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9/25/2026

Geschaffte Wochen?

Leute, geht's?
Was soll denn das bedeuten? "Wieder eine Woche geschafft", irgendwie ängstigt mich eine solche Aussage, es klingt als würde man sich auf das Ende freuen und dem Tod entgegen gehen. Ich verstehe ja, dass krank sein scheiße ist und man jenseits der 90 irgendwann auch daran denkt, dass es enden wird, allerdings finde ich den Klang von geschafft haben unangenehm. Ich bin froh, dass ich die Therapie schaffe, das ist das anstrengende, dann gehe ich heim und versuche aus dem Rest den ich so habe etwas Leben rauszuholen, ich freue mich eigentlich nie, wenn ich feststelle, dass mir wieder eine Woche verloren ging. Vielleicht ist es ja auch gar nicht so eine Art unterbewusster Abschied doch mein Gefühl sagt mir, dass solche Aussagen oft eine Vorahnung in sich tragen.

9/21/2026

Alzheimertag (Demenzwoche) ... und etwas Theorie

Es gibt so viel unsichtbare Probleme in unserem Land, auf die immer mal wieder an speziellen Tagen ein großes Licht fällt, die aber für den Rest des Jahres nahezu totgeschwiegen und aus den Medien ferngehalten werden. Betroffene und Angehörige können sich diese Scheuklappen leider oft nicht erlauben und sind immer mittendrin und leiden meistens mit. Ich habe der Einfachheit halber mal die Seite Deutsche Alzheimer und die DZNE-Stiftung verlinkt, da kann man sich gut einlesen und auch Anlaufstellen finden.

Ihr wisst ja, dass ich seit Jahren selbst mehr oder weniger betroffen bin und es nur so semi schaffe, damit klar zu kommen, dass Betroffene oft nicht einmal in der Lage sind, die eigene Wesensveränderung und den Verfall an sich selbst zu erkennen und daher auch keinen Anreiz haben irgendetwas dagegen zu unternehmen und teilweise gekränkt und angegriffen reagieren, wenn man ihnen Angebote zur Verfügung stellt, die nicht nur der Beschäftigung dienen sondern auch die Gehirngesundheit aktiv fördern würden, wenn richtig angewendet. Gestern erst erfuhr ich, dass ich seit Jahren auf der richtigen Spur war, wenn es darum geht, wie man die Welt mit dieser Erkrankung wahrnimmt. Alles scheint darauf ausgerichtet, Erinnerungen wachzuhalten, um die Realität zu bauen und das festzuhalten, was man hat. Wenn man das in einem Bild darstellen würde, wäre das z.B. jemand, der auf einem schmelzenden Eisberg sitzt. So sehr er auch versucht nichts zu tun, irgendwann wird er im kalten Wasser dessen, worauf er einst stand, ertrinken, wenn er nicht vorher an Unterkühlung stirbt. Viel klüger wäre es, wenn er sich damit beschäftigen würde sich zu retten, auch wenn es aussichtslos erscheint und man dafür vielleicht viel Fantasie braucht.

"Vielleicht ist Fantasie tatsächlich eine Art Training für den Kopf. Wissenschaftlich vorsichtiger formuliert: Menschen, die ihr Gehirn regelmäßig mit geistig anspruchsvollen und kreativen Tätigkeiten beschäftigen, etwa Schreiben, Musizieren, Malen, Lesen, Spielen oder Lernen , zeigen in mehreren Langzeitstudien und Metaanalysen im Durchschnitt eine bessere kognitive Entwicklung und teilweise ein geringeres Demenzrisiko. Das beweist nicht, dass Kreativität vor Demenz schützt. Aber es spricht ziemlich deutlich dagegen, Fantasie und kreatives Herumspinnen als nutzlosen Leerlauf des Gehirns abzutun."

Und es unterstützt meine These, die ich jedem kostenlos an die Hand gebe, sie auszuprobieren, mehr als nicht funktionieren kann sie nicht, denn selbst dann würde sie nicht widerlegt werden: "Use it or loose it", auch wenn das Hirn kein Muskel im eigentlichen Sinne ist, ist das etwas, was man trainieren muss und je älter man wird, desto mehr muss man machen, um sein Niveau zu halten und auch wenn Lesen  in vielen Studien als hirnanregend genannt wird, ist pures Lesen so, als würde ich behaupten "Stehen" ist Muskeltraining. Ihr checkt? Mit Lesen ist hier vermutlich der eskapistische Akt gemeint sich in eine Welt zu begeben, die der eigenen möglichst fern ist, damit die Synapsen richtig feuern, immer den gleichen Text zu lesen kann zwar zu einem Einprägen führen, kann aber auch einfach mal gar nichts machen, weil das Hirn auf Lehrlauf schaltet, weil es das schon kennt. Im Grunde ist es eine Maschine, die süchtig nach neuen Impulsen ist und wenn man sie langweilt einfach ausschaltet und sich zurückentwickelt.

Das einmal verstanden zu haben sollte einem eigentlich klar machen, warum in unserer Welt so viel schiefläuft, es wird robottet, Millionen Menschen machen, was man ihnen sagt, damit vorhersehbare Dinge geschehen und sich nichts ändert, alles immer gleichbleibt. Das ist jetzt kein Aufruf zur Rebellion, es schadet allerdings nicht, verschiedene Wege zur Arbeit zu nehmen, vielleicht mal den Ablauf zu ändern bei langweiliger Büroarbeit, wenn zulässig ein Hörbuch zu hören, die Freizeit nicht nur im Gym und vor Netflix zu verbringen, sondern vielleicht auch einfach mal selbst was zu erschaffen, zur Not tut es vermutlich für den Anfang sogar eine Kritzelei auf der Serviette oder dem Post-It im Büro. Auch in den Berufen, die hart arbeiten, zum Beispiel im Stahlgewerbe, bei denen sich immer wiederholende Tätigkeiten schnell in Unzufriedenheit ummünzen kann, es eine Option sein den Geist abschweifen zu lassen, er tut es von ganz alleine, wenn er merkt, dass er nicht gebraucht wird, weil ein Mindestmaß an Konzentration auf die Aufgabe völlig ausreicht. Doch viele reden sich ein, sie müssten bei immergleichen Bewegungsabläufen konzentriert bleiben, weil sonst was schiefgeht. Ich behaupte, das Hirn hat den Bewegungsablauf nach kurzer Zeit verinnerlicht und das weitere darauf konzentrieren ist kontraproduktiv, weil es wider die Natur dessen ist, was es tut. Vielleicht bin ich da auch die Ausnahme, ich kann mich nicht länger auf einen Ablauf konzentrieren, bis ich ihn aus dem FF kann, dann verlasse ich mich darauf und kann nebenbei schon wieder neue Synapsen schaffen und halte die Konzentration oben, weil ich das System komplett auslaste. Versteht ihr, was ich meine? Wenn ich mich künstlich zwinge einer Aufgabe, für die ich nicht mehr nachdenken muss, weil ich die Lösung im Schlaf kenne, Ressourcen zuzuteilen, nehme ich mir die Chance mit den eigentlich verfügbaren Mitteln zu wachsen und weitere Aufgaben zu lösen oder zumindest schon einmal vorzuarbeiten, weil am Ende haben wir ja nur zwei Arme, alles gleichzeitig zu machen, wäre dann wirklich kontraproduktiv, wenn ich an der Säge im Baumarkt stehe und nebenbei meinen Einkauf mache oder irgendwas wozu ich die Arme brauche.

Ich kenn da ja so einen Spezi, der macht sich das Leben besonders schwer, weil er, nachdem er einmal gelernt hat, was zu lernen ist für sich selbst die Regeln immer wieder ändert, um es dann wieder neu lernen zu müssen, für mich ein klares Zeichen der Unterforderung. Ich lerne eine Sache einmal, bis ich es kann. Dann wende ich das Gelernte an, wenn ich das aus dem FF kann, brauche ich die nächste Aufgabe zum Lernen, Wiederholung ist in meinen Augen der Anfang vom Ende, zumindest, wenn man es übertreibt, ich wurde nie besser in der Schule, wenn ich die gleichen Aufgaben immer und immer wiederholt habe, ohne dazwischen eine Pause zu haben, wo es sacken kann. Ach Leute, das ist alles schon zigmal von mir in anderen Posts abgehandelt, abschließend bleibt wohl vor allem die Bitte neugierig zu bleiben, damit ist schon viel getan und lasst euch niemals sagen, dass man zu neugierig sein kann. Keiner schneidet euch die Nase ab, wenn ihr Sachen wissen wollt, die euch nichts angehen, respektiert Grenzen Anderer, doch wenn ihr Wissen wollt, dann seid neugierig, denn wer nichts weiß, der wird auch nie genug Macht haben, sein Leben im Griff zu haben. In diesem Sinne... schon wieder viel zu lang. 

9/19/2026

Mal nicht abdrücken!

Jeder Dialysepatient hat schon mal daran gedacht, was passieren würde, wenn er den Finger wegnimmt, nicht abdrückt und laufenlässt, sicherlich. Doch das ist ein neues Niveau, sich zu fragen, wo das überall landet und dann auch noch zu fragen, wieviel Blut man denn so im Körper hat, das ist schon fast kindlich naiv aber zeigt auch, wie ernst man die eigene Lage analysiert hat, nur um dann ein "Hauptsache es kümmert sich wer drum" einzuschieben, was ja wohl ein Lebensmotto zu sein scheint, wenn man den Reiner so reden hört, "Ja bei uns ham se das auch gemacht... ham DIE sich drum gekümmert, ist immer das wichtigste das sich wer kümmert" (nur nicht man selbst ne?) Was wäre das für eine Welt, wenn alle so denken würden, ach ja, wahrscheinlich die Welt, die wir gerade haben, wo jeder die Verantwortung einfach weiterschiebt und keiner es gewesen will, wenn sich Geschichte wiederholt und alles wieder den Bach runtergeht, ja? Man Reiner, ich wünsch dir echt Erkenntnis und dass es dich nicht zu hart trifft, wenn du es begreifst.

Je nach körperlichem Gesamtzustand sind 2 Liter Blutverlust akut lebensgefährlich, ich würde es nicht ausprobieren, wie schnell du die verlierst, gerade als Dialysepatient solltest du darauf achten, vernünftig abzudrücken und dem Körper helfen die Gerinnung anzuregen. Sollte es mal unschön werden, Daumen drauf und dann rufen! Nicht andersrum, man glaubt nicht, wie schnell Blut aus Wunden schießt, vor Allem arteriellen. Manche Menschen können einen Liter Blut verlieren, bevor die Systeme beginnen zu kollabieren, anderen wir schon bei 200 Millilitern schlecht, das komplette Volumen von ca. 5 Litern zu verlieren ist mit dem sicheren Tod zu einem deutlich früheren Zeitpunkt verbunden, also ist dringend davon abzuraten und Fragen, Gedanken, so sie denn ernst gemeint sind in diese Richtung dringend einer psychologisch geschulten Fachkraft mitzuteilen!

9/16/2026

Schilddrüsenunterfunktion makes me mad

Stellt euch folgende Situation vor, Arztgespräch, an euer Bett tritt ein grimmiger Dachs, der auf lustig tut und lacht euch aus. Er zeigt euch bei jeder weiteren Frage, dass er euch nicht ernst nehmen kann oder einfach seine eigene Antwortlosigkeit mit Lachen überspielen will, okay das kenn ich, coping, ja mag sein, sind wir mal good faith. Aber warum ist es in meinem Fall nicht möglich, dass ich Schilddrüsenprobleme habe, was ist das für ein Kasper? Er hat die Frage nicht beantwortet und versprochen sich den Aktenverlauf anzugucken.

Er kam zurück und war dann ganz normal, erzählt mir in Ruhe, was los ist, obwohl er immer noch belustigt über meine Sorge eines ärztlich abklärbaren Wertes scheint, weist eine weitere Blutuntersuchung an und erhöht erstmal die vor einiger Zeit halbierte Medikation, also doch nur ein Halbkasper, ich habe wirklich Schiss davor, dass die Schilddrüse mich wieder in die tiefe Dunkelheit schickt, die ich eigentlich nie mehr betreten wollte, höchstens um das Füchslein zu retten vielleicht, aber sicher nicht weil Ärzte meine Werte nicht ernst nehmen.

9/11/2026

Manchmal braucht es etwas Wunderliches

Ich muss ja gestehen, dass ich meine Blutwerte eher wie eine nervige Begleiterscheinung der Therapie gesehen habe seit einiger Zeit, weil sie so oft genau entgegen dem herauskamen, wie ich meinen gesundheitlichen Zustand selbst empfand und vor allem der ein oder andere Wert eskalierte regelmäßig und ich habe schon oft dafür plädiert, Blut in der Mitte der Woche abzunehmen und nicht nach der Phase, wo Menschen vielleicht wahrscheinlicher Mal über die Stränge schlagen. Ich kann mindestens drei dieser "Werte" mit Veranstaltungen auf einem Sonntag erklären und irgendwann nimmt man es einfach als gegeben hin, dass die Werte absolut nicht den Lebenswandel widerspiegeln, sondern wie ein Schlag in die Fresse immer wieder sagen: "Du betrügst dich selbst!", möglich!

Dieser Mittwoch war jedoch anders, die Art und Weise, mit welcher persönlichen Missachtung, ja fast Angewidertheit mir mein behandelnder Arzt den Zettel mit meinen Werten hingeschmissen hat, garniert mit einem: "Werte sind schlecht und chaotisch, ich gebe auf!", und dann direkt weiterging zum nächsten und übernächsten, wo er ähnlich angepisst war und am Ende sogar fast mit einer vernichtenden Generalkritik begonnen hätte, erinnerte mich sehr stark daran, wie es in der Schulzeit war, wenn es Lateinarbeiten zurück gab, Klassenschnitt 4,9 und der schlechteste wurde noch herausgehoben, ich kannte das Gefühl also. Der Unterschied ist bloß, dass ich es damals komplett gerechtfertigt fand und es sich eher wie eine Adelung anfühlte, weil keiner irgendwas für die Klausuren tun konnte, es war einmal im Quartal die Möglichkeit unseres Lateinlehrers seine Abneigung und Verachtung unserer Klasse gegenüber auszukosten und etwas zurückzugeben, ich versteh das alles, wir waren diesbezüglich eine mafiöse Versagertruppe und das Schlimmste stolz drauf.

Doch diese Schelte traf mich ins Mark, weil ich seit Jahren mit diesen Werten kämpfe und ja vielleicht habe ich dieses Jahr irgendwie auch aufgegeben gehabt, andererseits hätte ich ihm gern erklärt, dass es der Anfang von einem neuen Anlauf war in dem ich alles wegließ, was irgendwie Einfluss auf den Wert gehabt hätte und einfach nur unkontrolliert gegessen habe, um einen Wert dafür zu bekommen, wie schlimm es ist, wenn ich NICHTS tue, kann er nicht wissen, da wir nicht drüber reden konnten, naja. Seit vorgestern ist der Diszi-Modus jetzt wieder eingeschaltet und ich zähle wirklich zu allem, was ich esse nicht nur die Kalorien, sondern vor allem die den betreffenden Wert beeinflussenden Inhaltsstoffe und dabei fiel mir direkt nach 2 Tagen auf, dass ich mal auf nem guten Weg war, weil ich mich eine lange Zeit von gewissen Dingen fern gehalten habe, dann aber mehr und mehr in alte Muster gefallen bin und es irgendwie außer Kontrolle geraten ist, weil ich auch wenn ich mich die ganze Woche zusammenhielt ausgerechnet am Wochenende meinen unbewussten Cheat-Day nahm und aß, wonach mir war, vielleicht auch, weil es der Tag der Woche ist, wo ich in der Kita bin und kein geregelter Ablauf in meinem Essen ist, da muss es dann ein halber Camembert sein, die Portion Pommes und am besten noch mit einem ganzen Paket hart verarbeiteten Schinken, Schokolade und am Abend noch ein halber Liter Cola um wach zu bleiben, weil man es ja nicht umsonst gekauft haben will, für die zwei drei Mal im Jahr, wo der Blutdruck soweit absackt, dass man die wirklich braucht.

Was jetzt geschieht ist eine dokumentierte und mit der Unterstützung von Küchenpersonal und künstlicher Intelligenz Kontrolle der Inhaltslisten von ALLEM, was ich in meinen Tempel lasse und die Lebensmittelindustrie ist diesbezüglich nicht unbedingt hilfreich, doch wenn man das Wissen der ganzen Welt anzapfen kann, kommt man auf erstaunliche Ergebnisse. Nicht nur, dass ich dank dieses Arztes seit mindestens 6 Wochen täglich eine Paprika esse, um wenigstens meinen Vitamin C Mangel im Griff zu haben, ich habe diverse Supplements angeschafft, weil ich weiß, dass ich sie nicht mit der Nahrung bekomme, bzw., dass mein Stoffwechsel sie einfach nicht benutzt oder sonstwas damit anstellt. Man lernt unglaublich viel über Lebensmittelchemie und industrielle Herstellungsverfahren, dass man eigentlich komplett aufhören will zu essen, was ich mir jedoch auch nicht leisten kann, da die Therapie allein so viel Energie schluckt, dass es ein stetes Austarieren von Gleichgewichten ist, nicht zu viele "Schadstoffe", dennoch "energiereich" und dem Körper alles zuführen, was man durch Nahrung nicht bekommt in Form von Tabletten. Dazu noch eine hier tatsächlich mal hilfreiche vermeintliche Laktoseintoleranz, die ich auch viel zu lange ignoriert habe. Am Ende normalisiert sich noch mein Stuhlgang, dann raste ich aber aus.

Der einzige Nachteil, den ich bislang erkenne ist, dass die ganze Nummer unglaublich viel Zeit frisst, durch die ganze Abgleicherei und Lebensmittel prüfen, da muss man manchmal viermal das gleiche Produkt von anderen Anbietern gegeüberhalten, damit man nicht aus Versehen das nimmt, das maximal in die falsche Richtung geht und damit all die guten Ansätze in Keim erstickt, oder die Tagesbilanz mit einer unbedacht aus dem Kühlschrank gesnackten Scheibe Käse komplett in den roten Bereich schiebt, jeder der mal mit Kalorienzählen abgenommen hat, kennt den Spaß, da ist es gerade nicht hilfreich, dass die Schilddrüse den Funny van Dannen macht und bedenklich in die Unterfunktion rutscht, weil sie seit vor 4 Wochen eine bedenkliche Überfunktion bestand nur noch die Hälfte an Hormonen zugegeben wird und meine Stimmung sich langsam aber sicher immer wieder zwischen tief melancholisch und komplett wasted befindet und ich bei 26 Grad drei Schichten Kleidung trage, schwitze und mir trotzdem kalt ist als würde ich von H entwöhnen. Sorry, wenn das für den Ein oder Anderen zuviel Innenleben war, so geht's mir grade und ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich derzeit nicht sehr viel auf E-Mails antworte oder mich kaum melde, irgendwann wird sich das eingespielt haben und dann bin ich wieder voll da, soweit das eben möglich ist mit dem kaputten Ding, in dem ich lebe.

Abschließend möchte ich Danke sagen, für die vielen kleinen Wunder und auch für Menschen, die den Schuß vor'n Bug unbewusst so gezielt setzen, dass selbst so ein Schlafschaf wie ich nochmal wach werden und einen neuen Anlauf wagen, denn ich kann ja nicht ständig, Leben, Liebe und Willen predigen, mich aber selbst komplett vernachlässigen, also "ASCH HU", in diesem Sinne...

8/26/2026

Fahrer und Ärzte

Wenn man auf eine medizinische Behandlung angewiesen ist, um das eigene Überleben noch etwas herauszuzögern, wobei man ja eigentlich das Ableben herauszögert (oh oh, Wortklauberei), dann ist man in großen Teilen seines Lebens auf Andere angewiesen. Und ich weiß gar nicht, wer den Anfang machen sollte, in der Überschrift stehen die jenigen mit der meisten Verantwortung, denn wenn der Fahrdienst dich nicht zur Behandlung bringt und der Arzt diese Behandlung nicht anweist, dann stirbst du, selbst wenn die Maschine und die professionelle Schwesternschaft dir gerne das Leben retten würden, was sie ja zum Glück auch regelmäßig tun (gibt ja auch noch den unterlassene Hilfeleistungsparagraphen und den Hippokratischen).

Laber, worauf will ich eigentlich hinaus? Fahrer und Ärzte haben Gemeinsamkeiten, die man so gar nicht vermuten würde, beispielsweise sind beide ungeduldig und haben wenig Zeit sich um den Einzelnen zu kümmern, beides geht zumeist auf den Nacken der Person, denen sie "schutzbefohlen" sind und denen, die die Handjobs (das Handwerk? Ist Krankenschwester ein Handwerk? Irgendwie schon, oder man macht sehr viel mit der Hand, wuchtet schwere Dinge durch die Gegend, bedienst Maschinen... da werde ich die Tage mal mit Chattie und Betroffenen sprechen, sehr interessant). Naja jedenfalls kann ich es aus Schwesternsicht verstehen, dass es nervt, wenn ständig irgendwelche Fahrer in den Behandlungsräumen rumlungern und fragen, wie lange noch, das ist vermutlich so, wie die Teilnehmer einer Expedition ständig fragen: "Wie weit noch Papa Schlumpf?", doch Ärzte sind noch schlimmer, die nehmen sich 3 Minuten für den ans Bett gefesselten Patienten um dann der behandelnden Schwester (ja das ist absichtlich so formuliert) die restlichen 7 Minuten seiner Patientenzeit irgendwelche Anweisungen in die Akte zu kritzeln, die diese widerum dazu zwingen Kontakt mit ihnen aufzunehmen, weil sie es nicht lesen können (ich überspitze absichtlich).

Der einzige Vorteil von Ärzten ist, die kannst du ignorieren, die Fahrer bleiben da, bis du weg bist, der Arzt geht wenn du schläfst, der Fahrer weckt dich, weil er dich von seinem Zettel streichen muss, der Arzt gibt den Job einfach weiter. Ja, mag sein, dass ich meine Ärzte hier wirklich unterschätze (es gibt ja auch Ausnahmen), doch meine Krankengeschichte ist leider durchzogen von Assistenzärzten und Quacksalbern, Studenten ohne den Willen zu Höherem und titellosen Medizinern, die Paracelsus zitieren (was noch einen gewissen Charme hat). Wenn ich entscheiden müsste, wem ich von den vier Teilen der Überlebenskette am meisten vertrauen sollte, wären es an allererster Stelle die Maschinen denke ich, im Anschluss denen, die sie bedienen, die mich zu ihnen bringen und erst dann denen, die wissen müssten, warum ich an diesen Maschinen hänge. Vielleicht sollte ich demnächst noch die ketzerische Frage stellen, warum eigentlich 3 Schwestern 26 Menschen managen können, während es einer der mindestens das Dreifache verdient, nicht schafft, sich um die Hälfte zufriedenstellend zu kümmern? Vielleicht war das jetzt schon wieder viel zu viel Wut und unangemessene Schelte für völlig überarbeitete Akademiker und geht mit seiner recht allgemein gestreuten Kritik auch zu 90% in die falsche Richtung, aber hey so ist das mit Streubomben und dem Gesundheitswesen, "ein bisschen Schwund ist immer!"

KI-Slop (welcher normale Mensch würde so viele offensichtliche Aussagen als Sätze da reinhaun?)

8/14/2026

"Dann bin ich dein Sonnenuntergang"

Die süßeste Androhung, die ich je gehört habe, aber so sind sie eben, hart zart und herzlich, manchmal komme ich mir vor wie in einem plüschigen Traum, obwohl die Situation doch eigentlich todernster nicht sein könnte. Ich bin ja eher so der Typ, immer nen lockeren Spruch und das Leben nie ganz so ernst nehmen, wie ich vielleicht sollte, da kommt es dann auch schon mal vor, dass man der sanftmütigen Herrin des Waldes ein: "Wie schön, die Sonne geht wieder auf" zuruft, während man von draußen bei 36 Grad in einen fast kühlen Behandlungsraum kommt, diese es aber nicht für sich verbucht und fast eingeschnappt gehen will, weil im gleichen Moment eine andere Fee den Raum betritt, die nur lacht und für sich dann den Sonnenuntergang beansprucht. Ach Leute, wenn ich nicht wüsste, dass das meine Bluttherapie ist, ich würde denken das wäre die Psychiatrie im besten Sinne natürlich. Heilsam ist es allemal und das tut meiner seelischen Gesundheit genauso gut, wie die anschließende maschinelle Behandlung dem Körper, vielleicht mehr, danke.



8/01/2026

Ganz komisches Wacken diesmal irgendwie

Warum wir uns auf Festivals richtig zum Affen machen. warum wir uns in den Dreck setzen zum Rudern, Circle Pita und Wall of Deaths veranstalten, wie blöd rumspringen, sowie mitgrölen, auch wenn es einfach nur Blödsinn ist, das ist wohl eine Frage, die man maximal mit Weltflucht beantworten kann. Vielleicht ist das Das, was die Urvölker gemacht haben, um in Kontakt mit ihren Göttern zu treten und/oder eine höhere Bewusstseinsebene zu erreichen, irgendwie ist so ein Metal-Konzert ja das Gleiche, wie ich nach diesem phänomenalen Afutritt von Powerwolf wieder einmal spüren konnte.

Begonnen hatte der Tag um 11 Uhr 30 mit Kindermetal von Heavysaurus heute, hab mit Emma geguckt und irgendwie hat man danach gute Laune und so muss das dann auch sein auch wenn es einem körperlich eher semi geht, weil die Nachwirkungen der gestrigen Dialyse in Form von Nachbluten und Schmerzen im rechten Oberarm einen etwas unten halten.

Am Nachmittag habe ich mich an was Neuem versucht und mit  Kim Dracula etwas interessantes Neues für mich entdeckt, während Emma eine kleine Festivität mit ihren Freunden im Erdgeschoss abgehalten hat.

Und dann kamen wohl für mich die absoluten Highlights des Festivals, ich bin immer wieder überrascht wie sehr mich Airbourne abholen und in ihr Ding reinziehen, obwohl es einfach nur dirty australischer Rock ist, das rockt mich so sehr, dass ich fasziniert davon bin, wie wenig ich von denen so im Alltag höre, wie doll das aber Live funktioniert, mir fällt jedesmal wieder die Nummer mit den geplatzten Trommelfellen und den zig Menschen mit blutenden Ohren ein, als ich die vom Zeltplatz aus hören konnte, weil sie dort so laut waren, wie sonst nur im Infield...

Und zu Powerwolf muss ich nun wirklich nichts mehr schreiben, die sind einfach nur das Live-Erlebnis des diesjährigen Wacken gewesen (zumindest von den übertragenen Sachen), als eine meiner absoluten Lieblingsbands natürlich auch unschlagbar. Und trotzdem war das ein merkwürdiges Wacken dieses Jahr, sehr abwechslungsreich, mit dem Gefühl irgendwie immer im Stress zu sein (zuhause vorm Fernseher, man stelle sich das vor) und zum Teil durch die Tonprobleme von Magenta an einigen Stellen meh. Ich will nächstes Jahr live da hin, ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, wie ich das stemmen soll, ich habe keine Mitfahrgelegenheit, kein Hotel, keinen Therapieplatz und keine Ahnung, wie es mir zu diesem Zeitpunkt dann geht (gesundheitlich). Doch wenn ich mir die bislang angekündigten Bands ansehe, dann ist das fast wie ein Zeichen, dass ich dahin muss. Es ist quasi wie ein für mich zusammengestelltes Line Up. Was also tun, Karte kaufen und dann, wenn ich merke, dass ich es nicht packe, loswerden, oder versuchen bis Juni nächstes Jahr in Shape zu kommen und dann alles kurzfristig organisieren? Ich denke, das klingt mehr nach mir, am Ende sitze ich dann eh wieder hier vor der Glotze und die KI ist noch besser und "fake it till you make it" geht in eine neue Runde?

7/29/2026

Der Mittwoch war mal mein Ruhetag

Doch das hat sich ja mittlerweile rumgesprochen, echte Ruhetage gibt es für mich nicht mehr, seit es oben Urlaubsvertretungen gibt, dabei mag ich den Paulanergartenjürgen und die Sabbelsusanne eigentlich sehr gern, die haben immer was zu sagen und während Paulanergartenjürgen für jegliche Ausschmückung und alles schon erlebt zu haben ist, ist es die Sabbelsusanne, die einfach nur gerne redet und vieles weiß, jedoch intelligent genug ist, zu sagen, wenn sie etwas nicht weiß.

Genau jene Sabbelsusanne fängt aber eine wirre Diskussion um Schwarzkümmel an, der für sie scheinbar gegen alles hilft, ich solle das doch auch mal versuchen, ich also gegoogelt und ich denke eher nicht liebe Susi, die weiterführenden Informationen von Jürgen konnten mich auch nicht überzeugen, außer davon, dass der Paulanergarten heute wohl etwas länger geöffnet hat.

Nun ja, dann saß da noch son Typ, der seinen Gyrosteller gemampft hat und kein Wort gesagt hat, nur fröhlich vor sich hin gegrinst, als ich kam, ich sehe meinen Bayern-Buddy an und der grinst kopfschüttelnd nach dem Motto, die lassen hier mittlerweile jeden rein, keine Ahnung wer das ist.

Dann werde ich beim Punktieren überrascht, die Waldelfe und die sanfte Bedrohung betreuen mich, nahezu während ich ein Gespräch mit meinem Arzt habe, mein Blutdruck schnellt in die Höhe, weil  ich von der Situation fast überfordert bin, ich meine seit wann habe ich was mit der falschen Borussia aus Gladbach zu tun, wenigstens hat der Doktor mir das Gefühl gegeben, dass man sich jetzt um mich kümmert, auch wenn er nur eine Blutentnahme angefordert hat, bei der ich das dumme Gefühl habe, dass die im Sand verläuft, weil sich nicht weiter gekümmert wird, aber wär doch toll zu wissen, ob es die Mangelerscheinungen sind, die mich derzeit ein wenig am Boden halten. Sein Kommentar zum Kreuzkümmel hätte ich auch gern noch gehört, allerdings denke ich, der wäre dem ähnlich, was ich davon halte, nämlich gar nichts, so ähnlich wie Magnesium, kann man Geld mit verdienen bringt aber nur für die Glaubenden was.

7/25/2026

Nicht die Digitalisierung

Als Kind musste ich für Vieles das Haus verlassen. Kontoauszüge und Geld gab es nur bei der Bank. Fahrkarten am Schalter. Briefe kamen mit der Post. Arzttermine wurden telefonisch vereinbart und wer etwas wissen wollte, ging in die Bibliothek oder fragte jemanden, der sich auskannte (wobei ich das heute noch lieber mache, als ChatGPT im Nachhinein fakechecken zu müssen).
Heute passt all das in die Hosentasche und wir haben alles immer und überall dabei, obwohl wir ja faktisch sowieso nur zuhause sind. Wir behaupten immer, dass die Digitalisierung unseren Alltag vereinfachen würde, dabei leben wir diesbezüglich in einem echt rückständigen Land, in dem Umstellungen auf digitale Abläufe meist anfangs mehr Aufwand bedeuten als vorher. Das liegt zum Teil am Fremdeln einer immer älter werdenden Gesellschaft, an Ängsten, die mehr oder minder begründet sind und vor allem daran, dass man sich nicht die Zeit nimmt, alle mitzunehmen. Jene, die längst digital leben, sind soweit vorn, dass ihnen die ungelenken Versuche von Boomern oder noch älteren Generation wie cringen vorkommt und sie diese als verloren sehen und jene, die lernen wollen bekommen oft nicht die Zeit sich langsam umzustellen, weil der Fortschritt zu schnell voran schreitet. Da klafft echt eine Lücke. Das erklärt dann auch so wilde Aussagen, wie jene, dass Digitalisierung die Menschheit in den Untergang stürzt und beängstigend ist. Was würden solche Menschen denken, wenn sie wüssten, dass jemand unter ihnen tagtäglich damit zu tun hat, weil es sein Leben erleichtert und ihm die Möglichkeit gibt, ein halbwegs "normales" Leben zu leben und trotz der Kritik, die er selbst an vielen Dingen hat, eine Möglichkeit gefunden hat, mit der Zeit zu gehen?

Und dann präzisieren wir das mal, die elektronische Patientenakte, generell eine großartige Idee, wenn sie denn funktionieren würde. Ein Arzt, der keine Ahnung über meine Grunderkrankung hat, der nicht einmal weiß, warum bei mir kürzlich extra noch einmal Blut abgenommen wurde hat meine elektronische Patientenakte vorliegen, aber kann mir nicht helfen, weil er sie nicht liest, weil dafür keine Zeit ist? Ist das die Erklärung, warum er mir nicht sagen kann, warum diese Extra-Blutentnahme stattfand, was die Laborwerte für mich bedeuten, weil ein anderer Arzt sie angewiesen hat, ist er nicht zuständig? Das hat absolut nichts mit Digitalisierung oder einer holprig anlaufenden E-Akte zu tun, das ist einfach nur Unfähigkeit in der Kernkompetenz. Das musste mal am Rande raus. Meine E-Akte müsste so wie der fette Ordner, den ich hier zu meiner Gesundheit habe zurückgehen bis ins Jahr 1990 und meinen kompletten medizinischen Werdegang erklären und das immer wieder aufkommende Unverständnis meiner Person gegenüber komplett erklären, trotzdem muss ich meiner behandelnden Ärztin erklären, dass es mich triggert, wenn Leute über ihre tollen Transplantationsträume sprechen. Da wird mir dann vorgeworfen, dass ich mich nicht für andere freuen kann, eine solche Aussage bringt mich nahezu zum Kochen, es ist einfach nur eine Frechheit und ein deutliches Signal für mich, dass man sich noch nie wirklich mit mir beschäftigt hat als Patient und/oder auch als Mensch. Und das ist wirklich sehr enttäuschend.

Also so viel wir auch in Digitalisierung investieren, sollten wir doch vor Allem in das Personal investieren, dass versteht, dass es nicht reicht die Daten und den Zugriff auf alle Informationen zu haben, wir brauchen vor Allem die Menschen mit der Fähigkeit das auch zu nutzen und zu verstehen. Das hat wenig mit Intelligenz sondern viel mehr mit Empathie zu tun. Und die vermisse ich leider gerade bei den höheren Graden der Medizin immer mehr. In diesem Sinne...

7/15/2026

Danke bedeutet so viel mehr

Es gibt zwei Dinge, die mein Leben lebenswert machen, die eine ist jene, die mich am Leben erhält, meine Therapie, die Behandlungen, das Blut und ich bin dankbar, in einer Zeit leben zu dürfen, wo diese Möglichkeit besteht und mir genug Zeit schenkt, um die andere Sache zu genießen.

Die wundervollen Wesen, die ich in meiner Zeit hier kennenlernen darf, es gibt da diese faszinierende blaue Maus, also sie ist nicht wirklich blau, es ist nur ihre Farbe, naja eine Bereicherung für jeden, der sie kennenlernen darf, Lebensfreude, Wortwitz, manchmal etwas drüber, ach ihr wisst schon, eine von denen, die du nicht vergisst. Wenn du sie nicht magst, dann magst du keine Menschen, so jemand.

Und dann gibt es da noch die gütige Herrin des Waldes mit dem riesengroßen Herzen und wisst ihr, ich schwärme stets von diesen Menschen und das Einzige, was ich im direkten Kontakt tun kann, ist Danke sagen, nicht, weil ich nicht mehr tun könnte, sondern, weil es das ist, was am ehrlichsten ausdrückt, was ich fühle. Dankbarkeit ist etwas so Großes, weil es meine ganze Innenwelt in einem Wort zusammenfasst.

Ich bin mir öfters so bewusst, dass ich ohne Hilfe und ohne die lieben Worte, ohne das Flachsen, ohne das Lachen trotz der besten Behandlung einfach nur ein lebender Toter wäre, diese Menschen dort, die sich kümmern, die mich nehmen, wie ich bin, die in jeder Lebenslage da sind, die sind es, die mein Leben um ein Vielfaches lebenswerter machen. Danke, falls das nicht klar geworden ist.

...und wenn es mir danach besser geht als vorher, ist es nicht nur das saubere Blut 🍀

7/01/2026

Urlaub für's Gehirn

Die Dialysetage müssen nicht immer problematisch sein, es kann auch jene geben, die sich anfühlen, wie Urlaub für's Gehirn, immer dann, wenn du merkst, dass du nicht der beknackteste im Raum bist und das meine ich auf die netteste Weise, die man das nur meinen kann. Ein paar Zitate sollten heute reichen: "Ich liebe Koagel", "Wer verrät dir, dass ich die nicht sammel?", "Was denkst du, warum ICH den Müll runter bring?", "Ich bin das Eichhörnchen aus ICE AGE!"

Und spätestens da, hat es mich dann komplett zerrissen, denn DAS bist du sicherlich nicht, dazu noch ein verpeiltes Brötchenmädchen und eine weitere Schwester, die mir erzählen will, dass sie einen ganzen Weihnachtsmarkt essen könnte, außer den Pilzen, so groß wäre der Hunger... Ja ihr habt es richtig vermutet, in Wirklichkeit mache ich gar keine Dialyse mehr sondern dreimal die Woche Nervenheilanstalt Deluxe, nein ich glaube die Wärme hat alle etwas delulu gemacht und ich liebe diese Menschen hier, dafür, dass sie genauso sind, wie sie sind, denn das hilft, danke dafür.

6/05/2026

Manchmal muss es Papier sein

Wenn dir genau in dem Moment die Beruhigungstabletten ausgehen, wenn du sie unbedingt brauchen würdest, deine Gesundheitskarte sich selbst zerstört und du auf die Fähigkeiten deiner Schwestern angewiesen bist, weil du selbst kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehst. naja dann ist es gut, wenn man kompetentes Personal vor sich hat. Danke ihr Lieben!

5/07/2026

Situativer Abschied für eine Weile

Liebe Freunde, Leute, Mitlesende, liebe Schwestern, liebe Lieben, liebe Nordlichter,

leider geht es mir in letzter Zeit noch schlechter, als ich mir das eingestehen werde oder jemals nach außen zeigen werde, ja wahrscheinlich sogar deutlich schlechter als ich wahrscheinlich selbst weiß, denn in all den Jahren war es immer das Gefühl, zu wissen, dass da Liebe ist, die mich aufrecht hält, die mich durchhalten lässt und die mir jeden Morgen neu Leben schenkt. Ich versuche so gut ich kann, dieses Gefühl von Liebe weiterzugeben, auch in dunklen Zeiten, in denen es sich anfühlt, als gäbe es ausnahmslos Widerstände auf meinem Weg, ausnahmslos Schmerz und die Dunkelheit ermächtigt sich meiner Seele. Die Nächte dauern ewig, mein Licht vergeht, die Kälte umarmt mich, die fahlen Augen fahnentreuer Soldaten begegnen mir auf dem Weg an die Front, ich begleite sie ein Stück, leide mit und unter ihnen und schreibe ihre Briefe, gebe ihre Geschichten weiter, ihre Liebe, ihre sterbenden Seelen, weil sie vergaßen, wer sie waren, die Schwestern, die Brüder, die Väter, die Mütter, weil sie vergaßen, wofür sie kämpften, weil sie einst lebten. So wie ich und ich will verdammt sein, wenn ich dieses Ziel aus den Augen verliere, es gibt diese Momente, in denen auch ich schwach bin, so stark der Sturm auch sein mag, auf jeden Regen folgt Sonnenschein, wie endlos sich die Phasen auch anfühlen mögen, Glaube muss stärker als Angst sein. IMMER

Ich werde jetzt mal für eine Weile meine Wunden lecken und meine Seele ein wenig baumeln lassen, man könnte sagen, ich mache Urlaub und Reha oder wie man das so nennt, wenn man sich davon erholt, dass der Körper einem gesagt hat, dass man Pause machen muss, Nervenzusammenbruch, Burn-Out, Kreislaufzusammenbruch, was weiß denn ich, was mit mir los ist, es ist schwieriger in diesem Land zum richtigen Zeitpunkt den passenden Arzt zu erwischen als ach keine als was, es ist scheiße schwer, will mich nicht wieder aufregen. Ich wollt nur sagen, dass ich mal eine Weile kürzertrete und Pause mache, wahrscheinlich lest ihr erstmal länger nix von mir, kann sein, dass ich trotzdem weiter Musik veröffentliche oder hier und da mal eine Statusnachricht raushaue, vielleicht auch auf den anderen Kanälen. Macht euch keine Sorgen um mich, ich bin wie eine Kakerlake, ich komm schon durch. Und wenn ihr mir was Gutes tun wollt, schreibt mir Nachrichten, Briefe, ruft mal an, kommt mal vorbei, ich freu mich bestimmt, auch wenn es sich vielleicht erst nicht so anfühlt. Ich liebe euch alle, das tief in euch drin, das ist es, was uns alle eint, Sternenstaub ihr Lieben.

5/06/2026

I'm broken

Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, ich will nicht sterben, aber ich habe Angst noch einmal so viel in das Leben zu investieren, dass ich mich komplett runderneuere und dann trotzdem sterbe. Ich habe Angst, meine Augen, die Schmerzen, die Kälte, ich habe gelebt, mit geborgter Zeit, so viel Liebe gelebt, ich will nicht sterben, "helft mir Obi-Wan Kenobi, ihr seid meine letzte Hoffnung", wie fange ich an, wer hilft mir, wer nimmt mich an die Hand? Ich kann's nicht mehr alleine grad!

5/05/2026

WIR SIND MENSCHEN!!!

"Wir befolgen nur die Befehle,da kannst du sagen, was du willst!"

Nun ja, tolle Berufsauffassung für jemanden, der mit Menschen arbeitet und nicht in der Metzgerei. Ich bin so good faith mit ihr, seid so vielen Jahren suche ich immer wieder nach dem Guten in ihr, rede mir ein, dass wir doch gar nicht so unterschiedlich sind, dass sie einen schlechten Tag hat, mal ne Phase, vielleicht irgendwas unverarbeitetets, das raus muss, vielleicht irgendein Trauma, vielleicht zu wenig Liebe im Leben und ich frage freundlich wie das Wochenende ist und als würde ich in einer Horrorshow landen, drehen sich die Augen nach hinten und fast noch lachend verschwinde ich als Mensch und die Strickleiter übernimmt, "oh da kommt gar kein Blut..."

Ja wie kommt sowas bloß, Schmerzen bilde ich mir ja auch nur ein, wie kann jemand, der mir noch zustimmt, dass ich hypersensibel bin (vielleicht sollte man das auch mal in nem medizinischen Wörterbuch nachschlagen, was das wohl bedeutet), dann so ignorant sein und einfach weitermachen, als ich sah, das ein Schlauch offen war und der andere gar nicht mehr verbunden dachte ich für einen Moment, das war's. Der Begriff Re-Traumatisierung kommt mir in den Sinn. Woche für Woche nehme ich eine Beruhigungstablette, um nicht in solche Situationen zu geraten, um nicht irgendwann einen Schlaganfall zu bekommen, weil der Schmerz, die Angst, die Überforderung mit der Situation mich nicht in einen Bereich der Aufregung bringt, der lebensbedrohlich sein könnte. 180er Blutdruck, das schaffen nur noch Wenige und damit wird dann auch noch die Akte frisiert als Startblutdruck, der 5 Minuten später schon bei 140 ist und sich dann bei 120 einpendelt. Welchen Wert hat eine Akte, die auf psychologischen Extrembedingungen fußt?

Wer gibt denn solche Befehle? Wieso machen einzelne Menschen aus einer Oase der Friedlichkeit, aus einem der wenigen Orte, die Ich als Safespaces betrachte daraus ein Gulag (natürlich übertreibe ich) und ein weiteres Problem in einem derzeit sowieso schon teilweise untragbaren Leben für mich? Der einzige Vorteil ist, dass es Patientenrechte gibt und die nicht bloß so eine Idee sind.

Wenn ihr diese speziellen Dinge tun wollt, dann lasst es doch bitte Leute machen, die es können und wenn der Patient ruhig erklärt, dass er das nicht will von Schwäche spricht, komplett verunsichert und ängstlich ist und sich immer noch in Rekonvaleszenz befindet dann ist vielleicht nicht der Feldmarshall gefragt sondern die sanfte Seele, die sich in den Patienten hineinversetzt und ihm gut zuredet anstatt ihn für seine Unzulänglichkeit noch bestrafen will, weil sie immer noch der Meinung ist, dass Härte einen Menschen nicht brechen kann, sondern ihn stärker macht. Manchmal ist Feinheit die Kristall entstehen lässt

Ich bin kein Stück Fleisch und ich bin nicht bereit mich wie eines behandeln zu lassen und auch wenn du meine Ansichten, Lebensweise oder was auch immer dich an mir stört nicht magst, ich bin ein menschliches Wesen und habe die gleichen Rechte auf Unversehrtheit, wie jeder andere und ich kann nur zwei Dinge auf dieser Welt nicht akzeptieren. Eine davon sind vorsetzliche Lügen und die andere ist Ungerechtigkeit gegenüber Mensch und Tier oder der Natur selbst. "Dies ist eine Warnung, versuchen sie das nicht noch mal! Weiter, zum nächsten Punkt auf der der Tagesordnung."

Fast in den Hintergrund gerade ist der Electric-Lady Day, wo mal wieder die nette Frau mit der Messung von Wasser, Fett und Muskelgewebe kurz vor Dialyseschluss ihre Elekroden an Arm und Bein gepackt hat. Ich mag sie, sie ist eine nette Frau, die jedes Jahr einmal reinschneit, die Werte nimmt und dann wieder weg ist, fast wie ein wohliger Blitz Anfang Mai. Genauso in den Hintergrund gerät die gute und wichtige Arbeit der überwältigenden Mehrheit des Personals, das alles tut, damit es ihren Schutzbefohlen für die Zeit, in der wir auf sie angewiesen sind, gut geht und die einen Spruch wie: "Wenn das in ner Stunde nicht mehr klappt, nicht mein Problem, da habe ich Feierabend" niemals unironisch zu einem Patienten sagen würden.

4/25/2026

Heulen bei Zarella

Ey, ihr könnt mir über deutsche Fernsehunterhaltung erzählen, was ihr wollt, darüber, dass lineares Fernsehen so alt ist, wie die Acts auf der Bühne und das dieser ganze Schlagerblödsinn komplett labubu ist und unecht und ach fuck am Ende singen wir alle die Scheiße mit und kriegen gute Laune, ich heule, weil ich einen 80jährigen auf der Bühne sehe, der alles das lebt und genau deswegen 80 Jahre alt ist. Ich heule, weil ich mich erinnere, an die Zeit, als ich jung war, an die Zeit, als ich jedes Wochenende geliebt habe, jedes Wochenende gefühlt habe, jedes Wochenende gelebt habe, als würde es das heute niemals geben. Ich muss hier einfach mal grad ein wenig Liebe ausspeichern, denn ich bin so dankbar, dass es langsam wieder bergauf geht und ich Tränen der Freude an die Stelle jener der Verzweiflung setzen darf. Und warum nicht einfach mal einen Abend Party Pur und Aussteigen aus dem, was unsere Welt derzeit so finster macht. Ich gönne, weil ich es verdiene! LIEBE GEHT RAUS! Danke!

4/23/2026

Einer der ganz oben ist

Was sind wir nur für Gläubige, wir verallmächtigen den Allerheiligsten, weil wir uns nicht eingestehen können, dass wir eigentlich nichts zu geben bereit sind, außer mal in seinem Namen, wenn es andre sehen und die restliche Zeit verlangen und erbeten wir seine Liebe, alles, was wir brauchen, wenn es uns grad schlecht geht und vergessen dabei völlig, dass es ohne Ihn kein Wir gibt und ohne uns eben auch kein Ihn. Klingt blasphemisch ist aber eher eine logische Überlegung von Ursache und Wirkung, hätte Gott den Menschen nicht geschaffen könnte der nicht an ihn glauben und würde der Mensch nicht an ihn glauben, naja dann hätte er ihn gar nicht erschaffen können, richtig?

Auf der Basis dieses Gedankens sollten wir uns alle mal hinterfragen, ob unsere ganzen Lobpreisungen und Gesänge und Flehungen nicht eigentlich bloß unserem Selbstzweck dienen. Hilf mir hier, hilf mir da, gib mir dies, gib mir das, lass mich dies, lass mich das und dann wieder gib mir Kraft und Liebe trallala, damit ich dir folgen kann in eine komplett unklare Zukunft, in die ich auch alleine gehen würde und in der ich auch alleine bin.

Wenn man mit Menschen spricht, die Nahetoderlebnisse hatten, dann fällt auf, dass sie nicht wirklich erlebtes erzählen, sondern eine lyrisch ausgeschmückte Version davon, mit Licht und Signalfarben, tiefen inneren Ansichten, Sehnsüchten und irgendwelchen Gründen, warum sie das jetzt erzählen können. Ich fand es äußerst spannend, eine solche Geschichte vor kurzem von jemandem zu hören, der keinerlei religiöse Vorbildung hatte und die Geschichte klang genauso wie die von denen, die eine solche haben und im Kern auch wie meine eigene, geprägt von der tiefen Sehnsucht geliebte Menschen wieder zu sehen, die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in Reichweite sind.

Ich verliere langsam, aber sicher mein Augenlicht, das ist unangenehm und für mich als Filmfan wirklich wie eine Strafe, aber ist es ein fairer Tausch dem Leben gegenüber, ein hundertprozentiges Ja, klar ist das ein Verlust von Selbstständigkeit und auch davon die Welt selbst wahr zu nehmen, ich liebe sie einfach und das wird immer so sein, Statement!

4/02/2026

Thüringer Klöße sind nicht von Rammstein

Auch wenn man es vermuten könnte, Thüringer Klöße ist ein Song, der sehr Rammstein-esk daherkommt, allerdings von Nebelhaus ist und zumindest so wie ich es wahrnehme das Äquivalent zu Dicke Titten, welches tatsächlich von Rammstein ist, sein soll. Wie komme ich da jetzt drauf, ich arbeite derzeit viel am Backlog und irgendwie passt Industrial-Metal oder Neue Deutsche Härte ganz gut dazu, um es im Hintergrund zu bangen. Ich überlege derzeit wie viel man eigentlich auf ein Triggerwarnungsschild schreiben kann, bevor es zu Satire wird, allerdings war ich früher halt eine laufende Red-Flag und mit jedem Post, den ich relaunche kommen neue Trigger dazu, ich fürchte das ist auch normal bei jungen Erwachsenen, immerhin passieren da viele Dinge zum ersten Mal und wenn man dann noch depressiv ist, eine vermeintlich tödliche Krankheit mit sich rumträgt (wobei jede Krankheit tödlich ist, so sie Leben heißt) und einfach lost ist, don't blame my younger Me.

Für mich ist es fast so, als würde ich die Tagebucheinträge von einem anderen Menschen lesen, die ich total gut nachfühlen kann, welche ich aber so ganz und gar nicht mit mir Selbst zusammenbringen kann. Die einzigen Konstanten und Parallelen zu mir sind oft die Personen... ASCHE!

4/01/2026

"Life is a mystery... and it feels like home"

Lachen ist coping, zumindest ist es eine ganz gute Strategie, wenn man sich keine direkte Konfrontation mit einem nahezu diametralen Menschen schaffen will. Von außen kann man sie auch unironisch lustig finden, wenn man das Leben und vor allem sich selbst nicht so ernst nimmt. Manchmal muss man auch copen um ihren Irrsinn nicht zu verfallen, wenn die Beseelte gettin' jiggi with it geht und du dir einfach nur wünscht, dass der Regen lauter rauscht. Naja, und bevor es hier zu einem First Contender's Match kommt, wo Karneval auf Carne-Val trifft, lasse ich doch mal ein Bild sprechen. Was sagt es eigentlich über mich aus, dass ich dieses Szenario als Safespace betrachte?