sie/es gebraucht wird und gewinnbringend für die Gemeinschaft mit Freude und Motivation Wohlstand erschaffen könnte, weil man von Anfang an nach Fähigkeiten und Potential sein Leben angehen kann. Denn wenn es eines gibt, was ich nach der Schule nicht wusste, dann war das, was ich eigentlich gut kann, wofür es Bedarf gibt? Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass wir in einer Zeit leben, in der quasi jeder, alles lernen kann und im Grunde auch jeder, der etwas kann den passenden Job finden könnte, das Problem ist nur, wir haben ungefähr dreieinhalb Millionen Arbeitslose und einen Leerstand von etwas mehr als einer halben Million Jobs? Mathematik fünfte Klasse ihr Lieben, das geht sich nicht auf, selbst wenn von den Arbeitslosen alle auf die offenen Stellen passen würden, blieben locker drei Millionen übrig.
Ich musste das einfach mal loswerden, weil mir persönlich gerade zu diesen Themen so viel Mist geredet wird und keiner wirklich darüber nachdenkt, da werden Buzz.Words durch die Gegend geschmissen und irgendwie ein sinkendes Schiff auf Kurs gehalten, obwohl der Kurs sichtlich nicht ans rettende Ufer, sondern in die Katastrophe führt. Wozu? Sie haben doch die Macht und auch die Möglichkeiten dieses Land zu retten, was hält Sie ab?

3/05/2026

Workflow zu langsam?

Warum reden wir uns ständig irgendeine Unzulänglichkeit ein? Ich habe in den letzten beiden Monaten eine Datenbank erstellt, in der ich alle meine bisherigen Songs katalogisiert habe, damit ich einen Überblick über mein Schaffen habe, ich arbeite derzeit daran, meine ganzen kreativen Ergüsse zu ordnen und zu katalogisieren, um im Falle des Falles wirklich etwas zu hinterlassen und nicht bloß Datenmüll, sondern etwas, womit man auch was anfangen kann.
Ich weiß gar nicht, ob ich da alleine bin und ob das vielleicht der Grund ist, warum ich das Gefühl habe, nie Zeit zu haben, aber ich erschaffe Tag für Tag etwas, ich sitze ständig und schreibe Notizen auf, formuliere herum oder schreibe mir selbst bei WhatsApp To-Do's und Erinnerungen, was ich als Nächstes anfangen sollte. Wenn die Menschen um mich herum sowas nicht tun, dann würde das erklären, warum sie Zeit nicht so wertschätzen, warum es Menschen gibt, die Langeweile haben können, ich verstehe das Prinzip der Langeweile nicht.

Ich könnte tagelang weitermachen, ich käme nie zu einem Ende, denn aus drei abgeschlossenen Dingen entsteht immer direkt etwas Neues, ich hänge einem Gedanken nach und entwickle zwanzig Neue, wie funktionieren Menschen, die nicht denken? Ich habe mir diese Frage nie gestellt, weil es in meiner Welt nie dieses Leben auf Pause gab? Mein Geist war stets auf der Suche und jeglicher Leerraum wurde mit Etwas gefüllt. Selbst meine tiefe Phase der inneren Leere ist im Nachhinein betrachtet eine Phase der Kreativität gewesen, thematisch sehr düster, das gebe ich zu, aber auch so voller Erkenntnis und Selbsterfahrung. Ich sehe manchmal Menschen stundenlang Spazierengehen, allein mit sich und danach frage ich sie, was sie denn jetzt Neues über die Welt wissen, über sich, welche Ideen sie bekommen haben und ihre Antwort ist: Nein. Versteh ich nicht.
Jemand lässt den Tag an sich vorbeiziehen und sieht in die Wolken, hört vielleicht ein wenig Musik, was für eine wundervolle Vorstellung den Geist zum Fliegen zu bringen, Gedanken anzuregen, Ideen zu entwickeln, Nein. Versteh ich nicht.
Büroarbeit, sich ständig wiederholende Tätigkeiten, selbst Knochenarbeit, die sich stets wiederholt, dabei ist das Gehirn auf Durchzug, sucht es sich nich etwas, damit es ON bleibt, Nein? Ich versteh es nicht, wirklich nicht.

Ich sag es euch ganz ehrlich, ich muss mich mit Beruhigungstabletten vollstopfen, um überhaupt mal nicht groß zu denken, ich denke immer noch bis ich einpenne, aber ich schlafe durch sie meistens ein paar Stunden. Aber auch das, wie kann man Schlafen als etwas entspannendes akzeptieren, ich versteh schon, dass der Körper als Maschine die Erholung und Wiederaufladezeitraum, das braucht aber im Prozess des Erschaffens ist es verlorene Zeit, jede Stunde, die ich schlafe, kann ich weder schreiben, reden, noch denken, wobei letzteres noch nicht bewiesen ist, denn Träumen kann durchaus wie eine Art Denkprozess verstanden werden im weitesten Sinne,
In letzter Zeit frage ich mich immer mehr, wie weit ich von der Norm abweiche mit meiner Art zu leben und wie viel Zeit mir noch bleibt. Dadurch stellt sich mir dann die Frage nach dem zu langsamen Workflow wenn ich jeden zweiten Tag einen kompletten halben Tag verliere, weil meinem Körper Behandlung zu Teil wird. Aus der Erfahrung der Vergangenheit ist das aber vielleicht genau das, was mit downt, damit ich nicht überdrehe, genau die Zwangspause damit ich nicht wieder overpowere und brenne bis die Flammen sich selbst fressen und keine Luft mehr haben. Maybe.

ADS-Gedanken? Maybe ihr Lieben, ich glaube wir sind nicht zu langsam, ich glaube wir sich einfach nur noch nicht optimiert, ich sehe da eine große Chance in unserer Zeit, wie wir Abläufe und Dinge, die uns unnötig Zeit kosten, die aber notwendig sind digitalisieren können, just-in-timiger in unsere Abläufe einbinden und / oder mehrere Dinge gleichzeitig machen können. Für mich hat sich zum Beispiel mit Anschaffung eines Heimtrainers die Zeit für Sport ergeben, wenn ich "Fernsehe", so Serien und YouTube Kram. Perfekt ist auch Hausputz und dabei Musik-Alben-Stapel durchhören, naja und dann die vielen Sachen, die ich eh gleichzeitig mache, weil ich mich nicht auf eine Sache konzentrieren kann.... Zocken, Schreiben, Musik machen, analysieren, katalogisieren, kommentieren, reviewen, sozialisieren, telefonieren, Essen, Trinken... Es ist bezeichnend, dass mein Magen knurrt, während ich diese beiden Dinge ans Ende der Auflistung setze.
In diesem Sinne...

2/15/2026

Haselnusscreme jetzt "plant-based" und vorher?

Ich sollte mich nicht mehr aufregen über die Dummheiten des Alltags, ich tue es trotzdem, denn sowas ist nicht einfach nur frech, sondern auch nahe dran an Kundenverarsche.
Seit kurzem wirbt man bei vielen Dingen mit plant-based, was nichts weiter ist als ein Label, das nichts aussagt, also zumindest glaube ich, dass da nichts geregelt ist, denn logischerweise ist ein Produkt, das Nougatcreme ist, Palmöl enthält und aus jeder Menge industriell verarbeiteter pflanzlicher Inhaltsstoffe besteht und nur ein bisschen Milchpulver beigesetzt bekommt auf pflanzlicher Basis, zumindest ich dachte immer, das sei so. Das erste Mal habe ich von dem Brand gehört, als ich die Erbsenburger gesehen habe, die dann auch plant-based sind. Ich vermute man möchte sich damit an den vegan swoosh annähern, der auf vielen Lebensmitteln prangt und seinem Produkt einen besseren Ruf verpassen, als er verdient, denn theoretisch könnte man auch einer Bohnenpfanne mit Speck einen plant-based Sticker verpassen, wenn nur genug Bohnen im Vergleich drin sind, ist ja pflanzenbasiert. Es ist ein Label für dumme Menschen, das als etwas Neues vermarktet wird, obwohl es nichts aussagt. Ähnliche Beispiele der Vergangenheit waren ja schon Hydration Getränke, die Wasser beinhalten oder "Karl die Kiste" die man Pfand mäßig zurückgeben konnte, Leute!
Wir werden aber auch immer dümmer, wenn ich manchmal auf diesen Nutri-Score auf Lebensmitteln gucke, muss ich mich auch arg wundern, denn für wen gilt das denn? Für den gesunden Durchschnittsmensch mit 30,17 Jahren? Es spielen so viele verschiedene Dinge eine Rolle ob das, was du da gerade in der Hand hast, gut für deine Gesundheit ist oder nicht, wer das wirklich genau wissen will, der muss sich komplett durchchecken lassen und dann mit Ärzten und Ernährungswissenschaftlern gemeinsam an eine Lösung machen. Etwas günstiger ist der gesunde Menschenverstand, der, so man ihn denn noch nicht komplett aus dem Fenster geworfen hat, eine echte Waffe ist im Beurteilen von Gesundheitsfragen und Ernährung und in so ziemlich allen anderen Situationen des Lebens, die sich mit uns selbst beschäftigen. Und das Ding ist nicht unbedingt plant-based, kann man aber mit dem Genuss von minderwertigem Fleisch und anderem Müll deutlich runter pegeln, aber das ist eine andere Geschichte.

2/14/2026

Recht auf Vergessenwerden?

"Jeder hat das Recht nicht vergessen zu werden." (Daria Dinges)

Als ich den Satz das erste Mal hörte, dachte ich mir er sei wunderschön, weil er mein Gefühl davon ausdrückte, dass man Menschen wertschätzen soll und jeder einzelne es wert ist, seine Geschichte zu erzählen, gehört zu werden oder eben bloß nicht vergessen zu werden und zu dem zu werden, was man einst war, Sternenstaub.

Doch dann kamen mir andere Lesarten in den Kopf, was wenn damit insgeheim die menschliche Hybris gemeint ist, wichtig sein zu wollen, etwas zu hinterlassen, im Gedächtnis zu bleiben für Jahrhunderte, Jahrtausende, um jeden Preis. Werden wir einen Hitler je vergessen? Einen Alexander den Großen, Jesus? Und was ist mit all jenen, die mit ihnen lebten, haben wir die vergessen? Und dann wird der Satz zu einer schweren Last, denn auch wenn wir es wahrscheinlich nicht wollten, so haben wir am Ende die Tat nicht vergessen, weil sie vehement und grausam war und ist und immer sein wird, doch die Namen und die Leben dahinter, sie verschwinden, Häufchen Asche hinterließen. Nicht vergessen wird der Holocaust und Adolf Hitler. "Jeder hat das Recht nicht vergessen zu werden." Ich stimme dem zu, aber aus welchem Grund? Jesus Christus wurde auch nicht vergessen, ich verstehe, dass es schwierig ist den Zusammenhang herzustellen, er gilt für manche als mythologische Figur, weil sein Wirken 2000 Jahre her ist, mutmaßlich.

Und dann kommen wir zu uns heutigen Menschen, die so viel Informationen und vor allem Vergessenswertes von sich geben, dass man die Weltkugel damit faktisch zilliardenmal einwickeln könnte und wir werden ziemlich sicher nicht vergessen, weil das Internet ja nie vergisst...

Ich kann das alles nicht zu Ende denken, allerdings finde ich es als Anstoß, sich mal über die Wichtigkeit des eigenen Seins Gedanken zu machen und zu überlegen, ob wir wirklich so wichtig sind, dass man sich an alles, was wir je sagten und dachten, erinnern muss, ganz okay. Ich selbst ertappe mich sehr oft bei dem Gedanken, dass es mir extrem wichtig ist, dass ich nicht vergessen werde und dann gehe ich kurz in mich und hole meinen Staubsauger und putze meine Wohnung. Das erdet.