"Wir befolgen nur die Befehle,da kannst du sagen, was du willst!"
Nun ja, tolle Berufsauffassung für jemanden, der mit Menschen arbeitet und nicht in der Metzgerei. Ich bin so good faith mit ihr, seid so vielen Jahren suche ich immer wieder nach dem Guten in ihr, rede mir ein, dass wir doch gar nicht so unterschiedlich sind, dass sie einen schlechten Tag hat, mal ne Phase, vielleicht irgendwas unverarbeitetets, das raus muss, vielleicht irgendein Trauma, vielleicht zu wenig Liebe im Leben und ich frage freundlich wie das Wochenende ist und als würde ich in einer Horrorshow landen, drehen sich die Augen nach hinten und fast noch lachend verschwinde ich als Mensch und die Strickleiter übernimmt, "oh da kommt gar kein Blut..."
Ja wie kommt sowas bloß, Schmerzen bilde ich mir ja auch nur ein, wie kann jemand, der mir noch zustimmt, dass ich hypersensibel bin (vielleicht sollte man das auch mal in nem medizinischen Wörterbuch nachschlagen, was das wohl bedeutet), dann so ignorant sein und einfach weitermachen, als ich sah, das ein Schlauch offen war und der andere gar nicht mehr verbunden dachte ich für einen Moment, das war's. Der Begriff Re-Traumatisierung kommt mir in den Sinn. Woche für Woche nehme ich eine Beruhigungstablette, um nicht in solche Situationen zu geraten, um nicht irgendwann einen Schlaganfall zu bekommen, weil der Schmerz, die Angst, die Überforderung mit der Situation mich nicht in einen Bereich der Aufregung bringt, der lebensbedrohlich sein könnte. 180er Blutdruck, das schaffen nur noch Wenige und damit wird dann auch noch die Akte frisiert als Startblutdruck, der 5 Minuten später schon bei 140 ist und sich dann bei 120 einpendelt. Welchen Wert hat eine Akte, die auf psychologischen Extrembedingungen fußt?
Wer gibt denn solche Befehle? Wieso machen einzelne Menschen aus einer Oase der Friedlichkeit, aus einem der wenigen Orte, die Ich als Safespaces betrachte daraus ein Gulag (natürlich übertreibe ich) und ein weiteres Problem in einem derzeit sowieso schon teilweise untragbaren Leben für mich? Der einzige Vorteil ist, dass es Patientenrechte gibt und die nicht bloß so eine Idee sind.
Wenn ihr diese speziellen Dinge tun wollt, dann lasst es doch bitte Leute machen, die es können und wenn der Patient ruhig erklärt, dass er das nicht will von Schwäche spricht, komplett verunsichert und ängstlich ist und sich immer noch in Rekonvaleszenz befindet dann ist vielleicht nicht der Feldmarshall gefragt sondern die sanfte Seele, die sich in den Patienten hineinversetzt und ihm gut zuredet anstatt ihn für seine Unzulänglichkeit noch bestrafen will, weil sie immer noch der Meinung ist, dass Härte einen Menschen nicht brechen kann, sondern ihn stärker macht. Manchmal ist Feinheit die Kristall entstehen lässt
Ich bin kein Stück Fleisch und ich bin nicht bereit mich wie eines behandeln zu lassen und auch wenn du meine Ansichten, Lebensweise oder was auch immer dich an mir stört nicht magst, ich bin ein menschliches Wesen und habe die gleichen Rechte auf Unversehrtheit, wie jeder andere und ich kann nur zwei Dinge auf dieser Welt nicht akzeptieren. Eine davon sind vorsetzliche Lügen und die andere ist Ungerechtigkeit gegenüber Mensch und Tier oder der Natur selbst. "Dies ist eine Warnung, versuchen sie das nicht noch mal! Weiter, zum nächsten Punkt auf der der Tagesordnung."
Fast in den Hintergrund gerade ist der Electric-Lady Day, wo mal wieder die nette Frau mit der Messung von Wasser, Fett und Muskelgewebe kurz vor Dialyseschluss ihre Elekroden an Arm und Bein gepackt hat. Ich mag sie, sie ist eine nette Frau, die jedes Jahr einmal reinschneit, die Werte nimmt und dann wieder weg ist, fast wie ein wohliger Blitz Anfang Mai. Genauso in den Hintergrund gerät die gute und wichtige Arbeit der überwältigenden Mehrheit des Personals, das alles tut, damit es ihren Schutzbefohlen für die Zeit, in der wir auf sie angewiesen sind, gut geht und die einen Spruch wie: "Wenn das in ner Stunde nicht mehr klappt, nicht mein Problem, da habe ich Feierabend" niemals unironisch zu einem Patienten sagen würden.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen