Oha Leute, ich habe mir heute über Tag ein wenig den Kopf zerbröselt, weil ich ein paar krasse, was wäre wenn Fragen im Kopf hatte, irgendwie aus dem Nichts eingeschossen, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich an ein paar Stellen anders gehandelt hätte. Ich möchte das gerne mit euch teilen, denn auch wenn ich weiß, dass alles immer genau so kommt, wie es kommen muss, damit alles im Gleichgewicht bleibt, zumindest nehme ich das an, ist es doch spannend mal ein wenig zu spinnen, oder?
Was wäre wohl aus mir geworden, wenn ich als gesunder kleiner Bub aufgewachsen wäre?
Nun, ich denke ein Arschloch sondergleichen, weil ich ja dennoch mit all dem Charisma und der gewissen Intelligenz ausgestattet wäre, die mich noch deutlich überheblicher gemacht hätte, als ich es sowieso war als Jugendlicher vor Allem. Vermutlich wäre das dann auch mein früher Untergang gewesen, weil ich noch mehr Risiken eingegangen wäre als ich es schon so bin. Wer weiß, ob ich je die Liebe meines Lebens getroffen hätte, was uns zum nächsten Szenario bringt.
Was wäre wohl aus mir geworden, wenn ich nie die Liebe meines Lebens kennengelernt hätte?
Vermutlich einer dieser Gigolos, die an jeder Hand 5 Frauen haben, aber keine Ahnung haben, was Liebe bedeutet, vermutlich wäre ich ein misogyner Jugendlicher im Körper eines Spätdreißigers, der immer noch nicht verstanden hätte, dass es im Leben um so viel mehr geht, als irgendwelche Trophäen zu sammeln. Na klar, mir wäre auch ein Arschvoll Schmerzen und ein Weg durch ein unfassbar tiefes Tal erspart geblieben, doch im Nachhinein ist vieles davon auch das, was mich so unglaublich viel hat lernen lassen.
Was wäre wohl aus mir geworden, wenn ich 2006 die Frau geküsst hätte, das mir förmlich in die Arme fiel?
Keine Ahnung, ich glaube aber, da sie schon ungefähr genausolang eine gute Freundin ist, wäre es irgendwann auseinander gegangen, weil ich zu freiheitsliebend bin und ihr irgendwann nicht mehr gerecht worden wäre und so wie es ist, ist es viel viel schöner.
Was wäre wohl aus mir geworden, wenn ich damals die Eine geheiratet hätte?
Ich denke, ein geschiedener zerstörter mittelalter Mann, der verbittert und vom Leben gezeichnet wäre. Es hätte mich vermutlich noch mehr zerstört mit jemandem vor Gott vereint zu sein, der mich nicht lieben konnte und ich mit meiner Liebe alleine zu zweit gewesen wäre. Auch in diesem Szenario sehe ich mich heute nicht mehr leben, weil der Schmerz meine Grenze wohl deutlich überschritten hätte. Zum Ende noch was Leichtes, ja?
Was wäre wohl aus mir geworden, wenn ich zu einer anderen Uni gegangen wäre?
Vermutlich ein studierter arbeitsloser Filmproduzent, der weil er sich irgendwann selbstständig gemacht hätte gar nicht mehr über die Runden käme, bzw. den Notausgang nicht gefunden hätte und sich selbst irgendwo zwischen eigenem Anspruchsdenken und Burn-Out zerrieben worden wäre und mittlerweile mit dem dritten Herzinfarkt kaputtgeschrieben wäre und von der Stütze irgendwo in einem deutschen Ballungsraum vor sich hin vegetieren würde.
Ist also die Realität, die beste aller Welten?
Ich glaube schon, klar gibt es immer wieder Situationen, in denen man jammert und hadert, damit was das Leben uns hingestellt hat und wir überhaupt keinen Hunger draufhaben, jedoch ist jeder faule Apfel, für den wir uns entscheiden immer eine Erfahrung, die wir im Nachhinein betrachtet gebraucht haben, um dorthin zu gelangen, wo wir heute sind. Ich verstehe Menschen nicht, die nicht damit zufrieden sind, wie sie leben, denn sie haben sich doch dafür entschieden, die Weichen gestellt, den Weg eingeschlagen. Und selbst wenn, jeder Tag ist eine neue Chance, etwas zu ändern. Ich habe vor mittlerweile 11 Jahren entschieden, dass mein bisheriger Weg nicht der richtige war und bin noch einmal angefangen. Vielleicht nicht so erfolgreich, wie ich es mir früher mal ausgemalt habe, vielleicht auch nicht mit dem Glanz und Gloria, den ich mir als Kind ausgemalt habe, wo ich mit 40 meine erste Million haben wollte, aber mit mir im Reinen, zufrieden der zu sein, der ich bin und was ich so mitbekomme, ist der auch ganz gut. Klar habe ich Schaden genommen und einige irreversible Probleme und Traumata, die ich mit mir herumschleppe und Fehler gemacht, die unverzeihlich waren, aber ich bin noch da und habe daraus gelernt. Ich bin noch da, das allein ist doch Zeichen genug, dass mein bisheriger Weg wenigstens nicht komplett falsch war, oder?
