6/21/2025

Zwangsinteressierte Vielseitigkeit

Wenn mir jemand etwas über die Brustbehaarung von Zwergen bei Tolkien erzählt bin ich gewissermaßen zwangsinteressiert, weil es einerseits natürlich spannend ist, zu erfahren, warum zur Hölle sich mein Gegenüber dafür interessiert, denn das sagt vermutlich sehr viel darüber aus, wer diese Person tiefergehend ist, andererseits triggert es mich, denn es ist etwas, worüber ich noch nie nachgedacht habe und deswegen grundsätzlich gehooked bin, bis ich feststelle ob ich wirklich interessiert bin oder irgendwann bloß noch aus Respekt zuhöre und folge. Vielleicht war es auch ein sehr weirdes Beispiel, allerdings sind es oft die abwegigsten Dinge, die mich zu tatsächlichem Interesse führen, ausgelöst durch "Zwangsinteresse" und das führt zu einer zum Teil zusammenhangslosen vielseitigen Sammlung an Interessen, die in ihrer Gegensätzlichkeit und keinem Muster folgend ein Fest für jeden Psychiater werden können.

Ich glaube man hat manchmal in Beziehungen sowas, dass man sich für Dinge interessiert, weil der Partner sich dafür interessiert, die Macht der Liebe, das eigene Gehirn würde niemals in eine solche Richtung gehen, allerdings sind wir dafür ja soziale Wesen, damit wir uns durch unsere Unterschiede befruchten und unsere Interessensgebiete erweitern und am Ende mit mehr dastehen, mehr Wissen und wenn man das Ganze zu Ende denkt mit mehr Liebe, so zumindest meine Wunschvorstellung.

"Hatten sie schon einmal das Gefühl, dass sich ihre Gedanken in den Raum ausbreiten?"

... war die weirdeste Frage, die ich je gehört habe, denn ich verstehe sie auch einen Tag später noch nicht. Physische Manifestationen meiner Gedanken wären etwas, dass ich dem Sci-Fi Bereich zuschreiben würde, denn immerhin benötigte es dazu einer Materialisierung immaterieller Dinge und so wie ich die physikalischen Grenzen unserer Realität verstehe ist das eher nicht möglich. Wie können sich Gedanken in den Raum ausbreiten? Sie sind immer nur in meinem Kopf, ich kann mir Gedanken darüber machen, dass sich "etwas" im Raum ausbreitet, mein Gehirn zum Beispiel, aber selbst der freiste Gedanke kann meinen Kopf nicht verlassen, es sei denn ich formuliere ihn in irgendeiner Weise aus und sende ihn. Als mir die Frage gestellt wurde, stellte ich mir so eine Art Gedankennebel vor und oh my, wie weird muss jemand sein, der so eine Frage stellt? Da fragt man sich doch manchmal, wer eigentlich auf welcher Seite des Tisches sitzen sollte. Nun ja, hattet ihr schon einmal das Gefühl, dass sich eure Gedanken in den Raum ausbreiten? Und wenn ja, bitte bitte bitte schreibt mir darüber und wie sich das anfühlt und wie das geht, ich möchte das unbedingt mal ausprobieren. tickman.lifeentertainment@gmx.de
Okay, wenn man es so sieht, wie die K.I. es versteht, dann habe ich das schon gehabt, dass einem quasi ganz viel im Kopf herumschwebt und es dann aus einem herausschwebt und man gar nicht schnell genug schreiben, sprechen, sichern kann, dass einiges dabei weggeweht wird. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass man die Frage dann nicht einfacher stellt. Z.B. "Haben sie öfter das Gefühl, dass sie gedankenverloren sind?" - so in die Richtung, egal schreibt mir, bin super gespannt. Bleibt wie immer anonym, wenn ihr das mögt.

Erdbeben im Iran - Grund zu wilden Spekulationen?

Ich bin kein Freund von Doomscrolling, seit ich weiß, was das ist. Ich bin auch kein Freund von haltlosen Verschwörungstheorien, allerdings lese ich sie als Drehbuchautor und Filmfan und Fantast gerne, denn das "was wäre wenn"-Spiel ist eines, das ganz oft am Anfang einer Stoffentwicklung steht und irgendwie ist die Fähigkeit Zusammenhänge herzustellen ja auch eine, die unser Gehirn auf Trab hält. Man sollte sich halt nur nie dabei erwischen, dass man das, was man sich dann da zusammenfantasiert die Realität ist. Also für alle, die noch nicht ganz so weit sind, das hier ist bloß ein meinen Gedanken entspringendes Szenario, das weder auf erwiesenen Fakten, noch auf irgendwelchen Beweisen beruht. Bloß etwas, dass mir in den Kopf kam, als ich die Schlagzeile las.

Erdbeben im Iran

Mein erster Gedanke war: "Israel hat doch nicht etwa!", der zweite Gedanke war, "Der Iran hat doch nicht etwa" und der dritte war, "Was für ein unheiliger Zufall, oder?"
Frühstücken wir das mal der Reihe nach ab, die Idee, dass Israel die komplette Atomwaffenherstellungsmöglichkeit des Irans mit einem kritischen Treffer zerstört hat und dadurch ein Erdbeben ausgelöst wurde klingt fast schon plausibel, allerdings habe ich nichts über Strahlung gelesen, wobei die bei einer unterirdischen Atomexplosion wohl auch nicht direkt wahrnehmbar wäre (Quelle: Broken Arrow :-) ) und die zweite Option der versehentlichen Selbstzerstörung durch den Iran mit dem gleichen Ergebnis sind dann doch "hoffentlich" ins Reich der Fantasie zu packen.

Aber was ist mit: Gott schickt als Zeichen, dass dieser Krieg einfach nur riesengroßer Kuhmist ist eine Warnung direkt in den Iran und zeigt dadurch deutlich, dass er der Gott der Israeliten ist? Ist das schon antisemitisch? Ist das blasphemisch? NEIN, es ist ein Gedankenspiel, lassen wir uns mal kurz drauf ein. Wenn Gott hier eingreift, dann hätte dieser Krieg mehr Bedeutung, als wir alle derzeit noch denken. Ich lese ganz oft von "Krisenherd", "Flächenbrand" und verharmlosendem "irgendein Konflikt" bis hin zu, "schon immer Problemregion" und dann denke ich mir, wie können wir uns so arrogant über die Belange der Menschen dort erheben und die tausenden, wahrscheinlich zehntausenden Toten in einem Small-Talk nach dem Wetter beim kunstvoll gestalteten Kaffe mit Milch weglächeln und zur Tagesordnung übergehen? Erdbeben schaffen Aufmerksamkeit, wenn auch nur kurz, aber Erdbeben in einer Region, in der gerade Krieg ist, das bringt Quote, ist es der Zorn Gottes? Und wenn ja, welchen Gottes, gegen wen ist der Zorn gerichtet, den Aggressor oder den Defendor, wer ist hier eigentlich wer? Und wo ist die Verschwörungstheorie?

Nun ja, so wie die derzeitige Lage der Weltpolitik ist, könnte hier alles passiert sein, von einer unterirdischen Geobombe aus Pakistan, Israel, USA oder der Hohlerde bis hin zu göttlichem Eingriff, als Wort der Warnung endlich mit den kriegerischen Handlungen gegeneinander aufzuhören und daher verbietet es sich auch in Anbetracht des unendlichen Leids, das derzeit vor Ort herrscht darüber zu spekulieren, ob eine Naturkatastrophe eine andere Ursache hat als Plattentektonik, denn auch wenn viele das nicht glauben wollen, die Erde rüttelt seit einiger Zeit ganz schön umher, weltweit und manchmal ist ein Erdbeben nur ein Erdbeben und die Weltgemeinschaft sollte ihre Hilfsmaschinerie anschmeißen und Hilfe in die Region schicken, ganz christlich, "Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen." (Lukas 6,27) und viel mehr sollte zu dem Thema generell nicht zu sagen sein. Liebe geht raus!

Was ich mache , wenn ich wütend bin?

Ich wusste auf diese Frage keine Antwort, ich war schon so lange nicht mehr so wütend, dass ich es einfach nicht weiß. Für mich persönlich klingt das einerseits wie was Gutes, denn es heißt meine Impulskontrolle funktioniert und ich raste nicht aus, sprich ich verliere nicht die Kontrolle. Allerdings sollte man Wut über so viele Dinge doch haben müssen, oder? Ich denke, ich kanalisiere meine Wut vor Allem auf die Tastatur, lasse meine Gedanken raus und baue sie somit so weit ab, dass in der realen Welt davon nicht viel mehr als starker Ärger übrig bleibt. Maximal, und das kann man dann entweder runterschlucken, wenns gering genug ist oder eben zielgerichtet kommunizieren, ausdiskutieren oder im besten Fall, denn sowas kommt im Zwischenmenschlichen meiner Erfahrung nach ganz oft von Missverständnissen gemeinsam weglachen. Ich glaube, ich lasse es einfach nicht mehr dazu kommen, dass sich etwas, was mich ärgert oder stört oder auch einfach passiert (ich meine klar machen mich Kriege, Terror und Ungerechtigkeit wütend, aber ich habe darauf keinen Einfluss, also haue ich meine Gedanken dazu raus und bin dann wieder fein, so leid es mir für die Leute vor Ort tut) so stark emotionalisiert, dass ich deswegen in Wut verfalle. Meine Wut, so sie denn überhaupt vorhanden ist schwenkt bei mir schnell in Bedauern und Mitleid um glaube ich, weil ich anfange Dinge zu analysieren, natürlich rege ich mich auf, wenn jemand sich einfach scheiße verhält oder absolut unsägliches Zeug plappert, jedoch hat das in 99% der Fälle einen Grund und wie kann ich mich erdreisten wütend zu sein über den Grund, den jemand anderes hat, scheisse zu sein? Sich über etwas aufzuregen und darüber zu wettern und eine negative Meinung zu haben ist nämlich entgegen dem, was viele Internetkommentarspalten uns vermitteln keine Wut. Wut ist etwas Unkontrollierbares und vor Wut müssen so Viele Dinge vorher maximal unschön gelaufen sein.

6/20/2025

40 - Mein Leben in 40 Worten

1985 Geburt
1986 Sprache 
1987 Schritte 
1988 Bruder
1989 Maschinengewehr
1990 Blumengruppe
1991 Grundschule
1992 "Crimson Crusher"
1993 Gesang
1994 Kindertechno
1995 Dortmundfan
1996 Europameister
1997 Schlauch
1998 Lebensspende
1999 Millenium
2000 Tulpenfest
2001 Hausgeschichte
2002 "MediaHall"
2003 Eskalation
2004 Zukunftsangst
2005 Ausgelernt
2006 Sommermärchen
2007 Mondschein
2008 Wacken
2009 Filmstudium
2010 "Berlinale"
2011 Aquavit
2012 Depression
2013 Spielnachmittag
2014 Auferstehung
2015 Resozialisierung
2016 Überleben
2017 Kaufmann
2018 Fitness
2019 Schmerzen
2020 Weltenwandel
2021 Verrat
2022 Aufstiegschance
2023 Ostflügel
2024 Kreativexplosion

Man in the mirror

Als die psychologische Bewertung meiner Person längst beendet war fragt mich die doch sehr junge Psychologin/Psychiaterin doch tatsächlich, was für ein Mensch ich sei. Ich hatte keine Antwort, ich bin ich, die Frage kann ich nicht beantworten, meine Selbsteinschätzung basiert auf 40 Jahren Erfahrung mit mir und jeder, der mich in der Zeit kennengelernt hat wird ein anderes Bild von mir haben und ich weiß nicht, ob ich irgendein Mensch bin. Ich weiß nicht, wie man so eine Frage beantwortet, nicht, weil ich nicht weiß, wer ich bin, sondern weil ich aufgehört habe jemand zu sein, der in irgendeiner Schublade lebt. Ich glaube ich habe geantwortet, ein Guter. Ehrlich gesagt habe ich diese beiden "Gespräche" irgendwie anders überstanden, als ich dachte. Mir wurde viel zu viel über jemanden geredet, der ich seit mehr als 10 Jahren nicht mehr bin. Ich war wahrscheinlich viel zu ehrlich und habe so viel ausgeplaudert, was mir im Nachhinein dann ja auch Probleme gebracht hat. Die hätten mal ein paar Menschen fragen sollen, die meine Transformation miterlebt haben, Dialyseschwestern oder Freunde. Und jede scherzhaft formulierte Vergangenheitsbewältigung wird mir sicherlich als nicht ernsthafte Refelktion ausgelegt. Herr Tickman hat den Ernst der Lage nicht verstanden, vermutlich wird mir die Phase in der ich meine Phosphatbinder nur schwer zu mir nehmen konnte (ich vergaß sie vor mir stehend) als Non-Adhärenz ausgelegt, die zwei Tabletten an denen ich letztes Jahr fast erstickt wäre als "Bild" und vermutlich noch jede Menge andere Dinge, die ich in meiner Art aus Übertreibung und Wortmalerei falsch verstanden werden. Ich glaube, sie hat auch nicht verstanden, dass ich mich damals nicht wirklich umbringen wollte, sondern einen langfristigen Plan dazu entwickelt habe, mit einer Ausstiegsstrategie sobald die Schmerzen gekommen wären. Nur, dass die Schmerzen nicht kamen und ich aufgrund der Depressionen damals den Absprung nicht kriegte. Versuch mal mit ner vernichtenden Diagnose aus dem Jahr 2012, als du in einer Phase akuter emotionaler Unausgeglichenheit, weil dein Leben, das du kanntest, zusammengebrochen war, zu argumentieren, dass du außer Reizdarm und der Angst vor Schmerzen, Ärzten und Autofahren eigentlich ein für dich angenehmes Leben führst. Ach Leute, als Michael sang:

"I'm starting with the man in the mirror
I'm asking him to change his ways
And no message could have been any clearer
If you wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change"

da war es wie ein Aufwachen, die Art und Weise, wie man mich behandelt hatte, löste bei mir eine Art Trotzreaktion aus, eine Chance mich noch einmal zu wandeln, den Rest dieser ganzen Scheiße, die ich mit mir rumtrage loszuwerden. Da scheint ja noch was zu sein, was mich hindert... Ich selbst zweifle ja daran, aber sobald dann das Schreiben kommt, kann ich ja zum Psychiater und mir den angeordneten Therapietermin zu holen, ich bin wirklich gespannt, worum es hier geht. Und ob es nicht darum geht, mich zu einem ordentlichen Lemming zurückzustutzen, weil ich ein paar Ideen lebe, die vielleicht nicht übereinstimmen mit einer guten Prognose für eine Transplantationsfreigabe.

6/19/2025

I'll be missing you

na, könnt ihr euch denken, was heute meine Themen waren?

Top 5 der schockierendsten Bibelstellen (Triggerwarnung)


1. 2. Könige 2,23–24 – Die Bären und die Kinder

Und er ging von dort nach Bethel. Und als er des Weges hinaufging, kamen kleine Knaben aus der Stadt und verspotteten ihn und sprachen zu ihm: ‚Komm herauf, du Kahlkopf!‘
Da wandte er sich um, verfluchte sie im Namen des HERRN.
Da kamen zwei Bären aus dem Wald und zerrissen zweiundvierzig von den Kindern.

Kontext: Der Prophet Elisa wird verspottet. Die Szene ist drastisch – ob symbolisch oder historisch gelesen, sie bleibt schwer nachvollziehbar.


2. 5. Mose 21,18–21 – Steinigung des ungehorsamen Sohnes

(siehe oben) – Ein rebellischer Sohn soll vor der Stadt gesteinigt werden.
Diese Stelle ist ein Paradebeispiel für die strengen Rechtsvorschriften im alten Israel.


3. Richter 19 – Die verstümmelte Nebenfrau

Ein Mann gibt seine Nebenfrau einer gewalttätigen Menge zur Vergewaltigung.
Am nächsten Morgen ist sie tot. Er zerstückelt ihren Körper in zwölf Teile und schickt sie durchs Land.

Wortlaut (Auszug):

„Er zerlegte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in alle Gebiete Israels.“ (Richter 19,29)

Diese Geschichte ist einer der düstersten und brutalsten Berichte in der Bibel.


4. Psalm 137,9 – Kinder gegen Felsen

„Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt
und sie am Felsen zerschmettert!“ (Psalm 137,9)

Kontext: Der Psalmist beklagt das babylonische Exil – in einer extremen Mischung aus Schmerz, Hass und Vergeltungsfantasie.
Diese Racheaussage ist poetisch – aber schwer zu ertragen.


5. 2. Mose 12,29 – Tötung der Erstgeborenen Ägyptens

„Und in der Mitte der Nacht schlug der HERR alle Erstgeburt im Lande Ägypten: vom Erstgeborenen des Pharao [...] bis zum Erstgeborenen des Viehs.“ (2. Mose 12,29)

Kontext: Die 10. Plage – Gottes Gericht über Ägypten.
Es ist ein Akt göttlichen Eingreifens zur Befreiung Israels, aber mit massivem Kollateralschaden.


🧠 Warum so viel Gewalt – und warum lässt Gott das zu, obwohl er allmächtig ist?

Das ist die klassische Theodizee-Frage:

Wenn Gott gut ist und allmächtig – warum gibt es dann so viel Leid, Bosheit und Gewalt (auch im Namen Gottes und von ihm ausgehend)?

🕊️ Mögliche theologische Erklärungen:

1. Freier Wille

  • Menschen sind frei, auch zum Bösen.

  • Gott will keine Roboter – er lässt Raum zur Entscheidung, sogar zum Fehlverhalten.

2. Erziehung statt Zwang

  • Die Bibel (besonders das Alte Testament) beschreibt einen Gott, der mit einem „halsstarrigen Volk“ ringt.

  • Die Strafen sollen aufrütteln, nicht vernichten – vergleichbar mit strenger Erziehung.

3. Die Texte sind menschlich gefärbt

  • Viele moderne Theologen sagen: Die Bibel ist Gottes Wort in Menschenwort – das heißt, es spiegelt auch die damalige Kultur und Mentalität wider.

  • Gewalt wird nicht immer gutgeheißen, sondern oft nüchtern berichtet, um zu zeigen, wie schlimm Dinge werden können, wenn Gott vergessen wird.

4. Apokalyptische Sprache

  • Viele der heftigsten Stellen sind symbolisch oder poetisch – Ausdruck extremer Emotion (wie Psalm 137), keine moralische Anleitung.


Zusammengefasst:

  • Die Bibel enthält teils grausame Szenen, weil sie das echte (und oft kaputte) Menschsein schildert.

  • Gott erscheint manchmal als strafend – aber im größeren Bogen der Bibel geht es immer wieder um Versöhnung, Neuanfang und Gnade.

  • Das Christentum sieht im Tod und der Auferstehung Jesu den Wendepunkt: Der Gott, der einst Gerichte brachte, trägt nun selbst das Leid, um Frieden zu ermöglichen.


Und jetzt frage ich euch, Meinungen, Stellungnahmen, Erklärungen? Vielleicht Ergänzungen, Kritik ist keine Blasphemie Leute und wir sollten uns immer vor Augen führen, dass unser guter Gott will, dass wir uns entfalten, lernen und verstehen und trotzdem oder gerade deswegen an ihn glauben. In diesem Sinne...

Rauch und Fleisch für die Götter?

Rauchopfer im Alten Testament – Gottes Nase?

Ja, tatsächlich!

Im Alten Testament wird mehrfach erwähnt, dass Gott den Duft von Opferfleisch liebt. Hier ein Beispiel:

„Und der HERR roch den lieblichen Geruch…“
(Genesis 8,21) – nach Noahs Brandopfer

Auch bei den Tempelopfern (z. B. im 3. Buch Mose) wird betont, dass das aufsteigende Fett und Fleisch als „wohlgefälliger Geruch“ zu Gott steigt.

Worum ging es wirklich?

  • Es ist keine wörtliche Nase Gottes gemeint.

  • Der Geruch steht symbolisch für die Annahme des Opfers – ein Zeichen: Gott ist zufrieden.

  • Das Verbrennen = Verwandlung → das Irdische steigt ins Göttliche auf.

Hintergrund:

  • In der antiken Welt (auch bei Babyloniern, Griechen, Römern) galten Rauchopfer als Verbindung zur Götterwelt.

  • „Geruch“ = unmittelbares Zeichen der Anwesenheit (auch im Tempel z. B. durch Weihrauch).


Herzensopfer bei Inka & Maya – brutale Hingabe?

Ja, es gab rituelle Menschenopfer, z. B. bei den Azteken, Inka und Maya. Besonders spektakulär: das Herausreißen des Herzens bei lebendigem Leib, oft oben auf Tempelpyramiden.

Aber warum?

  • Kosmischer Kreislauf:
    Die Götter hatten einst ihr eigenes Blut geopfert, um die Welt zu erschaffen.
    → Die Menschen geben nun ihr Blut, um die Sonne am Leben zu erhalten.

  • Herz = Sitz der Lebenskraft
    → Es wurde dem Sonnengott dargebracht, um seine tägliche „Reise“ zu sichern.

Wichtige Aspekte:

  • Es war nichts Sadistisches, sondern ein religiöses Pflichtopfer.

  • Oft wurden Fremde, Kriegsgefangene oder Freiwillige geopfert.

  • Das Opfer wurde als heilig angesehen, manchmal sogar als Auserwählter.


Kinderopfer – z. B. Karthago, Moab, Ägypten

Auch in anderen Kulturen (u. a. Phönizier, Moabiter, Kanaaniter) gab es Kinderopfer, z. B. an den Gott Moloch (vgl. Levitikus 18,21 und Jeremia 7,31).

Warum?

  • In existenziellen Krisen (Dürre, Krieg, Ernteausfall) galt das Opfer des „Wertvollsten“ (ein Kind!) als letzte Hoffnung.

  • Man glaubte, die Götter gnädig zu stimmen – durch das Höchste, was man geben konnte.


Was sagt die Bibel dazu?

Die hebräische Bibel lehnt Kinderopfer klar und scharf ab:

„So etwas habe ich nie befohlen, es ist mir nie in den Sinn gekommen.“
(Jeremia 7,31)

Und die Geschichte von Abraham und Isaak (Gen 22) zeigt, dass Gott keine Menschenopfer will, sondern Gehorsam und Vertrauen.


Gemeinsamkeiten in all dem?

  • Opfer = Brücke zwischen Mensch und Gottheit

  • Je kostbarer das Opfer, desto größer die Wirkung (Blut, Herz, Kind)

  • Rauch, Blut, Fleisch sind in vielen Religionen „Medien“, durch die Menschen das Göttliche berühren wollen

  • Aber: Kulturen unterscheiden sich massiv in der Wertigkeit des Lebens und dem, was sie als „heilig“ ansehen

3 Fragen zu Fronleichnam

Warum heißt Fronleichnam auf Englisch manchmal "Happy Cadaver"?

Ganz einfach: Das ist eine humorvolle (und etwas respektlose) Fehlübersetzung.

 "Fronleichnam" kommt aus dem Mittelhochdeutschen:

  • "fron" = des Herrn

  • "lichnam" = Leib/Körper (nicht Leiche!)

Es bedeutet also: "Fest des Leibes Christi"nicht "froher Leichnam" oder gar "Happy Cadaver" (was auf Englisch "fröhliche Leiche" heißen würde).

Diese Übersetzung taucht gern im Internet oder in Satire auf, ist aber falsch gemeint und verstanden – ein Missverständnis durch den Sprachwandel.

Feiern Katholiken wirklich, dass sie Jesus "essen"?

Die kurze Antwort:

Ja – aber nicht als Kannibalismus!

Die theologische Erklärung:

  • Beim Abendmahl (Eucharistie) wird die Hostie zum Leib Christi – so glauben es Katholiken.

  • Aber: Nicht im biologischen Sinn, sondern im sakramentalen, geheimnisvollen Sinn.
    Die äußere Gestalt bleibt Brot – der "Wesenskern" ist Christus.

Das nennt sich Transsubstantiation:

Brot und Wein werden gewandelt, aber sehen immer noch wie Brot und Wein aus.
Es ist kein Kannibalismus, weil Jesus nicht „zerteilt“ oder „getötet“ wird – er ist verherrlicht und lebendig gegenwärtig.

Warum wirkt es trotzdem seltsam?

Weil es für Außenstehende wirklich schräg klingen kann, wenn jemand sagt:

„Das ist der Leib Christi, den ich esse.“

In den ersten Jahrhunderten wurde den Christen deshalb sogar vorgeworfen, sie seien Kannibalen – genau wegen dieser Worte.

Aber in der Theologie ist klar:

Es ist eine geistige Speise, keine physische Zerstörung eines Körpers.

„Trinket alle daraus, das ist mein Blut.“
(Mt 26,27-28)

Die Sprache der Eucharistie ist symbolisch aufgeladen, dabei aber in der katholischen Tradition real gemeint, nur eben nicht materiell/blutig. Das ist ein schmaler Grat – und genau deshalb finden viele das Thema so faszinierend (oder verstörend).