1/16/2025

Die verlorenen 7 – Cultus Ferox

Cultus Ferox – was für eine Energie! Eine der besten Bands, die ich jemals beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum live erlebt habe. Laut, piratig, treibend – Mittelalter-Rock mit ordentlich Druck auf der Pauke. Ihre Shows waren eine Mischung aus Tavernenstimmung, Räuberromantik und ordentlich Schmiss.

Damals lief die Band bei mir hoch und runter, allerdings fast ausschließlich lokal von der Festplatte, denn bei Spotify? Quasi Fehlanzeige, es gibt zwei Songs. Und genau das ist auch der Grund, warum sie es nicht in die Top 250 geschafft haben. Seit etwa 2013 höre ich fast nur noch über Streamingdienste, und so sind einige Bands schlicht aus der Rotation verschwunden, obwohl sie es nie verdient hätten. Vergleichbar mit Schelmish, die erst spät auf Spotify auftauchten und dann sofort durchstarteten – Cultus Ferox blieben leider außen vor.

In ihrer aktiven Phase waren sie für mich aber die mit Abstand beste Band der Mittelalter-Bubble, und ich wünschte, sie wären auf allen Plattformen vertreten. Wer sie live gesehen hat, weiß, was ich meine – das ist nicht nur Musik, das ist ein Erlebnis. Und vielleicht gibt’s ja irgendwann ein Streaming-Comeback. Oder mal ein neues Album.

Wenn man nur die verlorenen 7 werten würde, wären sie auf Platz 27 of all gewesen und in der Kombination mit allem danach auf Platz 151 mit 410 Plays.

Wenn ihr sie auch so vermisst, nehmt doch Kontakt mit der Band auf und guckt euch ihre Landing Page an, ich kenn mich doch nicht aus, wie man Sachen zu Zeiten des Internets ins Laufen bringt.

Die verlorenen 7 – Backyard Babies

Backyard Babies – was für eine Phase das war. "Making Enemies Is Good" hat mich damals einfach abgeholt. Zwischen all der weichgespülten Chartgrütze stand da plötzlich eine Band, die laut war, rotzig, wild und kompromisslos – und trotzdem catchy genug, um auch mal in den deutschen Charts aufzutauchen. Ich liebte das.

„Brand New Hate“ – das war so ein Song, den man beim ersten Hören direkt als Soundtrack einer rebellischen Lebensphase abgespeichert hat. Und später kam dann "Minus Celsius", ein Song wie ein kalter Schlag in die Magengrube, mit diesem bittersüßen Vibe, der sich festsetzt, wenn man selbst Kälte in sich trägt. Ich weiß noch, wie oft ich den damals gehört habe – melancholisch, aber mit der Faust in der Tasche.

Die Band war für mich nie nur Rock’n’Roll – sie war Haltung, Trotz, das Bedürfnis, anzuecken. Und genau deshalb ist es schade, dass sie heute nicht mehr so präsent sind in meiner Rotation. Vielleicht eine der knappsten Entscheidungen in dieser Liste, aber die Backyard Babies gehören definitiv zu den „fast in den Top 250“-Bands, die eigentlich noch einen Platz verdient hätten.

Wenn man nur die verlorenen 7 werten würde, wären sie auf Platz 21 of all gewesen und in der Kombination mit allem danach auf Platz 132 mit 444 Plays.

Die verlorenen 7 – Frei.Wild

Es ist schwierig, Frei.Wild zu besprechen, ohne das politische Minenfeld zu erwähnen, das sich um die Band gebildet hat. Ich will das auch gar nicht beschönigen – es gibt gute Gründe, warum man mit dieser Band kritisch umgeht. Und doch: Damals habe ich sie wirklich gern gehört.

Es war einfach diese rebellische Energie, die raue Stimme, die Hymnen auf das Anderssein, das Sich-nicht-Anpassen-Wollen. Songs, die im richtigen Moment genau den Nerv getroffen haben. Ich erinnere mich besonders an einen Gig auf dem RockHarz Open Air – bei strömendem Regen saßen wir vorm Versorgungs-Zelt  das Gelände ein Matschmeer, aber die Stimmung war geil. Das war einfach dieses Festivalgefühl, bei dem Musik und Situation eine unvergessliche Symbiose eingehen.

Seitdem habe ich mich verändert, musikalisch wie menschlich. Ich höre Frei.Wild kaum noch – vielleicht, weil sie sich verändert haben. Vielleicht, weil ich es habe. Was bleibt, ist ein Kapitel meines Lebens, das ich nicht leugne, aber auch nicht mehr nach vorne stelle. Es war Teil meiner Entwicklung. Und dafür war die Musik damals wichtig.

Wenn man nur die verlorenen 7 werten würde, wären sie auf Platz 13 of all gewesen und in der Kombination mit allem danach auf Platz 109 mit 513 Plays.

1/14/2025

Wie schnell die Zeit vergeht...

Unglaublich, ich gucke auf den Kalender und es sind schon wieder 14 Tage des neuen Jahres vergangen ohne, dass ich in irgendeiner Weise zur Ruhe gekommen bin. Da fand ich es heute morgen beim News durchblättern um so tröstlicher, dass die Welt um mich herum auch sehr langsam geworden ist, erreichte mich doch diese Nachricht, die mich zum Schmunzeln brachte:

Und kommt schon, ich habe mir den zugehörigen Artikel nicht durchgelesen, allerdings musste ich bei dem Bild und zugehören Text unweigerlich daran denken, dass die Pyramiden schon vor langer Zeit wiederentdeckt wurden und ich mache mir Gedanken um 14 Tage, die schnell vergehen... In diesem Sinne, habt einen wundervollen Tag ihr Lieben!

1/12/2025

Winnetou-Winter--Watching 04 - Old Shatterhand (1964)

Vielleicht der schwächste Film der gesamten Reihe und er wirkt auch irgendwie anders, wahrscheinlich der Grund, warum er bei meinen Rewatches früher immer unter den Tisch gefallen ist. Ihm fehlt einfach der komplette Winnetou Charme und ist mehr ein Militätpolitikthriller als ein Western, die bekannten Charaktere wirken, wie schlechte Kopien von ihnen und wirklich Spaß macht hier auch nicht viel, alles ist irgendwie düster und verbissen. Außer der Musik, die für einen anderen Film geschrieben zu sein scheint, denn die hat eine Rummelplatzfröhlichkeit, die immer wieder dafür sorgt, dass ich den Film am Ende nicht mögen kann.

1/11/2025

American Primeval und die Beast Games

American Primeval ist eine dieser Serien, die mich völlig unvorbereitet traf wie ein Schlag aus dem Nichts. Roh, düster, nahezu widerwärtig werden hier Werte heldenhafter Siedler und rechtschaffener Westmänner konterkariert und ich muss mich den Kritikern anschließen, die hier von Anti-Western sprechen. Allerdings hat das auch was Erfrischendes, denn ich mag ja die eher düstere und ungeschönte Aufarbeitung gerade des sogenannten "Wilden Westens", der mir viel zu oft vollgestopft ist mit Heldengeschichten und guten Menschen. Hier gibt es eben genau das Gegenteil und das sieht dabei auch noch unglaublich gut inszeniert aus. Nach der ersten Hälfte der Serie kann ich nur mit dem Kopf nicken und das Ding empfehlen.

Beast Games

Generell bin ich kein Freund von diesen Sendungen, wo man Anderen beim Gewinnen und Verlieren zuguckt mit irgendwelchen Intervieweinschüben, wo man sich dann selbst kommentiert, allerdings hat Mr. Beast (meines Wissen nach einer der größten YouTuber) hier etwas hochgezogen, was auch als Sozialexperiment funktioniert und bei dem niemand getötet wird, zumindest nicht onScreen. Die Show zeigt für mich die komplette Palette an Pervertierung durch Geld, die wir Menschen durchmachen und ich weiß nicht, wie viel davon gescriptet ist, doch im Vergleich zur zweiten Squid Game Staffel ist man hier voll dabei und auch wenn man bei 1000 Leuten keine Favoriten rausarbeitet, ist das Ganze kurzweilig und unterhaltsam. Und die Preisgelder sind halt einfach pervers hoch.

Wie lang will ich schon Künstler sein?

Neues Jahr, neue Projekte

unter anderem plane ich ein paar Musiksachen zu Ende zu führen und mit den Möglichkeiten von KI sind hier Chancen entstanden, die mich dazu bringen mich diesbezüglich auch auszuleben. Ihr wisst ja, dass mein aller-allerliebster Lestat das schon vor mir gemacht hat, allerdings hatte ich Skrupel und ZEIT und so fehlte mir auch immer und ich wollte nichts Unvollendetes veröffentlichen, daher habe ich seit letztem Juli erst einmal nur "Studioarbeit" gemacht und irgendwann in diesem Jahr wird auf jeden Fall "Revontulet" herauskommen, als Song, als Album, als Band, das steht noch nicht fest, allerdings wird es wohl Folk-Party-Metal mit Schwerpunkt auf meiner Revontulet sein.

Und wer länger dabei ist, kennt sicher noch die witzigen Rap-Album und Quad-Core Ideen eines Chesney Littles aus den 2010er vor meinem Tod. Ruhig weg werde ich meine Möglichkeiten ausloten und dann mal ein wenig ausprobieren und wer weiß schon, wie lange mir noch bleibt... Ich nenn das mal kreative Projektarbeit, was da kommt. Seid bereit, ich bin es auch...

1/09/2025

S-Files 2024

Mit ein klein wenig Verspätung präsentiere ich euch jetzt die S-Files 2024, das ist die Quasi-Schrott-Version von dem, was ich aus den Top 100 rausgehauen habe, was es aber trotzdem wert ist, sich wenigstens mal angehört zu haben. Da war letztes Jahr ganz schön viel dabei, wo ich mich im Nachhinein frage, wohin die Musik so insgesamt in ihrer Entwicklung steuert. Kommentiert mir gerne eure Meinung zum Thema und immer schön brav bleiben, sonst kommt Neon-Chtulu euch holen.

Keine Angst vor Blut

Faszinierend, ich habe Angst vor Durchfall, Schmerzen und so ziemlich allen Arten der Überforderung durch Menschen. Kaum merke ich, wie meine Behandlungswunden vom Vortag aufgehen und mir in recht schneller Frequenz Blut den Arm heruntertropft werde ich ruhig wie eine Hindukuh und beginne damit meine Wunde zu versorgen.

Die akute Gefahr des Verblutens lasse ich dabei komplett außer Acht und besorge mir, eine Hand auf der Wunde Desinfektionsmittel, Tupfer, Handschuhe, Pflaster, Verbandsmaterial und eine gutausgeleuchtete Stelle im Büro, um das ganze neu zu verbinden. Und e voila, nach 10 Minuten ist der Spuk vorbei und ich fühle mich richtig gut.

Vielleicht ist der Unterschied zwischen dem Blut und den erstgenannten Problemen der, dass ich genau weiß, was ich zu tun habe und am Ende einen Erfolg sehe, wenn das Verbandmaterial weiß bleibt...

A-Bär mitten in der Nacht ist das halt wirklich uncool und beängstigend, auch wenn man es schnell wieder im Griff hat.

1/07/2025

Selbstzweifel pulverisiert

Ach Leute,

es gibt so Momente, da denke ich über mich nach und frage mich, warum man mich eigentlich mögen kann und ob ich nicht nach Außen für den ein oder anderen wie ein geistig behinderter Hängengebliebener wirken muss...

Und dann schau ich aus dem Fenster und sehe, wie ein silberner Audi in den Gegenverkehr rast und alle Selbstzweifel sind wieder wie weggeblasen. Es ist ein Wunder, wie wenig Unfälle passieren, wenn man sich den Straßenverkehr manchmal so ansieht. Die Egos in ihren Aluminiumbombern sind zum Teil so groß, dass sich ein kleiner Nissan hinstellt und erwartet, dass ein Bus doch bitte zurücksetzt, weil das Hindernis auf dessen Fahrbahnseite ist oder ein kleiner Golf 5mal eben den Bürgersteig als Überholspur nutzt, um den Verkehr zu umfahren. Jemand, der sich mit Verkehrsverstößen auskennt könnte von meiner Fensterposition aus vermutlich locker 20% des Verkehrsaufkommen mindern, indem er die betreffenden Fahrzeuge aus dem Verkehr zieht. Ich kann das alles nicht fachgerecht einschätzen und belasse es einfach dabei, dass ich in jenen Momenten nicht der irrste Mensch in der Umgebung sein kann und dass viele, die an sich selbst zweifeln sollten es auch nicht tun, so why should I?