2008, Wacken Open Air. Ich will mir Avantasia anschauen, als ich auf dem Vorplatz ein paar Finnen treffe. Die wollten eigentlich nur Iron Maiden sehen, standen aber ausgerechnet bei Tobias Sammet und fragten mich mit schwer gebrochenem Englisch, was da gerade auf der Bühne abgeht – nur um dann festzustellen, dass es laut ihnen die homoerotischste Stimme des Festivals sei. Der eine kämpfte im Hintergrund mit dem Magen, der andere bot mir finnischen Wodka an – ein Angebot, das ich natürlich nicht ausschlug. Mit einem lauten „WACKEN!!!“ trennten sich unsere Wege. Und was soll ich sagen? Ich habe dann aus irgendeinem Grund auch nicht den Weg aufs Festivalgelände gefunden und es mir etwas aus der Ferne angesehen, fand’s großartig. Gerade das Übertriebene, Bombastische, Musical-mäßige, das Sammet da auffährt – das ist genau mein Ding. Die ganze Idee einer Metal-Oper mit wechselnden Sänger*innen, grandiosen Melodien und Storytelling wie im Theater, aber mit Stromgitarre – das ist schon ziemlich einzigartig.
„Mystery of a Blood Red Rose“ – was für ein Hit! Ich find’s bis heute schade, dass das nicht beim ESC gelandet ist. So catchy, so over-the-top, so wunderbar Avantasia. Aber auch viele andere Songs verdienen es, laut gehört zu werden – am besten nachts, mit einem Glas Wein, unter einem dramatisch bewölkten Himmel.
Auch wenn es die Finnen vielleicht anders sehen, Tobias Sammets Stimme gehört für mich zu den besten in diesem Genre und auch wenn die große Inszenierung nicht jedermanns Sache ist, selbst ich "Edguy" eigentlich besser finde, ist Avantasia doch ein echtes Brett und damit völlig zu Recht in den Top 250.
Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.
Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

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