8/26/2026

Fahrer und Ärzte

Wenn man auf eine medizinische Behandlung angewiesen ist, um das eigene Überleben noch etwas herauszuzögern, wobei man ja eigentlich das Ableben herauszögert (oh oh, Wortklauberei), dann ist man in großen Teilen seines Lebens auf Andere angewiesen. Und ich weiß gar nicht, wer den Anfang machen sollte, in der Überschrift stehen die jenigen mit der meisten Verantwortung, denn wenn der Fahrdienst dich nicht zur Behandlung bringt und der Arzt diese Behandlung nicht anweist, dann stirbst du, selbst wenn die Maschine und die professionelle Schwesternschaft dir gerne das Leben retten würden, was sie ja zum Glück auch regelmäßig tun (gibt ja auch noch den unterlassene Hilfeleistungsparagraphen und den Hippokratischen).

Laber, worauf will ich eigentlich hinaus? Fahrer und Ärzte haben Gemeinsamkeiten, die man so gar nicht vermuten würde, beispielsweise sind beide ungeduldig und haben wenig Zeit sich um den Einzelnen zu kümmern, beides geht zumeist auf den Nacken der Person, denen sie "schutzbefohlen" sind und denen, die die Handjobs (das Handwerk? Ist Krankenschwester ein Handwerk? Irgendwie schon, oder man macht sehr viel mit der Hand, wuchtet schwere Dinge durch die Gegend, bedienst Maschinen... da werde ich die Tage mal mit Chattie und Betroffenen sprechen, sehr interessant). Naja jedenfalls kann ich es aus Schwesternsicht verstehen, dass es nervt, wenn ständig irgendwelche Fahrer in den Behandlungsräumen rumlungern und fragen, wie lange noch, das ist vermutlich so, wie die Teilnehmer einer Expedition ständig fragen: "Wie weit noch Papa Schlumpf?", doch Ärzte sind noch schlimmer, die nehmen sich 3 Minuten für den ans Bett gefesselten Patienten um dann der behandelnden Schwester (ja das ist absichtlich so formuliert) die restlichen 7 Minuten seiner Patientenzeit irgendwelche Anweisungen in die Akte zu kritzeln, die diese widerum dazu zwingen Kontakt mit ihnen aufzunehmen, weil sie es nicht lesen können (ich überspitze absichtlich).

Der einzige Vorteil von Ärzten ist, die kannst du ignorieren, die Fahrer bleiben da, bis du weg bist, der Arzt geht wenn du schläfst, der Fahrer weckt dich, weil er dich von seinem Zettel streichen muss, der Arzt gibt den Job einfach weiter. Ja, mag sein, dass ich meine Ärzte hier wirklich unterschätze (es gibt ja auch Ausnahmen), doch meine Krankengeschichte ist leider durchzogen von Assistenzärzten und Quacksalbern, Studenten ohne den Willen zu Höherem und titellosen Medizinern, die Paracelsus zitieren (was noch einen gewissen Charme hat). Wenn ich entscheiden müsste, wem ich von den vier Teilen der Überlebenskette am meisten vertrauen sollte, wären es an allererster Stelle die Maschinen denke ich, im Anschluss denen, die sie bedienen, die mich zu ihnen bringen und erst dann denen, die wissen müssten, warum ich an diesen Maschinen hänge. Vielleicht sollte ich demnächst noch die ketzerische Frage stellen, warum eigentlich 3 Schwestern 26 Menschen managen können, während es einer der mindestens das Dreifache verdient, nicht schafft, sich um die Hälfte zufriedenstellend zu kümmern? Vielleicht war das jetzt schon wieder viel zu viel Wut und unangemessene Schelte für völlig überarbeitete Akademiker und geht mit seiner recht allgemein gestreuten Kritik auch zu 90% in die falsche Richtung, aber hey so ist das mit Streubomben und dem Gesundheitswesen, "ein bisschen Schwund ist immer!"

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