Das Ding ist, ich denke mir jedes Jahr, dass ich noch EINMAL nach Wacken möchte und dann sehe ich das Wetter und erinnere mich daran, wie es mich 2016 in die Knie gezwungen hat und ich bin seitdem ja nicht viel gesünder geworden, eher im Gegenteil und dann freue ich mich so sehr und bin dankbar für den Live-Stream von MagentaMusik (und auch wenn das jetzt, wie Werbung wirkt, ich werde dafür nicht bezahlt, der Blog bleibt werbefrei). Seht es als Empfehlung. Die Qualität ist großartig und das Wacken Gefühl kommt bei jedem Konzert durch den Bildschirm und wenn ich Fotos davon mache, denken Menschen, dass ich live vor Ort bin. Und obwohl oder weil ich das nicht bin, empfehle ich euch im Folgenden ein paar der Bands, die ich mir angeguckt habe und verlinke euch den Stream bei Magenta, dass ihr euch selbst überzeugen könnt.
Der Mittwoch
Wer sie nicht kennt, sollte sie kennen lernen, ich kannte sie als eine der 80er Rockröhren und genau das gibt es in ihrem Konzert zu sehen inklusive Hits der Runaways und so viel Lebensfreude. Sie ist einer der Beweise, dass mit 66 Jahren das Leben erst anfängt. Toller Auftritt
Eine mir gänzlich unbekannte Band, die folkbeinflussten Power Metal machen, der großen Spaß bringt, hatte ich nicht erwartet. Ich weiß nicht warum, aber der Sänger erinnert mich irgendwie an einen bekannten Schauspieler, für mich eine der Neuentdeckungen des Festivals, die ich vermutlich demnächst häufiger hören werde.
Seit ich sie vor 20 oder mehr Jahren das erste Mal auf dem Taubertal-Festival gesehen habe, damals noch mit einem eigenen Album und sonst nur Metallica-Cover Stuff, ist es, als sei die Zeit stehen geblieben, es sind immer noch Finnen, die mit den dicken Streichern auf der Bühne Metal machen. Hat für mich etwas an Magie verloren, leider.
Cosplay-Metal mit kleinen Mädchen aus denen böse Töne kommen. Was klingt wie eine sehr kranke Phantasie ist, die Beschreibung der Show, die ich hier zu sehen bekam. Und so sehr ich mich sträuben wollte, irgendwie gefiel mir diese irre Mischung und die Energie der Ladys war overwhelming. Ich bin nicht ganz sicher, ob das female empowerment war, allerdings bangen die viel mehr als ich ihnen zugestehen wollte. Krasse Erfahrung.
Tatsächlich stand das Wacken-Wochenende natürlich auch im Zeichen von Ozzy, einem der ganz Großen, die wir kürzlich verloren, das hat mich persönlich wirklich mitgenommen und ich war nie der Riesenfan, aber ich weiß, was die Musik und unsere Szene ihm zu verdanken hat und persönlich hat mir der ein oder andere seiner Songs schon durch tiefe Täler geholfen. Diese Band ist eine Hommage-Coverband, die ich unter anderen Umständen vermutlich noch mehr gefeiert hätte. Eine würdige Weise, im großen Stil Abschied zu nehmen.
Sie ist definitiv immer ein Act auf den ich mich freue, denn die Show ist energetisch, die Frau macht einen unglaublich authentischen Eindruck und ich kann mit der Musik sehr viel anfangen. Vieles lalle ich schief mit und freue mich mit ihr über den tollen Auftritt, als sie dann an der Orgel sitzt und Ozzy huldigt, das war Erpelpelle Deluxe. Immer wieder super, klare Empfehlung.
Fünfundzwanzig Jahre feiern die Spielleute hier und wie sie das tun, habe sie jetzt längere Zeit nicht live gesehen gehabt und hier zeigen sie die Band, die ich vor 20 Jahren kennengelernt habe und mit der man am Tresen nach dem Konzert einen trinken konnte, nahbar, voller Spielfreude und es ist ein Stück Wacken Geschichte, wenn der Sänger am Ende nur noch mit seiner hochgekrempelten Hose und vollgeschlammt auf der Bühne steht und ein Tränchen vergießt, während es das gesamte Konzert in Strömen geregnet hat. Toll.

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