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6/06/2025

Nie bloß Musik 2

Es ist nie bloß Musik!
Wenn ich spreche, wenn ich denke, wenn ich male, wenn ich schreibe, wenn ich lebe, es ist nie bloß Musik, die ich transportiere, wenn ich euch einen Song empfehle oder jemandem eine Textzeile hinknalle, als müsse er den Song kennen, obwohl es der obskurste Metall-Jazz-Avantgarde Kram aller Zeiten ist, den ich nur kenne, weil ich ein Leben mit Musik führe, wie man sonst nur mit einem Lebensabschnittspartner zusammenlebt. Was ich meine istl es gibt mich nur mit Musik, meist mit solcher, die ich mag, das muss nicht unbedingt meinem Geschmack entsprechen, es ist die Musik, die ich fühle, die mich durchfließt, die mich ausmacht, ja, sogar Musik, die mich zerstört, ihr merkt in welche Richtung das geht, oder? Und wer mich kennt weiß, es gibt da diese schwedische Band mit den 4 Buchstaben, die mich bricht und dennoch ziehe ich mir jedes Jahr aufs neue den ESC rein, es gibt Metal-Bands, die ich nicht ausstehen kann (manche behaupten es wären eher Hard-Rock Bands aus Hannover) und trotzdem gucke ich mir den kompletten Stream an und feiere die Musik, ich kann Volksmusik und Schlager nur zu einem gewissen Grad ertragen, dennoch spiele ich Hitstar Schlager, wenn es meinen Freunden gefällt, ich kann größtenteils mit der Popmusik nach 2015 nichts mehr anfangen und dennoch, wenn das eure Party ist, ich dabei bin, dann wird auch die zu Musik meines Lebens, seinen Soundtrack kann man sich nur bedingt aussuchen, oder so... und selbst bei allem vorgenannten ist es nicht bloß Musik, alles was da drin steckt, sie umgibt, damit verbunden ist eben auch die Musik, bin ich. Kommt jetzt ein...? Oh ja!

Alles ist eins, wenn man weit genug rauszoomt. Wie der Mix aus Musik der ganzen Welt wohl im All klingt? Wenn man weit genug weg ist, vermutlich gar nicht mehr, weil Töne Schall brauchen und im luftleeren Raum, wem sag ich das? In diesem Sinne...

5/18/2025

Das beste am ESC war das erste Halbfinale

No shit, Sherlock! Das hat mich mitgenommen, das wirkte frisch, selbstironisch und voller wahrer Emotion. Die Antisemiten unter euch werden jetzt irgendeine Kacke von "das war ja auch vor der Teilnahme Israels" oder irgend sowas parat haben. Packt euch mal an den Kopf. So unpolitisch, wie in diesem Jahr war es selten und ich mochte das sehr. Es gibt zwar immer noch Menschen, die der Meinung sind, dass man Israel, Judentum und die Regierung Israels gleichsetzen kann mit jedem einzelnen Menschen, der in Region oder Glauben großgeworden ist und das (wie in Deutschland?) alle kronloyal mit einer Stimme den Gaza-Krieg unterstützen und mitmachen, euch ist vermutlich nicht mehr zu helfen. Doch mit dem ESC sollte das ja alles nichts zu tun haben. Und dennoch kommt man nicht umhin, wenn die mediale Aufmerksamkeit nicht auf dem Titel und der Künstlerin in diesen 3 Minuten ihres Auftritts liegt sondern man mit ihrer Lebensgeschichte und der Tragik dahinter zugebombt wird. Und ich wähle das Wort zugebombt, denn es wirkte so wie (die Älteren werden es noch kennen) diese tragischen MAZen, die RTL bei DSDS immer vor gewisse Leute geschnitten hat, die dann ihre Eltern verloren haben oder irgendeine schlimme Krankheit überwunden und deswegen so einen Emotionsbonus bekommen. Ich fand das schon damals ekelhaft und finde es noch. Ja, schlimmes Schicksal, verstanden. Ist das dein Ansatz? Oder willst du deine Kunst präsentieren? Ich bin jemand, der selbst der Meinung ist, dass gute Kunst hauptsächlich aus Schmerz entsteht oder wenigstens aus tiefer Emotion und das ist auch gut so, allerdings möchte ich die Hintergrundgeschichte eines Songs oder Kunstwerks nicht wissen, denn es ist ja an mir es wahr zu nehmen, im Nachhinein kann man gerne darüber diskutieren und es breit treten und Interpretieren, der Künstler kann erklären und so weiter, versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht, dass die Botschaft totgeschwiegen wird a-Bär stellt euch mal vor, Fußball-Pokalfinale und während die Aufstellung vorgelesen wird, werden erstmal alle Lebensgeschichten erzählt, kürzliche Trennungen, Tode in der Familie etc. Und am besten noch, welche Sexualität sie haben, was sie wählen und was weiß ich nicht was. Und danach wird dann gespielt. Vielleicht ist Hochsprung oder Ski-Alpin oder sowas ein besseres Beispiel, weil man da ja auch als Einzel-Athlet antritt und am Ende zählt da doch auch die Leistung, hast du die 5 Meter gerissen oder nicht, ja oder nein, gut oder schlecht, fail or win. Ob du am Tag vorher vielleicht deine Katze beerdigen musstest oder deine Familie bei einem Terroranschlag ums Leben kam spielt keine Rolle. Diese Veranstaltungen, Großveranstaltungen sollen doch genau das sein, Orte des Friedens, wo Politik, Krieg und der ganze zwischenmenschliche Scheiß, der uns trennt, draußen bleibt. Olympische Spiele waren damals Zeiten des Waffenstillstands und ich habe auch den ESC immer so verstanden, dass es EIN europäischer Abend ist, wo wir die Waffen ruhen lassen und die nationalen Unterschiede der Musik unterwerfen. Ich hatte auch schon die Idee, dass man auf die Wahl nach Ländern verzichtet, man ruft nur noch für den jeweiligen Auftritt an und genauso bei den Jurys, man verrät denen bei ihrer Wahl nicht, woher der jeweilige Künstler kommt. Natürlich hört das geschulte Ohr das vermutlich dennoch raus, obwohl wir dieses Jahr viel französisch, italienisch, englisch und ja sogar "hust" zweimal deutsch dabei hatten. Im Ernst, wenn man einen echten Wettbewerb der Songs haben will, dann sollte man anonymisieren wo es möglich ist und ähnlich wie früher eine komplette OnAir Sperre einhalten, die Lieder sollten nicht zugänglich sein, der Abend des Contest sollte die Weltpremiere sein. Und wenn ich jetzt schon mal in Rage bin, das Bewertungssystem ist scheiße. Titel, die europaweit vielleicht nicht zu den TopTen gehören, aber insgesamt immer bei den Votings im Mittelfeld abschneiden bekommen am Ende 0 Punkte vom Publikum, das ist eine Schelle für jeden Künstler und auch wenn man sich mit der Teilnahme darauf einlässt, es müsste nicht sein. In einer Zeit in der wir eine Bühnenshow geboten bekommen, die bei jedem einzelnen Auftritt zum Staunen einlädt, wo der ganze Abend wie ein Fiebertraum aus der Twilight-Zone daherkommt sollte es technisch möglich sein, die Punktevergabe auf 25 zu erweitern. 25 Zahlen zu sortieren, das schafft ein Siebtklässler mit Excel Grundkenntnissen in 10 Minuten und mit den technischen Möglichkeiten unserer Zeit? Die Formel 1 hat auch irgendwann mal die Punkte umgestellt und die Welt ging nicht unter. Kommt mir nicht mit den Traditionalisten, ihr habt das ganze ESC-Ding schon so weit von der Tradition entfernt, da sollte die Punkteregel ein leichtes sein, zu kippen. Natürlich würde man mit etwas größeren Zahlen hantieren, wenn jeder 25 Punkte vergeben kann, absteigend zu einem. A-Bär das tun die Jurys doch sowieso schon und das Publikum wählt doch auch nicht nur aus 10 von 26 aus, so entsteht hier automatisch auch eine Punktevergabe, oder nicht? Und würde man die Jurys rausnehmen aus der Wertung, könnte man auch die letzten 3 von jedem Land wieder von den Flitzpiepen ansagen lassen, die heutzutage nur noch die 12 Punkte der Jurys ansagen. So viel zum abkotzen.

Der Abend an sich war wertig und gut inszeniert, zwar waren drei für mich eine zu viel und das muss gar nicht Frau Hunziker gewesen sein, allerdings fehlte mir die harmonische Chemie der Halbfinals. Die musikalische Darbietung und Bühnenperformances waren zum Teil über- und zu einem anderen Teil unterwältigend, der erwähnte Fiebertraum fühlte sich für mich jedoch bei weitem nicht mehr so unangenehm aufdringlich mit in your face preaching an wie die Jahre zuvor. Und auch wenn die queerness und lgbtq+xy der Veranstaltung aus allen Poren tropft, es fühlte sich nie an, wie ein Statement oder etwas, dass man den Menschen aufdrängen muss, weil es sich normal und längst integriert anfühlt. Zumindest an diesem Abend in Basel und das war schön, ganz unaufgeregt (mal von dem ein oder anderen Auftritt abgesehen) die Vielschichtigkeit von uns Menschen zu leben, zu lieben und zu lassen ohne, dass es Thema sein muss. United in Music, das ist am Ende die wichtigste Botschaft, die man auch dieses Jahr wieder herausnehmen kann und das sollten wir auch tun. Alle!

Gewonnen hat übrigens Österreich.

5/17/2025

Rainbow to the stars und Königsklasse

Danke!

Danke für diesen unfassbaren Regenbogen, den ich euch leider nicht so zeigen kann, wie er wirklich war, denn so wie ich ihn gesehen habe, habe ich den nicht auf Bild bekommen, daher gibt es am Ende des Beitrags einen generierten.

Lasst uns mal zu diesem wundervollen Gefühl kommen, was man hat, wenn man dabei zusieht, wie sich Menschen, die wirklich hart für eine Sache gekämpft haben, belohnen und man das Dortmund-Trikot endlich wieder mit dem nötigen Stolz tragen kann und nicht bloß, weil es einfach zur Garderobe gehört. Klar schleichen sich die Gedanken ein, dass man mit 7 guten, vor Allem konstanten Spielen eine Saison retten kann, was irgendwie auch viel über die Liga aussagt, man fragt sich, warum das fast drei Jahre nicht immer so laufen konnte, dann guckt man an die Seitenlinie und da steht ein Typ, der sich wirklich freut und den alle unterschätzt haben inklusive meiner Selbst. Ich werde heute Abend ein paar Schluck auf die Qualifikation zur Champions League (vor 7 Spieltagen waren wir 10. und ich habe nicht mehr dran geglaubt) trinken und mir den Fiebertraum ESC reinziehen, der Bericht folgt dann morgen irgendwann und ich freue mich jetzt tatsächlich sogar auf diese ominöse Club-WM.

Habt ein wundervolles Restwochenende ihr Lieben, Peace and love for all mankind.

5/13/2025

Lachen, weinen, Fiebertraum

Das erste Halbfinale vom ESC war einfach nur ein zweieinhalbstündiger Husarenritt. Vollgestopft und völlig drüber ohne Politik und den ganzen LGBTQ+ Paradenkram. Und dennoch war genug Fetisch, Trippy, Voice-Escalation, Emotionen, Liebe und Ironie drin. Und das tat so gut, einfach mal zweieinhalb Stunden Alltag ausschalten und mehr oder weniger gute Musik und Show genießen. Danke dafür.

Ich will mich gar nicht damit auseinandersetzen, wie qualitativ hochwertig das war, es war für mich vor allem Unterhaltung und selbst Hazel Brugger konnte punkten, als sie im nicht enden wollenden Voting Segment den Greenroom aufmischte. Die Schweizer haben den Zirkus so aufgezogen, wie er sein sollte, "United by music", wie dann am Ende einer der Olsens so schön intonierte. Rundum gelungen.

Bleibt zu hoffen, dass man das am Donnerstag wiederholen kann und dann am Samstag bei der großen Finalshow zu toppen vermag. Liebe geht raus.

11/21/2024

Projekt: Top 250 – Nino de Angelo

Für viele ist er „der Typ mit Jenseits von Eden“, für mich war er lange Zeit nichts anderes. Ein Name aus der Schlagerwelt, der mit dieser ganz besonderen Stimme die 80er und 90er beschallte – Flieger, Samuraj, solide Bardenkost, aber nichts, was bei mir tiefer ging, obwohl er mit Flieger ja sogar beim ESC antrat (da habe ich mir das allerdings noch nicht angesehen, hey da war ich 4!)

Und dann – „Gesegnet & Verflucht“ landet vor etwa zwei Jahren in meinem Albumstapel und ich denke: „Na gut, gibste ihm mal ne Chance.“ Boom. Joachim Witt-Vibes. Gänsehaut. Kein Schlager im herkömmlichen Sinne, sondern irgendwas zwischen Gothic-Schlager, Deutschrock-Pathos und düsterem Lebensrückblick. Eine Stimme wie ein aufgeschlitztes Herz, das blutet, aber nicht sterben will. Ich war sofort gefangen. Dieses Album lief bei mir rauf und runter. Und dann kam das Nachfolgealbum. Und dann das Durchhören der kompletten Diskografie. Und ehe ich mich versah, war Nino de Angelo in meiner All-Time Top 50. Hochgeklettert aus dem Nichts auf die vorderen Plätze – wegen einer Stimme, wegen einer emotionalen Tiefe, wegen Ehrlichkeit. Besonders erwähnenswert ist auch das Cover-Album „Meisterwerke“ von 2014, wo er Songs interpretiert, die ich sonst oft skippen würde, die aber in seiner Version auf einmal… tief gehen. Eben: Meisterwerke.

Nino de Angelo hat sich für mich neu erfunden, oder vielleicht habe ich ihn einfach nur zum ersten Mal richtig gehört. Wie dem auch sei: Er gehört hierhin. Gesegnet. Und verflucht. Genau mein Ding.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zum Künstler und für mehr Infos den last.fm-Link zum Künstler.
Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

11/14/2024

Projekt: Top 250 – Madonna

Ein Name, ein Mythos, ein Imperium. Sie war immer ein Material Girl – gut vermarktet, clever inszeniert, ihr Gott gegebenes Kapital hat sie gewinnbringend genutzt. Und der kleine Alex? Hat das nicht verstanden. Nicht mal, als er Jahre später in der realen Welt dem gleichen Typ Mensch begegnete und sich komplett hat ausziehen lassen. Nackt. Unverrichteter Dinge. Ohne Geld. Aber das ist eine andere Geschichte.

Musikalisch? Da gibt’s nichts auszusetzen, wenn man Popmusik zumindest in Ansätzen schätzt. Und selbst wenn nicht – Madonna hat Maßstäbe gesetzt. Provokation war bei ihr nie Selbstzweck, sondern Kalkül, Strategie, Ausdruck. Sie war immer zwei Schritte voraus und hat das Spiel gespielt, bevor andere die Regeln kannten.

Es gab eine Zeit, da war sie für mich unhörbar – weil sie aussah wie die Eine. Und wenn sie sang, sah ich Sie. Ob das jetzt ein Kompliment für Madonna oder für die Eine ist, mag jeder selbst entscheiden. Für mich war es ein emotionales Minenfeld. Und trotzdem – sie ist Madonna.

Ihr Schaffen ist für mich eine Hit & Miss-Sammlung. Einige Songs liegen mir gar nicht, andere sind so ikonisch, dass ich beim Musikquiz schneller buzzere als ich denken kann und dann unfreiwillig mitsinge. Klar – Like a Prayer, Vogue, Hung Up – das kann man gar nicht nicht kennen.

Was mein Bild dann endgültig ins Wanken brachte, war der ESC 2019 in Israel. Madonna live. Und sie traf keinen Ton. Die Performance wurde später nachbearbeitet, aber der Moment war da. Es tat weh, eine solche Ikone fallen zu sehen, auch wenn’s ihr letztlich nicht geschadet hat. Für mich war’s ein kleiner Stich ins Herz. Aber hey – sie ist immer noch Madonna - die unangefochtene und ewige Queen of POP.

Für alle, die mal (wieder) reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Künstlerin und für mehr Infos den last.fm-Link zur Künstlerin.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

10/03/2024

Projekt: Top 250 – Lordi

Lordi sind einfach eine ganz eigene Liga. Ich erinnere mich noch sehr genau an den Eurovision Song Contest 2006, als sie mit "Hard Rock Hallelujah" völlig überraschend gewannen. Ich war im X, irgendwo zwischen grünen Augen, drei- bis vierfachem Wodkas – oder war das doch beim Spiel gegen Polen? Egal. Dieses Lied hat damals einfach alles in meinem Leben perfekt vertont: meine neu entdeckte Liebe zum Metal, das Chaos der Gefühle, die Kraft von Gitarrenriffs gegen alle Widrigkeiten. Es war der Soundtrack zu einem Aufbruch.

Dieser Moment markierte wohl auch endgültig meinen musikalischen Bruch mit dem Ölprinz – der konnte mit 70er-Jahre-Disco aufwarten, ich hingegen mit Monstern in Plateauschuhen.

Lordi blieben für mich nicht nur ein One-Hit-Wonder. Ich sah sie live auf meinem zweiten Wacken 2008, als der Regen einsetzte und wir aufbrachen – Lordi spielten und verabschiedeten uns mit einem letzten Donnerhall. Später verfolgte ich ihre Veröffentlichungen mit mal mehr, mal weniger Begeisterung. Meine Mom liebt übrigens einen Song von ihnen, der angeblich wie ABBA klingt. Ich verabscheue ABBA zu sehr, um ihr da zuzustimmen – aber was soll's, Lordi haben halt für jeden was dabei.

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9/26/2024

Projekt: Top 250 – Avantasia


2008, Wacken Open Air. Ich will mir Avantasia anschauen, als ich auf dem Vorplatz ein paar Finnen treffe. Die wollten eigentlich nur Iron Maiden sehen, standen aber ausgerechnet bei Tobias Sammet und fragten mich mit schwer gebrochenem Englisch, was da gerade auf der Bühne abgeht – nur um dann festzustellen, dass es laut ihnen die homoerotischste Stimme des Festivals sei. Der eine kämpfte im Hintergrund mit dem Magen, der andere bot mir finnischen Wodka an – ein Angebot, das ich natürlich nicht ausschlug. Mit einem lauten „WACKEN!!!“ trennten sich unsere Wege. Und was soll ich sagen? Ich habe dann aus irgendeinem Grund auch nicht den Weg aufs Festivalgelände gefunden und es mir etwas aus der Ferne angesehen, fand’s großartig. Gerade das Übertriebene, Bombastische, Musical-mäßige, das Sammet da auffährt – das ist genau mein Ding. Die ganze Idee einer Metal-Oper mit wechselnden Sänger*innen, grandiosen Melodien und Storytelling wie im Theater, aber mit Stromgitarre – das ist schon ziemlich einzigartig.

„Mystery of a Blood Red Rose“ – was für ein Hit! Ich find’s bis heute schade, dass das nicht beim ESC gelandet ist. So catchy, so over-the-top, so wunderbar Avantasia. Aber auch viele andere Songs verdienen es, laut gehört zu werden – am besten nachts, mit einem Glas Wein, unter einem dramatisch bewölkten Himmel.

Auch wenn es die Finnen vielleicht anders sehen, Tobias Sammets Stimme gehört für mich zu den besten in diesem Genre und auch wenn die große Inszenierung nicht jedermanns Sache ist, selbst ich "Edguy" eigentlich besser finde, ist Avantasia doch ein echtes Brett und damit völlig zu Recht in den Top 250.

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9/05/2024

Projekt: Top 250 - Eclipse

"The four horseman of the apocalypse and your new favorite Band!" (Eclipse)
So steht es in ihrer Beschreibung bei Spotify und nicht nur ist das unglaublich selbstbewusst, es ist was dran. Das mit den Reitern kann ich als großer Fan der wahren Apokalyptischen Reiter nicht bestätigen, allerdings machen Eclipse geile Musik, wenn man im Musikgeschmack so zwischen Hard Rock und Power Metal seinen cozy place hat.

Ich habe sie wahrscheinlich bei einer meiner endlosen Suchen nach neuer Musik in eben dieser Gegend gefunden und war schockverliebt, denn es ist schon großartiges Zeug, was sie zustande bringen. Viele Songs sind dann auch immer mal wieder in meinen Top 100 gelandet und dadurch stetig rotiert. Wer mit solcher Musik nichts anfangen kann, der wird hier vielleicht trotzdem fündig, denn sie klingen schon recht massentauglich in meinen Ohren, was nicht heißt, dass es pop-metal ist oder so, wobei das ja immer öfter von power metal behauptet wird. Leute, hier bietet sich für mich mal kurz die Chance zu sagen, dass Musik eine einende, keine trennende Kraft ist und selbst wenn ihr nur Cindy & Bert in Dauerschleife hört, es ist in Ordnung. Hauptsache Musik, nur "böse Menschen haben keine Lieder"(Johann Gottfried Seume). Und Rockmusik ist nicht des Teufels, falls mir da noch irgendwer mit nem erhobenen Zeigefinger ankommen wollte. Und Eclipse rocken richtig, von der Power-Ballade hin zum Gitarrenschredder und Speedrun ist hier alles dabei, was das Herz begehrt.

Den Weg von Schweden zum ESC und dann nach Wacken könnte man als Fun-Fact noch hinzufügen, aber warum sollte ich das tun... :-) in diesem Sinne...

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8/29/2024

Projekt: Top 250 - Michelle

Michelle, die Piepsmaus nannte sie meine Mutter immer, was war das für ein Hallo, als wir die zum ESC geschickt haben, ich habe sie immer irgendwie bewundert, wie aus so einem kleinen Körper so viel Ton rauskommen kann. Und das fing bei mir schon mit dem Traumtänzerball an, ihrem zweiten Studioalbum, da war ich noch ein kleiner Bub, "Kinderaugen", "Kopfüber in die Nacht", es gibt kaum eine Künstlerin aus ihrem Genre, die ich häufiger gehört und vor allem geliebt habe. Ich kenne Songtitel, das ist vielen meiner Lieblingsbands nicht vergönnt.

Tatsächlich war sie in der vorläufigen Liste der Women of my World, jedoch ist sie für mich immer mein Äquivalent zur Einen, während ich der Matthias Reim bin in dieser Geschichte. Ich glaube kein Duo in der Musikhistorie (und das ich kenne) berührt mich mehr als die Beiden. Aber ich schweife ab, sie hat einfach zu viel gute Mitsingschlager gemacht und deep in the heart Balladen, als dass es sich erlaubt zwei davon auszusuchen, es wäre leicht gewesen den Weg über die Albumplaylist zu gehen und dort dann eins der Best-Of Alben reinzupacken a-Bär bei den Alben kann es für mich nur "L'amour" geben, ich muss dabei auch heute noch heulen, wenn ich "Abschied von St. Germain" höre... Liebe geht raus an ihr wisst schon wen, ach ja Musik ist eben auch Liebe in Klang gegossen und keine kann das so schön wie Michelle.

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8/22/2024

Projekt: Top 250 - Lord of the Lost

Lord of the Lost waren mir tatsächlich bis kurz vor dem ESC-Quali Auftritt nie wirklich ein Begriff, ich weiß zwar, dass Chris Harms damals im Rahmen der Zeit rund um den Steinbruch und die lustigen Kohlerituale Thema war, aber vielleicht verwechsle ich hier auch mit Chris Pohl, hoffentlich fühlt sich da keiner auf den Schlips getreten.

Ich glaube zum ESC ist diesbezüglich alles gesagt, der Song ist wirklich großartig und wenn man sich nicht für diesen roten Latex Look entschieden hätte und einfach klassisch in Schwarz aufgetreten wäre... müßig im Konjunktiv zu denken! Generell wird es wohl der damalige Hype gewesen sein und auch das folgende Duett mit Blümchen hat mich sicher angezogen, insgesamt kann ich aber mit der Band nichts anfangen, es ist irgendwo in der Musikrichtungsgegend, dessen was ich mag aber darin irgendwie nicht. Vielleicht fehlt mir einfach das melodische, denn fachlich machen die Alles richtig und scheinen mir auch recht sympathisch. Habe mir gerade erst ihren Auftritt beim M'era Luna angesehen und ja, irgendwie rocken die aber mich kriegt es nicht, sry. Obwohl die Live @ WOA Scheibe von denen großartig ist, aber Wacken halt UND BLÜMCHEN.

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7/25/2024

Projekt: Top 250 - Knorkator

Knorkator sind etwas Besonderes, ich würde ihre Musik als progressiv satirisch einstufen. Klar könnte man es auch einfach Fun Metal nennen und sich auf den Blödsinns-Faktor einschießen, tatsächlich steckt aber deutlich mehr dahinter, oder man kann zumindest viel herein interpretieren, wenn einem danach ist.
Ich bin nicht sicher, ob mein erster Kontakt mit der Band zum ESC-Vorentscheid war oder ob sich unsere Wege schon vorher gekreuzt haben, definitiv sind sie eine dieser Bands, wo ich immer wieder so Phasen habe, wo ich sie exzessiv höre, meist um einfach mal das Hirn zu leeren und weil ich es mag, natürlich. "Zeig mir den Weg nach unten", um mal einfach eins rauszuziehen, ist ein Lied, dass mich in meiner finsteren Phase genauso begleitet hat, wie "Alter Mann" und "Wir werden alle sterben". Und dann gibt es diese experimentellen Songs wie "Mai Khao Djai", die Lieder voller Hass, die sich aber schon anfühlen, wie verbitterter Sarkasmus "Ich verachte Jugendliche", "Arschgesicht" oder auch "Ich hasse Musik". Dazu sind auf ihren Alben immer wieder merkwürdige, aber besondere Coverversionen zu finden, unter anderem Scooters "Faster harder Scooter" oder Aaliyahs "Try again". Das aktuelle Album ist so gesehen fast schon angepasst, auch wenn es direkt mit einem kapitalismuskritischen Song über einen Scheissekomet anfängt. Man muss den Humor und die Art der Darbietung schon mögen, kenne genügend Leute, die das nicht verstehen und es einfach nur für Schrott halten, was sehr schade ist.
Erwähnen muss ich unbedingt noch das "High Mud Leader"-Album, denn das ist so meta, dass es mich jedes Mal gruselt und "Ferien in Algerien" ist somit eines der großartigsten Stücke der Band überhaupt.
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7/18/2024

Projekt: Top 250 - Wig Wam

Wig Wam sind eine norwegische Rockband, die es mir von der ersten Minute an angetan haben, ich liebe die Art, wie sie Hardrock interpretieren, das geht von den Melodien über die Stimme und die einfach mitsingbaren Texte bis hin zu den Gitarrenriffs. Hier ist meine absolute musikalische Wohlfühlzone, Musik, die ich immer hören kann. Auffällig auch, dass es wieder eine skandinavische Band ist, die ich vermutlich irgendwann übers CD-Lexikon auf meinem Albumstapel hatte und mich dann erinnerte, dass ich sie doch irgendwoher kenne. Und tatsächlich als großer ESC-Fan habe ich sie tatsächlich schon dort gesehen, das erklärt auch, warum "In my dreams" mir schon immer so bekannt vorkam, denn das war 2005 der Titel, mit dem sie antraten. A-Bär man sollte jetzt bloß nicht denken, dass man deswegen Pop-Rock bekommt, nein das ist klassischer hair-driven-Hardrock mit einer Glam-Attitude vom Feinsten.

Ich kann hier jedes Album, außer vielleicht "Wall Street", das mochte ich nicht so gnadenlos empfehlen, wenn ihr in den 80ern und frühen 90ern die Musik mochtet, die Bon Jovi damals gemacht haben und euch schon immer gefragt habt, ob das nicht auch 'ne Spur härter geht. Ja geht: Wig Wam, großartig!

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Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

6/09/2024

Europe start voting... NOW

Ich habe mir den Slogan mal entlehnt von der größten Live-Fernsehshow des Kontinents und erinnere euch mitten in der Nacht daran, dass heute der Tag ist, um zu demonstrieren! Zu demonstrieren für das, was man in der Zukunft sein Europa nennen will. Denn wie sagte doch Katrin Bauerfeind so schön: "die wichtigste Demonstration ist WÄHLEN gehen, das isses!" und dem kann ich mich nur anschließen, wer auch immer etwas verändern will, der hat hier die Stimme und auf die Straße gehen ist richtig und wichtig, aber das Kreuz, das ist es was Tatsachen schafft. Und JA, jedes Einzelne. Jedes Nichtgegebene Kreuz hilft im Zweifel dem, was man nicht wollte. In diesem Sinne, "Europe start voting now!"

5/16/2024

Toxische Männlichkeit beim ESC? Ich bin verwirrt!

Sind wir mittlerweile so sensibilisiert, dass wir dort, wo es einfach schöne Frauen gibt, die Spaß daran haben, das auch einzusetzen stets toxische Männlichkeit vermuten, weil uns das Bewusstsein für uns selbst fehlt? Der ESC ist seit Jahren eine Varietê-Show, die bei jedem Auftritt um Aufmerksamkeit buhlt in einer Zeit, in der die Spanne des Interesses der meisten zwischen zwei Handyblicken steckt. Auch ich habe zwischendrin augenrollend gefragt, ob das nicht langsam in Richtung Erwachsenenunterhaltung geht. Bei all der Kritik wird vergessen, dass auch die Debatte um Feminismus, Queerness und Alles was uns sonst noch immer als "anders" verkauft wird eine politische Debatte ist, die ja beim ESC nichts zu suchen hätte...

Wollen wir denn lieber Männer und Frauen in Uniformen mit der gleichen Choreo zu 25 Songs sehen, die meinungskonform auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runtergedampft ihre Lieder trällern? Es ist doch immer noch Unterhaltungsfernsehen und wer die Show aus welchen Gründen auch immer nicht sehen möchte, der sollte sich selbst dann auch treu sein und es einfach nicht gucken. Ich persönlich fand es dieses Jahr tatsächlich sogar wieder etwas besser als die letzten Jahre, aber ich bin auch was die Kunst angeht und deren Darbietungsform nahezu unbegrenzt offen für Alles.

Man sollte nicht hinter jedem überklebten Stück Mauer, den Teufel an der Wand vermuten. LIEBE geht raus!

5/12/2024

Die nonbinäre Mutter Gottes?

Der gestrige Abend hat etwas mit mir gemacht, ich habe etwas verstanden und ich fürchte einige werden das für Schwurbel oder gar absolute Grütze halten. Ich habe mich immer gefragt, was Menschen antreibt, die sich als nicht binär im Sinne ihrer Person empfinden. Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau empfinden können... Ist das "Anders sein" für eine gelangweilte Generation Z, die um jeden Preis besonders sein wollen, indem sie Kategorien aufbrechen, die seit Ewigkeiten bestehen? Ist das nicht etwas, das jede Generation mit ihren Vorgängern anstellt? Und wem tut das eigentlich weh, wenn Menschen sich selbst von ihren Ketten befreien, die sie zu haben glauben, die sie davon abhalten sich zu verwirklichen? Und jetzt wird es auch noch ketzerisch, denn am heutigen Muttertag fragt man sich doch auch, ob nicht auch Nonbinäre eine Mutter haben und die Antwort ist, ja! Na klar! Und was ist mit Gott, warum sollte ein allmächtiges Wesen männlich sein, der HERR? Ist es ihm nicht gegeben zu entscheiden, spielt es eine Rolle? Sind jene Menschen, die sich als nonbinär verstehen die nächste Stufe der Evolution? Sind sie Gott am nächsten, weil sie tatsächlich sind wie er/sie? Und die Mutter Gottes, ist sie vielleicht die erste nonbinäre Erschafferin der Welten?

Das sind jetzt verdammt tiefgreifende Fragen so kurz vorm Kirchgang, aber wenn wir Alle wirklich aus Sternenstaub bestehen, dann sind wir alle nonbinär oder wie wir früher sagten "anders" und müssen unseren Platz im Leben finden, Männer, Frauen und alles dazwischen und sind nach seinem Ebenbild erschaffen, der vielleicht gar kein ER war. Am Ende ist eine Rippe nur eine Rippe und wenn irgendwann die Sonne stirbt, dann wird es keine Polarlichter mehr geben und keine Erde und keine Menschen, keinen Gott. Aber bis dahin werde ich beten und Gott und alle Menschen lieben und alle Mütter. In diesem Sinne... wundervollen Muttertag euch allen, danke, dass wir alle hier sein dürfen, als denkende fühlende Wesen, die ihren Geist so weit öffnen können, dass sie eben auch einfach anders sein können, wenn sie es fühlen.

3/09/2024

WOW - Cornelia Jacobs

Es war der ESC 2022 und vermutlich der einzige Auftritt bei dem ich geweint habe, weil Anna Cornelia Jakobsdotter Samuelsson mich so unglaublich geflasht hat mit der Stimme, mit ihrer Aura, alles an ihr erschien mir magisch. Ich mochte sogar den Song. Irgendwie erinnert sie mich an meine hübsche Friseurin, die ein paar Jahre älter ist, aber die Einzige ist, die ich an meine Haare lasse. Ich glaube ich habe damals berichtet, dass ich sofort nach diesen drei Minuten schockverliebt war.

Geboren am 09. März 1992 ist sie sieben Jahre jünger als ich und vermutlich würde ich mich bei einem Treffen auf welche Weise auch immer wie ein absoluter Fanboy anstellen und dadurch megaweird rüberkommen, weil sie einfach auch noch die Tochter des Sängers einer Band, die ich eine zeitlang sehr gern gehört habe. Vermutlich würde ich sie bloß um ein Autogramm bitten und mir wünschen sie nur nochmal drei Minuten ansehen zu dürfen, während sie singt. Für mich hätte sie definitiv gewonnen.

Sie ist eine Woman of my World weil sie mir dieses cozy Gefühl wiedergegeben hat, dass ich gerade zu dem Zeitpunkt gebraucht habe und als ich sie dann letztes Jahr wieder gesehen habe, weil sie während des Songbooks Mel Cs I turn to you zu etwas gemacht hat... seht es euch selbst an, aber hört vor allem auf die Stimme, overwhelming...

2/22/2024

Hyperpop als Kritik und Evolution

Wie oft erwische ich mich, dass ich in den letzten Jahren sogenannte Musik höre und es als nebenbei hörbare Dudelmusik abtue, die von den meisten Menschen als Pop bezeichnet wird. Durch Zufall bin ich jetzt auf etwas gestoßen, dass ich musikalisch nicht einordnen konnte, das scheinbar aus der Populärmusik heraus geboren ist, sich deren catchy tunes gekrallt hat, aber selbst nicht Pop sein will, sondern stets als aggressiv anmutende Version von Pop daherzukommen scheint. Als hätte man Pop misshandelt und die Anteile der Misshandlung stehen im Vordergrund, als Kritik und Mahnmal daran, wie generisch Popmusik geworden ist. Und tatsächlich ist beim so genannten Hyperpop so ziemlich alles erlaubt, von Stimmverzerrung ins unkenntliche bis hin zu Tempodröhnungen, Bassspuren, die völlig verzerrt wirken und unglaublich viel Digitaleinfluss. Ich bin erst am Anfang das Genre zu erforschen, aber ich fürchte ich verstehe den Grund dafür mehr als die Musik selbst, denn ich war auch schon früher kein Fan von Noise, Grindcore, Screamo.... Schranzen mochte ich, irgendwo gibt es so eine ganz dünne Grenze, ab dem mein Ohr nur noch den Lärm hört. Aber Musik ist halt alles, was gefällt und zum Glück so vielfältig, dass zu jeder Zeit für Jeden und Jede was dabei ist und wenn nicht macht man einfach selbst was Neues.

Vermutlich hat das auch they "Hexe aus Irland" (ich meine das in der liebsten Form, in der man es meinen kann) gedacht und wird damit beim ESC auftreten und sicher Einiges an Aufmerksamkeit bekommen. Ich mag den Song von Bambie Thug - Doomsday Blue nicht so sehr, auf dem Album haben es mir andere angetan, aber ich verstehe definitiv das Anliegen, Go for it!

Ob ihre Interpretation von Hyperpop jetzt der nächste große Scheiß ist, kann ich nicht sagen, aber es ist definitiv etwas, das ich in Zusammenhang mit einem generellen Umdenken in der Welt bringen würde, muss sich für die Oma und Opa Generation wie ein Angriff aus dem non-binären Weltall aus der Hölle anhören. Gönnt euch... Liebe geht raus!

2/17/2024

Deutscher Vorendscheiß

Alles was am System des NDR schlecht ist wird hier in einer Show irgendwo im Programm versteckt, das keiner angucken wird, der am Thema interessiert ist. Kluger Schachzug, um dem wirklich interessierten Publikum vorzugaukeln, es hätte eine Wahl. Wirklich lächerlich, 22:15 am Freitagabend, die jungen Leute sind unterwegs, die Alten gehen so langsam ins Bett und alles inbetween hat eigentlich was Besseres zu tun. Alle werden am Ende wieder jammern und Deutschland wird am 11. Mai Letzter. Und dann wird wieder kurz emotional analysiert und im Grunde alles wieder so gemacht, wie immer, anpassen und versuchen irgendwie den Ton zu treffen. Wenn man das Ganze so angeht, ist es Lotto spielen. Man kann nicht versuchen per Zufall zu gewinnen.

Aber zur Sendung, oh my, man denkt, es könnte nach den letzten Jahren nicht schlimmer werden und dann macht Frau Schöneberger, hauptverantwortlich genau das. Man fragt sich, ob sie einen Knebelvertrag hat und die Ablöse rauspressen will, weil sie sich entlassen lässt. Warum so ein Kleid? Warum hat sie ihre Wege nicht im Griff? Warum druckt die Redaktion ihr ihre Karten nicht so aus, dass sie sie lesen kann? Das ist Amateur-TV, da fehlt ne Kandidatin, da muss ein Gewinner auf Klo, es ist Fremdscham-Fernsehen vom Feinsten. Da überzeugt mich jedes Reality-Trash-TV Format mehr und selbst die gucke ich mir ja nicht an außer "IBES" aber anderes Thema.

Kleines Re-Live mit Spoilerwarnung

Ninetynine - ja kann man mal machen, sah ich aber von Anfang an nicht beim ESC
Leona - große Stimme, aber nix womit Deutschland zum ESC geht

Dann kurzer Selbstbeweihräucherungsblock mit Mary, Flo und Babs... schlimm aber taktisch klug, um dem Publikum quasi zu signalisieren, dass jetzt der Hauptact kommt, für den man zu stimmen hat.

Isaak - Popgrütze vom Allerfeinsten, die ich aus dem Radio deutlich angenehmer in Erinnerung hatte, mit dem Namen und der derzeitigen Semitophilie definitiv ein Anwärter für deutsche Anbiederung beim ESC
Galant - Böse Strobo Minimal Pop, der hervorsticht und deutscher Musik, wie ich sie kenne noch am nähesten ist, weil kreativ und minimalistisch mit Augenzwinkern, wird aber nicht gewählt
Floryan - Toller Typ, ist aber zu kantig und das Lied ist viel zu ESCig, als das Deutschland dafür stimmt, außerdem muss man ja gegen den voten, ist ja "gecastet", Leute wacht auf. Solche Talente sind es, die für die Sache brennen...
Bodine Monet - Super sympathisch, wie hunderte ESC-Songs vorher, keine Chance in Deutschland
Ryk - Die hässliche Fratze des ESC mit so viel Avantgarde, dass man sich fragt, ob es eigentlich noch echte Ohrwürmer gibt, denn das ist es doch schlussendlich, worum es geht, einfach mal wieder was zum Mitsingen, also meine Meinung.
Marie Reim - Stimme top, Schlager ist so deutsch, dass man damit auch mal ein Statement setzen würde, ganz schlecht inszeniert plus Schmutzkampagne, um das direkt zu verhindern, warum? Klar Song ist lala, aber mitsingbar
Max Mutzke - Ein echter Star, tolle Ausstrahlung, großartiger Künstler, guter Song, bester Beitrag des Abends und damit kein Kandidat für Deutschland, weil viel zu echt

Ein Schelm übrigens, der denkt, dass man die Reihenfolge strategisch gewählt hätte, nach Star-Potential oder Gage oder so... 

Leute und was für eine kranke Nummer habt ihr euch da mit irgendwelchen Fake-Jurys aus dem Ausland hergenommen, das ist kopiert vom Ersatz-ESC vor ein paar Jahren auf Pro-Sieben, aber fuck so random und wie unlogisch. Wer denkt sich sowas aus, vor Allem wenn es dann nur 8? Jurys sind und nicht 42 oder so, das ist alles so lieblos. Dann werden die Punkte komisch zurückgestellt, also da muss man schon kein ESC-Verschwörungstheoretiker mehr sein, dass man da Schiebung vermutet. Dann fucking legt doch einfach fest, dass Isaak gewinnen soll und verarscht uns nicht alle.

Ja und dann noch die zwanghafte ABBAisierung des ESC, mit einem Sing-A-Long, der leider gar nicht so schlecht war, die Sendung aber nicht mehr gerettet hat. Und Leute, da war es fünf vor zwölf.

Und dann gewinnt nach einer unglaublich lächerlichen Punktevergabe-Farce Isaak, na herzlichen Glückwunsch, 11. Mai Germany Zero Points! Ich freu mich drauf mir den Abend wieder ordentlich einen reinzuschrauben. Wenn Deutschland, namentlich der NDR keinen Bock mehr auf den Scheiß hat, dann spart doch das Geld und macht mal ein paar Jahre Pause und überlegt mal, ob es nicht frische Ideen und Personal braucht...

2/08/2024

Ich will zum ESC - Entscheidungsshow

Laura Karasek, auweia mit einer Ausstrahlung einer Nachrichtensprecherin der 70er mit einer 80er Jahre Bühne im Spätprogramm, was ist hier los?

Warum? Da rege ich mich schon wieder auf so vielen Ebenen auf und kann nur hoffen, dass es zu einem zumindest einvernehmlichen Ende gelangt...