Was für ein Abend, lauwarm in einem Land, das so unglaublich ist, wie man es sich als weißer Mitteleuropäer kaum vorgestellt hat und dann stehst du da, Zwölftausend Kilometer von Zuhause und hörst Offspring als Opener für Green Day, der Himmel ist anders, die Welt blendet sich aus und die 150 Stunden Autofahrt sind vergessen und auch die eng getatakte Flugroute nach Miami ist grad überhaupt nicht wichtig. Ach Leute, diese Momente die aus dem Alltag fallen, ich bin mehr als nur selig. Danke Gott, einen kompletten Reisebericht gibt es wenn ich dann von der "7000 Tons Of Metal" Kreuzfahrt zurück bin und wieder europäischen Boden unter den Füßen habe...
1/24/2026
8/12/2025
Mera Luna 2025
Wie schon die letzten Jahre bin ich aus diversen Gründen nicht vor Ort gewesen und habe mein KK2 Entertainment Center genutzt, um es mir im Heimkino festivalisch zu machen, inklusive Gewandung und ein wenig Deko, das passende Festival-Food und dazu den Stream von "arte concert"
Weil es beim Wacken Stream so hervorhebenswert war, die Stream-Regie und Information während des Events war gelinde gesagt fraglich, die Konzerte waren mir teilweise viel zu nah an den Menschen auf der Bühne, also wirklich nah, da wurde nach allen Regeln der Kunst ins Gesicht gezoomt, ständig, viele Auftritte wirkten dadurch viel hektischer als nötig und ließen auch die Stimmung nicht ganz rüberkommen, das Ganze war unglaublich leise, während die Zwischenmusik von arte selbst viel zu laut war und um mal direkt in medias res zu gehen,
"Stimmgewalt" ist ja wohl das Unerträglichste, was an das Innenohr gelangen kann, ich schalte selten Musik einfach aus, aber DAS war Katzenjammer in laut, Schändung eines jeglichen Songs, welchen sie gecovert haben, haben sie gecovert, ich habe nur das gekrächzte Krabat herausgehört und sonst nur Schrilles und Schreie, da gab es in der Vergangenheit bessere A Capella Projekte, fand ich schrecklich! Den Rest habe ich falls möglich mit den auf arte Concert abrufbaren Videos verlinkt, falls ihr selbst mal reinschauen wollt.
Richtig positiv, die Dame hat mich richtig motiviert, super sympathisch und tolle Stimme, Habe ich dann direkt auf meinen Albumstapel gelegt und kurz reingehört, nur um festzustellen, dass das Live-Erlebnis deutlich besser ist, als das was von Platte rüberkommt, also klare Empfehlung, wenn ihr die mal sehen könnt - hingehen!
Sänger kommt mit Rüstung und großem Schild auf die Bühne, Gitarrist in Kapuze und alle in dunkler Templergewandung. Tanzbares Set, das Spaß gemacht hat, auch wenn ich mich teilweise gefragt hab, wo gewisse Sounds herkamen bei nur 4 Personen auf der Bühne, ich mag die ja eh, hier tendiere ich dann aber doch zur Platte statt live, irgendwie kommt da nicht viel rüber.
Die Tanzwut war geil, auch wenn es stimmlich etwas schräg war, ist halt live oder relive. Großartige Musik und Stimmung bei einer Band, die ich jetzt auch schon in den absoluten Olymp dieser Musik heben würde, da fehlt nicht viel nach ganz oben, vor Allem die wunderschönen Balladen sind Zucker.
OST+FRONT
Kapitalismuskritik auf 'nem komplett durchkommerzialisierten Festival mit blutüberströmter Fleischerschürze und dem Namen? Schwierige Darbietung, musikalisch großartig haben sie das Publikum auch im Griff, ich find sie schwierig, weil sowohl Texte als auch Darstellung unglaublich grenzwertig und zum Teil schwer zu ertragen sind. Vielleicht auch einer der Gründe, warum es nicht als VoD verfügbar ist.
Ich weiß ja nicht wer die Texte schreibt, aber irgendwie wirkt das, als würden reiche Boomer Punker spielen ohne den Hintergrund und damit weder das eine noch das andere sein. Irgendwie so eine Art "Wutbürger für eine Nacht". Ich kann das so nicht kaufen, ist mir zu plakativ irgendwie, obwohl ich's inhaltlich und musikalisch schon selbst so sehe, aber passt halt nicht, wenn das eine Supergroup aus erfolgreichen Musikern präsentiert.
Faun
Esoterik in Musik und ich bin verliebt. Was für schöne Menschen und ein echtes Runterkommen. Tolles 5.1 und ich habe wieder was für den Albumstapel, sind mir nie als hörbar aufgefallen. Nette Überraschung
Witt
Einfach nur Legende der Mann, ich weiß nicht, was ich da mehr zu sagen soll, es ist unglaublich, wie er in seinem Alter noch abliefert, während seines Sets war ich so dankbar, dass er noch einer ist, der noch da ist von meinen Helden.
Wie Universum25 nur mit dem Unterschied, dass er schon immer so war und ich das eher kaufe, weil es sich echter anfühlt...
...
Am zweiten Tag habe ich mir nur Versengold, Subway To Sally (zu denen habe ich aber an anderer Stelle schon genug geschrieben) und And One (da kommt demnächst noch was) angeguckt, und das war so sehr Flashback-Tango, das halte ich im Herzen... Grüße gen Norden! In diesem Sinne...
8/09/2025
Touristische Durchsetzung von Subkulturen nur Sittenverfall oder schon kulturelle Aneignung?
Das M'era Luna ist in vollem Gange und ich denke mir einmal mehr, dass es schon komisch ist, wie sehr die Farbe schwarz hier doch noch dominiert, die Subkultur scheint hier noch größtenteils intakt zu sein, wenn ich das so provokativ formulieren darf. Ganz anders war das vor einer Woche auf dem Wacken, wo es sich längst anfühlt wie der Ballermann der guten Musik, Menschen in Einhornkostümen, Atzengewandung, bunter Klamotterie und weit weg von Metal herumlaufen. Das sei ihnen meiner Meinung nach ja auch gestattet, fühlt sich eben nur an, als wenn man auf ne Beerdigung eingeladen ist und im pinken Cocktailkleid kommt. Und ich glaube noch nicht einmal, dass es alles nur Touristen sind, die einfach mal dabei sein wollen, viele machen das absichtlich, um zu provozieren oder einfach weil sie sich nicht anpassen können und einfach herausstechen wollen. Immer mehr Menschen denken scheinbar, dass sie die Bühne einer Masse nutzen können, um sich selbst zu vermarkten und vergessen dabei, dass es für viele Menschen mehr ist, als sich einfach einmal im Jahr zu treffen und zu demonstrieren. Natürlich demonstrieren sie, sie demonstrieren, dass wir auch die akzeptieren, die sich nicht an unsere unausgesprochenen Regeln halten, die anders sind, aus welchen Gründen auch immer, solange wir im Pit alle voller Matsch sind und uns gegenseitig wieder aufheben. Am Ende dieses Wackens sahen wir eh alle gleich aus, so what. Ihr wisst schon was ich meine.
Ich kenn das ja auch noch von der Süd, wo Leute in neutralen T-Shirts aufgetaucht sind, 80 Minuten an ihren mobilen Endgeräten rumgespielt haben und dann nach Hause gegangen sind ohne auch nur einen Spielzug lang supportet haben. Ich frage mich einfach ob das Tourismus ist und in wie weit es die eigentliche Kultur aushöhlt und bloß noch den Eventcharakter übrig lässt. Ich weiß nicht, ob der Vergleich hinkt, aber selbst eine Demonstration gegen einen toxisch wahrgenommenen YouTuber wird sieben Jahre später, wo er längst nicht mehr existiert oder der Pilgerort, zu einem Event, das nichts mehr mit der Idee der originalen Veranstaltung zu tun hat, weil irgendwelche Jugendlichen der Meinung sind, man sollte etwas feiern, dass einst eine Mahnung war. Ist halt auch wieder die Frage, ob es sich hier um eine Aneignung handelt und niemand mehr Respekt für den eigentlichen Grund solcher Veranstaltungen hat.
Und dann denke ich knapp 100 Jahre zurück, wo man bei einer sich andeutenden Untergangsstimmung einfach nur noch auf den Putz gehauen hat und die Hoffnung auf einer guten Party zu sterben an irgendeiner Überdosis ein hinnehmbares Risiko war und sich als die bessere Alternative zum langweiligen langsamen Verhungern oder von Armut dahingerafft zu werden. Es macht mir Angst, dass sich unsere Zeit genauso anzufühlen scheint. Hauptsache Event erleben, ganz egal welche Idee dahinter steht, da sein, wenn es passiert, um nichts zu verpassen. Selten war yolo so ein essentieller Bestandteil des Selbstverständnisses von jungen Menschen wie heute. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll.
In diesem Sinne...
8/06/2025
Wacken 2025 - Tag 4 - mit Links
Vor Ort wäre ich vermutlich mittlerweile am Ende meiner Kräfte gewesen und hätte den Samstag abgeschenkt, so konnte ich mir noch das ein oder andere Konzert gönnen, das ich sonst verpasst hätte. Generell war aber auch der Stream für mich tagsüber nicht so interessant, allerdings habe ich mir dann an den Rändern des Tages noch das ein oder andere reingezogen.
Trollfest
Wenn die Viking Metaller in pinken Flamingo Verkleidungen auf die Bühne kommen weißt du, selbst wenn du dich die ganze Woche weggelötet hast wieder genau wo du bist, also wenn du vergessen hast, dass der Matsch schon das deutlichste Signal war. Irgendwann läufst du dann in einer unglaublich langen Polonäse hinter einem dieser pinken Flamingos her und singst einen Song über Pina Colada. Außerdem hat diese Band einen Song über "Kaptein Kaos" geschrieben. Faszinierend, Party Mittags um Zwölf.
Eine Mischung aus klassischem Power Metal und durch die Kostüme unterstützter Epik scheppert einem die zehn Bier vom Vortag aus dem Schädel, es ist schade, dass sie so früh auftreten mussten, allerdings war trotzdem gute Stimmung und mich hat es komplett mitgenommen. Ist immer ein Vorteil, wenn man in seiner musikalischen Wohlfühlzone ist.
Und gleich weiter mit einer Band, die ich viel zu selten höre, die aber großartigen Power Metal im harmonischen Kleid bietet. Nichts wirklich besonderes, aber cozy like hell.
W.A.S.P.
Abend, ich merke, dass ich noch ein wenig richtig guten Hard Rock getriebenen Power Metal brauche und die sind halt einfach eine Band aus dem oberen Regal, es macht mir einfach Spaß, höre ich auch viel zu selten.
Within Temptation
Auf Drängen des Streams habe ich dann auch diese Symphonic Metal Band geguckt, die ich von früher gar nicht so politisch in Erinnerung hatte, jedoch war für mich spätestens nach der Überreichung der ukrainischen Flagge der Bogen leicht überspannt. Ich verstehe die Botschaft und ich unterstütze das auch, allerdings war Wacken, wenn ich vor Ort war immer ein Ort der Flucht vor der Realität. ein eigener Kosmos, wo die weltlichen Dinge draußen bleiben. Wenn wir in einer Zeit leben, in der die Konflikte der Welt in diese Räume der gelebten Freiheit eindringen, dann ist unsere Welt ganz schön am Arsch.
D-A-D
Direkt im Anschluss gab es dann Disneyland after Dark, die ich live immer wieder genieße, obwohl ich sie privat eher selten höre, weil es eher Dudelrock ist, wenn man sie von Platte hört, live ist es allerdings immer ein Erlebnis und auch heute hat mich das wieder happy gemacht und bereit für das Konzert auf das ich mich schon seit heute morgen freue.
"Und vier Reiter stehen bereit"... dafür, dass es eine meiner Lieblingsbands ist, war ich unerklärbar distanziert als Fuchs, wie einst der Graf auf die Bühne kam und ich schon Angst hatte, sie hätten ihren Biss verloren. Allerdings ging es dann nach ein paar Nummern, die ich in einem Live-Set nicht vermutet hätte, los mit echter Reitermania und am Ende war ich dann doch froh, sie mir (im ReLive noch komplett) angeguckt zu haben, denn der Stream wurde recht rabiat abgebrochen für...
und ich habe alles daran geliebt. Die Band ist vielleicht nicht für jedermann, allerdings fühlte es sich für mich an, wie Alice Cooper für Erwachsene. Die Stimme vom King und das Bühnenbild, das war schon großes Kino, auch eine Band die ich viel häufiger auf den Teller bringen muss. Hier ist es so ähnlich wie bei Dimmu, die Show fängt mich, hier stimmt sogar noch die Musik, tatsächlich auch ein absolutes Festival-Highlight für mich.
Legenden! Wir haben noch in der Schule den Werbespot der APPD gesuchtet und der Sänger wollte vor einiger Zeit Bürgermeister von Bochum werden habe ich gehört und es ist schon faszinierend, wie entweder musikalisch unbegabt oder großartig Unbegabtheit spielen könnend diese Band ist. Die Texte sind einerseits dadaistisch und gleichzeitig bissige Sozialkritik. Ich glaube nüchtern ist das wirklich schwer zu ertragen, ich fand es trotzdem großartig, wenn auch unter dem Aspekt zu wissen, dass ich Trash gucke. Spätestens als dann der Punker im Adamskostüm über die Bühne tanzte, nachdem Menschen im Schlamm Trockenübungen aufführten, ach ich glaube ich bin mittlerweile zu alt für den Scheiß. Ein Bühnenauftritt, wie ein Autounfall...
8/05/2025
Wacken 2025 - Tag 3 - mit Links
Heavysaurus
Freitagmittag, Heavysaurus im Stream, Kindermetal at its best, das Konzert, wo ich am meisten Spaß hatte bislang, weil einfach unglaublich großartig. Abgestimmt auf ein junges Publikum gab es Songs zu hören, in denen es darum geht Kaugummi zu kauen oder die Musik der Anlage lauter zu drehen, Metal für Kinder eben, toll und erfrischend, auch wenn meine Ma meinte, ich würde mir eine Masked Singer Metal Edition angucken...
Skandinavische Bluesmusik, manchmal denke ich, ich hätte alles gehört, das hier war dann wieder eine ganz neue Erfahrung und auch wenn ich fast eine spontane Depression bekommen hätte war ich doch äußerst angetan, denn das kann man sich anhören, so ein Mittagsslot ist natürlich immer etwas undankbar, allerdings war vor der Bühne auch schon echt Betrieb und ein dankbares Publikum vorhanden. Zu Recht.
Heavy Metal mit Power Einschlag am Nachmittag mit einem Sänger, den ich mir so vor meinem geistigen Auge nie ausgemalt hätte, solide Genrekost, nichts was mich vom Hocker gehauen hätte, wäre während der Therapie auch blöd gewesen und vermutlich lebensgefährlich, Musik zum Tanztee genau richtig, wenn man denn Metal mag.
Ganz anders hier bei dieser Mischung aus Horrorpunk und schnellem Hard-Rock, wo die Hälfte der Songs solche der Murderdolls waren, die ich früher wirklich gern gehört habe und die auch gut gealtert sind. Habe ich mir im Anschluss auch direkt notiert, dass ich die mal wieder häufiger auf den Teller bringen muss.
Krokus
In Krokus habe ich tatsächlich nur kurz reingeschaut, weil mir gar nicht nach deren zwar großartiger Musik war und ich nach der Therapie auch relativ fertig war und immerhin noch die ein oder andere Band anstand, die ich mir geben wollte.
Habe ich tatsächlich ausgelassen, möchte ich aber dennoch jedem ans Herz legen, der mit Metal was am Hut hat, ist einfach eine Legende und liefert IMMER ab.
Wenn direkt im ersten Song die Stage-Hands helfen müssen, dass die Gitarre wieder mitmacht, dann bist du auf einem richtigen Rockkonzert. Eine 30th Anniversary Show einer Band, von der ich noch nie in meinem Leben gehört habe ist schon eher die Ausnahme auf einem Major-Festival, allerdings war mir recht schnell klar, warum dem so war. Die Musik wankt zwischen Stonerrock und einer eher bluesigeren Hard Rock Interpretation, nicht meine Wohlfühlzone und auch wenn die Band gut unterhalten hat, musikalisch werde ich damit nicht warm.
Ich hatte die Entscheidung zu treffen zwischen Papa Roach und den Boomtown Rats, die ich noch nie live gesehen habe und von denen ich vorher auch nur ihren Hit "I don't like mondays" kannte, allerdings direkt mit den ersten Tönen wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, auch wenn der Sänger mich irgendwie an meinen ehemaligen Deutschlehrer erinnerte, auch wenn er englisch singt. Gefälliger New-Wave Rock auf Radioniveau lässt mich ein chilliges Konzert genießen, dass ich so auf Wacken nicht erwartet hätte. Besonders war der kaugummikauende Leadsänger, der sich in leisen Passagen dann auch gerne mal über die auch in diesem Stream hörbaren Papa Roach aufregte, was ich aber schon wieder witzig fand.
Das geht auch so nur mit Streams und VoD, da kann man zwei Bands, die sich überschneiden gucken, weil beide Konzerte im Nachhinein zur Verfügung stellen, schon ne geile Zeit, in der wir leben, die Band ist urtümlicher Punk Rock, den ich sehr genießen konnte, wenn auch erst im Nachhinein, schnörkellos und klassisch, so muss das, auch das ist WACKEN.
Ne Band, die ich im Alltag eigentlich nie höre, oder wenn dann in sehr begrenzten Dosen, allerdings auf der Bühne in Wacken grundsätzlich suchte, die Bühnenshow ist klasse, die Abmischung toll, ich steh auf diese Mischung aus Evil-Rolle und lieb zum Publikum, irgendwas hat die Band, was mich immer wieder dranbleiben lässt.
Quasi gleichzeitig haben die gespielt, eine Band aus meiner Vergangenheit. Lässiges Garage Rock'n'Roll Set, dass sich anfühlt, wie Gartenpartys oder im Keller von Freunden einen trinken, obwohl man noch lange nicht alt genug dafür war. Echte raue Musik, die aber keinem weh tut.
Bad Loverz
Die 80er Hair-Metal Inkarnation von Saltatio Mortis hat genauso abgerissen, wie ihre mittelalterlichen Originale, tolle Songauswahl und mein persönlicher Respekt dafür, dass sie sich wirklich zweimal auf die Bühne stellen beim gleichen Festival und ihre Show abziehen, echte Musiker inklusive aus der Rolle fallen, leider (noch) nicht in den VoDs.
8/04/2025
Wacken 2025 - Tag 2 - mit Links
Nach dem ersten Regentag und katastrophalen Bodenverhältnissen in der Nacht war ich einerseits froh im gemütlichen warmen und unmatschigen Büro zu sitzen und mir den Live-Stream geben zu können, andererseits war mein Herz dort und roch die Landluft und den Metal. Ich habe viel von "Touristen" gelesen, denen die Verhältnisse vor Ort zu hart waren und die sich mimimi-mäßig beschwerten über die Preise und alles andere. Leute, Glamping ist vielleicht nicht ganz das richtige auf dem größten Metal-Festival there is. Und ich meine so ist Wacken eben einfach, sowas weiß man halt auch vorher, wenn man sich mal informiert hat.
Mein Tag begann mit Punk Rock aus der Asi-Kiste, nicht schlecht, aber irgendwie fand ich den Umgang der Band auf der Bühne untereinander als schwierig, da wurde sich angefrotzelt und versucht unglaublich asozial miteinander umzugehen. Musikalisch ganz okay, aber die Kassierer bei Wish bestellt brauch ich halt auch nie wieder.
Von Skyline habe ich mir nur den Anfang angeguckt, weil es für mich einfach zum guten Ton gehört, immerhin waren die früher quasi die erste Band, die gespielt hat, als das Festival noch am Donnerstag begann. Klassischer Hard Rock Richtung Metal, allerdings auch jedes Jahr irgendwie das Gleiche, daher habe ich es nur nebenbei angeguckt.
Wer mich kennt, weiß, dass ich wenige Sprachen und Dialekte so sehr verabscheue, wie Kölsch, also warum tue ich mir BAP an? Das habe ich mich nach ein paar Minuten auch gefragt, es klingt, als würde der gesamte Text in einer deutschen Chiffrierung in Alkohol ertränkt. Sorry ich kann das nicht ab, allerdings ist Niedecken eine Legende und ich wollte wenigstens reingehört haben, musikalisch ist das ja auch annehmbar, aber ich habe das Gefühl ich versteh bei einer finnischen Death Metal Kapelle mehr als hier. Aber jedem Jeck' sein Fleck, also gönnt ruhig...
Die Metal Urgesteine spielten eine 45-Jahre Anniversary Show und liefern gewohnt ab, habe ich mittlerweile aber vermutlich auch zu oft gesehen und war wenig beeindruckt, außer natürlich davon, dass die Band überhaupt länger existiert als ich lebe, das ist schon krass.
Michael Schenker
Ich schäme mich so sehr, dass ich Michael Schenker nicht kannte, ist es doch genau die Musik, die ich am liebsten höre, gitarrenlastiger melodischer Hard Rock, für mich eine nette Neuentdeckung, die es im Stream zu sehen gab, leider aber (bisher) nicht als VOD zum Abruf, denn das kann man sich schon geben, hat mir gut gefallen.
Den Abend habe ich mir dann geschenkt, hätte mir gern Guns'n'Roses angesehen, aber die wollten halt nicht übertragen werden, die Stimmen im Nachhinein sprechen von Enttäuschung bis zu legendär, je nachdem wen man fragt. MagentaMusik hat später drei Songs von ihnen zwischen den Stream gehauen und ich glaube, ich wäre auf der Seite der Leute gewesen, die sie für völlig überbewertet halten, allerdings muss man dreieinhalb Stunden Show auch erst einmal auf die Bühne bringen.
8/03/2025
Wacken 2025 - Tag 1 - mit Links
Das Ding ist, ich denke mir jedes Jahr, dass ich noch EINMAL nach Wacken möchte und dann sehe ich das Wetter und erinnere mich daran, wie es mich 2016 in die Knie gezwungen hat und ich bin seitdem ja nicht viel gesünder geworden, eher im Gegenteil und dann freue ich mich so sehr und bin dankbar für den Live-Stream von MagentaMusik (und auch wenn das jetzt, wie Werbung wirkt, ich werde dafür nicht bezahlt, der Blog bleibt werbefrei). Seht es als Empfehlung. Die Qualität ist großartig und das Wacken Gefühl kommt bei jedem Konzert durch den Bildschirm und wenn ich Fotos davon mache, denken Menschen, dass ich live vor Ort bin. Und obwohl oder weil ich das nicht bin, empfehle ich euch im Folgenden ein paar der Bands, die ich mir angeguckt habe und verlinke euch den Stream bei Magenta, dass ihr euch selbst überzeugen könnt.
Der Mittwoch
Wer sie nicht kennt, sollte sie kennen lernen, ich kannte sie als eine der 80er Rockröhren und genau das gibt es in ihrem Konzert zu sehen inklusive Hits der Runaways und so viel Lebensfreude. Sie ist einer der Beweise, dass mit 66 Jahren das Leben erst anfängt. Toller Auftritt
Eine mir gänzlich unbekannte Band, die folkbeinflussten Power Metal machen, der großen Spaß bringt, hatte ich nicht erwartet. Ich weiß nicht warum, aber der Sänger erinnert mich irgendwie an einen bekannten Schauspieler, für mich eine der Neuentdeckungen des Festivals, die ich vermutlich demnächst häufiger hören werde.
Seit ich sie vor 20 oder mehr Jahren das erste Mal auf dem Taubertal-Festival gesehen habe, damals noch mit einem eigenen Album und sonst nur Metallica-Cover Stuff, ist es, als sei die Zeit stehen geblieben, es sind immer noch Finnen, die mit den dicken Streichern auf der Bühne Metal machen. Hat für mich etwas an Magie verloren, leider.
Cosplay-Metal mit kleinen Mädchen aus denen böse Töne kommen. Was klingt wie eine sehr kranke Phantasie ist, die Beschreibung der Show, die ich hier zu sehen bekam. Und so sehr ich mich sträuben wollte, irgendwie gefiel mir diese irre Mischung und die Energie der Ladys war overwhelming. Ich bin nicht ganz sicher, ob das female empowerment war, allerdings bangen die viel mehr als ich ihnen zugestehen wollte. Krasse Erfahrung.
Tatsächlich stand das Wacken-Wochenende natürlich auch im Zeichen von Ozzy, einem der ganz Großen, die wir kürzlich verloren, das hat mich persönlich wirklich mitgenommen und ich war nie der Riesenfan, aber ich weiß, was die Musik und unsere Szene ihm zu verdanken hat und persönlich hat mir der ein oder andere seiner Songs schon durch tiefe Täler geholfen. Diese Band ist eine Hommage-Coverband, die ich unter anderen Umständen vermutlich noch mehr gefeiert hätte. Eine würdige Weise, im großen Stil Abschied zu nehmen.
Sie ist definitiv immer ein Act auf den ich mich freue, denn die Show ist energetisch, die Frau macht einen unglaublich authentischen Eindruck und ich kann mit der Musik sehr viel anfangen. Vieles lalle ich schief mit und freue mich mit ihr über den tollen Auftritt, als sie dann an der Orgel sitzt und Ozzy huldigt, das war Erpelpelle Deluxe. Immer wieder super, klare Empfehlung.
Fünfundzwanzig Jahre feiern die Spielleute hier und wie sie das tun, habe sie jetzt längere Zeit nicht live gesehen gehabt und hier zeigen sie die Band, die ich vor 20 Jahren kennengelernt habe und mit der man am Tresen nach dem Konzert einen trinken konnte, nahbar, voller Spielfreude und es ist ein Stück Wacken Geschichte, wenn der Sänger am Ende nur noch mit seiner hochgekrempelten Hose und vollgeschlammt auf der Bühne steht und ein Tränchen vergießt, während es das gesamte Konzert in Strömen geregnet hat. Toll.
7/19/2025
Metallica hat das Tomorrowland nicht gerettet!
Zu behaupten, eingelagertes Bühnenequipment, welches auch für die Konzerte von Metallica verwendet wird, hätte das Technofestival gerettet wäre ungefähr so als wenn man behauptet, Ronald McDonald hätte eine Burgerkette gerettet, weil er eingelagerte Burger vor Ort verkauft hätte. Ich habe ja so meine Probleme mit Metallica, aber mehr als okay zu sagen und sich wahrscheinlich dafür auch bezahlen zu lassen, haben die doch nicht getan, oder? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die proaktiv da angerufen haben und gesagt haben, nehmt doch unseren Kram, Techno ist cool!
Hm...
2/07/2025
Dreck Metal ist Krieg (Songtext)
Anreisetag
Scheissregen
Campground Matsch
Blitzeinschlag in der Black Stage
Dreck-Metal ist Krieg
Ihr Mixer es ist Krieg
Vollmatschbad
Schlammreiftränke
Reisfeldfluten
Zeltplatzmassaker
Grillverbot am Ground beim Party San
Dreck Metal ist Krieg
Wir rücken mit Kettenfahrzeugen an
Rollen in die Walachei
Wo die wilden Kerle wohnen
Im Land des Teufelsbergs
Dreck Metal ist Krieg
Ihr Mixer es ist Krieg
Betonmischer auf Extasy
Krieeeeg
Panzer mit Wohnwagen
Krieeeeg
Mobiles Zelt von roten Kreuz
Dreck Metal ist Krieg
Festival ist Krieg
Ihr Mixer, es ist Krieg
(Text: ATK), inspired by Nargoroth
1/16/2025
Die verlorenen 7 – Frei.Wild
Es ist schwierig, Frei.Wild zu besprechen, ohne das politische Minenfeld zu erwähnen, das sich um die Band gebildet hat. Ich will das auch gar nicht beschönigen – es gibt gute Gründe, warum man mit dieser Band kritisch umgeht. Und doch: Damals habe ich sie wirklich gern gehört.
Es war einfach diese rebellische Energie, die raue Stimme, die Hymnen auf das Anderssein, das Sich-nicht-Anpassen-Wollen. Songs, die im richtigen Moment genau den Nerv getroffen haben. Ich erinnere mich besonders an einen Gig auf dem RockHarz Open Air – bei strömendem Regen saßen wir vorm Versorgungs-Zelt das Gelände ein Matschmeer, aber die Stimmung war geil. Das war einfach dieses Festivalgefühl, bei dem Musik und Situation eine unvergessliche Symbiose eingehen.
Seitdem habe ich mich verändert, musikalisch wie menschlich. Ich höre Frei.Wild kaum noch – vielleicht, weil sie sich verändert haben. Vielleicht, weil ich es habe. Was bleibt, ist ein Kapitel meines Lebens, das ich nicht leugne, aber auch nicht mehr nach vorne stelle. Es war Teil meiner Entwicklung. Und dafür war die Musik damals wichtig.
Wenn man nur die verlorenen 7 werten würde, wären sie auf Platz 13 of all gewesen und in der Kombination mit allem danach auf Platz 109 mit 513 Plays.
12/19/2024
Projekt: Top 250 - Saltatio Mortis
Im Rahmen meiner ersten Erfahrungen auf Mittelaltermärkten begegnete ich irgendwann den Spielleuten von Saltatio Mortis und hörte dann auch mal in deren Discografie herein, die damals vor Allem aus Mitschnitten von eben diesen Märkten und rockverstärkter Dudelsackmusik bestand. Die Melancholie und die Themen der ersten Alben zogen mich in ihren Bann und passten so gut zu meiner persönlichen Entwicklung, dass ich die meiste Zeit mit ihnen mitging, sah sie mehrmals live auf diversen Bühnen, von der kleinen Spielmannsbühne in Telgte über einen unvergesslichen Abend in Osnabrück inklusive gemeinsamer Drinks bis hin zur Hauptbühne im Harz oder auf Wacken. Wobei zu dieser Zeit die Texte schon recht politisch waren und sie für mich kurzzeitig wie ein Abziehbild der Böhsen Onkelz mit Dudelsäcken daherkamen, die aber Musik der Toten Hosen machten und etwas sehr mit einer Punk-Attitüde daherkamen, die für mich nie so recht zusammenpasste, weshalb ich mich dann auch etwas abwandte und sie weniger hörte. Dazu wurden die Alben mainstreamiger und es kam mir vor, als wäre die Einzigartigkeit verloren gegangen. Mittlerweile kollaborieren sie mit diversen Größen der Musikbranche und das gefällt mir mal mehr und mal weniger, dennoch ist die Musik immer noch eine, die ich immer mal wieder gern höre. Ich freue mich auch immer noch auf jedes neue Album oder gönne mir die Singles, auch wenn ich derzeit nicht wirklich weiß, wo es musikalisch bei den Jungs hingeht.
Mein Lieblingsalbum ist „Aus der Asche“ aus dem Jahr 2007, weil es für mich konstant durchzieht, da ist nicht ein Track drauf, den ich lieber überspringen möchte oder nicht mitsingen kann, das Nachfolgealbum hatte noch einen relativ ähnlichen Klang und dann kam erwähnte Phase und meiner Meinung nach sind sie nie wieder an die Qualität von „Aus der Asche“ herangekommen. Bands entwickeln sich weiter und das muss auch so sein, hier war die Schnittmenge mit mir und meinem Leben einfach am Größten.
Das beweist dann wohl auch mein großartigstes Konzerterlebnis mit den Jungs in einer viel zu kleinen Location, wo der Schweiß während ihres Konzerts förmlich von der Decke tropfte und die Luft brannte als ein Chor aus 200 Menschen in völliger Dunkelheit den Spielmannsschwur intonierten, im Anschluss mit der Band an der Bar einen trinken und musizieren, ja das waren Zeiten.
Für alle, die mal reinhören möchten, wie immer der Spotify-Link zur Band und die eingebettete Playlist der Top 250 Künstler bei last.fm
Projekt: Top 250 - Böhse Onkelz
Projekt: Top 250 - Joachim Witt
Auch Witt hat mich in meiner dunklen Episode begleitet und mir Kraft gegeben, leider gibt es die Bayreuth Alben nicht bei Spotify, aber ich lege sie euch dennoch ans Herz, denn neben den drei Rübezahl Alben sind die musikalisch das große Ding vom Witt. Ich kann kein Album wirklich als gänzlich überragend einstufen, auch wenn ich vermutlich "Rübezahl" und früher "Eisenherz" am liebsten mochte, höre ich mir auch gern "DOM" oder "Neumond" an, obwohl sie zum Teil nicht durchgehend großartig sind. Ich denke ich würde "Bayreuth III" nennen, weil es von der Stimmung her am intensivsten für mich war.
In real live habe ich Witt leider auch nie gesehen, was ich aber noch auf meiner Bucket-List habe und da er ja mit knapp 80! immer noch unterwegs ist, gibt es da ja vielleicht noch eine Chance, wenn ich dann auch wieder dazu in der Lage bin. Großartig waren die Konzerte, die ich gesehen habe vom M'era Luna, die ich so gefühlt habe, dass ich mit Tränen in den Augen ob der Großartigkeit vor dem Fernseher stand.
Zu Lieblingsliedern habe ich mich schon geäußert, über den Menschen Joachim Witt gibt es soviel zu erzählen, dass man damit Bücher füllen könnte, einfach ein großartiger Entertainer unserer Zeit, der in meinen Augen sträflich unterschätzt ist.
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Projekt: Top 250 - Die Apokalyptischen Reiter
Mein Lieblingsalbum ist definitiv die "Riders of the storm", weil es rundum gelungen ist und den perfekten Spagat aus folkig angehauchten Mitsinghymnen und brettharter Metallplatte ist. Außerdem sind die Texte hier so schön partyig, dass ich es einfach liebe. Je älter ich werde um so mehr wachsen auch die alten Alben an mir, wo die großen Hymnen aus den sonst doch eher death-metaligen Alben herausstechen. Insgesamt hat die Wucht dieser Band bei mir immer dazu geführt, dass ich Druck abbauen konnte und 2007 hatte ich davon ja noch jede Menge.
Live gesehen habe ich sie nach dem Wacken und der legendären Schlauchbootfahrt noch öfters, sowohl irgendwann im Harz als auch auf einem kleinen Festival am Leineufer in Hannover, wo sie als Headliner auftraten und mir hat es im Grunde immer gefallen, weil sie trotz der Härte einfach eine gute Laune Band sind, was man bei dem Namen ja auch gar nicht so annehmen müsste. Man muss auf Metal stehen, dann können diese Jungs einem wirklich positive Energie geben, wenn man sich drauf einlässt. Auch heute noch mag ich das wohl am Allermeisten an Ihnen. Ein Lieblingslied als solches habe ich gar nicht, denn es sind so viele Songs, die in ihrer Discografie sind, die ich da aufzählen würde, vermutlich eher von früher, als sie noch nicht ganz so progressiv waren.
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Projekt: Top 250 - Scooter
Projekt: Top 250 - Powerwolf
12/12/2024
Projekt: Top 250 - In Extremo
In Extremo haben für mich früher immer dieses Nischendasein geführt, während ich Schelmish, Saltatio und Subway und viele kleinere Bands gehört habe aus dem Bereich, waren sie immer so hinten dran und ich kannte auch viele Lieder nicht, es hat mich einfach nicht interessiert. Ich glaube erst 2008 mit "Frei zu sein" stieg mein Interesse mir mal mehr von ihnen anzuhören wirklich und trotz dieses wirklich guten Songs, was mich aber sehr an "Uns gehört die Welt" von Saltatio erinnerte fand ich das zughörige Album "Sängerkrieg" dann nicht dementsprechend und arbeitet mich bei der Band nach hinten und erkannte einige echte Hymnen, die ich selbst auch schon mitsingen konnte, weil sie auf Partys gelaufen waren, die ich zu der Zeit besuchte, wie den "Spielmannsfluch", den die Band ja laut eigenen Angaben gar nicht so mag. Als dann 2011 das Album "Sterneneisen" rauskam, änderte sich mein Gefühl für In Extremo und ich fing an es rauf und runterzuhören. Die Mischung aus dem vollen Klang, der Melancholie und meiner persönlichen Lebenssituation stellten wohl einen perfekten Boden, auf den die Saat fallen konnte.
So kam es dann auch, dass ich sie 2011 zusammen mit dem Pusteblümchen und meinem Allerbesten auf dem Rock Harz zum ersten Mal sah und dann doch kurzzeitig hin und weg war, obwohl der Auftritt wohl eher durchschnittlich war, objektiv gesehen, aber ich war nicht objektiv und hab das Feuer und die Stimmung genossen. Für ganz Kurzentschlossene ist das übrigens auch heute möglich, wo die Band in einer Stunde im Ringlockschuppen in Bielefeld ein Konzert gibt, nur so als kleiner FunFact am Rande...
Wahrscheinlich lag ihr kommerzieller Erfolg schon immer daran, dass sie einfach viele Leute ins Boot geholt haben, indem sie nicht zu hart, nicht zu weich und vor Allem Texte aus dem Leben vieler präsentierten und dazu die passende Show boten.
"Sterneneisen" würde ich durchaus als mein Lieblingsalbum bezeichnen, auch wenn ich jetzt beim Durchgucken gemerkt habe, dass auch "Mein rasend Herz" ein ganz großes Ding ist. Mein Lieblingstrack ist vermutlich "Fontaine La Jolie" oder "Küss mich" und für mich ist In Extremo immer noch anders und ich mag auch größtenteils nur ihre "Balladen", weil sie mir ans Herz gehen. Ich kann's nicht ändern. Wer übrigens weiß, wie ich irgendwie an die Kollaboration mit Schandmaul rankomme, die als "Immer noch wach" eine echte Hymne meiner dunklen Phase war, der darf sich melden.
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Projekt: Top 250 - Sonata Arctica
Meine Live-Erfahrung war gelinde gesagt erschreckend, da stand eine Band, die schlecht performt hat, ein Publikum, das sie nicht gemocht hat und ein Sänger, der ständig zwischen den Songs Tiergeräusche gemacht hat und scheinbar auch überhaupt keinen Bock hatte. Danach habe ich mir selbst auch eine Pause von der Band gegönnt und irgendwann dann in den letzten Jahren habe ich mir die Alben noch einmal vorgekramt und gemerkt, dass ich vor Allem das Frühwerk so liebe, weil es mir durch dunkle Zeiten geholfen hat und einfach unglaublich klingt. "Tallulah" oder "End of this chapter" werden für mich immer in meiner Herzensplaylist rotieren und "Silence" ist für mich eines der besten Alben aller Zeiten, genreübergreifend. Ich möchte auch "Ecliptica" erwähnen, weil ich nie weiß, ob das nicht vielleicht doch mein Lieblingsalbum von ihnen ist, aber dann gucke ich mir die Tracklist an und es ist "Silence", aber "Ecliptica" ist auch richtig gut.
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Projekt: Top 250 - Helloween
Helloween ist für mich DIE deutsche Metal-Band schlechthin und sie werden einfach auch immer noch besser. Klar man könnte jetzt argumentieren, dass ich ja vor Allem die alten Sachen abfeiere, wenn ich sie live erlebe, das stimmt schon, aber ich sehe da kein Abfallen der Qualität verglichen mit heutigen Sachen. Ihr habt es schon geahnt, es ist vor Allem die Live-Performance, die diese Band zu echten Göttern macht. Egal wo, wenn ich irgendwo von einer Live-Übertragung höre, Helloween sind gesetzt, es ist beste Unterhaltung mit sympathischen Typen, die geile Stimmen haben und fetzigen Power-Metal rausholen. Die Mischung aus Fantasy-Themen und fast opernhaften Musikstücken kriegt mich jedes Mal. Ob es die "Keeper of the Seven Keys" ist oder "Helloween" (die aktuelle), man wird in die Welt gezogen und kann auch erst wieder etwas anderes tun, wenn das Album dann durchgelaufen ist. Und auch wenn die frühen Sachen doch sehr schnell und roh sind, ist das, was sie daraus auf der Bühne zaubern ein absolutes Phänomen.
Vermutlich würden auch Helloween auf den ganz vorderen Plätzen rangieren, wenn ich nicht die "verlorenen 7 Jahre" mit mir rumschleppen würde, eine Korrekturberechnung steht definitiv aus, wenn ich dieses Projekt abgeschlossen habe. Man kann schon soweit gehen und sagen, dass sie eine meiner absoluten Lieblingsbands sind, da muss ich dem Vogelstraßenmädchen danken, denn ohne sie hätte ich diese Art von Musik nie kennengelernt und oh my, was hätte ich verpasst. Für mich ist das reiner Eskapismus auf allerhöchstem Niveau. Lieblingslieder von Lieblingsbands sind so schwer zu benennen, wie Lieblingsfilme für einen Filmfan. Ich könnte wirklich keins nennen, auf nem Konzert denke ich immer, das ist es, nein das und das und das und das geht so durch bis zur letzten Nummer, sorry.
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12/05/2024
Projekt: Top 250 - Letzte Instanz
Die Letzte Instanz war mir in meiner dunklen Phase eine unglaubliche Stütze, weil ich in ihrer Musik Hoffnung gefunden habe und Kraft zum Weitermachen. Vermutlich war da auch viel intrinsische Energie meinerseits vorhanden, jedoch brauchte ich zu der Zeit immer mal wieder den Anstoß es dann auch anzugehen. Eine Depression ist kein Kindergeburtstag. Zur Band, ich glaube wie bei vielen Bands, die ich in dieser Phase meines Lebens kennengelernt habe, war es im "X", wo der Song "Rapunzel" des Öfteren im Mittelalterrock-Block lief, und ich habe das gefeiert. So sehr, dass ich mir direkt das "Ins Licht"- Album kaufte, was mich dann etwas überraschte, weil es so lieblich daherkam trotz der teilweise harten Klänge. Nicht umsonst nannte die Band ihr erstes Album wohl "Brachialromantik" und hat mit "Mein Todestag" später eine der Hymnen im Freundeskreis aus "Schwarzer Szene und Misanthropen" geschaffen.
Eine der wenigen Bands, die ich mit dem magischen Fräulein Mondschein live gesehen habe, Vorband waren in meiner Erinnerung "Eisheilig", bei der wir fast im Stehen eingeschlafen waren. War auch eine der wenigen Bands, die Applaus bekamen, weil sie gingen und ausgepfiffen wurden, als sie eine Zugabe ankündigten. Die letzte Instanz sah ich dann noch einmal auf dem Wacken Open Air, wo sie im Zelt eine unglaublich dichte Atmosphäre schafften und für mich bis heute auf einem der vorderen Plätze von Live-Konzerten aller Zeiten rangieren. Es ist gute Tradition, dass auf Live-Konzerten in Rapunzel 80s Klassiker eigestreut wurden und hier gab es Queen's "Bohemian Rhapsody" zu hören, wenn ich mich recht erinnre und das war... Es war wow.
Die "Wir sind Gold", könnte genauso sehr mein Lieblingsalbum sein wie "Ins Licht", aber vom Impact her, war letztere für mich noch ein wenig größer, wenn ich auch bei "Wir sind Gold" deutlich mehr Tränen vergossen habe über die Jahre. Lieblingssongs habe ich schon erwähnt, man könnte noch "Wir sind allein" und "Stimmlein" hinzufügen und vermutlich noch viele mehr, wenn ich mir die Discografie hernehme.
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