10/03/2024

Projekt: Top 250 – Rudolf Rock & Die Schocker

Wahrscheinlich die unbekannteste Band in meiner Liste – aber auch eine der genialsten: Rudolf Rock & Die Schocker. Eine deutsche Rock’n’Roll-Kapelle mit Augenzwinkern, die mich tief geprägt hat. Warum? Weil meine allererste eigene Langspielplatte von ihnen war. Zusammen mit einer monströsen Anlage – Kassettenrekorder, Radio, Plattenspieler, alles in einem Holzungetüm – wurde sie mir geschenkt. Und ich habe sie geliebt. "Lederzwang", irgendwie war schon klar, dass ich Metaller werde. „Die Dinosaurier werd’n immer trauriger…“ – dieser Satz wurde zum Running Gag in unserer Familie. Ich hab meine Eltern damit rauf und runter genervt, und bis heute bricht manchmal Gelächter aus, wenn jemand ihn zitiert.

Am bekanntesten sind sie wohl durch ihre rotzige Coverversion von Herzilein, ursprünglich von den Wildecker Herzbuben. Aber auch abseits davon war das einfach ehrlicher, humorvoller Rock’n’Roll mit deutschem Text – ein bisschen NDW, ein bisschen Krawall, ganz viel Charme.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Dropkick Murphys

Mein Einstieg zu den Dropkick Murphys war Shipping Up to Boston – ein Song, der durch The Departed schlagartig in meiner Welt landete. Was für ein Brett! Laut, energisch, und mit dieser herrlich rotzigen Celtic-Punk-Attitüde, die sofort in die Beine geht.

Beim Durchstöbern ihrer Diskographie merkte ich schnell: Das ist mehr als ein Zufallshit. Diese Mischung aus Fiddle, Shouts und Working-Class-Wut hat was durch und durch Herzliches, fast schon Familiäres. Es ist Musik wie ein Guinness in einer verrauchten Kneipe, wo dir gleich ein Fremder die Schulter klopft – und dann mit dir durch den Tresen springt.

Irgendwo zwischen Randale und Gemeinschaftsgefühl, zwischen Pogotanz und Patriotismus, der eher an die Straße als an die Flagge gebunden ist: So klingt für mich der irische Weg. Und genau das liebe ich an ihnen.

We rmal reinhören möchte, hier ist der Spotify Link zur Band und der last.fm Link zur Band für mehr Infos. 

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Projekt: Top 250 – Eisregen

Eisregen – das war lange so ein bisschen der geheime Code für maximale Provokation. In gewissen Phasen meines Lebens – in denen ich mit Abgründen, Dunkelheit und Übersprungshandlungen rang – war genau das ein Magnet.

Songs wie "Dreizehn" oder "Elektro-Hexe" haben mich begleitet, auch wenn sie definitiv grenzwertig sind. Gerade weil es eben so grenzwertig war, faszinierte es mich. Gleichzeitig habe ich die Band nie als ernsthaft „böse“ wahrgenommen, eher als überzogen-ironisches Edgelord-Kabarett in Schwarz. Und ja, man konnte mit so einer Band in gutbürgerlichen Haushalten definitiv für aufgerissene Augen sorgen.

Live hat mich Eisregen leider enttäuscht, da fehlte das gewisse Etwas. Heute sehe ich sie eher als Symbol für eine finstere Zeit, deren Schatten ich kenne, aber nicht mehr betrete. Und obwohl ich sie kaum noch höre, gehören ein paar Songs einfach zu meinem Soundtrack jener Jahre.

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Projekt: Top 250 – The Darkness

Schrill, schillernd und komplett aus der Zeit gefallen – so wirken The Darkness mit ihren GlamRock-Hymnen über Liebe und Leben.

Ich erinnere mich an einen Abend in meinem erweiterten Subkultur-Kreis – ein wilder Haufen aus Goths, Punks, Emos und anderen schrägen Vögeln. Es war schon halb drei morgens, das große Aufbrechen lief – Umarmungen, letzte Worte – als plötzlich "Love Is Only A Feeling" aus der Anlage dröhnte. Und alles hielt inne. Feinbild sah mich kurz an und drehte den Regler auf.

Egal wie fertig wir waren: Bierflaschen wurden noch einmal gehoben, Arme ausgebreitet, die vermeintlichen Sänger versuchten verzweifelt die hohen Töne zu treffen, andere warfen sich lachend auf den Rasen und spielten Luftgitarre. Müde Mädels sprangen auf die Gartenmöbel und tanzten, als wäre es wieder Mitternacht. Für diesen kurzen Moment war die Party nochmal auf ihrem Höhepunkt – ein kleines, unvergessliches Stück Glück.

The Darkness verschwanden irgendwann aus meinem Blickfeld, aber vor ein paar Jahren habe ich sie wiederentdeckt – und festgestellt: Vor allem ihr Frühwerk ist voller zeitlos guter Songs. Es fällt wirklich schwer, nur zwei Favoriten auszuwählen.

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Projekt: Top 250 – Project Pitchfork

Project Pitchfork – ganz früher fand ich sie eher seltsam. Als ich sie das erste Mal als Kind in den Charts hörte, klang es einfach anders als das übliche Radiogedudel. Gerade das machte sie aber interessant. Später in meiner dunkleren Phase kam ich dann richtig bei ihnen an. Spätestens mit dem Song Rain war ich verloren – wie ein Soundtrack zum Traurigsein, den man sich wie ein Nagelbett aus verrosteten Nadeln überstreifen konnte. Genau das, was meine geschundene Seele damals brauchte.

Heute höre ich sie zwar nicht mehr so oft, aber Project Pitchfork bleibt für mich eine großartige Band. Ich habe sie sogar mal bei einer Live-Übertragung mitgenommen – und der Sound hatte live genau die gleiche beklemmende, dunkle Energie, die sie auf Platte schon so besonders macht.

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Projekt: Top 250 – Ari Mason

Ari Mason ist eine US-amerikanische Sängerin, Songwriterin und Produzentin, die sich musikalisch zwischen Darkwave, Synthpop und elektronischer Avantgarde bewegt. Ihre Musik ist oft melancholisch, sphärisch und von einer fast traumartigen Stimmung getragen.

Bekannt wurde sie unter anderem durch ihre Zusammenarbeit mit Künstlern wie Kristin Kontrol oder Com Truise sowie durch eigene, viel beachtete Veröffentlichungen wie Creatures oder Dim the Lights.

Ihr Stil erinnert an eine moderne Mischung aus 80er Jahre New Wave-Ästhetik und zeitgenössischer elektronischer Popmusik – minimalistisch instrumentiert, dafür umso emotionaler in der Wirkung.

Ari Mason etabliert sich als eine feste Größe in der Nische zwischen dunkler Elektronik und introspektiver Popkultur – eine Künstlerin, deren Songs oft mehr Atmosphäre als klassische Strukturen bieten.

2023 hatte ich eine längere Phase in der ich sie rauf und runter gehört habe, ich kann euch leider nicht viel persönliches zu ihrer Musik sagen, außer, dass sie in der richtigen Stimmung genau den Punkt trifft.

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Projekt: Top 250 – Marilyn Manson

Kaum eine Band war in meiner Jugend so kontrovers – und gleichzeitig so faszinierend. Manson war für meine damalige Band und mich der ultimative Ausdruck von Provokation, Dunkelheit und ästhetischem Kontrollverlust. In einer Zeit, in der ich mich von allem abgrenzen wollte, war er Ikone und Sprachrohr zugleich.

Alben wie Holy Wood (In the Shadow of the Valley of Death), Mechanical Animals oder The Golden Age of Grotesque liefen bei mir rauf und runter – düster, schrill, theatralisch und voller Wut. „The Beautiful People“ ist heute noch eines meiner absoluten Lieblingslieder. „Sweet Dreams“ - vielleicht eine der besten Coverversionen aller Zeiten! Als hätte man das Original in einen echten Albtraum gestürzt. „Fight Song“ war lange Zeit mein persönlicher Derby-Warm-up-Song. Dazu Songs wie: „Disposable Teens“, „The Dope Show“, „(s)AINT“, „mOBSCENE“ – alles Klanggewordene Rebellion. Ich weiß nicht, wie oft wir mit A Glorious Mess diese Songs als Soundtrack unserer schwarzen Lebensphasen gewählt haben. Heute höre ich sie zumindest eher seltener, aber immer noch mit großer Wirkung.

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10/02/2024

Danke Sister T.

Boah kacke Leute, sie reden wieder vom Krieg, die ganz normalen Menschen, es ist beängstigend. Die Dialyse sollte ein Raum des Friedens sein, wir hätten in einem Krieg keine Überlebenschance. Wir brauchen uns damit nicht befassen, sobald man die Bude dicht macht sind wir innerhalb von ein paar Wochen tot, jämmerlich zugrunde gegangen, erstickt am Wasser oder von der inneren Vergiftung dahingerafft, vielleicht auch Herzinfarkt oder ähnlich gnädige Arten, wir müssen uns um Krieg keine Gedanken machen.

Und darum bin ich auch so dankbar, dass Sister T. wieder einmal so unglaublich harleyquinnig war und die Gespräche abwürgte und stattdessen über irgendwas plüschiges oder einen Himmel voller Geigen sprach. Manchmal wenn sie den Raum betritt, ist es als wäre die Welt gleich wieder ein bisschen besser. Es gibt zum Glück auch noch solche Menschen, ich kann nur Danke sagen. 

10/01/2024

Welcome to the Okto-Bär

Es ist jetzt Oktober, Horrormonat, Herbstgefühle, Halloween!

Schauen wir mal, was uns erwartet in diesem Monat, der die Welt der Lebenden und der Toten so nahe bringt wie zu keiner Zeit des Jahres. Auch ich fühle mich immer noch gezeichnet von meiner Genesung, Reha, was auch immer, ich verschiebe vorläufig einige Projekte, um mir den Druck zu nehmen, bis ich wieder voll energetisch Kreativschub empfinde. Tut mir leid, wenn dadurch auch einige meiner Herzensprojekte nach hinten verschoben werden.

Definitiv wird das Projekt Top 250 gestreckt und nicht auf dem eigentlichen Endtermin, 19.12.2024 enden, sondern bis 20.06.2025 laufen, also wahrscheinlich erst einmal weiterhin komplett pausieren, und dann, wenn ich Zeit dafür habe, deutlich gestückelter hier und da wieder auftauchen, bis ich wieder mehr Zeit verspüre. Die Playlist ist daher auch in Verzug und wird von mir erst einmal wieder auf privat geschaltet.

Die Borussialex Saisonbegleitung findet weiterhin statt, wird aber mit deutlicher Verzögerung nachträglich veröffentlicht, was aber nichts am Inhalt ändert, da ich die Scripts sehr aktuell halte, nur die Überarbeitung und redaktionelle Prüfung sowie Songerstellung, etc. fehlen halt und daher wird das Ganze mit deutlicher Verzögerung veröffentlicht.

Der geplante Horrorfilmmonat wird individuell angepasst und folgt keinem festen Zeitplan in der Veröffentlichung. Das KK2 Entertainment Center ist für den gesamten Oktober geschlossen und nur für Privatvorstellungen zu mieten. Alles dazu gibt es dann zusammengefasst in den T und Fs Oktober '24.

Ich werde weniger Tagesaktuelles raushauen erst einmal und die "Tagliste" sowie die "Seiten" von der Hauptseite entfernen. Die "beliebten Posts" werden übergangsweise als kleine Auswahl meines Schaffens angezeigt, vielmehr aber eine Art Tipps aus früheren Posts sein, die ich an das aktuelle Seitendesign anpasse, welches auch vorübergehend ist und wahrscheinlich ab 2025 generalüberholt wird.

Ich hoffe trotz allem werdet ihr mir erst einmal die Treue halten, über die vielen Genesungswünsche habe ich mich übrigens sehr gefreut, zu dem Thema werde ich vermutlich auch den ein oder anderen Wasserstandsmeldungspost raushauen, aber wenn ihr nichts hört sollte das nicht gleichbedeutend mit meinem Ableben sein, meldet euch gern unter den bekannten Kanälen und dann wird das schon wieder. Unkraut vergeht ja nicht und Aufgabe kommt für mich nicht in Frage, also... genießt die Frightzeit, bis bald Freunde!

In diesem Sinne erstmal... 

T and Fs September '24

September war auch wieder kacke, so vom Feeling her, viel Zeit im Bett verbracht, eher Serien als Filme gesuchtet und mich zu meinen Freunden in den Urlaub geträumt.

Daher gab es gerade einmal 12 Filme, die im September im KK2 Entertainment Center liefen.

Und so erlaube ich mir auch nur 3 T und Fs zu ranken.

Flop Three
1 - The Ritual
2 - The Superdeep
3 - Left behind

Top Three
3 - The Union
2 - Fräulein Smillas Gespür für Schnee
1 - Scream VI

In diesem Sinne folgt der Horrorktober, the Road to Halloween sozusagen, mal schaun, wie viel Horror ich in meiner derzeitigen Verfassung vertrage.