142, spannende Zahl, beinhaltet sie doch drei Potenzen von Zwei und ist nochmal um zehn größer als bei meiner letzten Messung vor circa zehn Jahren. Dass es sich hierbei um meinen Intelligenzquotienten handelt, ist einerseits ein ganz gutes Indiz dafür, dass mein Psychiater recht hat und ich kein ADS habe, schließt das jedoch nicht aus. Mein Narzissmus bewegt sich im gesunden Bereich und ist wohl Bestandteil des menschlichen Streben nach mehr und unterstützt die These, dass ich nicht unbedingt einer der Toastbrote bin, denen ich mich manchmal doch so sehr überlegen fühle, dass ich sie als dumm bezeichnen würde.
Leider finde ich die Studie nicht wieder, in der ich gelesen habe, dass Angststörungen sowie Depressionen oft eine gewisse Intelligenz voraussetzen, die komplexes Denken erst ermöglicht, wodurch auch viele Probleme und Konsequenzen zu sehen sind, die so hypothetisch sind, dass sie von "Normalintelligenten" gar nicht in Betracht gezogen werden oder sichtbar sind.
Was hat das jetzt mit ADS zu tun? Nun ja, und an dieser Stelle möchte ich mich entschuldigen, wenn irgendwas in diesem Post fachlich falsch ist, irgendjemanden shamed, framed oder sonst wie abfuckt, es sind bloß ein paar Gedanken, die ich gerade habe. Ich würde mich sogar davon distanzieren, dass es sich dabei um meine Meinung handelt, vielmehr ist es ein Ausspeichern und vor mich hin ideeisieren.
Ich glaube, ADS ist eine moderne Ausrede für Überforderung und der Unfähigkeit ins Handeln zu kommen aus Angst davor zu scheitern. Ich verstehe das total, ich habe viele Ängste, vor allem solche, die meine Existenz bedrohen, andererseits ist das Handeln im Sinne der Produktivität kein Problem mehr, weil ich gelernt habe mit meinen Defiziten Möglichkeiten zu finden, mich dennoch zu verwirklichen. Und hier kommt dann vermutlich das Mindset of the Fittest ins Spiel, die Selbstsuggestion einfach Alles zu können, wenn man es lange genug lernt. Mir macht Lernen Spaß, ich habe in den letzten Jahren bei Beobachtungen in der Kita gemerkt, dass ADS anders ist, als das was ich habe. Denn während gerade der auffälligste Junge dort immer wieder wütend wird, sich immer und immer wieder selbst blockiert indem er Abläufe nicht strukturiert sondern vier oder fünf Sachen gleichzeitig machen will, dann logischerweise gleichzeitig bei fast allen davon scheitert und sich darüber aufregt, es ihm aber an Transferleistung fehlt, daraus abzuleiten, einfach eine Reihenfolge einzuhalten oder eine gewisse Struktur zu bringen, habe ich für mich entdeckt, dass ich auch den Impuls zu zig verschiedenen Dingen bekomme, diese dann aber automatisch nach Attraktivität oder Wichtigkeit oder einfach alphabetisch ordne, um sie hintereinader abzuarbeiten. Der Nachteil ist, dass ich trotzdem oft die hinteren Dinge auf einer solchen Liste vernachlässige, weil mein Interesse von etwas Neuem geweckt wird, dass ich noch dazwischen lernen kann und will.
Und Das ist denke ich der entscheidende Punkt, ich habe keine Angst bestehendes Wissen zu überschreiben und Neues zu lernen, was vielleicht sogar Auswirkungen auf grundlegende Meinungen oder Ansichten meines Weltbilds hat und da würde natürlich ein ungesunder Narzissmus kicken, denn der ließe so wie ich das verstehe nicht zu, dass ich unrecht habe, was ja unweigerlich Teil eines Lernprozesses ist. Ich bemühe immer gern das Laufen lernen von Kleinstkindern, weil ich es faszinierend finde, ich sehe das immer wieder gern. Es ist ein Try and Error sondergleichen, ich habe noch nie von einem Kind gehört, dass irgendwann einfach aufsteht und gehen kann. Und so ist es im Grunde bei allem, was Menschen tun, bei allem, was wir zur Perfektion oder eben dem was wir dafür halten oder was für uns am menschenmöglichsten dem nahe kommt, dass wir immer wieder Fehler machen, um daraus lernen zu können.
Wenn ich zum Beispiel etwas Neues lerne, versuche ich zuerst alle mir sichtbaren und erdenklichen Fehler zu machen oder zumindest zu finden oder erwägen, um sie für spätere Wissensweitergabe zu kennen und Menschen, die es von mir lernen davor zu bewahren es falsch zu lernen, indem ich ihnen die Chance gebe die Fehler auch zu machen, aber auch eine Lösung parat zu haben, falls sie daran zu verzweifeln drohen. Ich weiß nicht, ob das richtig ist, ob es RICHTIG als solches überhaupt gibt, es ist einfach nur das, was sich für mich als passend herausgestellt hat. In diesem Sinne...

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