9/19/2024

Projekt: Top 250 – The Rolling Stones

Keith Richards als untoter Pirat in Fluch der Karibik? Wer’s gesehen hat, weiß: Das war keine Maske. Der Typ ist einfach so. Und irgendwie beschreibt das auch ganz gut, was die Stones für mich sind – unsterblich, unkaputtbar, eine Band, die einfach immer da war, egal ob man sie hören wollte oder nicht. Ich wurde quasi musikalisch zwangsgeschult – mein Vater hat jahrelang die Version von „Paint It Black“ vom London Symphony Orchestra laufen lassen. Immer wieder. Bis ich endlich meine eigenen Platten hatte und der Lautstärkeregler mir gehörte.

Doch es hat gedauert. Erst mit knapp 30 habe ich wirklich Zugang gefunden – so richtig. „You Can’t Always Get What You Want", in Dr. House war der Dosenöffner. Mein Interesse war geweckt, spannend wie viel ich bereits kannte ohne zu wissen, dass es die Stones waren. „Street Fighting Man“, „Sympathy For The Devil“, „Ruby Tuesday“, „Get Off Of My Cloud“... plötzlich war ich mittendrin in diesem unendlichen Katalog aus Welthits, Riffs und schräger Coolness. Zu viele, um sich festzulegen. „You Can’t Always Get What You Want“ ist mein persönlicher Hit, wie ein Credo, aber auch „Street Fighting Man“ knallt jedes Mal aufs Neue. Mit „Satisfaction“ oder „Angie“ konnte ich nie viel anfangen, a-Bär bei der Menge an Songs ist das auch völlig okay. Die Stones haben für jeden was, ganz ohne sich zu verbiegen.

Live gesehen? Nein danke. Ich brauch die nicht auf der Bühne, da reicht mir das Gefühl. Diese Scheintoten-Rockurgesteine, die sich mit mehr Charisma als Körperspannung über die Bretter schleppen – ich glaube, das würde meine persönliche Vorstellung zerstören. Und Mick Jagger als Sexsymbol? In einer Welt in der "The Rock" zum "Sexiest Man Alive" gekürt wird ist nichts unmöglich.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band:

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Prediger 8,15

"Darum habe ich die Freude gepriesen, weil es für den Menschen nichts Besseres gibt unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein, dass ihn das begleiten soll bei seiner Mühe alle Tage seines Lebens, die Gott ihm gibt unter der Sonne."

Eine frühe Form von Work-Life-Balance?

Mitnichten würde ich vermuten, geht es doch drumherum vor Allem darum, dass es weder den Gottlosen noch den Gottesfürchtigen jemals möglich sein wird zu verstehen, warum alles ist, wie es von Gott gemacht wurde. Ist die Bedeutung dann eher jene, dass man einfach leben solle, sich nicht so viele Gedanken machen, tun was einem gesagt wird und Freizeit und Genuss immer zu schätzen weiß, weil es von Gott gegeben ist?

Irgendwie stellen sich mir heute echt viele Fragen in diese Richtung, weiß auch nicht, was los ist... In diesem Sinne...

Jesaja 60,1

"Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!"

Zion zum Ruhm des Herren? Ich habe vor Kurzem erst diesen Artikel Opiumspuren in antiker Grabstätte in Israel nachgewiesen gelesen und musste direkt daran denken, ich meine was soll mir dieses Kapitel sagen, Licht werden? Mein erster Gedanke war die Kombination mit dem oft missverstandenen Lichtbringer Lucifer, der vielen Erzählungen nach, einen Aufstand im Himmel anzettelte, weil er unzufrieden war, wie alles lief (oder so ähnlich), darauf folgte dann der Fall der Engel und so weiter.
Was will man von mir, soll ich mich selbst anzünden, meiner intrinsischen Kraft folgen, etwas zu tun, wofür ich brenne und dann zum Himmel blicken, wo die Sonne aufgeht? Und wenn ich das tue, dann wird alles gut und sich mir alles erfüllen?

Mein inneres Licht brennt Tag für Tag und ich fühle die Anwesenheit einer leitenden Kraft, ich fühle, wie sich die Guten um mich scharren und mein Leben trotz aller Mühen eine gute Wendung nimmt. Liebe geht raus, Liebe kommt rein. Wenn man den Text ungefiltert und ohne Zusammenhang liest, klingt es tatsächlich als wäre es "Opium fürs Volk", muss halt jeder für sich wissen.

Projekt: Top 250 - Bon Jovi

Bon Jovi, die absolute Lieblingsband meiner Mutter, einer alten Bekannten und von Millionen Menschen. Ich gehöre nicht wirklich zu den Fans, vielleicht war ich es mal, als ich "Always" auswendig konnte, "Bed of Roses", "Dry County", "These days", "Runaway", "Living on a prayer", im Grunde war ich ein Fan der "Cross Road"-Ära, alles, was vor dem "Crush" Album da war, mochte ich wirklich gern, da fand man Bon Jovi noch im Plattenladen unter Hard-Rock, auch wenn es schon damals natürlich recht powerballadig daherkam, zum Teil. Aber das liebte ich genau wie die Mädels... ach ihr wisst schon, wie das damals in der 7. Klasse eben war.

Ich habe damals für eines der klugen Mädels aus der Klasse da reingehört, weil sie mir erzählt hat, dass es ihre Lieblingsband war und mir gefiel das, damals hatte ich jedoch noch nicht wirklich die Eier das auch einzugestehen und so wurde da nix draus, ja so oberflächlich und beeinflussbar ist man mit 12 Jahren. Würde mich mal interessieren, was aus ihr geworden ist und ob sie der Band auch nach dem radikalen Turn in Richtung Pop-Rock treu geblieben ist? Denn ich bin es nicht. "It's my life" ist ein toller Feiersong, aber gleichzeitig ist er das, was Menschen, die Dudelmucke hören für Hard-Rock halten, alles danach war POP und ich mag kein POP. Dass Bon Jovi sich dennoch so weit oben platziert haben zeigt, sie haben eben auch einen guten Katalog an echter Rockmusik.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Nathaniel Rateliff & The Night Sweats

Manchmal stolpert man über Musik, die sich anfühlt, als hätte sie sich zwischen all dem digitalen Kram der Jetztzeit heimlich durch die Hintertür geschlichen. Nathaniel Rateliff & The Night Sweats sind für mich wie ein seltener Vinyl-Fund auf einem verstaubten Dachboden, der dann aber genau den Ton trifft, den du gar nicht gesucht hast, aber dringend gebraucht hast. Ultralässig, einfach anders. Eine willkommene Abwechslung zwischen dem, was ich sonst so höre.

„You Worry Me“ hat mich sofort gehabt – dieser treibende Groove, die Stimme, die klingt wie ein Mann, der alles gesehen hat, aber trotzdem noch Hoffnung im Herzen trägt und „Coolin’ Out“ – ach, das ist wie ein Sofa in Liedform. Musik zum Durchatmen, Zurücklehnen, Mitwippen. Ich glaube, ich könnte beide Songs auf Dauer-Repeat hören, ohne dass mir langweilig wird. Die ganze Band hat so eine Zeitlosigkeit an sich, die ich selten finde.

Leider bisher nur im Kopfkino live erlebt – aber das Szenario ist immer dasselbe: Eine kleine, verrauchte Kneipe, es regnet draußen, drinnen klirren Gläser und irgendwo hinten auf der Bühne geben sie alles. Keine riesige Lightshow, kein Spektakel – nur ehrliche Musik mit Seele. Danke dafür. Und dafür, dass ihr meinen musikalischen Horizont um eine Ecke erweitert habt, die ich so nicht kommen sah.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band:

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Vogelfrey

Mittelalterrock ist ja so ein Genre, bei dem man irgendwann das Gefühl hat, man hat alles schon mal gehört – Dudelsack hier, Schwertgeklirre da, Texte irgendwo zwischen Spielmann und Saufgelage. Vogelfrey war da erstmal keine Ausnahme. Eine von vielen. Gute Musik, aber nichts, was mich sofort gepackt hätte. Doch dann kam „In Ekstase“. Und auf einmal war da mehr als nur Lagerfeuerromantik mit Stromgitarre. Die Songs hatten plötzlich Ecken, Kanten, Energie – und einen ganz eigenen Charme, der mich dann doch gekriegt hat. Von da an: Fan. Punkt.

„Magst du Mittelalter?“ – was eine Hymne. Frech, charmant, mit einem Augenzwinkern direkt ins Trinkhorn. Genau der Humor, den ich bei so einer Band sehen will. Und genau die Art von Song, bei der man merkt: Die wissen, was sie tun. Da geht’s nicht nur ums Drauflosrocken, sondern ums Augenzwinkern zwischen den Noten.

Eine der Bands der zweiten Mittelalterwelle, die sich definitiv in meine Ohrmuschel gespielt haben.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band:

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

9/17/2024

Fernsehunterhaltung 2024

Samstagabend ließ ich mich doch tatsächlich dazu hinreißen mir das Raab-Comeback zu geben, was im Grunde eine reine Werbeveranstaltung für den Raabinator himself war und bis zu seinem Ringeinzug kurz vor 22 Uhr eine reine Huldigung und vorhersehbare Labershow war. Einerseits habe ich mich sehr über den raabschen Übertreibismus gefreut und es war ein cozy Gefühl seine Stimme wieder zu hören, andererseits fand ich das mit einem Boxkampf einzuleiten irgendwie fail. Vor allem, weil man Frau Halmich wirklich nicht gut behandelt, hat im Vorfeld. Aber das kann ich aufgrund der ganzen Geheimhaltung und Bla noch nachvollziehen.

In der anschließenden Pressekonferenz dachte ich anfangs gar, dass Raab RTL gekauft hat und nicht andersherum. Ich glaube, ich verstehe es aus seiner Sicht, allerdings fühlt es sich irgendwie merkwürdig an. Er wirkte, als wäre er nie weg gewesen, hat quasi das lineare Fernsehen als beendet erklärt, weil er mit neuen Shows größtenteils auf RTL+ starten wird, auch nachvollziehbar und nur noch Sachen zu machen, die ihm Spaß bereiten verstehe ich genauso wie die kreative Kontrolle über seine eigenen Sendungen zu haben. Etwas peinlich war der Elton, der wie der kleine Junge, der neben dem Präsidenten von allem steht und fragt: Stefan, könnte ich noch etwas mehr haben. Im Nachhinein macht jedoch alles Sinn, sogar die Entlassung bei Pro7.

Ich weiß nicht, ob ich gespannt bin, was da auf uns zu wandert und ob ich mir deswegen ein RTL+ Abo holen soll, denn auch wenn das Showkonzept, was Mittwoch loslegen soll, irgendwie sehr nach einer eingedampften "Schlag den Raab"-Episode klingt, die noch nicht einmal live stattfindet, fühlt es sich für mich wie ein fauler Versuch an TV-Total, welches parallel auf Pro7 läuft anzugreifen. Nicht ganz parallel, denn die Show startet um 20 Uhr 10 und damit 5 Minuten früher und ist mit einer Länge von 90 Minuten dann eben auch später zu Ende.  Passende Single zum Kampf herausgebracht und tendenziell ne Nummer 1 generieren war natürlich auch kalkuliert und wirkt wie so viele Comebacks der letzten Jahre und er hat es ja durch die Blume auch in der PK gesagt, jetzt nochmal 5 Jahre richtig Reibach machen und Spaß haben und dann ist auch genug Kohle für Ruhestand da und das Lebenswerk als Deutschlands Entertainer of All wäre auch zementiert. Doch, ich bin gespannt, ich weiß nur nicht ob ich dem Personenkult wirklich noch so anhängig bin, damals habe ich mir alles reingezogen, wo RAAB dranstand, seit Viva, über Eins Live bis hin zu TV-Total und den Raab-Events... warten wir es ab.

9/16/2024

WOW - Madeline Zima

Während meiner Recherchen wird mir bewusst, dass Madeline Rose Zima schon echt lange Teil meines von Film und Fernsehen begleiteten Lebens ist, scheint sie doch in so ziemlich jedem Format schon einmal aufgetaucht zu sein. Gut, ich kann mich nicht an ihre Auftritte als Kinderstar erinnern, sie ist mir doch erst so wirklich im Gedächtnis seit Californication, wo sie einfach unfassbar gut performt. Als ich sie letztens wieder in einem Film sah, dachte ich, wow das Gesicht kommt mir so bekannt vor, was für ein Strahlen, was für eine Präsenz und entschied sie in die Women of my World aufzunehmen. Und immerhin ist sie eine der wenigen Frauen, die mich bereits im Traum besuchten --> Mädchen im Traum (2012)

Geboren am 16. September 1985 sind wir ein Jahrgang und das erklärt vermutlich, warum sie mich so flasht. Aber ganz ehrlich guckt ihr ins Gesicht und sagt mir, dass euch das absolut kalt lässt. Eindeutig WOW. Ich würde echt gern mal mit ihr in einem Plattenladen eingeschlossen sein und in alles mal reinhören. Irgendwie macht sie auf mich den Eindruck eines Menschen, der Musik mag.

Ihre absolute WOW-Version ist für mich die während ihrer Zeit bei Californication, weil sie auch auf den roten Teppichen immer eine gute Figur gemacht hat und dieses Strahlen überall mit hingebracht hat. Ihre Filmografie ist beeindruckend und sie sollte viel öfter besetzt werden, ein echter Star meiner Welt.
Fanpop

9/12/2024

Projekt: Top 250 – Robert Natus

Das ist kein Künstler, den man emotional umarmt oder bei dem man die Lyrics mitsingt. Das ist Tablette rein, Abfahrt – eine Art Technodampflok, die alles mit sich reißt, was nicht festgeschraubt ist.

Scheppern lassen, durchdrehen, und am Ende – zack – ist der Morgen da und die Sonne brennt dir durchs Trommelfell. Dahinter eine Nacht des wilden Tanzes, heißer Haut und ekstatischem Zucken.

Im Grunde ist Robert Natus für mich ein Platzhalter für genau diese eine Nacht. Kein Wiedersehen geplant, aber vergessen wird man’s auch nicht.

Keine Danksagung, keine Anekdoten, keine große Liebe. Nur dieser eine Moment, der irgendwo zwischen Eskapismus und Eskalation lag. Und das reicht ja manchmal auch.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zum Künstler und für mehr Infos den last.fm-Link zum Künstler.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler: