Was wäre wenn von heute auf morgen alles Leben auf dem Planeten verschwände, außer dir, du über unendliche Ressourcen oder die Chance eine Person zu erschaffen hättest? Was würdest du tun?
Die Frage kam mir, als ich mal wieder eine dieser Aufbauspielwerbungen im Augenwinkel sah, während meiner täglichen Newscheckrunde. Und ich glaube die logischste Antwort ist natürlich eine neue Welt zu gestalten, vielleicht erstmal einen Plan machen und Creator sein, doch ist wie? Wenn man nur eine Sache falsch erschafft, ist das Ergebnis frustrierend, weil es zurück zu Null tendiert. Ein Mensch kann mit Allem in diesem Sinne nichts anfangen. Außerdem ist seine Lebenszeit immer noch endlich und vermutlich reicht die Schaffenskraft nicht, dies zu ändern. Warum auch? Man muss sich nur mal vorstellen, dass eine einzige Entität (im Glauben oft Gott genannt) ALLES "erschaffen" hat, selbst wenn man von Singularität spricht aus der ALLES "entstanden" ist (was einfach betrachtet aufs Gleiche rauskommt), die schiere Unwahrscheinlichkeit, dass es funktioniert ist ein Gottesbeweis und gleichzeitig eine Widerlegung, denn warum sollte ein Gott ALLES erschaffen? ALLES inkludiert ihn und macht ihn gleichzeitig obsolet, weil nicht einzigartig als Solches. Es ist schwer, darüber zu philosophieren, denn die Gesprächspartner haben meist sehr verfestigte Ansichten und lassen sich selten dazu bringen out of the box zu denken und bevorzugen "einfache" Lösungen, doch was, wenn die Antwort Ja und Nein ist! Was wenn schwarz oder weiß sind. Leben und Tod, 0 und 1 gleichzeitig? Was wäre, wenn wir entscheiden? ALLES?
Ich würde trotzdem die Eine Person wählen mit der ich alt werden könnte, die andere Ideen hat, die gleiche Ideen hat, mit der ich philosophieren könnte, mit der das Leben überhaupt erst einen Sinn hat, mit der Zeit eine Bedeutung bekommt, mit der ich kein Gott sein muss, die mich so nimmt wie ich bin, die ich mit jedem Kilometer, die sie auf dieser großen weiten Welt von mir entfernt ist, vermissen kann, die mir Hoffnung gibt, die weiß, dass ein Mensch ALLES sein kann und die auf jede noch so verzweifelte Frage danach, warum wir es denn nicht ändern können, warum wir denn nicht GOTT sind, "weil wir Menschen sind" antwortet, lächelt und mir die Tränen aus dem Gesicht wischt, während ich schluchzend an ihrem Grab stehe.

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