12/20/2024

Club 27 – Die himmlische Schwingung

Sie sagen, Jesus starb mit 33. Aber was, wenn es sich dabei um eine jahrhundertealte Übersetzungspanne handelt? In aramäischen Zahlen, wie sie zur Zeit Jesu verwendet wurden, kann ein „27“ leicht als „33“ fehlinterpretiert werden – besonders wenn man sich auf später entstandene Manuskripte verlässt. Die exakte Chronologie seines Lebens ist ohnehin umstritten: Wurde er wirklich im Jahr 0 geboren? Oder doch 4 v. Chr.? Wer entscheidet das eigentlich?

Was, wenn das Alter Jesu bei seinem Tod bewusst verschleiert wurde – weil er der Erste war. Der erste im Club 27.

Man stelle sich nur vor: Jesus, Sohn eines Zimmermanns, wandernder Prediger, Rebell mit göttlicher Mission, war auch ein spiritueller Grenzgänger. Seine Worte, seine Parabeln, seine Visionen – von Halluzinationen getriebener Heilkundiger? Bereits die Essener kannten bewusstseinserweiternde Pflanzen, und Maria Magdalena wird in manchen gnostischen Schriften nicht nur als Vertraute, sondern als „Tor zur anderen Ebene“ beschrieben.

Jahrtausende später betrat Jimi Hendrix die Bühne – zerriss mit seiner Gitarre die Realität. Janis Joplin sang, als würde ihre Seele die Ewigkeit anbrüllen. Amy Winehouse? Eine moderne Magdalena mit rauer Stimme und innerem Feuer. All diese Genies starben mit 27 – wie Jesus.

Ihre Musik? Ihre Kunst? Vielleicht waren es Echoeffekte, Rauschen eines alten Senders, der damals auf Golgatha aktiviert wurde. Ein Frequenzsprung. Der Club 27 als Zirkel der Auserwählten, die im kreativen Rausch zwischen Welten wandeln konnten – aber nie lange hierbleiben durften, um die göttliche Ordnung nicht zu verwirbeln. Was wenn ihr Tod kein Zufall sondern einfache Fügung dessen war, wsa mit dem ersten Dominostein in Jesus von Nazareth begann? Wahrscheinlich würde man, wenn man intensiv suchen würde in den 2000 Jahren dazwischen immer wieder besondere Menschen mit spiritistischer Begabung hin zum Genie finden, die nur 27 Jahre Zeit hatten, es mit den Menschen ihrer Zeit zu teilen. Manchmal sind die Stimmen da draußen.

Jesus sagte einst: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ (Matthäus 11,15) oder: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ (Offenbarung 2,7), was auch auf einen eingeweihten Kreis jener hinweist, die es verstehen können, oder sich auf diese (durch zum Teil unmenschlichen Konsum hervorgerufene) Ebene des Geistlichen begeben konnten.

Amy sagte prophetisch: "I told you I was trouble / You know that I'm no good." (You know that I'm no good) und das auf einem Album, das Back to Black hieß, was selbst wie eine dunkle Vorahnung des aus der Finsternis gekommen sein und dorthin zurückzukehren, in den Boden, die Asche, den Staub, aus dem wir alle sind, war.

Ich appelliere an euren gesunden Menschenverstand, all das hier als das wahrzunehmen, was es ist, ein Gedankenexperiment und eine bizarre Verschwörungstheorie, die meinem derzeitigen angeschlagenen Geisteszustand entspringt.

Integraton und der Tausch von Altersweisheit und Demenz

Das Integraton ist ein mysteriöses Gebäude, welche laut seines Erbauers, Zeitreisen ermöglicht, Jugend zurückbringt und irgendwas mit der Gravitation anstellt oder so. Wenn ihr es genau wissen wollt, lest euch den Artikel bei Nexus durch. Mich brachte die Geschichte darauf, dass es doch merkwürdig ist, dass einige Menschen im Alter weise werden und der große Rest den gegenteiligen Weg geht und ab einem gewissen Zeitpunkt wieder jung wird, allerdings so, als würde sich die Festplatte rückwärts löschen und am Ende ist noch Leben übrig, wenn man aber nicht mehr wirklich weiß, wie das geht. Mir fallen so viele Bilder von Köpfen in Wolken ein, die den Verfall und Aufstieg durch altersdemenzbedingte Verdummung darstellen könnten, als würde man sich von all dem Belastenden im Leben frei machen und schweben, weil alles andere gleich mitabfällt. Und so beruhigend und friedlich das klingen mag, alle Menschen drumherum werden wahnsinnig, weil sie den Verlust vollumfänglich und bewusst miterleben. Integraton schön und gut, kann es gestorbene, weil über Jahre vernachlässigte und ungenutzte Hirnzellen zurückbringen, ja doch nur durch eine Zeitreise und so wie ich die verstehe gehen die ausnahmslos nach vorne, wenn wir von EINER linearen Zeitlinie ausgehen...
Die einzige Lösung kann nur eine langfristige sein, die man am besten schon in seinen besten Jahren beginnt indem man sich jung hält, wird man einerseits älter und kann damit dann sogar noch etwas anfangen, ich wäre unglaublich dankbar, wenn ich mit einem Bewusstsein dessen, wer ich und die Menschen an meinem Totenbett sind abtreten dürfte. Denn Demenz ereilt uns alle, es ist wie ein eingebauter Killcode, ein Verfallsdatum des Gehirns, wir können nur ein Leben lang dagegen ankämpfen und hoffen, es geschieht erst, wenn wir körperlich nicht mehr anwesend sind. Zumindest sehe ich das so, hoffe es ist noch lange hin, bevor das akut wird sich damit zu beschäftigen. In diesem Sinne...

Israelische UFOs, Elohim mit Raumschiffen und die Macht des Wortes

Also... stellt euch Folgendes vor: Es ist 2000 Jahre vor Christus, irgendwo im Gebiet des heutigen Israel. Ein paar Schafhirten beobachten nachts den Himmel – wie sie das eben so tun – und plötzlich: Lichter. Kein Blitz. Kein Donner. Einfach nur ein leuchtendes Objekt, das sich geräuschlos über dem Toten Meer bewegt. Damals nannten sie es vielleicht nicht UFO. Vielleicht nannten sie es "Merkaba", den "Feuerwagen des Himmels". Und ganz ehrlich – wenn man alten Schriften glaubt – kamen diese Dinger ziemlich oft vorbei.

Und dann wird es noch verrückter.

Denn bevor der Monotheismus den Platz auf dem Pantheon-Thron einnahm, war das Land von einem bunten Götterzirkus bevölkert: Baal, Aschera, El, Anat – ein göttliches Ensemble sondergleichen. Und alle hatten ihre Spezialgebiete. Klingt fast wie... eine Crew? Vielleicht ein interstellarer Cast? Götter? Oder... Aliens?

Jetzt denkt mal an den Satz aus dem Johannesevangelium: „Am Anfang war das Wort. “ Nicht: Am Anfang war Gott. Nein – das Wort! Sprache, Kommunikation – eine Technologie? Eine Frequenz? Ein Code?

Ich sage nicht, dass Gott ein Sprachmodul mit WiFi ist, aber… was, wenn das "Wort" der eigentliche erste Kontakt war? Eine übertragene Botschaft, eine heilige API, die den Menschen ein Update verpasst hat? Und nur ein paar von ihnen hatten Empfang? Vielleicht waren die Propheten einfach die besseren Antennen.

Natürlich klingt das alles verrückt. Aber denkt an King Julien. (Oder war das eine andere Theorie?) Jedenfalls – das nächste Mal, wenn ihr in den Himmel schaut und etwas seht, das nicht reinpasst: Fragt euch, ob Baal gerade eine Ehrenrunde über der Negev-Wüste dreht.

Ich sage nicht, dass es Aliens waren...

Aber es waren Aliens.

P.S.: Liebe Grüße an Giorgio Tsoukalos, der mich hierzu inspiriert hat...

Ist King Julien ein Alien?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Lemuren und dem sagenumwobenen Lemuria?

Manche Dinge sind einfach zu bizarr, um ignoriert zu werden. Lemuren, diese nachtaktiven, katzengroßen Halbaffen aus Madagaskar – Insel der Extreme, der Isolation – und dann Lemuria: ein untergegangenes Kontinent-Paradies, das einst irgendwo zwischen Afrika, Indien und dem Ozean geschwebt haben soll. Zufall? Vielleicht.

Aber was, wenn es kein Zufall ist?

King Julien, der selbstverliebte Herrscher der Lemuren aus Madagascar, scheint es zu wissen. Seine Bewegungen – zu geschmeidig. Seine Stimme – zu fremdartig. Seine Herrschaft – zu widersprüchlich für ein Tier. Man muss sich ernsthaft fragen: War er nur eine alberne Animationsfigur? Oder steckt in dieser satirischen Krone mehr Wahrheit, als wir uns eingestehen wollen?

Ein Abgesandter? Ein Relikt? Oder schlicht ein Alien, der Lemuria nie verlassen hat und ein legendäres Wesen aus der Vergangenheit ist?

Ich will an sowas glauben, und die Wahrheit ist irgendwo da draußen...

Zukunft des Streaming?

Ich habe vor Kurzem lange darüber nachgedacht, in welche Richtung eigentlich unsere Sehgehwohnheiten gehen. Ich bin seit jeher Filmfan, habe mit 18 eine DVD/Blu-ray Sammlung begonnen, die mittlerweile aus knapp 3.000 Filmen besteht, allerdings auch seit bestimmt 10 Jahren mehr oder weniger stagniert, seit Streaming in mein Leben gekommen ist. Einfaches Rechenbeispiel, selbst wenn ich "nur" vier Filme im Monat auf dem teuersten Streaming Dienst gucke, ist er meinem vorherigen Modell, für knapp 40€ im Monat Blu-rays zu kaufen überlegen, finanziell für mich als Endverbraucher also DIE Alternative, darum sehe ich das Ganze auch als das Ding, was sich durchsetzen wird und da liegt dann auch das Problem.

Keiner wird mehr selbstbestimmt sein, was seinen Konsum angeht, denn man kann nur das gucken, was der Streamer vorrätig hat, das ist noch schlimmer als zu einer Zeit als Kinofilme gefühlte 10 Jahre brauchten, um ins Free-TV zu kommen. Zugang wird ein Preistreiber. Doch anstatt das so zu spielen, machen viele Streamer einfach noch mehr Inhalte, die keiner braucht und will und contentisiert das Zuhause gucken, um die großartigen Kunstwerke der Vergangenheit leise still und heimlich aus dem kollektiven Gedächtnis zu löschen. Stattdessen bekommen wir immer mehr "Produkte", die an "Fast-Fashion" erinnern und mit Begriffen wie "Watchpartys" oder "Secondscreening" schon darauf hinweisen, dass wir mit zuschaltbarer Kommentarspalte oder direktem Messenging im Streaming Dienst etwas bekommen, dass an ein Publikum gerichtet ist, dem der Wert dessen gar nicht mehr bewusst sit oder bewusst egal ist.

Ob das Ganze jetzt den Kinofilm zum Luxusgut macht oder den Besitz eines haptischen Mediums zum Statussymbol macht und ich mit der Sammlung jetzt auf dicke Hose machen kann, weil ich viele Filme da drin habe, die auf Streaming-Diensten vergeblich zu finden sind.

12/19/2024

Projekt: Top 250 - Subway To Sally

Auch nach all den Jahren meine unangefochtene Nummer Eins, eine Band, die mich seit meiner Jugend begleitet in guten und in schlechten Zeiten, ich habe vermutlich die gesamte Palette an Emotionen mit der Musik dieser Band durchgemacht, die im Laufe ihres Schaffens von folkig flotter rockiger Mittelaltermusik, über eher finstere Klänge, wo man fast von einem Gothic-Metal sprechen konnte bis hin zu ihrer heutigen einzigartigen Mischung aus harten Gitarren mit alldem vorher und der unglaublichen Stimme von Eric Fish eine großartige Bandbreite an Songs erschaffen hat, die mich immer berühren konnte. Absolut abgefeiert habe ich natürlich vor Allem das Frühwerk, dass ich auf vielen Konzerten mitgröhlen und singen durfte. Subway To Sally waren eine der prägendsten Bands meines musikalischen Lebens, so sehr, dass ich während meiner Zeit in Dortmund sogar angefangen hatte, den Dudelsack zu lernen, was aber aufgrund meiner mangelnden Lungenkapazität zum Scheitern verurteilt war. Es ist die Band, die ich immer mit der EINEN verbinden werde und als Höhepunkt jeder Nacht in unserem Stammclub niemals vergesse.  "wenn ich tanze"...

Mein Lieblingsalbum stammt jedoch aus dem Jahr 2019, wo sie mit HEY! ein unglaubliches Werk geschaffen haben, dass emotional ganz tief reinging bei mir und mit den Samples und Anleihen von 70er Jahre Rockmusik eine musikalische Verspieltheit mir Adoleszenz verbindet, die ich so wohl wirklich nur hier jemals so gehört habe. Eines der wenigen Alben, das man anmacht und gebannt bis zum letzten Ton durchhört, ohne auch nur auf die Idee käme einen Titel zu skippen (beziehungsweise aufzustehen und die Nadel auf der Schallplatte vorzuschieben). Ich möchte mich für die unglaublich vielen Momente meines Lebens bedanken, die von der Musik dieser großartigen Band untermalt wurden und denen ich sogar in Zeiten, als sie einen leichten Höhenflug ob des Erfolgs hatten immer die Treue gehalten habe.

Für alle, die mal reinhören möchten, wie immer der Spotify-Link zur Band und die eingebettete Playlist der Top 250 Künstler bei last.fm


P.S.: Für alle, die es nicht mitbekommen haben, schon morgen kommt das neue Album raus, also alle in die Plattenläden und kaufen das Ding, ich bekomme es erst zu Weihnachten, aber man kann ja mal bei Spotify reinhören...

Edit: Ich wünsche euch frohe Festtage ihr Lieben, was jetzt hier noch fehlt sind "die Verlorenen 7", allerdings denke ich an der unangefochtenen Nummer 1 meiner Lieblingsbands wird das nichts ändern. In diesem Sinne... haut in Speck ihr Lieben und ganz viel Liebe für Revontulet!!!

Projekt: Top 250 - Mono Inc.

Irgendwann mal auf die Band aufmerksam geworden, als ich in einer sehr dunklen Phase meines Lebens genau nach so etwas gesucht habe, dunkelromantisch bis ins Mark und in meiner Depression so etwas wie Hoffnung aus dem kleinen bisschen Licht, das einem der Equalizer aus der Stereoanlage schenkt in einem sonst gänzlich finsteren Raum. Und dann beginnt Martin Engler zu singen und du weißt, du kannst dich fallen lassen, weil die Schwingen des Rabens dich schon auffangen werden. Eine der Bands, die ich exzessiv gehört habe, als ich dem Tode nah war im Krankenhaus, die ich erst spät kennengelernt habe aber seitdem nicht mehr missen möchte. Und jedes Mal, wenn ich sie höre, fühlt es sich anders an, man kann in seine tiefsten Tiefen abtauchen, man muss es aber nicht, es kann einen genauso gut aus einem Loch holen oder aus einer schwarzen Nacht einen Sonnenaufgang hervorzaubern.

Vermutlich braucht man eine gewisse Dunkelromantik in seinem Herzen, um diese Musik zu mögen, die sich wohl am besten mit Gothic-Rock bezeichnen lässt. Ich glaube spätestens, als sie mit Joachim Witt kollaborierten, waren sie in meinem Herzen angekommen und verbrachten auch einige Monate auf meiner Spitzenposition, was die Künstler anging, die ich hörte.

Daher verwundert es auch nicht, dass mein absolutes Lieblingsalbum "Nimmermehr" in der Tour Edition ist, hier sind so viele großartige Songs drauf, die ich mir auch heute noch immer mal wieder gern auf den Plattenteller lege. Interessanterweise ist "Terlingua", welches ich als mein absolutes Lieblingslied der Band bezeichnen würde nicht auf diesem Album und kam erst viel später heraus, als es mir schon wieder deutlich besser ging und auch einen deutlich positiveren Touch hat als das gesamte "Nimmermehr"-Album, das ich euch aber nur ans Herz legen kann.

Leider habe ich Mono Inc. niemals real live auf einer Bühne gesehen und habe daher nur meine musikalische Erfahrung und Dankbarkeit der Band gegenüber, dass sie mich auch durch meine dunkelsten Tage begleitet haben.

Für alle, die mal reinhören möchten, wie immer der Spotify-Link zur Band und die eingebettete Playlist der Top 250 Künstler bei last.fm 

Projekt: Top 250 - Saltatio Mortis


Im Rahmen meiner ersten Erfahrungen auf Mittelaltermärkten begegnete ich irgendwann den Spielleuten von Saltatio Mortis und hörte dann auch mal in deren Discografie herein, die damals vor Allem aus Mitschnitten von eben diesen Märkten und rockverstärkter Dudelsackmusik bestand. Die Melancholie und die Themen der ersten Alben zogen mich in ihren Bann und passten so gut zu meiner persönlichen Entwicklung, dass ich die meiste Zeit mit ihnen mitging, sah sie mehrmals live auf diversen Bühnen, von der kleinen Spielmannsbühne in Telgte über einen unvergesslichen Abend in Osnabrück inklusive gemeinsamer Drinks bis hin zur Hauptbühne im Harz oder auf Wacken. Wobei zu dieser Zeit die Texte schon recht politisch waren und sie für mich kurzzeitig wie ein Abziehbild der Böhsen Onkelz mit Dudelsäcken daherkamen, die aber Musik der Toten Hosen machten und etwas sehr mit einer Punk-Attitüde daherkamen, die für mich nie so recht zusammenpasste, weshalb ich mich dann auch etwas abwandte und sie weniger hörte. Dazu wurden die Alben mainstreamiger und es kam mir vor, als wäre die Einzigartigkeit verloren gegangen. Mittlerweile kollaborieren sie mit diversen Größen der Musikbranche und das gefällt mir mal mehr und mal weniger, dennoch ist die Musik immer noch eine, die ich immer mal wieder gern höre. Ich freue mich auch immer noch auf jedes neue Album oder gönne mir die Singles, auch wenn ich derzeit nicht wirklich weiß, wo es musikalisch bei den Jungs hingeht.

Mein Lieblingsalbum ist „Aus der Asche“ aus dem Jahr 2007, weil es für mich konstant durchzieht, da ist nicht ein Track drauf, den ich lieber überspringen möchte oder nicht mitsingen kann, das Nachfolgealbum hatte noch einen relativ ähnlichen Klang und dann kam erwähnte Phase und meiner Meinung nach sind sie nie wieder an die Qualität von „Aus der Asche“ herangekommen. Bands entwickeln sich weiter und das muss auch so sein, hier war die Schnittmenge mit mir und meinem Leben einfach am Größten.

Das beweist dann wohl auch mein großartigstes Konzerterlebnis mit den Jungs in einer viel zu kleinen Location, wo der Schweiß während ihres Konzerts förmlich von der Decke tropfte und die Luft brannte als ein Chor aus 200 Menschen in völliger Dunkelheit den Spielmannsschwur intonierten, im Anschluss mit der Band an der Bar einen trinken und musizieren, ja das waren Zeiten.

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Projekt: Top 250 - Böhse Onkelz


Eine Geschichte, wie ein Leben, eine der ersten Bands, die ich bewusst als solche wahrnahm und Fan wurde. Aus damals sehr fragwürdigen Gründen hörten meine Freunde Böhse Onkelz und ich hörte das dann auch, bis ich die Texte auswendig konnte, sie sich in meiner DNA verfestigten, ich verstand wovon sie singen und es passte einfach keine Musik besser zu mir als jene der Onkelz. Leid, Schmerz, Wut und Freundschaft in leicht verständlichen Texten von einer Band dargeboten, die vielleicht nie die besten Musiker waren aber immer mit Leib und Seele Onkelz. Dazu die Brücke in meinem Freundeskreis auf die sich Punks und Skins, so sie denn nicht komplett hirnverbrannt waren, immer einigen konnten. Und ihr wisst ja, dass ich zwischen siffigstem Rechtsrock und Gossenpunk eine ganze Weile lang hin und hergependelt bin, bis auch mein Spatzenhirn irgendwann begriff, dass die das alle ernst meinen und ich eine Radikalität beiderseits komplett ablehne. Die Onkelz jedoch blieben, weil sie immer den passenden Ton trafen in meinem Leben. Es war fast kultisch, wie man sich den Tag des Albumerscheinens vormerkte und dann in den Laden stürmte und hoffte, dass man sie dort bekam, es hatte ja auch immer etwas anrüchiges Onkelz zu hören, die Band, die keine Werbung brauchte, um zu charten, mit der finsteren Geschichte und überhaupt...
Ich weiß nicht, ob ich ein echtes Lieblingsalbum habe, am häufigsten gehört habe ich vermutlich "Heilige Lieder" und "Dopamin", da war ich 17 und fühlte genau diese beiden Alben so sehr, dass es eine logische Konsequenz war. Und als ich dann meine erste große wirklich eingreifende Phase der Depression hatte, war gerade die Tour zur Trennung zu Ende gegangen und in meinem Leben endete gewissermaßen Alles und dann auch noch meine absolute Lieblingsband, nie mehr neue Lieder, ich vermute auch die Trauer um diesen Fakt war Teil meines Niedergangs. Ich erinnere mich, wie oft ich geheult habe, wenn ich mir die "ADIOS" auf den Teller gelegt habe.
Leider habe ich die Böhsen Onkelz nie live gesehen, außer auf den erwerbbaren und wie man anmerken muss unfassbar geil abgemischten DVD-Veröffentlichungen, weil ich selbst nach der Re-Union noch nicht einmal erfolgreich war bei der "Karten-Lotterie" und was ja noch tragischer ist, vermutlich nicht einmal hingefahren wäre wegen der verfluchten Agoraphobie. Aber Leute, als ich von der Re-Union hörte, war das wie ne Adrenalinspritze ins Herz und dann kam irgendwann "Memento" und es fühlte sich an, als wären die schlechten 10 Jahre vorbei. Und musikalisch ist das auch genau die Zusammenfassung der letzten 10 Jahre von Retrospektive, die ich gebraucht habe, Aufstieg, Absturz, Aufprall und Katharsis in einem. Danke an diese Band, die wie keine andere, die ich kenne die gesamte Palette Leben verkörpert und mich stets auf alte Freunde und verlorene Lieben trinken lässt. Ich habe so viele Geschichten, die mit den Onkelz gekoppelt sind, sei es das asoziale "Nur die besten Sterben jung" in das Gesicht alter Leute zu brüllen oder das mittlerweile salonfähig gewordene "Gestern war heute noch morgen", als Poesie-Album Spruch an die Wände sprayen oder mich wundern, dass "Bin ich nur glücklich, wenn es schmerzt" in einer Fast-Schlager Version 2024 in meiner Playlist rotiert. Ich möchte an dieser Stelle noch meinen Lieblingslokführer grüßen, mit dem ich 2008 auf dem Wacken mitten in der Nacht in eine Onkelz-Party auf dem Campground reingeplatzt bin und wir den Spaß unseres Lebens hatten. Mit dir trinke ich jederzeit auf gute Freunde, wenn du das willst. NUR LIEBE, mein Freund!
Und auch wenn die verlorenen 7 wahrscheinlich eine Position ganz oben verhindert haben, zeugt dieser vierte Platz von meiner konstanten Liebe für die Band, obwohl ich ja mittlerweile lange aus dem Alter raus bin, "Böhse fürs Leben!"
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Projekt: Top 250 - Joachim Witt

"Der goldene Reiter" war vermutlich das erste Lied, dass ich von ihm kannte und schon als Fünfjähriger lautstark mittschmetterte, wenn mein Vater es mal wieder aufliegen hatte. Während ich den Text erst viele Jahre später wirklich begriff in seiner Bissigkeit und der wahren Intention veränderte sich die Musik, die Witt machte von elektronisch poppig zu epochal gotisch und traf mit letzterem dann irgendwann mit "Die Flut" als großem Charterfolg auch meinen Geschmack. Dieses Duett mit Peter Heppner war über Jahre eines meiner absoluten All-Time Lieblingslieder und ich höre es auch heute noch gern. Vor einigen Jahren, ihr wisst schon dunkle Episoden, bin ich wieder auf ihn gestoßen und habe mich dann intensiver mit seiner Diskografie beschäftigt und spätestens mit dem "Rübezahl"-Zyklus wartete ich gespannt auf den Postmann, wenn VÖ war, um die neue Scheibe in Händen zu halten und sie dann direkt auf den Teller zu legen.

Auch Witt hat mich in meiner dunklen Episode begleitet und mir Kraft gegeben, leider gibt es die Bayreuth Alben nicht bei Spotify, aber ich lege sie euch dennoch ans Herz, denn neben den drei Rübezahl Alben sind die musikalisch das große Ding vom Witt. Ich kann kein Album wirklich als gänzlich überragend einstufen, auch wenn ich vermutlich "Rübezahl" und früher "Eisenherz" am liebsten mochte, höre ich mir auch gern "DOM" oder "Neumond" an, obwohl sie zum Teil nicht durchgehend großartig sind. Ich denke ich würde "Bayreuth III" nennen, weil es von der Stimmung her am intensivsten für mich war.

In real live habe ich Witt leider auch nie gesehen, was ich aber noch auf meiner Bucket-List habe und da er ja mit knapp 80! immer noch unterwegs ist, gibt es da ja vielleicht noch eine Chance, wenn ich dann auch wieder dazu in der Lage bin. Großartig waren die Konzerte, die ich gesehen habe vom M'era Luna, die ich so gefühlt habe, dass ich mit Tränen in den Augen ob der Großartigkeit vor dem Fernseher stand.

Zu Lieblingsliedern habe ich mich schon geäußert, über den Menschen Joachim Witt gibt es soviel zu erzählen, dass man damit Bücher füllen könnte, einfach ein großartiger Entertainer unserer Zeit, der in meinen Augen sträflich unterschätzt ist.

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