Natürlich lieben wir alle einen schönen Sonnenuntergang nach einem dementsprechenden Tag, weil er wie eine Klammer funktioniert, der Tag begann mit Sonnenaufgang und endet dann friedlich wieder in der Schwärze und bietet vorher nochmal ein Farbenspektakel, besonders schön am Meer, wo das ganze dann im Wasser noch wunderschöne Spiegelungen bietet, wie der Abspann eines guten Films, wo das Bild langsam in Schwarz rübergeht und die Endcredits kommen.
Ich habe den Sonnenuntergang früher viel seltener bewusst miterlebt, als die Aufgänge, weil ich meist in irgendwelchen Tanzbunkern oder auf Festen rumhing und in die schönsten Gesichter dieser Welt blickte oder im Sturzflug Richtung meines letzten Drinks war, bevor es überhaupt dunkel war. Ich habe nie darüber nachgedacht, dass die Sonne unfassbar hell ist, selbst wenn sie untergeht (ja ja, eigentlich dreht sich die Erde, schon klar, keiner mag Klugscheißer).
Heutzutage blendet es mich einfach nur noch, weil meine Augen im Laufe meines Lebens immer empfindlicher ihr gegenüber wurden, eine beachtliche Sonnenbrillenkollektion spricht eine klare Sprache würde ich sagen. Die Abendsonne als schön zu bezeichnen, fällt mir schwer, es ist die gleiche Sonne, die nachts woanders hell scheint oder am Mittag im Zenit steht, ich mag die Sonne, sie spendet uns das Leben und Wärme auf dem Planeten, ich würde nicht sagen, dass es tageszeitenabhängig ist sie schön zu finden. Es ist vielmehr die Stimmung, die Dämmerung erzeugt, oder? (Wie war das mit keiner mag Klugscheißer?) Ist doch so, dass wir das alles nur da reininterpretieren, wahrscheinlich sogar Erinnerungen einschießen, an einen oder mehrere besondere Sonnenuntergänge in der Vergangenheit. Auch wenn es sprachlich nicht falscher sein könnte, höre ich mich selbst sagen: "Der Sonnenuntergang während der Sonnenfinsternis war besonders, eine ganz besondere Stimmung!" Leben! Danke!

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