11/29/2024

Blackout-Friday

"Du bist wunderschön", soll ich gesagt haben, als ich von der anderen Seite zurück war, als mein Blutdruck sich nach längerer Zeit mal kurz verabschiedet hatte und ich ein wenig Black Friday mit meinem Kreislauf hatte. Davon abgesehen, dass in meiner Wahrnehmung der Welt jede Frau nicht oft genug diese Worte hören kann, ist das vermutlich nicht das Erste, was einem auffällt, wenn man gerade komplett bewusstlos war, oder? Wenigstens hat sie sich gefreut, alles im Griff gehabt und ich war innerhalb kürzester Zeit auch wieder klar und kann drüber lachen. Sie fragte mich im Anschluss noch, ob ich mich daran erinnere und bedankte sich dafür, sie ist eben einfach eine echte Lady.

11/28/2024

Gestresst des Todes

Und alle zerren immer weiter und keine Ruhe, keine Pause, keine Nacht mehr, keine Stille...  Tage sind wie Achterbahnfahrten zwischen Schwächeanfall und Lebenswerk, Aufräumen und passivem Druck, sinnlosen Diskussionen über Termine, Essenspläne, toxische Menschen, die selbst nicht merken, wie sehr sie es nicht mehr in der Reihe haben. Ich kann nicht mehr... Ich brauche dringend Urlaub, Urlaub vom Leben... nur noch Stress und dazu den Zerfall geliebter Menschen zu sehen, ist, als würde man selbst sterben, ganz langsam und bei vollem Bewusstsein.

Ich zerreiße mich gerade wieder in einem Tanz aus Hilfsbereitschaft und Beschützertum und dem dringenden Bedürfnis nach Rückzug, der dann aber durch meine gesundheitliche Instabilität ständig wieder in eine Abhängigkeit derer führt, die ich doch zu beschützen versuche und von denen etwas Abstand für mein Leben und meine psychische Gesundheit wahrscheinlich sehr förderlich und vielleicht sogar heilsam wäre... vielleicht sogar beidseitig.

Es zerstört mich, dass ich mich wegen Nichts streite, weil ich Kleinigkeiten, die ich wegschlucken könnte, nicht wegschlucke, sondern ihnen Luft gebe und ausraste. Ich weiß nicht, ob ich allein das Problem bin, ich versuche nur stets die Lösung zu sein und das ist gar nicht meine Aufgabe, das zu verstehen fällt mir ja schon immer schwer.

Und nein, die Spinngewebe, die ich beim letzten Saubermachen wohl übersehen habe, sind keine Zimmerdeko und gehören beim Rauchmelder wechseln nicht wieder da hingehängt, wo sie waren, wollt ihr mich nur noch verarschen? Ich übertreibe selbstverständlich, meine Wahrnehmung ist überstimuliert, ich kann mir keine Pausen mehr gönnen, ich schlafe maximal 3-4 Stunden am Stück, meist in den frühen Morgenstunden und hole den Rest dann an den verlorenen Tagen nach, die ich im Behandlungsstuhl hänge, bis ich dort nach knapp 4 Stunden den letzten Rest mit Schmerzen durchhalte um dann nach Hause zu schleichen und mich mit Essen über den Schlaf bringe, bis ich irgendwann vermutlich einfach wegdämmere, um dann nachts um 2 wach zu werden und aufstehe, weil die Räume völlig ausgekühlt sind, Scheiß Winter, 2 Stunden später bin ich ausgekühlt, die Beine und die Hände schmerzen, ich versuche mich irgendwie aufzuheitern, zocke eine Runde und kaum knurrt der Magen begegne ich wieder Menschen, ich fühle mich in einem Teufelskreis aus selbstgewähltem Schicksal.

Und während ich das schreibe, denke ich an Liebe, weil sie uns verbindet, so sehr es auch schmerzt, die Liebe verbindet, auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als sei diese Liebe sehr einseitig, als wäre man nur noch eine Last...

Projekt: Top 250 - Misfits

Die Misfits sind eine Band, die ich zwar immer als genrewegweisend wahrgenommen habe, wenn es um Horror- und Hardcorepunk ging, mich a-Bär tatsächlich nie wirklich mit ihrer Musik beschäftigt habe, weil ich doch dann quasi direkt über diese Genres hinweg zum Gotha-, Psycho- und Punkabilly übergegangen bin. Der Grund warum die Misfits so weit oben in meiner Künstlersammlung sind ist vor Allem einem Tag geschuldet, als ich vergessen habe meinen Rechner über Nacht auszumachen und dann auch den Tag drauf nicht zuhause war und das einzige Album, was ich selbst besitze, habe laufen lassen, das "Project: 1950", wo sie einfach mal Coverversionen von Oldies neuaufgenommen haben. Ich liebe das zwar, aber hier möchte ich dann auch ehrlich sein, ich bin kein Fan oder so, ausschließlich dieses eine Album mit COVERVERSIONEN rockt mich.

Für alle, die mal reinhören möchten, wie immer der Spotify-Link zur Band und die eingebettete Playlist der Top 250 Künstler. 

Projekt: Top 250 - Matthias Reim

Matthias Reim und mich verbindet ein Leben, seine Songs erzählen mein Leben, sein Leben ist die Achterbahnfahrt, die ich lange Zeit gefahren bin. Die eine wahre Liebe, die in seinen Texten besungen wird, ich weiß, die meisten kennen nur "Verdammt, ich lieb dich!" aber da ist so viel mehr. Da geht es um Freundschaft, die Liebe wird, um Liebe, die der Freundschaft nicht gerecht wird, um Freundschaft und Liebe, um die Dummheit, die Liebe gehen zu lassen, so Vieles von dem ich euch hier zumülle, von Aufstieg und Absturz, vom Fliegen, vom Fallen, von der Einen.

Ich glaube live würde ich nur gern mit ihm quatschen wollen, einfach mal über das Leben und wie er immer wieder aufgestanden ist und mich vergewissern, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Die Musik von Matthias Reim hat mir schon in Kindertagen deutlich mehr gegeben als die eines Wolfgang Petrys oder Ähnlichen Partyschlagerbarden. Ihm fühlte ich mich immer verbunden, ich kann es nicht richtig erklären, 

Beim Lieblingsalbum cheate ich ein wenig und nehme die "Deja Vu" von 2004, die ein Best Of Album ist und bei den Lieblingssongs wird es so viel schwerer "Rampenlicht", "Hallelujah", das ewige Duett mit Michelle "Idiot", da kann ich nicht entscheiden.

Für alle, die mal reinhören möchten, wie immer der Spotify-Link zum Künstler und die eingebettete Playlist der Top 250 Künstler bei last.fm (Stand 20.06.2024)

Projekt: Top 250 – Freedom Call

Melodischer Power Metal in Reinform – Freedom Call sind für mich der Inbegriff dessen, was ich an diesem Genre liebe: epische Refrains, Lichtschwert-Gitarren, Doublebass-Galopp und diese überlebensgroßen Melodien, die direkt ins Herz gehen. Geknüppel, das zum Schädeln einlädt – und gleichzeitig eine fast kindliche Freude am Fantastischen. Einfach schön.

Ich glaube, Freedom Call sind so etwas wie die Quintessenz meiner Liebe zum Power Metal. Die Musik ist energetisch, voller Pathos, aber nie schwer – und das meine ich ganz im besten Sinne. Sie machen Musik für Menschen, die ihre Drachenschuppen polieren, bevor sie zum Headbangen gehen, und dabei einfach gute Laune wollen. Ich liebe sie. Nicht mehr und nicht weniger. Unerwähnt aber fast logisch, dass sie vermutlich auch Opfer der verlorenen 7 sind.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Sabaton

„Noch ein Bier! Noch ein Bier!“ – dieser Chor hallte 2008 schon morgens um 11 Uhr über das Festivalgelände, als Sabaton auftraten und der Sänger sich nach jedem Song ein Pils genehmigte. Damals stand ich in einer eher überschaubaren Menge, doch die Stimmung war grandios und ich wusste: Diese Band merke ich mir. Was für eine Energie! Was für Hymnen!

Und wie sie wuchsen! Vom kleinen Act am Vormittag hin zu einer der ganz Großen – bis hin zum legendären Auftritt auf dem Wacken Open Air, wo sie als eine der ersten Bands überhaupt beide Hauptbühnen gleichzeitig bespielten. Mit Panzer auf der Bühne, Flammen, Pathos, Military-Ästhetik, historisch aufgeladenem Bombast – Sabaton haben sich ihren Platz in der Power-Metal-Oberliga erkämpft. Und wie.

Musikalisch war das für mich immer perfekter Motivationssound: eingängig, fett produziert, mitreißend. Dass ich sie in letzter Zeit kaum noch gehört habe, liegt eher an meiner allgemeinen Rotation – aber ich muss dringend mal wieder reinhören. Gibt’s die überhaupt noch? (Spoiler: Ja. Und sie touren auch noch fleißig.)

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Gesundheitssystem, kurze Frage

Du gehst zu deinem Arzt und er sagt dir, du kannst dich bei nem Experten ja inne Sprechstunde setzen, während er irgendwas von Schlangenbiss faselt. Ich stelle es mir grad vor: "Mein Nephrologe hat gesagt, der Schlangenbiss..." - Kurze Pause, dann der Hautarzt: "Pickel aufgekratzt, verschreib ich ne Wundsalbe, ne?" Und die gibt's dann auf Kasse? Aber Vitamin D, was überlebenswichtig ist muss ich mir selbst kaufen? Ich verstehe das Gesundheitssystem einfach auch nicht mehr.

Projekt: Top 250 – Weezer

Weezer, das war für mich mehr als nur Musik – das war die Rettung vor dem trostlosen Zwang namens Schulsport. Irgendwann in der Schule, als ich mit 16 noch der festen Überzeugung war, dass Laufen völliger Schwachsinn ist, beschallte plötzlich „In the Garage“ die Turnhalle. Irgendjemand hatte eine CD mitgebracht, und wir durften quasi zu unserer Musik unsere Runden laufen. Hätte man mir das doch mal früher gesagt, ich lief los, und hatte Spaß. Musik kann alles verändern – und Weezer waren plötzlich der Soundtrack dieser kleinen Offenbarung. Aber noch viel mehr.

Wenige Tage später kaufte ich mir das Blue Album – und der Weg war geebnet. Ich blieb irgendwie immer dran. Die Band wurde zu einem dieser musikalischen Fixpunkte, die einen durch Jugend, Unsicherheiten und erste Kellerpartys begleiten. Wenn ich Weezer höre, bin ich wieder auf Freibierfeten, schüchtern, aber mit Schmetterlingen im Bauch, beim ersten Tanzen mit einem Mädchen, oder einfach auf dem Rückweg von der Schule, Discman in der Tasche, die Welt war groß und ungewiss – aber der Soundtrack war gut.

Nicht unbedingt Musik zum Feiern, sondern zum Erinnern. Weezer holt mir diese Teenagerjahre zurück, mit all ihrem Chaos, Charme und dem Gefühl, dass alles möglich ist und ich möchte an dieser Stelle die Möglichkeit nutzen, all die Menschen zu grüßen, die mit mir diese zweite 10. Klasse durchlebt haben, ja auch den Typ, der meinte mir wegen eines missverstandenen Gedichts aufs Maul zu hauen. Aus deiner Sicht kann ich es 25 Jahre später fast nachvollziehen, auch wenn man jemanden nicht nachts einfach mal eine zimmert. Spannend, dass auch diese Erinnerung an Weezer geknüpft ist.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Illuminate

Illuminate waren für mich nie einfach nur Musik. Sie waren ein Zufluchtsort. Ein schwarzer Samtumhang für die Seele. Ein melancholischer Spiegel meiner dunkelsten Gedanken – und gleichzeitig eine Kerze, die in dieser Dunkelheit leuchtete.

In einer Zeit, in der mein Herz schwer war und vieles im Leben keinen Sinn ergeben wollte, war es der Sound von Illuminate, der mich auffing. Diese bittersüßen Melodien, die wehmütige, fast todessehnsüchtige Atmosphäre – und dennoch immer ein Hauch Hoffnung, irgendwo zwischen den Zeilen. Ein poetischer Schmerz, der so schön ist, dass man ihn freiwillig immer wieder spüren will.

Ich erinnere mich an Nächte mit Kopfhörern, an Fenster, hinter denen der Regen stand, an Zeilen, die mehr mit mir sprachen als jeder Mensch. Und ja – es war der Soundtrack meiner Tränen. Aber es war auch Heilung. Schönheit im Schmerz. Und ein bisschen Trost im Wissen, dass man nicht allein ist mit dieser Dunkelheit.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – dArtagnan

"Rügenwalder Teewurst Ritter – kitschig weich gespülter Muschi Rock mit Hair Extensions im David-Garrett-Lookalike." So steht’s in der Shoutbox auf Last.fm – und ja, ich musste lachen. Weil es stimmt. Irgendwie. Zumindest ein bisschen. Und trotzdem – oder gerade deshalb – mag ich sie. Denn mal ehrlich: Auch ein "harter Kerl" wie ich braucht manchmal einfach genau sowas.

dArtagnan liefern diesen weichgespülten Mittelalterpop mit Ohrwurmgarantie, irgendwo zwischen The BossHoss auf LARP-Festival und Unheilig mit Mandoline. Aber: Sie machen das konsequent, charmant und auf eine Weise, die man ihnen irgendwie nicht übel nehmen kann. Ich erinnere mich, wie sie mir mit der Zeit immer sympathischer wurden – vor allem, weil sie nicht versuchen, härter zu sein als sie sind. Und das ist eine Qualität, die man schätzen sollte.

Ich mag auch die Entwicklung, die sie gemeinsam mit Genre-Verwandten wie Santiano durchlaufen haben – von "Landgang" und Volkstümlichkeit hin zu echter, gut produzierter Folk-Rock-Kapelle mit Live-Qualitäten. Muss ja nicht immer alles brennen. Manchmal darf’s auch einfach nur angenehm glühen.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler: