3/01/2026

Random Band Project Festival

Wie ich im Januar angekündigt habe, werde ich das hier so aufziehen, als wäre es ein stattfindendes imaginäres Festival. Dabei achte ich natürlich nicht wirklich darauf, ob so ein Line-Up finanzierbar wäre und inwiefern die einzelnen Musikrichtungen zusammenpassen. Jedoch habe ich mir grob überlegt, mich an den Tag-Bezeichnungen in meinem Last.fm zu orientieren, wo es mit "METAL", "ELEKTRO", "ROCK" und "MIXED" vier Oberbezeichnungen gibt, wer mag, kann ja mal reinschauen.

So werde ich dann auch jede Band bei Vorstellung, wobei das mehr so eine Art persönlicher Eindruck werden wird, will da keinem ne Meinung aufdrängen und ich bin ja auch nicht wirklich an einer enzyklopädischen Aufklärung interessiert, das machen schon genug andere, der Band schon eine vorläufige Bühne zuordnen. Auch werde ich vom Plan abrücken, regelmäßig Bands zu verkünden, wenn mir eine über den Weg läuft, die ich für mein imaginäres Festival buchen würde, bekommt sie einen Post und wandert in die zugehörige Playlist, ganz gechillt. Kann also sein, dass ich an einem Tag mehrere Bands "verkünde" und dann wochenlang gar nichts, will mir da selbst keinen Druck machen. Den "Festival-Termin" lege ich mal in den Sommer 2028 ohne Gewähr. Ja soviel erstmal dazu, ich hoffe ihr habt mit mir Spaß an der kleinen Spinnerei.

2/28/2026

Der deutsche Vorentscheid 2026

Liebe Leute,
ich bin mir echt nicht sicher, ob ich dieses Jahr nicht echt mal aussetze. Ihr wisst, ich bin eigentlich seit Jahren ein echter ESC-Hooligan und nehme alles mit, was ich bekommen kann, das Problem ist, ich habe auch einen gewissen Musikgeschmack. Der mag nicht gut sein, vielleicht auch sehr lebensphasenabhängig aber immer mit einer gewissen Art von Harmonie und ich behaupte einfach mal auch individualistisch, besonders. Und dann skippe ich mich mal grade durch das, was ich mir da heute Abend in einer Samstagabendsendung angucken soll und stelle fest, ich glaube ich lass das aus. Ich behaupte einfach mal, dass ein Sieger ja bereits feststeht, ihr erinnert euch, dass ich euch das schon vorgerechnet habe, wie man so ein Telefonvoting gewinnt... ach und ich habe glaube ich auch keine Lust mich vor ein Programm zu setzen, dass man mir vor Jahresfrist schon vorgesetzt hat, sich dann verändern wollte und am Ende wieder genau bei der selben Scheiße landet.

Also, weiß nicht, wer sich das auch mal kurz geben mag, der kann hier mal reinhören, ich werde die Tage vielleicht nochmal darauf zurückkommen; oder eben auch nicht, ich hab so gar keinen Bock auf den Tag heute insgesamt...

2/18/2026

So verliert man auch die letzten ESC Fans

Ich bin ESC-Fan seit der Zeit von Guildo Horn, Scooter und Knorkator in den Vorentscheiden, den Zeiten, als die Musik im Vordergrund stand und der Vorentscheid ein echtes Event war, ich habe die Casting Reise von Lena mitgemacht und auch die letzten 15 Jahre der mehr oder weniger Bedeutungslosigkeit des ESC für Deutschland.

Und jetzt hat man vollmundig den Neubeginn ausgerufen, indem man den Sender gewechselt hat, der die Verantwortung zeichnet und macht den gleichen Fehler der Vorjahre wieder und wieder und wieder. Ich meine hey, man sollte vorsichtig sein mit Vorverurteilungen, aber (ihr wisst jetzt kommt nix Gutes) die Wahrheit ist, ein Panel mit 7 mehr oder weniger unbekannten Newcomern und einer Casting-Show Gewinnerin und einer doch schon als Prominente zu bezeichnenden hinzustellen und dann doch wieder eine Jury aus dem Hut zu zaubern, obwohl man dem Publikum doch Veränderung versprochen hat, nur um seine Stars auch sicher in den zweiten Teil des Votings zu hieven, ach kommt schon... wir sind doch alle lang genug dabei, dass wir verstehen wie lineares Fernsehen funktioniert und oder selbst die Telefonanrufsache.

Wahrscheinlich guck ich mir die Scheiße dann trotzdem an, nachdem der BVB gegen die Bayern endgültig wieder auf seinen Platz verwiesen wurde und deprimiere mit Schöneberger und Brugger (die ich ja entgegen öffentlicher Meinung zu ihr sehr lustig finde) durch den Abend nur um dann am Ende Sarah Engels zum nächsten vorletzten Platz zu schicken, wobei man ja vermutlich nicht 26. werden kann, weil genug Länder aussetzen, dass man nur 20 Finalisten haben wird oder so. Wir sollten auch mal aussetzen für ein paar Jahre.

Es ist so schade, dass auch der ESC, der früher immer ein echter Spaß war, den ich mit meiner Mutter einmal im Jahr feierte zu einem Fiebertraum verkommen ist, bei dem man seit Lena nicht mehr dem eigenen Land die Daumen drückt, ist fast so wie bei der Fußballweltmeisterschaft, ich guck mir vielleicht noch das Turnier in pieces an, aber ich würde nicht für ein Deutschlandspiel Termine um schieben oder sonst was und das im Grunde schon seit 2010 (und ja mir ist klar, dass wir 2014 Weltmeister wurden, hat mich aber bis heute nicht gejuckt, weil damals der von mir meistgehasste Fußballer überhaupt das entscheidende Tor gemacht hat) und das ist bei vielen Großveranstaltungen so, es juckt einfach nicht mehr, superschade.

2/14/2026

Hass alltagskonform?

"Es gibt eine prinzipielle Verarschlochung der Gesellschaft"
(Serdar Somuncu)

Ich hoffe ich habe das hier richtig zitiert, denn es sagt genau das aus, was mir auffällt und ich gucke ja quasi von außen auf diese Gesellschaft. Das klingt merkwürdig, allerdings war ich seit ungefähr acht Jahren diese Woche das erste Mal wieder in einem Selbstbedienungswarenhaus voller Menschen. Mein Psychiater hat gesagt, ich soll es einfach versuchen, gesagt getan, war gar nicht so schlimm, ich konnte ganz gut die unfassbar vielen Eindrücke schlecht gelaunter Arschlochmenschen um mich herum ausblenden, weil mich das schiere Angebot komplett eingenommen hat. Ich erinnerte mich an früher, da war noch nicht so viel oder? Wasser, es gibt nicht bloß unzählbar viele Marken, es gibt auch noch gefühlte zehntausend Geschmacksrichtungen, woher soll ich wissen, was ich davon mag, ich brauche ein halbes Leben um die durchzutesten, wenn ich dann weiß, welches ich mag, ändern die die Rezeptur oder nehmen es aus dem Sortiment, what the fuck? Als ich mich einigermaßen eingekriegt habe und der völligen Überlastung meiner Synapsen Herr wurde merkte ich wieder die unangenehmen Dinge, die mit mir im Laden waren, die Menschen und  ihre Gedanken von Hektik, Hass und Hetze (ja sorry, mein Spatzenhirn kann sich seine Wortspiele nicht verkneifen; mit Hetze meine ich natürlich die Gehetztheit, die ich mit Hektik ja schon erwähnte).

Im Ernst, alle Menschen hier wirkten, als wenn sie von irgendwo auf dem Weg nach irgendwo waren, keiner fühlte sich emotional im Hier und Jetzt und wenn man sich dann kurz die Zeit nahm sie zu beobachten, wilde Tiere, wirklich. Einkaufswagen als Argument benutzend, einen Anspruch auf den Platz im Gang zu haben, schneller an die "einzige" Quetschflasche rotem Tomatensafts zu kommen, wo doch das ganze 20 Meter-Regal voll damit ist und auch noch in unzählbaren Variationen. Man stelle sich vor, jemand wüsste nicht, was er will und wie unfreundlich man darauf hingewiesen wird, nicht bloß da rumzustehen und zu staunen. Ich nehm doch keinem was weg, wenn ich mich bloß umgucke, was stimmt nicht mit den Menschen? Weil mir alles viel zu schnell ging ließ ich Leute an der Rolltreppe vor und wurde mit argwöhnischen Blicken gestraft, warum ich denn nicht gehetzt versuche vor ihnen zum Parkdeck zu fahren, wahrscheinlich dachten sie, ich hätte frei und würde dem Leistungsdruck entfliehen und mich nicht zu Tode schuften für das Allgemeinwohl und wie ich nur so sein könnte, während sie in der Mittagspause ihren Wocheneinkauf machen, damit sie nach der Arbeit noch ins Fitnessstudio können um ihren von der Scheiße verfetteten Körper dessen, was sie im Einkaufswagen haben zu befreien und irgendwann auch noch mal bei der Frau zum Stich zu kommen, die sie geheiratet haben, als diese noch jung und schön war.

Da kommt mir die Idee, dass Hass ansteckend sein könnte und wir ihn in unseren Alltag so integriert haben, wie wir Haustiere domestizierten, einst, als wir selbst faktisch noch Wilde waren. Spannend auch, dass es DER Hass ist und DIE Liebe, eigentlich sagt das auch direkt alles über unsere Welt aus, was man wissen muss, ich weiß nicht warum ich damals angefangen habe mich aus dem Außen in meine kleine Wohnung zurückzuziehen und ein Leben in der Einsamkeit bevorzuge, jedoch sind es diese Ausflüge in die Welt da draußen, die mich bestätigen. Diese Welt hat einfach nichts für mich zu bieten, was ich vermissen würde, wenn es nicht da ist. Und ich glaube, diese ganzen unglücklichen Menschen, die ich heute getroffen habe, sehen das so ziemlich ähnlich, jedoch fehlt ihnen der Mut sich das einzugestehen. Nicht einer hat zurückgelächelt, das war früher immer noch so ein Tagesretter für mich und oft wurde mir gesagt, dass ein Lächeln auch den Tag eines anderen Menschen besser machen würde. Aber wenn die Menschen da draußen überhaupt noch aufblicken von ihren Smartphones, dann um rumzumotzen oder sich als unzivilisierte Arschlochzombies zu gebären, nicht mehr meine Welt Freunde. Echt nicht!

Recht auf Vergessenwerden?

"Jeder hat das Recht nicht vergessen zu werden." (Daria Dinges)

Als ich den Satz das erste Mal hörte, dachte ich mir er sei wunderschön, weil er mein Gefühl davon ausdrückte, dass man Menschen wertschätzen soll und jeder einzelne es wert ist, seine Geschichte zu erzählen, gehört zu werden oder eben bloß nicht vergessen zu werden und zu dem zu werden, was man einst war, Sternenstaub.

Doch dann kamen mir andere Lesarten in den Kopf, was wenn damit insgeheim die menschliche Hybris gemeint ist, wichtig sein zu wollen, etwas zu hinterlassen, im Gedächtnis zu bleiben für Jahrhunderte, Jahrtausende, um jeden Preis. Werden wir einen Hitler je vergessen? Einen Alexander den Großen, Jesus? Und was ist mit all jenen, die mit ihnen lebten, haben wir die vergessen? Und dann wird der Satz zu einer schweren Last, denn auch wenn wir es wahrscheinlich nicht wollten, so haben wir am Ende die Tat nicht vergessen, weil sie vehement und grausam war und ist und immer sein wird, doch die Namen und die Leben dahinter, sie verschwinden, Häufchen Asche hinterließen. Nicht vergessen wird der Holocaust und Adolf Hitler. "Jeder hat das Recht nicht vergessen zu werden." Ich stimme dem zu, aber aus welchem Grund? Jesus Christus wurde auch nicht vergessen, ich verstehe, dass es schwierig ist den Zusammenhang herzustellen, er gilt für manche als mythologische Figur, weil sein Wirken 2000 Jahre her ist, mutmaßlich.

Und dann kommen wir zu uns heutigen Menschen, die so viel Informationen und vor allem Vergessenswertes von sich geben, dass man die Weltkugel damit faktisch zilliardenmal einwickeln könnte und wir werden ziemlich sicher nicht vergessen, weil das Internet ja nie vergisst...

Ich kann das alles nicht zu Ende denken, allerdings finde ich es als Anstoß, sich mal über die Wichtigkeit des eigenen Seins Gedanken zu machen und zu überlegen, ob wir wirklich so wichtig sind, dass man sich an alles, was wir je sagten und dachten, erinnern muss, ganz okay. Ich selbst ertappe mich sehr oft bei dem Gedanken, dass es mir extrem wichtig ist, dass ich nicht vergessen werde und dann gehe ich kurz in mich und hole meinen Staubsauger und putze meine Wohnung. Das erdet.

2/07/2026

Wie jeder theoretisch Dschungelkönig werden kann und DU theoretisch auch!

Man braucht im Grunde nicht sehr viel, im Grunde nur ein wenig Mathematik und ein paar Mittäter oder eine gut programmierte KI-Assistenz, naja und natürlich ein Interesse von RTL.

Dann ist es eine einfache Rechnung:
Man nimmt die zu erreichende Siegprämie von 100.000€ zieht davon die Anzahl der meisten Anrufe im Durchschnitt vorangegangener Staffeln ab und multipliziert mit 0,50€

Die Zahlen, die durchs Netz kursieren sprechen von 10.000 Anrufen bei circa fünf Millionen Zuschauern. Das kann durchaus hinkommen, wenn man darüber nachdenkt, dass viele das ganze nicht live gucken oder wenn nicht zum Telefonhörer greifen. Um es leichter rechnen zu können lege ich mal 10.000 Anrufe zugrunde und die dann eben jeden Tag an dem gewählt werden kann.
Nehmen wir an, dass wir an jedem Tag sicher gehen wollen, dass unser Kandidat nicht raus muss, müssen wir die Anrufe sicher auf 51% bringen, womit wir bei 5100 Anrufen sind. Kostenpunkt nur für die Anrufe an einem Tag also 2550€. Das mache ich sieben oder acht Tage lang, während der Wählphase und bin bei 8*2550 = 20.400€. Selbst wenn ich jeden diese Anrufer bezahle mit sagen wir 50 Cent on top oder eben ne digitale Lösung für 20.000€ extra in Anspruch nehme kann ich von den 100.000€ Siegprämie noch an die 60.000€ behalten.
Und da obendrauf kommt ja noch eine Gage, Nehmen wir an du hast verdammt gut verhandelt und bekommst noch 250K, wahrscheinlich ist es nicht ganz so viel, RTL muss sparen, die schleppen noch einen Stefan Raab durch.

Theoretisch könnte man also mit der erhandelten Gage locker den Sieg kaufen, man muss nur durchhalten. Theoretisch wäre es sogar noch möglich die Dschungelprüfungen zu umgehen. Ähnliche Vorgehensweise nur eben andersherum, einfach Bots programmieren öfter als durchschnittlich für wen anders anzurufen. Bei neun bis zehn Publikumswahltagen sind das nochmal 25k, bei niner Gage von mindestens 100k, ein ganz gechillter Urlaub, dann muss man nur noch überrascht tun und e voila Dschungelkönigin.

Ist da noch niemand draufgekommen, dass es so läuft? Inwieweit RTL selbst das Ganze steuert, kann ich nicht einschätzen, da sie für mich aber die Fernsehbildzeitung sind... Nun ja!

In diesem Sinne... 

ganz wichtig, ich habe absichtlich keine Quellen angegeben, weil das alles nur ein Gedankenexperiment ist, es könnte so laufen... es könnte...

2/05/2026

Joyenergizer am frühen Abend

Ach Leute, wir leben in einer irren Zeit und die Welt wird immer merkwürdiger, da ist es so großartig, dass es eine Sache gibt, die gleichbleibt, für mich zumindest, Liebe Leute! Liebe!

Und so krank sich das auch liest, nach allem, was war, ich reiz die Teufel grad etwas aus und baller die "Joyenergizer"-Vinyl, hab die UV-Lampen angeschmissen und tanz mir nen kleinen Wolf und das Einzige was hinter dem Bass und dem Gefühl kurz vorm kaputtgeschwitzt und Kardio für drei Tage gemacht zu haben in meinen Kopf schießt ist mein Nordseeengel, da ist doch irgendwas nicht richtig gepolt bei mir. Aber wisst ihr was, das ist okay und auch wenn ich vor Jahren deswegen jetzt wochenlang down gewesen wäre, macht mich das glücklich und ich schicke ihr ein Gebet und ein Lächeln, werfe mich aufs Bett und warte, dass sich mein Puls wieder reguliert, denn auch wenn Tanzen ja gesund hält und den Herzschlag einmal am Tag in den Grenzbereich bringen sogar mal ein Ratschlag von nem Arzt war, ich bin das nicht mehr gewohnt und grüne Augen am Abend sind auch verdammt lang her, in diesem Sinne...

2/02/2026

BVB-Irrsinn zum Titel?

Also, ich weiß ja selbst, dass der FC Bayern wahrscheinlich nicht länger als diese paar Spiele geschwächelt hat und dass wir die selbst wenn wir sie auf eigenem Platz besiegen nicht einholen können, solange die nicht noch einmal richtig reinscheißen und wir unseren Ruf als Rückrundenmannschaft halten müssen, ABER!

Wenn es der BVB tatsächlich noch schaffen sollte in diesem Jahr Deutscher Meister zu werden, dann werde ich jedem, der mich bei der anschließenden Meisterfeier in Dortmund anspricht ein Autogramm geben und möglicherweise auch ein Bier ausgeben, je nachdem wie viele es werden, bin ja auch kein Krösus, aber fuck ich hatte da vor Kurzem ein unglaubliches Gefühl. Let's do it!

1/29/2026

Das Kratzen

Ich habe aus meiner Zeit in Dortmund die Erinnerung daran, dass eines der nervigsten Geräusche an einem Sonntagmorgen der Laubbläser ist, wobei eigentlich an jedem Morgen, wenn ich mich hinlegen wollte, nachdem ich mal wieder eine Nacht durchgearbeitet hatte. Ich erinnere mich kaum daran und das ist auch gut so, es war todesnervig, wenn ich meinem früheren Ich glauben soll, der das oft genug verschriftlicht hat.

Ich hätte auch nie gedacht, dass es mal ein Geräusch geben würde, das dieses ablöst, aber wenn Winter plötzlich tagelang kickt und du einen überambitionierten Schneeschieber im Haus hast, oh my... Wenn du morgens gegen Sieben langsam zu Bett gehst und ein komisches Schrappen hörst, weißt du schon Bescheid, dann wieder um acht, um neun, um zehn. Und es hört ja auch nicht auf zu schneien, so dass es immer wieder von vorne los geht und das jetzt auch schon seit was, Tagen?

Es ist so krass, wie wenig man mit seinem Leben anzufangen wissen kann, dass man nahezu euphorisch am Fenster sitzt und wartet, dass man wieder eine neue Schicht Schnee wegschaufeln kann, mich zerstört das total grad.

1/27/2026

So strung out

"Wer nichts wird, wird weird", ich bin nicht sicher, ob das ein Zitat ist oder ob das in meinem Hirn entstanden ist, während ich tatsächlich ins Dschungelcamp reingeguckt habe, ja hängt mich hin, ich guck den Scheiß gern, auch wenn ich's dieses Jahr wirklich anstrengend finde. Ich sage euch, das wird für viele ein böses Erwachen, wie abgefuckt die Welt mittlerweile wirklich ist, aber das nur am Rand.

Die Aussage, dass man "abdriftet", wenn man nichts "vernünftiges" im Leben lernt kenne ich aus meinem eigenen Leben zuhauf. Lern was Anständiges, mach erstmal deine Ausbildung fertig, bla bla bla, habe ich alles gemacht und dennoch ist der Künstler in mir der, der noch da ist, auch wenn ich das andere alles kann, ist es nicht das, was ich bin. Die Akzeptanz von Künstlern in der Gesellschaft hat so sehr nachgelassen, dass man uns wieder an den Rand drängt, Taugenichtse, Tunichtgute, Tagediebe... Wenn ihr meint, mir sagt das, dass die Gesellschaft ihren Zenit überschreitet, wenn zwar immer mehr Freizeit existiert, es allerdings an Füllmaterial fehlt, dann wird Arbeit etwas, das eine Überwichtigkeit bekommt und den klaren Blick auf das verdeckt, was tatsächlich geschieht. Ich spüre es in meinem Umfeld, welches ich größtenteils von den dunklen politischen Farben frei halte, dass dort Punkte aufkommen, die klingen, als kämen sie von dem Teil der Familie, die schon vor Jahren so sehr abdriftete, dass ich ihnen abgeschworen habe, ich höre Schwachsinn, von dem ich dachte, dass wir uns längst intellektuell darüber erhoben haben. Kennt ihr noch diese "Die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg"-Idiotie? Wer sowas im Jahr 2026 noch denkt, der übersieht eindeutig, dass es die fehlende Bildung ist, die ihn das denken lässt und kann natürlich als Goldfisch im Wasserglas nicht sehen, dass genau das das Problem ist, seine fehlende Bildung, die ihm sowohl die Arbeit nimmt, als auch die Chance, das zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen.

Ich will das Fass eigentlich nicht aufmachen, aber die Dummheit, die in der Welt ist, ist fast nicht mehr zu ertragen. Ey, wenn du etwas nicht weißt, kannst, verstehst, dann nutze die Möglichkeiten, die dir unsere Welt bietet und ändere das. Es war nie leichter, sich zu bilden als heutzutage und dennoch scheinen mir die Menschen dümmer als je zuvor (also im Alltag, das generelle Niveau steigt natürlich, aber die Reichen werden auch immer reicher oder?) Oder ist es vielmehr eine Faulheit, eine Resignation, ein "Ich kann ja eh nichts machen", eine Ohnmacht im großen Spiel des Fortschritts abgehängt zu werden, "alle gewinnen, warum ich nicht auch?" eine Denarschnichthochkriegen-Mentalität, die alljene erfasst, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren sind? Oder ist das Hauptproblem, dass jene, die uns sagen, was abgeht, eben gerade jene sind bei denen alles bene ist?

Provokante Frage an dieser Stelle: Wer bestimmt denn bitte, was in unserem Leben abgeht, wenn nicht wir selbst? Und wer bestimmt, wer ihm sagt, was er ist, tut, oder soll, woran er glaubt, was sie wählt, was es zu sagen, schreiben, malen, denken hat? Klingt wie der Aufruf zum Widerstand, zur Rebellion, ja, weil es das ist. Wenn wir, jeder/jede einzelne nicht aufstehen und was machen, gegen das was uns nicht passt, dann ändert sich nichts. Sich den Arsch breit sitzen, Energydrinks in sich reinschütten und von einer besseren Welt faseln oder in irgendwelchen Kommentarspalten Wutbürger spielen, um als Schwurbler oder Querdenker verspottet zu werden ändert im Endeffekt gar nichts, es führt nur weiter in die Richtung in die es geht. Macht entsteht dort, wo euer Horizont endet. Um es anschaulich zu machen; ich bin nur solange Künstler, bis mir irgendwer den Stecker zieht. Dann ist das keine politische Satire mehr oder wie auch immer es irgendjemand titulieren mag, dann ist es einfach verschwunden. Genau wie die Milliarden Kommentare zu jedwedem Thema, das ihr euch vorstellen könnt, dann ist nur noch der Raum um euch herum da und die unerbittliche Sonne, die ins Fenster scheint. Und die da draußen, die ihr viel zu lange herabgewürdigt habt und der Hass, der sich aufgestaut hat, alles, was ihr jetzt nicht mehr rauslassen könnt, all das ist immer noch in der Welt, allerdings wird es nicht ewig hinter den Monitoren sitzen bleiben und warten, dass der Strom wieder eingeschaltet wird. Und was dann? Sind wir dann noch in der Lage zivilisiert zu agieren oder bricht es dann aus allen heraus? Können wir alles, was wir täglich konsumierten, noch als Internetgesabbel abtun und unterscheiden zwischen Kommentarspalte von gestern und dem fiesen Grinsen im Gegenüber von heute?

In diese Richtung sollte es eigentlich gar nicht gehen, spannend, dass es dennoch geschehen ist, in diesem Sinne, ich hoffe ich konnte einen Denkanstoß geben... Liebe geht raus!