9/19/2024

Projekt: Top 250 – Sweet

Es gibt Musik, die ist wie Brausepulver auf der Zunge – knallt kurz, schmeckt nach Kindheit und bleibt länger im Kopf, als sie eigentlich dürfte. The Sweet gehören für mich genau in diese Kategorie. Glamrock in Reinform. Ein bisschen zu schrill, ein bisschen zu glitzernd, und genau deswegen: verdammt nochmal geil.

Ich hab sie auf dem Wacken leider verpasst, haben viel zu früh am Tag gespielt, die Sonne stand noch viel zu hoch für Schlaghosen und Glitzerjacken und ich glaube wirklich hart haben die vor Allem in den 70ern gehittet, als meine Eltern in dem Alter waren, fest steht: eine Band mit echtem Kultstatus.

Kennt ihr das, wenn ihr irgendwo seid und dann anfangt im Kopf für euch im Kopf, "are you ready Steve? Andy? Mick?" durchzuzählen? Unvergessen, der "Ballroom Blitz", "Fox on the run" ach Mensch, so drüber und doch so großartig. Hab nie verstanden, warum Menschen so was nicht feiern konnten und als Teufelsmusik abgetan haben? Das war doch schon damals die bunte Seite des Rocks. "Blockbuster" ist mein „Licht aus, Spot an“-Moment. Wer sich noch an die Kultsendung "Disco" erinnert wird das schon verstehen, ne so alt bin ich nicht, allerdings habe ich popkulturell sehr viel nachgeholt.

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Projekt: Top 250 – Nazareth

Es gibt diese Songs, die sich in die Seele brennen. Die still werden, wenn du laut bist. Die laut werden, wenn du allein bist. "Love hurts" war so ein Song. Und wenn dann irgendwann "Dream on" oder "Whatever you want from me" in mein Leben schlichen, war es meistens, weil SIE es gerade wieder getan hatte, irgendwo tief in meinem Herzen eins ihrer Fenster aufgemacht hat und ihr Duft zu mir drang. Tagträume, Bilder, Erinnerungen, die flackern wie alte Super-8-Aufnahmen.

Nazareth war für mich nie die laute Rockband, die sie für viele sind. Ich glaube, dafür bin ich einfach zu spät zur Party gekommen. Aber ihre Balladen – diese melancholischen Hymnen – die haben mich getroffen. Und tun es noch. Eine Band die mich live wahrscheinlich komplett überwältigen würde, weil ich all diese Gefühle mit ihren Liedern und dieser besonderen Stimme wieder vorhole und kabumm - Umgehauen!

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Projekt: Top 250 – Russkaja

Es gab mal eine Phase – nennen wir sie diplomatisch experimentierfreudig – in der ich mehr dem Alkohol als wirklich guter Musik zugetan war. Irgendwie schien Russkaja damals witzig zu sein. Bunter Balkan-Ska-Metal-Irgendwas-Kram mit ordentlich Krawall. Heute? Wenn ich das höre, frage ich mich ernsthaft, wie ich davon so viel hören konnte, ohne mir die Ohren zuhalten zu wollen.

Vielleicht war’s das Tempo. Vielleicht der Promillepegel. Vielleicht einfach nur eine musikalische Entgleisung in einem sehr speziellen Lebensabschnitt. Aber hey – jede musikalische Biografie braucht auch ihre peinlichen Kapitel. Das hier war wohl eins von meinen.

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Projekt: Top 250 – Status Quo

Status Quo – das war früher eine der absoluten Lieblingsbands meines Vaters. Und wie das so ist, läuft sowas dann auch bei einem selbst regelmäßig im Hintergrund mit. Ich hab sie tatsächlich mal live auf dem Wacken gesehen und war überrascht, wie viele Songs ich kannte… und irgendwie sogar mitsingen konnte. Das war fast wie Autoplay im Kopf. Diese Art Musik, die sich unbemerkt einfräst, weil sie irgendwo immer dudelt. Aber so richtig meine Band waren sie nie. Dafür war es mir zu viel Radiogedudel, zu gleichförmig, zu „meh“. Status Quo war für mich immer so ein bisschen wie der verbeulte Opel Kadett von nebenan – er läuft, er tut, was er soll, aber man träumt halt trotzdem vom Mustang.

Ein Song ploppt im Gedächtnis auf: „Whatever You Want“. Wohl einer der bekanntesten, einer der lautesten, vielleicht auch nur durch die Scooter Collabo in meinem Gedächtnis abgespeichert. Und weil es mein Vater aus irgendeinem Grund nicht mag, liebe ich "Pictures of a matchstick man". Ja und wenn man dann drüber nach denkt, kommt da der ein oder andere Gassenhauer. Ich fand zum Beispiel: "In the army now" immer klasse, weil es sich etwas von dem normalen Gedudel der band abhebt. Und irgendwie schwirrt mir da noch was im Kopf rum… waren die nicht mal die Tormusik von Schalke 04? Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich Status Quo immer ein wenig mit meinen blauen Freunden in Verbindung bringe – für die war die Band gefühlt mehr als nur musikalisches Beiwerk.

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Projekt: Top 250 – Die Flippers

Tja, die Flippers…

Wenn man ehrlich ist, gehört das meiste von ihnen wohl in die Kategorie "musikalischer Sondermüll". Der Kitsch trieft, die Texte tropfen vor klebriger Fernweh-Romantik, und doch – doch! – gibt es da diese paar Songs, die tief eingebrannt sind. Als Kind war man eben dem ausgesetzt, was die Erwachsenen gehört haben. Und da liefen sie – „Nachts am Wolgastrand“, „Moskau im Regen“. Heute wirken diese Lieder in ihrer schmalztriefenden Verpackung fast schon cringe., wobei streicht das fast.  Aber damals? Da war da etwas. Eine Sehnsucht. Ein vages Bild von Russland, vom Osten, vom Fernweh, das mir seltsam gefallen hat. Vielleicht war’s der Ursprung meines Traums von einer Reise nach St. Petersburg – wer weiß? Und dann wäre da noch „Lotusblume“ – ein Lied, das sich tief in die Erinnerung gegraben hat, obwohl (oder gerade weil?) ich es heute mit völlig anderen Ohren höre.

Ein echtes Lieblingsalbum gibt’s nicht – dafür ist mir das alles viel zu sehr Schlager-Hölle. Aber „Nachts am Wolgastrand“ und „Moskau im Regen“ sind eben Teil meines Soundtracks. Und wenn ich ehrlich bin: Einmal im Jahr, wenn der Pegel stimmt, landen die Flippers doch wieder in meiner Playlist. Ganz weit draußen, außerhalb meiner musikalischen Komfortzone – aber sie landen da. Und vielleicht gehört auch genau das zu dieser Liste dazu.

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Projekt: Top 250 – Alligatoah

Alligatoah hat sich auf leisen Sohlen in mein Herz geschlichen – zwischen bitterböser Satire, genialen Wortspielen und dieser Art von Musik, die dich beim ersten Hören zum Lachen bringt, beim zweiten Nachdenken lässt und beim dritten plötzlich viel zu nah an der eigenen Realität kratzt. Was ihn für mich so besonders macht, ist nicht nur seine Vielseitigkeit, sondern auch die Erinnerung, die mit ihm verknüpfe. Denn oft, wenn ich seine Songs höre, denke ich an die Eine – sie mochte seine Musik, obwohl er in alle Richtungen austeilt und kein Blatt vor den Mund nimmt. Vielleicht war’s genau das. Diese Mischung aus klarer Haltung und augenzwinkerndem Wahnsinn. Vielleicht war’s aber auch einfach nur SIE.

„Musik ist keine Lösung“ ist mein Favorit. Ein Album wie ein Kaleidoskop aus Spott, Ernst, Wahrheit und Albernheit. Aber eigentlich mag ich so ziemlich alles, was er rausbringt. Weil er mit der Sprache spielt wie andere mit Gitarrenriffs, nur dass dabei eben keine Soli, sondern Statements entstehen. Ich hab oft das Gefühl, dass viele gar nicht merken, dass sie selbst Teil des Ziels seiner Zeilen sind. Aber hey – Kunst darf das.

Ich hab ihn vor ein paar Wochen auf dem Wacken gesehen – ja, Wacken! Und ich geb’s zu: Ich hätte nicht gedacht, dass er da hinpasst. Aber er hat abgeliefert. Nicht mit Pyro oder Pathos, sondern mit Präzision. Zwischen all dem Metal hat seine Show gezeigt, dass Haltung und Humor genreübergreifend funktionieren.

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Pa auf's Maul

Hey Leute,

ihr wisst, dass ich ein großer Stefan Raab Fan bin, irgendwie auch schon immer war, aber im Nachhinein fällt selbst mir auf, dass vieles von dem was er gemacht hat ganz schön Assi war. Und Frauen schlagen gehört für mich eben einfach auf eine Makelliste, wenn man sich als Entertainer bezeichnet. Millionen feiern seine Rückkehr in der er es auch noch feiert, dass er einer, ja Hall-Of-Fame-Boxweltmeisterin eins in die Schnauze gehauen hat. Keiner feiert im Großen und Ganzen, dass sie ihn sowohl im Kampf als auch danach komplett dominiert hat indem sie einen Großteil des Frusts heruntergeschluckt hat und quasi das Geld nahm und ging. Doch was sagt uns das über unsere Gesellschaft? Da wird jemand gefeiert, der sich als Held inszeniert, weil er es schafft "nur" mit einer gebrochenen Rippe wieder aus einem Ring zu steigen und sich Muskeln antrainiert hat. Eine volltrainierte Regina Halmich, die nicht eine halbe Stunde im Ring warten hätte müssen, hätte den Entertainer in seine Einzelteile zerlegt und es hätte nach der Farce gar keine Pressekonferenz mehr geben können. Und in Anbetracht dessen würde ich an seiner Stelle den Mantel des Schweigens darüber legen, aber hey Nummer Eins der Single-Charts, ein Song, der nicht besser in diese Zeit passen könnte...

Ich weiß nicht genau, was ich hier loswerden wollte, aber es musste raus... Und der Paywall-Move und die Mischung aus alten Erfolgsrezepten, ich weiß nicht Herr Raab, ob sie nicht ihr Anliegen verpassen, wieder Fernsehunterhaltung zu bieten, wie sie früher einmal war, wenn es gar nicht im Fernsehen zu sehen ist.. nur so ein paar Gedanken!

Projekt: Top 250 – The Rolling Stones

Keith Richards als untoter Pirat in Fluch der Karibik? Wer’s gesehen hat, weiß: Das war keine Maske. Der Typ ist einfach so. Und irgendwie beschreibt das auch ganz gut, was die Stones für mich sind – unsterblich, unkaputtbar, eine Band, die einfach immer da war, egal ob man sie hören wollte oder nicht. Ich wurde quasi musikalisch zwangsgeschult – mein Vater hat jahrelang die Version von „Paint It Black“ vom London Symphony Orchestra laufen lassen. Immer wieder. Bis ich endlich meine eigenen Platten hatte und der Lautstärkeregler mir gehörte.

Doch es hat gedauert. Erst mit knapp 30 habe ich wirklich Zugang gefunden – so richtig. „You Can’t Always Get What You Want", in Dr. House war der Dosenöffner. Mein Interesse war geweckt, spannend wie viel ich bereits kannte ohne zu wissen, dass es die Stones waren. „Street Fighting Man“, „Sympathy For The Devil“, „Ruby Tuesday“, „Get Off Of My Cloud“... plötzlich war ich mittendrin in diesem unendlichen Katalog aus Welthits, Riffs und schräger Coolness. Zu viele, um sich festzulegen. „You Can’t Always Get What You Want“ ist mein persönlicher Hit, wie ein Credo, aber auch „Street Fighting Man“ knallt jedes Mal aufs Neue. Mit „Satisfaction“ oder „Angie“ konnte ich nie viel anfangen, a-Bär bei der Menge an Songs ist das auch völlig okay. Die Stones haben für jeden was, ganz ohne sich zu verbiegen.

Live gesehen? Nein danke. Ich brauch die nicht auf der Bühne, da reicht mir das Gefühl. Diese Scheintoten-Rockurgesteine, die sich mit mehr Charisma als Körperspannung über die Bretter schleppen – ich glaube, das würde meine persönliche Vorstellung zerstören. Und Mick Jagger als Sexsymbol? In einer Welt in der "The Rock" zum "Sexiest Man Alive" gekürt wird ist nichts unmöglich.

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Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Prediger 8,15

"Darum habe ich die Freude gepriesen, weil es für den Menschen nichts Besseres gibt unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein, dass ihn das begleiten soll bei seiner Mühe alle Tage seines Lebens, die Gott ihm gibt unter der Sonne."

Eine frühe Form von Work-Life-Balance?

Mitnichten würde ich vermuten, geht es doch drumherum vor Allem darum, dass es weder den Gottlosen noch den Gottesfürchtigen jemals möglich sein wird zu verstehen, warum alles ist, wie es von Gott gemacht wurde. Ist die Bedeutung dann eher jene, dass man einfach leben solle, sich nicht so viele Gedanken machen, tun was einem gesagt wird und Freizeit und Genuss immer zu schätzen weiß, weil es von Gott gegeben ist?

Irgendwie stellen sich mir heute echt viele Fragen in diese Richtung, weiß auch nicht, was los ist... In diesem Sinne...

Jesaja 60,1

"Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!"

Zion zum Ruhm des Herren? Ich habe vor Kurzem erst diesen Artikel Opiumspuren in antiker Grabstätte in Israel nachgewiesen gelesen und musste direkt daran denken, ich meine was soll mir dieses Kapitel sagen, Licht werden? Mein erster Gedanke war die Kombination mit dem oft missverstandenen Lichtbringer Lucifer, der vielen Erzählungen nach, einen Aufstand im Himmel anzettelte, weil er unzufrieden war, wie alles lief (oder so ähnlich), darauf folgte dann der Fall der Engel und so weiter.
Was will man von mir, soll ich mich selbst anzünden, meiner intrinsischen Kraft folgen, etwas zu tun, wofür ich brenne und dann zum Himmel blicken, wo die Sonne aufgeht? Und wenn ich das tue, dann wird alles gut und sich mir alles erfüllen?

Mein inneres Licht brennt Tag für Tag und ich fühle die Anwesenheit einer leitenden Kraft, ich fühle, wie sich die Guten um mich scharren und mein Leben trotz aller Mühen eine gute Wendung nimmt. Liebe geht raus, Liebe kommt rein. Wenn man den Text ungefiltert und ohne Zusammenhang liest, klingt es tatsächlich als wäre es "Opium fürs Volk", muss halt jeder für sich wissen.