11/14/2024

Projekt: Top 250 – The Rattles

The Rattles – eine Band wie aus einer anderen Zeit, und vermutlich eine der dienstältesten in meiner gesamten Liste. Gegründet 1960 von einem gewissen Achim Reichel, sind sie heute so etwas wie das deutsche Beat-Wunder – zwischen Rock'n'Roll, Mersey-Beat und gelegentlichen Psych-Tönen. Jeder kennt vermutlich ihren internationalen Hit „The Witch“, ein Song, der fast schon wie ein Psychobilly-Klassiker daherkommt, obwohl der Rest ihres Schaffens eher in klassischen Rock'n'Roll-Gefilden spielt.

Mich hat die Band live überzeugt – minimum 4 Stunden Konzert irgendwann in den 2000ern, unterbrochen von einer Beatles Coverband, die ne Stunde in der Pause gezockt haben, ich war eigentlich nur durch Zufall dabei gewesen, wegen Freikarte und dem Versprechen auf Freigetränke und ehemaligen Weggefährten. Am Ende war’s einer dieser Abende, an denen man völlig ohne Erwartungen hingeht und dann von der Energie der Musik überrollt wird. Ein kleiner Saal, eine große Band, und mein Vater war auch dabei – eine seltene und besondere Erinnerung.

Ich kannte die Rattles bis zu dem Abend überhaupt nicht, aber danach habe ich mich durch ihr Werk gegraben. Spotify? Fehlanzeige damals. Also ab ins alte Plattenarchiv im Keller,
und dort wurde ich fündig. Der Sound? Ein wilder Mix aus nostalgischen Hymnen, mitreißenden Tanznummern und dieser ganz besonderen Oldschool-Attitüde, die auch einen Metalhead wie mich zum Mitwippen zwingt. Danke, Papa.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Dynazty

Schwedischer Hard Rock, wie er im Buche steht. Melodisch, kraftvoll, episch – und irgendwo immer auf dem schmalen Grat zwischen bombastischem Metal und charmantem Kitsch. Genau da, wo es mir gefällt. Ich kann mich in ihrer Diskografie verlieren, komplett abtauchen, ohne auch nur einen Song zu haben, den ich besonders hervorheben könnte. Nicht, weil es keine Hits gibt – sondern weil alles irgendwie zündet. Kein Ausfall, kein Durchhänger. Nur ein steter Strom an hymnischer Energie, der mich bis heute begleitet.

Dynazty ist eine dieser Bands, die völlig unter dem Radar fliegen und gleichzeitig so viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Underrated like hell. Sie liefern konstant ab, und das mit einer musikalischen Klasse, die nicht viele im Genre erreichen.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den Encyclopedia Metallum-Link zur Band.

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Projekt: Top 250 – Fiddler’s Green

Folk’s not dead! Und wer mich kennt, weiß: Ich war dabei. Live. Laut. Lindwurm. Wall of Folk. Diese Band hat mich auf dem Rock Harz Open Air (ich weiß leider nichtmehr in welchem Jahr) voll erwischt – mit so viel Lebensfreude und Pub-Energie, dass selbst der grimmigste Metalhead auf seinem Metbecher hopsend Polka tanzt.

Ich höre Fiddler’s Green mittlerweile seit 2005/2006, also schon ewig, und je nach Stimmung bin ich eher beim ruhigen, fast verträumten Fiddlertum unterwegs, damals vor Allem in den Nächten ohne Ende in den Armen holder Maiden – oder ich brauche die volle Dröhnung Folkpunk à la Dropkick Murphys um Druck abzulassen, wenn die Welt mal wieder droht über mir zusammenzustürzen.

Meine Lieblingsphase ist ganz klar die um das Album „Drive Me Mad!“, mit absoluten Bängern wie: „Captain’s Song“, „Long Gone“ und „The Night That Paddy Murphy Died“

Die Band ist einfach Gute-Laune pur – sofern man kein Problem mit Streichern hat. Aber ganz ehrlich: Wenn doch, dann verpasst man eben was.

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11/13/2024

2000 Mädchen

Ich weiß nicht, wie viele Frauen ich in meinem Leben kennengelernt habe, doch immer wieder gibt es da diese Besonderen, die aus der Masse hervorstechen, sie sind so anders, so lieb, so gut, als könnte ihnen nichts aber auch gar nichts jemals das Herz verrücken, Engel in Zivil. Wir hatten das Thema ja schon zur Genüge, ich steh auf Krankenschwestern und glorifiziere diese, stelle sie auf Podeste und jeder Psychologe würde mir vermutlich eine gewisse Neigung unterstellen. Sowas ist das hier nicht.

Larry ist ein ganz besonderer Mensch, der mich an eine Zeit erinnert, wo ich selbst noch jung war und noch nicht so verbittert und grumpy, wie ich es heute bin, meine Discothekenzeit vor Allem, wo ich im Stroboskoplicht der Nacht genau so jemanden kennengelernt habe. Und nur damit hier keine Zweifel aufkommen, Larry ist in meinem Alter, vermutlich verstehen wir uns genau deswegen so gut, ähnliche popkulturelle Sozialisierung, Kinder der 90er, etc. sowas verbindet, wenn man dann noch einen gewissen Draht zueinander hat, dann fühlt es sich einfach gut an.

Irgendwann im Leben merkt man einfach, dass es wenige Menschen gibt, die meinen hohen Ansprüchen für interessante Gesprächspartner oder generell dem Entsprechen, wem ich mehr als nur die übliche Höflichkeit zugestehe (ja nennt mich misanthropes Arschloch, macht meine Erfahrungen!).

A-Bär kennt ihr etwas Sympathischeres, als eine Frau, die ständig mit "ich stand Grad unter der Dusche...“-Zitaten um sich wirft? Also, no shame, allerdings ist das für mich, wie "... und dann kam Polly" in real life mit der Ausnahme, dass ich halt kein Ben Stiller bin und noch weniger romantische Gefühle oder sowas habe, einfach ein toller Mensch, mit dem man Pferde stehlen will.

Pale Blue Dot

eine herangezoomte Interpretation des originalen "Pale Blue Dot"

 „Betrachten Sie noch einmal diesen Punkt. Das ist hier. Das ist zu Hause. Das sind wir. Darauf hat jeder, den du liebst, jeder, den du kennst, jeder, von dem du jemals gehört hast, jeder Mensch, der jemals war, sein Leben gelebt.“ Carl Sagan

Und in diesem Bewusstsein, wie kann es da irgendwelche weiteren Fragen geben, die uns trennen? Wie können wir als einzige (sogenannt) intelligente Spezies im Umkreis von Milliarden Lichtjahren nicht einfach EINS sein, von außen betrachtet sind wir nämlich noch nicht einmal das, wir sind etwas Unkenntliches auf einem klitzekleinen blauen Punkt in einem Sonnensystem, das von Weitem betrachtet wiederum ein kleiner Punkt ist, nämlich unsere Sonne. Je weiter man rauszoomt, umso weniger existieren wir und trotzdem sind wir die "Krone der Schöpfung"? Wenn jeder hundertste Mensch auf der Welt einen Tag seines Lebens damit verbringen würde, einfach mal einen Freund zu finden und Unterschiede zu überwinden, wie schnell könnten wir EINS sein, wenigstens auf diesem kleinen fahlen blauen Punkt auf der Leinwand der Unendlichkeit?

11/10/2024

Karnevalsumzug in den Pfützen unsrer Farben

Erbärmlich BVB
Stimmungsbarometer schwankt immer von ja gut, gewonnen, es geht bergan zu, die haben doch gezeigt, dass sie es können, ich versteh das nicht...

Werde jetzt auch erstmal die Auswärtsspiele meiden und lieber in persönliche Quality Time wandeln, das hat für mich sonst keinen Zweck und es versaut mir ja regelmäßig die Stimmung. Das ist wirklich wie ein Trigger zur depressiven Episode mittlerweile.

11/07/2024

Projekt: Top 250 – Bloodsucking Zombies from Outer Space

Wer mich gut kennt, kennt auch meine Psychobilly/Horrorpunk-Phase – eine Zeit, in der ich mich beinahe vollständig in dieser von Patchoulie geschwängerten Zombieästhetik verloren habe. Die Mischung aus trashigem Horrorkino der 70er und 80er, punkiger Energie, Rockabilly-Wurzeln und dieser latent nekrophilen Schmuddellästhetik war einfach... faszinierend.

Und mittendrin: die Bloodsucking Zombies from Outer Space, eine Band aus Österreich, die wie der Genre-spezifische schlechte B-Movie unter den guten B-Movies klingt. Ich habe sie wirklich gern gehört – nicht nur als Soundtrack zu manischen Phasen, sondern auch als Erinnerung an Zeiten, in denen Bands wie Batmobile, King Kurt oder Balzac sich in meiner Last.fm-Top 10 tummelten. (Die verlorenen 7 lassen grüßen.)

Diese Musik bringt mir heute immer noch den SwampLake-Vibe zurück – diesen schleimig-schönen Sumpf aus Horror, Humor und Herzblut. Geiler Scheiß, ehrlich auch wenn sie im Laufe der Zeit doch deutlich punkiger geworden sind.

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Projekt: Top 250 – Erdling

Erdling – eine Band, die in der Szene der Neuen Deutschen Härte eher unter dem Radar läuft. Weniger bekannt, weniger gefeiert – aber genau das macht sie für mich auch irgendwie spannend. Sie kommen mit einer finsteren Atmosphäre, deutlich düsterer als viele Genre-Kollegen, und obwohl man sagen muss, dass musikalisch nicht immer viel passiert, macht Erdling daraus eben ihr Ding.

Klingt vielleicht etwas eintönig, aber ich höre es trotzdem gerne. Vielleicht, weil ich genau diese Schwere manchmal brauche, vielleicht, weil mich die Mischung aus simpler Härte und dunklem Pathos einfach abholt, vielleicht aber auch einfach, weil sie sich nicht anbiedern und so wirken, als wollten sie wirklich ihr eigenes Ding machen. Ich mag das.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band (findet ihr auch der eine sieht aus wie Matthias Mangiapane?) und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

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Projekt: Top 250 – Mr. Hurley & Die Pulveraffen


Anfangs war da vor allem ein Gedanke: „Klamauk.“ Eine Piratenversion der Kassierer, voll mit zotigen Texten und trinkfesten Reimen. Ein bisschen zu viel „Rum“, ein bisschen zu viel „Rummachen“. Und ja – auch heute noch ist mir das manchmal zu drüber. Doch je öfter ich ihnen begegnete, desto klarer wurde mir: Das ist durchdachtes Konzept – eine Seemannskapelle, die Musik als Rollenspiel versteht. Fantasy, Folk, Mittelalter-Rock auf hoher See, eine Piratencrew mit instrumentaler Feuerkraft und melodischem Feingespür. Natürlich musste ich sie lieben. Besonders in manischen Phasen – ja, auch nach meinem Neuanfang – waren sie der Rum, der mich warmhielt. Der Schnaps, der mich singen ließ, das Seemannsgarn, das meine Realität umwob. Man schaltet sie ein – und die Laune kommt von allein. Was will man mehr?

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Projekt: Top 250 – Equilibrium

Wenn man vor gut zehn Jahren im Internet nach „Unbesiegt“ suchte, landete man schnell im schillernden Abgrund des Drachengames – doch was Equilibrium betrifft, hat das Internet ihnen damit keinen Gefallen getan. Denn diese Band ist so viel mehr als ein Meme, so viel mehr als der Soundtrack eines traurigen Internetphänomens. Equilibrium sind Trance durch TrommelnMeditation durch Marsch, und Ekstase durch epische Flötenmelodien.

Es ist dieser besondere Heidenmetal mit Naturbezug, den man nicht einfach nebenbei hört –
den man fühlt, den man spürt bis tief ins Mark, und der einen aus der Welt schleudert, wenn die eigene gerade zerbricht.

Sie waren für mich ein Fels in chaotischen Zeiten, eine Art musikalisches Abschädeln, das nicht zerstört, sondern heilt. Mit Soundwänden so massiv wie Gebirgskämme und Melodien, die sich wie Sonnenlicht durch Nebel ziehen. Keine andere Band klang für mich je wie sie – und das sagt schon alles.

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