Ich erzähle euch nichts Neues, wenn ich euch mitteile, dass ich damals wie heute ein echter Blümchen Fan bin und erst vor Kurzem habe ich dann festgestellt, dass sie grüne Augen hat, nun ja, das brachte mich dann auf die Idee zu einem Song, das führte zu einem Album, der wie eine Hommage an eine Zeit wirkt, die ich vor dem Radion verbracht habe und Kindertechno auf Kassette aufnahm, mir Choreos mit einer damaligen Freundin ausdachte, dazu kamen dann Gedanken an Falco, das großartige, die Erinnerung an "Darkside of my dreams" von den Nightcrawlers, das ich schon immer geliebt habe, weil es diesen Inverted Drop und das Lachen drin hat und diese ganz besondere Stimmung, die wollte ich auch haben auf dem Album, im Grunde erzähle ich ja Geschichten mit meiner Musik und im Endeffekt soll die Geschichte einerseits die fröhliche Diskonacht sein, wie wir sie aus unseren jungen Jahren kenne, meine dunkle Seite wollte aber auch ein wenig auf die Gefahren hinweisen und hat daher Daisy mit ins Spiel gebracht, naja und so entsponn sich dann eben die ganze Geschichte, dazwischen noch eine sehr juvenile Trennung und jede Menge Dankbarkeit. Ich denke es ist für jeden was dabei, da es aber noch ne Woche hin ist, bis ihr das Teil hören könnt, gebe ich euch schon einmal die Tracklist vorab, auch wenn ihr damit wohl noch nicht so viel anfangen könnt, lässt es ja schon auf das Frontcover schließen. In diesem Sinne...
9/18/2026
9/14/2026
Warum Tagesaktuelles schwieriger ist (Immortal Pt. III)
Aktuelle Ereignisse sind dagegen gefährlicher Stoff. Ein Song über eine bestimmte politische Affäre, ein Prominentenskandal oder einen kurzfristigen Trend kann bei Veröffentlichung ungeheuer relevant wirken und zehn Jahre später eine Fußnote benötigen. Aber auch hier gibt es eine wichtige Ausnahme: Das Tagesaktuelle kann unsterblich werden, wenn das konkrete Ereignis stellvertretend für etwas Allgemeineres steht. Ein Antikriegslied über einen bestimmten Krieg kann weiterleben, wenn es letztlich von Macht, Verlust und der Absurdität des Krieges handelt. Ein Protestlied über ein konkretes Unrecht kann Jahrzehnte später noch wirken, wenn spätere Generationen darin Mechanismen erkennen, die sie aus ihrer eigenen Gegenwart kennen. Dann wird Geschichte zur Parabel.
Das bedeutet: Nicht Aktualität ist das Problem, sondern Abhängigkeit vom Kontext.
Ein Lied, dessen Pointe nur funktioniert, wenn man einen bestimmten Politiker, Meme-Trend oder Nachrichtenskandal aus einem bestimmten Monat kennt, besitzt ein eingebautes Verfallsdatum. Ein Lied dagegen, das dieses Ereignis benutzt, um über Korruption, Fanatismus, Gier oder menschliche Selbsttäuschung zu sprechen, kann den Anlass überleben. Gerade Satire muss deshalb eine zweite Ebene besitzen. Das konkrete Ziel darf verschwinden, während der Mechanismus dahinter verständlich bleibt. Ein Song über einen protzigen Influencer kann schnell altern. Ein Song über Menschen, die Reichtum vortäuschen, um gesellschaftliche Anerkennung zu bekommen, erzählt dagegen eine jahrtausendealte Geschichte. Schon antike Gesellschaften kannten Statussymbole. Heute ist es vielleicht der geleaste Supersportwagen; morgen ist es etwas anderes. Die Fassade bleibt.
9/13/2026
Das Ewige im Vergänglichen (Immortal Pt. II)
Liebe und Tod besitzen in der Musik einen besonderen Status, weil sie zwei Grenzerfahrungen darstellen. In der Liebe scheint das eigene Leben plötzlich größer als man selbst zu werden; im Tod wird seine Begrenztheit sichtbar. Zwischen beiden Polen liegt beinahe die gesamte Popgeschichte.
Das traditionelle Volkslied erzählt davon ebenso wie der Blues. Gospel beschäftigt sich mit Tod, Erlösung und Hoffnung. Country entwickelte daraus Geschichten über Verlust, Heimat und Erinnerung. Der Rock’n’Roll machte zunächst Körperlichkeit, Jugend und Begehren zum Ereignis. Später verwandelte Rock diese Themen in Identitätsfragen: Wer bin ich? Wem gehöre ich? Muss ich so leben wie meine Eltern? Der Punk beantwortete dieselben Fragen mit Wut und Ablehnung, Gothic Rock mit Melancholie und Todesfaszination, Metal mit Mythologie, Gewalt, Macht und existenzieller Größe. Hip-Hop wiederum machte Identität, gesellschaftliche Stellung, Herkunft, Erfolg und Überleben zu zentralen Themen. Unterschiedliche Genres verändern also weniger die fundamentalen menschlichen Fragen als die Sprache, in der diese Fragen gestellt werden.
Ein Bluesmusiker kann über Verlassenwerden singen, ein Emo-Sänger ebenfalls. Der eine verwendet vielleicht zwölf Takte, eine raue Stimme und eine verstimmte Gitarre, der andere verzerrte Powerchords und einen explosiven Refrain. Inhaltlich stehen beide möglicherweise am gleichen Punkt: Jemand ist gegangen, und der Zurückgelassene weiß nicht, wohin mit sich.
Genres altern deshalb häufig schneller als Gefühle.
Ein bestimmter Drumcomputer kann sofort nach 1985 klingen. Ein Gitarrensound kann unverkennbar 1998 sein. Autotune, Dubstep-Bässe oder bestimmte Trap-Hi-Hats können eine Epoche markieren. Doch das ist nicht zwangsläufig ein Nachteil. Sobald genügend Zeit vergangen ist, verwandelt sich ein zunächst „veralteter“ Klang in eine ästhetische Signatur seiner Zeit. Was gestern altmodisch war, kann morgen Vintage sein. Die Produktion altert; die Emotion kann bestehen bleiben.
Darum überleben manche Songs sogar ihre Genres. Menschen müssen nicht mehr Teil der ursprünglichen Jugendkultur sein, um ihre Musik zu verstehen. Man muss nicht in den siebziger Jahren gelebt haben, um die Kraft von Hard Rock zu begreifen, nicht in den Achtzigern, um Dark Wave als melancholisch zu empfinden, und nicht in den Neunzigern, um einen guten Punkrefrain mitzubrüllen.
9/12/2026
Was macht Musik unsterblich? (Immortal Pt. I)
Musik ist wahrscheinlich die Kunstform, bei der wir am selbstverständlichsten von „Unsterblichkeit“ sprechen. Ein Gemälde kann Jahrhunderte überdauern, ein Roman Generationen überleben, doch bei Musik geschieht etwas Eigenartiges: Ein Lied, das fünfzig oder hundert Jahre alt ist, kann für einen Menschen, der gerade zum ersten Mal verliebt ist, plötzlich vollkommen gegenwärtig werden. Es wird nicht lediglich als historisches Dokument wahrgenommen. Für drei Minuten ist es wieder neu. Genau darin liegt vielleicht der entscheidende Unterschied zwischen Musik, die bloß alt wird, und Musik, die zeitlos werden kann.
Die naheliegende Erklärung lautet: Zeitlose Musik beschäftigt sich mit zeitlosen Themen. Liebe und Tod sind dafür die offensichtlichsten Beispiele. Menschen haben sich verliebt, lange bevor jemand eine Gitarre an einen Verstärker anschloss, und sie werden vermutlich noch Liebeskummer haben, wenn die heute verwendeten Musikformate längst vergessen sind. Geburt, Verlust, Begehren, Eifersucht, Einsamkeit, Freundschaft, Angst, Hoffnung und die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens verändern ihre gesellschaftlichen Erscheinungsformen, aber kaum ihren emotionalen Kern. Ein Liebeslied aus dem Jahr 1965 kann deshalb einem Jugendlichen im Jahr 2065 näher sein als ein Song aus seiner eigenen Zeit, der sich ausschließlich auf einen längst vergessenen Internettrend bezieht.
Nicht das allgemeine Thema allein macht ein Lied unsterblich. Entscheidend ist, ob ein konkretes Erlebnis so erzählt wird, dass spätere Menschen sich darin wiedererkennen können. Ein Text wie „Ich vermisse dich“ ist universell, aber noch kein großer Song. Interessant wird er erst dort, wo das Allgemeine eine konkrete Form erhält: ein leeres Bett, ein vergessenes Glas auf dem Tisch, ein Telefon, das nicht mehr klingelt, ein Fahrrad, das vor einer Kneipe steht. Paradoxerweise entsteht Zeitlosigkeit häufig gerade aus solchen Details. Das konkrete Bild gehört einer bestimmten Person und einem bestimmten Augenblick; das Gefühl dahinter gehört allen.
Musik lässt mich Liebe spüren
Kennt ihr das Gefühl, wenn die Musik grad so geil ist, dass ihr alle ähnlichen Lieder gleichzeitig hören wollt und eure Playlist viel zu langsam ist, ihr euch an so viel erinnert und die Best of the best, die ihr habt noch detaillierter werden sollte und plötzlich auch schon wieder 150 Titel hat und euch gleichzeitig klar wird, dass ihr niemals die eine Million Scrobbels auf last.fm knackt, bevor euch das Leben knackt?
Und bei allem denke ich an die wunderschönen Gesichter, die großartigen Menschen, die Frauen, die Freunde, ja auch Familie, die auf diesen Wegen verloren gingen. Musik ist meine absolute Zeitmaschine des Geistes. Wenn wir wirklich in einer Simulation leben, dann ist Musik der Glitch, das Wurmloch, das Tor dorthin, wo ich glücklich war, wo ich traurig war, wo alle Gefühle intakt sind, wo die Welt für dreieinhalb Minuten so ist, wie ich sie mal gespürt habe.
In diesem Zustand fällt es mir leicht, Songs zu schreiben, die Worte zu finden, das lyrische Ich zu fühlen, ich glaube so ungefähr muss sich für die Aborigines die Traumzeit anfühlen. Was ich den Menschen außerhalb dieses Erlebens sagen kann, ist: Danke! LIEBE GEHT RAUS! Es tut mir nur leid, dass die wahre Tiefe dieser Worte vermutlich niemals so stark sein wird, wie in der Erinnerung, seid versichert ich liebe euch und werde es immer tun.
9/05/2026
Kalte Gedanken
Manchmal stehe ich mitten in der Nacht auf und träume vor mich hin, heute Nacht habe ich stattdessen Dan Brown's The Lost Symbol geguckt und muss sagen, ein klassischer Langdon, fängt interessant an, spitzt sich zu, immer neue Fragen und dann wirds quatschig und bleibt dann leider auch so und flacht von Folge zu Folge weiter ab, Pulver verschossen und läuft dann nur noch langsam aus, sehr schade, hatte wirklich Potential, zumal man wirklich wertig produziert hat.
Naja und seitdem versinke ich so ein wenig in Gedanken, Kälte und Schmerzen, ich verstehe das nicht mehr, warum kann es denn nicht noch ein paar Wochen wenigstens warm bleiben, gestern war so ein Todeswaschküchentag und heute fühlt es sich bitterkalt an, wenn man nicht das Glück hat in der Sonne zu stehen und so verbleibe ich in Gedanken an einen Sommer, der erst viel zu heiß begann, sich dann Achterbahn verhielt, die Temperaturen komplett zurücknahm und selbst jetzt schon deutlich mehr Herbst ist, als ich das ab kann. Internet funktioniert auch nur so semi, allerdings gibt es bei Suno eine großartige Neuerung, die Downloadbegrenzung auf 20 Titel im Monat für Pros, ich meine im Ernst, wann endet dieser Satz endlich? Ich schreibe vielleicht an manchen Tagen 10 Songs oder so, aber niemals produziere ich im Monat ganze 20 downloadbare Songs, den will ich sehen, der das macht und dabei nicht bloß KI-Slop herstellt. Am Anfang habe ich gedacht, das klingt sehr nach künstlicher Verknappung, aber es stimmt komplett, wenn wir wollen, dass das Ding ein ernstes Werkzeug ist, dann probiert euch auf der Plattform aus, promptet Blödsinn und hat raus, das ist witzig und kann zu dem ein oder anderen "Hallo" führen, die Community ist generell nach meinem bisherigen Erleben sehr erfrischen untoxisch und man hilft sich, wo man kann, wie eine Art Künstlerforum für Leute mit Ideen. So viel Kreativität, mit kalten Händen ist ne Tastatur fast ein Folterwerkzeug, wie soll das erst im Winter werden?
Ich hatte es die Tage glaube ich schon angekündigt, dass ich meine VÖ-Frequenz ein wenig runterschraube ab nächstes Jahr wahrscheinlich, dann dürften alle Sachen, die ich erstmal sagen wollte und von denen ich meine, dass die Welt sie hören müsste draußen sein. Ehrlich gesagt überlege ich auch, ob ich den Rest des Monats wieder mehr im Backlog arbeite und hier dann etwas weniger rauskommt, ach ich weiß es nicht...
9/01/2026
Irgendwas mit 7! - 5040 und ein Septem-Bär
Da steckt enorm viel Material drin: Sieben Weltwunder, sieben Todsünden, sieben Tugenden, sieben Zwerge, sieben Geißlein, sieben Raben, Siebenmeilenstiefel, das tapfere Schneiderlein mit „Sieben auf einen Streich“, das verflixte siebte Jahr, sieben Tage, traditionell sieben Regenbogenfarben, sieben Stammtöne, der siebte Himmel, die sieben Hügel Roms, die sieben Weltmeere und die klassische Glückszahl 7.
Viele Menschen sind für mich ein Buch mit sieben Siegeln, ich habe immer gedacht, dass es dabei um geheimnisvolle Personen sind, die ich nicht verstehen kann, weil ich mich nicht genug Mühe, die Siegel zu brechen, das Ding ist, vielleicht sind das auch absolute Untergangsmenschen, denn wenn die sieben Siegel gebrochen sind, ist eh Feierabend. Ach Leute und ich kann mir auch keinen Septem-Bär vorstellen, viel eher einen Septum-Bär, seht ihr dann gleich...
Und da ich ja irgendwie auch so ein Musik-Fetischist bin, habe ich mal ein wenig gesucht und weil ich Vierzehn zu albern fand und 777 der Titel eines Allister Crowley Buchs ist, sind es 28 geworden, vier Kapitel, musikalisches Pottpüree, macht den Spaß gerne mit und schreibt mir gerne, was ihr mit der Sieben verbindet, könnte mir durchaus vorstellen dem mehr als ein paar Denkanstöße zu widmen.
Glamoröses Cabaret
Heute Morgen hat es mich irgendwie erwischt, nachdem ich ein paar enttäuschende Künstlerdiscografien angefangen habe, landete ich in den frühen Morgenstunden bei Amanda Lear und oh my, was ist das denn für eine Schatztruhe, irgendwo zwischen, ich hatte ein paar Drinks zu viel und ein paar zu wenig ist das (gibt es ein Wort zwischen Trash und Glamour - Tramour vielleicht?) so faszinierend, nicht nur die Stimme auch die Arrangements, die musikalische Reise, von Cabaret über Disko, Rock, Pop ist alles dabei.
Wenn es möglicherweise irgendwann eine zweite Runde der "Women of my world" gibt, steht sie auf jeden Fall auf der Liste, da muss ich 40 Jahre alt werden, um richtig in ihre Musik einzutauchen, ja also mein wow hat sie auf jeden Fall.
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| KI-Bild aus meinen Gedanken |
8/28/2026
There's no business...
like Showbusiness.
Ich war gestern abend unglaublich in Stimmung und habe satte 5 Songs geschrieben für das neue Broken Hair Album. Als Inspirationsquelle diente mir neben dem wohl zweitbesten Coming of Age Film aller Zeiten "Detroit Rock City" (der erste Platz ist unumstritten vergeben an "Can't hardly wait") der experimentelle Konzertfilm "Rite here - Rite now", von Ghost gewesen, die Entertainment einfach durchgespielt haben. Ich war schon ein riesiger Fan ihrer Musik und der ganzen Show, doch gestern Abend hatte ich das Gefühl ich habe es verstanden, was für eine wunderbare Vermischung von gesellschaftlich geächteten Motiven, um sich versteckt hinter all dem einen Motivationslobpreis anzusehen.
Super spannend, dass ich generell von solcher Musik angezogen werde, die kritisch ist, hinterfragt und ganz klar trennt in Bühnenidentität(en) und persönliche Meinung und dazu religiöse und mythische Verblendung nutzt um einen Spiegel denen vorzuhalten, die es eh nicht verstehen werden, während alle anderen eine richtig motivierende Party haben, nur weil ich es jetzt schon angekratzt habe, "Die Apokalyptischen Reiter"; "Subway To Sally"; "Powerwolf"; ja gar "Unheilig" gehörte früher in diese Kategorie, früher "Alice Cooper"; "KISS"; "King Diamond", ich denke ich könnte so weiter machen, doch "Ghost" sind schon noch mal einen drüber.
Generell möchte ich hier warnen, Kunst als das wahrzunehmen, wie es wirkt und sich nicht mehr damit beschäftigen, denn dann könnte man schließlich auch die Welt in Schwarz-Weiß anmalen und wer schon mal gelebt hat, der weiß, das ist nicht die Welt da draußen, denn die ist bunt und facettenreicher als das Auge einer Fliege. Ich jedenfalls bin wirklich dankbar, diesem Erlebnis beigewohnt zu haben und einmal mehr die Faszination von Sender-Empfänger Modellen zu verstehen. Wir sind einfach alle so sehr Teil vom Ganzen, das ist schon crazy.
7/13/2026
Sci-Fi in my head
In meinem Kopf geht der Punk ab, das ist ja mittlerweile wohl jedem bekannt, was er mir jedoch heute wieder ausgeworfen hat, grenzt an, weiß ich auch nicht, jedenfalls weit entfernt von dem Wissensfürst, der ich gern wäre. Ich lese irgendwo, dass der letzte Mensch gestorben ist, der von einer eisernen Lunge am Leben gehalten wurde, was dann für mich eine Recherche getriggert hat und ich über Polio einiges gelernt habe, was mir beängstigend bekannt vorkam, als hätte ich es schon einmal eindringlich gelernt oder so, dann wollte ich "Fear of the dark" hören, Iron Maiden für die unwissenden und dann begegne ich heute noch einem der zauberhaftesten Menschen, die ich überhaupt je kennengelernt habe, das Ergebnis ist diese KI-Dystopie:
7/03/2026
Wieviele Nullen braucht ein Anruf?
Stellt euch mal vor, ihr "müsst" einer jungen Frau dabei zusehen, wie sie einen Anruf auf Wohnungssuche während ihrer Arbeitszeit auf offener Bühne vollführen muss. Ich finde an diesem Bild stimmt einfach echt wenig, nicht nur, dass sie sich nicht einfach zurückzieht, noch dazu machen sich Besucher und Personal quasi über sie lustig, weil sie nicht weiß, wie man rauswählt, also mir persönlich wäre das so unglaublich peinlich, ich ziehe meine Cap davor, wie sie es trotzdem durchgezogen hat.
Übrigens: Erdgeschoss ist vielleicht blöd, allerdings ist das Leben auch kein Wunschkonzert und "Baby i can fix it" - Coldplay ist ja eigentlich auch ein großartiger Bandname, oder? Aber Mädchen, warum kriegst du das nicht klar mit dem Rauswählen +43 ist Osterreich, Wenn du die 0 Vorwählen musst, dann brauchst du zwei Nullen 0043, wenn du von hier anrufst. Wenn dich deine Vorgesetzten dann noch verarschen, dass du drei Nullen brauchst für das Telefonat fühlt sich das an, wie Bumerang werfen, ich konnte mir dann leider nicht verkneifen, die vierte Null hinzufügen, falls der Angerufene Audi fährt, das tut mir leid... und btw, ich glaube die Nullen waren wir, die wir dabei waren. In diesem Sinne...
Erklärung von Gemini!
Die Zusammensetzung der Nummer sieht wie folgt aus:
Die 1. Null (Amtsholung): Bringt Sie aus dem internen Telefonnetz Ihrer Firma auf die normale Amtsleitung.
Die 2. Null (Internationale Vorwahl): Leitet das Gespräch ins Ausland weiter.
Die 43 (Ländercode): Ist der Ländercode für Österreich.
Die Orts- oder Mobilfunkvorwahl: Ohne die führende Null.
0 (Amtsholung) + 043 (Ländervorwahl) + Vorwahl ohne Null + Rufnummer- Beispiel Wien: Aus der Wiener Nummer
01 123456wird im Büro:00431 123456. - Beispiel Mobilfunk: Aus der Handynummer
0664 123456wird im Büro:0043664 123456.
7/01/2026
Urlaub für's Gehirn
Die Dialysetage müssen nicht immer problematisch sein, es kann auch jene geben, die sich anfühlen, wie Urlaub für's Gehirn, immer dann, wenn du merkst, dass du nicht der beknackteste im Raum bist und das meine ich auf die netteste Weise, die man das nur meinen kann. Ein paar Zitate sollten heute reichen: "Ich liebe Koagel", "Wer verrät dir, dass ich die nicht sammel?", "Was denkst du, warum ICH den Müll runter bring?", "Ich bin das Eichhörnchen aus ICE AGE!"
Und spätestens da, hat es mich dann komplett zerrissen, denn DAS bist du sicherlich nicht, dazu noch ein verpeiltes Brötchenmädchen und eine weitere Schwester, die mir erzählen will, dass sie einen ganzen Weihnachtsmarkt essen könnte, außer den Pilzen, so groß wäre der Hunger... Ja ihr habt es richtig vermutet, in Wirklichkeit mache ich gar keine Dialyse mehr sondern dreimal die Woche Nervenheilanstalt Deluxe, nein ich glaube die Wärme hat alle etwas delulu gemacht und ich liebe diese Menschen hier, dafür, dass sie genauso sind, wie sie sind, denn das hilft, danke dafür.
6/29/2026
Komm mal runter, Dude
Ich sag, ich kann das rumgammeln nicht mehr und du sagst du findest es gut, liegst aber gar nicht wie ich nur rum oder läufst auf der Flucht vor der Hitze herum weil PC nicht geht bei der Hitze, Musikhören nicht geht weiter aufheizt, alles weiter aufheizt, der gnädige Herr lässt sich nen Laptop liefern in das Bett einer Wohnung wo er zu Gast ist. Nur eine von so vielen Dingen, diese Hitze macht einen fertig ja aber bei dir ist so viel davon in deinem Kopf weil du Angst hast, ich weiß wie das ist aber du kannst nicht dein gesamtes Umfeld dafür verantwortlich machen, dass du dich nicht stellen willst und nach seinem Gastgeber die extra bei 49 Grad im Auto ne Edelluftmatratze kaufen, damit du es einigermaßen gemütlich hast, ne Flasche werfen, hinterfrag dich mal, wer hier eigentlich wem ein bisschen Dankbarkeit schuldet.
Ich liebe dich, ich weiß, dass du grad nicht du selbst bist, aber vergiss doch bitte nicht, wer deine Freunde sind, danke dem Herrn, du weißt schon… In diesem Sinne!
6/26/2026
Down There
36 Grad, da geht's in den ersten Stock, ich hatte es befürchtet, es ist als würde man direkt in den Ameisenhaufen geworfen, ein Gewusel und wirres Treiben, eine gewisse Aggression liegt in der Luft, Dissenz herrscht und mit jedem Atemzug nimmt man etwas davon in sich auf und dann die Überraschung, ich leige den Nachmittag allein, ja wow und danke. Ich konnte auf Zimmerlautstärke meine Musik hören und niemand störte mich beim Saften, naja zumindest die meiste Zeit nicht und hey, das ist schon mehr, als ich von diesem Nachmittag überhaupt erwartet hatte.
Wäre da nicht meine gruselige Erscheinung gewesen, wäre das sicher eine der entspanntesten "Unten-Dialysen" ever gewesen an einem der heißesten Dialysetage ever.
6/25/2026
Hatten wir heat of the moment schon?
Endlich bisschen Sommer und trotzdem sind wir wieder nicht zufrieden. Tiefrote leicht Lilane Wetterkarten und alle jammern. Also genau wie im Winter nur eben jetzt umgekehrt im Gegenwind.
Lernt richtig lüften und chillt. Die eine Woche nicht frieren, ich bin arg dankbar auch wenn ich nicht viel mit oder bei der Hitze machen kann weil ja hausgebunden. Frei nach dem Motto „Lieber verbrennen als erfrieren!“ versuche ich cool zu bleiben und mich möglichst wenig zu bewegen. Und auch wenn viele das wohl anders sehen, finde ich schwitzen einfach tausend mal besser als vor Kälte zu zittern und mit Schmerzen umherzulaufen.
5/07/2026
Der Blues kickt rein
Liebe muss sich bewegen, sonst war es das, man muss immer wieder aufeinander zugehen, mal Abstand nehmen, akzeptieren dass Fehler geschehen und dann Mensch genug sein sich zu entschuldigen. Und wenn man das nicht kann, dann muss man es lassen und mit der Konsequenz leben, allein, ja vielleicht einsam zu sein.
Ich bin nicht sicher, wo diese Erkenntnis jetzt gerade herkommt, doch ich habe das Gefühl, ich stimme ihr zu und genauso fühle ich mich derzeit, einsam, obwohl ich nicht allein bin, irgendwie leer geliebt, verlassen, als würde es mich vom Leben wegzerren und ich habe noch keine Lust zu gehen. Und im Hintergrund spielen leise "Element of Crime" ihr "Da ist immer noch Liebe in mir", bittersüß grad! Fühl ich!
5/06/2026
I'm broken
Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, ich will nicht sterben, aber ich habe Angst noch einmal so viel in das Leben zu investieren, dass ich mich komplett runderneuere und dann trotzdem sterbe. Ich habe Angst, meine Augen, die Schmerzen, die Kälte, ich habe gelebt, mit geborgter Zeit, so viel Liebe gelebt, ich will nicht sterben, "helft mir Obi-Wan Kenobi, ihr seid meine letzte Hoffnung", wie fange ich an, wer hilft mir, wer nimmt mich an die Hand? Ich kann's nicht mehr alleine grad!
5/05/2026
WIR SIND MENSCHEN!!!
"Wir befolgen nur die Befehle,da kannst du sagen, was du willst!"
Nun ja, tolle Berufsauffassung für jemanden, der mit Menschen arbeitet und nicht in der Metzgerei. Ich bin so good faith mit ihr, seid so vielen Jahren suche ich immer wieder nach dem Guten in ihr, rede mir ein, dass wir doch gar nicht so unterschiedlich sind, dass sie einen schlechten Tag hat, mal ne Phase, vielleicht irgendwas unverarbeitetets, das raus muss, vielleicht irgendein Trauma, vielleicht zu wenig Liebe im Leben und ich frage freundlich wie das Wochenende ist und als würde ich in einer Horrorshow landen, drehen sich die Augen nach hinten und fast noch lachend verschwinde ich als Mensch und die Strickleiter übernimmt, "oh da kommt gar kein Blut..."
Ja wie kommt sowas bloß, Schmerzen bilde ich mir ja auch nur ein, wie kann jemand, der mir noch zustimmt, dass ich hypersensibel bin (vielleicht sollte man das auch mal in nem medizinischen Wörterbuch nachschlagen, was das wohl bedeutet), dann so ignorant sein und einfach weitermachen, als ich sah, das ein Schlauch offen war und der andere gar nicht mehr verbunden dachte ich für einen Moment, das war's. Der Begriff Re-Traumatisierung kommt mir in den Sinn. Woche für Woche nehme ich eine Beruhigungstablette, um nicht in solche Situationen zu geraten, um nicht irgendwann einen Schlaganfall zu bekommen, weil der Schmerz, die Angst, die Überforderung mit der Situation mich nicht in einen Bereich der Aufregung bringt, der lebensbedrohlich sein könnte. 180er Blutdruck, das schaffen nur noch Wenige und damit wird dann auch noch die Akte frisiert als Startblutdruck, der 5 Minuten später schon bei 140 ist und sich dann bei 120 einpendelt. Welchen Wert hat eine Akte, die auf psychologischen Extrembedingungen fußt?
Wer gibt denn solche Befehle? Wieso machen einzelne Menschen aus einer Oase der Friedlichkeit, aus einem der wenigen Orte, die Ich als Safespaces betrachte daraus ein Gulag (natürlich übertreibe ich) und ein weiteres Problem in einem derzeit sowieso schon teilweise untragbaren Leben für mich? Der einzige Vorteil ist, dass es Patientenrechte gibt und die nicht bloß so eine Idee sind.
Wenn ihr diese speziellen Dinge tun wollt, dann lasst es doch bitte Leute machen, die es können und wenn der Patient ruhig erklärt, dass er das nicht will von Schwäche spricht, komplett verunsichert und ängstlich ist und sich immer noch in Rekonvaleszenz befindet dann ist vielleicht nicht der Feldmarshall gefragt sondern die sanfte Seele, die sich in den Patienten hineinversetzt und ihm gut zuredet anstatt ihn für seine Unzulänglichkeit noch bestrafen will, weil sie immer noch der Meinung ist, dass Härte einen Menschen nicht brechen kann, sondern ihn stärker macht. Manchmal ist Feinheit die Kristall entstehen lässt
Ich bin kein Stück Fleisch und ich bin nicht bereit mich wie eines behandeln zu lassen und auch wenn du meine Ansichten, Lebensweise oder was auch immer dich an mir stört nicht magst, ich bin ein menschliches Wesen und habe die gleichen Rechte auf Unversehrtheit, wie jeder andere und ich kann nur zwei Dinge auf dieser Welt nicht akzeptieren. Eine davon sind vorsetzliche Lügen und die andere ist Ungerechtigkeit gegenüber Mensch und Tier oder der Natur selbst. "Dies ist eine Warnung, versuchen sie das nicht noch mal! Weiter, zum nächsten Punkt auf der der Tagesordnung."
Fast in den Hintergrund gerade ist der Electric-Lady Day, wo mal wieder die nette Frau mit der Messung von Wasser, Fett und Muskelgewebe kurz vor Dialyseschluss ihre Elekroden an Arm und Bein gepackt hat. Ich mag sie, sie ist eine nette Frau, die jedes Jahr einmal reinschneit, die Werte nimmt und dann wieder weg ist, fast wie ein wohliger Blitz Anfang Mai. Genauso in den Hintergrund gerät die gute und wichtige Arbeit der überwältigenden Mehrheit des Personals, das alles tut, damit es ihren Schutzbefohlen für die Zeit, in der wir auf sie angewiesen sind, gut geht und die einen Spruch wie: "Wenn das in ner Stunde nicht mehr klappt, nicht mein Problem, da habe ich Feierabend" niemals unironisch zu einem Patienten sagen würden.
4/04/2026
Bipolar ist auch die Erde
Ey Leute, der Bipolare Verein Borussia hat wieder zugeschlagen, 90 Minuten Depression und dann plötzlich Manie, was ist das? Wie können wir denn so ein Spiel gewinnen? Ich schäme mich fast dafür, dass ich einen Lachkrampf bekommen habe, das hatte ich ewig nicht, dass mir der Bauch so weh tat. Das gibt Bauchmuskeln, ey im Ernst, das kannst du keinem erzählen, was ist das? Ich komm mir echt langsam vor wie in meiner eigenen Vergangenheitsbewältigung, da kriegst du doch n Knall, nicht, dass ich den nicht schon hätte, weil ich Zuviel in der Vergangenheit grabe und der Platz neben mir mal wieder leer bleibt, ich mich frage, wann kommt die Sonne obwohl sie gerade erst untergegangen ist, das ist alles nichts mehr für mich. Versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe mein Leben, ich liebe wirklich alles daran, was ich finden kann, in jedem Schlechten das Gute und doch denk ich mir manchmal mit DIR wär's besser, so wie ein Osterfeuer, was zwar brennt und flackert, aber niemand ist da, der es sieht, und im Hintergrund läuft Imagine und es ist alles wahr, Gott, ich lass es Tränen regnen, you may say I'm a dreamer, but I am not the only... Grüße gehen nach Norden und nach noch weiter Norden und noch ein Stückchen weiter Norden, spannend, wenn einige der wichtigsten Menschen deines Lebens nördlich von dir sind. In diesem Sinne...
Somewhere only we know
Das Osterwochenende ist magisch, es hängen für mich tausende von Erinnerungen daran, natürlich jene an das Osterfest, Eiersuchen, Kirchenfeste und Osterhitparaden im Radio, 3-Tage-Wach sein und sich auf ffn oder Radio Hamburg diese ganz spezielle Zusammenstellung von Musik anzuhören, die es sonst nicht im normalen Programm gibt. Außerdem war Ostern immer der Punkt des Jahres wo ich anfange mich auf den Sommer zu freuen. Und ich weiß, dass es eigentlich nicht wirklich was bedeutet, weil es auch nur eine Zahl ist, aber ich blicke gerade sehr oft genau 20 Jahre zurück und auch wenn seitdem so unglaublich viel geschehen ist, ist es doch dieses magische Wochenende im April, das mir alles wieder herholt, als sei es so gedacht, dass vor dem sogenannten Wonnemonat noch einmal richtige Depression möglich ist. Ich weiß nicht, ob Depression das richtige Wort ist, vermutlich noch nicht einmal depressive Verstimmung, es ist einfach nur das Buch der Erinnerung, das einem beim Frühjahrsputz entgegenfällt und anstatt es endlich wegzuwerfen fängt man an zu lesen und es ist alles wieder da, wobei mir schon das Durchblättern reicht um gefühlt wieder nen PTBS Schub zu bekommen. Das geht so tief, ich glaub, ich werde das nie verarbeiten, vielleicht will ich das aber auch nicht, denn alles davor und danach verblasst einfach und das bedeutet mir trotz allem immer noch etwas. Ich glaube mittlerweile, das ist mein Weg und worüber auch immer ich mich in meinem Leben lustig gemacht habe um zu copen, es war unfair und verletzend und ich büße dafür und eines Tages, wenn ich genug gebüßt habe, dann werde ich mir erlauben zu gehen. Doch ich habe gerade bei der Digitalisierung meines "Vermächtnisses" wieder gemerkt, dass ich noch Zeit brauche, ich bin noch nicht fertig und dieser eine Ort, den nur wir kennen wird irgendwann hoffentlich genau das sein, eine Ewigkeit für zwei getrennte Seelen, die wie eine sind und besonders an diesem Wochenende auch wie eine schwingen, Frequenz, Grüße gehen raus lieber IMP. Und in diesem Sinne freue ich mich schon auf morgen und den Mond-Slingshot...



















