12/12/2024

Projekt: Top 250 - Helloween

Helloween ist für mich DIE deutsche Metal-Band schlechthin und sie werden einfach auch immer noch besser. Klar man könnte jetzt argumentieren, dass ich ja vor Allem die alten Sachen abfeiere, wenn ich sie live erlebe, das stimmt schon, aber ich sehe da kein Abfallen der Qualität verglichen mit heutigen Sachen. Ihr habt es schon geahnt, es ist vor Allem die Live-Performance, die diese Band zu echten Göttern macht. Egal wo, wenn ich irgendwo von einer Live-Übertragung höre, Helloween sind gesetzt, es ist beste Unterhaltung mit sympathischen Typen, die geile Stimmen haben und fetzigen Power-Metal rausholen. Die Mischung aus Fantasy-Themen und fast opernhaften Musikstücken kriegt mich jedes Mal. Ob es die "Keeper of the Seven Keys" ist oder "Helloween" (die aktuelle), man wird in die Welt gezogen und kann auch erst wieder etwas anderes tun, wenn das Album dann durchgelaufen ist. Und auch wenn die frühen Sachen doch sehr schnell und roh sind, ist das, was sie daraus auf der Bühne zaubern ein absolutes Phänomen.

Vermutlich würden auch Helloween auf den ganz vorderen Plätzen rangieren, wenn ich nicht die "verlorenen 7 Jahre" mit mir rumschleppen würde, eine Korrekturberechnung steht definitiv aus, wenn ich dieses Projekt abgeschlossen habe. Man kann schon soweit gehen und sagen, dass sie eine meiner absoluten Lieblingsbands sind, da muss ich dem Vogelstraßenmädchen danken, denn ohne sie hätte ich diese Art von Musik nie kennengelernt und oh my, was hätte ich verpasst. Für mich ist das reiner Eskapismus auf allerhöchstem Niveau. Lieblingslieder von Lieblingsbands sind so schwer zu benennen, wie Lieblingsfilme für einen Filmfan. Ich könnte wirklich keins nennen, auf nem Konzert denke ich immer, das ist es, nein das und das und das und das geht so durch bis zur letzten Nummer, sorry.

Für alle, die mal reinhören möchten, wie immer der Spotify-Link zur Band und die eingebettete Playlist der Top 250 Künstler bei last.fm 

Projekt: Top 250 - Schandmaul

Schandmaul sind für mich seit vielen Jahren die kuschlige Seite des Mittelalterfolks, obwohl ich, als ich anfing sie zu hören schon eine gewisse ruhigere Art bei ihnen entdeckte. Es war das "Wahre Helden" Album, welches mein erstes gekauftes Album dieser Musikrichtung war und es war eine Mischung aus Sackpfeifen und Poprock und ich mochte das, es war neben dem ganzen harten Zeug, was ich so hörte eine kleine Oase, wo man dann auch Leute, die keinen Metal hörten mal mit beschallen konnte. Live waren sie etwas härter aber nie an der Grenze zur totalen Eskalation, immer schön im Mitsingsektor und tüdelü. Witzigerweise war das auch wieder eine dieser Bands, die ich weit vor dem eigentlichen Hype in meiner damaligen Bubble kennengelernt habe, nämlich irgendwann Ende der 90er bei einer der nächtlichen Rockpalast-Übertragungen, als ich meinen ersten eigenen Fernseher im Zimmer hatte. Auch bei Schandmaul gab es wieder diesen einen Song, der für immer an Erinnerungen zu einer bestimmten Person gekoppelt sind, denn er war auch einer unserer lustigen Code-Sprache Songs, im Nachhinein macht das Alles so viel mehr Sinn, als wenn man mittendrin ist. "Verbotener Kuss" ist nebenbei auch ein echt tolles Lied. Genau wie das gesamte "Unendlich"-Album, was eines der Alben war, die ich 2014 mit im Krankenhaus hatte und welches mir genau so viel Kraft gab zu Glauben und zu Überleben. Die zwischenzeitlichen Schlenker der Band hin zu einer Art Kindergeschichtenerzähler oder etwas in der Art fand ich komisch aber wir haben ja noch die Musik von früher und "Ein Stück Regenbogen".

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12/11/2024

Winter-Winnetou-Watch

Wie ihr mitbekommen habt, oder eben nicht bin ich derzeit kaum am Rechner, bzw. schaffe kaum mal mehr als ein paar Worte zu posten. Insgesamt ist es hier gerade sehr still, außer den vorab schon vorbereiteten Posts, die automatisch veröffentlicht werden geht nicht viel. Und genauso hatte ich für Dezember eigentlich einen Winnetou Rewatch geplant, der aber aus Zeitgründen nicht umsetzbar war. Daher habe ich mich entschieden die 12 Wochen Winter, die uns noch bevor stehen dafür zu nutzen, jede Woche einen Film, dann kommen wir damit hin und irgendwie ist das dann entspannter für mich. Mal gucken, vielleicht mache ich auch was Größeres draus, vielleicht sogar mit YouTube, wir werden sehen.

Ich wünsche euch schon jetzt ein frohes Weihnachtsfest mit euren Liebsten und verbleibe in stiller Zurückhaltung, ob dem, was da noch kommt. Spätestens im nächsten Jahr geht's hier wieder rund und vermutlich wird dieser Post im Nachhinein merkwürdig wirken, wenn die ganzen geplanten Veröffentlichungen dann doch ein Bild von einem mit Content vollgestopften Dezember zeigen, das zu diesem Zeitpunkt in der Realität noch gar nicht existierte. Und bitte macht keine Astrophysik draus, ist einfach nur eine kleine Ankündigung aus dem Off, weil ich derzeit nicht so fit bin, wie ich es sollte. Und boah Leute, wir müssen definitiv mal wieder über ZEIT an sich sprechen... Los geht's für mich mit dem Winnetou-Winter-Watch am 28.12.2024.

12/10/2024

Secret Level

Ich bin wohl nur halb so viel Gamer wie ich dachte, denn ich sah selbst bei mir vermeintlich bekannten Titeln bloß merkwürdige Cutscenes.

Nette Idee aber nicht meine Tasse Tee und wer kommt auf die Idee Arnie selbst sprechen zu lassen Am besten kann man das wohl gucken, wenn man sich Klarmacht, dass es im Grunde bloß eine Mediashow für das ist, was derzeit auf dem CGI-Sektor geht

12/07/2024

Undercover im Seniorenheim, Tour de France, Senna

Senna
Ich gebe es offen zu: Ich hatte auf ein Biopic-Feuerwerk im Stil von Rush oder Drive to Survive gehofft – was ich bekam, war ein solider, aber nicht außergewöhnlicher Dokumentartrip durch das Leben des brasilianischen Rennfahrers Ayrton Senna. Man merkt, wie viel Respekt und Bewunderung in diesem Projekt steckt, aber es fehlt der Punch, der Drive (höhö), der mich wirklich in den Sitz gepresst hätte. Klar, Senna war eine Legende, aber das hier fühlt sich oft zu glatt an, zu kontrolliert, zu... RTL2-Hommage mit Netflix-Filter. Wer Motorsport liebt, bekommt solide Infos, aber nichts, was man nicht schon mal bei YouTube im Fan-Edit gesehen hätte.

6/10 – für Fans okay, für alle anderen zu zahm.

Tour de France: Im Hauptfeld
Ach come on, Netflix. Nach Formula 1: Drive to Survive dachte man wohl: „Hauptsache Sport, bisschen Drama, viele Helme, fertig ist die Dokureihe.“ Tja – aber Tour de France ist halt kein Formel 1, sondern ein Haufen Männer mit Sonnenbrand auf bunten Fahrrädern, die sich gegenseitig Wasserflaschen reichen.
Natürlich steckt da Leistung dahinter, keine Frage. Aber das Narrativ wirkt konstruiert, das Drama auf Knopfdruck, und die Charakterzeichnung? Meh. Ich habe irgendwann nur noch drauf gewartet, dass einer „Avengers, assemble!“ ruft.

5/10 – zu viel Schweiß, zu wenig Seele.

Undercover im Seniorenheim
Und dann DAS. Ich dachte, ich kriege eine Billo-Sat1-Mucke mit verkleideten Pflegern und alten Leuten mit Kamerafurcht. Stattdessen wurde ich komplett umgehauen. Was als harmlose Sozial-Reportage beginnt, wird zum tief emotionalen Drama über Würde, Vertrauen und Alter.
Die Kamera ist nah dran, aber nie reißerisch. Die Figuren (ja, echte Menschen, aber wie aus einem preisgekrönten Drehbuch) sind so berührend gezeichnet, dass ich zwischendurch echt schlucken musste. Das hier ist keine Show – das ist ein Aufschrei in Watte verpackt.

9/10 – Pflichtprogramm für alle, die glauben, das Alter sei kein Thema.

12/06/2024

Wenn die Patienten auch mal lachen dürfen

Was macht eigentlich Käpt'n Chaos

Tja, ich werde langsam unsicher, ob die alte Seeratte überhaupt noch das Steuer in der Hand hat in seine Kajüte. Schon vor Jahren habe ich die Vermutung angestellt, dass da was nicht stimmt. Und keiner wollte mir glauben, tja er legt sein Schiff jetzt bald vor Anker und dann fürchte ich, dass er an Land gar nicht mehr umher kommt mit sein Schiff. Kennt einer den Klaus Kinski Film Fitzcarraldo? So wird das, nur dass es in dieser Inszenierung keine Eingeborenen gibt, die ihm sein Schiff über den Berg schleppen. Obwohl ich mich manchmal genau so fühle, obwohl ich eigentlich Werner Herzog bin. Tatsächlich legt das Schiff aber jeden Morgen ohne ihn ab und er steht trotzdem da, als hätte er es befohlen.

12/05/2024

Projekt: Top 250 - Die Ärzte

Die Ärzte waren bei uns zuhause immer etwas unbeliebt, weil sie zum Ende eines Songs immer eskalieren würden. Das sind so die Aussagen, die ich aus meiner Kindheit kenne. Tatsächlich habe ich die Ärzte erst durch das crossmediale Musikvideo mit Lara Croft kennen gelernt und während meiner Jugend habe ich sie fast als Feindbild verstanden, weil sie in ihrem "Schrei nach Liebe", der ein großartiges Statement gegen rechts ist in seiner Ursprungsversion, "Störkraft" mit den "Böhsen Onkelz" gleichsetzten. Das stieß mir immer übel auf, wo ich doch der Meinung bin, dass gerade Künstler verstehen sollten, dass man sich ändern kann. Irgendwann änderte man die Zeile in "Störkraft" und die Andern, spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich versöhnt. Den Fankonflikt zwischen Toten Hosen und Ärzten habe ich nie verstanden, sind es doch fast verschiedene Musikrichtungen. Die Ärzte waren für mich immer schon die intelligentere Musik, fein pointiert und ironisch mit einer spaßigeren Attitüde. Live habe ich mir viele Konzerte durch den Rockpalast angeguckt und die frühen Alben habe ich erst in meinen frühen 20ern gehört und verstanden. Hätte ich wohl als Jugendlicher wirklich Songs wie: "Ein Schwein namens Männer" oder "Zu spät" als Lieblingssongs genannt, sind es heute "Unrockbar", "Radio brennt", "Geld", "Leichenhalle", "Deine Schuld" oder "Wie es geht", um nur ein paar zu nennen.
Als damals "Yoko Ono" in die Charts smashte und damit die kürzeste Single wurde, die sich dort jemals platzierte mit 35 Sekunden oder so, habe ich das mega gefeiert. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube, dass die Scrobbling-Grenze ab welcher ein Song als gehört gilt, an diesen Song angepasst ist. Das Album dazu "Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!" war damals in einer blauen Plüschtasche im Laden zu kaufen, ich erinnere mich daran, dass meine Eltern sich darüber echauffierten, wer denn sowas kaufen würde, ekelhaft und ich dachte mir einen Teil und auch wenn ich es nicht tat, für mich war genau das fast ein Kaufargument, sowohl der spezielle Look als auch, dass meine Eltern sich aufregten. Mein innerer Rebell hat schon immer das Provokante geliebt, nicht um dafür zu sein, sondern vor Allem dagegen, um Meinungen aufzubrechen und die Chance zu geben innovativ, weil anders zu sein.
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Projekt: Top 250 - Letzte Instanz

Die Letzte Instanz war mir in meiner dunklen Phase eine unglaubliche Stütze, weil ich in ihrer Musik Hoffnung gefunden habe und Kraft zum Weitermachen. Vermutlich war da auch viel intrinsische Energie meinerseits vorhanden, jedoch brauchte ich zu der Zeit immer mal wieder den Anstoß es dann auch anzugehen. Eine Depression ist kein Kindergeburtstag. Zur Band, ich glaube wie bei vielen Bands, die ich in dieser Phase meines Lebens kennengelernt habe, war es im "X", wo der Song "Rapunzel" des Öfteren im Mittelalterrock-Block lief, und ich habe das gefeiert. So sehr, dass ich mir direkt das "Ins Licht"- Album kaufte, was mich dann etwas überraschte, weil es so lieblich daherkam trotz der teilweise harten Klänge. Nicht umsonst nannte die Band ihr erstes Album wohl "Brachialromantik" und hat mit "Mein Todestag" später eine der Hymnen im Freundeskreis aus "Schwarzer Szene und Misanthropen" geschaffen.

Eine der wenigen Bands, die ich mit dem magischen Fräulein Mondschein live gesehen habe, Vorband waren in meiner Erinnerung "Eisheilig", bei der wir fast im Stehen eingeschlafen waren. War auch eine der wenigen Bands, die Applaus bekamen, weil sie gingen und ausgepfiffen wurden, als sie eine Zugabe ankündigten. Die letzte Instanz sah ich dann noch einmal auf dem Wacken Open Air, wo sie im Zelt eine unglaublich dichte Atmosphäre schafften und für mich bis heute auf einem der vorderen Plätze von Live-Konzerten aller Zeiten rangieren. Es ist gute Tradition, dass auf Live-Konzerten in Rapunzel 80s Klassiker eigestreut wurden und hier gab es Queen's "Bohemian Rhapsody" zu hören, wenn ich mich recht erinnre und das war... Es war wow.

Die "Wir sind Gold", könnte genauso sehr mein Lieblingsalbum sein wie "Ins Licht", aber vom Impact her, war letztere für mich noch ein wenig größer, wenn ich auch bei "Wir sind Gold" deutlich mehr Tränen vergossen habe über die Jahre. Lieblingssongs habe ich schon erwähnt, man könnte noch "Wir sind allein" und "Stimmlein" hinzufügen und vermutlich noch viele mehr, wenn ich mir die Discografie hernehme.

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Projekt: Top 250 - HIM

Was habe ich Ville Vallo verehrt und das nicht unbedingt nur für die Musik, die ich erst in meiner wirklich finsteren Phase vermehrt hörte, vielmehr für seine Attitude. Ich werde mich immer an diesen Aufritt erinnern, den ich im Rockpalast gesehen habe, wie ein völlig bekiffter Sänger den Spliff noch in der Hand um sein Mikrofon geklammert versuchte irgendwie durch den Auftritt zu kommen, Stimme broke und immer einen halben Takt neben der Musik und er hat es durchgezogen, sich gefeiert und das hat mir schon damals imponiert. Ich glaube, ich habe die Aufnahme auch noch irgendwo auf Cassette, legendär. In real Live habe ich HIM nie gesehen aber die Alben habe ich rauf und runter gehört und durch die Chartplatzierungen war es auch immer ein Grund mal das Radio hochzudrehen.
Als es "A Glorious Mess" gab und unser Gitarrist ein absoluter HIM-Fan war, nahm er sogar zu unserer Demo einen Song der Band auf, er hat erzählt, dass er über ein Jahr trainiert hat, die Stimme so hinzubekommen und das Ergebnis ließ sich hören. Eh, bester Mann gewesen damals. Kommen wir mal zur Musik, ohne Frage ist "Razorblade Romance" eines der besten Alben aller Zeiten, genreunabhängig und ich kann es von vorne bis hinten mitsingen, obwohl ich sie erst in diesem Jahr gekauft habe. Stattdessen hatte ich vorher nur die "Love Metal", die zwar mit ihrem edlen Look schick ist, aber nicht die Hitdichte hat, wie vorige Alben. Es wäre unfair bei einer Band wie HIM-Songs aus der Discografie herauszunehmen, denn für mich hat so ziemlich jeder eine traurige Geschichte und die meisten davon sind viel zu lang, als dass man sie in so einem kurzen Abriss verarbeiten könnte.
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