9/21/2026

Software für Zwanzigjährige

Ich gehe davon aus, dass der Hauptteil meiner Leser irgendwo im Durchschnittsalter des Internets liegt, was laut Erhebungen (hab "geforscht") weltweit bei ca. dreißig Jahren liegt und speziell in Deutschland bei fünfundvierzig Jahren. Irgendwann ab vierzig werden die Augen schlechter und wir sehen einfach nicht mehr so gut und wenn fünfundvierzig ein Durchschnittsalter ist, könnt ihr euch vorstellen, wie viele Menschen noch deutlich älter sind. Wenn ich mir eine neue Software installiere oder damit konfrontiert werde habe ich nahezu immer das Gefühl sie sei für eine viel jüngere Zielgruppe, alles ist so klein eingestellt, ich kann kaum die Schrift lesen, die Helligkeit ist auf "Monitor soll Licht ersetzen" und mein Bildschirm ist voll mit Informationen, von denen ich die meisten nie in meinem Leben brauche und Buttons und Bedienelementen, die ich nie nutzen werde. Ich verstehe, dass ein Programmierer das so herstellt, damit er als "Power-User" alles schnell findet und nutzen kann, spaßigerweise hat er auch noch viel bessere Augen und wahrscheinlich einen Riesenmonitor und ein Setup, das perfekt dazu passt und sitzt nicht vor einem Büromonitor von vor 10 Jahren, der schon leicht unscharf ist und hat eine Brille auf. Gleichzeitig verstehe ich, dass der erste Eindruck nie wiedergeholt werden kann und somit muss eine neue Software sich quasi im Abendkleid mit perfektem Make-Up präsentieren, selbst wenn das Date eigentlich eine Ü40-Party ist. Na ja, und ich versteh das alles und es regt mich trotzdem auf, dass ich immer erst die Optionen suchen muss, um die Ansicht auf Dark-Mode und die Schrift größer stellen muss und die Hälfte des Bildschirms leerräumen muss, damit die für mich wichtigen Sachen übrigbleiben, um effektiv sein zu können. Vielleicht wünsche ich mir auch einfach nur das Zwanzigsein zurück so wie die anderen Druchschnittsfünfundvierziger. Musste mal raus, in diesem Sinne...

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