11/16/2024

Stanleys Top 100 Vol. 30

Fast ein Jahr hat es diesmal gedauert, ich war so oft kränklich und am Rande einer wiederkehrenden Depression, ich fühle mich so verloren an manchem Tag und ich denke das hört man hier auch. Viel Spaß euch, bis wir uns wiedersehen, ruft ruhig mal an, wenn es eure Zeit erlaubt.


11/15/2024

The real Meisterschwester is back

Es gibt Menschen, die sind einfach nicht so gut für den Blutdruck, sie schaffen es, dass man sich innerhalb kürzester Zeit schlecht fühlt und wenn du dann noch ein Empath bist, nimmst du dir auch noch deren Gefühlswelt an und bist plötzlich genervt, lustlos und willst im Grunde jeden anmeckern.

Ein paar Zitate des heutigen Nachmittags:

„Blutdruck? Da brauch ich eh nur zwei Werte“ (auf die Frage, warum man eigentlich den ganzen Nachmittag die Blutdruckmanschette um den Arm hat)

„Kollegin soll selbst klar kommen“ (nach dem unten der Alarm ging)

„Kälte? Ist wohl dein Problem!“ (zu mir, als ich meinte, dass mir kalt sei, wenn das Fenster auf bleibt)

„Guck mal, Dubai Schokolade, ha ha dumme Menschen“ (Kommentar zu TV-Bericht)

„Brauchst du auch eine KI-Partnerin für den Urlaub?“ (Frage an mich als Kommentar zu TV-Bericht)

11/14/2024

Projekt: Top 250 – Axxis

Kuschelmetal. Das ist vielleicht kein offizielles Genre, aber wenn es eins gäbe, Axxis wären für mich ganz vorne dabei. Denn in einer Zeit des akuten Liebeskummers, als ich zwischen Melancholie, verdrückter Tränen und dem Wunsch, mir einfach nur die Welt wegzubrüllen, nach einem musikalischen Kompromiss suchte, waren Axxis meine Antwort. Nicht so übertrieben, nicht so druckvoll wie ihre großen Brüder im Power Metal. Aber genau deshalb perfekt für die ruhigeren Stunden. Für’s Sitzen im Regen, für’s Nachdenken, für’s innerlich Schreien – aber immer mit Melodie.

Und dann stehst du plötzlich auf dem Rockharz, leichtes Nieseln, mit dem Besten an der Seite, die Gedanken bei der Pusteblume, die gleichzeitig auf einer anderen Bühne irgendeinen Metalcore-Kram wegschädelt. Und Axxis? Die starten nicht mit Musik. Stattdessen steht da einer und quatscht auf Kölsch ins Mikro. Und ich so: „Bin ich hier vor der falschen Bühne gelandet?“ Denn sorry, der kölsche Dialekt ist für mich mindestens so schwierig wie Bayerisch – a-Bär is halt Geschmackssache.
Doch dann – der erste Schock überstanden – kommt die Musik, und es ist gut. Es ist wärmend. Es ist vertraut. So wie die Band eben ist: Melodisch, ehrlich, charmant, mit Ecken und Kanten, aber ohne den Zwang, jedem zu gefallen. Und das war eine richtig schöne Zeit. Mit dem Besten. Mit der Band. Mit dem Regen. Und mit dieser kleinen Erinnerung daran, dass Musik manchmal genau da tröstet, wo Worte versagen.

Frühere Axxis-Sachen mag ich vielleicht etwas mehr. Aber das ist wohl oft so: Die Ära, in der man eine Band entdeckt, bleibt einem immer am meisten hängen. Und genau deshalb ist Axxis hier – als Teil meines Soundtracks durchs Leben.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Beast in Black

Stellt euch vor, ich hasse ABBA – wirklich, aus tiefstem Herzen. Und trotzdem liebe ich Beast in Black. Das klingt paradox? Ist es vielleicht auch. Denn im Grunde klingen sie, als hätte man ABBA durch einen Fleischwolf gedrehtDouble Drumming dazugegeben, E-Gitarren angeschlossen, und die Stimmgewalt auf unendlich gestellt. Und was dabei herauskommt, ist einfach unfassbar geil. Wenn einem Lordi nicht poppig genug sind und Sabaton zu marschmusikartig, dann sind Beast in Black genau richtig. Es ist dieser harmonische Power Metal, mit ordentlich Synthie-Kitsch, der mir das Herz aufgehen lässt und mich beim Zuhören direkt jemanden umarmen lassen will. Ja, genau so kitschig. Aber auch so ehrlich. So groß, so emotional, so eingängig, dass es fast schon wieder peinlich ist – wenn es nicht so unglaublich gut funktionieren würde.

Es gibt aktuell drei Alben bei Spotify und allein From Hell with Love habe ich bestimmt 20 Mal komplett durchgehört – was in meiner Welt schon extrem viel ist. Aber auch die anderen beiden sind immer wieder in der Rotation, und das will was heißen. Denn bei mir bleibt nicht viel lange hängen.  Und deshalb: Ich würde sie ohne jede Einschränkung empfehlen, allen, die sich auch nur einmal ins Genre verirrt haben. Und sei es nur aus Versehen. Wer da nicht mindestens mit dem Fuß mitwippt, hat kein Herz. Oder kein Gehör.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Nachtgeschrei

Ich bin ja schon ewig ein Sucher und Sammler, wenn es um Musik geht. Aber nicht einfach Musik. Musik, die mich berührt. Die sich um mich legt wie ein Mantel, mich umschmiegt, sich anfühlt wie Musik gewordene Gedanken meiner Selbst. Wie Freundschaft, wie Wahrheit, wie Nachtgeschrei.

Eine Band, die vielleicht nie den ganz großen Ruhm erlangt hat – aber für mich seit Jahren ein fester Bestandteil meiner dunkleren, ruhigeren, aber auch ehrlicheren Folkrock-Momente ist. Ein bisschen wie Subway to Sally ohne Pomp, wie Letzte Instanz mit mehr Seele, wie In Extremo ohne Zirkus. Einfach... echt. Nachtgeschrei sind für mich eine der unterschätztesten Bands der deutschen Folkrock-Szene.

Dass ich die überhaupt entdeckt habe, verdanke ich meinem Besten. Der hat sie mir damals empfohlen, vor ungefähr 10 Jahren, als Teil eines Motivationspakets, dass ich im Krankenhaus dabei hatte, als ich wieder zurück ins Leben kam. Und wie das so ist bei Empfehlungen von Menschen, die einem wirklich nahe sind: Man hört hin. Und bleibt hängen. Für immer. Danke!

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Projekt: Top 250 – Sieben

Ein Name, der klingt wie eine Zahl, und ein Sound, der klingt wie… nichts – und irgendwie doch alles. Avantgardistisches Chillout-Hintergrund-Meditations-Gedudel.

Ein Projekt – dessen Musik man hören kann, ohne sie zu hören. Ein Soundteppich, der sich ausbreitet, weich wie Nebel, flüchtig wie ein Gedanke. Ich habe das vermutlich mal eine ganze Weile als Begleitung zu irgendetwas genutzt. Vielleicht beim Schreiben, vielleicht beim Denken, vielleicht beim Nicht-Mehr-Sein-Wollen. Denn jetzt, beim Wiederhören,merke ich: Man kann es einfach überhören, weil es leise im Hintergrund schwingt, wie ein Schatten, wie ein ferner Chor im Kopf.

Fragt mich bitte niemals, auf was ich war, als Sieben sich so weit nach oben gespielt haben in meiner Statistik. Ich weiß es nicht mehr. Und vielleicht will ich’s auch gar nicht wissen.Was ich weiß: Meine depressiven Episoden waren zum Teil wirklich deep. Und diese Musik war der lautlose Soundtrack dazu. Manchmal ist das eben so. Und dann geht man weiter. Oder eben tiefer.

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Projekt: Top 250 – Madonna

Ein Name, ein Mythos, ein Imperium. Sie war immer ein Material Girl – gut vermarktet, clever inszeniert, ihr Gott gegebenes Kapital hat sie gewinnbringend genutzt. Und der kleine Alex? Hat das nicht verstanden. Nicht mal, als er Jahre später in der realen Welt dem gleichen Typ Mensch begegnete und sich komplett hat ausziehen lassen. Nackt. Unverrichteter Dinge. Ohne Geld. Aber das ist eine andere Geschichte.

Musikalisch? Da gibt’s nichts auszusetzen, wenn man Popmusik zumindest in Ansätzen schätzt. Und selbst wenn nicht – Madonna hat Maßstäbe gesetzt. Provokation war bei ihr nie Selbstzweck, sondern Kalkül, Strategie, Ausdruck. Sie war immer zwei Schritte voraus und hat das Spiel gespielt, bevor andere die Regeln kannten.

Es gab eine Zeit, da war sie für mich unhörbar – weil sie aussah wie die Eine. Und wenn sie sang, sah ich Sie. Ob das jetzt ein Kompliment für Madonna oder für die Eine ist, mag jeder selbst entscheiden. Für mich war es ein emotionales Minenfeld. Und trotzdem – sie ist Madonna.

Ihr Schaffen ist für mich eine Hit & Miss-Sammlung. Einige Songs liegen mir gar nicht, andere sind so ikonisch, dass ich beim Musikquiz schneller buzzere als ich denken kann und dann unfreiwillig mitsinge. Klar – Like a Prayer, Vogue, Hung Up – das kann man gar nicht nicht kennen.

Was mein Bild dann endgültig ins Wanken brachte, war der ESC 2019 in Israel. Madonna live. Und sie traf keinen Ton. Die Performance wurde später nachbearbeitet, aber der Moment war da. Es tat weh, eine solche Ikone fallen zu sehen, auch wenn’s ihr letztlich nicht geschadet hat. Für mich war’s ein kleiner Stich ins Herz. Aber hey – sie ist immer noch Madonna - die unangefochtene und ewige Queen of POP.

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Projekt: Top 250 – Iron Maiden

Die vielleicht größte Metalband der Welt. Ich meine, ey – sie haben ein eigenes Flugzeug und einen Sänger, der es selbst fliegen kann. Gibt es auf diesem Planeten überhaupt jemanden, der nicht weiß, wer Iron Maiden sind? Wenn ja – tut mir leid, aber was ist da schiefgelaufen?

Mein allererstes Metal-Album war die "Brave New World", weil ich unbedingt The Wicker Man hören wollte, das Video habe ich damals geliebt, eines der wenigen aus dem Genre, die dann dank Chartplatzierung auch auf Viva liefen. Ich hab’s rauf und runter gehört – einzelne Tracks? Egal. Das Ding lief durch. Damals war ich noch ganz am Anfang meiner Reise in die Welt des Metals, und Maiden waren nicht der Gatekeeper – sie waren der Titan am Rand, der wartet, bis du soweit bist, um wirklich zu verstehen.

Und dann war ich soweit. Wacken Open Air 2008. August. Es war heiß. So heiß, dass ich mit einem Kreislaufkollaps ins Krankenhaus nach Itzehoe musste. Mittags. 30 Grad, schwül, ich war dicht – und dann lag ich da, bekam über einen Tropf Zucker und Kochsalzlösung ins Blut gepumpt. Die Krankenschwester war cool, fuhr mich im Cabrio zurück zum Festival. Und abends? Iron Maiden. Live. Auf der Bühne. In voller Pracht. Was für eine Show. Zwei Stunden, pure Magie. Ein Kumpel von uns hat sich beim Crowdsurfen den Arm gebrochen. Krankenhaus. Klar. Aber verdammt nochmal: Wenn nicht für Maiden, wofür dann?! Und als "Fear of the Dark" ertönte, spürte ich, wie sich etwas in mir veränderte. Es war ein Erweckungsmoment – in einer manischen Phase meines Borderlines war es diese Musik, die mir Kraft, Fokus, Herzschlag gab. Diese Nacht, auf dem trockenen Acker von Wacken, unter warmer Sommerluft, hat mich zu einem Iron Maiden-Fan gemacht. Für immer.

Warum sind sie nicht weiter oben in meiner Liste? Einfach: Die Songs sind zu lang. Wenn ich eine Stunde Maiden höre, sind das acht Tracks. Bei Punkbands kriege ich da locker das Doppelte. Aber was zählt das schon. Ich liebe Iron Maiden. Bis zum letzten Ton.

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Projekt: Top 250 – Schwarzer Engel

Es gibt Bands, die begleiten dich nicht mit großen Hits, nicht mit Chartplatzierungen oder ikonischen Alben – sondern mit einer Atmosphäre, die dich durch Licht und Finsternis trägt. Schwarzer Engel ist genau so eine Band für mich. Der Sound: eine Mischung aus Dark Rock, Gothic Metal und einer Prise epischem Pathos, die mir oft genau das Gefühl vermittelt hat, das ich damals nicht in Worte fassen konnte.

So wie ich mich einst für einen gefallenen Engel hielt, waren es die schwarzen Engel in meinem Leben, die mich stets vom Himmel zurück auf die Erde holten. Manchmal brutal, manchmal tröstend. Und einmal, da flog ich so hoch, dass der Aufprall mein altes Ich zerstörte. Seitdem betrachte ich viele Dinge aus der Distanz, doch der Sound von Schwarzer Engel blieb mir nah.

Die Texte klingen oft, als hätte ich sie selbst geschrieben, sie treffen meine Gedanken, mein altes Ich, mein heutiges Ich, und die Vorstellung eines Lebenstraums, den ich irgendwo unterwegs verloren habe -ein Soundtrack für mein imaginäres Leben mit der Einen.

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Projekt: Top 250 – The Rattles

The Rattles – eine Band wie aus einer anderen Zeit, und vermutlich eine der dienstältesten in meiner gesamten Liste. Gegründet 1960 von einem gewissen Achim Reichel, sind sie heute so etwas wie das deutsche Beat-Wunder – zwischen Rock'n'Roll, Mersey-Beat und gelegentlichen Psych-Tönen. Jeder kennt vermutlich ihren internationalen Hit „The Witch“, ein Song, der fast schon wie ein Psychobilly-Klassiker daherkommt, obwohl der Rest ihres Schaffens eher in klassischen Rock'n'Roll-Gefilden spielt.

Mich hat die Band live überzeugt – minimum 4 Stunden Konzert irgendwann in den 2000ern, unterbrochen von einer Beatles Coverband, die ne Stunde in der Pause gezockt haben, ich war eigentlich nur durch Zufall dabei gewesen, wegen Freikarte und dem Versprechen auf Freigetränke und ehemaligen Weggefährten. Am Ende war’s einer dieser Abende, an denen man völlig ohne Erwartungen hingeht und dann von der Energie der Musik überrollt wird. Ein kleiner Saal, eine große Band, und mein Vater war auch dabei – eine seltene und besondere Erinnerung.

Ich kannte die Rattles bis zu dem Abend überhaupt nicht, aber danach habe ich mich durch ihr Werk gegraben. Spotify? Fehlanzeige damals. Also ab ins alte Plattenarchiv im Keller,
und dort wurde ich fündig. Der Sound? Ein wilder Mix aus nostalgischen Hymnen, mitreißenden Tanznummern und dieser ganz besonderen Oldschool-Attitüde, die auch einen Metalhead wie mich zum Mitwippen zwingt. Danke, Papa.

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