6/21/2025

Was ich mache , wenn ich wütend bin?

Ich wusste auf diese Frage keine Antwort, ich war schon so lange nicht mehr so wütend, dass ich es einfach nicht weiß. Für mich persönlich klingt das einerseits wie was Gutes, denn es heißt meine Impulskontrolle funktioniert und ich raste nicht aus, sprich ich verliere nicht die Kontrolle. Allerdings sollte man Wut über so viele Dinge doch haben müssen, oder? Ich denke, ich kanalisiere meine Wut vor Allem auf die Tastatur, lasse meine Gedanken raus und baue sie somit so weit ab, dass in der realen Welt davon nicht viel mehr als starker Ärger übrig bleibt. Maximal, und das kann man dann entweder runterschlucken, wenns gering genug ist oder eben zielgerichtet kommunizieren, ausdiskutieren oder im besten Fall, denn sowas kommt im Zwischenmenschlichen meiner Erfahrung nach ganz oft von Missverständnissen gemeinsam weglachen. Ich glaube, ich lasse es einfach nicht mehr dazu kommen, dass sich etwas, was mich ärgert oder stört oder auch einfach passiert (ich meine klar machen mich Kriege, Terror und Ungerechtigkeit wütend, aber ich habe darauf keinen Einfluss, also haue ich meine Gedanken dazu raus und bin dann wieder fein, so leid es mir für die Leute vor Ort tut) so stark emotionalisiert, dass ich deswegen in Wut verfalle. Meine Wut, so sie denn überhaupt vorhanden ist schwenkt bei mir schnell in Bedauern und Mitleid um glaube ich, weil ich anfange Dinge zu analysieren, natürlich rege ich mich auf, wenn jemand sich einfach scheiße verhält oder absolut unsägliches Zeug plappert, jedoch hat das in 99% der Fälle einen Grund und wie kann ich mich erdreisten wütend zu sein über den Grund, den jemand anderes hat, scheisse zu sein? Sich über etwas aufzuregen und darüber zu wettern und eine negative Meinung zu haben ist nämlich entgegen dem, was viele Internetkommentarspalten uns vermitteln keine Wut. Wut ist etwas Unkontrollierbares und vor Wut müssen so Viele Dinge vorher maximal unschön gelaufen sein.

6/20/2025

40 - Mein Leben in 40 Worten

1985 Geburt
1986 Sprache 
1987 Schritte 
1988 Bruder
1989 Maschinengewehr
1990 Blumengruppe
1991 Grundschule
1992 "Crimson Crusher"
1993 Gesang
1994 Kindertechno
1995 Dortmundfan
1996 Europameister
1997 Schlauch
1998 Lebensspende
1999 Millenium
2000 Tulpenfest
2001 Hausgeschichte
2002 "MediaHall"
2003 Eskalation
2004 Zukunftsangst
2005 Ausgelernt
2006 Sommermärchen
2007 Mondschein
2008 Wacken
2009 Filmstudium
2010 "Berlinale"
2011 Aquavit
2012 Depression
2013 Spielnachmittag
2014 Auferstehung
2015 Resozialisierung
2016 Überleben
2017 Kaufmann
2018 Fitness
2019 Schmerzen
2020 Weltenwandel
2021 Verrat
2022 Aufstiegschance
2023 Ostflügel
2024 Kreativexplosion

Man in the mirror

Als die psychologische Bewertung meiner Person längst beendet war fragt mich die doch sehr junge Psychologin/Psychiaterin doch tatsächlich, was für ein Mensch ich sei. Ich hatte keine Antwort, ich bin ich, die Frage kann ich nicht beantworten, meine Selbsteinschätzung basiert auf 40 Jahren Erfahrung mit mir und jeder, der mich in der Zeit kennengelernt hat wird ein anderes Bild von mir haben und ich weiß nicht, ob ich irgendein Mensch bin. Ich weiß nicht, wie man so eine Frage beantwortet, nicht, weil ich nicht weiß, wer ich bin, sondern weil ich aufgehört habe jemand zu sein, der in irgendeiner Schublade lebt. Ich glaube ich habe geantwortet, ein Guter. Ehrlich gesagt habe ich diese beiden "Gespräche" irgendwie anders überstanden, als ich dachte. Mir wurde viel zu viel über jemanden geredet, der ich seit mehr als 10 Jahren nicht mehr bin. Ich war wahrscheinlich viel zu ehrlich und habe so viel ausgeplaudert, was mir im Nachhinein dann ja auch Probleme gebracht hat. Die hätten mal ein paar Menschen fragen sollen, die meine Transformation miterlebt haben, Dialyseschwestern oder Freunde. Und jede scherzhaft formulierte Vergangenheitsbewältigung wird mir sicherlich als nicht ernsthafte Refelktion ausgelegt. Herr Tickman hat den Ernst der Lage nicht verstanden, vermutlich wird mir die Phase in der ich meine Phosphatbinder nur schwer zu mir nehmen konnte (ich vergaß sie vor mir stehend) als Non-Adhärenz ausgelegt, die zwei Tabletten an denen ich letztes Jahr fast erstickt wäre als "Bild" und vermutlich noch jede Menge andere Dinge, die ich in meiner Art aus Übertreibung und Wortmalerei falsch verstanden werden. Ich glaube, sie hat auch nicht verstanden, dass ich mich damals nicht wirklich umbringen wollte, sondern einen langfristigen Plan dazu entwickelt habe, mit einer Ausstiegsstrategie sobald die Schmerzen gekommen wären. Nur, dass die Schmerzen nicht kamen und ich aufgrund der Depressionen damals den Absprung nicht kriegte. Versuch mal mit ner vernichtenden Diagnose aus dem Jahr 2012, als du in einer Phase akuter emotionaler Unausgeglichenheit, weil dein Leben, das du kanntest, zusammengebrochen war, zu argumentieren, dass du außer Reizdarm und der Angst vor Schmerzen, Ärzten und Autofahren eigentlich ein für dich angenehmes Leben führst. Ach Leute, als Michael sang:

"I'm starting with the man in the mirror
I'm asking him to change his ways
And no message could have been any clearer
If you wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change"

da war es wie ein Aufwachen, die Art und Weise, wie man mich behandelt hatte, löste bei mir eine Art Trotzreaktion aus, eine Chance mich noch einmal zu wandeln, den Rest dieser ganzen Scheiße, die ich mit mir rumtrage loszuwerden. Da scheint ja noch was zu sein, was mich hindert... Ich selbst zweifle ja daran, aber sobald dann das Schreiben kommt, kann ich ja zum Psychiater und mir den angeordneten Therapietermin zu holen, ich bin wirklich gespannt, worum es hier geht. Und ob es nicht darum geht, mich zu einem ordentlichen Lemming zurückzustutzen, weil ich ein paar Ideen lebe, die vielleicht nicht übereinstimmen mit einer guten Prognose für eine Transplantationsfreigabe.

6/19/2025

I'll be missing you

na, könnt ihr euch denken, was heute meine Themen waren?

Top 5 der schockierendsten Bibelstellen (Triggerwarnung)


1. 2. Könige 2,23–24 – Die Bären und die Kinder

Und er ging von dort nach Bethel. Und als er des Weges hinaufging, kamen kleine Knaben aus der Stadt und verspotteten ihn und sprachen zu ihm: ‚Komm herauf, du Kahlkopf!‘
Da wandte er sich um, verfluchte sie im Namen des HERRN.
Da kamen zwei Bären aus dem Wald und zerrissen zweiundvierzig von den Kindern.

Kontext: Der Prophet Elisa wird verspottet. Die Szene ist drastisch – ob symbolisch oder historisch gelesen, sie bleibt schwer nachvollziehbar.


2. 5. Mose 21,18–21 – Steinigung des ungehorsamen Sohnes

(siehe oben) – Ein rebellischer Sohn soll vor der Stadt gesteinigt werden.
Diese Stelle ist ein Paradebeispiel für die strengen Rechtsvorschriften im alten Israel.


3. Richter 19 – Die verstümmelte Nebenfrau

Ein Mann gibt seine Nebenfrau einer gewalttätigen Menge zur Vergewaltigung.
Am nächsten Morgen ist sie tot. Er zerstückelt ihren Körper in zwölf Teile und schickt sie durchs Land.

Wortlaut (Auszug):

„Er zerlegte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in alle Gebiete Israels.“ (Richter 19,29)

Diese Geschichte ist einer der düstersten und brutalsten Berichte in der Bibel.


4. Psalm 137,9 – Kinder gegen Felsen

„Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt
und sie am Felsen zerschmettert!“ (Psalm 137,9)

Kontext: Der Psalmist beklagt das babylonische Exil – in einer extremen Mischung aus Schmerz, Hass und Vergeltungsfantasie.
Diese Racheaussage ist poetisch – aber schwer zu ertragen.


5. 2. Mose 12,29 – Tötung der Erstgeborenen Ägyptens

„Und in der Mitte der Nacht schlug der HERR alle Erstgeburt im Lande Ägypten: vom Erstgeborenen des Pharao [...] bis zum Erstgeborenen des Viehs.“ (2. Mose 12,29)

Kontext: Die 10. Plage – Gottes Gericht über Ägypten.
Es ist ein Akt göttlichen Eingreifens zur Befreiung Israels, aber mit massivem Kollateralschaden.


🧠 Warum so viel Gewalt – und warum lässt Gott das zu, obwohl er allmächtig ist?

Das ist die klassische Theodizee-Frage:

Wenn Gott gut ist und allmächtig – warum gibt es dann so viel Leid, Bosheit und Gewalt (auch im Namen Gottes und von ihm ausgehend)?

🕊️ Mögliche theologische Erklärungen:

1. Freier Wille

  • Menschen sind frei, auch zum Bösen.

  • Gott will keine Roboter – er lässt Raum zur Entscheidung, sogar zum Fehlverhalten.

2. Erziehung statt Zwang

  • Die Bibel (besonders das Alte Testament) beschreibt einen Gott, der mit einem „halsstarrigen Volk“ ringt.

  • Die Strafen sollen aufrütteln, nicht vernichten – vergleichbar mit strenger Erziehung.

3. Die Texte sind menschlich gefärbt

  • Viele moderne Theologen sagen: Die Bibel ist Gottes Wort in Menschenwort – das heißt, es spiegelt auch die damalige Kultur und Mentalität wider.

  • Gewalt wird nicht immer gutgeheißen, sondern oft nüchtern berichtet, um zu zeigen, wie schlimm Dinge werden können, wenn Gott vergessen wird.

4. Apokalyptische Sprache

  • Viele der heftigsten Stellen sind symbolisch oder poetisch – Ausdruck extremer Emotion (wie Psalm 137), keine moralische Anleitung.


Zusammengefasst:

  • Die Bibel enthält teils grausame Szenen, weil sie das echte (und oft kaputte) Menschsein schildert.

  • Gott erscheint manchmal als strafend – aber im größeren Bogen der Bibel geht es immer wieder um Versöhnung, Neuanfang und Gnade.

  • Das Christentum sieht im Tod und der Auferstehung Jesu den Wendepunkt: Der Gott, der einst Gerichte brachte, trägt nun selbst das Leid, um Frieden zu ermöglichen.


Und jetzt frage ich euch, Meinungen, Stellungnahmen, Erklärungen? Vielleicht Ergänzungen, Kritik ist keine Blasphemie Leute und wir sollten uns immer vor Augen führen, dass unser guter Gott will, dass wir uns entfalten, lernen und verstehen und trotzdem oder gerade deswegen an ihn glauben. In diesem Sinne...

Rauch und Fleisch für die Götter?

Rauchopfer im Alten Testament – Gottes Nase?

Ja, tatsächlich!

Im Alten Testament wird mehrfach erwähnt, dass Gott den Duft von Opferfleisch liebt. Hier ein Beispiel:

„Und der HERR roch den lieblichen Geruch…“
(Genesis 8,21) – nach Noahs Brandopfer

Auch bei den Tempelopfern (z. B. im 3. Buch Mose) wird betont, dass das aufsteigende Fett und Fleisch als „wohlgefälliger Geruch“ zu Gott steigt.

Worum ging es wirklich?

  • Es ist keine wörtliche Nase Gottes gemeint.

  • Der Geruch steht symbolisch für die Annahme des Opfers – ein Zeichen: Gott ist zufrieden.

  • Das Verbrennen = Verwandlung → das Irdische steigt ins Göttliche auf.

Hintergrund:

  • In der antiken Welt (auch bei Babyloniern, Griechen, Römern) galten Rauchopfer als Verbindung zur Götterwelt.

  • „Geruch“ = unmittelbares Zeichen der Anwesenheit (auch im Tempel z. B. durch Weihrauch).


Herzensopfer bei Inka & Maya – brutale Hingabe?

Ja, es gab rituelle Menschenopfer, z. B. bei den Azteken, Inka und Maya. Besonders spektakulär: das Herausreißen des Herzens bei lebendigem Leib, oft oben auf Tempelpyramiden.

Aber warum?

  • Kosmischer Kreislauf:
    Die Götter hatten einst ihr eigenes Blut geopfert, um die Welt zu erschaffen.
    → Die Menschen geben nun ihr Blut, um die Sonne am Leben zu erhalten.

  • Herz = Sitz der Lebenskraft
    → Es wurde dem Sonnengott dargebracht, um seine tägliche „Reise“ zu sichern.

Wichtige Aspekte:

  • Es war nichts Sadistisches, sondern ein religiöses Pflichtopfer.

  • Oft wurden Fremde, Kriegsgefangene oder Freiwillige geopfert.

  • Das Opfer wurde als heilig angesehen, manchmal sogar als Auserwählter.


Kinderopfer – z. B. Karthago, Moab, Ägypten

Auch in anderen Kulturen (u. a. Phönizier, Moabiter, Kanaaniter) gab es Kinderopfer, z. B. an den Gott Moloch (vgl. Levitikus 18,21 und Jeremia 7,31).

Warum?

  • In existenziellen Krisen (Dürre, Krieg, Ernteausfall) galt das Opfer des „Wertvollsten“ (ein Kind!) als letzte Hoffnung.

  • Man glaubte, die Götter gnädig zu stimmen – durch das Höchste, was man geben konnte.


Was sagt die Bibel dazu?

Die hebräische Bibel lehnt Kinderopfer klar und scharf ab:

„So etwas habe ich nie befohlen, es ist mir nie in den Sinn gekommen.“
(Jeremia 7,31)

Und die Geschichte von Abraham und Isaak (Gen 22) zeigt, dass Gott keine Menschenopfer will, sondern Gehorsam und Vertrauen.


Gemeinsamkeiten in all dem?

  • Opfer = Brücke zwischen Mensch und Gottheit

  • Je kostbarer das Opfer, desto größer die Wirkung (Blut, Herz, Kind)

  • Rauch, Blut, Fleisch sind in vielen Religionen „Medien“, durch die Menschen das Göttliche berühren wollen

  • Aber: Kulturen unterscheiden sich massiv in der Wertigkeit des Lebens und dem, was sie als „heilig“ ansehen

3 Fragen zu Fronleichnam

Warum heißt Fronleichnam auf Englisch manchmal "Happy Cadaver"?

Ganz einfach: Das ist eine humorvolle (und etwas respektlose) Fehlübersetzung.

 "Fronleichnam" kommt aus dem Mittelhochdeutschen:

  • "fron" = des Herrn

  • "lichnam" = Leib/Körper (nicht Leiche!)

Es bedeutet also: "Fest des Leibes Christi"nicht "froher Leichnam" oder gar "Happy Cadaver" (was auf Englisch "fröhliche Leiche" heißen würde).

Diese Übersetzung taucht gern im Internet oder in Satire auf, ist aber falsch gemeint und verstanden – ein Missverständnis durch den Sprachwandel.

Feiern Katholiken wirklich, dass sie Jesus "essen"?

Die kurze Antwort:

Ja – aber nicht als Kannibalismus!

Die theologische Erklärung:

  • Beim Abendmahl (Eucharistie) wird die Hostie zum Leib Christi – so glauben es Katholiken.

  • Aber: Nicht im biologischen Sinn, sondern im sakramentalen, geheimnisvollen Sinn.
    Die äußere Gestalt bleibt Brot – der "Wesenskern" ist Christus.

Das nennt sich Transsubstantiation:

Brot und Wein werden gewandelt, aber sehen immer noch wie Brot und Wein aus.
Es ist kein Kannibalismus, weil Jesus nicht „zerteilt“ oder „getötet“ wird – er ist verherrlicht und lebendig gegenwärtig.

Warum wirkt es trotzdem seltsam?

Weil es für Außenstehende wirklich schräg klingen kann, wenn jemand sagt:

„Das ist der Leib Christi, den ich esse.“

In den ersten Jahrhunderten wurde den Christen deshalb sogar vorgeworfen, sie seien Kannibalen – genau wegen dieser Worte.

Aber in der Theologie ist klar:

Es ist eine geistige Speise, keine physische Zerstörung eines Körpers.

„Trinket alle daraus, das ist mein Blut.“
(Mt 26,27-28)

Die Sprache der Eucharistie ist symbolisch aufgeladen, dabei aber in der katholischen Tradition real gemeint, nur eben nicht materiell/blutig. Das ist ein schmaler Grat – und genau deshalb finden viele das Thema so faszinierend (oder verstörend).

Drüber hinwegkommen ist nicht Vergessen

Hey Freunde, ich war mal jemand, der hatte jeden einzelnen eurer Geburtstage genauso im Kopf wie den Tag an dem wir uns kennengelernt haben, wann ihr geheiratet habt, geschieden wurdet, Kinder, etc. Kann ich nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es am dauerhaften Konsum von Beruhigungsmitteln liegt, daran, dass ich nicht mehr der Jüngste bin, dass diese Daten für mich nicht mehr die Wichtigkeit haben, die sie einst hatten, als wir uns noch alle näher waren oder einfach etwas ist, das man vergisst.
Bei den wichtigsten Menschen in meinem Leben würde ich lügen, wenn ich behaupte, dass ich ihre Daten vergesse, es ist einfach nicht so, was einem wichtig ist, vergisst man nicht, es kann einem kurzzeitig durchrutschen oder man kommt drüber hinweg, aber man vergisst nur, was einen nicht mehr interessiert. Darum ist es unglaublich wichtig in meiner Welt, Menschen zum Geburtstag zu gratulieren, auch wenn man sonst vielleicht nicht mehr so viel miteinander unternimmt, es ist der Tag an dem man doch auch mal an diesen oder jenen Menschen denken kann und glaubt mir mal, ich bin der letzte der versteht, dass man an einem stressigen Tag drüber wegkommt und am nächsten Morgen auf den Kalender blickt und sieht, der Geburtstag war gestern. So oft, wie in diesem Jahr habe ich noch nie nachträglich gratuliert, denn im Gegensatz zu Tabletten, die man nicht nachnehmen sollte, ist ein lieber Spruch oder ein Ich-denk-an-dich auch am Tag danach noch gut und fühlt sich auch so an.
Fiel mir nur gerade so ein, als ich irgendwo im Vorüberscrollen las, dass "Das habe ich total vergessen", eine toxic phrase von Menschen ist, denen man am Allerwertesten vorbei geht. Jeder Mensch wird diese auch schon benutzt haben, allerdings ist das, wenn nicht nur schlecht formuliert eine klare Ansage und sagt viel über eure Beziehung zueinander aus.

Whiteknighting?

Ach scheisse, Leute, mittlerweile gibt es auch für alles einen Begriff, der zwar irgendwie präziser zu sein scheint, sich aber irgendwie immer anfühlt, als wenn sogar gute Dinge etwas Schlechtes sind.

Heute: "Whiteknighting!" Ich meine ich verstehe den Punkt, dass es toxisch sein kann, wen man sich oder andere als den weißen Ritter in seiner glänzenden Rüstung als der Held aller unterdrückten Völker inszeniert, allerdings ist das ja schon eine Verkehrung dessen, wofür der weiße Ritter einmal stand, Werte wie Loyalität, Nächstenliebe und Ehre und son Zeug. Die Ritter waren eine auf ethischen Werten und Treue basierte Gemeinschaft der Edelsten eines Königs, zumindest in den Geschichten meiner Kindheit. Dass darunter natürlich auch, wie in jedem edlen Zirkel auch Schlächter, Vergewaltiger und anderes Gesocks waren und der Ritter als solcher die Geschichte war. Beim weißen Ritter spielen dann auch noch Dinge wie "weißer alter Mann" und andere Assoziationen mit. Die Ritter vom Ku-Klux-Klan waren auch weiß und hielten sich für die Edle Spitze einer faschistoiden Gesellschaft von Menschenhassern. Also, ja, ich verstehe, dass der Begriff negativ konnotiert ist und trotzdem finde ich, wir sollten auch bei den finstersten Assoziationen, die wir mit was auch immer haben die Chance sehen, etwas Gutes im Bösen zu sehen und weiß war mal eine sehr helle Sache und hatte nichts mit Hautfarben und Ähnlichem zu tun, btw. Eisbären sind weiß, ich habe noch keinen weißen Menschen gesehen.

6/17/2025

Nicht so ganz glauben?

Wie geht sowas denn? Ist das dieses, mir gefällt die Idee von Glauben, aber ich kann das nicht, weil ich lieber frei sein will? Oder nicht gewillt bin, alles, was ich glaube, aufzugeben, um mich dem Glauben hinzugeben?

Interessante Ansicht, dann trotzdem gern in die Kirche zu gehen, wegen der Gesellschaft und der guten Ideen und so....

Irgendwie ist das bei mir genau umgekehrt, ich verachte die Kirchen, wegen ihrer Indoktrinierung und überstülpen von Ideen, die mit wahrem Glauben nichts zu tun haben und sogar gegenläufig sind. Anstatt in einer Gemeinschaft, deren Führer eine Idee vorgeben zu dienen habe ich die Erfahrung gemacht, dass wahrer Glauben keine Vermittler braucht, keine Deutung, es macht alles Sinn, man muss nur glauben, dass es so ist. Wahrer Glauben hatte noch nie etwas mit Religion oder Kirche oder Gemeinschaft zu tun, sondern bloß mit Hingabe, Willen, Liebe und Vertrauen. Aber hey, das ist ja nur meine "Meinung", es ist nicht an mir zu urteilen. In diesem Sinne...