12/27/2022

Buch der Erinnerung - Last.fm Shoutbox als Kriegsschauplatz

Als ich mich damals 2006 bei last.fm angemeldet habe war das ein großes Ding, die Community war wild und ungezähmt, wir haben uns gegenseitig die Shoutboxen zugemüllt wie es heute in den Kommentarspalten der anderen Socials passiert und unter jeder Band tobte ein Krieg der Hater, Trolle und Fans. Wenn man keine Unterhaltung in seinem Leben hatte oder einfach mal ein wenig Spaß haben wollte, daran wie sich Menschen über Kunst fetzen, da war der Place to be, was in den 90ern noch in Talkshows stattfand war uns mittlerweile so nah gekommen, dass wir mitmischen konnten.

Wie oft ich mich mit neoliberalen Punks darüber gezofft habe, dass ich "Böhse Onkelz" höre und damit ein Faschist sei, wie unglaublich viel Zeit man investiert hat, um sich für seine Musikauswahl zu rechtfertigen und wie viele Musiknazis es waren, die sich für die Wächter über gute Musik, Genretags oder Anderes aufschwangen. Herrlich! Irgendwie habe ich die Zeit geliebt.

Und nur zur Klarstellung, ja ich war mal sehr interessiert an Rechtsrock (zu dem "Böhse Onkelz" definitiv nicht gehören), habe mich auch wie ein kleiner Fascho benommen und gedacht, dass das nicht so schlimm ist, aber wie jeder Mensch, der mal in die falsche Richtung geht, habe ich irgendwann erkannt, dass das alles große Grütze ist und habe begonnen eine eigene Meinung zu bekommen anstatt die von hohlbirnigen Menschenfeinden zu übernehmen. Es gibt unendlich viele zulässige Meinungen in unserer Welt und ich bin bei weitem mit den meisten nicht einverstanden, aber die Meinungen die im ganz rechten Spektrum umhergehen und als braune Scheiße in irgendwelchen Spatzenhirnen brodeln sind steinzeitlich und unzivilisiert... nur mal am Rande!

Ich habe mich erst 4 Jahre später bei Facebook angemeldet oder so, davor waren ICQ, der MSN Messenger, das Habbo Hotel oder die verschiedenen VZs meine Internetheimat und Orte wo man miteinander in Kontakt blieb. Ach Leute, das war ne schöne Zeit damals, vor allem war es noch nicht so toxisch und von Werbung zermüllt. Heute ist das alles kommerziell erschlossen und durch Keksspuren so sehr von personalisierter Werbung durchsetzt, dass von "Social Media" eigentlich gar nicht mehr die Rede sein dürfte, aber solange wir den Scheiß fressen wird er produziert, das ist nun mal Marktwirtschaft!

Und da niemand den Kreislauf durchbrechen will macht es irgendwann puff und außer Nonsens-Unterhaltung, Werbetreibenden und Konsumenten ist da nichts mehr los. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass jeder zweite denkt er könne berühmt werden, weil er einen Account auf irgendeiner Plattform hat. Die Logik allein verbietet einen solchen Gedanken, denn wenn alle berühmt wären, wäre das ja nichts besonderes mehr, aber hey bevor wir uns damit beschäftigen sollten wir vielleicht lieber in die Bildung unserer Nachkömmlinge investieren, sonst kleben demnächst an jeder Straßenecke irgendwelche jungen Erwachsenen und die Kids denken, das sei Kunst... 

12/20/2022

Augenschmerzen & Unschärfe

Hallo Freunde dieses Blogs

Ich fürchte ich muss jegliche Texte auf das neue Jahr schieben, da meine Augen aus irgendeinem Grund rumspinnen, wenn sich das morgen immer noch nicht gelegt hat werde ich notgedrungen zum Arzt gehen, ihr wisst wie sehr ich es liebe...

Falls ihr euch auf fröhliche Antifeiertage mit misanthropischem Anstrich gefreut hattet, sorry versucht es mal ohne mich, ich versuch dann ab Januar wieder kräftig zu hassen, auch wenn ich in letzter Zeit merke, dass mir das auch schwer fällt, weil die Menschen, die ich hassen sollte mir mehr oder weniger egal sind und die allgemeine Ablehnung menschlichen Seins auf Dauer unfassbar ermüdend sind, also vielleicht kommt das gar nicht wieder, aber definitiv viel Content, der normal noch im Dezember dran gewesen wäre. Die jährlichen Toplisten zum Beispiel werden dann mit etwas Verspätung erscheinen und natürlich die Manöverkritik Silvester und der Jahresrückblick.

Ich wünsche euch damit an dieser Stelle schon einmal geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch, übertreibt es nicht und vielleicht denkt der ein oder andere ja auch an mich in diesen Tagen.


Vielen Dank für eure treue Leserschaft ihr Zwei 😂

12/17/2022

Stanleys Top 100 Vol. 24 (Der zweite Reiter Edition)

Und wieder ist ein halbes Jahr vorbei, eine neue Top 100 erblickt das Licht der Welt, für die, die mir bei Spotify folgen schon heute Mittag, dem Rest mag ich die neue Topliste meiner Lieblingssongs des letzten halben Jahres jetzt ans Herz legen.

Wie ihr das kennt unten mit eingebetteter Playlist und wie immer ist die Nummer 100 der Top Track! Ihr könnt natürlich auch einfach die Shuffle Funktion einstellen, dann sind die Lieder bunt gewürfelt und ihr hört es euch nicht in der ausgeklügelten Reihenfolge an, die ich als Creator vorgesehen habe.

Was waren eure Top-Tracks? Spürt man meine einschneidende Lebensveränderung? Merkt man der Playlist eine Veränderung meiner Psyche an ? Wann hört in Deutschland endlich die Pandemie auf?

Antworten, Anregungen, Hate-Speech, Followers?! Gebt euch, aber im Rahmen, wie gehabt...
oder an: tickman.lifeentertainment@gmx.de

In diesem Sinne...

12/15/2022

In einem stressigen Umfeld zu sich finden

Viele von Euch werden das kennen, ihr hetzt von einem Ort zum Nächsten, von Termin zu Termin, von einer Erledigung zu einer Anderen und das Alles für Andere weil am Ende ja immer der Esel kommt.

Und genau das passiert, ihr seid Esel, denn ihr packt und packt und packt euch die Lasten Anderer auf und vergesst dabei das Esel sein. Ihr vergesst Euch selbst und das führt zur Vernachlässigung und endet nicht selten in immerwährendem Frust und Stress eurerseits. Diesen übertragt ihr dann wieder auf Außenstehende, die mal gar nichts dafür können und fühlt euch schlecht, weil alle EUCH als das Problem ansehen.

Hört auf, helfen zu wollen, was nicht Euers ist. Seit einiger Zeit lebe ich bewusst als Hochsensibler und ich lerne jeden Tag etwas dazu, wenn es um die Abschottung äußerer Einflüsse zum Selbsterhalt und vor allem für ein erfüllteres Leben geht. Es ist grauenvoll zu sehen, wie Menschen wirklich sind. Die meisten machen lieber den ganzen Tag irgendetwas Sinnloses oder noch schlimmer Unsinniges, als sich die Ruhe zu nehmen und auszuhalten mit sich selbst konfrontiert zu sein.

Ich spare mir die Beispiele, jeder von Euch kennt sicher genug davon, die für euch unerträglich sind mit anzusehen oder wahrzunehmen, weil ihr die Stresskaskade am Ende solcher Tätigkeiten vorherseht und obwohl es Euch egal sein könnte, wir müssen uns einmischen. Sehen diese Menschen denn die Konsequenzen ihres Handelns nicht? Ist es ihnen egal? Machen sie es womöglich um uns in den vollendeten Wahnsinn zu treiben? Manchmal bin ich sehr unsicher, ob ich es mit einem Menschen zu tun habe, der mir einfach nicht gut tut und toxisch ist, oder ob ich überempfindlich reagiere und es alles nicht so schlimm ist. Darum prüfe ich in solchen Situationen meine Umgebung und wie diese reagiert und erspüre deren Schwingungen.

Eine gute Übung ist der Raum voller Menschen, was spürt ihr, wenn ihr so einen betretet? Bei mir war es früher eine völlige Überlastung bis hin zur Panikattacke, weil so viel auf mich eingeströmt ist, womit ich nicht umgehen konnte. Heute fühlt sich das an, als würde ich bei Netflix die Mediathek aufmachen und es differenzieren sich die einzelnen Stimmungen, teilweise Gedankenströmungen und Emotionen aus, wie sich auffächernde Menüs, denen ich dann je nach meiner Auswahl nachgehen kann. Oft bemerkt man die negativen Gefühle und Stimmungen zuerst und zumindest ich meide diese Menschen dann erst einmal, es sei denn es sind Gefühle von Trauer oder Unverstandenheit, dem fühle ich dann leider immer noch deutlich nach. Das ist warum viele von mir sagen, ich sei ständig auf der Suche nach kaputtem Spielzeug, das ich reparieren kann. Ich arbeite auch daran.

Die größte Herausforderung ist derzeit ein stressiges Umfeld, voller überstrapazierter hart arbeitender (teilweise sinnlosen Tätigkeiten nachgehender) Menschen, die sich im Grunde nur eine Pause gönnen müssten, das aber aus irgendwelchen Gründen nicht hinbekommen. Eigentlich nicht meine Baustelle und damit nicht mein Problem, doch leider habe ich diese Menschen in letzter Zeit ständig um mich und eine Flucht kommt nicht in Frage. Ein selbstgewähltes Schicksal also, auch dafür muss es eine Lösung geben. Jede noch so belastende Situation hat einen Ausweg und wenn es nur erst einmal das Ziel ist, es auszuhalten. Es ist nicht leicht die innere Mitte zu fokussieren, wenn von verschiedenen Seiten daran gezogen wird, teilweise unbewusst, teilweise ganz bewusst mit meiner Schwäche der Hochsensibilität gespielt wird (nicht falsch verstehen, eigentlich empfinde ich meine HSP als absolute Stärke).

Diese Menschen verdienen Eure Liebe nicht, an allererster Stelle verdient Ihr selbst sie, aber seid vorsichtig, dass ihr nicht von einem Extrem ins Gegenteilige fallt. Ich zum Beispiel neige dazu mich teilweise wie der letzte Narzisst auf Erden zu verhalten, um einen Ausgleich zu meinem sonst so überfürsorglichen und nächstenliebenden Ich zu schaffen. Sich irgendwo in der Mitte einzupendeln und dennoch zu wissen, dass man den HSP-Booster zuschalten kann ist vermutlich eine Sache der Übung und erfordert ein genaues In-Sich Hören in den verschiedensten Situationen und Phasen, die unsere Sonderfähigkeit triggern.

In einem stressigen Umfeld zu sich zu finden ist nicht leicht, aber es ist machbar und so unglaublich erstrebenswert, man wird zum Auge des Sturms, zu allen Seiten Chaos und Getöse, nur in dir herrscht Ruhe und Frieden, du behältst den Überblick, bleibst überlegt, entscheidest, ob du den Schritt wagst nach rechts, nach links, in den Wind, dich mitreißen lässt. Was sagt dir deine innere Stimme, hör zu - BE DU!

Radio-Gesicht verlässt Kommentatorenplatz

Als ich die ersten Spiele mit dem doch sehr besonderen Kommentator Béla Réthy schaute, war ich nicht sonderlich begeistert. Vorgefertigte Lebensläufe von Spielern vorzulesen und das Spiel nur am Rande zu kommentieren war nicht gerade das, was ich von einem Sportkommentator erwartete. Damals war ich aber töricht und im Laufe der Zeit habe ich diese Art der Kommentierung immer mehr zu schätzen gewusst, bis zu einem Punkt, an dem es mich wieder nur genervt hat.

Und dann kam der Regen, ich weiß nicht mehr ob es Olympia oder EM war, als man in der Schalte dann irgendwann nur noch die komplett durchnässten Blätter liegen sah und den Kommentator nahm es mit einer Kombination aus Humor und Zynismus. Von diesem Moment an war es der zum Teil bissig zynische Kommentar von Béla Réthy, der mich dazu brachte mich wieder auf Live-Übertragungen zu freuen. Natürlich ist er kein Frank Buschmann, oder Werner Hansch aber in dieser Liga hat Béla Réthy für mich fortan immer gespielt, weil es Spaß machte ihm zu zuhören auch wenn das Spiel mal nicht genug hergab oder der gebotene Sport eher mau war.

Tatsächlich war Béla Réthy der einzige Kommentator bei den Öffentlich-Rechtlichen, den ich mir angehört habe und nicht auf den Zweitkanalton geschaltet habe, wenn ich mir ein Fußballspiel angeguckt habe in den letzten Jahren. Die Gründe sich ein Fußballspiel im Fernsehen anzusehen werden immer weniger.

Ich hoffe er taucht irgendwo mal wieder auf, vielleicht vertont er ja irgendein Hörbuch oder so, denn als so bekannte Stimme steht einem da doch sicher auch die Tür offen, irgendwo in diese Richtung zu gehen...

12/14/2022

Wir werden noch Freunde

Vorgefertigte Meinungen von Menschen sind etwas Grausames, sie sind wie ein Geschwür, dass man nicht sieht bis es eine gewisse Größe angenommen hat und vermutlich nicht mehr reversibel ist. Nur weil jemand sich oft nicht entsprechend des eigenen Auftretens verhält darf man ihn längst noch nicht verurteilen und vor Allem ist was auch immer vorgefallen sein mag kein Grund jemanden zu mobben oder künstlich hoch zu fahren.

Ich hatte tatsächlich gedacht den Fall hier genau zu schildern würde möglicherweise irgend etwas ändern, aber eigentlich ist es absoluter Kindergarten unter Kollegen und ich bin keiner davon, ich bin nur Patient. Es gefällt mir nicht, was da passiert, auch wenn die betroffene Meisterschwester ab und an etwas Erdung gut getan hätte, scheint sie sich mir gegenüber durchaus zusammen zu reißen und ich merke eine ausgeprägtere Milde bei ihr. Niemand hat es verdient, dass man ihm künstlich Stress macht. Und ich fand es von gewissen Personen auch nicht sonderlich nett mich indirekt dazu zu missbrauchen. Ja ich merke so etwas, ich bin hochsensibel ihr Knallchargen. Und wenn ich dich schon frage, ob du den Laden nicht im Griff hast und du mit "Nein" antwortest, dann sollte sich dir doch schon dein weiterer Weg darlegen oder? Oder fällt es dir so schwer die Macht, die nur mit Problemen behaftet ist wieder abzugeben? Oder ist es das Geld? Habe ich dich so falsch eingeschätzt?

Es ist nicht schlimm sich zu vergaloppieren, schlimm ist es sich das nicht einzugestehen und die Konsequenzen seines Handelns zu ziehen. Nicht jeder ist zum Anführer geboren und nicht jeder, der denkt er könne es besser, kann es auch. Am Ende werden die Meisterschwester und ich noch Freunde, weil ich eben immer auf der Seite der Gerechtigkeit stehe. Und in diesem Fall erscheint es mir eindeutig, dass ein Sündenbock gesucht wird und sie durch ihr Verhalten der Vergangenheit perfekt ins Schema passt.

Die beste Nachricht des Tages war aber neben meinen Werten, dass die unglaublich beliebte Ärztin demnächst in einem anderen Zentrum anfängt. Sie war vor Allem bei einer Person sehr beliebt, sich selbst. Manchmal lösen sich Probleme dann eben doch von selbst und das Universum bringt alles ins Gleichgewicht.

It's trve - BE DU!

Kaltes klares Wasser

Und dann auch noch ohne Kohlensäure, was ist das denn hier?
Im Ernst, wenn Arafat kein Fahrrad hat, denn geht er halt zu Fuß,
der Dialysativpatient, der liegt hier weil er muss,
Und hätte er die Kohlensäure, dann wär sein Wasser warm
Die Ausrede des Übersehns finde ich zu arm.

12/13/2022

Improvisierter Arbeitsplatz

Noch ist nicht alles an seinem Platz und mein Home Office Arbeitsplatz ist derzeit ein improvisierte Klapptisch, den ich sonst für Packereien oder im Kreativprozess benötige oder auch mal für Klemmbausteinbauten nutze.
Ist ne Option, aber keine optimale. Wenigstens kann ich wieder schreiben, auch wenn meine Augen mir den ein oder anderen Streich zu spielen vermögen. Wird wohl doch noch ein Termin beim Augenarzt notwendig...?

Der Tod lebt immer mit

Meine lieben Freunde,

heute möchte ich euch mal über einen morbid-witzig-skurrilen Internetauftritt berichten, den ich entdeckt habe, als ich auf der Suche nach der Frage war, ob man erfahren würde, wenn die geliebte Oma sterben würde, obwohl man mit den Menschen bei denen sie wohnt im Clinch läge und seit einiger Zeit keinen Kontakt hätte.

Auf genau dieser Suche bin ich auf folgende Seite gestoßen: https://www.mymoria.de/

Ich denk mir das nicht aus, eine sehr poppige Seite, die mir meine letzte Ruhe schmackhaft machen will, aber tatsächlich auch sehr informativ, das muss ich zugeben. Leider nichts zu meiner Fragestellung, mehr so allgemeine Dinge, wie Abläufe und Verständigung von Angehörigen im Fall von Unfällen, etc.

Was ich jedoch gefunden habe ist die unglaublich verlockende Idee einer Baumbestattung. Dabei scheint man seine Asche unter den Wurzeln eines Baumes begraben zu lassen. Das würde mir im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes des Gedankens, "Asche zu Asche" und "Zurück zur Natur" wirklich gut gefallen. Außerdem fallen dann keine großen Grabpflegearbeiten an und irgendwann bin ich Teil des Baums, eine sehr tröstliche Vorstellung sich mit seinen Ahnen zu vereinen (den großen Alten) und wieder Teil des Ganzen zu sein.

Aber schon wieder zu viel zum Tod, leben wir erstmal.

P.S.: Der Slogan "Wo Abschied lebt" ist so schön zynisch, dass ich es auch nur feiern kann und das hier ist keine bezahlte Werbung.

12/11/2022

Aufgewacht zuhause!

Heute Morgen das erste Mal aufgewacht und das Gefühl gehabt, nicht mehr in irgendeinem Krankenhaus- oder Hotelzimmer aufzuwachen, sondern zuhause. Obwohl noch alles voller Kartons steht und die Hälfte meiner Möbel noch nicht einmal auf dem Speditions-LKW liegen ist es heute doch das erste Mal, dass ich das Gefühl habe, hier hin zu gehören. Jetzt ist Heimat!