Ich wusste auf diese Frage keine Antwort, ich war schon so lange nicht mehr so wütend, dass ich es einfach nicht weiß. Für mich persönlich klingt das einerseits wie was Gutes, denn es heißt meine Impulskontrolle funktioniert und ich raste nicht aus, sprich ich verliere nicht die Kontrolle. Allerdings sollte man Wut über so viele Dinge doch haben müssen, oder? Ich denke, ich kanalisiere meine Wut vor Allem auf die Tastatur, lasse meine Gedanken raus und baue sie somit so weit ab, dass in der realen Welt davon nicht viel mehr als starker Ärger übrig bleibt. Maximal, und das kann man dann entweder runterschlucken, wenns gering genug ist oder eben zielgerichtet kommunizieren, ausdiskutieren oder im besten Fall, denn sowas kommt im Zwischenmenschlichen meiner Erfahrung nach ganz oft von Missverständnissen gemeinsam weglachen. Ich glaube, ich lasse es einfach nicht mehr dazu kommen, dass sich etwas, was mich ärgert oder stört oder auch einfach passiert (ich meine klar machen mich Kriege, Terror und Ungerechtigkeit wütend, aber ich habe darauf keinen Einfluss, also haue ich meine Gedanken dazu raus und bin dann wieder fein, so leid es mir für die Leute vor Ort tut) so stark emotionalisiert, dass ich deswegen in Wut verfalle. Meine Wut, so sie denn überhaupt vorhanden ist schwenkt bei mir schnell in Bedauern und Mitleid um glaube ich, weil ich anfange Dinge zu analysieren, natürlich rege ich mich auf, wenn jemand sich einfach scheiße verhält oder absolut unsägliches Zeug plappert, jedoch hat das in 99% der Fälle einen Grund und wie kann ich mich erdreisten wütend zu sein über den Grund, den jemand anderes hat, scheisse zu sein? Sich über etwas aufzuregen und darüber zu wettern und eine negative Meinung zu haben ist nämlich entgegen dem, was viele Internetkommentarspalten uns vermitteln keine Wut. Wut ist etwas Unkontrollierbares und vor Wut müssen so Viele Dinge vorher maximal unschön gelaufen sein.

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