11/07/2024

Projekt: Top 250 – Eden weint im Grab

Düstere Poesie mit Totenduft – so lässt sich Eden weint im Grab wohl am treffendsten beschreiben. Eine Band, die nihilistische Lyrik, romantischen Todestrieb und schauriges Theater vereint – und das auf eine Weise, die anfangs beinahe unverständlich erscheint. Texte wie aus einem viktorianischen Albtraum, so schwer, dass sie wie nasse Leichentücher an einem hängen bleiben.

Ich habe sie immer exzessiv in meinen dunklen Phasen gehört, meist in den finstersten davon – mit vollem Herz, voller Verzweiflung, manchmal auch mit so einer morbiden Faszination. Eden weint im Grab waren nie bloß Musik, sondern ein Zustand, eine Atmosphäre, eine Einladung, den Abgrund nicht zu fürchten, sondern ihn zu rezitieren.

Und irgendwann, viel zu spät vielleicht, kam mir der Gedanke: Eden Weint Im Grab – E. W. I. G. Na klar. Natürlich. Was auch sonst. Ihre Musik war ein Teil meines eigenen "Depressionalex"-Kapitels, nicht zur Heilung, aber vielleicht zum Verständnis. Manchmal braucht man eben eine Band, die einem das Vergehen erklärt – als Kunstform.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Metallica

Metallica sind eine der ganz wenigen Bands auf dieser Liste, bei denen Liebe und Ablehnung so eng beieinanderliegen.

Was habe ich sie gehasst, als sie mir Napster wegnahmen – dieses goldene Tor zu all der Musik, die ich mir als Teenager nicht leisten konnte, aber dennoch liebte, brauchte, verschlang. Und dann kamen Metallica mit ihrer Klage – Metal-Millionäre gegen Kids mit Modemanschluss – und ich war empört.

Musikalisch war es damals auch keine Liebe auf den ersten Blick. Der rohe Thrash Metal, den viele feiern, hat mich nicht abgeholt, das kam mir oft zu hektisch, zu krawallig, zu wenig melodisch vor. Aber dann gab es da eben diese anderen Seiten: Songs wie „Turn the Page“, „Wherever I May Roam“, „The Unforgiven II“ – hymnisch, atmosphärisch, fast schon balladesk. DAS war mein Zugang zu Metallica. Das war der Soundtrack zu Nächten, in denen ich die Welt verstehen wollte.

Irgendwann sah ich sie dann live – Rock am Ring, zwei Stunden pure Energie, übertragen auf MTV Live, mit allen Klassikern. Ich konnte mitgehen, mitsingen, und mich trotz „Sad But True“ oder „St. Anger“, die ich bis heute skippe, auf das konzentrieren, was mir an dieser Band eben wirklich etwas gibt. Metallica bleiben ein Spiegel der Widersprüche – unglaublich wichtig, unbestritten groß, aber für mich eben nicht durchgehend zugänglich. Und genau das macht sie vielleicht so besonders, denke ich.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Harpyie

Harpyie sind so eine Band, die mir eigentlich über Bande ins Leben gespielt wurde – nicht durch Zufall entdeckt, sondern durch Freundschaft. Ein guter Freund aus meiner Vergangenheit hatte persönlichen Kontakt zur Band, und irgendwann rutschte sie dadurch in meine Playlist. Und was soll ich sagen – ich war ziemlich schnell angetan.

Musikalisch irgendwo zwischen Mittelalterrock, Folk und Metal, mit einer Energie, die live nochmal deutlich mehr reinhaut, aber auch auf Platte ihren ganz eigenen Reiz hat. Harpyie haben eine eigene Handschrift, sowohl klanglich als auch inhaltlich, und das hat sie verdientermaßen in meine Top 250 katapultiert.

Ich gebe zu: Ich habe sie nicht komplett durchanalysiert, aber die Stimmung und der Vibe, die bei vielen Songs durchkommen, haben mich immer wieder erreicht. Und manchmal reicht genau das – nicht jedes Musikprojekt muss ein Lebenskapitel sein, manchmal reicht es, dass man zur richtigen Zeit das Richtige hört.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Ankermenschen

Wir sind tief im Unterbewusstsein anderer Menschen verankert, weil es etwas gibt, dass uns auf hoher See Ruhe gibt uns festhält, wenn der Sturm uns davonreißen will. Und dann erinnert uns irgendwas daran, wer unsere Anker sind. Wir sollten gut acht geben auf unsere Anker, denn auch wenn man sie immer bei sich wähnt, können Anker auch verwittern.

11/05/2024

Deep Talk Döner

Leute, ich hatte gerade eine geniale Idee, Döner verkaufen, die so lang sind und so viel Erlebnis mitbringen, dass man sie zu einem Deep Talk nutzen kann. Einfach mal Zeit nehmen sich auszusprechen und nicht möglichst schnell wegfuttern, um das Gespräch zu beenden. Im Grunde das, was man sich reinzieht, wenn man sich datet, nur ohne schickes Restaurant und Etikette, wo man sich schon generell nicht gibt wie man ist. Und bei Döner ist man einfach man selbst. Döner-Date mit Deep-Talk-Döner sozusagen. Ich will DAS!

Remember Remember, is wieder November

Und ja, auch Guy Fawkes wäre in der Fist of Justice gewesen, wenn es sie damals schon gegeben hätte, auch wenn seine Methode natürlich deutlich radikaler war, aber die Strafen damals waren es auch und das Regime hatte es in den Augen der Täter verdient, eine Geschichte, die sich immer wieder wiederholt und fast 500 Jahre später ist der damalige Terrorist in vielen Kreisen ein Held, dem ein inoffizieller Feiertag gewidmet ist. HEUTE
In diesem Sinne... 
Join the fist!

11/01/2024

T and Fs Oktober '24

Der Oktober war ein durchwachsener Monat, mein Zustand ist immer noch nicht wieder so, dass ich richtig großen Spaß am Filmabend haben konnte, trotzdem gab es 24 Sichtungen von denen 4 Rewatches waren. Alles was der Oktober hergab, hier im Film-Tagebuch auf letterboxd.

Und da gestern Halloween war und ich noch etwas Nachstress habe, weil das echt nicht das geilste Halloween der letzten Jahre war, schnell zu den Tops und Flops:


Flop Fünf
1 - Nine Dead
2 - Sisters Of Death
3 - Beta Test
4 - Time Cut
5 - Elevator Game

Top Fünf
5 - Goal Of The Dead - 11 Zombies müsst ihr sein
4 - Joe
3 - The Salvation
2 - Rebel Ridge
1 - Bliss


Wie immer die Frage an euch, war euer Oktober auch eher ein Gruselmonat oder habt ihr mit dem ganzen Kram nix zu tun und guckt, worauf ihr gerade Bock habt ohne die Einschränkung eines Monats durch die Industrie, die euch weißmachen will, dass Halloween ein weltweites Konzept sein kann?

10/31/2024

"Irren ist menschlich"

oder im Original von Seneca "Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum", was übersetzt dann ungefähr "Irren ist menschlich, den Irrtum zu leben jedoch teuflisch", bedeutet.

Generell sind wir Menschen ohne Führung stehts auf dem Weg in die Irre, daher ist die Täuschung Teil unseres Wegs. Im Normalfall machen wir Fehler, lernen daraus und meiden dementsprechend dem Irrweg länger zu folgen als notwendig. Warum gibt es jedoch dennoch Menschen, die sich ihrer Fehler durchaus bewusst sind, sie jedoch mehrfach begehen und bewusst die eigene Lüge leben?

Na, ja Seneca hatte das schon ganz gut formuliert, wer bewusst ein Leben in Irrung oder Täuschung wählt, der muss des Teufels sein. Was jetzt klingt wie irgendein wirres christliches Devil-Bashing ist nichts weiter als der Hinweis darauf, dass jeder mal Fehler macht und das auch voll okay ist, wenn man es sich und gegebenenfalls dadurch seiner übergeordneten Instanz eingesteht und bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit etwas anders macht, im Besten Fall Vergebung erbittet.

Gott zum Beispiel muss kein Blödsinn sein, sondern kann in vielerlei Hinsicht als eben jene übergeordnete Instanz aller gesehen werden, wenn man nicht in der Lage ist Selbstreflektion oder Eigenliebe zu empfinden, geschweige denn zu leben. Gott kann was für Alle sein, was immer sie gerade brauchen.

In diesem Sinne... Liebe geht raus!

10/30/2024

Wirre Wölfe rumpeln Dortmund raus

Während der ersten Hälfte des Pokalspiels Wolfsburg - Dortmund dachte ich erst, es handle sich um eine Parodie auf Fußball. Beide Seiten "spielten" auf Kreisliganiveau und ich traute meinen Augen nicht. In der zweiten Halbzeit fragte ich ganz oft, ob meine Ansprüche an Fußball so hoch geworden sind, dass ich hier keinen Spaß dran haben kann. Nach 98 Minuten war mir längst klar, dass die Borussia, die wirklich an einem Tiefpunkt angekommen ist, ausscheiden würde. Irgendwann in der Nachspielzeit bestätigte sich diese Vermutung und ich fühlte nichts. Ich saß da und merkte, wie meine Freunde langsam den Raum verließen und schlafen gingen...

Na ja, man hätte sowohl 4 zu 0 gewinnen können, oder auch verlieren, am Ende ist man raus. Und irgendwie ist mir das deutlich egaler, als es mir sein sollte. 

Schauen wir mal, was Wochenende gegen die Dosen passiert...

10/29/2024

"German Lüften", habe ich einen Trend ausgelöst?

Stoßlüften Trend in den USA wird wie eine deutsche Wundererfindung im Netz gefeiert, dabei ist es eine Sache, die wir hier schon seit ich denken kann, machen. Und ich bevorzuge es auch, vor Allem gegenüber dem ständigen Durchzug durch "Auf Kipp".

Aber diesmal ist der zeitliche Zusammenhang so, dass ich mir einfach mal ein Stück vom Kuchen zuschreibe, habe ich doch vor ein paar Monaten einen Song zum Thema geschrieben und ihn bei/mit SunoAI rausgehauen, hier ist der Link:
Stosslüften

Hört gerne mal rein, lasst Kommentare da oder hier und weil es jetzt ja eh raus ist, kündige ich schon einmal für nächstes Jahr ein paar Releases an, die auf meinen Texten und der technologischen Errungenschaft von AI basieren werden.

Leute, im Ernst? Es gibt da diesen Begriff für das vermeintlich gehäufte Auftreten von Dingen in unserem Leben mit einem ähnlichen Themenbezug, ihr kennt das, man redet über etwas sehr abwegiges, wie einen alten Käfer von VW und im Laufe der Woche fahren drei davon bewusst an euch vorbei.

Ich finde es trotzdem ganz schön irre, dass die Amis im Jahr 2024 entdecken, dass man Fenster auch öffnen kann und damit frische Luft bekommt. This is the world we live in!