Was wissen wir wirklich von der Vergangenheit? Größtenteils doch nur das, was wir uns durch Bauwerke und Tonkrüge erschließen, ergänzt mit in Stein geschlagenen Aufzeichnungen oder Schriftrollen aus Papyrus oder in der jüngeren Vergangenheit aus Büchern oder mündlicher Überlieferung. Ist es nicht möglich, dass uralte Zivilisationen bereits einmal das digitale Zeitalter erreicht haben und wir nur deshalb nichts davon wissen, weil das, was damals einer Form von Internet oder Cloud-Devices ähnelte, einfach nicht mehr sichtbar ist und daher unserem Zugriff entzogen. Als ich eben hörte, dass Sony ab 2028 keine Discs mehr für ihre Konsolen nutzen will, brachte mich das erneut ins Grübeln darüber, ob das fortschrittlich ist, weil man keinen Platz mehr für Spielehüllen braucht und damit mehr Platz zum Leben hat, oder ob es ein weiterer Schritt hin zum Verschwinden von Beweisen unserer Existenz ist. Natürlich gibt es diese Tendenz schon länger, wir streamen und kaum jemand hat noch eine Bibliothek, Videothek oder sammelt Spiele oder Kitsch, um die Wohnung aufzuhübschen. Ich selbst gehöre zu den Menschen, die keine Bilder mehr ausdrucken oder Fotoalben in analoger Form besitzen. Meine Backupfestplatten sind eines meiner wertvollsten Güter, die ich besitze. Tage ohne Internet sind für mich der Horror, obwohl ich aus einer Generation stamme, die noch mit analogen Datenträgern groß geworden ist, denke ich manchmal, dass eine komplett leere Wohnung genau das wäre, was zukünftige Generationen bei den meisten Menschen finden würden, wenn diese sie verlassen hätten. Bei mir fände man die Musik, die Bücher, die Filme, die ich mag, man könnte anhand des Inhalts meiner Wohnung ein vollständiges Profil meiner Person erstellen, ohne einmal in meinen Rechner zu schauen, ohne eine Seite meines Blogs zu lesen, ohne irgendetwas digitales von mir zu haben. Wie viele Menschen können das von sich behaupten und weitergedacht, wie viel hinterlassen wir, wenn wir nur noch Digitales besitzen und nur noch digital existieren?

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