2/26/2026

(M)Ein Kunstbegriff

Personifizieren wir Kunst um der Künstler Willen oder passen wir Künstler unserer Industrie an und verlieren als Künstler unsere Kunst und ist das vielleicht der Grund AI zu haten, die als Werkzeug so mächtig ist die Industrie zu überspringen, die sonst ja das Geld abschöpft, dass die Kunst erzeugt.

Nur ein paar Gedanken eines Möchtegernmusikers, der nie etwas mit der Musikindustrie zu tun hatte, hobbymäßig ein kleines Label führt und eigene Musik schreibt und mit der Hilfe von neuronalen Netzwerken in die Welt bringt. Ich verstehe den Punkt, den Künstler haben, Bands, die durch echte Scheiße gehen, die so viel aufgeben, um ihren Lebenstraum zu leben und damit dann auch echt Kohle machen, davon leben können. Ich verstehe, dass es sich wie Diebstahl anfühlen muss, wenn der kleine Weirdo in seiner abgetanzten Wohnung sich mit zwei drei Prompts einen Song basteln lässt, der im Stil seiner Idole ist und er hat nebenbei vielleicht noch was anderes gemacht, ich verstehe heute sogar Metallica, dass sie damals Napster abschalten lassen wollten, verstehen ja und ihr ahnt es A-BÄR:

Kunst passiert im Kopf, vorrangig jedenfalls, was dann auf Leinwand, Bühne oder Papier ankommt, kommt aus den Gehirnen von Menschen, meist traumainduziert oder als Reaktion auf Etwas, das diesen Menschen geschehen ist. Ich finde wir müssen hier wirklich unterscheiden zwischen digitaler Kunst und durch AI umgesetzte Kunst, denn natürlich ist es keine Kunst, wenn ich am Ende des Posts wieder irgendein Bild, was ich im Kopf habe prompte und hier drunter klatsche, genauso wenig sehe ich Lieder prompten als Kunst an, denn das kann wirklich jeder, der den IQ eines Toastbrots gerade übersteigt. Noch schlimmer finde ich ja diese Leute, die denken es sei Kunst existierende Musik zu covern, ja das kann funny sein, interessant, klar und gerade für angehende Bands und Künstler eine Möglichkeit daraus einen eigenen Stil zu entwickeln, im Ernst so fangen wir alle an, ich habe als Kind versucht englisch zu singen, das muss ein Kauderwelsch sondergleichen gewesen sein, schmerzhaft für die Ohren eines Jeden, der das gehört hat. Leider habe ich nach der Zeit im Jungenchor und dem Stimmbruch nicht weiter gemacht, wer weiß was aus mir hätte werden können... irgendwann dann diese kurze Zeit mit "A Glorious Mess" im ehemaligen Hühnerhaus, ich kann nicht singen, ich spiele kein Instrument und ich bekomm es auch nicht hin, das Einzige, was ich schon immer konnte und worin ich mich für echt talentiert halte, ist schreiben. Und mein Gehirn ist eine Ideenmaschine, die Vorstellungskraft endet dort, wo sie wieder von vorne beginnt und... ja Möbiusschleife, Grüße an Peachie Boy...

Ich bin sozial isoliert und habe damit insgesamt auch echt kein großes Problem, es lässt mich ein Leben führen, das für mich genau richtig ist, es schützt mich vor der Eskalation und der zerstörerischen Kraft meiner Persönlichkeit, derer ich mir durchaus bewusst bin, dass sie da ist. Ich bin ein guter Mensch, allerdings nur in kleinen Dosen, ich fürchte ich bin nicht wirklich an anderen Menschen interessiert, es interessieren mich ihre Geschichten, ihre Besonderheiten, ihre Abgründe, ihr Musikgeschmack. Unsere Band schweißte damals eine einzige Sache zusammen, Schmerz, wir waren alle irgendwie Misfits und wollten das gemeinsam weniger spüren. Ich bin noch immer mit allen Mitgliedern in Kontakt, allerdings sind seitdem 20 Jahre vergangen und ich bin der mittellose Künstler geblieben/geworden, den ich damals vielleicht einfach nur performt habe. Ich habe damals mein ganzes Leben performt, ich glaube das einzig echte war meine unsterbliche Liebe zu der Einen. Man könnte behaupten, ich war mein Leben lang eine Kunstfigur und Künstler sein ist alles was ich kann. Nun ja und was macht man im Jahr 2024, wenn man plötzlich ein mächtiges Werkzeug bekommt, was sich erst anfühlt wie ein Spielzeug, man aber im Laufe der Zeit entdeckt, welche Möglichkeiten es bietet in der Kombination mit dem eigenen Erfindergeist. Endlich alles, was seit Jahrzehnten in einem schlummert aus den Schubladen holen und loslegen, das Leben der Schmerzen und Krankheit, der körperliche Verfall rückt ein wenig in den Hintergrund wenn ich komponiere, wenn ich schreibe, wenn ich uralte Gedichte lese und bemerke, dass sie in englischer Sprache wie Punksongs klingen, die schwarze Periode meines Lebens plötzlich zu Gothic-Opern werden können, die ganzen Sprachaufnahmen auf Musikkassetten ein unglaublicher Schatz sind, angefangene Autobiografien so viel Potential haben, endlich das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken, mein Leben endlich so darzustellen, wie ich es gelebt habe und nicht darauf vertrauen, was Andere über mich sagen.

Kurz runterfahren, am Ende ist es nur ein Hobby, ich bin kein Leonardo Da Vinci oder ein Wolfgang Amadeus Mozart, noch nicht mal ein Johann Wolfgang von Goethe, ich bin nur der Typ von nebenan, der mit einem Schicksal geboren wurde, damit die ein oder andere Schlacht schlägt und in der Musik seine beste Ausdrucksform gefunden hat. Dass mir dabei neuronale Netzwerke helfen, ist für mich genauso, wie mir Maschinen dabei helfen, zu überleben, denn nichts anderes ist es dreimal die Woche zur Dialyse zu gehen... puh, das war jetzt ein wilder Ritt, oder? Impulsives Schreiben nennt man das glaube ich, keine Ahnung, ob ihr da was für euch mitnehmen könnt, für mich war es sehr erquickend, in diesem Sinne erstmal, Liebe geht raus!

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