10/02/2026

Stream Of Sentiment - Herkunft, Backcover und Ankündigung

Weil ich sehr positives Feedback auf den Song "Stream Of Sentiment" bekommen habe, muss ich euch dazu jetzt was erzählen, den Song habe ich 2006 angefangen mit einer 30 Sekunden Aufnahme auf meinem damaligen PC, das war noch zur Zeit von "A Glorious Mess" (der Link führt zum 20 Years Tribute Album),doch der Song ist nie fertig geworden, vielleicht veröffentliche ich irgendwann noch mal so ein Album mit Demoschnipseln von Songs, die ich später veröffentlicht habe (so klassisches Rare Diamonds Zeug), wie die ganz Großen oder so.

Ich muss so lachen, während ich das hier schreibe, weil ich mich immer noch an das Krächzen erinnere, was ich oben beschreibe, wie auch immer, ich wollte eigentlich nur ein wenig Promo machen, doch irgendwie ist "Stream of Sentiment" so viel mehr für mich. Darum ist es auch so lustig, das es als erstes als Happy Hardcore, Dance-Nummer an die Öffentlichkeit kommt. Es war einer meiner Vorschläge eines Bandnamens damals, weil wir ja schon so ein bisschen Emo drauf waren, dann kam die Lied Idee, dann die Depression und viele abgründige Texte über das Vergehen und ewige Liebe und so ein Zeug, die ich in einem Ordner namens "Stream of Sentiment" auf meiner Festplatte gesammelt habe, über Jahre.

Seit ich mittlerweile durch das Werkzeug künstlerischer Intelligenz die Chance bekam, mich noch einmal therapeutisch an einer Reflektion meines Lebens zu versuchen ist das Ding nochmal aufgeploppt und obwohl es quasi der erste Cluster war, unter dem ich veröffentlichen wollte, das meiste so in Richtung schwarze Szene, und auch einer der ersten registrierten Künstler, die ich für Tickman Life Records gesigned hatte, ist es jetzt über den Umweg von Stanley's Tanzblümchen Album über die Remixe an der Zeit den Fokus auf sie zu richten. Ich wollte halt kein Gothic-Album im Frühling oder Sommer veröffentlichen und irgendwie waren mir letztes Jahr im Herbst/Winter ein paar andere Dinge wichtiger in die Welt zu posaunen.

Ja keine Ahnung, wen das interessiert, ich knall euch hier gleich die Rückseite von der Remixplatte rein und nächste Woche kommt dann das Album des Projekts, das so heißt wie der Song, den ich vor zwanzig Jahren schrieb. Wusstet ihr das Trottoir = Bürgersteig und nicht Toilette heißt? Ja nächste Woche wird's dann etwas deeper. In diesem Sinne...

10/01/2026

Oktobär 2026 - Road to Halloween, 31(33) Horrorfilmempfehlungen

Wer Bock hat, dem empfehle ich dieses Jahr 31(33) Horrorfilme auf dem Weg zu Halloween.
Dazu gehören für mich auch Subgenres, wie Action-Horror, Horrorkomödien oder -Dramen.

Diese Liste könnte kontrovers sein, weil ich teilweise einen sehr weirden Geschmack habe, es gibt verschiedene Gründe warum ich einen Film empfehle oder er auf dieser Liste, die zwar irgendwie gerankt ist, aber vor allem auf den Bewertungen bei letterboxd basierend, ist.

Natürlich muss ich euch warnen, das ist größtenteils absolut NICHTS für Kinder und geht zum Teil wirklich an die Substanz, daher achtet drauf, was sich eure Kids reinziehen und habt ein bisschen ein Auge drauf. In diesem Sinne... unter dem Bild geht's los! Freue mich, auch wenn ihr Kommentare da lasst, Empfehlungen, den üblichen letterboxd Kram eben. Hier ist der Link zur kompletten Octobärs Road to Halloween-Liste

01.10 The collection

02.10 Resident Evil: The final Chapter

03.10 Baskn (Kurzfilm)

03.10 I am not a serial killer

04.10 mother!

05.10 I saw the devil

06.10 Eraserhead

07.10 Alien: Covenant

08.10 The Babysitter

09.10 The house that Jack built

10.10 Dark House

11.10 Midsommer

12.10 Train to Busan

13.10 Animas

14.10 Ein andalusischer Hund (Kurzfilm)

14.10 Yakuza Apocalypse

15.10 Wyrmwood - Road of the dead

16.10 The Lesson

17.10 Like dogs

18.10 Dread

19.10 Meat Grinder

20.10 Hagazussa

21.10 Last night in Soho

22.10 Lords of Chaos

23.10 Hereditary

24.10 The return of the living dead

25.10 Renfield

26.10 Octalus - Der Tod aus der Tiefe

27.10 Infinity Pool

28.10 Alien

29.10 Freddy vs. Jason

30.10 Martyrs

31.10 Mandy

9/30/2026

KK2 Entertainment Center T&Fs September 2026

24 Filme im September, ich habe zwar nicht ganz mein Pensum geschafft, was ich mir selbst setze, bin aber doch recht zufrieden endlich wieder mehr Filme zu gucken und mir auch die Zeit dafür zu nehmen, generell mir wieder mehr Zeit für mich zu nehmen und nicht bloß für alle anderen diese zu opfern oder mich in irgendeiner Fantasie eines Künstlerlebens zu verlieren, die am Ende nur ein weiteres Rabbithole aufmacht. Spannend ist besonders zu sehen, dass es keinen Rewatch gab, so dass alle 24 Filme komplett neu für mich waren. Die gesamte Monatsübersicht gibt es im Film-Diary auf letterboxd. Wie gewohnt folgen jetzt die Tops und Flops und meine Kurzreview hinter den Links.

Flop 5

1 - Black as night

2 - Bloodrayne - Deliverance

3 - Keiner kommt hier lebend raus

4 - The last king

5 - Pearl

...

Top 5

5 - Romeo is bleeding

4 - Heavenly creatures

3 - Final Destination: Bloodlines

2 - Gaia

1 - Bring her back

Was habt ihr euch im September gegeben, welchen Film habe ich komplett falsch eingeschätzt, nicht verstanden oder komplett deranged? Sagt es mir gerne auf meinem letterboxd-Profil und lasst ein wenig Liebe da.


Ist das noch menschlich?

Die spooky season hat begonnen und auch wenn mir das sicher viele als Bodyshaming auslegen werden, so ist es nicht gemeint, ich stelle mir nur wirklich einige Fragen, wenn ich so etwas sehe: Link zum Artikel

Es geht sich um Nick Walker, den neuen Mr. Olympia. Man kann vom Bodybuilden halten was man will, eine meiner großen Vorbilder ist Bodybuilderin und es ist unglaublich, wie diszipliniert diese Menschen sind, alles hinten anstellen um ein persönliches Ziel zu erreichen, keine Frage. Und wie gesund das ist, das sollen andere beurteilen, ich frage mich ganz oft, wie es sich anfühlt in so einem Körper zu stecken und ob es nicht ständig irgendwo wehtun muss, wenn man quasi nur noch aus Muskeln besteht? Hat man dann nicht ständig irgendwo einen Krampf? Wenn ich mir vorstelle am Tag fast 6000kcal zu mir zu nehmen, nur um die nötige Energie zum Verbrennen zu haben, das ist ca. das Vierfache von dem, was ich brauche, ist das am Ende dann nicht nur noch Essen, Pumpen, Schlafen und Repeat? Im Artikel steht, dass er 600.000 US-Dollar Preisgeld bekommt, ist es das wert? Ich weiß nicht, ob meine Lieblingsbodybuilderin hier mitliest, ich würde zu gern mal ein Interview mit ihr machen, wie das Leben als Bodybuilderin ist, auch noch aus dem Aspekt des Frau-Seins, denn sie ist für mich immer noch sexy trotz Muskelmasse und das schaffen auch nicht Viele. Zur Sexyness von Männern kann ich nicht viel sagen, da fehlt mir irgendwie der Blick, beim ersten Hingucken auf das Bild dachte ich, die haben den Kopf einfach auf eine komplette Kampfmaschine gesetzt, einerseits beeindruckend, irgendwie aber auch total beängstigend, wie schläft man mit so einem Körper, gibt es da überhaupt noch Körperfett, wie ist der Stoffwechsel, ich habe so viele Fragen.

Das war mein erster Eindruck (ist natürlich ein KI-Bild, in echt sieht er noch krasser aus)

Elevated Horror?

In der Recherche zu meinem diesjährigen Horroctober bin ich ganz oft auf einen Begriff gestoßen: Elevated Horror, was ein Quatsch! Es gibt einfach in jedem Genre gute und schlechte Filme und die Idee von Kritikern, wie ich ja selbst auch einer bin über Horrorfilme zu philosophieren, die weil irgendwem eingefallen ist, dass es nicht nur Slasher gibt und man ihnen ja auch Handlung geben könnte, diese als erhöht zu betrachten ist so typisch für unsere Zeit. Am schlimmsten ist, dass selbst Filmemacher anfangen das als eigenes Genre anzupreisen, weil ihre Horrorfilme jetzt intelligenter sind, als die guten intelligenten und herausragenden Horrorfilme, die es zwischendurch immer gab, die schon immer mehr Drama, Crime oder irgendein anderes Genre waren und dann mit Gewaltgrad physisch oder psychisch in Richtung Horror tendierten. Viele halten bis heute den großartigen Thriller "Das Schweigen der Lämmer" für einen Horrorfilm, ist das dann nicht elevated, weil er vom Niveau her weit über einem "Friday the 13th" rangiert?

Ist "Mandy" elevated Horror oder "Martyrs", weil sie essentielle Fragen stellen und künstlerisch anspruchsvoll sind, warum akzeptieren wir nicht, dass jedes Genre Ausreißer nach oben hat, die herausragend sind und wir gerade in einer Zeit leben, wo sich der Horrorfilm entwickelt in eine mehr story-drivene Richtung, was gut sein kann, jedoch nicht muss und was ihn vor allem nicht besser macht, in den meisten Fällen wirken diese Filme dann verkopft und können ihre wahre Stärke, den Zuschauer emotional anzugreifen durch schockieren und unter die Haut kriechen und mit Dingen konfrontieren, die es so nicht gibt. Sobald ich anfange alles zu psychologisieren bewege ich mich in meinen Augen in das Genre des Dramas und das ist ja nicht schlimm, es gibt viel zu wenige Dramas, die wirklich hardcore dahin gehen wo es weh tut, doch das ist dann noch kein Horror. Wenn ich das zum Teil grausame Leben von Kindern in Pflegefamilien zeige, wie sie es aus ihrer Sicht empfinden, wird das vermutlich sehr unschön und wahrscheinlich oft brutal und durchzogen von unterschwelliger seelischer Gewalt und führt wahrscheinlich zu Bildern, die man sonst aus Horrorfilmen kennt und selbst wenn da dann Übernatürliches und Monströses auftaucht bleibt es Drama. Die Figuren und ihre Geschichten entscheiden, was es ist, so scheinen die Filmemacher zu denken, in Wirklichkeit entscheidet ganz am Ende das breite Publikum. Nicht die Kritiker, nicht die Künstler selbst entscheiden, wie das Dargebotene ankommt, sie können zwar eine Empfehlung geben, eine Einordnung, wie ihre Kunst wahrgenommen werden soll und welche Intention sie hatten, doch am Ende schmeckt Nuss-Nougat-Creme so, wie man es empfindet und nicht, wie es auf dem Etikett steht.

Wann kommt irgendwer auf die Idee "John Wick" elevated Action zu nennen, weil es ja so viel hochwertiger ist, als die Actioner der 90er (wobei das nicht meine Meinung ist). Es gibt gute und schlechte Filme, das ist Fakt, sagt aber nichts darüber aus, wie sehr er Menschen gefällt, oder würdet ihr "Terminator 2" als elevated Sci-Fi einstufen, nur weil er vermeintlich einer der besten Sci-Fi-Actioner aller Zeiten ist?
Ich denke mein Punkt wird klar, es gibt keinen ELEVATED HORROR!

9/27/2026

Fast gleich und doch komplett unterschiedlich

Dachtet ihr auch immer, dass Mezzo Mix einfach nur Cola mit Fanta ist? Tja geschmacklich stimmt das irgendwie schon so und wenn man beides ineinanderkippt schmeckt es auch so wie Schwipp Schwapp, oder wie die anderen Hersteller das Gemisch nennen.
Hat man jedoch die beiden Dosen vor sich stehen fallen 2 Sachen auf, beide sind voll mit Chemie und vermutlich nicht im Geringsten das, was man trinken sollte, wenn man auf gesund geht, allerding ist Mezzo Mix phosphatfrei, weil man andere Säuren nimmt für Farbgebung und das wofür man in Lebensmittel eben Phosphate reinkippt. Die Cola dagegen gibt sogar Phosphorsäure auf der Zutatenliste aus und das ist vermutlich auch einer der Gründe warum man mit einer gehörigen Menge davon, Fleisch auflösen und von Knochen lösen kann, ernährungstechnisch war das für mich vor ein paar Tagen eine wahre Erkenntnis, denn jeder möchte ja auch mal irgendwas erfrischendes zischen, zumindest Richtung Phosphatbilanz ist hier Mezzo Mix zu wählen und Cola am besten generell aus dem Gedächtnis zu streichen...

keine weiteren Fragen dazu bitte... 

9/25/2026

Tanzblümchen ist draußen

Guten Morgen ihr lieben Menschen,

heute ist es mal wieder so weit, eine neue VÖ erblickt das Licht der Welt, ich hätte es fast vergessen, weil ich schon so tief in den Arbeiten zu weiteren Projekten stecke, doch das wäre zu schade gewesen, denn DJ Stanley Hardcores "Tanzblümchen Tanz" (Der Link führt euch zum TLR-Post) ist ein echtes Herzensprojekt gewesen quasi seit meiner Kindheit, hört erstmal rein... In diesem Sinne.

Und wenn ihr mir einen richtig großen Gefallen tun wollt, dann gönnt euch das bei YouTube, wird zwar alle zwei Lieder unterbrochen durch Werbung, ist für mich allerdings lukrativer glaub ich, am Ende wünsch ich mir vor Allem Feedback. Und weil ihr hier ja nicht ohne was rausgehen sollt, habe ich ein pre-cover ergattert, das es nicht zur finalen VÖ geschafft hat, ich aber irgendwie witzig finde, weil das Album mal in eine ganz andere Richtung gehen sollte.

9/21/2026

Alzheimertag (Demenzwoche) ... und etwas Theorie

Es gibt so viel unsichtbare Probleme in unserem Land, auf die immer mal wieder an speziellen Tagen ein großes Licht fällt, die aber für den Rest des Jahres nahezu totgeschwiegen und aus den Medien ferngehalten werden. Betroffene und Angehörige können sich diese Scheuklappen leider oft nicht erlauben und sind immer mittendrin und leiden meistens mit. Ich habe der Einfachheit halber mal die Seite Deutsche Alzheimer und die DZNE-Stiftung verlinkt, da kann man sich gut einlesen und auch Anlaufstellen finden.

Ihr wisst ja, dass ich seit Jahren selbst mehr oder weniger betroffen bin und es nur so semi schaffe, damit klar zu kommen, dass Betroffene oft nicht einmal in der Lage sind, die eigene Wesensveränderung und den Verfall an sich selbst zu erkennen und daher auch keinen Anreiz haben irgendetwas dagegen zu unternehmen und teilweise gekränkt und angegriffen reagieren, wenn man ihnen Angebote zur Verfügung stellt, die nicht nur der Beschäftigung dienen sondern auch die Gehirngesundheit aktiv fördern würden, wenn richtig angewendet. Gestern erst erfuhr ich, dass ich seit Jahren auf der richtigen Spur war, wenn es darum geht, wie man die Welt mit dieser Erkrankung wahrnimmt. Alles scheint darauf ausgerichtet, Erinnerungen wachzuhalten, um die Realität zu bauen und das festzuhalten, was man hat. Wenn man das in einem Bild darstellen würde, wäre das z.B. jemand, der auf einem schmelzenden Eisberg sitzt. So sehr er auch versucht nichts zu tun, irgendwann wird er im kalten Wasser dessen, worauf er einst stand, ertrinken, wenn er nicht vorher an Unterkühlung stirbt. Viel klüger wäre es, wenn er sich damit beschäftigen würde sich zu retten, auch wenn es aussichtslos erscheint und man dafür vielleicht viel Fantasie braucht.

"Vielleicht ist Fantasie tatsächlich eine Art Training für den Kopf. Wissenschaftlich vorsichtiger formuliert: Menschen, die ihr Gehirn regelmäßig mit geistig anspruchsvollen und kreativen Tätigkeiten beschäftigen, etwa Schreiben, Musizieren, Malen, Lesen, Spielen oder Lernen , zeigen in mehreren Langzeitstudien und Metaanalysen im Durchschnitt eine bessere kognitive Entwicklung und teilweise ein geringeres Demenzrisiko. Das beweist nicht, dass Kreativität vor Demenz schützt. Aber es spricht ziemlich deutlich dagegen, Fantasie und kreatives Herumspinnen als nutzlosen Leerlauf des Gehirns abzutun."

Und es unterstützt meine These, die ich jedem kostenlos an die Hand gebe, sie auszuprobieren, mehr als nicht funktionieren kann sie nicht, denn selbst dann würde sie nicht widerlegt werden: "Use it or loose it", auch wenn das Hirn kein Muskel im eigentlichen Sinne ist, ist das etwas, was man trainieren muss und je älter man wird, desto mehr muss man machen, um sein Niveau zu halten und auch wenn Lesen  in vielen Studien als hirnanregend genannt wird, ist pures Lesen so, als würde ich behaupten "Stehen" ist Muskeltraining. Ihr checkt? Mit Lesen ist hier vermutlich der eskapistische Akt gemeint sich in eine Welt zu begeben, die der eigenen möglichst fern ist, damit die Synapsen richtig feuern, immer den gleichen Text zu lesen kann zwar zu einem Einprägen führen, kann aber auch einfach mal gar nichts machen, weil das Hirn auf Lehrlauf schaltet, weil es das schon kennt. Im Grunde ist es eine Maschine, die süchtig nach neuen Impulsen ist und wenn man sie langweilt einfach ausschaltet und sich zurückentwickelt.

Das einmal verstanden zu haben sollte einem eigentlich klar machen, warum in unserer Welt so viel schiefläuft, es wird robottet, Millionen Menschen machen, was man ihnen sagt, damit vorhersehbare Dinge geschehen und sich nichts ändert, alles immer gleichbleibt. Das ist jetzt kein Aufruf zur Rebellion, es schadet allerdings nicht, verschiedene Wege zur Arbeit zu nehmen, vielleicht mal den Ablauf zu ändern bei langweiliger Büroarbeit, wenn zulässig ein Hörbuch zu hören, die Freizeit nicht nur im Gym und vor Netflix zu verbringen, sondern vielleicht auch einfach mal selbst was zu erschaffen, zur Not tut es vermutlich für den Anfang sogar eine Kritzelei auf der Serviette oder dem Post-It im Büro. Auch in den Berufen, die hart arbeiten, zum Beispiel im Stahlgewerbe, bei denen sich immer wiederholende Tätigkeiten schnell in Unzufriedenheit ummünzen kann, es eine Option sein den Geist abschweifen zu lassen, er tut es von ganz alleine, wenn er merkt, dass er nicht gebraucht wird, weil ein Mindestmaß an Konzentration auf die Aufgabe völlig ausreicht. Doch viele reden sich ein, sie müssten bei immergleichen Bewegungsabläufen konzentriert bleiben, weil sonst was schiefgeht. Ich behaupte, das Hirn hat den Bewegungsablauf nach kurzer Zeit verinnerlicht und das weitere darauf konzentrieren ist kontraproduktiv, weil es wider die Natur dessen ist, was es tut. Vielleicht bin ich da auch die Ausnahme, ich kann mich nicht länger auf einen Ablauf konzentrieren, bis ich ihn aus dem FF kann, dann verlasse ich mich darauf und kann nebenbei schon wieder neue Synapsen schaffen und halte die Konzentration oben, weil ich das System komplett auslaste. Versteht ihr, was ich meine? Wenn ich mich künstlich zwinge einer Aufgabe, für die ich nicht mehr nachdenken muss, weil ich die Lösung im Schlaf kenne, Ressourcen zuzuteilen, nehme ich mir die Chance mit den eigentlich verfügbaren Mitteln zu wachsen und weitere Aufgaben zu lösen oder zumindest schon einmal vorzuarbeiten, weil am Ende haben wir ja nur zwei Arme, alles gleichzeitig zu machen, wäre dann wirklich kontraproduktiv, wenn ich an der Säge im Baumarkt stehe und nebenbei meinen Einkauf mache oder irgendwas wozu ich die Arme brauche.

Ich kenn da ja so einen Spezi, der macht sich das Leben besonders schwer, weil er, nachdem er einmal gelernt hat, was zu lernen ist für sich selbst die Regeln immer wieder ändert, um es dann wieder neu lernen zu müssen, für mich ein klares Zeichen der Unterforderung. Ich lerne eine Sache einmal, bis ich es kann. Dann wende ich das Gelernte an, wenn ich das aus dem FF kann, brauche ich die nächste Aufgabe zum Lernen, Wiederholung ist in meinen Augen der Anfang vom Ende, zumindest, wenn man es übertreibt, ich wurde nie besser in der Schule, wenn ich die gleichen Aufgaben immer und immer wiederholt habe, ohne dazwischen eine Pause zu haben, wo es sacken kann. Ach Leute, das ist alles schon zigmal von mir in anderen Posts abgehandelt, abschließend bleibt wohl vor allem die Bitte neugierig zu bleiben, damit ist schon viel getan und lasst euch niemals sagen, dass man zu neugierig sein kann. Keiner schneidet euch die Nase ab, wenn ihr Sachen wissen wollt, die euch nichts angehen, respektiert Grenzen Anderer, doch wenn ihr Wissen wollt, dann seid neugierig, denn wer nichts weiß, der wird auch nie genug Macht haben, sein Leben im Griff zu haben. In diesem Sinne... schon wieder viel zu lang. 

9/19/2026

Mal nicht abdrücken!

Jeder Dialysepatient hat schon mal daran gedacht, was passieren würde, wenn er den Finger wegnimmt, nicht abdrückt und laufenlässt, sicherlich. Doch das ist ein neues Niveau, sich zu fragen, wo das überall landet und dann auch noch zu fragen, wieviel Blut man denn so im Körper hat, das ist schon fast kindlich naiv aber zeigt auch, wie ernst man die eigene Lage analysiert hat, nur um dann ein "Hauptsache es kümmert sich wer drum" einzuschieben, was ja wohl ein Lebensmotto zu sein scheint, wenn man den Reiner so reden hört, "Ja bei uns ham se das auch gemacht... ham DIE sich drum gekümmert, ist immer das wichtigste das sich wer kümmert" (nur nicht man selbst ne?) Was wäre das für eine Welt, wenn alle so denken würden, ach ja, wahrscheinlich die Welt, die wir gerade haben, wo jeder die Verantwortung einfach weiterschiebt und keiner es gewesen will, wenn sich Geschichte wiederholt und alles wieder den Bach runtergeht, ja? Man Reiner, ich wünsch dir echt Erkenntnis und dass es dich nicht zu hart trifft, wenn du es begreifst.

Je nach körperlichem Gesamtzustand sind 2 Liter Blutverlust akut lebensgefährlich, ich würde es nicht ausprobieren, wie schnell du die verlierst, gerade als Dialysepatient solltest du darauf achten, vernünftig abzudrücken und dem Körper helfen die Gerinnung anzuregen. Sollte es mal unschön werden, Daumen drauf und dann rufen! Nicht andersrum, man glaubt nicht, wie schnell Blut aus Wunden schießt, vor Allem arteriellen. Manche Menschen können einen Liter Blut verlieren, bevor die Systeme beginnen zu kollabieren, anderen wir schon bei 200 Millilitern schlecht, das komplette Volumen von ca. 5 Litern zu verlieren ist mit dem sicheren Tod zu einem deutlich früheren Zeitpunkt verbunden, also ist dringend davon abzuraten und Fragen, Gedanken, so sie denn ernst gemeint sind in diese Richtung dringend einer psychologisch geschulten Fachkraft mitzuteilen!

9/18/2026

Er ist so nah dran

Neulich auf der Bugatti Party gegenüber, "die mit ihren 100.000€ Autos". Ich wollte erst ganz laut husten und korrigieren, wo er den so einen Billig-Bugatti gesehen hätte? Eine kurze Suche auf autoscout24 bringt Realität und zeigt, wie wenig wir doch vom Leben der "Reichen" wissen. Andererseits reicht das ja scheinbar schon für den Neid des Reiners, da er sich genötigt fühlt sich darüber auszulassen. Das Spannende für mich ist daran, mitzuerleben, wie jemand, der die Ungerechtigkeit schon benennen kann, sie sieht, seinen Gap dazu versteht, den letzten Schritt zum Klassenbewusstsein nicht gehen kann, weil er sich dann eingestehen müsste, dass das, was er als gut bürgerlich ansieht für diese Menschen an der Armutsgrenze kratzt und immer noch weniger als 1% aller 99% des Vermögens besitzen, während sich die anderen 99% um das übrige Prozent prügeln und gegenüber findet gerade ein Empfang statt, bei dem pervers Reiche Menschen, Champagner in den Abfluss kippen, um nicht zu beschwipst zu werden. In diesem Sinne... "Wir schaffen das!"

dies ist eine karikaturistische Darstellung und soll weder Marke noch Menschen herabwürdigen

Tanzblümchen, Tanz - Tracklist

Ich erzähle euch nichts Neues, wenn ich euch mitteile, dass ich damals wie heute ein echter Blümchen Fan bin und erst vor Kurzem habe ich dann festgestellt, dass sie grüne Augen hat, nun ja, das brachte mich dann auf die Idee zu einem Song, das führte zu einem Album, der wie eine Hommage an eine Zeit wirkt, die ich vor dem Radion verbracht habe und Kindertechno auf Kassette aufnahm, mir Choreos mit einer damaligen Freundin ausdachte, dazu kamen dann Gedanken an Falco, das großartige, die Erinnerung an "Darkside of my dreams" von den Nightcrawlers, das ich schon immer geliebt habe, weil es diesen Inverted Drop und das Lachen drin hat und diese ganz besondere Stimmung, die wollte ich auch haben auf dem Album, im Grunde erzähle ich ja Geschichten mit meiner Musik und im Endeffekt soll die Geschichte einerseits die fröhliche Diskonacht sein, wie wir sie aus unseren jungen Jahren kenne, meine dunkle Seite wollte aber auch ein wenig auf die Gefahren hinweisen und hat daher Daisy mit ins Spiel gebracht, naja und so entsponn sich dann eben die ganze Geschichte, dazwischen noch eine sehr juvenile Trennung und jede Menge Dankbarkeit. Ich denke es ist für jeden was dabei, da es aber noch ne Woche hin ist, bis ihr das Teil hören könnt, gebe ich euch schon einmal die Tracklist vorab, auch wenn ihr damit wohl noch nicht so viel anfangen könnt, lässt es ja schon auf das Frontcover schließen. In diesem Sinne...

Au nein Ralf Richter!

"Je älter ich werde um so mehr Helden werden sterben!"
(Chesney Little)

Das klingt fast wie Tylers: "Ist die Zeitkoordinate nur lang genug, sinkt die Überlebensrate für jeden auf null!", und doch ist es deutlich epischer, denn irgendwie trennt es mich in Trauer und Triumph. Einerseits ist es natürlich jedes Mal wieder traurig einen von denen gehen zu sehen, zu denen man aufgeblickt hat, die man verehrte, die besonders für uns waren. Andererseits hat man mir als Kind eine Lebenserwartung von 10-12 Jahren gegeben und auch wenn ich schon oft den Tanz der Toten getanzt habe, ist es doch so, ich sitze noch hier und überdauere so viele, die ich nie gedacht hätte zu überdauern. Vermutlich ist es normal, die Helden sterben zu sehen, um ihnen nachzufolgen.

Wie praktisch, dass meine Helden vor allem in Film und Musik zu finden sind, so werden sie zu lebenden Toten und konservieren in ihren Filmen, Liedern, Kompositionen und das auch noch, ohne zu altern, oft auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, das ist es, was uns als Künstlern Hoffnung gibt, man wird sich unserer erinnern und wir sind nicht bloß auf die Herzen derer angewiesen, die uns geliebt haben. Das ist vielleicht ein sehr von Selbstliebe getriebener Ansatz, allerdings tröstet es mich weit mehr, als der Gedanke all meine Helden in einem unsicheren Paradies wiederzusehen, auch wenn das sicherlich für den Fall einer Ewigkeit die bessere Alternative ist.

Danke!

9/17/2026

Unsterblichkeit bedeutet Wiedergeburt (Immortal Pt. VI)

Vielleicht ist „unsterblich“ deshalb überhaupt das falsche Bild. Ein Song lebt nicht einfach unverändert weiter. Er wird immer wieder neu geboren.

Ein Teenager hört einen vierzig Jahre alten Song und versteht ihn anders als dessen ursprüngliches Publikum. Eine Coverversion verändert ihn. Ein Film benutzt ihn in einer neuen Szene. Ein Mensch entdeckt ihn nach einem persönlichen Verlust und hört plötzlich einen Satz, den er zehn Jahre lang überhört hat. Die langlebigste Musik besitzt deshalb etwas Unabgeschlossenes. Sie erklärt sich nicht vollständig. Sie lässt Raum, in den späteres Leben hineinpasst.

Daraus ergibt sich eine Art paradoxe Regel: Je konkreter ein Song emotional ist, desto allgemeiner kann er werden. Je allgemeiner er bloß formuliert ist, desto austauschbarer kann er wirken.

„Liebe ist schön“ ist zeitlos und gleichzeitig belanglos.

„Deine Tasse steht seit drei Monaten noch links neben meiner Spüle“ gehört zunächst nur einem Menschen. Aber jeder, der nach einer Trennung irgendeinen Gegenstand nicht wegwerfen konnte, versteht ihn.

Das ist der Punkt, an dem Kunst die Zeit überwindet.

Liebe und Tod werden deshalb tatsächlich immer funktionieren. Ebenso Angst, Hoffnung, Eifersucht, Freundschaft, Selbstzweifel, Rebellion, Gier, Sehnsucht und Erinnerung. Science-Fiction und Fantasy können langlebig sein, wenn sie diese Dinge in andere Welten übertragen. Politische und tagesaktuelle Musik kann überleben, wenn hinter dem Ereignis ein menschlicher Mechanismus sichtbar wird.

Und Genres? Die werden kommen, sich gegenseitig verschlingen, sterben und wiederauferstehen. Blues wird Rock, Rock wird Metal, Punk wird Alternative, Disco wird House, Hip-Hop verändert Pop, elektronische Musik vermischt sich mit allem. Was einmal revolutionär war, wird irgendwann klassisch; was einmal peinlich altmodisch wirkte, wird zwanzig Jahre später wiederentdeckt.

Doch darunter bleibt erstaunlich viel gleich.
Jemand verliebt sich.
Jemand wird verlassen.
Jemand hat Angst.
Jemand will frei sein.
Jemand vermisst einen Menschen.
Jemand schaut nachts in den Himmel und fragt sich, was das alles soll.
Und irgendwo nimmt deshalb jemand eine Gitarre, setzt sich an ein Klavier, programmiert einen Beat oder beginnt zu singen. Vielleicht ist genau das die eigentliche Unsterblichkeit der Musik:

Nicht dass dieselben Lieder für immer gespielt werden – sondern dass dieselben menschlichen Fragen immer wieder neue Lieder brauchen.

9/16/2026

An der Tanke

Es gab nur eine ganz kurze Zeit in meinem Leben, wo ich mir gewünscht hätte einen Führerschein zu haben, dann hätte ich vermutlich nicht so viel gesoffen in meiner Feierphase, andererseits habe ich schon ganz oft gedacht, dass es so viele Vorteile hat, kein Auto zu besitzen, weshalb ich mein erstes damals auch verschenkt habe, andere Geschichte...
"Zehn Cent Tankrabatt, die spinnen doch!"
Allgemein würde ich Reiner ja recht geben, denn das, was unsere Regierung derzeit an Idee zu diversen Themen auf den Tisch legt, ist gelinde gesagt großes Makaka für die meisten, derer, die sie gewählt haben. A-Bär im Detail, sind zehn Cent mehr als nix, wenn ich jedes Mal, wenn ich zur Dialyse gehe 10 Cent bekomme, dann summiert sich das auf 14,40€ im Jahr, okay, es ist nix, Reiner du hast Recht.
"Wenn die Das durchkriegen, bricht hier die Hölle los ", by the way habe ich nirgendwo was von 10 Cent gehört oder gelesen, es soll wohl eher eine Preisobergrenze eingerichtet werden, so wie damals bei der Mietpreisbremse, hat ja auch so super funktioniert. Ich müsste das mal überprüfen, kommen diese merkwürdigen Dinge immer mit nem Kompositum aus drei Wörtern daher?
Übrigens Reiner, keiner wird was machen, 2,60€ sind nur so lange zu teuer, bis man den Preis auf 2,70€ erhöht, der Deutsche ist ein Beuger, man gewöhnt sich, hat am Stammtisch was zu meckern, knurrt, meckert irgendwen an und zahlt dann trotzdem, weil man es ja muss. Tatsache ist, wer das nicht zahlen will, der fährt Bus, das würde dann auch Geld freimachen für den Ausbau des ÖPNV, in den nicht ausgebauten Gegenden und ganz im Stile des Kapitalismus dafür sorgen, sich neue Ideen für eine Lösung einfallen zu lassen, vom Rohöl loszukommen. Denn wie in jedem Markt gilt auch beim Benzinpreis, Angebot und Nachfrage. Solange die Nachfrage auf einem ungesunden Niveau ist und das Angebot immer weiter künstlich verknappt wird, steigt der Preis, das ist einfachste BWL.
Lustig, wie ich mich mehr über die Dummheit von Autofahrern aufregen kann, als darüber, dass hier was gewaltig schiefläuft, wo ist jetzt dir Abwrackprämie, um auf E-Mobilität umzustellen? Wo sind die solarbetriebenen Autos, wo sind jetzt die ganzen Zukunftsenergien? Manchmal komm ich mir wirklich vor, als würde ich miterleben, wie Deutschland zu einem Schwellenland wird, weil zwar alle schuften sollen, Ideen aber streng verboten sind und bloß nicht innovativ sein. Manchmal wirkt es, als würde man es drauf anlegen.
Also Reiner, ab zur Tanke, Wutbürger werden, volltanken und dann irgendwo jammern, dass man dich abzieht. In diesem Sinne...

Schilddrüsenunterfunktion makes me mad

Stellt euch folgende Situation vor, Arztgespräch, an euer Bett tritt ein grimmiger Dachs, der auf lustig tut und lacht euch aus. Er zeigt euch bei jeder weiteren Frage, dass er euch nicht ernst nehmen kann oder einfach seine eigene Antwortlosigkeit mit Lachen überspielen will, okay das kenn ich, coping, ja mag sein, sind wir mal good faith. Aber warum ist es in meinem Fall nicht möglich, dass ich Schilddrüsenprobleme habe, was ist das für ein Kasper? Er hat die Frage nicht beantwortet und versprochen sich den Aktenverlauf anzugucken.

Er kam zurück und war dann ganz normal, erzählt mir in Ruhe, was los ist, obwohl er immer noch belustigt über meine Sorge eines ärztlich abklärbaren Wertes scheint, weist eine weitere Blutuntersuchung an und erhöht erstmal die vor einiger Zeit halbierte Medikation, also doch nur ein Halbkasper, ich habe wirklich Schiss davor, dass die Schilddrüse mich wieder in die tiefe Dunkelheit schickt, die ich eigentlich nie mehr betreten wollte, höchstens um das Füchslein zu retten vielleicht, aber sicher nicht weil Ärzte meine Werte nicht ernst nehmen.

Die eigentliche Konstante ist der Mensch (Immortal Pt. V)

Noch fundamentaler als Liebe und Tod sind deshalb vermutlich jene Themen, die sich aus der menschlichen Selbstwahrnehmung ergeben: Wer bin ich? Warum bin ich hier? Werde ich geliebt? Bin ich genug? Was habe ich falsch gemacht? Was geschieht nach dem Tod? Muss ich mich verändern? Warum tut Verlust weh? Warum wiederholen wir unsere Fehler?

Solange Menschen solche Fragen stellen, wird Musik darüber geschrieben werden.

Auch Träume gehören dazu. Nicht nur tatsächliche nächtliche Träume, sondern Sehnsüchte: anderswo leben, jemand anderes werden, noch einmal jung sein, berühmt werden, verschwinden, jemanden wiedersehen. Musik eignet sich dafür besonders gut, weil sie Gefühle ausdrücken kann, bevor sie vollständig sprachlich formuliert sind. Ein Akkordwechsel kann Sehnsucht vermitteln, ohne das Wort „Sehnsucht“ zu benutzen.

Deshalb können sogar Instrumentalstücke zeitlos werden. Das zeigt, dass das Thema allein niemals genügt, um musikalische Langlebigkeit zu erklären. Musik besitzt eine zweite Sprache unterhalb des Textes. Eine Melodie erzeugt Erwartung und Auflösung. Rhythmus erzeugt Bewegung. Harmonie kann Sicherheit herstellen und wieder zerstören. Lautstärke kann Nähe oder Größe vermitteln. Eine einzelne Stimme kann zerbrechlich, bedrohlich oder euphorisch wirken, bevor wir verstehen, was sie singt.

Große Songs verbinden diese beiden Ebenen. Der Inhalt sagt etwas, und die Musik lässt den Hörer dasselbe fühlen.

Ein trauriger Text über Verlust, der musikalisch vollkommen gleichgültig wirkt, besitzt weniger Kraft als ein Lied, bei dem bereits die ersten Akkorde eine Leerstelle erzeugen. Umgekehrt kann ein banaler Text durch eine außergewöhnliche Melodie enorm langlebig werden. Und dann kommt etwas hinzu, das kein Künstler vollständig kontrollieren kann: Erinnerung. Songs werden unsterblich, weil Menschen sie mit ihrem eigenen Leben verbinden. Ein Lied läuft beim ersten Kuss, bei einer Beerdigung, auf einer Autofahrt, auf einer Party, während einer Trennung. Danach gehört es nicht mehr ausschließlich seinem Autor.

Genau deshalb können Künstler Zeitlosigkeit anstreben, aber niemals garantieren.

9/15/2026

Efilismus und Pro-Mortalisten (enthält möglicherweise Trigger!)

Vorab nochmal ne kurze Warnung, ich benutze zum Teil anstößiges Wortmaterial, sehr kontroverse Ideen und äußere meine Meinung, es geht hier um Mord, Tod, Selbstmord und anderes morbides Zeug, wenn ihr derzeit eher instabil seid, bitte lest das nicht!

Was kommt jetzt? Der Typ, der immer von Liebe und Leben als höchste Maxime schreibt, will plötztlich was über das genaue Gegenteil schreiben? Nunja, so "plötzlich" ist das eigentlich gar nicht, wenn man mal zurückblättert und feststellt, dass ich tief im Inneren ein absoluter Menschenfeind bin, weil ich so Vieles, was Menschen tun, wie sie es tun, striktens ablehne. Ja, ich hatte auch mal eine Phase, wo ich im Internet hätte falsch abbiegen können und wäre genau bei diesen Leuten gelandet und meine Weltvernichtungsphantasien hätten nicht bei einem Virus gestoppt, der nur die Dummen auslöscht und eine Evolution der Menschheit durch "Reinigung" von Dummheit, ich bin ehrlich, ich war tatsächlich irgendwann auch an dem Punkt, dass ich wie diese Menschen Dinge dahergefaselt habe, dass es für mein Leben keinen Konsens gibt. "Niemand hat mich gefragt, ob ich leben will.", was klingt wie Emo-Mimimi habe ich wirklch mal gefühlt, jeder oder? Das waren dann die Emo-Phasen, die wir damals Depri-Phasen nannten, weil niemand ein Emo sein wollte, im Ernst, ich glaube als Jugendlicher denkt man unweigerlich irgendwann mal an die Vergänglichkeit und den Sinn des Lebens und solcherlei, und wenn es dann mal nicht so läuft, dann wird das ganz schnell fatalistisch. Im Normalfall wächst sich das raus, oder? Bei mir persönlich wurde das zum Schutzschild, als ich wirklich depressiv war konnte man sich so die ganzen Schulterklopfer und "Lächel mal"-Sager vom Laib halten und in der dunklen Szene machte es einen noch trver, Blackmetal hören, das ganze Erscheinungsbild schreit Hass und keiner stellt mehr dumme Fragen, ja ich hab auch diese Zeit dieser Mischung aus gemeinsamer Todessehnsucht, die ein Schrei nach Liebe war und alle Schuld im Aussen suchen genossen, doch das was daraus entstand waren im besten Fall Gedankenexperimente. Keiner von den Leuten mit denen ich mich umgeben habe, sah darin mehr als eine Art Cosplay für die Welt außerhalb der Subkultur, im Alltag in Schwarz rumzulaufen und Menschen mit hasserfüllten Blicken zu strafen war da schon das höchste der Gefühle für viele. Denn das war ja das Ding, wir waren ja schlau genug, zu kapieren, dass man es sich am Ende leisten können muss, auf alles zu scheißen.

Aber mal zurück zu den wirklich weirden Efilisten, die das Leben einfach ablehnen, aus den verrücktesten Gründen, am Besten gefiel mir der, dass es nicht natürlich sei, darüber könnte man sicher auch länger philosophieren, will ich an dieser Stelle nicht tun, aber ist ein Ansatz, den ich fast nachvollziehen kann. Sammelt euch, sprecht euch aus und bemerkt irgendwann, dass Leben weitergeht und selbst im größten Scheißhaufen ein Klumpen Gold versteckt sein kann, isso, egal was ihr jetzt denkt. Und hey, wenn du wirklich der Meinung bist, das Leben nicht verdient zu haben oder nicht dein Einverständnis gegeben zu haben, leben zu wollen, ey es gibt ne Tür, die führt in die Geschlossene, da helfen die DIR, die machen das beruflich! Und wenn die Gedanken zu laut werden, 116117 oder statt auf die nächste Apokalypsen-Seite im Internet einfach mal nach nem Seelsorge-Bot suchen oder Hilfe, es gibt Auswege, wenn man sich festgefahren hat in seinem Denken.

Kein Ausweg ist es, sich Pro-Mortalisten anzuschließen, die der Meinung sind, es wäre gut Menschen zu töten, weil man ihr Leid damit beendet, BEENDE ERSTMAL DEIN EIGENES LEID, dann wirst du sehen, dass die meisten gar nicht leiden und selbst wenn sie es tun, es ihr ganz eigenes Leid ist, das ist nicht deine Aufgabe, keiner hat das Recht einen anderen Menschen zu töten, aus welchem Grund auch immer. Auch wenn ich merke, dass im Hinterkopf mein innerer Religiot zu Wort kommen will, das ist vollkommen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder was man sich sonst noch einreden kann, wo man anders wäre. Leben ist Leben (klar auch da kann man wieder abstufen, aber wir reden hier von "eigentlich gesunden Menschen", die einfach nur der Meinung sind, das Leben muss weg)

Ihr werdet hier kein "Bring dich um!", lesen, denn das würde ja allem widersprechen, was für das Leben ist. "Das Leben findet immer einen Weg", es ist also ganz und gar sinnlos zu argumentieren, dass man die Menschheit als ganzes auslöschen will, um den Planeten zu sterilisieren indem man eine Geburtsklinik in die Luft sprengt. Das ist für mich eher ein Beweis dafür, dass wir die Dummheit "rauszüchten" müssen, denn selbst wenn einige dieser Vollpfosten sowas als Anfang feiern, wieviele Mesnchenleben habt ihr damit genommen oder verhindert: 100-150? Wisst ihr wieviele Menschen es weltweit gibt? Ich glaube wir sind mehr! 9 Milliarden roundabout? Das ist ne Zahl mit 9 Nullen, ziehen wir mal 150 ab, ist das immer noch ne Zahl mit Zehn Stellen. Es ist nicht nur sinnlos, verachtenswert und falsch, es ist eben vor Allem noch DUMM. Und genau das ist die ganze Idee, auch wenn ich wie bereits erwähnt, den Gedanken durchaus nachvollziehen kann, dass es dem Planeten ohne UNS besser gehen würde, wer weiß das schon wirklich und wer bist du einer von 9 Milliarden darüber zu entscheiden?

Ich hätte tatsächlich einen Weg in diese Richtung, den ich respektieren würde, mach eine Umfrage, frag jeden Menschen, ob er leben will und wenn du viereinhalb Milliarden Menschen gefragt hast, dann fälle dein Urteil, ich würde behaupten, dann hast du ein erfülltes Leben gehabt und so viel gelernt, wie es in deinem begrenzten Umfeld von Weltschmerzlern nicht möglich ist, du wirst das Leben finden und auch wenn wir es viel zu oft vor Augen geführt bekommen, es ist gut, das Leben im Großen und Ganzen ist gut.

Science-Fiction und Fantasy altern anders (Immortal Pt. IV)

Science-Fiction und Fantasy besitzen deshalb tatsächlich ungewöhnlich gute Voraussetzungen für Langlebigkeit. Sie scheinen zunächst das Gegenteil allgemeiner Themen zu sein: Raumschiffe, fremde Planeten, Drachen, Magie und künstliche Intelligenz gehören schließlich nicht zum Alltag der meisten Menschen.

Doch gute fantastische Geschichten handeln fast nie wirklich von Drachen oder Raumschiffen.

Der Drache kann Gier sein. Das Monster kann Angst sein. Der fremde Planet kann Einsamkeit bedeuten. Ein unsterblicher König kann eine Geschichte über Macht erzählen, eine künstliche Intelligenz eine Geschichte darüber, was Menschlichkeit überhaupt ausmacht.

Fantasy und Science-Fiction besitzen den Vorteil der symbolischen Distanz. Sie können gesellschaftliche oder persönliche Fragen behandeln, ohne unmittelbar an eine bestimmte Gegenwart gebunden zu sein. Das erklärt auch, warum fantastische Motive im Metal so langlebig sind. Heavy Metal hat früh erkannt, dass Überhöhung hervorragend zur Musik passt. Große Gitarren verlangen beinahe nach großen Bildern: Krieg, Himmel, Hölle, Götter, Monster, Apokalypse. Doch unter dieser Oberfläche befinden sich häufig sehr menschliche Themen. Der einsame Krieger ist vielleicht nur ein Mensch, der sich ausgeschlossen fühlt. Der Kampf gegen einen Dämon kann Depression, Sucht oder Schuld bedeuten. Die zerstörte Welt kann eine politische Allegorie sein. Fantasy altert deshalb weniger über ihren Gegenstand als über ihre Ausführung. Ein bloßer Drache ist irgendwann nur ein Drache. Ein Drache, der etwas über den Menschen erzählt, kann bleiben.

Science-Fiction besitzt zusätzlich eine faszinierende Eigenschaft: Sie kann altern und dadurch interessanter werden. Ein Lied über die Zukunft aus dem Jahr 1975 erzählt uns heute gleichzeitig etwas über 1975. Welche Ängste hatte man? Welche Hoffnungen? Wie stellte man sich Technik vor? Eine falsche Zukunftsvision verliert deshalb nicht zwangsläufig ihren Wert. Sie kann zu einem kulturellen Fossil werden.

Ist DAS reflektierte Spiegelung oder Projektion?

War ich früher eigentlich auch so, als ich noch dachte, ich sei wichtig? Dass, der Mittepunkt der sicherste Platz ist, wenn die Welt ins Schleudern gerät? Man einfach nur immer ne coole Story parat haben muss, um anerkannt zu werden, es gar nicht peinlich rüberkommt, wenn man alles übertreibt, was man von sich gibt? Oder haben manche Menschen einfach wirklich so viel Zeug erlebt, dass sie zu Allem was zu sagen haben, auch wenn niemand fragt? War ich so?

Ich fürchte schon, das ist wahrscheinlich genau der Grund, warum ich das bei anderen kaum ertragen kann, weil sie meine "Lüge" widerspiegeln, wobei wirklich ausgedacht habe ich mir selten was, meist habe ich es nur bis zur Unkenntlichkeit ausgeschmückt und mich selbst zum Helden der Geschichte gemacht, natürlich, das macht der grandiose Narzisst so, der eigentlich nur so sein wollte, wie die Vaterfigur, der er nacheiferte, weil er nur die Maske sah, anderes Thema, kommt auch bald ein neues Album von Ruffy & Steve übrigens, könnt ihr euch schonmal vormerken (23.10.2026 Unter Geiern), sorry für die kleine Eigenwerbung an dieser Stelle.

Eigentlich sollte es ja um eine weitere Paulanergartengeschichte gehen, allerdings stecke ich mir das und sammle lieber noch ein wenig, dann kann man da vielleicht auch ein nettes Tribute-Album von machen, denn eigentlich mag ich den Schwafelkopp ja und er erzählt das ja auch in diesem onkeligen Ton, immer leicht gefärbt mit einer Note zwischen Neid und Bewunderung, nie ohne (ich glaub ich nenn ihn Reiner) seine Beteiligung und Meinung als richtig und wichtig zu manifestieren. Es gibt sie echt überall, das Positivste daran ist, dass ich es geschafft habe, aus diesem Spiel auszusteigen und einfach Ich sein kann, ohne Schminke, ohne Maske, ohne Show, das ist zwar oft ernüchternd und erschütternd blass, doch das bin dann ich. Die Kunst leben genug Aliases für mich aus. In diesem Sinne...

Bei der Abendsonne gehen die Meinungen auseinander

Natürlich lieben wir alle einen schönen Sonnenuntergang nach einem dementsprechenden Tag, weil er wie eine Klammer funktioniert, der Tag begann mit Sonnenaufgang und endet dann friedlich wieder in der Schwärze und bietet vorher nochmal ein Farbenspektakel, besonders schön am Meer, wo das ganze dann im Wasser noch wunderschöne Spiegelungen bietet, wie der Abspann eines guten Films, wo das Bild langsam in Schwarz rübergeht und die Endcredits kommen.

Ich habe den Sonnenuntergang früher viel seltener bewusst miterlebt, als die Aufgänge, weil ich meist in irgendwelchen Tanzbunkern oder auf Festen rumhing und in die schönsten Gesichter dieser Welt blickte oder im Sturzflug Richtung meines letzten Drinks war, bevor es überhaupt dunkel war. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass die Sonne unfassbar hell ist, selbst wenn sie untergeht (ja ja, eigentlich dreht sich die Erde, schon klar, keiner mag Klugscheißer).

Heutzutage blendet es mich einfach nur noch, weil meine Augen im Laufe meines Lebens immer empfindlicher ihr gegenüber wurden, eine beachtliche Sonnenbrillenkollektion spricht eine klare Sprache würde ich sagen. Die Abendsonne als schön zu bezeichnen, fällt mir schwer, es ist die gleiche Sonne, die nachts woanders hell scheint oder am Mittag im Zenit steht, ich mag die Sonne, sie spendet uns das Leben und Wärme auf dem Planeten, ich würde nicht sagen, dass es tageszeitenabhängig ist sie schön zu finden. Es ist vielmehr die Stimmung, die Dämmerung erzeugt, oder? (Wie war das mit keiner mag Klugscheißer?) Ist doch so, dass wir das alles nur da reininterpretieren, wahrscheinlich sogar Erinnerungen einschießen, an einen oder mehrere besondere Sonnenuntergänge in der Vergangenheit. Auch wenn es sprachlich nicht falscher sein könnte, höre ich mich selbst sagen: "Der Sonnenuntergang während der Sonnenfinsternis war besonders, eine ganz besondere Stimmung!" Leben! Danke!

9/14/2026

"Ich hab immer an der Schiffswerft geespielt"

Stellen wir uns den kleinen Reiner vor, wie er in der Schiffswerft seines Onkels spielt und plötzlich erblickt er die Yachten der Saudis, die dort zur Wartung auf Kiel geholt sind (sagt man das so seemännisch?). Schon der Beginn der Geschichte erinnert mich daran, wie ich früher im Laden meines Opas gespielt habe und mich dort ans Klavier gesetzt habe und auf die Tasten eingekloppt habe, während er im Hintergrund lachte und sagte: "Man muss früh anfangen... ha ha ha", es gibt leider nur wenige Fotos von damals, die ich veröffentlichen dürfte. Schöne Überleitung, denn fotografieren war bei den Saudis auch nicht, wir sind gerade aus der Vergangenheit in der Zeit gesprungen. Sehr bestimmt habe man Reiner wohl darauf hingewiesen doch bitte alle Fotos auf dem Handy zu löschen und was war da nicht alles auf den Bildern, fünfzig Mann Bordpersonal und ein Hubschrauberlandeplatz auf dem Schiff und wahrscheinlich auch die Bilder von den schwarzen SUVs, und Pools und... "ja, die wissen wirklich nicht wohin mit dem Geld", "ich glaube ein Bild habe ich damals nicht gelöscht... ha ha ha", das war das gleiche Lachen, wie das meines Opas und dem war auch schon damals klar, dass ich nie Klavier spielen würde.

Warum Tagesaktuelles schwieriger ist (Immortal Pt. III)

Aktuelle Ereignisse sind dagegen gefährlicher Stoff. Ein Song über eine bestimmte politische Affäre, ein Prominentenskandal oder einen kurzfristigen Trend kann bei Veröffentlichung ungeheuer relevant wirken und zehn Jahre später eine Fußnote benötigen. Aber auch hier gibt es eine wichtige Ausnahme: Das Tagesaktuelle kann unsterblich werden, wenn das konkrete Ereignis stellvertretend für etwas Allgemeineres steht. Ein Antikriegslied über einen bestimmten Krieg kann weiterleben, wenn es letztlich von Macht, Verlust und der Absurdität des Krieges handelt. Ein Protestlied über ein konkretes Unrecht kann Jahrzehnte später noch wirken, wenn spätere Generationen darin Mechanismen erkennen, die sie aus ihrer eigenen Gegenwart kennen. Dann wird Geschichte zur Parabel.

Das bedeutet: Nicht Aktualität ist das Problem, sondern Abhängigkeit vom Kontext.

Ein Lied, dessen Pointe nur funktioniert, wenn man einen bestimmten Politiker, Meme-Trend oder Nachrichtenskandal aus einem bestimmten Monat kennt, besitzt ein eingebautes Verfallsdatum. Ein Lied dagegen, das dieses Ereignis benutzt, um über Korruption, Fanatismus, Gier oder menschliche Selbsttäuschung zu sprechen, kann den Anlass überleben. Gerade Satire muss deshalb eine zweite Ebene besitzen. Das konkrete Ziel darf verschwinden, während der Mechanismus dahinter verständlich bleibt. Ein Song über einen protzigen Influencer kann schnell altern. Ein Song über Menschen, die Reichtum vortäuschen, um gesellschaftliche Anerkennung zu bekommen, erzählt dagegen eine jahrtausendealte Geschichte. Schon antike Gesellschaften kannten Statussymbole. Heute ist es vielleicht der geleaste Supersportwagen; morgen ist es etwas anderes. Die Fassade bleibt.

9/13/2026

Das Ewige im Vergänglichen (Immortal Pt. II)

Liebe und Tod besitzen in der Musik einen besonderen Status, weil sie zwei Grenzerfahrungen darstellen. In der Liebe scheint das eigene Leben plötzlich größer als man selbst zu werden; im Tod wird seine Begrenztheit sichtbar. Zwischen beiden Polen liegt beinahe die gesamte Popgeschichte.

Das traditionelle Volkslied erzählt davon ebenso wie der Blues. Gospel beschäftigt sich mit Tod, Erlösung und Hoffnung. Country entwickelte daraus Geschichten über Verlust, Heimat und Erinnerung. Der Rock’n’Roll machte zunächst Körperlichkeit, Jugend und Begehren zum Ereignis. Später verwandelte Rock diese Themen in Identitätsfragen: Wer bin ich? Wem gehöre ich? Muss ich so leben wie meine Eltern? Der Punk beantwortete dieselben Fragen mit Wut und Ablehnung, Gothic Rock mit Melancholie und Todesfaszination, Metal mit Mythologie, Gewalt, Macht und existenzieller Größe. Hip-Hop wiederum machte Identität, gesellschaftliche Stellung, Herkunft, Erfolg und Überleben zu zentralen Themen. Unterschiedliche Genres verändern also weniger die fundamentalen menschlichen Fragen als die Sprache, in der diese Fragen gestellt werden.

Ein Bluesmusiker kann über Verlassenwerden singen, ein Emo-Sänger ebenfalls. Der eine verwendet vielleicht zwölf Takte, eine raue Stimme und eine verstimmte Gitarre, der andere verzerrte Powerchords und einen explosiven Refrain. Inhaltlich stehen beide möglicherweise am gleichen Punkt: Jemand ist gegangen, und der Zurückgelassene weiß nicht, wohin mit sich.

Genres altern deshalb häufig schneller als Gefühle.

Ein bestimmter Drumcomputer kann sofort nach 1985 klingen. Ein Gitarrensound kann unverkennbar 1998 sein. Autotune, Dubstep-Bässe oder bestimmte Trap-Hi-Hats können eine Epoche markieren. Doch das ist nicht zwangsläufig ein Nachteil. Sobald genügend Zeit vergangen ist, verwandelt sich ein zunächst „veralteter“ Klang in eine ästhetische Signatur seiner Zeit. Was gestern altmodisch war, kann morgen Vintage sein. Die Produktion altert; die Emotion kann bestehen bleiben.

Darum überleben manche Songs sogar ihre Genres. Menschen müssen nicht mehr Teil der ursprünglichen Jugendkultur sein, um ihre Musik zu verstehen. Man muss nicht in den siebziger Jahren gelebt haben, um die Kraft von Hard Rock zu begreifen, nicht in den Achtzigern, um Dark Wave als melancholisch zu empfinden, und nicht in den Neunzigern, um einen guten Punkrefrain mitzubrüllen.

9/12/2026

Melencolia I (1514) & Melancholia (2011)

Heute mal wieder was Spezielles, mir ist bei Inaugenscheinnahme von Albrecht Dürers Bild "Melencolia 1", es war irgendwie Teil von Dan Browns "Lost Symbol", durch welches ich darüber gestolpert bin.
Ich hoffe ihr kennt das Bild, ich habe es hier mal in einer colorierten Fassung eingefügt, der Link führt euch zur Quelle, ein Film eingefallen, der mich vor fünfzehn Jahren getroffen hat, in einer Phase, in der ich selbst unter dieser Art von Melancholie gelitten habe

Damals kannte ich dieses Bild von Dürer noch nicht und hatte keine Ahnung, dass es vor 500 Jahren bereits ein so starkes Werk über den Ausdruck dessen gab, was ich im Inneren fühlte.

Zugegeben, ich bin nie der große Gemälde-Freak gewesen und "Melancholia" von Lars von Trier ist zwar, auch wenn er als Film, ein Bewegtbildmedium ist dem Namen nach mehr wie ein Gemälde meiner damaligen geistigen Verfassung und ist durchzogen von einem so tiefen Verständnis dafür, dass ich das gar nicht in Worte fassen kann.

Als ich dann vor ein paar Tagen das Bild von Dürer sah, schoss es mir sofort in den Kopf, dass da ein Zusammenhang bestehen könnte, ein melancholischer Engel im Vordergrund und eine vermeintliche globale Katastrophe im Hintergrund, ähnliche Stacks also, auf dem Dürer Bild ist noch so viel mehr zu finden, das mich verwirrte und faszinierte, ich bin total geflasht davon, es fühlt sich an wie Verstehen, wisst ihr was ich meine? In diesem Sinne... gern mehr in den Kommentaren.

so ungefähr ist das in meinem Kopf zusammengewachsen...

Was macht Musik unsterblich? (Immortal Pt. I)

Musik ist wahrscheinlich die Kunstform, bei der wir am selbstverständlichsten von „Unsterblichkeit“ sprechen. Ein Gemälde kann Jahrhunderte überdauern, ein Roman Generationen überleben, doch bei Musik geschieht etwas Eigenartiges: Ein Lied, das fünfzig oder hundert Jahre alt ist, kann für einen Menschen, der gerade zum ersten Mal verliebt ist, plötzlich vollkommen gegenwärtig werden. Es wird nicht lediglich als historisches Dokument wahrgenommen. Für drei Minuten ist es wieder neu. Genau darin liegt vielleicht der entscheidende Unterschied zwischen Musik, die bloß alt wird, und Musik, die zeitlos werden kann.

Die naheliegende Erklärung lautet: Zeitlose Musik beschäftigt sich mit zeitlosen Themen. Liebe und Tod sind dafür die offensichtlichsten Beispiele. Menschen haben sich verliebt, lange bevor jemand eine Gitarre an einen Verstärker anschloss, und sie werden vermutlich noch Liebeskummer haben, wenn die heute verwendeten Musikformate längst vergessen sind. Geburt, Verlust, Begehren, Eifersucht, Einsamkeit, Freundschaft, Angst, Hoffnung und die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens verändern ihre gesellschaftlichen Erscheinungsformen, aber kaum ihren emotionalen Kern. Ein Liebeslied aus dem Jahr 1965 kann deshalb einem Jugendlichen im Jahr 2065 näher sein als ein Song aus seiner eigenen Zeit, der sich ausschließlich auf einen längst vergessenen Internettrend bezieht.

Nicht das allgemeine Thema allein macht ein Lied unsterblich. Entscheidend ist, ob ein konkretes Erlebnis so erzählt wird, dass spätere Menschen sich darin wiedererkennen können. Ein Text wie „Ich vermisse dich“ ist universell, aber noch kein großer Song. Interessant wird er erst dort, wo das Allgemeine eine konkrete Form erhält: ein leeres Bett, ein vergessenes Glas auf dem Tisch, ein Telefon, das nicht mehr klingelt, ein Fahrrad, das vor einer Kneipe steht. Paradoxerweise entsteht Zeitlosigkeit häufig gerade aus solchen Details. Das konkrete Bild gehört einer bestimmten Person und einem bestimmten Augenblick; das Gefühl dahinter gehört allen.

Musik lässt mich Liebe spüren

Kennt ihr das Gefühl, wenn die Musik grad so geil ist, dass ihr alle ähnlichen Lieder gleichzeitig hören wollt und eure Playlist viel zu langsam ist, ihr euch an so viel erinnert und die Best of the best, die ihr habt noch detaillierter werden sollte und plötzlich auch schon wieder 150 Titel hat und euch gleichzeitig klar wird, dass ihr niemals die eine Million Scrobbels auf last.fm knackt, bevor euch das Leben knackt?

Und bei allem denke ich an die wunderschönen Gesichter, die großartigen Menschen, die Frauen, die Freunde, ja auch Familie, die auf diesen Wegen verloren gingen. Musik ist meine absolute Zeitmaschine des Geistes. Wenn wir wirklich in einer Simulation leben, dann ist Musik der Glitch, das Wurmloch, das Tor dorthin, wo ich glücklich war, wo ich traurig war, wo alle Gefühle intakt sind, wo die Welt für dreieinhalb Minuten so ist, wie ich sie mal gespürt habe.

In diesem Zustand fällt es mir leicht, Songs zu schreiben, die Worte zu finden, das lyrische Ich zu fühlen, ich glaube so ungefähr muss sich für die Aborigines die Traumzeit anfühlen. Was ich den Menschen außerhalb dieses Erlebens sagen kann, ist: Danke! LIEBE GEHT RAUS! Es tut mir nur leid, dass die wahre Tiefe dieser Worte vermutlich niemals so stark sein wird, wie in der Erinnerung, seid versichert ich liebe euch und werde es immer tun.

9/11/2026

Foxy is the one?

Es ist immer wieder faszinierend, wie sich Alben entwickeln, die Musikrichtung spielt kaum eine Rolle, es ist irgendwie immer gleich und doch faszinierend, denn womit man anfängt und was man zuerst für eine Idee hat ist ganz selten das, was am Ende dabei herauskommt. Denn während der Arbeit an Songs, an ersten Visualisierungen, an Ideen, an Melodien geschieht noch so viel, da wird aus einem Song der einstmals als kuschlige wuschelige Happy Hardcore Ballade gedacht ist zu etwas völlig anderem und zwischenzeitlich dachte ich gar, dass ich das nicht einmal unter dem Label Stanley Hardcore DJ Team releasen kann, weil es klingt wie Broken Hairs Hymnen über Grizz & Foxy. Und dann kam mir quasi durch einen Glitch und ein paar echt miese Tage im April eine andere Idee und es ging in eine merkwürdig dunklere Richtung. Das Bild, dass ich zum Titeltrack You are the one im Kopf hatte brachte mich auf eine andere Idee, was wäre, wenn die Songs die ich schon habe keine Love Songs wären sondern vielmehr das gruselige Geisteskonstrukt eines Stalkers, der in Diskotheken auf die Jagd nach jungen Mädchen geht, ständig druff um seine Triebe zu unterdrücken und gleichzeitig auf der Jagd nach den Blumen der Nacht, tanzend in Ekstase, angetrieben von der Illusion, dass er auf der Suche nach der Einen einfach Alle lieben würde. So eine Art moderne Jeannie Geschichte auf Keta. Das war mir dann aber auch zu düster, so dass ich lang drüber nachdachte, in welche Richtung es denn nun geht. Und ehrlich gesagt, ich weiß es noch nicht... ich weiß nur, dass Foxy Monstera liebt!

Manchmal braucht es etwas Wunderliches

Ich muss ja gestehen, dass ich meine Blutwerte eher wie eine nervige Begleiterscheinung der Therapie gesehen habe seit einiger Zeit, weil sie so oft genau entgegen dem herauskamen, wie ich meinen gesundheitlichen Zustand selbst empfand und vor allem der ein oder andere Wert eskalierte regelmäßig und ich habe schon oft dafür plädiert, Blut in der Mitte der Woche abzunehmen und nicht nach der Phase, wo Menschen vielleicht wahrscheinlicher Mal über die Stränge schlagen. Ich kann mindestens drei dieser "Werte" mit Veranstaltungen auf einem Sonntag erklären und irgendwann nimmt man es einfach als gegeben hin, dass die Werte absolut nicht den Lebenswandel widerspiegeln, sondern wie ein Schlag in die Fresse immer wieder sagen: "Du betrügst dich selbst!", möglich!

Dieser Mittwoch war jedoch anders, die Art und Weise, mit welcher persönlichen Missachtung, ja fast Angewidertheit mir mein behandelnder Arzt den Zettel mit meinen Werten hingeschmissen hat, garniert mit einem: "Werte sind schlecht und chaotisch, ich gebe auf!", und dann direkt weiterging zum nächsten und übernächsten, wo er ähnlich angepisst war und am Ende sogar fast mit einer vernichtenden Generalkritik begonnen hätte, erinnerte mich sehr stark daran, wie es in der Schulzeit war, wenn es Lateinarbeiten zurück gab, Klassenschnitt 4,9 und der schlechteste wurde noch herausgehoben, ich kannte das Gefühl also. Der Unterschied ist bloß, dass ich es damals komplett gerechtfertigt fand und es sich eher wie eine Adelung anfühlte, weil keiner irgendwas für die Klausuren tun konnte, es war einmal im Quartal die Möglichkeit unseres Lateinlehrers seine Abneigung und Verachtung unserer Klasse gegenüber auszukosten und etwas zurückzugeben, ich versteh das alles, wir waren diesbezüglich eine mafiöse Versagertruppe und das Schlimmste stolz drauf.

Doch diese Schelte traf mich ins Mark, weil ich seit Jahren mit diesen Werten kämpfe und ja vielleicht habe ich dieses Jahr irgendwie auch aufgegeben gehabt, andererseits hätte ich ihm gern erklärt, dass es der Anfang von einem neuen Anlauf war in dem ich alles wegließ, was irgendwie Einfluss auf den Wert gehabt hätte und einfach nur unkontrolliert gegessen habe, um einen Wert dafür zu bekommen, wie schlimm es ist, wenn ich NICHTS tue, kann er nicht wissen, da wir nicht drüber reden konnten, naja. Seit vorgestern ist der Diszi-Modus jetzt wieder eingeschaltet und ich zähle wirklich zu allem, was ich esse nicht nur die Kalorien, sondern vor allem die den betreffenden Wert beeinflussenden Inhaltsstoffe und dabei fiel mir direkt nach 2 Tagen auf, dass ich mal auf nem guten Weg war, weil ich mich eine lange Zeit von gewissen Dingen fern gehalten habe, dann aber mehr und mehr in alte Muster gefallen bin und es irgendwie außer Kontrolle geraten ist, weil ich auch wenn ich mich die ganze Woche zusammenhielt ausgerechnet am Wochenende meinen unbewussten Cheat-Day nahm und aß, wonach mir war, vielleicht auch, weil es der Tag der Woche ist, wo ich in der Kita bin und kein geregelter Ablauf in meinem Essen ist, da muss es dann ein halber Camembert sein, die Portion Pommes und am besten noch mit einem ganzen Paket hart verarbeiteten Schinken, Schokolade und am Abend noch ein halber Liter Cola um wach zu bleiben, weil man es ja nicht umsonst gekauft haben will, für die zwei drei Mal im Jahr, wo der Blutdruck soweit absackt, dass man die wirklich braucht.

Was jetzt geschieht ist eine dokumentierte und mit der Unterstützung von Küchenpersonal und künstlicher Intelligenz Kontrolle der Inhaltslisten von ALLEM, was ich in meinen Tempel lasse und die Lebensmittelindustrie ist diesbezüglich nicht unbedingt hilfreich, doch wenn man das Wissen der ganzen Welt anzapfen kann, kommt man auf erstaunliche Ergebnisse. Nicht nur, dass ich dank dieses Arztes seit mindestens 6 Wochen täglich eine Paprika esse, um wenigstens meinen Vitamin C Mangel im Griff zu haben, ich habe diverse Supplements angeschafft, weil ich weiß, dass ich sie nicht mit der Nahrung bekomme, bzw., dass mein Stoffwechsel sie einfach nicht benutzt oder sonstwas damit anstellt. Man lernt unglaublich viel über Lebensmittelchemie und industrielle Herstellungsverfahren, dass man eigentlich komplett aufhören will zu essen, was ich mir jedoch auch nicht leisten kann, da die Therapie allein so viel Energie schluckt, dass es ein stetes Austarieren von Gleichgewichten ist, nicht zu viele "Schadstoffe", dennoch "energiereich" und dem Körper alles zuführen, was man durch Nahrung nicht bekommt in Form von Tabletten. Dazu noch eine hier tatsächlich mal hilfreiche vermeintliche Laktoseintoleranz, die ich auch viel zu lange ignoriert habe. Am Ende normalisiert sich noch mein Stuhlgang, dann raste ich aber aus.

Der einzige Nachteil, den ich bislang erkenne ist, dass die ganze Nummer unglaublich viel Zeit frisst, durch die ganze Abgleicherei und Lebensmittel prüfen, da muss man manchmal viermal das gleiche Produkt von anderen Anbietern gegeüberhalten, damit man nicht aus Versehen das nimmt, das maximal in die falsche Richtung geht und damit all die guten Ansätze in Keim erstickt, oder die Tagesbilanz mit einer unbedacht aus dem Kühlschrank gesnackten Scheibe Käse komplett in den roten Bereich schiebt, jeder der mal mit Kalorienzählen abgenommen hat, kennt den Spaß, da ist es gerade nicht hilfreich, dass die Schilddrüse den Funny van Dannen macht und bedenklich in die Unterfunktion rutscht, weil sie seit vor 4 Wochen eine bedenkliche Überfunktion bestand nur noch die Hälfte an Hormonen zugegeben wird und meine Stimmung sich langsam aber sicher immer wieder zwischen tief melancholisch und komplett wasted befindet und ich bei 26 Grad drei Schichten Kleidung trage, schwitze und mir trotzdem kalt ist als würde ich von H entwöhnen. Sorry, wenn das für den Ein oder Anderen zuviel Innenleben war, so geht's mir grade und ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich derzeit nicht sehr viel auf E-Mails antworte oder mich kaum melde, irgendwann wird sich das eingespielt haben und dann bin ich wieder voll da, soweit das eben möglich ist mit dem kaputten Ding, in dem ich lebe.

Abschließend möchte ich Danke sagen, für die vielen kleinen Wunder und auch für Menschen, die den Schuß vor'n Bug unbewusst so gezielt setzen, dass selbst so ein Schlafschaf wie ich nochmal wach werden und einen neuen Anlauf wagen, denn ich kann ja nicht ständig, Leben, Liebe und Willen predigen, mich aber selbst komplett vernachlässigen, also "ASCH HU", in diesem Sinne...