6/24/2025

Albumstapel-Entdeckung - Ricky Lestat

Das hatte ich so gar nicht geplant, allerdings zwingt mich die Großartigkeit dieses Albums dazu eine neue Kategorie aufzumachen, ich hatte ja früher schonmal so was Ähnliches hier im Blog unter dem Tag: Stanley Hardcore präsentiert..., wo ich Alben empfohlen habe, die in der Woche rauskamen. Hier wird es jetzt etwas anders laufen, ich habe ja schon das ein oder andere Mal von meinem Albumstapel geschrieben, da liegen meist bis zu 50 Alben drauf, die ich übers Jahr ansammle und dann irgendwann mal durchhöre, meist Monate nach dem eigentlichen Erscheinen der Alben, habe auch mal versucht das auf "Rate Your Music" zu bewerten, komme da dann aber oft drüber weg, weil ich während des Durchhörens noch nebenbei andere Dinge tue. Ich kann nicht versprechen, dass diese Kategorie hier jetzt länger bleibt, ihr kennt mich, I'm so free minded (um nicht zu sagen, dass meine Gedanken sich gerne im Raum ausbreiten).

Jetzt zu dem Album, was mich weg geflasht hat, das Ding heißt "Valentinstag - Nichts für schwache Herzen (Teil 2)" von Ricky Lestat und musikalisch ist das eher so gar nicht meins, aber es berührt mich, es fühlt sich an, als wäre es etwas, das wir alle schon durchgemacht haben, so ehrlich, so durchzogen von jugendlichem Schmerz, von Liebeskummer und juveniler Trauer, wie das eben ist, wenn man erwachsen wird. Einfach krass und sollte definitiv ne Trigger Warnung haben und gleichzeitig eine Empfehlung von Musikmagazinen, denn das ist, selbst wenn es Musik ist, die mit der Hilfe neuronaler Netzwerke entstanden ist, textlich und musikalisch genau das, was Jugend ist. Jugend ist mal verträumt, mal hart, mal schnell, romantisch, voller Nachhall des Glücks und voller Sehnsucht, die vielen ersten Malen wieder erleben zu dürfen. Hört es euch einfach an und lasst euch davon fangen, der Typ, der hinter dem Projekt steckt, ist ein absoluter Meister seines Fachs. Lasst euch nicht hinters Licht führen, wenn sich alles anfangs anhört wie Tagebuch mit Musik, das ist tiefes Seelenecho, das jeder von uns schon einmal gefühlt hat. Fünf Sterne! 



6/23/2025

Gespräche über Gott

Ich würde so gern kritisch und ergebnisoffen mit jemandem über Gott reden. Oft habe ich leider die Erfahrung von Radikalismus oder gänzlich ablehnender Haltung gemacht, wenn ich mich mit den Damen und Herren Pastoren und Priestern unterhalten habe..Wenn Bäume hin und her wogen im Sturm, ist das dann Wetter? Oder ist das sein Statement, ein Kommentar, ein Zeichen für die es sehen müssen? Sind wir zivilisiert, weil wir glauben, die Natur zu verstehen oder ist es Hybris und wir spotten Gott? Wer kann mir Das verraten und bei Gegenfragen versuchen zu erklären und nicht zu bestimmen, wie es Ihnen in den Kram passt? Denn ganz oft folgen wir Menschen, Interpreten, die seine Botschaft verbreiten und Antworten ausspucken, die sie nicht kennen. Kenne Gott also kenne dich selbst, dann könnt ihr reden. Alles ist eins und ich bin in Gott, wie ihr es seid und da sollte man dann doch die Möglichkeit der Reflexion und Kritik immer mit einberechnen, oder? Ich denke schon.

6/22/2025

Wie beten dumme Menschen richtig?

Kann es für mich als aufrechten Christenmenschen überhaupt dumme Menschen geben und darf ich das als Schimpfwort benutzen, wie ich es so gerne tu? Dummheit ist für mich eine Sache, die nicht gottgegeben ist, daher ist es auch fast unchristlich und somit verurteilbar im christlichen Sinne, oder? Gott gibt uns allen die Möglichkeit zu lernen und sich der eigenen Dummheit entgegenzustellen, es ist die Unwissenheit von Kindern, die uns eint und er gibt uns die Chance zu wachsen, wer das nicht tut, der ist für mich dumm und das ist schon etwas, dass ich negativ werten darf, oder?

Aber wie können dumme Menschen richtig beten? Gibt es die Unterscheidung von richtig und falsch im Gebet oder geht es bloß darum generell zu beten? Was ist ein falsches Gebet? Ist es jenes in dem es sich nicht um den Angebeteten geht und nur um die eigenen Interessen? Würde ein dummer Mensch für sich beten oder für Gott? Was wenn es für ihn gleichbedeutend ist? Und was machen wir mit den Dummen? Schließen wir sie aus, weil sie das Wort Gottes so wie wir es auslegen nicht checken? Sind wir dann noch Christen oder nicht längst Faschisten und schließt sich das überhaupt aus?

So viele Fragen, die dieser Tage wieder in mir hoch kochen...

6/21/2025

Was wurde eigentlich aus meinem Lieblingsdeutschlehrer

Sehr geehrter Herr R.,

ich möchte mich zu Beginn bedanken, dass Sie mir die Finesse der deutschen Sprache nähergebracht haben und den Spaß an der Wortakrobatik gelehrt haben, mir als Zukunftsvision damals eine Karriere im Journalismus oder in der schreibenden Zunft prophezeiten. Ich bin nicht sicher, ob Sie das hier im Sinne hatten, aber Sie waren derjenige, der mir eine kreative Schreibe mit einer guten Note bewertete, obwohl ich faktisch am Thema vorbeigeschrieben habe. Sie waren mein bester Deutschlehrer und ich profitiere heute noch so oft von den ausschweifenden (die Jugend von heute würde es Sidetracks nennen) Lebenslehren im Deutsch LK, die viel mehr waren als Unterricht, es war die wahre Essenz dessen, was man in der Schule lernt. Es dauert ein Weilchen, bevor man sich bewusstwird, dass einem nicht nur Stoff aus irgendwelchen Büchern beigebracht wird, es ist das Verstehen des Wissens, was bereits vorhanden ist, das Weitergeben von nicht Erlernbarem. Sie waren kauzig und... naja sehr kauzig und vor allem ein Lehrer in Menschengestalt, Sie konnten mich dazu bringen mir die verdammte Hauptstadt von Australien zu merken, weil sie mir die Eselsbrücke mit Cranberry Saft gebaut haben, und sowas prägt sich in einen Erfahrungsbericht verpackt hundertmal eher ein als in der Unterrichtssituation oder durch pures Auswendiglernen. Legendär war Ihr Gemurmel in den eigenen Bart, wenn Sie feststellten, dass Sie Klassenbucheinträge vergessen hatten, "Teufel auf dich, du hast es ja nicht eingetragen!" oder die Wahl der Leselektüre mit "Schlafes Bruder", ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das wirklich LK-Stoff war oder wir das nur gelesen haben, weil Sie das Buch so mochten, ich habe es auch bis heute nicht wirklich verstanden in seiner teilweise ekelhaften Bildsprache. Und wenn ich an Sie denke, dann denke ich auch an unseren unglaublich harmonischen Deutsch LK, bei ihnen hätte ich sicher in Deutsch mein Abi gemacht und wäre den Weg Richtung Journalismus über Studium gegangen, ich denke mein Leben wäre doch ein wenig anders gelaufen... was sie wohl gerade machen?

Zwangsinteressierte Vielseitigkeit

Wenn mir jemand etwas über die Brustbehaarung von Zwergen bei Tolkien erzählt bin ich gewissermaßen zwangsinteressiert, weil es einerseits natürlich spannend ist, zu erfahren, warum zur Hölle sich mein Gegenüber dafür interessiert, denn das sagt vermutlich sehr viel darüber aus, wer diese Person tiefergehend ist, andererseits triggert es mich, denn es ist etwas, worüber ich noch nie nachgedacht habe und deswegen grundsätzlich gehooked bin, bis ich feststelle ob ich wirklich interessiert bin oder irgendwann bloß noch aus Respekt zuhöre und folge. Vielleicht war es auch ein sehr weirdes Beispiel, allerdings sind es oft die abwegigsten Dinge, die mich zu tatsächlichem Interesse führen, ausgelöst durch "Zwangsinteresse" und das führt zu einer zum Teil zusammenhangslosen vielseitigen Sammlung an Interessen, die in ihrer Gegensätzlichkeit und keinem Muster folgend ein Fest für jeden Psychiater werden können.

Ich glaube man hat manchmal in Beziehungen sowas, dass man sich für Dinge interessiert, weil der Partner sich dafür interessiert, die Macht der Liebe, das eigene Gehirn würde niemals in eine solche Richtung gehen, allerdings sind wir dafür ja soziale Wesen, damit wir uns durch unsere Unterschiede befruchten und unsere Interessensgebiete erweitern und am Ende mit mehr dastehen, mehr Wissen und wenn man das Ganze zu Ende denkt mit mehr Liebe, so zumindest meine Wunschvorstellung.

"Hatten sie schon einmal das Gefühl, dass sich ihre Gedanken in den Raum ausbreiten?"

... war die weirdeste Frage, die ich je gehört habe, denn ich verstehe sie auch einen Tag später noch nicht. Physische Manifestationen meiner Gedanken wären etwas, dass ich dem Sci-Fi Bereich zuschreiben würde, denn immerhin benötigte es dazu einer Materialisierung immaterieller Dinge und so wie ich die physikalischen Grenzen unserer Realität verstehe ist das eher nicht möglich. Wie können sich Gedanken in den Raum ausbreiten? Sie sind immer nur in meinem Kopf, ich kann mir Gedanken darüber machen, dass sich "etwas" im Raum ausbreitet, mein Gehirn zum Beispiel, aber selbst der freiste Gedanke kann meinen Kopf nicht verlassen, es sei denn ich formuliere ihn in irgendeiner Weise aus und sende ihn. Als mir die Frage gestellt wurde, stellte ich mir so eine Art Gedankennebel vor und oh my, wie weird muss jemand sein, der so eine Frage stellt? Da fragt man sich doch manchmal, wer eigentlich auf welcher Seite des Tisches sitzen sollte. Nun ja, hattet ihr schon einmal das Gefühl, dass sich eure Gedanken in den Raum ausbreiten? Und wenn ja, bitte bitte bitte schreibt mir darüber und wie sich das anfühlt und wie das geht, ich möchte das unbedingt mal ausprobieren. tickman.lifeentertainment@gmx.de
Okay, wenn man es so sieht, wie die K.I. es versteht, dann habe ich das schon gehabt, dass einem quasi ganz viel im Kopf herumschwebt und es dann aus einem herausschwebt und man gar nicht schnell genug schreiben, sprechen, sichern kann, dass einiges dabei weggeweht wird. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass man die Frage dann nicht einfacher stellt. Z.B. "Haben sie öfter das Gefühl, dass sie gedankenverloren sind?" - so in die Richtung, egal schreibt mir, bin super gespannt. Bleibt wie immer anonym, wenn ihr das mögt.

Erdbeben im Iran - Grund zu wilden Spekulationen?

Ich bin kein Freund von Doomscrolling, seit ich weiß, was das ist. Ich bin auch kein Freund von haltlosen Verschwörungstheorien, allerdings lese ich sie als Drehbuchautor und Filmfan und Fantast gerne, denn das "was wäre wenn"-Spiel ist eines, das ganz oft am Anfang einer Stoffentwicklung steht und irgendwie ist die Fähigkeit Zusammenhänge herzustellen ja auch eine, die unser Gehirn auf Trab hält. Man sollte sich halt nur nie dabei erwischen, dass man das, was man sich dann da zusammenfantasiert die Realität ist. Also für alle, die noch nicht ganz so weit sind, das hier ist bloß ein meinen Gedanken entspringendes Szenario, das weder auf erwiesenen Fakten, noch auf irgendwelchen Beweisen beruht. Bloß etwas, dass mir in den Kopf kam, als ich die Schlagzeile las.

Erdbeben im Iran

Mein erster Gedanke war: "Israel hat doch nicht etwa!", der zweite Gedanke war, "Der Iran hat doch nicht etwa" und der dritte war, "Was für ein unheiliger Zufall, oder?"
Frühstücken wir das mal der Reihe nach ab, die Idee, dass Israel die komplette Atomwaffenherstellungsmöglichkeit des Irans mit einem kritischen Treffer zerstört hat und dadurch ein Erdbeben ausgelöst wurde klingt fast schon plausibel, allerdings habe ich nichts über Strahlung gelesen, wobei die bei einer unterirdischen Atomexplosion wohl auch nicht direkt wahrnehmbar wäre (Quelle: Broken Arrow :-) ) und die zweite Option der versehentlichen Selbstzerstörung durch den Iran mit dem gleichen Ergebnis sind dann doch "hoffentlich" ins Reich der Fantasie zu packen.

Aber was ist mit: Gott schickt als Zeichen, dass dieser Krieg einfach nur riesengroßer Kuhmist ist eine Warnung direkt in den Iran und zeigt dadurch deutlich, dass er der Gott der Israeliten ist? Ist das schon antisemitisch? Ist das blasphemisch? NEIN, es ist ein Gedankenspiel, lassen wir uns mal kurz drauf ein. Wenn Gott hier eingreift, dann hätte dieser Krieg mehr Bedeutung, als wir alle derzeit noch denken. Ich lese ganz oft von "Krisenherd", "Flächenbrand" und verharmlosendem "irgendein Konflikt" bis hin zu, "schon immer Problemregion" und dann denke ich mir, wie können wir uns so arrogant über die Belange der Menschen dort erheben und die tausenden, wahrscheinlich zehntausenden Toten in einem Small-Talk nach dem Wetter beim kunstvoll gestalteten Kaffe mit Milch weglächeln und zur Tagesordnung übergehen? Erdbeben schaffen Aufmerksamkeit, wenn auch nur kurz, aber Erdbeben in einer Region, in der gerade Krieg ist, das bringt Quote, ist es der Zorn Gottes? Und wenn ja, welchen Gottes, gegen wen ist der Zorn gerichtet, den Aggressor oder den Defendor, wer ist hier eigentlich wer? Und wo ist die Verschwörungstheorie?

Nun ja, so wie die derzeitige Lage der Weltpolitik ist, könnte hier alles passiert sein, von einer unterirdischen Geobombe aus Pakistan, Israel, USA oder der Hohlerde bis hin zu göttlichem Eingriff, als Wort der Warnung endlich mit den kriegerischen Handlungen gegeneinander aufzuhören und daher verbietet es sich auch in Anbetracht des unendlichen Leids, das derzeit vor Ort herrscht darüber zu spekulieren, ob eine Naturkatastrophe eine andere Ursache hat als Plattentektonik, denn auch wenn viele das nicht glauben wollen, die Erde rüttelt seit einiger Zeit ganz schön umher, weltweit und manchmal ist ein Erdbeben nur ein Erdbeben und die Weltgemeinschaft sollte ihre Hilfsmaschinerie anschmeißen und Hilfe in die Region schicken, ganz christlich, "Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen." (Lukas 6,27) und viel mehr sollte zu dem Thema generell nicht zu sagen sein. Liebe geht raus!

Was ich mache , wenn ich wütend bin?

Ich wusste auf diese Frage keine Antwort, ich war schon so lange nicht mehr so wütend, dass ich es einfach nicht weiß. Für mich persönlich klingt das einerseits wie was Gutes, denn es heißt meine Impulskontrolle funktioniert und ich raste nicht aus, sprich ich verliere nicht die Kontrolle. Allerdings sollte man Wut über so viele Dinge doch haben müssen, oder? Ich denke, ich kanalisiere meine Wut vor Allem auf die Tastatur, lasse meine Gedanken raus und baue sie somit so weit ab, dass in der realen Welt davon nicht viel mehr als starker Ärger übrig bleibt. Maximal, und das kann man dann entweder runterschlucken, wenns gering genug ist oder eben zielgerichtet kommunizieren, ausdiskutieren oder im besten Fall, denn sowas kommt im Zwischenmenschlichen meiner Erfahrung nach ganz oft von Missverständnissen gemeinsam weglachen. Ich glaube, ich lasse es einfach nicht mehr dazu kommen, dass sich etwas, was mich ärgert oder stört oder auch einfach passiert (ich meine klar machen mich Kriege, Terror und Ungerechtigkeit wütend, aber ich habe darauf keinen Einfluss, also haue ich meine Gedanken dazu raus und bin dann wieder fein, so leid es mir für die Leute vor Ort tut) so stark emotionalisiert, dass ich deswegen in Wut verfalle. Meine Wut, so sie denn überhaupt vorhanden ist schwenkt bei mir schnell in Bedauern und Mitleid um glaube ich, weil ich anfange Dinge zu analysieren, natürlich rege ich mich auf, wenn jemand sich einfach scheiße verhält oder absolut unsägliches Zeug plappert, jedoch hat das in 99% der Fälle einen Grund und wie kann ich mich erdreisten wütend zu sein über den Grund, den jemand anderes hat, scheisse zu sein? Sich über etwas aufzuregen und darüber zu wettern und eine negative Meinung zu haben ist nämlich entgegen dem, was viele Internetkommentarspalten uns vermitteln keine Wut. Wut ist etwas Unkontrollierbares und vor Wut müssen so Viele Dinge vorher maximal unschön gelaufen sein.

6/20/2025

40 - Mein Leben in 40 Worten

1985 Geburt
1986 Sprache 
1987 Schritte 
1988 Bruder
1989 Maschinengewehr
1990 Blumengruppe
1991 Grundschule
1992 "Crimson Crusher"
1993 Gesang
1994 Kindertechno
1995 Dortmundfan
1996 Europameister
1997 Schlauch
1998 Lebensspende
1999 Millenium
2000 Tulpenfest
2001 Hausgeschichte
2002 "MediaHall"
2003 Eskalation
2004 Zukunftsangst
2005 Ausgelernt
2006 Sommermärchen
2007 Mondschein
2008 Wacken
2009 Filmstudium
2010 "Berlinale"
2011 Aquavit
2012 Depression
2013 Spielnachmittag
2014 Auferstehung
2015 Resozialisierung
2016 Überleben
2017 Kaufmann
2018 Fitness
2019 Schmerzen
2020 Weltenwandel
2021 Verrat
2022 Aufstiegschance
2023 Ostflügel
2024 Kreativexplosion

Man in the mirror

Als die psychologische Bewertung meiner Person längst beendet war fragt mich die doch sehr junge Psychologin/Psychiaterin doch tatsächlich, was für ein Mensch ich sei. Ich hatte keine Antwort, ich bin ich, die Frage kann ich nicht beantworten, meine Selbsteinschätzung basiert auf 40 Jahren Erfahrung mit mir und jeder, der mich in der Zeit kennengelernt hat wird ein anderes Bild von mir haben und ich weiß nicht, ob ich irgendein Mensch bin. Ich weiß nicht, wie man so eine Frage beantwortet, nicht, weil ich nicht weiß, wer ich bin, sondern weil ich aufgehört habe jemand zu sein, der in irgendeiner Schublade lebt. Ich glaube ich habe geantwortet, ein Guter. Ehrlich gesagt habe ich diese beiden "Gespräche" irgendwie anders überstanden, als ich dachte. Mir wurde viel zu viel über jemanden geredet, der ich seit mehr als 10 Jahren nicht mehr bin. Ich war wahrscheinlich viel zu ehrlich und habe so viel ausgeplaudert, was mir im Nachhinein dann ja auch Probleme gebracht hat. Die hätten mal ein paar Menschen fragen sollen, die meine Transformation miterlebt haben, Dialyseschwestern oder Freunde. Und jede scherzhaft formulierte Vergangenheitsbewältigung wird mir sicherlich als nicht ernsthafte Refelktion ausgelegt. Herr Tickman hat den Ernst der Lage nicht verstanden, vermutlich wird mir die Phase in der ich meine Phosphatbinder nur schwer zu mir nehmen konnte (ich vergaß sie vor mir stehend) als Non-Adhärenz ausgelegt, die zwei Tabletten an denen ich letztes Jahr fast erstickt wäre als "Bild" und vermutlich noch jede Menge andere Dinge, die ich in meiner Art aus Übertreibung und Wortmalerei falsch verstanden werden. Ich glaube, sie hat auch nicht verstanden, dass ich mich damals nicht wirklich umbringen wollte, sondern einen langfristigen Plan dazu entwickelt habe, mit einer Ausstiegsstrategie sobald die Schmerzen gekommen wären. Nur, dass die Schmerzen nicht kamen und ich aufgrund der Depressionen damals den Absprung nicht kriegte. Versuch mal mit ner vernichtenden Diagnose aus dem Jahr 2012, als du in einer Phase akuter emotionaler Unausgeglichenheit, weil dein Leben, das du kanntest, zusammengebrochen war, zu argumentieren, dass du außer Reizdarm und der Angst vor Schmerzen, Ärzten und Autofahren eigentlich ein für dich angenehmes Leben führst. Ach Leute, als Michael sang:

"I'm starting with the man in the mirror
I'm asking him to change his ways
And no message could have been any clearer
If you wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change"

da war es wie ein Aufwachen, die Art und Weise, wie man mich behandelt hatte, löste bei mir eine Art Trotzreaktion aus, eine Chance mich noch einmal zu wandeln, den Rest dieser ganzen Scheiße, die ich mit mir rumtrage loszuwerden. Da scheint ja noch was zu sein, was mich hindert... Ich selbst zweifle ja daran, aber sobald dann das Schreiben kommt, kann ich ja zum Psychiater und mir den angeordneten Therapietermin zu holen, ich bin wirklich gespannt, worum es hier geht. Und ob es nicht darum geht, mich zu einem ordentlichen Lemming zurückzustutzen, weil ich ein paar Ideen lebe, die vielleicht nicht übereinstimmen mit einer guten Prognose für eine Transplantationsfreigabe.