9/21/2026

Alzheimertag (Demenzwoche) ... und etwas Theorie

Es gibt so viel unsichtbare Probleme in unserem Land, auf die immer mal wieder an speziellen Tagen ein großes Licht fällt, die aber für den Rest des Jahres nahezu totgeschwiegen und aus den Medien ferngehalten werden. Betroffene und Angehörige können sich diese Scheuklappen leider oft nicht erlauben und sind immer mittendrin und leiden meistens mit. Ich habe der Einfachheit halber mal die Seite Deutsche Alzheimer und die DZNE-Stiftung verlinkt, da kann man sich gut einlesen und auch Anlaufstellen finden.

Ihr wisst ja, dass ich seit Jahren selbst mehr oder weniger betroffen bin und es nur so semi schaffe, damit klar zu kommen, dass Betroffene oft nicht einmal in der Lage sind, die eigene Wesensveränderung und den Verfall an sich selbst zu erkennen und daher auch keinen Anreiz haben irgendetwas dagegen zu unternehmen und teilweise gekränkt und angegriffen reagieren, wenn man ihnen Angebote zur Verfügung stellt, die nicht nur der Beschäftigung dienen sondern auch die Gehirngesundheit aktiv fördern würden, wenn richtig angewendet. Gestern erst erfuhr ich, dass ich seit Jahren auf der richtigen Spur war, wenn es darum geht, wie man die Welt mit dieser Erkrankung wahrnimmt. Alles scheint darauf ausgerichtet, Erinnerungen wachzuhalten, um die Realität zu bauen und das festzuhalten, was man hat. Wenn man das in einem Bild darstellen würde, wäre das z.B. jemand, der auf einem schmelzenden Eisberg sitzt. So sehr er auch versucht nichts zu tun, irgendwann wird er im kalten Wasser dessen, worauf er einst stand, ertrinken, wenn er nicht vorher an Unterkühlung stirbt. Viel klüger wäre es, wenn er sich damit beschäftigen würde sich zu retten, auch wenn es aussichtslos erscheint und man dafür vielleicht viel Fantasie braucht.

"Vielleicht ist Fantasie tatsächlich eine Art Training für den Kopf. Wissenschaftlich vorsichtiger formuliert: Menschen, die ihr Gehirn regelmäßig mit geistig anspruchsvollen und kreativen Tätigkeiten beschäftigen, etwa Schreiben, Musizieren, Malen, Lesen, Spielen oder Lernen , zeigen in mehreren Langzeitstudien und Metaanalysen im Durchschnitt eine bessere kognitive Entwicklung und teilweise ein geringeres Demenzrisiko. Das beweist nicht, dass Kreativität vor Demenz schützt. Aber es spricht ziemlich deutlich dagegen, Fantasie und kreatives Herumspinnen als nutzlosen Leerlauf des Gehirns abzutun."

Und es unterstützt meine These, die ich jedem kostenlos an die Hand gebe, sie auszuprobieren, mehr als nicht funktionieren kann sie nicht, denn selbst dann würde sie nicht widerlegt werden: "Use it or loose it", auch wenn das Hirn kein Muskel im eigentlichen Sinne ist, ist das etwas, was man trainieren muss und je älter man wird, desto mehr muss man machen, um sein Niveau zu halten und auch wenn Lesen  in vielen Studien als hirnanregend genannt wird, ist pures Lesen so, als würde ich behaupten "Stehen" ist Muskeltraining. Ihr checkt? Mit Lesen ist hier vermutlich der eskapistische Akt gemeint sich in eine Welt zu begeben, die der eigenen möglichst fern ist, damit die Synapsen richtig feuern, immer den gleichen Text zu lesen kann zwar zu einem Einprägen führen, kann aber auch einfach mal gar nichts machen, weil das Hirn auf Lehrlauf schaltet, weil es das schon kennt. Im Grunde ist es eine Maschine, die süchtig nach neuen Impulsen ist und wenn man sie langweilt einfach ausschaltet und sich zurückentwickelt.

Das einmal verstanden zu haben sollte einem eigentlich klar machen, warum in unserer Welt so viel schiefläuft, es wird robottet, Millionen Menschen machen, was man ihnen sagt, damit vorhersehbare Dinge geschehen und sich nichts ändert, alles immer gleichbleibt. Das ist jetzt kein Aufruf zur Rebellion, es schadet allerdings nicht, verschiedene Wege zur Arbeit zu nehmen, vielleicht mal den Ablauf zu ändern bei langweiliger Büroarbeit, wenn zulässig ein Hörbuch zu hören, die Freizeit nicht nur im Gym und vor Netflix zu verbringen, sondern vielleicht auch einfach mal selbst was zu erschaffen, zur Not tut es vermutlich für den Anfang sogar eine Kritzelei auf der Serviette oder dem Post-It im Büro. Auch in den Berufen, die hart arbeiten, zum Beispiel im Stahlgewerbe, bei denen sich immer wiederholende Tätigkeiten schnell in Unzufriedenheit ummünzen kann, es eine Option sein den Geist abschweifen zu lassen, er tut es von ganz alleine, wenn er merkt, dass er nicht gebraucht wird, weil ein Mindestmaß an Konzentration auf die Aufgabe völlig ausreicht. Doch viele reden sich ein, sie müssten bei immergleichen Bewegungsabläufen konzentriert bleiben, weil sonst was schiefgeht. Ich behaupte, das Hirn hat den Bewegungsablauf nach kurzer Zeit verinnerlicht und das weitere darauf konzentrieren ist kontraproduktiv, weil es wider die Natur dessen ist, was es tut. Vielleicht bin ich da auch die Ausnahme, ich kann mich nicht länger auf einen Ablauf konzentrieren, bis ich ihn aus dem FF kann, dann verlasse ich mich darauf und kann nebenbei schon wieder neue Synapsen schaffen und halte die Konzentration oben, weil ich das System komplett auslaste. Versteht ihr, was ich meine? Wenn ich mich künstlich zwinge einer Aufgabe, für die ich nicht mehr nachdenken muss, weil ich die Lösung im Schlaf kenne, Ressourcen zuzuteilen, nehme ich mir die Chance mit den eigentlich verfügbaren Mitteln zu wachsen und weitere Aufgaben zu lösen oder zumindest schon einmal vorzuarbeiten, weil am Ende haben wir ja nur zwei Arme, alles gleichzeitig zu machen, wäre dann wirklich kontraproduktiv, wenn ich an der Säge im Baumarkt stehe und nebenbei meinen Einkauf mache oder irgendwas wozu ich die Arme brauche.

Ich kenn da ja so einen Spezi, der macht sich das Leben besonders schwer, weil er, nachdem er einmal gelernt hat, was zu lernen ist für sich selbst die Regeln immer wieder ändert, um es dann wieder neu lernen zu müssen, für mich ein klares Zeichen der Unterforderung. Ich lerne eine Sache einmal, bis ich es kann. Dann wende ich das Gelernte an, wenn ich das aus dem FF kann, brauche ich die nächste Aufgabe zum Lernen, Wiederholung ist in meinen Augen der Anfang vom Ende, zumindest, wenn man es übertreibt, ich wurde nie besser in der Schule, wenn ich die gleichen Aufgaben immer und immer wiederholt habe, ohne dazwischen eine Pause zu haben, wo es sacken kann. Ach Leute, das ist alles schon zigmal von mir in anderen Posts abgehandelt, abschließend bleibt wohl vor allem die Bitte neugierig zu bleiben, damit ist schon viel getan und lasst euch niemals sagen, dass man zu neugierig sein kann. Keiner schneidet euch die Nase ab, wenn ihr Sachen wissen wollt, die euch nichts angehen, respektiert Grenzen Anderer, doch wenn ihr Wissen wollt, dann seid neugierig, denn wer nichts weiß, der wird auch nie genug Macht haben, sein Leben im Griff zu haben. In diesem Sinne... schon wieder viel zu lang. 

9/19/2026

Mal nicht abdrücken!

Jeder Dialysepatient hat schon mal daran gedacht, was passieren würde, wenn er den Finger wegnimmt, nicht abdrückt und laufenlässt, sicherlich. Doch das ist ein neues Niveau, sich zu fragen, wo das überall landet und dann auch noch zu fragen, wieviel Blut man denn so im Körper hat, das ist schon fast kindlich naiv aber zeigt auch, wie ernst man die eigene Lage analysiert hat, nur um dann ein "Hauptsache es kümmert sich wer drum" einzuschieben, was ja wohl ein Lebensmotto zu sein scheint, wenn man den Reiner so reden hört, "Ja bei uns ham se das auch gemacht... ham DIE sich drum gekümmert, ist immer das wichtigste das sich wer kümmert" (nur nicht man selbst ne?) Was wäre das für eine Welt, wenn alle so denken würden, ach ja, wahrscheinlich die Welt, die wir gerade haben, wo jeder die Verantwortung einfach weiterschiebt und keiner es gewesen will, wenn sich Geschichte wiederholt und alles wieder den Bach runtergeht, ja? Man Reiner, ich wünsch dir echt Erkenntnis und dass es dich nicht zu hart trifft, wenn du es begreifst.

Je nach körperlichem Gesamtzustand sind 2 Liter Blutverlust akut lebensgefährlich, ich würde es nicht ausprobieren, wie schnell du die verlierst, gerade als Dialysepatient solltest du darauf achten, vernünftig abzudrücken und dem Körper helfen die Gerinnung anzuregen. Sollte es mal unschön werden, Daumen drauf und dann rufen! Nicht andersrum, man glaubt nicht, wie schnell Blut aus Wunden schießt, vor Allem arteriellen. Manche Menschen können einen Liter Blut verlieren, bevor die Systeme beginnen zu kollabieren, anderen wir schon bei 200 Millilitern schlecht, das komplette Volumen von ca. 5 Litern zu verlieren ist mit dem sicheren Tod zu einem deutlich früheren Zeitpunkt verbunden, also ist dringend davon abzuraten und Fragen, Gedanken, so sie denn ernst gemeint sind in diese Richtung dringend einer psychologisch geschulten Fachkraft mitzuteilen!

9/18/2026

Er ist so nah dran

Neulich auf der Bugatti Party gegenüber, "die mit ihren 100.000€ Autos". Ich wollte erst ganz laut husten und korrigieren, wo er den so einen Billig-Bugatti gesehen hätte? Eine kurze Suche auf autoscout24 bringt Realität und zeigt, wie wenig wir doch vom Leben der "Reichen" wissen. Andererseits reicht das ja scheinbar schon für den Neid des Reiners, da er sich genötigt fühlt sich darüber auszulassen. Das Spannende für mich ist daran, mitzuerleben, wie jemand, der die Ungerechtigkeit schon benennen kann, sie sieht, seinen Gap dazu versteht, den letzten Schritt zum Klassenbewusstsein nicht gehen kann, weil er sich dann eingestehen müsste, dass das, was er als gut bürgerlich ansieht für diese Menschen an der Armutsgrenze kratzt und immer noch weniger als 1% aller 99% des Vermögens besitzen, während sich die anderen 99% um das übrige Prozent prügeln und gegenüber findet gerade ein Empfang statt, bei dem pervers Reiche Menschen, Champagner in den Abfluss kippen, um nicht zu beschwipst zu werden. In diesem Sinne... "Wir schaffen das!"

dies ist eine karikaturistische Darstellung und soll weder Marke noch Menschen herabwürdigen

Tanzblümchen, Tanz - Tracklist

Ich erzähle euch nichts Neues, wenn ich euch mitteile, dass ich damals wie heute ein echter Blümchen Fan bin und erst vor Kurzem habe ich dann festgestellt, dass sie grüne Augen hat, nun ja, das brachte mich dann auf die Idee zu einem Song, das führte zu einem Album, der wie eine Hommage an eine Zeit wirkt, die ich vor dem Radion verbracht habe und Kindertechno auf Kassette aufnahm, mir Choreos mit einer damaligen Freundin ausdachte, dazu kamen dann Gedanken an Falco, das großartige, die Erinnerung an "Darkside of my dreams" von den Nightcrawlers, das ich schon immer geliebt habe, weil es diesen Inverted Drop und das Lachen drin hat und diese ganz besondere Stimmung, die wollte ich auch haben auf dem Album, im Grunde erzähle ich ja Geschichten mit meiner Musik und im Endeffekt soll die Geschichte einerseits die fröhliche Diskonacht sein, wie wir sie aus unseren jungen Jahren kenne, meine dunkle Seite wollte aber auch ein wenig auf die Gefahren hinweisen und hat daher Daisy mit ins Spiel gebracht, naja und so entsponn sich dann eben die ganze Geschichte, dazwischen noch eine sehr juvenile Trennung und jede Menge Dankbarkeit. Ich denke es ist für jeden was dabei, da es aber noch ne Woche hin ist, bis ihr das Teil hören könnt, gebe ich euch schon einmal die Tracklist vorab, auch wenn ihr damit wohl noch nicht so viel anfangen könnt, lässt es ja schon auf das Frontcover schließen. In diesem Sinne...

9/16/2026

An der Tanke

Es gab nur eine ganz kurze Zeit in meinem Leben, wo ich mir gewünscht hätte einen Führerschein zu haben, dann hätte ich vermutlich nicht so viel gesoffen in meiner Feierphase, andererseits habe ich schon ganz oft gedacht, dass es so viele Vorteile hat, kein Auto zu besitzen, weshalb ich mein erstes damals auch verschenkt habe, andere Geschichte...
"Zehn Cent Tankrabatt, die spinnen doch!"
Allgemein würde ich Reiner ja recht geben, denn das, was unsere Regierung derzeit an Idee zu diversen Themen auf den Tisch legt, ist gelinde gesagt großes Makaka für die meisten, derer, die sie gewählt haben. A-Bär im Detail, sind zehn Cent mehr als nix, wenn ich jedes Mal, wenn ich zur Dialyse gehe 10 Cent bekomme, dann summiert sich das auf 14,40€ im Jahr, okay, es ist nix, Reiner du hast Recht.
"Wenn die Das durchkriegen, bricht hier die Hölle los ", by the way habe ich nirgendwo was von 10 Cent gehört oder gelesen, es soll wohl eher eine Preisobergrenze eingerichtet werden, so wie damals bei der Mietpreisbremse, hat ja auch so super funktioniert. Ich müsste das mal überprüfen, kommen diese merkwürdigen Dinge immer mit nem Kompositum aus drei Wörtern daher?
Übrigens Reiner, keiner wird was machen, 2,60€ sind nur so lange zu teuer, bis man den Preis auf 2,70€ erhöht, der Deutsche ist ein Beuger, man gewöhnt sich, hat am Stammtisch was zu meckern, knurrt, meckert irgendwen an und zahlt dann trotzdem, weil man es ja muss. Tatsache ist, wer das nicht zahlen will, der fährt Bus, das würde dann auch Geld freimachen für den Ausbau des ÖPNV, in den nicht ausgebauten Gegenden und ganz im Stile des Kapitalismus dafür sorgen, sich neue Ideen für eine Lösung einfallen zu lassen, vom Rohöl loszukommen. Denn wie in jedem Markt gilt auch beim Benzinpreis, Angebot und Nachfrage. Solange die Nachfrage auf einem ungesunden Niveau ist und das Angebot immer weiter künstlich verknappt wird, steigt der Preis, das ist einfachste BWL.
Lustig, wie ich mich mehr über die Dummheit von Autofahrern aufregen kann, als darüber, dass hier was gewaltig schiefläuft, wo ist jetzt dir Abwrackprämie, um auf E-Mobilität umzustellen? Wo sind die solarbetriebenen Autos, wo sind jetzt die ganzen Zukunftsenergien? Manchmal komm ich mir wirklich vor, als würde ich miterleben, wie Deutschland zu einem Schwellenland wird, weil zwar alle schuften sollen, Ideen aber streng verboten sind und bloß nicht innovativ sein. Manchmal wirkt es, als würde man es drauf anlegen.
Also Reiner, ab zur Tanke, Wutbürger werden, volltanken und dann irgendwo jammern, dass man dich abzieht. In diesem Sinne...

Schilddrüsenunterfunktion makes me mad

Stellt euch folgende Situation vor, Arztgespräch, an euer Bett tritt ein grimmiger Dachs, der auf lustig tut und lacht euch aus. Er zeigt euch bei jeder weiteren Frage, dass er euch nicht ernst nehmen kann oder einfach seine eigene Antwortlosigkeit mit Lachen überspielen will, okay das kenn ich, coping, ja mag sein, sind wir mal good faith. Aber warum ist es in meinem Fall nicht möglich, dass ich Schilddrüsenprobleme habe, was ist das für ein Kasper? Er hat die Frage nicht beantwortet und versprochen sich den Aktenverlauf anzugucken.

Er kam zurück und war dann ganz normal, erzählt mir in Ruhe, was los ist, obwohl er immer noch belustigt über meine Sorge eines ärztlich abklärbaren Wertes scheint, weist eine weitere Blutuntersuchung an und erhöht erstmal die vor einiger Zeit halbierte Medikation, also doch nur ein Halbkasper, ich habe wirklich Schiss davor, dass die Schilddrüse mich wieder in die tiefe Dunkelheit schickt, die ich eigentlich nie mehr betreten wollte, höchstens um das Füchslein zu retten vielleicht, aber sicher nicht weil Ärzte meine Werte nicht ernst nehmen.

9/15/2026

Efilismus und Pro-Mortalisten (enthält möglicherweise Trigger!)

Vorab nochmal ne kurze Warnung, ich benutze zum Teil anstößiges Wortmaterial, sehr kontroverse Ideen und äußere meine Meinung, es geht hier um Mord, Tod, Selbstmord und anderes morbides Zeug, wenn ihr derzeit eher instabil seid, bitte lest das nicht!

Was kommt jetzt? Der Typ, der immer von Liebe und Leben als höchste Maxime schreibt, will plötztlich was über das genaue Gegenteil schreiben? Nunja, so "plötzlich" ist das eigentlich gar nicht, wenn man mal zurückblättert und feststellt, dass ich tief im Inneren ein absoluter Menschenfeind bin, weil ich so Vieles, was Menschen tun, wie sie es tun, striktens ablehne. Ja, ich hatte auch mal eine Phase, wo ich im Internet hätte falsch abbiegen können und wäre genau bei diesen Leuten gelandet und meine Weltvernichtungsphantasien hätten nicht bei einem Virus gestoppt, der nur die Dummen auslöscht und eine Evolution der Menschheit durch "Reinigung" von Dummheit, ich bin ehrlich, ich war tatsächlich irgendwann auch an dem Punkt, dass ich wie diese Menschen Dinge dahergefaselt habe, dass es für mein Leben keinen Konsens gibt. "Niemand hat mich gefragt, ob ich leben will.", was klingt wie Emo-Mimimi habe ich wirklch mal gefühlt, jeder oder? Das waren dann die Emo-Phasen, die wir damals Depri-Phasen nannten, weil niemand ein Emo sein wollte, im Ernst, ich glaube als Jugendlicher denkt man unweigerlich irgendwann mal an die Vergänglichkeit und den Sinn des Lebens und solcherlei, und wenn es dann mal nicht so läuft, dann wird das ganz schnell fatalistisch. Im Normalfall wächst sich das raus, oder? Bei mir persönlich wurde das zum Schutzschild, als ich wirklich depressiv war konnte man sich so die ganzen Schulterklopfer und "Lächel mal"-Sager vom Laib halten und in der dunklen Szene machte es einen noch trver, Blackmetal hören, das ganze Erscheinungsbild schreit Hass und keiner stellt mehr dumme Fragen, ja ich hab auch diese Zeit dieser Mischung aus gemeinsamer Todessehnsucht, die ein Schrei nach Liebe war und alle Schuld im Aussen suchen genossen, doch das was daraus entstand waren im besten Fall Gedankenexperimente. Keiner von den Leuten mit denen ich mich umgeben habe, sah darin mehr als eine Art Cosplay für die Welt außerhalb der Subkultur, im Alltag in Schwarz rumzulaufen und Menschen mit hasserfüllten Blicken zu strafen war da schon das höchste der Gefühle für viele. Denn das war ja das Ding, wir waren ja schlau genug, zu kapieren, dass man es sich am Ende leisten können muss, auf alles zu scheißen.

Aber mal zurück zu den wirklich weirden Efilisten, die das Leben einfach ablehnen, aus den verrücktesten Gründen, am Besten gefiel mir der, dass es nicht natürlich sei, darüber könnte man sicher auch länger philosophieren, will ich an dieser Stelle nicht tun, aber ist ein Ansatz, den ich fast nachvollziehen kann. Sammelt euch, sprecht euch aus und bemerkt irgendwann, dass Leben weitergeht und selbst im größten Scheißhaufen ein Klumpen Gold versteckt sein kann, isso, egal was ihr jetzt denkt. Und hey, wenn du wirklich der Meinung bist, das Leben nicht verdient zu haben oder nicht dein Einverständnis gegeben zu haben, leben zu wollen, ey es gibt ne Tür, die führt in die Geschlossene, da helfen die DIR, die machen das beruflich! Und wenn die Gedanken zu laut werden, 116117 oder statt auf die nächste Apokalypsen-Seite im Internet einfach mal nach nem Seelsorge-Bot suchen oder Hilfe, es gibt Auswege, wenn man sich festgefahren hat in seinem Denken.

Kein Ausweg ist es, sich Pro-Mortalisten anzuschließen, die der Meinung sind, es wäre gut Menschen zu töten, weil man ihr Leid damit beendet, BEENDE ERSTMAL DEIN EIGENES LEID, dann wirst du sehen, dass die meisten gar nicht leiden und selbst wenn sie es tun, es ihr ganz eigenes Leid ist, das ist nicht deine Aufgabe, keiner hat das Recht einen anderen Menschen zu töten, aus welchem Grund auch immer. Auch wenn ich merke, dass im Hinterkopf mein innerer Religiot zu Wort kommen will, das ist vollkommen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder was man sich sonst noch einreden kann, wo man anders wäre. Leben ist Leben (klar auch da kann man wieder abstufen, aber wir reden hier von "eigentlich gesunden Menschen", die einfach nur der Meinung sind, das Leben muss weg)

Ihr werdet hier kein "Bring dich um!", lesen, denn das würde ja allem widersprechen, was für das Leben ist. "Das Leben findet immer einen Weg", es ist also ganz und gar sinnlos zu argumentieren, dass man die Menschheit als ganzes auslöschen will, um den Planeten zu sterilisieren indem man eine Geburtsklinik in die Luft sprengt. Das ist für mich eher ein Beweis dafür, dass wir die Dummheit "rauszüchten" müssen, denn selbst wenn einige dieser Vollpfosten sowas als Anfang feiern, wieviele Mesnchenleben habt ihr damit genommen oder verhindert: 100-150? Wisst ihr wieviele Menschen es weltweit gibt? Ich glaube wir sind mehr! 9 Milliarden roundabout? Das ist ne Zahl mit 9 Nullen, ziehen wir mal 150 ab, ist das immer noch ne Zahl mit Zehn Stellen. Es ist nicht nur sinnlos, verachtenswert und falsch, es ist eben vor Allem noch DUMM. Und genau das ist die ganze Idee, auch wenn ich wie bereits erwähnt, den Gedanken durchaus nachvollziehen kann, dass es dem Planeten ohne UNS besser gehen würde, wer weiß das schon wirklich und wer bist du einer von 9 Milliarden darüber zu entscheiden?

Ich hätte tatsächlich einen Weg in diese Richtung, den ich respektieren würde, mach eine Umfrage, frag jeden Menschen, ob er leben will und wenn du viereinhalb Milliarden Menschen gefragt hast, dann fälle dein Urteil, ich würde behaupten, dann hast du ein erfülltes Leben gehabt und so viel gelernt, wie es in deinem begrenzten Umfeld von Weltschmerzlern nicht möglich ist, du wirst das Leben finden und auch wenn wir es viel zu oft vor Augen geführt bekommen, es ist gut, das Leben im Großen und Ganzen ist gut.

Ist DAS reflektierte Spiegelung oder Projektion?

War ich früher eigentlich auch so, als ich noch dachte, ich sei wichtig? Dass, der Mittepunkt der sicherste Platz ist, wenn die Welt ins Schleudern gerät? Man einfach nur immer ne coole Story parat haben muss, um anerkannt zu werden, es gar nicht peinlich rüberkommt, wenn man alles übertreibt, was man von sich gibt? Oder haben manche Menschen einfach wirklich so viel Zeug erlebt, dass sie zu Allem was zu sagen haben, auch wenn niemand fragt? War ich so?

Ich fürchte schon, das ist wahrscheinlich genau der Grund, warum ich das bei anderen kaum ertragen kann, weil sie meine "Lüge" widerspiegeln, wobei wirklich ausgedacht habe ich mir selten was, meist habe ich es nur bis zur Unkenntlichkeit ausgeschmückt und mich selbst zum Helden der Geschichte gemacht, natürlich, das macht der grandiose Narzisst so, der eigentlich nur so sein wollte, wie die Vaterfigur, der er nacheiferte, weil er nur die Maske sah, anderes Thema, kommt auch bald ein neues Album von Ruffy & Steve übrigens, könnt ihr euch schonmal vormerken (23.10.2026 Unter Geiern), sorry für die kleine Eigenwerbung an dieser Stelle.

Eigentlich sollte es ja um eine weitere Paulanergartengeschichte gehen, allerdings stecke ich mir das und sammle lieber noch ein wenig, dann kann man da vielleicht auch ein nettes Tribute-Album von machen, denn eigentlich mag ich den Schwafelkopp ja und er erzählt das ja auch in diesem onkeligen Ton, immer leicht gefärbt mit einer Note zwischen Neid und Bewunderung, nie ohne (ich glaub ich nenn ihn Reiner) seine Beteiligung und Meinung als richtig und wichtig zu manifestieren. Es gibt sie echt überall, das Positivste daran ist, dass ich es geschafft habe, aus diesem Spiel auszusteigen und einfach Ich sein kann, ohne Schminke, ohne Maske, ohne Show, das ist zwar oft ernüchternd und erschütternd blass, doch das bin dann ich. Die Kunst leben genug Aliases für mich aus. In diesem Sinne...

Bei der Abendsonne gehen die Meinungen auseinander

Natürlich lieben wir alle einen schönen Sonnenuntergang nach einem dementsprechenden Tag, weil er wie eine Klammer funktioniert, der Tag begann mit Sonnenaufgang und endet dann friedlich wieder in der Schwärze und bietet vorher nochmal ein Farbenspektakel, besonders schön am Meer, wo das ganze dann im Wasser noch wunderschöne Spiegelungen bietet, wie der Abspann eines guten Films, wo das Bild langsam in Schwarz rübergeht und die Endcredits kommen.

Ich habe den Sonnenuntergang früher viel seltener bewusst miterlebt, als die Aufgänge, weil ich meist in irgendwelchen Tanzbunkern oder auf Festen rumhing und in die schönsten Gesichter dieser Welt blickte oder im Sturzflug Richtung meines letzten Drinks war, bevor es überhaupt dunkel war. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass die Sonne unfassbar hell ist, selbst wenn sie untergeht (ja ja, eigentlich dreht sich die Erde, schon klar, keiner mag Klugscheißer).

Heutzutage blendet es mich einfach nur noch, weil meine Augen im Laufe meines Lebens immer empfindlicher ihr gegenüber wurden, eine beachtliche Sonnenbrillenkollektion spricht eine klare Sprache würde ich sagen. Die Abendsonne als schön zu bezeichnen, fällt mir schwer, es ist die gleiche Sonne, die nachts woanders hell scheint oder am Mittag im Zenit steht, ich mag die Sonne, sie spendet uns das Leben und Wärme auf dem Planeten, ich würde nicht sagen, dass es tageszeitenabhängig ist sie schön zu finden. Es ist vielmehr die Stimmung, die Dämmerung erzeugt, oder? (Wie war das mit keiner mag Klugscheißer?) Ist doch so, dass wir das alles nur da reininterpretieren, wahrscheinlich sogar Erinnerungen einschießen, an einen oder mehrere besondere Sonnenuntergänge in der Vergangenheit. Auch wenn es sprachlich nicht falscher sein könnte, höre ich mich selbst sagen: "Der Sonnenuntergang während der Sonnenfinsternis war besonders, eine ganz besondere Stimmung!" Leben! Danke!

9/14/2026

"Ich hab immer an der Schiffswerft geespielt"

Stellen wir uns den kleinen Reiner vor, wie er in der Schiffswerft seines Onkels spielt und plötzlich erblickt er die Yachten der Saudis, die dort zur Wartung auf Kiel geholt sind (sagt man das so seemännisch?). Schon der Beginn der Geschichte erinnert mich daran, wie ich früher im Laden meines Opas gespielt habe und mich dort ans Klavier gesetzt habe und auf die Tasten eingekloppt habe, während er im Hintergrund lachte und sagte: "Man muss früh anfangen... ha ha ha", es gibt leider nur wenige Fotos von damals, die ich veröffentlichen dürfte. Schöne Überleitung, denn fotografieren war bei den Saudis auch nicht, wir sind gerade aus der Vergangenheit in der Zeit gesprungen. Sehr bestimmt habe man Reiner wohl darauf hingewiesen doch bitte alle Fotos auf dem Handy zu löschen und was war da nicht alles auf den Bildern, fünfzig Mann Bordpersonal und ein Hubschrauberlandeplatz auf dem Schiff und wahrscheinlich auch die Bilder von den schwarzen SUVs, und Pools und... "ja, die wissen wirklich nicht wohin mit dem Geld", "ich glaube ein Bild habe ich damals nicht gelöscht... ha ha ha", das war das gleiche Lachen, wie das meines Opas und dem war auch schon damals klar, dass ich nie Klavier spielen würde.