Die Idee, KI zu nutzen, um Tiersprachen zu übersetzen und damit potenziell unser Verhältnis zu Tieren, auch in Bezug auf den Fleischkonsum, radikal zu verändern, ist faszinierend und schockierend zugleich. Ich meine ganz ehrlich, wir sollten an dem Punkt angelangt sein, dass es uns möglich sein sollte, anhand der zig-Milliarden Tonbeispiele aus der Tierwelt Muster zu erkennen und etwas wie Sprache daraus abzuleiten, das unserer Kommunikation gleich kommt. Möglicherweise handelt es sich eher um simplere Sprachcodecs, doch genau das können doch LLMs, nicht wahr? Ich habe mal ein wenig "geforscht" (mit ChatGPT Webseiten durchsuchen und Links besuchen und mir Forschungsberichte und Studien zusammenzufassen ist viel zu lang, um es immer wieder hinzuschreiben).
Tatsächlich wird weltweit zu diesem Thema geforscht. Es wird behauptet, dass es fundamentale biologische, linguistische und technische Hürden gibt, klingt für mich, als wüsste man schon Bescheid, will es aber nicht veröffentlichen, weil es unsere Welt in den Grundfesten erschüttern würde. Man stelle sich vor, das grausame Winseln von Schweinen und Rindern, die zur Schlachtbank getrieben werden, wäre durchsetzt mit Worten der Angst, einem Betteln um Gnade und Gebeten zum gemeinsamen Schöpfergott. Tiere, die wir als Schlachtvieh bezeichnen würden von Objekten zu Subjekten und etwas, das man versteht, ist viel schwerer zu töten. Andererseits hält Menschen so etwas ja auch nicht ab Menschen zu töten, oder?
Die Argumente der Forscher sind:
"Keine echte „Sprache“ im menschlichen Sinne: Menschliche Sprache basiert auf Grammatik, Syntax und unendlicher Kombination von Wörtern. Die meisten Tiere kommunizieren nicht in diesem strukturierten Format. Ihre Kommunikation ist stark kontextabhängig und oft eine unmittelbare Reaktion auf Reize (Angst, Paarungsbereitschaft, Hunger)."
Also so wie bei Kleinkindern und Babys, die können wir doch aber auch verstehen und die lernen sehr schnell durch Hände und Füße zu kommunizieren, mit Mimik und später mit der Sprache, die man ihnen anerzieht, sehe ich nicht als richtiges Argument.
"Multimodale Kommunikation: Tiere „sprechen“ nicht nur mit Tönen. Eine Katze oder ein Hund kommuniziert massiv über Körpersprache, Pheromone (Gerüche), Ohrenstellung und Schwanzbewegungen. Eine KI müsste all diese Kanäle gleichzeitig perfekt erfassen und kombinieren, um die echte „Bedeutung“ zu verstehen."
Ja, wie bei Babys und Kleinkindern eben, mit genug Rechenaufwand und Lernbeispielen ergeben sich hundert pro Muster, die man analysieren kann und versteht (wir Menschen arbeiten doch auch mit Körpersprache, Mimik und Schwanzstellung in der nonverbalen Kommunikation)
Fehlen von Referenzdaten (Ground Truth): Um eine KI von Sprache A nach Sprache B übersetzen zu lassen (z. B. Deutsch zu Englisch), füttert man sie mit Millionen Texten, die bereits von Menschen übersetzt wurden. Bei Tieren haben wir diese „Bauanleitung“ nicht. Wir müssen mühsam erraten und per Video/Audio korrelieren, was ein bestimmtes Geräusch in einer bestimmten Situation bedeutet.
Klingt mir eher nach einem Menschen-Problem, einem Problem von Zeit, dieses Problem ist ja genau das, was eine KI minimiert, indem es Prozesse in Bruchteilen dessen durchrechnet, welches ein Forscherteam brauchen würde. Ich versteh den Punkt mit der Referenz, musste da direkt an Mars Attacks denken, wo die Kommunikation unsere Vernichtung einleitet (obwohl die eh aggro waren).
Und dann habe ich mir mal raussuchen lassen, ob es schon Projekte gibt, die es trotzdem versuchen und e voila:
- Earth Species Project (ESP): Eine Non-Profit-Organisation nutzt maschinelles Lernen, um Muster in den Lauten aller Tiere zu finden, ohne auf menschliche Übersetzungen angewiesen zu sein. Und wow, guckt da mal rein, das ist beeindruckend.
- Project CETI (Cetacean Translation Initiative): Hier wird speziell versucht, die Klicklaute von Pottwalen mithilfe von fortschrittlicher KI und Sprachmodellen zu knacken.
Ich bin mit sprechenden Tieren aus Zeichentrickfilmen groß geworden und war bei meinem ersten Zoobesuch als Kind böse enttäuscht und habe geweint, dass keiner geantwortet hat auf mein freundlich euphorisches "Hallo".
In einer perfekten Welt könnten Menschen und Tiere zusammenarbeiten und ihr Wissen über den Planeten teilen, um die Ressourcen und Lebensräume ideal zu nutzen und es müsste keiner mehr sterben, nur weil der andere Hunger hat und dann schießt mir das Löwenrudel vor die Linse, dass eine Gazelle zerreißt und die tiefe Stimme des Erzählers sagt: "Auch das ist die Natur, Fressen und gefressen werden, der Stärkere überlebt!", wie deprimierend...



















