9/25/2026

Tanzblümchen ist draußen

Guten Morgen ihr lieben Menschen,

heute ist es mal wieder so weit, eine neue VÖ erblickt das Licht der Welt, ich hätte es fast vergessen, weil ich schon so tief in den Arbeiten zu weiteren Projekten stecke, doch das wäre zu schade gewesen, denn DJ Stanley Hardcores "Tanzblümchen Tanz" (Der Link führt euch zum TLR-Post) ist ein echtes Herzensprojekt gewesen quasi seit meiner Kindheit, hört erstmal rein... In diesem Sinne.

Und wenn ihr mir einen richtig großen Gefallen tun wollt, dann gönnt euch das bei YouTube, wird zwar alle zwei Lieder unterbrochen durch Werbung, ist für mich allerdings lukrativer glaub ich, am Ende wünsch ich mir vor Allem Feedback. Und weil ihr hier ja nicht ohne was rausgehen sollt, habe ich ein pre-cover ergattert, das es nicht zur finalen VÖ geschafft hat, ich aber irgendwie witzig finde, weil das Album mal in eine ganz andere Richtung gehen sollte.

9/21/2026

Alzheimertag (Demenzwoche) ... und etwas Theorie

Es gibt so viel unsichtbare Probleme in unserem Land, auf die immer mal wieder an speziellen Tagen ein großes Licht fällt, die aber für den Rest des Jahres nahezu totgeschwiegen und aus den Medien ferngehalten werden. Betroffene und Angehörige können sich diese Scheuklappen leider oft nicht erlauben und sind immer mittendrin und leiden meistens mit. Ich habe der Einfachheit halber mal die Seite Deutsche Alzheimer und die DZNE-Stiftung verlinkt, da kann man sich gut einlesen und auch Anlaufstellen finden.

Ihr wisst ja, dass ich seit Jahren selbst mehr oder weniger betroffen bin und es nur so semi schaffe, damit klar zu kommen, dass Betroffene oft nicht einmal in der Lage sind, die eigene Wesensveränderung und den Verfall an sich selbst zu erkennen und daher auch keinen Anreiz haben irgendetwas dagegen zu unternehmen und teilweise gekränkt und angegriffen reagieren, wenn man ihnen Angebote zur Verfügung stellt, die nicht nur der Beschäftigung dienen sondern auch die Gehirngesundheit aktiv fördern würden, wenn richtig angewendet. Gestern erst erfuhr ich, dass ich seit Jahren auf der richtigen Spur war, wenn es darum geht, wie man die Welt mit dieser Erkrankung wahrnimmt. Alles scheint darauf ausgerichtet, Erinnerungen wachzuhalten, um die Realität zu bauen und das festzuhalten, was man hat. Wenn man das in einem Bild darstellen würde, wäre das z.B. jemand, der auf einem schmelzenden Eisberg sitzt. So sehr er auch versucht nichts zu tun, irgendwann wird er im kalten Wasser dessen, worauf er einst stand, ertrinken, wenn er nicht vorher an Unterkühlung stirbt. Viel klüger wäre es, wenn er sich damit beschäftigen würde sich zu retten, auch wenn es aussichtslos erscheint und man dafür vielleicht viel Fantasie braucht.

"Vielleicht ist Fantasie tatsächlich eine Art Training für den Kopf. Wissenschaftlich vorsichtiger formuliert: Menschen, die ihr Gehirn regelmäßig mit geistig anspruchsvollen und kreativen Tätigkeiten beschäftigen, etwa Schreiben, Musizieren, Malen, Lesen, Spielen oder Lernen , zeigen in mehreren Langzeitstudien und Metaanalysen im Durchschnitt eine bessere kognitive Entwicklung und teilweise ein geringeres Demenzrisiko. Das beweist nicht, dass Kreativität vor Demenz schützt. Aber es spricht ziemlich deutlich dagegen, Fantasie und kreatives Herumspinnen als nutzlosen Leerlauf des Gehirns abzutun."

Und es unterstützt meine These, die ich jedem kostenlos an die Hand gebe, sie auszuprobieren, mehr als nicht funktionieren kann sie nicht, denn selbst dann würde sie nicht widerlegt werden: "Use it or loose it", auch wenn das Hirn kein Muskel im eigentlichen Sinne ist, ist das etwas, was man trainieren muss und je älter man wird, desto mehr muss man machen, um sein Niveau zu halten und auch wenn Lesen  in vielen Studien als hirnanregend genannt wird, ist pures Lesen so, als würde ich behaupten "Stehen" ist Muskeltraining. Ihr checkt? Mit Lesen ist hier vermutlich der eskapistische Akt gemeint sich in eine Welt zu begeben, die der eigenen möglichst fern ist, damit die Synapsen richtig feuern, immer den gleichen Text zu lesen kann zwar zu einem Einprägen führen, kann aber auch einfach mal gar nichts machen, weil das Hirn auf Lehrlauf schaltet, weil es das schon kennt. Im Grunde ist es eine Maschine, die süchtig nach neuen Impulsen ist und wenn man sie langweilt einfach ausschaltet und sich zurückentwickelt.

Das einmal verstanden zu haben sollte einem eigentlich klar machen, warum in unserer Welt so viel schiefläuft, es wird robottet, Millionen Menschen machen, was man ihnen sagt, damit vorhersehbare Dinge geschehen und sich nichts ändert, alles immer gleichbleibt. Das ist jetzt kein Aufruf zur Rebellion, es schadet allerdings nicht, verschiedene Wege zur Arbeit zu nehmen, vielleicht mal den Ablauf zu ändern bei langweiliger Büroarbeit, wenn zulässig ein Hörbuch zu hören, die Freizeit nicht nur im Gym und vor Netflix zu verbringen, sondern vielleicht auch einfach mal selbst was zu erschaffen, zur Not tut es vermutlich für den Anfang sogar eine Kritzelei auf der Serviette oder dem Post-It im Büro. Auch in den Berufen, die hart arbeiten, zum Beispiel im Stahlgewerbe, bei denen sich immer wiederholende Tätigkeiten schnell in Unzufriedenheit ummünzen kann, es eine Option sein den Geist abschweifen zu lassen, er tut es von ganz alleine, wenn er merkt, dass er nicht gebraucht wird, weil ein Mindestmaß an Konzentration auf die Aufgabe völlig ausreicht. Doch viele reden sich ein, sie müssten bei immergleichen Bewegungsabläufen konzentriert bleiben, weil sonst was schiefgeht. Ich behaupte, das Hirn hat den Bewegungsablauf nach kurzer Zeit verinnerlicht und das weitere darauf konzentrieren ist kontraproduktiv, weil es wider die Natur dessen ist, was es tut. Vielleicht bin ich da auch die Ausnahme, ich kann mich nicht länger auf einen Ablauf konzentrieren, bis ich ihn aus dem FF kann, dann verlasse ich mich darauf und kann nebenbei schon wieder neue Synapsen schaffen und halte die Konzentration oben, weil ich das System komplett auslaste. Versteht ihr, was ich meine? Wenn ich mich künstlich zwinge einer Aufgabe, für die ich nicht mehr nachdenken muss, weil ich die Lösung im Schlaf kenne, Ressourcen zuzuteilen, nehme ich mir die Chance mit den eigentlich verfügbaren Mitteln zu wachsen und weitere Aufgaben zu lösen oder zumindest schon einmal vorzuarbeiten, weil am Ende haben wir ja nur zwei Arme, alles gleichzeitig zu machen, wäre dann wirklich kontraproduktiv, wenn ich an der Säge im Baumarkt stehe und nebenbei meinen Einkauf mache oder irgendwas wozu ich die Arme brauche.

Ich kenn da ja so einen Spezi, der macht sich das Leben besonders schwer, weil er, nachdem er einmal gelernt hat, was zu lernen ist für sich selbst die Regeln immer wieder ändert, um es dann wieder neu lernen zu müssen, für mich ein klares Zeichen der Unterforderung. Ich lerne eine Sache einmal, bis ich es kann. Dann wende ich das Gelernte an, wenn ich das aus dem FF kann, brauche ich die nächste Aufgabe zum Lernen, Wiederholung ist in meinen Augen der Anfang vom Ende, zumindest, wenn man es übertreibt, ich wurde nie besser in der Schule, wenn ich die gleichen Aufgaben immer und immer wiederholt habe, ohne dazwischen eine Pause zu haben, wo es sacken kann. Ach Leute, das ist alles schon zigmal von mir in anderen Posts abgehandelt, abschließend bleibt wohl vor allem die Bitte neugierig zu bleiben, damit ist schon viel getan und lasst euch niemals sagen, dass man zu neugierig sein kann. Keiner schneidet euch die Nase ab, wenn ihr Sachen wissen wollt, die euch nichts angehen, respektiert Grenzen Anderer, doch wenn ihr Wissen wollt, dann seid neugierig, denn wer nichts weiß, der wird auch nie genug Macht haben, sein Leben im Griff zu haben. In diesem Sinne... schon wieder viel zu lang. 

9/19/2026

Mal nicht abdrücken!

Jeder Dialysepatient hat schon mal daran gedacht, was passieren würde, wenn er den Finger wegnimmt, nicht abdrückt und laufenlässt, sicherlich. Doch das ist ein neues Niveau, sich zu fragen, wo das überall landet und dann auch noch zu fragen, wieviel Blut man denn so im Körper hat, das ist schon fast kindlich naiv aber zeigt auch, wie ernst man die eigene Lage analysiert hat, nur um dann ein "Hauptsache es kümmert sich wer drum" einzuschieben, was ja wohl ein Lebensmotto zu sein scheint, wenn man den Reiner so reden hört, "Ja bei uns ham se das auch gemacht... ham DIE sich drum gekümmert, ist immer das wichtigste das sich wer kümmert" (nur nicht man selbst ne?) Was wäre das für eine Welt, wenn alle so denken würden, ach ja, wahrscheinlich die Welt, die wir gerade haben, wo jeder die Verantwortung einfach weiterschiebt und keiner es gewesen will, wenn sich Geschichte wiederholt und alles wieder den Bach runtergeht, ja? Man Reiner, ich wünsch dir echt Erkenntnis und dass es dich nicht zu hart trifft, wenn du es begreifst.

Je nach körperlichem Gesamtzustand sind 2 Liter Blutverlust akut lebensgefährlich, ich würde es nicht ausprobieren, wie schnell du die verlierst, gerade als Dialysepatient solltest du darauf achten, vernünftig abzudrücken und dem Körper helfen die Gerinnung anzuregen. Sollte es mal unschön werden, Daumen drauf und dann rufen! Nicht andersrum, man glaubt nicht, wie schnell Blut aus Wunden schießt, vor Allem arteriellen. Manche Menschen können einen Liter Blut verlieren, bevor die Systeme beginnen zu kollabieren, anderen wir schon bei 200 Millilitern schlecht, das komplette Volumen von ca. 5 Litern zu verlieren ist mit dem sicheren Tod zu einem deutlich früheren Zeitpunkt verbunden, also ist dringend davon abzuraten und Fragen, Gedanken, so sie denn ernst gemeint sind in diese Richtung dringend einer psychologisch geschulten Fachkraft mitzuteilen!

9/18/2026

Er ist so nah dran

Neulich auf der Bugatti Party gegenüber, "die mit ihren 100.000€ Autos". Ich wollte erst ganz laut husten und korrigieren, wo er den so einen Billig-Bugatti gesehen hätte? Eine kurze Suche auf autoscout24 bringt Realität und zeigt, wie wenig wir doch vom Leben der "Reichen" wissen. Andererseits reicht das ja scheinbar schon für den Neid des Reiners, da er sich genötigt fühlt sich darüber auszulassen. Das Spannende für mich ist daran, mitzuerleben, wie jemand, der die Ungerechtigkeit schon benennen kann, sie sieht, seinen Gap dazu versteht, den letzten Schritt zum Klassenbewusstsein nicht gehen kann, weil er sich dann eingestehen müsste, dass das, was er als gut bürgerlich ansieht für diese Menschen an der Armutsgrenze kratzt und immer noch weniger als 1% aller 99% des Vermögens besitzen, während sich die anderen 99% um das übrige Prozent prügeln und gegenüber findet gerade ein Empfang statt, bei dem pervers Reiche Menschen, Champagner in den Abfluss kippen, um nicht zu beschwipst zu werden. In diesem Sinne... "Wir schaffen das!"

dies ist eine karikaturistische Darstellung und soll weder Marke noch Menschen herabwürdigen

Tanzblümchen, Tanz - Tracklist

Ich erzähle euch nichts Neues, wenn ich euch mitteile, dass ich damals wie heute ein echter Blümchen Fan bin und erst vor Kurzem habe ich dann festgestellt, dass sie grüne Augen hat, nun ja, das brachte mich dann auf die Idee zu einem Song, das führte zu einem Album, der wie eine Hommage an eine Zeit wirkt, die ich vor dem Radion verbracht habe und Kindertechno auf Kassette aufnahm, mir Choreos mit einer damaligen Freundin ausdachte, dazu kamen dann Gedanken an Falco, das großartige, die Erinnerung an "Darkside of my dreams" von den Nightcrawlers, das ich schon immer geliebt habe, weil es diesen Inverted Drop und das Lachen drin hat und diese ganz besondere Stimmung, die wollte ich auch haben auf dem Album, im Grunde erzähle ich ja Geschichten mit meiner Musik und im Endeffekt soll die Geschichte einerseits die fröhliche Diskonacht sein, wie wir sie aus unseren jungen Jahren kenne, meine dunkle Seite wollte aber auch ein wenig auf die Gefahren hinweisen und hat daher Daisy mit ins Spiel gebracht, naja und so entsponn sich dann eben die ganze Geschichte, dazwischen noch eine sehr juvenile Trennung und jede Menge Dankbarkeit. Ich denke es ist für jeden was dabei, da es aber noch ne Woche hin ist, bis ihr das Teil hören könnt, gebe ich euch schon einmal die Tracklist vorab, auch wenn ihr damit wohl noch nicht so viel anfangen könnt, lässt es ja schon auf das Frontcover schließen. In diesem Sinne...

Au nein Ralf Richter!

"Je älter ich werde um so mehr Helden werden sterben!"
(Chesney Little)

Das klingt fast wie Tylers: "Ist die Zeitkoordinate nur lang genug, sinkt die Überlebensrate für jeden auf null!", und doch ist es deutlich epischer, denn irgendwie trennt es mich in Trauer und Triumph. Einerseits ist es natürlich jedes Mal wieder traurig einen von denen gehen zu sehen, zu denen man aufgeblickt hat, die man verehrte, die besonders für uns waren. Andererseits hat man mir als Kind eine Lebenserwartung von 10-12 Jahren gegeben und auch wenn ich schon oft den Tanz der Toten getanzt habe, ist es doch so, ich sitze noch hier und überdauere so viele, die ich nie gedacht hätte zu überdauern. Vermutlich ist es normal, die Helden sterben zu sehen, um ihnen nachzufolgen.

Wie praktisch, dass meine Helden vor allem in Film und Musik zu finden sind, so werden sie zu lebenden Toten und konservieren in ihren Filmen, Liedern, Kompositionen und das auch noch, ohne zu altern, oft auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, das ist es, was uns als Künstlern Hoffnung gibt, man wird sich unserer erinnern und wir sind nicht bloß auf die Herzen derer angewiesen, die uns geliebt haben. Das ist vielleicht ein sehr von Selbstliebe getriebener Ansatz, allerdings tröstet es mich weit mehr, als der Gedanke all meine Helden in einem unsicheren Paradies wiederzusehen, auch wenn das sicherlich für den Fall einer Ewigkeit die bessere Alternative ist.

Danke!

9/17/2026

Unsterblichkeit bedeutet Wiedergeburt (Immortal Pt. VI)

Vielleicht ist „unsterblich“ deshalb überhaupt das falsche Bild. Ein Song lebt nicht einfach unverändert weiter. Er wird immer wieder neu geboren.

Ein Teenager hört einen vierzig Jahre alten Song und versteht ihn anders als dessen ursprüngliches Publikum. Eine Coverversion verändert ihn. Ein Film benutzt ihn in einer neuen Szene. Ein Mensch entdeckt ihn nach einem persönlichen Verlust und hört plötzlich einen Satz, den er zehn Jahre lang überhört hat. Die langlebigste Musik besitzt deshalb etwas Unabgeschlossenes. Sie erklärt sich nicht vollständig. Sie lässt Raum, in den späteres Leben hineinpasst.

Daraus ergibt sich eine Art paradoxe Regel: Je konkreter ein Song emotional ist, desto allgemeiner kann er werden. Je allgemeiner er bloß formuliert ist, desto austauschbarer kann er wirken.

„Liebe ist schön“ ist zeitlos und gleichzeitig belanglos.

„Deine Tasse steht seit drei Monaten noch links neben meiner Spüle“ gehört zunächst nur einem Menschen. Aber jeder, der nach einer Trennung irgendeinen Gegenstand nicht wegwerfen konnte, versteht ihn.

Das ist der Punkt, an dem Kunst die Zeit überwindet.

Liebe und Tod werden deshalb tatsächlich immer funktionieren. Ebenso Angst, Hoffnung, Eifersucht, Freundschaft, Selbstzweifel, Rebellion, Gier, Sehnsucht und Erinnerung. Science-Fiction und Fantasy können langlebig sein, wenn sie diese Dinge in andere Welten übertragen. Politische und tagesaktuelle Musik kann überleben, wenn hinter dem Ereignis ein menschlicher Mechanismus sichtbar wird.

Und Genres? Die werden kommen, sich gegenseitig verschlingen, sterben und wiederauferstehen. Blues wird Rock, Rock wird Metal, Punk wird Alternative, Disco wird House, Hip-Hop verändert Pop, elektronische Musik vermischt sich mit allem. Was einmal revolutionär war, wird irgendwann klassisch; was einmal peinlich altmodisch wirkte, wird zwanzig Jahre später wiederentdeckt.

Doch darunter bleibt erstaunlich viel gleich.
Jemand verliebt sich.
Jemand wird verlassen.
Jemand hat Angst.
Jemand will frei sein.
Jemand vermisst einen Menschen.
Jemand schaut nachts in den Himmel und fragt sich, was das alles soll.
Und irgendwo nimmt deshalb jemand eine Gitarre, setzt sich an ein Klavier, programmiert einen Beat oder beginnt zu singen. Vielleicht ist genau das die eigentliche Unsterblichkeit der Musik:

Nicht dass dieselben Lieder für immer gespielt werden – sondern dass dieselben menschlichen Fragen immer wieder neue Lieder brauchen.

9/16/2026

An der Tanke

Es gab nur eine ganz kurze Zeit in meinem Leben, wo ich mir gewünscht hätte einen Führerschein zu haben, dann hätte ich vermutlich nicht so viel gesoffen in meiner Feierphase, andererseits habe ich schon ganz oft gedacht, dass es so viele Vorteile hat, kein Auto zu besitzen, weshalb ich mein erstes damals auch verschenkt habe, andere Geschichte...
"Zehn Cent Tankrabatt, die spinnen doch!"
Allgemein würde ich Reiner ja recht geben, denn das, was unsere Regierung derzeit an Idee zu diversen Themen auf den Tisch legt, ist gelinde gesagt großes Makaka für die meisten, derer, die sie gewählt haben. A-Bär im Detail, sind zehn Cent mehr als nix, wenn ich jedes Mal, wenn ich zur Dialyse gehe 10 Cent bekomme, dann summiert sich das auf 14,40€ im Jahr, okay, es ist nix, Reiner du hast Recht.
"Wenn die Das durchkriegen, bricht hier die Hölle los ", by the way habe ich nirgendwo was von 10 Cent gehört oder gelesen, es soll wohl eher eine Preisobergrenze eingerichtet werden, so wie damals bei der Mietpreisbremse, hat ja auch so super funktioniert. Ich müsste das mal überprüfen, kommen diese merkwürdigen Dinge immer mit nem Kompositum aus drei Wörtern daher?
Übrigens Reiner, keiner wird was machen, 2,60€ sind nur so lange zu teuer, bis man den Preis auf 2,70€ erhöht, der Deutsche ist ein Beuger, man gewöhnt sich, hat am Stammtisch was zu meckern, knurrt, meckert irgendwen an und zahlt dann trotzdem, weil man es ja muss. Tatsache ist, wer das nicht zahlen will, der fährt Bus, das würde dann auch Geld freimachen für den Ausbau des ÖPNV, in den nicht ausgebauten Gegenden und ganz im Stile des Kapitalismus dafür sorgen, sich neue Ideen für eine Lösung einfallen zu lassen, vom Rohöl loszukommen. Denn wie in jedem Markt gilt auch beim Benzinpreis, Angebot und Nachfrage. Solange die Nachfrage auf einem ungesunden Niveau ist und das Angebot immer weiter künstlich verknappt wird, steigt der Preis, das ist einfachste BWL.
Lustig, wie ich mich mehr über die Dummheit von Autofahrern aufregen kann, als darüber, dass hier was gewaltig schiefläuft, wo ist jetzt dir Abwrackprämie, um auf E-Mobilität umzustellen? Wo sind die solarbetriebenen Autos, wo sind jetzt die ganzen Zukunftsenergien? Manchmal komm ich mir wirklich vor, als würde ich miterleben, wie Deutschland zu einem Schwellenland wird, weil zwar alle schuften sollen, Ideen aber streng verboten sind und bloß nicht innovativ sein. Manchmal wirkt es, als würde man es drauf anlegen.
Also Reiner, ab zur Tanke, Wutbürger werden, volltanken und dann irgendwo jammern, dass man dich abzieht. In diesem Sinne...

Schilddrüsenunterfunktion makes me mad

Stellt euch folgende Situation vor, Arztgespräch, an euer Bett tritt ein grimmiger Dachs, der auf lustig tut und lacht euch aus. Er zeigt euch bei jeder weiteren Frage, dass er euch nicht ernst nehmen kann oder einfach seine eigene Antwortlosigkeit mit Lachen überspielen will, okay das kenn ich, coping, ja mag sein, sind wir mal good faith. Aber warum ist es in meinem Fall nicht möglich, dass ich Schilddrüsenprobleme habe, was ist das für ein Kasper? Er hat die Frage nicht beantwortet und versprochen sich den Aktenverlauf anzugucken.

Er kam zurück und war dann ganz normal, erzählt mir in Ruhe, was los ist, obwohl er immer noch belustigt über meine Sorge eines ärztlich abklärbaren Wertes scheint, weist eine weitere Blutuntersuchung an und erhöht erstmal die vor einiger Zeit halbierte Medikation, also doch nur ein Halbkasper, ich habe wirklich Schiss davor, dass die Schilddrüse mich wieder in die tiefe Dunkelheit schickt, die ich eigentlich nie mehr betreten wollte, höchstens um das Füchslein zu retten vielleicht, aber sicher nicht weil Ärzte meine Werte nicht ernst nehmen.

Die eigentliche Konstante ist der Mensch (Immortal Pt. V)

Noch fundamentaler als Liebe und Tod sind deshalb vermutlich jene Themen, die sich aus der menschlichen Selbstwahrnehmung ergeben: Wer bin ich? Warum bin ich hier? Werde ich geliebt? Bin ich genug? Was habe ich falsch gemacht? Was geschieht nach dem Tod? Muss ich mich verändern? Warum tut Verlust weh? Warum wiederholen wir unsere Fehler?

Solange Menschen solche Fragen stellen, wird Musik darüber geschrieben werden.

Auch Träume gehören dazu. Nicht nur tatsächliche nächtliche Träume, sondern Sehnsüchte: anderswo leben, jemand anderes werden, noch einmal jung sein, berühmt werden, verschwinden, jemanden wiedersehen. Musik eignet sich dafür besonders gut, weil sie Gefühle ausdrücken kann, bevor sie vollständig sprachlich formuliert sind. Ein Akkordwechsel kann Sehnsucht vermitteln, ohne das Wort „Sehnsucht“ zu benutzen.

Deshalb können sogar Instrumentalstücke zeitlos werden. Das zeigt, dass das Thema allein niemals genügt, um musikalische Langlebigkeit zu erklären. Musik besitzt eine zweite Sprache unterhalb des Textes. Eine Melodie erzeugt Erwartung und Auflösung. Rhythmus erzeugt Bewegung. Harmonie kann Sicherheit herstellen und wieder zerstören. Lautstärke kann Nähe oder Größe vermitteln. Eine einzelne Stimme kann zerbrechlich, bedrohlich oder euphorisch wirken, bevor wir verstehen, was sie singt.

Große Songs verbinden diese beiden Ebenen. Der Inhalt sagt etwas, und die Musik lässt den Hörer dasselbe fühlen.

Ein trauriger Text über Verlust, der musikalisch vollkommen gleichgültig wirkt, besitzt weniger Kraft als ein Lied, bei dem bereits die ersten Akkorde eine Leerstelle erzeugen. Umgekehrt kann ein banaler Text durch eine außergewöhnliche Melodie enorm langlebig werden. Und dann kommt etwas hinzu, das kein Künstler vollständig kontrollieren kann: Erinnerung. Songs werden unsterblich, weil Menschen sie mit ihrem eigenen Leben verbinden. Ein Lied läuft beim ersten Kuss, bei einer Beerdigung, auf einer Autofahrt, auf einer Party, während einer Trennung. Danach gehört es nicht mehr ausschließlich seinem Autor.

Genau deshalb können Künstler Zeitlosigkeit anstreben, aber niemals garantieren.