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3/07/2026

Der Hamonist

Wisst ihr eigentlich wie ermüdend es ist, wenn man einen nicht endenden wollenden Kampf führt, von dessen Ende man sich mit jedem Schritt den man darauf zugeht wieder genausoweit entfernt wird, weil das persönliche Ziel scheinbar nicht mit jenem der Kombatanten übereinstimmt?

Ich bin der festen Überzeugung, dass man fast jedes Problem, das Menschen untereinander haben mit genügend Worten beilegen und lösen kann. Menschen können Einklang erreichen und am Ende von jeder noch so weit auseinanderklaffenden Verschiedenheit kann ein Konsens gefunden werden, ein kleinster gemeinsamer Nenner, etwas wobei man vielleicht etwas Zähne knirschen muss, es aber für die Allgemeinheit schluckt und gut. Leider verlernen wir das derzeit als Gesellschaft und als Individuen, nicht nur das wir nicht mehr konsensfähig zu sein scheinen, wir beharren auch noch darauf, dass man sich auf eine meist sehr radikale Meinung einigen muss und wer nicht zu 100% dafür ist, ist dagegen. So funktioniert die Welt vielleicht, wenn man herrscht, wenn man keinerlei Konsequenzen seines Handelns hat, vielleicht wenn man scheissereich ist und selbst dann sollte man doch genug Weitsicht haben, dass Alles Konsequenzen hat, wenn auch nur auf lange Sicht.

Harmonie ist eine Utopie, ist mir bewusst, auch wenn ich ein Träumer bin, bin ich nicht dumm, allerdings kann man nahe herankommen an das, was ich als Gleichklang empfinde, so ne Mischung aus Liebe und Gerechtigkeit, alle sind zufrieden und erreichen ihre Ziele ohne jemand anderem zu schaden. Das ist möglich, dafür muss man bloß etwas weniger Ich leben. Idiome wie: "There is no I in TEAM", oder Ähnliches sind zwar cool als Kalenderspruch aber auch wenn sie etwas völlig anderes meinen stimmt es nicht, denn das was jeden Menschen als erstes ausmacht ist das Ich und vom Ich ins Wir zu kommen fällt vielen Menschen schwer, vor allem wenn das Vertrauen fehlt und uns überall vorgelebt wird, dass keiner für den anderen da ist. Wir sind mehr allein, als wir es wahrscheinlich je in der Menschheitsgeschichte waren, soziale Isolation trotz oder dank social media. Wie oft sitzt man abends allein zuhause und guckt Netflix anstatt mit Freunden wegzugehen, was machen wir überhaupt noch als Gruppen, ja mir fallen viele Sachen ein, aber machen wir die wirklich noch oder könnten wir sie machen? "Müssten" wir sie mal wieder machen? Wie soll Harmonie entstehen, wenn jeder sein eigenes Solo spielt? Das Leben ist ein Teamspiel! Wir werden geboren, sind darauf angewiesen, dass irgendwer uns beibringt wie es geht und uns bei den ersten Schritten so sehr unterstützt, dass wir die second stage erreichen, wo wir dann auf andere Spieler treffen, mit denen wir im besten Fall lernen, wie der Multiplayer-Mode abläuft um dann irgendwann im Single-Player in der Open World klar zu kommen, die wiederrum nur Spaß macht, wenn man sich ne Gruppe und vielleicht einen festen 2-Player Charakter sucht. Und dann? Je nach Ausrichtung erreicht man dann seine Quest-Ziele oder man versagt, aber die Open World Sandbox bleibt bestehen und hinter jeder Quest warten neue NPCs oder Real-Player-Chars. Ich bitte euch, ich bin kein Gamer, aber jeder kann dieses Bild doch verstehen oder? Wenn keiner die Spielumgebung stabil hält und ohne aktive Community, die Verbesserungen und Erweiterungen baut geht alles kaputt...

Ich bespreche gerne Abläufe und Dinge bei denen ich nicht alleine beteiligt bin, damit hinterher alle auf dem selben Stand sind und sich niemand wundert oder ausgegrenzt fühlt oder irgendwas unklar bleibt. Leider gerate ich in letzter Zeit immer wieder in Situationen, in denen dies als pedantisch oder rechthaberisch gewertet wird und Menschen mir sagen, sie fühlen sich dadurch unter Druck gesetzt, was ich einfach nicht verstehen kann. Sie sind es doch, die ich nach Konsens frage um ihnen den Druck zu nehmen, ich richte mich nach ihnen und erwarte doch bloß, dass sie sich an das halten was SIE mir sagen. Stattdessen fühle ich mich oft wie der jenige, der sich rechtfertigen muss, weil er sich an gemachte Abmachungen und Besprochenes hält und verwundert ist, dass es andere nicht tun. Ich bin ja noch nicht einmal sauer oder so etwas, versteh es einfach nicht? Wenn etwas dazwischenkommt oder nicht so läuft wie gedacht bin ich doch der letzte, der das nicht versteht, muss man mir doch nur sagen, ich kann doch nicht jede Variable in den Leben anderer Menschen mitleben oder erfühlen, das habe ich früher mal versucht, das tötet einen langsam. Und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum ich mir in einer solchen Situation die Rolle des "Schuldigen" geben lassen sollte, denn für mich gibt es einerseits gar kein Opfer sondern nur jemanden, der irgendetwas verschweigt und damit seinem Problem nicht die Luft gibt, die es zu seiner Lösung vielleicht bräuchte und andererseits nur etwas, das mit ein paar klärenden Worten wieder geradegerückt werden könnte, stattdessen bekomme ich ganz oft merkwürdige emotionale Schwingungen und Aggression. Das verstehe ich leider nicht!

Work-Life-Balance

Balance lieber Herr Bundeskanzler heißt Ausgeglichenheit, und während Work für Arbeit steht, steht Life für Leben und ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen, dass man mit einem Ausgleich keinen Wohlstand sichern kann.

Es ist schon schlimm genug, dass wir diese beiden eminenten Bestandteile heutiger Gesellschaften gegenüberstellen und nicht als zwei Seiten einer Medaille ansehen, die unseren Wohlstand sichert. Während viele das Konzept einen Ausgleich zwischen Freizeit und Arbeitszeit zu haben als esoterischen Blödsinn abzutun scheinen ist es nahezu logisch, dass ein Leben nicht nur aus hustlen bestehen kann (das bedeutet übrigens auf jungdeutsch arbeiten). Denn ein Mensch, der NUR arbeitet, weiß vielleicht irgendwann nicht mehr wofür er das tut, wofür verdient er Geld, welchen Wohlstand erhält er denn? Man möge mir verzeihen, dass ich das maskuline Imperfekt nutze oder wie auch immer das heißt, wenn man obwohl man them sagen könnte er sagt. Der Punkt ist entscheidend, ich verstehe ja sogar was Sie meinen, wenn sie solche Dinge sagen, nur Freizeit generiert halt gar nichts, keinen Wohlstand und auf Dauer auch keine Zufriedenheit, daher braucht es ja auch die Balance. Und es geht hier ja nicht darum, dass man 2 Stunden ins Büro geht und dann 10 Stunden aufs Sofa, obwohl es in vielen Branchen durchaus nicht viel mehr Aufwand bräuchte. Warum soll ich Zeit auf einer Arbeitsstelle verbringen, wo ich nur rumsitze, mit den Kollegen quatsche und unausgelastet Zeit verschwende, wenn ich gleichzeitig Fitness machen könnte, mich weiterbilden oder einem Hobby nachgehen? Einem Hobby, das ich in einer guten Wirtschaftslage zu einem Business machen kann und damit für mich und für allgemeinen Wohlstand sorgen könnte? Was Sie und so viele andere nicht verstehen ist, dass in dieser Welt nicht Arbeit oder Leistung oder Produktivität bezahlt wird sondern Arbeitszeit. Das dürften doch gerade Sie verstehen, der sie quasi einen 24/7 Job haben. Das derzeit vorherrschende 8 Stunden Schichtsystem, welches Sie zu präferieren scheinen basiert auf Henry Ford, wie Sie wissen, der einst in einem Interview zu Papier gab: "Freizeit ist eine unverzichtbare Zutat in einem wachsenden Verbrauchermarkt, weil die arbeitenden Menschen genügend freie Zeit haben müssen, um Verwendungsmöglichkeiten für Konsumgüter, einschließlich Autos, zu finden.“, im gleichen Interview im The World's Work Magazine aus dem Jahre 1926, also vor fast genau einhundert Jahren, sagte er: „Es ist höchste Zeit, sich von der Vorstellung zu befreien, dass Freizeit für Arbeiter entweder ‚verlorene Zeit‘ oder ein Klassenprivileg ist“, und das ist soziale Marktwirtschaft zuende gedacht. Und das ist auch die Balance, die sie so verteufeln.

Ich denke ich schreibe gar nicht an Sie sondern vermutlich eher an die ganzen Menschen, die denken, dass man einfach mehr machen muss, damit sich was ändert, das Ding ist, viele Menschen arbeiten tatsächlich den ganzen Tag und legen sich bloß zum Schlafen ein paar Stunden hin, denn Sie schuften in ihrer arbeitsfreien Zeit für jene, die nicht arbeiten, die Kinder, die Kranken, die Alten, die Arbeitenden, indem sie ihre Wohnungen sauber halten, Einkaufen, Wäsche waschen, ihre Betten machen, sie pflegen, füttern, versorgen und das nicht nur Nine to Five sondern dauerhaft. Wo ist deren Balance? Wo ist deren Lohnausgleich? Wo ist deren Teilzeit? Wo ist deren Freizeit?

Und was ist mit den Kranken selbst? Den Schwachen, den Alten, den Kindern? Kinder, die keine vernünftige Work-Life-Balance bekommen, mit genug Freizeit, um Gelerntes sacken zu lassen und Kind sein zu können mit einem guten sozialen Umfeld und einem von Ihnen präferierten Elternhaus in dem Eltern auch für die Kinder da sein können, haben sicher keine allzu gute Perspektive Wohlstand zu generieren oder erhalten zu können, oder?

Quo vadis Herr Bundeskanzler, gerechte Entlohnung und Wohlstand für alle und genug Zeit, diesen dann auch gewinnbringend zu erhalten und im besten Fall vermehren oder zurück zu einem System in dem die Einen die Anderen verwalten und all die Produktionskraft, Kreativität und vorhandenes Potential versiegen, damit Sie sich zur Mittelschicht zählen können und kürzen, wo es kaum noch etwas zu kürzen gibt anstatt oben anzufangen. Vielleicht haben Sie ja mal den Spruch gehört: "Der Fisch stinkt vom Kopf her", damit will ich gar nichts andeuten, allerdings waren schon bei den alten Ägyptern die Spitzen der Pyramiden aus Gold, während der Rest nur aus Kalkstein ist, waren sie in den letzten Jahren mal da, die Spitzen aus Gold sind nicht mehr da, das Fundament hält aber seit mindestens 3000 Jahren, ich würde immer auf das Fundament setzen. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Kranplötze verdichtet sein müssen, womit ich auch auf das Handwerk anspiele, das seinem Ruf auch nicht mehr gerecht wird, weil Dienstleistungen immer teurer und die Handwerker immer älter werden. Und das wäre gar kein Problem, wenn wir in der Lage wären mit der Zeit zu gehen und unnötige Schwerstarbeiten digital oder kybernetisch ersetzen würden und stattdessen gutausgebildete Mid-Ager hätten, die mit Innovation und neuer Technik an alte und neue Probleme im Leben morderner Menschen herangehen und das für Sie so wichtige Geld generieren. In China (auch wenn ich das persönlich nicht unbedingt als erstrebenswert ansehe, die Gründe sind manigfaltig) bauen sie Hochhäuser in ein paar Wochen, bei uns dauert die Finanzierung und der Bauantrag schon eine Ewigkeit und kostet je nach Vitamin B ein vielfaches dessen, was man dort ausgibt. Und das hat nicht bloß was mit Sicherheitsstandards und anderen bürokratischen Fallstricken zu tun. Wenn in Deutschland eine effektive auf die Zukunft und am Menschen orientierte Bildungspolitik einer Arbeits- und Wirtschaftspolitik vorgeschaltet wäre, dann müssten wir über Work-Life-Balance gar nicht reden, weil jeder/jede/jedes dort eingesetzt und zufrieden wäre, wo er/sie/es gebraucht wird und gewinnbringend für die Gemeinschaft mit Freude und Motivation Wohlstand erschaffen könnte, weil man von Anfang an nach Fähigkeiten und Potential sein Leben angehen kann. Denn wenn es eines gibt, was ich nach der Schule nicht wusste, dann war das, was ich eigentlich gut kann, wofür es Bedarf gibt? Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass wir in einer Zeit leben, in der quasi jeder, alles lernen kann und im Grunde auch jeder, der etwas kann den passenden Job finden könnte, das Problem ist nur, wir haben ungefähr dreieinhalb Millionen Arbeitslose und einen Leerstand von etwas mehr als einer halben Million Jobs? Mathematik fünfte Klasse ihr Lieben, das geht sich nicht auf, selbst wenn von den Arbeitslosen alle auf die offenen Stellen passen würden, blieben locker drei Millionen übrig.
Ich musste das einfach mal loswerden, weil mir persönlich gerade zu diesen Themen so viel Mist geredet wird und keiner wirklich darüber nachdenkt, da werden Buzz.Words durch die Gegend geschmissen und irgendwie ein sinkendes Schiff auf Kurs gehalten, obwohl der Kurs sichtlich nicht ans rettende Ufer, sondern in die Katastrophe führt. Wozu? Sie haben doch die Macht und auch die Möglichkeiten dieses Land zu retten, was hält Sie ab?

3/05/2026

Workflow zu langsam?

Warum reden wir uns ständig irgendeine Unzulänglichkeit ein? Ich habe in den letzten beiden Monaten eine Datenbank erstellt, in der ich alle meine bisherigen Songs katalogisiert habe, damit ich einen Überblick über mein Schaffen habe, ich arbeite derzeit daran, meine ganzen kreativen Ergüsse zu ordnen und zu katalogisieren, um im Falle des Falles wirklich etwas zu hinterlassen und nicht bloß Datenmüll, sondern etwas, womit man auch was anfangen kann.
Ich weiß gar nicht, ob ich da alleine bin und ob das vielleicht der Grund ist, warum ich das Gefühl habe, nie Zeit zu haben, aber ich erschaffe Tag für Tag etwas, ich sitze ständig und schreibe Notizen auf, formuliere herum oder schreibe mir selbst bei WhatsApp To-Do's und Erinnerungen, was ich als Nächstes anfangen sollte. Wenn die Menschen um mich herum sowas nicht tun, dann würde das erklären, warum sie Zeit nicht so wertschätzen, warum es Menschen gibt, die Langeweile haben können, ich verstehe das Prinzip der Langeweile nicht.

Ich könnte tagelang weitermachen, ich käme nie zu einem Ende, denn aus drei abgeschlossenen Dingen entsteht immer direkt etwas Neues, ich hänge einem Gedanken nach und entwickle zwanzig Neue, wie funktionieren Menschen, die nicht denken? Ich habe mir diese Frage nie gestellt, weil es in meiner Welt nie dieses Leben auf Pause gab? Mein Geist war stets auf der Suche und jeglicher Leerraum wurde mit Etwas gefüllt. Selbst meine tiefe Phase der inneren Leere ist im Nachhinein betrachtet eine Phase der Kreativität gewesen, thematisch sehr düster, das gebe ich zu, aber auch so voller Erkenntnis und Selbsterfahrung. Ich sehe manchmal Menschen stundenlang Spazierengehen, allein mit sich und danach frage ich sie, was sie denn jetzt Neues über die Welt wissen, über sich, welche Ideen sie bekommen haben und ihre Antwort ist: Nein. Versteh ich nicht.
Jemand lässt den Tag an sich vorbeiziehen und sieht in die Wolken, hört vielleicht ein wenig Musik, was für eine wundervolle Vorstellung den Geist zum Fliegen zu bringen, Gedanken anzuregen, Ideen zu entwickeln, Nein. Versteh ich nicht.
Büroarbeit, sich ständig wiederholende Tätigkeiten, selbst Knochenarbeit, die sich stets wiederholt, dabei ist das Gehirn auf Durchzug, sucht es sich nich etwas, damit es ON bleibt, Nein? Ich versteh es nicht, wirklich nicht.

Ich sag es euch ganz ehrlich, ich muss mich mit Beruhigungstabletten vollstopfen, um überhaupt mal nicht groß zu denken, ich denke immer noch bis ich einpenne, aber ich schlafe durch sie meistens ein paar Stunden. Aber auch das, wie kann man Schlafen als etwas entspannendes akzeptieren, ich versteh schon, dass der Körper als Maschine die Erholung und Wiederaufladezeitraum, das braucht aber im Prozess des Erschaffens ist es verlorene Zeit, jede Stunde, die ich schlafe, kann ich weder schreiben, reden, noch denken, wobei letzteres noch nicht bewiesen ist, denn Träumen kann durchaus wie eine Art Denkprozess verstanden werden im weitesten Sinne,
In letzter Zeit frage ich mich immer mehr, wie weit ich von der Norm abweiche mit meiner Art zu leben und wie viel Zeit mir noch bleibt. Dadurch stellt sich mir dann die Frage nach dem zu langsamen Workflow wenn ich jeden zweiten Tag einen kompletten halben Tag verliere, weil meinem Körper Behandlung zu Teil wird. Aus der Erfahrung der Vergangenheit ist das aber vielleicht genau das, was mit downt, damit ich nicht überdrehe, genau die Zwangspause damit ich nicht wieder overpowere und brenne bis die Flammen sich selbst fressen und keine Luft mehr haben. Maybe.

ADS-Gedanken? Maybe ihr Lieben, ich glaube wir sind nicht zu langsam, ich glaube wir sich einfach nur noch nicht optimiert, ich sehe da eine große Chance in unserer Zeit, wie wir Abläufe und Dinge, die uns unnötig Zeit kosten, die aber notwendig sind digitalisieren können, just-in-timiger in unsere Abläufe einbinden und / oder mehrere Dinge gleichzeitig machen können. Für mich hat sich zum Beispiel mit Anschaffung eines Heimtrainers die Zeit für Sport ergeben, wenn ich "Fernsehe", so Serien und YouTube Kram. Perfekt ist auch Hausputz und dabei Musik-Alben-Stapel durchhören, naja und dann die vielen Sachen, die ich eh gleichzeitig mache, weil ich mich nicht auf eine Sache konzentrieren kann.... Zocken, Schreiben, Musik machen, analysieren, katalogisieren, kommentieren, reviewen, sozialisieren, telefonieren, Essen, Trinken... Es ist bezeichnend, dass mein Magen knurrt, während ich diese beiden Dinge ans Ende der Auflistung setze.
In diesem Sinne...

11/21/2025

Oder einfach machen? WWJD

Warum soll ich, statt warum zu fragen, fragen was würde Jesus tun, warum nicht einfach machen? Warum muss ich mich ewig rückversichern und es nicht einfach, wie Jesus machen? Wenn ich fühle, dass es was zu lachen gibt, einfach lachen, wenn ich fühle, dass es was zu tun gibt, einfach machen.

Wenn ich fühle, dass mir Gott den ganzen Tag schon Liebe gibt, einfach freuen und mich nicht irgendwo in Unsicherheit flüchten und Jesus damit betreuen.

Was würdest du tun, wenn du Jesus wärst, wenn du grad zur Arbeit fährst, der alltäglichen Verkehrschaosscheisse ausgesetzt bist, Du würdest fluchen, den Parkplatz suchen und vermutlich auch den Feierabend herbeisehnen oder die Bahn zumindest mal kritisieren.
Was würde Jesus tun in der Schlange an der Kasse, macht er Terz mit Kleingeld, drängelt er sich vor oder ist er so wie wir? Möchte er bloß seine Einkäufe fürs Wochenende und nen Sechser-Träger alkoholfreies Bier und ein paar Snacks?

Warum soll ich mir die Frage stellen? Vermutlich wäre er übelst "Crashed Out" über so ziemlich alles, was wir tun, oder er täte das Gleiche, weil er wie wir ist.
Was würde Jesus tun, wenn das Internet nicht läuft, würde er zaudern oder zaubern oder telen, oder einfach kurz zu Vodafone und Glasfaser bestellen? Im Ernst, stellt euch Jesus mit Reichweite vor. Wie menschlich wäre er wohl noch? Würde er wirklich der Jesus bleiben können, den Millionen Menschen anbeten? Hätten Begriffe wie die Cloud noch die gleiche Bedeutung?

Jesus ist der Weg, der vor uns liegt, lohnt zu gehen, doch vieles kann man auch ohne ihn sehen, das Alltägliche schaffen wir schon alleine. Mit ein bisschen Menschenverstand und einem Paar gesunder Hände ist vieles machbar, ohne sich zu Boden zu werfen und um göttliche Hilfe zu bitten.

Was würde Jesus tun, wenn die Dronen demnächst in unsere Vorgärten stürzen und Krieg ausbricht, würde er sich nicht genau wie wir verstecken und aus dem Untergrund agieren? Was bringt uns die Frage, was Jesus tun würde? Wir wissen es nicht, es sich vorzustellen grenzt wahrscheinlich schon an Blasphemie, denn wir sollen uns eigentlich kein Bild von Gott machen, oder? Hier bin ich übrigens sehr an einer faktenbasierten Diskussion interessiert, die ihr gern in den Kommentaren sachlich führen dürft, vor Kurzem musste ich ja leider eine dieser Diskussionen in den Kommentaren löschen, dazu werde ich mich vielleicht noch gesondert einmal äußern.

Frag euch nicht was würde Jesus tun, fragt euch, was sagt mein halbwegs gesunder Verstand, denn du kannst davon ausgehen, dass die Antwort exakt die Gleiche ist, verschwende nicht deine Zeit, geh den Weg und du bist mit Jesus auch ohne Dauermanifestation. Oft würde er vermutlich eh antworten: Einfach machen! 

Was würde Jesus tun, wenn er müde ist? Ja genau, er geht pennen, so wie wir Alle.

Und versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan davon, in schwierigen Situationen Zwiesprache zu halten, mit sich selbst, Jesus, Gott, dem Universum, wie immer ihr es nennt, aber ein wenig Eigenverantwortung solltet ihr euch behalten, denn wenn ihr morgens schon die Entscheidung über den Kaffee höheren Mächten überlasst, naja denkt es bitte selbst zu Ende...

10/26/2025

Another Time Warp

Sonntagmorgen um 6 Uhr aufzustehen ist sicher nicht das, was der Großteil der Bevölkerung bevorzugt, ich bin davon generell auch kein Fan, allerdings ist es dann so schön ruhig und man hat wirklich mal Zeit in Ruhe wach zu werden und in den Tag zu kommen ohne den Stress der Woche und überhaupt. Eigentlich ist es ja schon 7, ach Leute diese unsägliche Zeitumstellung back to normal, ich glaub diesmal werde ich es kaum merken.

Ich muss mich mal melden, der Oktober verläuft so gar nicht, wie ich mir das vorgestellt habe, irgendwie habe ich neben einer kreativen Phase auch noch das Computerspielen für mich wieder entdeckt und wer von euch da auch into it ist, weiß, wie viel Zeit man da reinpulvert. Ich spiele gerne Wirtschaftssimulationen und Aufbauspiele und sowas, da merkst du nicht, wie die Stunden verfliegen, irre.

Der Blog ist deutlich in den Hintergrund gerückt, ich war ja fast besessen davon, hier jeden Tag dran zu sitzen, dann mach ich mir Gedanken über eine Veränderung und darüber mein Leben noch einmal neu auszurichten mit immer vierzig Lenzen und merke, dass der Blog mir zwar unglaublich wichtig ist, ich aber frei bin ihm nicht meine ganze Zeit zu widmen und so lerne ich mit jedem Tag ein wenig mehr darüber, dass meine Work-Life Balance auch funktioniert, wenn ich mir mehr Life gönne.

Das soll nicht heißen, dass ich alles einstampfe, was ich die letzten Jahre aufgebaut habe, es heißt nur, dass ich jeden Tag Prioritäten im Leben setze und auch wenn ich zum Beispiel das "Ölprinz Album" schon vor einem Jahr veröffentlichen hätte können, weil das Thema schon damals durch war für mich, naja jetzt ist es draußen und anstatt ein Riesen Bohai darum zu machen, wie ich es eigentlich wollte, ist es doch nur eine weitere Randnotiz in meinem Leben, das so voller Erinnerungswertem steck, da sollte man einem gar nicht mal so guten Ska-Western Album nicht so viel Aufmerksamkeit schenken, vor Allem nicht, wenn ich gerade in letzter Zeit so viel besseres erschaffen habe.

Als ich 16 oder 17 war, da wollte ich irgendwann das Leben eines Künstlers leben und berühmt sein natürlich. Heute brauche ich das berühmt sein nicht mehr, lebe mit Abstrichen im Grunde genau dieses Leben, dass ich mir damals vorgestellt habe obwohl ich damals nie geglaubt hatte, je so alt zu werden und dafür danke ich Gott und der modernen Medizin und meinem unbändigen Lebenswillen. Ich bin zwar körperlich eine Ruine und an vielen Tagen fühlt es sich an, als wäre es der letzte Tag, dennoch habe ich noch viel zu sagen, viel zu geben. Also, macht euch keine Sorgen, wenn hier derzeit nicht so viel los ist, ein Psychologiestudent, den ich gut kannte sagte mir schon vor zig Jahren, dass es immer ein gutes Zeichen ist, wenn man nicht zu viel in sein Tagebuch schreiben muss, denn es bedeutet meist, dass alles irgendwie ganz gut läuft. Wir neigen nämlich eher dazu zu jammern und das Leben in seinen guten Phasen als normal anzusehen, ich bin dankbar für normal, in diesem Sinne...

P.S.:
Grüße an die Nordfüchsin, den Blauwolf, Mondschein und alle anderen lieben Menschen, die in letzter Zeit so wenig von mir gehört haben, ich liebe euch!

10/18/2025

Die Katze ist aus dem Sack

Ehrlich gesagt frage ich mich schon länger, wie dieses Sprichwort zustande gekommen ist, hat man wirklich mal Katzen in Säcke gesteckt? Wie grausam? Und wahrscheinlich hat man sich dann gewundert, dass die aggressiv und unberechenbar da raus kamen und fauchend und kratzend auf ihren vermeintlichen Peiniger losgingen, der meist der Retter war. Eigentlich geht es ja um ein exposestes Geheimnis, also warum ausgerechnet eine Katze?
Doch welche Katze ist bei mir aus dem Sack? Nun ich habe jetzt länger nicht mehr regelmäßig gepostet und das hatte mehrere Gründe. Unter anderem hat es fast eine Woche gedauert meinen neuen Rechner so einzurichten, dass ich mit dem wieder arbeiten kann. Eigentlich habe ich sogar fast 4 Monate gebraucht, immerhin steht der seit Ende Juni hier, das ist eine andere Geschichte, vielleicht aber auch Symptom meiner derzeitigen Unausgeglichenheit. Ich bin unaufgeräumt und vernachlässige Dinge, die mir wichtig sind. Keine To-Do-Liste wird daran etwas ändern, solange ich nicht zurück zu meiner von vielen Menschen, die mich kennen so hoch gelobten Disziplin zurückfinde. Ich lebe derzeit viel zu sehr so, dass ich Impulsen nachgebe und nicht wie ich es bis Juni getan habe wirklich alles meinen höheren Zielen unterordne.
Doch obwohl ich in den letzten Wochen so viel aufräumen konnte, sind es immer noch so viele Dinge, die ich nicht beendet habe und da ich immer öfter die knochigen Hände des Sensenmanns auf meiner Schulter spüre, fühle ich mich in extremem Zugzwang und stopfe meine Tage voll mit Creation und weiß oft nicht, wie ich das alles noch schaffen soll und dann kommen auch noch neue Ideen dazwischen und kicken mich raus, weil ich in irgendein Rabbit-Hole krieche und am Ende irgendwo die Tiefe eines Eisbergs erklimme, es ist schwierig derzeit. Ich weiß nicht, wie Menschen es schaffen Langeweile zu haben oder Leere oder nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anstellen sollen. Ich wünschte ich könnte 72 Stunden wach sein, dann kurz Schlafen und wieder 72 Stunden haben. Schlafen und Ermüdung sind so eine Belastung für meine Kreativität.
Ich glaube, dass es keine gute Idee sein wird, dass ich einen kalten Entzug von Energy-Drinks mache, andererseits weiß ich, dass es gesundheitlich die beste Idee ist, die man haben kann..
Irgendwie werden meine Posts in letzter Zeit auch immer wirrer, oder? Wird höchste Zeit, dass ich meinen Termin bei Dr. Psycho habe, btw eine großartige Serie gewesen damals.
Ach so, die Katze: Tickman Life Records wird bald einiges mehr raushauen und ich denk wieder mehr an Sie, vielleicht ist das auch der Kreativ-Schub, vielleicht liegts an den Aliens, die mit 3I-Atlas kommen oder Swan oder Lemon, ich hoffe wir werden sie alle am Himmel sehen, vielleicht noch etwas zu früh in der Nacht heute... in diesem Sinne

10/04/2025

Man kann sich auch zu Tode To-Do-listen

Alter, heute kickt das ADS so krass, dass ich so schnell aufgedreht bis, dass ich nicht einmal bis zum Ende des Satz denke bevor ich mich unterbreche, um einen anderen Denkansatz wieder aufzunehmen. Ich wollte eigentlich über das Spektrum schwadronieren und darum, dass normalen Mensch To-Do-Listen ein absolut praktisches hilfreiches Tool sein kann, während es für den durchschnittlichen ADSler nur theoretisch eine Hilfe ist, vielmehr eine Hürdenlaufstrecke und die Chance für Selbstdepression, denn: Ich mache die Doppelpunkte, um diesen sowieso schon viel zu langen Satz zu unterbrechen, obwohl ich eigentlich einfach weiterschreiben wollte. Allerdings möchte ich neben der Verdeutlichung, wie meine Texte entstehen auch noch, dass sie jemand "normales" lesen und verstehen kann, daher muss ich mich immer wieder ausbremsen. Das Problem für mich ist, dass dieses "Ausbremsen" dann auch oft dazu führt, dass ich vergesse, was ich eigentlich kommunizieren wollte, weil der von mir eingeschlagene Sprachwasserfall keinen Stau duldet und Wasser fließt nun mal nicht bergauf und irgendwie scheint alles was ich loswerden will auch einmalig den Fluss herabzufließen und wenn man es verpasst, nun ja, es hat mich schon genug Energie gekostet, das alles so komprimiert und für dich verständlich zu formulieren, dass ich oft das Gefühl habe, das nicht noch einmal zu erinnern oder durch die Veränderung von Betonungen oder einzelnen Worten nicht mehr das zu sagen, was ich eigentlich sagen wollte und damit fast schon unehrlich bin. Lange Sätze ohne Inhalt sind eine ziemlich gute Entsprechung für To-Do-Listen im Leben eines ADSlers, denn meist schaffe ich es kaum zum dritten Punkt der Liste bevor ich so oft abgelenkt wurde, dass ich im Grunde eine neue Liste anfangen könnte oder mir Gedanken darüber mache, dass die Punkte viel zu grob gegliedert sind und man doch einen Kalender holen müsste  und wenn man den schon da hat, kann man ja grad die Geburtstage eintragen und die Spiele von Borussia und mitten da drin fällt dir ein, dass nächste Woche Länderspiel ist und du damit das Wochenende frei hast, irgendwer wollte doch was mit mir machen, ach ja, dann sollte ich vielleicht mal meine Wohnung grundreinigen, am besten fang ich schon mal an den Schreibtisch aufzuräumen, aber erst grad noch gucken, ob wir um 1530 oder 1830 spielen, wow Nachrichten, oh Rabbit Hole, was Essen? Ist schon Mittag? Abend? Wie meinst du das, die Geschäfte haben schon zu? Soll ich jetzt bis Montag warten, die Wohnung zu putzen? Ich glaube die Situation, wenn auch gewissermaßen überspitzt dargestellt wird klar. Ja, man kann sich zu Tode To-Do-listen, manchmal habe ich sogar das Gefühl, wenn ich meine Ablagen durch schreddere, dass To-Do-Listen einen großen Teil von meinem Büropapier ausmachen und zum Teil Künder von Kindern von To-Do-Listen auftauchen, richtig hart wird es, wenn ich mir die genauer angucke und merke, dass ich davon zum Teil Dinge gar nicht erledigt habe und sie auf die Tages-To-Liste setze und genau weiß, dass sie da auch drauf bleiben, mindestens, bis ich das nächste Mal schreddere.
Und auch wenn der Post, wie ein überdrehter Jammer-Post rüberkommt, ich liebe mein ADS die meiste Zeit, weil es mir die Chance gibt meine Aufmerksamkeit auf so viele Dinge zu richten, das ich selten das Gefühl habe unterfordert zu sein, was ich früher öfter hatte. Das Gegenteil ist zwar auch öfter der Fall, Runterkommen fällt mir wirklich schwer und Schlafen ist ein Dauerproblem, allerdings habe ich es lieber so als zu den Menschen zu gehören die Langeweile kennen. Und keine Ahnung, ob das dazu gehört aber da ich immer Musik oder Gebrabbel um mich habe komme ich ganz gut klar meistens, sollte ich darüber jetzt echt nachdenken?

9/20/2025

Zivilisatorische Nachweisgrenze

Die Menschheit, wuseliges Blinken auf einer blauen Kugel irgendwo im Nirgendwo. Was bleibt übrig? Wir hinterlassen nichts! Überlegt mal, was von eurem Leben übrig bleibt, wenn ihr nicht mehr seid.

Keine Depression bekommen, ich weiß! Von mir bleibt sehr wahrscheinlich ein wenig Rauschen in den Ohren derer, die mich kannten, vielleicht ein bisschen Papier, ein wenig Vinyl und in zwei Generationen ist davon gar nix übrig, wenn es nicht digitalisiert wurde. Und hey, wenn es dann erst digitalisiert ist, ist es komplett verloren. Pyramiden, die bleiben, irgendwelche Steinkreise, an Höhlenwände gemalte Bilder, die bleiben. Wir leben so schnell, gönnen uns keine Zeit und hinterlassen Nichts. Man könnte sich fragen, was wir denn hinterlassen wollen? Man könnte sich auch fragen, was wir über die alten Ägypter oder Höhlenmenschen wissen? Und ob wir als Menschheit nicht schon einmal an dieser Stelle waren? An einer Stelle der Hochzivilisation mit der Hybris an uns selbst zu scheitern, weil wir eben keine Menschheit sein können sondern nur verschiedene Zivilisationen, die keinen gemeinsamen Nenner finden, an einer Stelle wo wir vom Antlitz der Erde verschwunden sind, nur unglaubliche Bauwerke und unendliche Rätsel hinterlassend mit Geschichten von Göttern und Besuchern. Und wer sagt uns eigentlich, dass der ganze Kram, den Wissenschaft uns über die Vergangenheit sagt wirklich wahr ist und sind sogenannte Schriftgelehrte (aus welcher politischen, religiösen Richtung auch immer) nicht im Grunde auch Interpreten von unbekannten Songs? Wer sagt uns, dass die Höhlenmalereien Szenen des Lebens von Höhlenmenschen zeigen und nicht einfach nur das sind, was meine Generation mit Wachsmalstiften auf altes Druckerpapier gemalt hat? Wir wissen es nicht, wie können wir auf Worte von Menschen vertrauen, die zigtausende Jahre vor unserer Zeit gelebt haben und daraus für uns etwas ziehen? Wie können wir hoffen, dass neben der ganzen Social-Media Scheiße die tagtäglich über unseren Planeten zieht irgendwas sinnvolles übrig bleibt? Man stelle sich vor, Gott, Außerirdische, irgendjemand, der mal nach dem Stand der Dinge lauscht würde in das Rauschen unseres Planeten reinhören...

Ich bin schon lange nicht mehr so misanthrop, wie ich es früher war, eine Stunde Internet ändert so einiges im Mind-Set und als wir damals dachten, es wäre eine gute Idee für alle Menschen, sagen wir mal, die Aussage ist schlecht gealtert. Ich bin kein Gelehrter und mein Glauben kann auch nicht jeden Berg versetzen, ich bin nicht so intelligent, wie viele meinen und mein Körper ist eine Ruine, mein Geist lebt in diesem Internet, unserem Turm von Babel, ich lebe irgendwo in einer kleinen Luke ganz unten, da wo man nichts mehr sieht, wenn von oben ein paar Stockwerke runterkommen. Was will ich sagen? Nach zigtausend Jahren Evolution ist aus uns Affen einst etwas geworden, dass Monumente für die Ewigkeit bauen konnte, wir haben den Sohn eines Gottes getötet um uns mit ihm zu versöhnen, wir sind nicht bereit. Was immer uns bevorsteht und wo immer wir hinsteuern, wir sind nicht bereit. Nicht bereit! Absolut nicht bereit!

9/18/2025

Warum ist Krankheit tabu?

Ich weiß nicht, wie es euch geht, in letzter Zeit lese ich immer wieder, dass irgendwelche Sidetrack-Promis ganz offen über ihre Krankheit sprechen...

Ich bekomme dann so viele Fragezeichen, dass ich fast komplett in Aktionismus verfalle und wissen will, welche Krankheit eigentlich (mir ist klar, dass das der Bait des Artikels sein soll), meistens direkt gefolgt von der Frage, wer die Person eigentlich ist und wer das wissen will und dann wird mir klar, dass ich das wissen will und dass es doch ganz normal ist, dass Menschen krank werden und eben Krankheiten haben. Wer wirklich denkt, dass die Normalität ist, dass man gesund ist, der hat noch nicht viel gelebt. Mir ist klar, dass wir alle zum ersten Mal leben und daher nicht ständig mit Krankheit konfrontiert, werden wollen und mit unserer Verletzlichkeit und Sterblichkeit als Menschen, allerdings sagt mir schon die Logik, dass ein Organismus, der sich nahezu in jeden Bereich des Planeten ausgebreitet hat, selbst von Organismen bewohnt genauso Teil von Wiedergeburt und Vergehen ist, wie jedes andere Lebewesen. Und dadurch, dass wir immer älter werden, ist die Wahrscheinlichkeit irgendwann innerhalb dieser Lebensspanne krank zu werden nahezu bei 100% und es etwas ganz Normales ist. Ich frage mich immer, warum wir es tabuisieren oder so tun, als ob es was Schlimmes ist, krank zu sein und sich mit seiner Krankheit abzufinden. Ich erlebe in meinem Leben so viel Krankheit, dass ich es fast schon als besonders ansehe, wenn jemand mal nicht krank ist, und das meine ich in jeglicher Hinsicht, von Erkältung über akute Psychosen bis hin zu chronischen Hautkrankheiten oder Krebs und Demenzerkrankungen, wir sind umgeben von Krankheit. Was denkt ihr denn, wie die Pharmazie zur Industrie werden konnte? Und habt ihr schon mal einen armen Apotheker gesehen? An kranken Menschen will jeder mitverdienen, am besten bevor diese sterben, denn dann sind sie ja keine Kunden mehr. Ich wollte eigentlich gar nicht in diese Richtung abdriften, aber wenn ich dann manchmal diese Influencer sehe, die sich einreden, dass körperliche Probleme die eindeutig in ihrer Psyche zu suchen sind durch irgendwelche Salben geheilt werden, die sie in einer klinischen Umgebung bekommen, wo sie von ihrem Alltag entfernt genesen, dann fragt man sich doch ob DAS nicht vielleicht eher der Grund für die Genesung ist und wie lange der Geist die Illusion aufrecht halten kann, dass es nicht daran liegt, dass man in einer toxischen Umgebung lebt und für irgendwelche Placebo-Tunken hunderte von Euro ausgibt und am besten noch allen Freunden Bescheid sagt, damit die sich damit auch einschmieren und nach einem halben Jahr feststellen, dass alles was man damit verdient hat die Grundproblematik gar nicht geheilt hat und man am Ende einfach immer noch lost ist. Ach, Scheiße Leute, die Welt ist krank, wir stecken uns jeden Tag mit irgendeinem Mist an, weil wir aufgehört haben, einfach mal wir selbst zu sein und dem Spiegelbild Stand zu halten. Fucking unperfekt und wasted, aber eben WIR.

Ja kann er so leicht sagen, sein größtes Problem ist ja nicht, dass er auf einen Termin für einen Psychiater wartet, der gewissermaßen darüber entscheidet (auf lange Sicht), ob er leben darf, weil er auf eine Transplantationsliste gesetzt werden kann, weil er seit fast 13 Jahren keinerlei Anstalten gemacht hat sich etwas anzutun, im Grunde ist dieser Blog das beste Dokument meines geistigen Zustands, am liebsten würde ich das Alles ausdrucken und dann die 3000+X Seiten überall dort abladen, wo man Fragen zu mir hat. Dann müsste ich nicht mehr reden, andererseits wäre das wohl auch sehr unerwachsen, oder? Ich glaub schon, nein Leute, jeder hat sein Päckchen zu tragen und wir sollten uns damit abfinden, dass wir schon klarkommen. Kein Problem ist mehr wert als das eines anderen. Das habe ich schon vor langer Zeit kapiert und es macht das Leben mit Menschen so viel leichter. Wenn der Empath in mir jetzt noch irgendwann kapiert, dass er genug eigene Lösungen zu finden hat, brauch er sich nicht auch noch die Probleme aller Menschen annehmen, es ist (zumindest kommt das langsam bei mir an) nicht meine Aufgabe. Ich krieg so langsam eine ganz gute Ahnung davon, was meine Aufgabe hier auf Erden ist. Und das ist okay. So Gott will!

9/13/2025

Krone der Schöpfung?

Darf der Mensch, alles, was er kann? Und wo endet "sich die Erde untertan machen"? Sind wir Götter, weil wir wie Ameisen ein paar kranke Experimente mit unseren Artgenossen machen? Ist es nicht immer wieder unglaublich wie überheblich wir uns selbst "Krone der Schöpfung "nennen? Ich meine, es ist ja nicht so, dass irgendwo eine Konferenz der Tiere stattfindet, die uns dazu gewählt hätten, weil sie erkannt haben, dass wir einfach von allen die BESTEN sind, oder?

Im ersten Schöpfungsbericht (Genesis 1,26–31) heißt es:

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, als unser Abbild, uns ähnlich. [...] Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich auf der Erde regt."

Findet ihr auch immer, dass es so merkwürdig klingt, wenn Gott im Plural spricht? Ich denke dann immer, königliches Wir oder gibt es da wirklich nicht nur den Einen, wie die Präastronauten denken. Ich habe das mit der Krone der Schöpfung mal in die Suche auf dem Bibelserver eingegeben und siehe da, NÜSCHT, allerdings steht in Psalm 8:

„Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“

Sprachlich interpretierbar, hier wird zwar von Krönung gesprochen, jedoch ist es vermutlich eher ein Wort, ihre Stellung als positive Wesen zu betonen. Könnte aber auch genau das heißen, was weiß ich schon?

Erklär mir einer Zensur und TikTok!

Kennt ihr das, ihr wollt nur mal grad ein kleines witziges Bildchen prompten, um einem Menschen in eurem Bekanntenkreis ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ChatGPT stellt sich tierisch an mit unangemessenem Inhalt und mimimi?

Der Grund ist of, dass zu viele Begriffe mittlerweile mit sexualisierten Inhalten verknüpft sind, das macht es selbst für Menschen mit einem großen Wortschatz und viel Kreativität schwer gut zu prompten. Sind wir nun aber übersexualisiert oder einfach schon immer eine primitive Spezies, die auch in der Sprache nur an Sex und Fressen denkt und damit das sprachbasierte Internet ein Moloch ist?
Es ist leider auch so, dass Gewalt und gewisse Darstellungen davon, selbst wenn sie ironisch oder satirisch gemeint sind, nicht machbar sind. Das Schlimme daran finde ich nicht einmal, dass es nicht möglich ist, sondern dass es nicht möglich ist, weil der spätere Betrachter nicht in der Lage ist zu filtern, dass das Bild, was er da sieht ohne Kontext überhaupt keine Bedeutung hat und der Kontext vom Ersteller stammen sollte. Und um zu verhindern, dass der schlimmste anzunehmende Unfall passiert und der Betrachter denkt, der Ersteller sei pervers oder eben der Betrachter radikalisiert sich, läuft amok oder sonst was, zensieren wir uns die Welt zurecht zu einer comichaften Digitalparade, während in den Kriegsgebieten dieser Welt der wahre Graus eine Anziehungskraft erhält, weil er echte Greuel zeigt. Eine kranke Welt und Freiheit wird im Internet mit Wattebäuschchen und Zensur verteidigt, und in der Ukraine mit Drohnen und Lenkraketen, erklärt es mir.

Ich habe schon vor zwanzig Jahren große Probleme damit gehabt, die Zensur in der Kunst zu akzeptieren und ich hatte eigentlich das Gefühl wir waren auf einem guten Weg der totalen Offenheit allem gegenüber, doch scheinbar ist die Menschheit dafür nicht intelligent genug, wie anders ist zu erklären, dass ein frei drehendes X zu einem Sumpf allen Schlechten geworden ist, TikTok ein Paradies des Hirnlosen und Bösen geworden ist und vieles mehr und Millionen Menschen DAS Unterhaltung nennen und zwar unironisch, das ist wild, erklärt es mir.

Originalprompt: paradiesischer Dschungel mit Zombies im Dickicht, düster, TikTok Style

Bin ich zu alt? Erklärt es mir! Bitte!

9/10/2025

Karneval am Mittwoch

Mit ein wenig Hilfe bei der Übersetzung heute mal op kölsch:

"Boah, do weed mer ja jeck. Dat janz hee is widder son chaotesche Zirkus met de Jetränke. Do stelle se dir ene Kaffee hin, un ehe de wat saache kanns, hauen se vier Stück Zucker erin – vier! Dat es doch total verröckt, oder? Wat för ne irre Nummer.

Un dä Schwester Karneval, herrjot, dat Mädsche es hochbegabt un trotzdem janz schön drüber. Do kütt se aan un verzällt dir e Jonges kütt: vom Nachmittachsprogramm, vun früher früher, als alles noch ne Stunde früher früher wor – un üvver Zucker, Zucker un Konfetti, als wenn dat dat Wichtigste op dä Welt es. Aber wat soll mer saache? Op Kölsch jitt et immer jet ze laache un zur Not jevv mer einfach e fröhlich Bützje, dann weed alles widder joot.

Zohus hätt se jetz ene Saugroboter – „großartig!“, saht se. „Besonders wenn de lang nit doheim bess un immer nur op de Beene.“ Un do schwebt dat Dings über de Flure, macht Wisch wisch wisch, un alles blenkt. Für die Einen de Himmel, für die Andere nur noch eine Maschine, die mehr weiß als de Familie.

Un dann is et widder soweit: Karneval! Nach dem Saufen kütt die Büttenrede, du stehs’ do un versöhks noch einzel Sätz zusammenzukrieje. Un trotzdem: Mer hält de Liebste un de Patientche immer op dem neuste Stand – egal wie jeck et zujeht. Dat es Köln. Dat es Heimat. Dat es Lääve."

Und wer es jetzt immer noch nicht verstanden hat, warum ich diese "Sprache" nicht mag, es gibt eine Millionenstadt, die nach euch ruft...

Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM?! (Part 6)

Ich möchte mich nicht als jemanden verstanden wissen, der generell etwas gegen Christen hat, vor allem nicht, weil ich mich selbst für einen Christen halte, mir geht es um einen reflektierten Umgang dessen, was ich repräsentiere, als Christ, als Mensch, als Individuum im Jahre 2025.

Es gibt den christlichen Glauben an sich und der ist bei vielen Leuten echt, reflektiert, liebevoll, solidarisch, kritisch, manchmal sogar richtig schön menschlich und es gibt religiöse Systeme, die mit dem Glauben der Menschen eigentlich gar nichts mehr zu tun haben, sondern nur mit Macht, Geld, Druck, Kontrolle, Identität und Angst.

Und nur weil es diese Systeme gibt, heißt das nicht, dass jede gläubige Person mitmacht oder dafür steht. Viele Christen kämpfen selbst gegen genau diese Strukturen an. Man muss also immer, wenn man sich in dieses Themengebiet begibt versuchen rational zu bleiben und unterscheiden zwischen:
 Glaubenden (Menschen mit persönlichem Glauben)
• Gemeinden (sozialen Gruppen mit Kultur und Regeln)
• Organisationen (Institutionen mit Macht)
• Extremgruppen (Manipulation + Ausbeutung)

Zumindest ich prangere alles an, was auf welche Weise auch immer Einfluss auf meinen persönlichen GLauben und meine Lebensweise nehemn will, das sich zwischen Mich und Gott stellen will, weil es stets eine Instanz zu viel ist, die psychologisch, physiologisch oder mit weltlichen Dingen versucht meine unsterbliche Seele von Gott zu trennen. Und ja, der Punkt ist diskutabel, so wie so ziemlich alles zu dem Thema immer und von allen diskutabel bleiben sollte. Erst wenn wir nicht mehr über die Möglichkeit von Gott sprechen, gibt es keinen Gott mehr auf der Welt.

Und das bringt mich zu einem sehr ernsten Thema im Umgang mit Christen und der Art, wie sie die Welt sehen (wollen). „Wer meint, die Bibel sei das geschriebene Wort Gottes, hat den Bezug zur Realität verloren.“ (Rezo)

Historisch gesehen ist die Bibel über Jahrhunderte zusammengesammelt worden, Texte wurden ausgesucht, andere verworfen, es gab unzählige Übersetzungen, Machtinteressen, Fehler, Ideologien, die Einfluss nahmen, viele frühe Geschichten wurden nur mündlich weitergegeben (Stille-Post-Prinzip) und erst Jahrzehnte später zu Papyros gebracht. Die Bibel ist eine Sammlung aus Kultur, Mythos, Trauma, Weisheit, Angst und Hoffnung von Menschen. Niemand weiß, wie viel davon historisch ist, wie viel übertragen, wie viel symbolisch, wie viel später hinzugefügt wurde

Wenn jemand das ignoriert und sagt: „Das ist 1:1 Gottes Wort“, ist für mich ein echter Dialog fast unmöglich. Diese Person will nicht diskutieren, sie will verkünden und am besten noch von oben herab, Kanzelstyle wie in der Kirche.

Warum, wenn ich akzeptiere, dass die Bibel von Menschen geschrieben ist und dadurch eigentlich keinen Anspruch auf irgendeine Wahrheit hat, warum behaupte ich Christ zu sein, warum glaube ich an einen Gott und warum ist das kein Widerspruch? 

Ich glaube, aber reflektiert, ich trenne meinen persönlichen Glauben von menschlichen Machtstrukturen, von manipulativer Kommunikation durch vereinnahmende Gemeinschaften, ich ordne historische Verbrechen ein und versuche schlechte Auslegungen der Grundidee nicht direkt als falsch anzusehen, sondern vielmehr alles als diskutabel und hinterfragbar. Und wenn man mich fragt, ist das eigentlich die einzige Form des Glaubens, die heute rational tragfähig ist.

Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM?! (Part 5)

Das Christentum hat eine Geschichte voller Gewalt, Unterdrückung und Machtmissbrauch – und trotzdem behaupten viele Christen, ihre Religion sei moralisch überlegen, dazu nimmt der geneigte Sünder dann den Blankoscheck "Jesus ist für unsere Sünden gestorben, alles ist vergeben", her und ist mit sich fein.

Das mag unglaublich tröstlich klingen, ist aber historisch gesehen ein Werkzeug zur Verantwortungslosigkeit geworden.
Inquisition & Hexenverfolgung
Zwangsmissionierung & Kolonialverbrechen
Kirchenstaatliche Gewalt & Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen
wurden nicht nur von ein paar „verirrten Christen“ begangen, sondern systematisch, organisiert und über Jahrhunderte hinweg.

Dass manche Christen heute sagen: „Das gehört der Vergangenheit an, Jesus hat uns vergeben!“, wirkt wie ein moralisches Reset, das ihnen erlaubt, über die historischen Folgen hinwegzugehen. Leider ist das kein Glaube sondern ein Narrativ zum Schutz der eigenen Identität. 

Die Inquisitoren dachten, sie würden Seelen retten. Die Autoren des Hexenhammers dachten, sie verteidigten Gottes Ordnung. Die Conquistadoren dachten, sie missionieren und erhöhen die göttliche Herrlichkeit. Keiner dieser Leute dachte: „Ich tue Böses.“ Sie dachten: „Ich bin das Werkzeug des Guten.“ Und das Gleiche gibt es heute, ich bin davon überzeugt, dass diese Menschen denken, sie tun etwas gutes wenn sie sich folgenden Agenden hingeben:
• homofeindliche Predigten & transfeindliche Ideologien
• anti-islamische oder antisemitische Rhetorik
• Wohlstands-Evangelium („Gott will, dass du spendest“)
• Dämonenaustreibungen & Wunder gegen Geld & Flammen-Hirnwäscherituale

Wobei vielleicht nicht alle wirklich glauben, moralisch zu handeln, weil sie Gottes Stimme zu kennen glauben, vielleicht ist die Stimme der Selbstbereicherung in einigen Fällen noch etwas lauter, aber das ist natürlich nur eine Vermutung meinerseits, was ich dann anprangern würde.

Und hey, da kommt ja dann Christen-Life-Hack für jede Lebenslage ins Spiel, selbst wenn irgendwas davon falsch wäre, entweder ließe Gott es mich gar nicht erst tun oder es ist sein Plan oder es ist vergeben, wie kann man das heute noch sagen?

Man nutzt die Vergebung als Glaubensgrundsatz und ordnet dem Kollektiv alles unter, was als individuelles Fehlverhalten nicht toleriert würde, niemand sagt schließlich gerne: „Ich gehöre zu einer Religion, die tausendfach Mord, Gewalt und Unterdrückung zu verantworten hat und denjenigen hingerichtet hat, der ihre Glaubensgrundsätze in die Welt gebracht hat.", "Wir wurden doch verfolgt als Christen!", klingt doch viel besser

Und "Moderne Christen" sehen sich sowieso als viel besser als die der Vergangenheit, denn das war ja dunkle Vergangenheit und heute ist man aufgeklärter und moralisch ganzheitlicher. Oft ist das jedoch nur ein Deckmantel, um nicht über die Widersprüche nachzudenken.

Die zentrale Frage, abschließend zu klären: Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM, die Doppelmoral ist zeitlos, weil strukturell. Individuell gibt es eine Vielzahl von Gläubigen, die sich als Christen empfinden, ohne einer übergeordneten Instanz anzugehören, wie einer Kirche/Freikirche, einer Gemeinde oder irgendwelchen sektenähnlichen Gemeinschaften.

Es gibt heute Christen, die die Vergangenheit aufarbeiten, die Diskriminierung jeglicher Art bekämpfen, die historisch reflektiert sind, die offen sagen: „Wir waren Täter“, die ohne Absolutheitsanspruch glauben und sogar solche, die Psychologie, Wissenschaft und Glauben verbinden und damit einem Ansatz von Gottes Liebe über Allem näherkommen als jene, die sich in die entgegengesetzte Richtung entwickelten, denn es gibt auch immer noch: religiöse Machtmissbrauchsstrukturen, Menschenverachtung unter dem Deckmantel Gottes,  Heuchelei, Bigotterie, den Missbrauch geistlicher Autorität, Angst basierte Theologie und jegliche Leistungen des Glaubens gegen Geld, obwohl das Gebet heute wie damals immer noch die schnellste Verbindung zu Gott ist.

Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM?! (Part 4)

Hat sich die Doppelmoral mancher Christen geändert?

Ehrlich? Nein, nicht wirklich. Es gibt viele Christen, und die möchte ich hier wirklich herausnehmen, die sich weiterentwickelt haben, sie leben nach den Werten Jesu und verhalten sich dementsprechend, unabhängig davon ob es ihnen persönliche Vorteile verschafft oder ihr Leben erleichtert, naja und dann gibt es halt die Doppelmoralisten, die der Meinung sind, dass der Glauben ein Baukastensystem ist oder nur das "Privatleben" betrifft oder irgend so einen Blödsinn. Der Mechanismus ist derselbe wie vor 500 Jahren: Religion wird als Machtinstrument benutzt und Christ sein bedeutet Erhabenheit und "Herrschaft". Auch heute benutzen manche christliche Gemeinden Religion um: • Geldströme zu sichern • psychischen Druck aufzubauen • Hierarchien zu stabilisieren • Menschen abhängig zu machen • politische Agenden zu pushen

Dass ist aber kein theologisches Problem, sondern ein soziologisches, wo Gruppen Macht bekommen, entsteht Missbrauchspotenzial, egal ob Kirche, Verein, Partei oder Sekte. Die Gefahr liegt in der Semantik. "Gott will es", ist zeitlos gefährlich. Sätze wie dieser sind Rechtfertigung für moralisch fragwürdiges bis verwerfliches Handeln, das ist nicht Glaube – das ist Manipulation.

Manipulation einzelner zum Wohl des Goldsäckerls der Kirche war schon früh ein systemisches Problem machtbesessener vermeintlicher Christen, die an der Spitze von Kirchen oder Glaubensgemeinden saßen. Die Conquistadoren boten den Eroberten „Rettung“ an, sie in die Kirche aufzunehmen, Kirchen verkauften Ablassbriefe, wo gegen Gold Sünden erlassen wurden. (Anm. d. Autors: Jesus hat alle Sünden vergeben, wie konnte das ein Geschäft sein?)
Heute verkaufen manche Freikirchen: • Wunder • Segnungen • göttliche Geschäftsstrategien
und wer weiß was nicht sonst noch Alles, das geht von gesegneten Cremes gegen Akne bis hin zu Wasser aus irgendeiner x-beliebigen Quelle gegen Krebs für hunderte von Dollars. Und alles läuft nach dem gleichen Prinzip:  Spirituelles Versprechen → gegen Geld → gegen Loyalität → gegen Identität.

Damit es fair bleibt muss deutlich erwähnt werden, dass heute viele christliche Bewegungen existieren, die UNGLEICH ethischer sind, es gibt: • progressive Kirchen • queere Gemeinden • sozial engagierte Gemeinden • ökumenische Bewegungen • Christen, die gegen Diskriminierung kämpfen • Christen, die Antimissbrauchsarbeit machen • Christen, die sehr reflektiert glauben Diese wären im 16. Jahrhundert schlicht verboten oder verbrannt worden. Der Graben zwischen missbräuchlichen und ethisch integren Christen ist heute viel größer sichtbar. Vor Allem fallen die radikalen Gruppen auf und freuen sich eines Zulaufs, weil sie ganz dem Zeitgeist nach handeln und Sensation statt Substanz anbieten. Wen interessiert schon, dass still und heimlich ein Christenmensch auf der Straße einem echten Bettler eine warme Mahlzeit ausgibt, wenn nebenan eine Reinigung der Seele durch das Starren in eine Flamme angeboten wird oder Exorzismen als Heilung für Depressionen medial einer viel größeren Masse gezeigt werden, als der stille Christ, der jeden Monat einen Teil seiner Zeit damit verbringt, einfach mit älteren Menschen zu sprechen, die niemanden mehr haben. Die Show hat wieder einmal Einzug gehalten. Ich bin nicht bibelfest genug, um das mit nem Zitat zu belegen, ich meine aber, dass schon Jesus verurteilt hat seine Wunder als Zaubershow zu verstehen und noch mehr hätte er vermutlich die Betrügerei von Gläubigen verurteilt, denen man Geld aus der Tasche zieht um sich auf Kosten der Gemeinde irgendwo eine Insel zu kaufen, weil man zwei drei Schauspieler dazu gebracht hat in einem Gottesdienst wieder laufen zu können, obwohl man im Rollstuhl kam. Ich prangere das jedenfalls entschiden an.

Vermutlich ist das Hauptproblem des Ganzen der Mensch, der der ist seit damals der gleiche geblieben und anfällig für:  Macht, Führung, Angst, Überzeugung und Gruppenzwang, ob im Mittelalter oder 2025, der einzige Unterschied ist vermutlich, dass man nicht mehr zwangsweise Teil einer solchen Gruppe sein muss. Kirchen werben zwar mit Show und Entertainment, deinen Weg zu Gott kannst du heute jedoch ohne staatlichen Druck und individuell finden, ohne Unterdrückung und Androhung von Tod und Unterwerfung, wenn du es nicht tust. Das gilt natürlich nur für jene freiheitlich lebenden Menschen.

Das führt dazu, dass es Christen gibt (vermutlich gilt das auch für Gläubige anderer Richtungen), die heute ehrlicher, reflektierter, moralischer leben als je zuvor. Und es gibt Christen, die exakt dieselben Muster nutzen wie die schlimmsten religiösen Machtapparate der Vergangenheit. Der Unterschied liegt nicht im Glauben, sondern im Menschen und im System, das er baut. Interessanter Denkansatz, oder?

Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM?! (Part 3)

Wie kann sich das Christentum für moralisch überlegen halten?

Nehmen wir als Beispiel die Conquistadoren, die missionierten und mordeten im Namen ihres Königs, Gottes und im Namen der Kirche und ein bisschen wegen Gold, maybe (Anm. d. Autors). Die Moral war zu dieser Zeit ein Kann, kein Muss, "Christ sein" bedeutete vor allem Identität, politische Legitimatioin, Rechtfertigung von Herrschaft, das Christentum war Ausweis von Zivilisation und Macht. Hauptsache man war getauft, besuchte regelmäßig die Messe und hielt die Fahne des richtigen Königs hoch. Die Kirche finanzierte das Ganze und hoffte auf Rendite, neue Seelen für Gott und verkaufte die Kolonisation Amerikas als heiligen Auftrag, direkt von Gott, wilder Take, wenn man da heute drüber nachdenkt. Oder?

Gibt es nicht heute auch noch diesen moralischen blinden Fleck, des Denkens: "Wir sind die Guten"? Christen, heute wie damals kommen nicht auf die Idee, dass sie vielleicht etwas Falsches tun, weil der Grund immer der richtige ist. Während sie einem Kind die Eltern wegschlachten und dieses dann in den Schoß der Kirche aufnehmen wähnen sie sich auf der richtigen Seite, da die Getöteten ja sowieso den wahren Gott nicht kannten, also unterworfen oder getötet werden dürfen, da ihre Leben nichts wert sind. Es gibt diese Denkweisen noch heute und so sehr ich verstehe, wo das herkommt (Gruppendynamiken ohne persönliche Ethik und Kadavergehorsam) ist mein christliches Verständnis jenes, das jedes Leben schätzt und jeden, der "anders" ist ehrt, jeder Mensch ist lebenswert und ein Kind von Gottes Liebe, ob er/sie nun an ihn glaubt oder nicht. Es gibt religiöse christliche Strömungen, die besagen, dass man sich für Gott entscheiden kann, dementsprechend sollte man niemanden, der (noch) nicht an ihn glaubt vorverurteilen und ihm die Liebe Gottes absprechen, oder?

Viele Conquistadoren führten ein Doppelleben: • brutal in der Eroberung • fromm im Gottesdienst, Work-Life Balance vor 600 Jahren, man trennte strikt zwischen persönlicher Sünde und dem, was man im Namen des jeweiligen Arbeitgebers tat, ob das nun wieder das Ding mit der Verantwortung an Gott geben war oder ob sie wirklich einfach nicht drüber nachgedacht haben, dass sich ihre beiden Lebensbereiche komplett konträr verhalten weiß ich nicht, aber ich prangere das an.

Was ich allerdings "damals" verstehe, ist: „Christlich“ definierte nicht das Verhalten, sondern die Zugehörigkeit: zur christlichen Kultur, unter einem christlichen König lebend, getauft sein, rituell geschult. Die Obrigkeit bestimmte dann, was zu tun sei, im Namen der Krone, im Namen der Kirche und im Endeffekt im Namen Gottes. Ein moralisches Auflehnen fand vermutlich nicht statt, weil die Möglichkeit als direkter Verrat an Gott und somit zu bestrafender Sünde angesehen wurde. Man darf nicht vergessen, dass es früher fast ausnahmslos totalitäre Reiche gab, die den Machtanspruch oft brutal und mit grausamer Härte gegen das eigene Volk durchsetzten, gerne auch im Namen Gottes natürlich.

Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM?! (Part 2)

Die Entstehungsgeschichte des Christentums mit seinen unzählbaren Unterkategorien ist mannigfaltig und wie im ersten Part berichtet von ebenso unzähligen Einflüssen und Zielen geprägt.

Warum beansprucht jede Gruppe, dann recht zu haben, liegt ihnen doch allen das gleiche Konzept zu Grunde?

Und hier kommen wir zu dem, was ich an Religionen nicht verstehen kann und vielleicht auch gar nicht will, denn für mich deckt es sich nicht mit der Grundidee. Religion hat fast immer absolutistische Wahrheitsansprüche. Wenn man glaubt, die Wahrheit komme von Gott, dann glauben viele automatisch:„Wir haben die richtige Auslegung – die anderen liegen falsch.“ Doch wenn die Wahrheit von Gott kommt, dann ist die richtige Auslegung doch nicht das, was irgendein Kirchenoberhaupt sagt oder jemand, der das Buch interpretiert, sondern, das, was Gott sagt und das muss doch schlussendlich jeder Gläubige für sich selbst leben, wahrnehmen und erforschen, oder?

Es wäre falsch, dies als alleinige Problematik des Christentums zu sehen, es ist ein  kultureller Mechanismus, der auch in Islam, Judentum, Hinduismus und sogar in politischen Ideologien existiert.

Wir unterscheiden hierbei in: Wahrheitsmonopol („Nur unsere Gemeinde/Kirche versteht die Bibel richtig.“), Heilsversprechen („Nur bei uns bekommst du Rettung/Erleuchtung/Vergebung.“) und Gruppenzugehörigkeit („Wir sind die, die’s richtig machen.“). Und als Bonus gibt es obendrauf ja noch den deterministischen Ansatz: "Gott hat einen Plan", "alles geschieht aus göttlicher Prägung" und "Gott entscheidet letztlich über Leben, Tod und Schicksal" und deswegen ist die jeweilige Gruppe die richtige, weil Gott es so gewollt hat. Der Widerstreit mit freiem Willen, den Gott auch gegeben hat will ich hier gar nicht erst thematisieren. Viele christliche Gruppen übernehmen das, weil es Komfort bietet: • Das Leben ist kein Zufall • Leid hat einen Sinn • Alles läuft auf etwas zu • Gott „führt“ alles
Und schon diese Punkte zeigen, wie Worte von Menschen es schwieriger machen mit Gott zu sein, spannend, oder?

Es gibt nicht DAS CHRISTENTUM?! (Part 1)

Als ich mich letztens mal wieder mit dem Christentum auseinandersetzte, als es in einer Diskussion darum ging, ob man nur dann Christ sein kann, wenn man römisch-katholisch ist...?

Obwohl es sich um eine größtenteils deterministische monotheistische Religion handelt, gehen ihre kulturellen Richtungen so weit auseinander, dass es beispielsweise in Brasilien eine Ausprägung gibt, die sich Candomblé nennt und eine Mischung aus christlichen Glaubenseinflüssen und traditionellen afrikanischen Riten ist. 

Sind sie dann keine Christen mehr? Vermutlich sehen sie sich selbst nicht als solche an, das wäre der einzige Grund für mich als Christ sie nicht als solche zu sehen, sicher nicht, weil sie an Naturgeister glauben und viel trommeln. Aber hier kann ich noch verstehen, dass Traditionalisten sich abgrenzen. Schwieriger wird es zwischen Johannitern und Lukasevangelisten oder allem, was sich im Freikirchenbereich tummelt. Dort hat man oft das Gefühl, dass ein Anspruch auf einzig und alleinige Richtigkeit der Auslegung des Glaubens gehegt wird, und das prangere ich an.

Was haben alle gemein: Die Bibel; sollte man meinen, was ist die Bibel denn im weltlichen Sinne? Ein Text aus der Antike, mehrdeutig, von vielen Autoren (Menschen) und so wird sie auch gelesen, mit verschiedenen Schwerpunkten, die dann quasi zu verschiedenen Auslegungen des Christentums führt

• Gnade • Moral • Mystik • Dogmen • Endzeit • Mission • Tradition

Und neben der Auslegung der Texte sind es dann auch die Vermischung von Kirche und Staat, die über die Jahrhunderte mit ihren Einflüssen verschiedenste Ausprägungen des Christentums geschaffen haben. Religion ist und war schon immer auch ein Machtprojekt. Kirchen haben sich historisch abgespalten, weil es um: • Autorität • Politik • Eigentum • Königreiche • oder gesellschaftliche Kontrolle ging.

Alle diese Strömungen haben für sich Schwerpunkte gesetzt und für sich beansprucht, das "wahre Christentum" zu sein. Gott hat in den meisten dieser bislang genannten Überlegungen keine Rolle gespielt oder der Glaube, ist das nicht faszinierend?

9/01/2025

KK2 Entertainment T&Fs 2025 - August

Wahnsinn, schon September, wie schnell das dies Jahr geht finde ich beängstigend. Ein durchschnittlicher Filmmonat liegt hinter mir, der eigentlich gar nicht so durchschnittlich war. Ich habe gegen Anfang und gegen Ende recht viel gesehen, dazwischen war ich relativ busy und das werdet ihr auch bald sehen. Heute aber erstmal der Grund, warum ihr hier seid, entweder guckt ihr direkt in meinem Filmtagebuch des Monats August auf letterboxd selbst nach, wo ihr 26 Filme geloggt seht von denen 24 Neusichtigungen waren oder ihr gönnt euch die folgenden Tops und Flops, wie immer mit den Flop 5 startend, wobei Flop 5 natülich der bessere der schlechten ist und dann die Top 5, wo der ungute von den guten platziert ist, ihr kennt das Spiel. Wie immer verlinkt zu den Kurzreviews, wo ihr genau wie hier gerne kommentieren und liken dürft. In diesem Sinne


Flop 5

1 - Bob Marley: One love

2 - Claw

3 - The best man

4 - Tschitti Tschitti Bäng Bäng

5 -Fast Charlie


Top 5

5 - Im Rausch der Sterne

4 - The Fall Guy

3 - Die drei Amigos

2 - The Pickup

1 - The Holdovers


Was habt ihr so geguckt, Empfehlungen, Warnungen, die Kommentare stehen immer offen.

8/28/2025

Von der eigenen Kreativität berauscht

Ich glaube, das ist Hybris. Dieses Gefühl, wenn man denkt, dass man aus irgendeinem Grund so viel besser ist als andere oder zumindest, als man selbst sein sollte. Ich bin ein vierzig Jahre alter Jugendlicher, der weiß, dass er stirbt. Er weiß es, es ist keine Ahnung, kein wilder Gedanke, nein es ist eine Gewissheit. Natürlich kann ich nicht sagen, wann, allerdings fängt der Körper an mir mehr Signale zu senden, als ich brauche. Ich bin auf dem absteigenden Ast. Wer weiß, wie viele Jahre (ich schreibe Jahre und denke Monate) ich noch habe und ob ich in der Lage bin, meine Ängste zu besiegten, um sie so zu nutzen, dass ich einen sauberen Abschluss bekomme, oder meine Seele rein in eine Ewigkeit mitnehmen kann, ohne unerledigte Dinge zurückzulassen. Und dann kommt ein Tag wie heute, voller Kreativität, voller Highness und dem Gefühl, die Welt beherrschen zu müssen, weil man dazu berufen ist und man sich selbst feiert, weil man die Idee hatte, die Lücke seines Tellers mit Küchencrepes zu stopfen, damit die beiden Hot Dogs nicht umfallen. Ernsthaft, es ist halb 6 im August und finsterer als im tiefsten Winter, draußen geht die Welt unter und ich habe die Zeit meines Lebens. Wie unfair ist das alles? Weiß ich auch nicht. Fallen und Wiederaufstehen, das Leben ist das, was man draus macht. Und mit Gottes Hilfe habe ich auch genug Zeit, weil er entscheidet, wann genug ist, nicht ich, oder?

In diesem Sinne... habt eine schöne Restwoche!