Generell würde ich mich selbst als einen Menschen beschreiben, der sehr viel Liebe für die unterschiedlichsten Dinge und Menschen hat. Oft ist diese Liebe dann überschwänglich und fast schon fanatisch und ist durch gar nichts zu zerstören. Wer immer das liest und sich genötigt fühlt, das ist keine Aufforderung, ich habe schon genug Enttäuschungen hinter mir, stick it.
Irgendwer hat mir mal erzählt, dass jemand der extrem liebt, auch extrem hasst. Ist wohl so eine Projektion, oder eine Rechtfertigung, dass man einfach ein Arschloch ist und deswegen einen Gegenpol zu dem finden will, was man anderen antut. Ich habe aufgehört zu hassen, als ich gemerkt habe, dass mein Hass, den ich mal gefühlt habe, nur unterdrückte und unerfüllte Liebe war und dass es zu absolut nichts führt, wenn man dem nachgeht.
Warum also Hassliebe? Ich bin Zwilling und auch wenn das natürlich astrologischer Blödsinn sein könnte, fühle ich mich schon immer irgendwie zerrissen, in mehrere Richtungen gezogen und habe nicht oft zu einer Sache mindestens zwei Meinungen, die sich oft nahezu widersprechen. Und dann gibt es da dieses Gefühl der Hassliebe, ein Beispiel: ABBA, ich hasse alles an dem Konstrukt und an der Musik und dennoch singe ich nahezu jedes Mal, wenn ein Song von ihnen läuft, wenigstens im Kopf leise mit, in Gesellschaft verkneife ich mir das, immerhin ist meine Abneigung der Band gegenüber weithin bekannt. Borussia Dortmund - liebe ich und doch setzt sich mir in letzter Zeit des Öfteren die Hasskappe auf, wenn ich sehe, wie sie spielen, wenn ich drauf angesprochen werde oder darüber lese und trotzdem komm ich nicht los und kaufe mir jedes zweite Jahr ein neues Trikot. Ass/König, auch sowas, als Pocket Cards die zweitbeste Hand, die man beim No Limit Hold 'em kriegen kann, aber wenn die Karten auf dem Tisch nicht dazu passen, einem Zweier Pärchen unterlegen und absolut nichts wert. Hasse ich, wenn ich damit verliere, liebe ich, wenn ich gewinne. Und es gibt so viele andere Dinge, die ich liebe und hasse, aber nicht so wie Gollum, der den Ring hasst und liebt, so wie er sich selbst hasst und liebt.
Es ist ein Gefühl, das einfach da ist und ich erlaube mir mittlerweile mich nicht entscheiden zu müssen, sondern beides parallel fühlen zu dürfen, denn auch wenn das jetzt wieder, wie der letzte Schwurbel klingen mag, die Welt ist nicht binär, es gibt so viele Farben jenseits des Regenbogens und alle haben ihre Berechtigung, selbst wenn wir sie nicht sehen können. In diesem Sinne...

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