In der Recherche zu meinem diesjährigen Horroctober bin ich ganz oft auf einen Begriff gestoßen: Elevated Horror, was ein Quatsch! Es gibt einfach in jedem Genre gute und schlechte Filme und die Idee von Kritikern, wie ich ja selbst auch einer bin über Horrorfilme zu philosophieren, die weil irgendwem eingefallen ist, dass es nicht nur Slasher gibt und man ihnen ja auch Handlung geben könnte, diese als erhöht zu betrachten ist so typisch für unsere Zeit. Am schlimmsten ist, dass selbst Filmemacher anfangen das als eigenes Genre anzupreisen, weil ihre Horrorfilme jetzt intelligenter sind, als die guten intelligenten und herausragenden Horrorfilme, die es zwischendurch immer gab, die schon immer mehr Drama, Crime oder irgendein anderes Genre waren und dann mit Gewaltgrad physisch oder psychisch in Richtung Horror tendierten. Viele halten bis heute den großartigen Thriller "Das Schweigen der Lämmer" für einen Horrorfilm, ist das dann nicht elevated, weil er vom Niveau her weit über einem "Friday the 13th" rangiert?
Ist "Mandy" elevated Horror oder "Martyrs", weil sie essentielle Fragen stellen und künstlerisch anspruchsvoll sind, warum akzeptieren wir nicht, dass jedes Genre Ausreißer nach oben hat, die herausragend sind und wir gerade in einer Zeit leben, wo sich der Horrorfilm entwickelt in eine mehr story-drivene Richtung, was gut sein kann, jedoch nicht muss und was ihn vor allem nicht besser macht, in den meisten Fällen wirken diese Filme dann verkopft und können ihre wahre Stärke, den Zuschauer emotional anzugreifen durch schockieren und unter die Haut kriechen und mit Dingen konfrontieren, die es so nicht gibt. Sobald ich anfange alles zu psychologisieren bewege ich mich in meinen Augen in das Genre des Dramas und das ist ja nicht schlimm, es gibt viel zu wenige Dramas, die wirklich hardcore dahin gehen wo es weh tut, doch das ist dann noch kein Horror. Wenn ich das zum Teil grausame Leben von Kindern in Pflegefamilien zeige, wie sie es aus ihrer Sicht empfinden, wird das vermutlich sehr unschön und wahrscheinlich oft brutal und durchzogen von unterschwelliger seelischer Gewalt und führt wahrscheinlich zu Bildern, die man sonst aus Horrorfilmen kennt und selbst wenn da dann Übernatürliches und Monströses auftaucht bleibt es Drama. Die Figuren und ihre Geschichten entscheiden, was es ist, so scheinen die Filmemacher zu denken, in Wirklichkeit entscheidet ganz am Ende das breite Publikum. Nicht die Kritiker, nicht die Künstler selbst entscheiden, wie das Dargebotene ankommt, sie können zwar eine Empfehlung geben, eine Einordnung, wie ihre Kunst wahrgenommen werden soll und welche Intention sie hatten, doch am Ende schmeckt Nuss-Nougat-Creme so, wie man es empfindet und nicht, wie es auf dem Etikett steht.
Wann kommt irgendwer auf die Idee "John Wick" elevated Action zu nennen, weil es ja so viel hochwertiger ist, als die Actioner der 90er (wobei das nicht meine Meinung ist). Es gibt gute und schlechte Filme, das ist Fakt, sagt aber nichts darüber aus, wie sehr er Menschen gefällt, oder würdet ihr "Terminator 2" als elevated Sci-Fi einstufen, nur weil er vermeintlich einer der besten Sci-Fi-Actioner aller Zeiten ist?
Ich denke mein Punkt wird klar, es gibt keinen ELEVATED HORROR!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen