10/17/2024

Projekt: Top 250 – Santiano

Der Käpt’n könnte euch Geschichten erzählen… Und vermutlich wären die alle mit einem Shanty auf den Lippen, einem Krug Met in der Hand und einem seligen Grinsen im Gesicht vorgetragen worden. Denn als Santiano ganz groß wurden, als sie zeitgleich im ZDF-Fernsehgarten und auf Wacken auftraten, da war der Käpt’n wohl ihr größter Fan. Und ich? Ich fand sie ulkig. Zwei, drei Biere, vielleicht noch ein Sturzflug ins Pogen – dann ist das genau das Richtige. Popkonforme Mittelaltermusik mit Seemannschor, wie ich sie in Varianten schon seit Jahren kannte. Nichts Bahnbrechendes, aber verdammt: es funktioniert.

Denn da sitzt der bärtige Metalhead mit dem Opa, der sonst Volksmusik-Hitparaden schaut, Arm in Arm, schunkelnd, gröhlend – und irgendwie ist das auch eine Form von Magie. Eine verbindende Kraft in Musikform, ganz ohne Anspruch auf Tiefe.

Mich hat diese Euphorie allerdings schnell wieder verlassen, vielleicht ähnlich wie beim Käpt’n. Heute höre ich Santiano nur noch sehr selten freiwillig. Aber ihre kurze Phase der Relevanz hat immerhin für einen respektablen Platz in dieser Liste gereicht.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Markus Schulz

Markus Schulz ist ehrlich gesagt nicht jemand, den ich besonders verfolgt habe oder über den ich euch große Geschichten erzählen könnte. Aber ein Track hat ihn für immer in mein musikalisches Gedächtnis gebrannt: sein Coldharbour Remix von Motorcycle – "As The Rush Comes". Für mich eines der größten Trance-Meisterwerke, die je produziert wurden. Vielleicht der beste Trance-Track überhaupt, definitiv auf einer Stufe mit Armin van Buurens „Sound of Goodbye“. Meine Meinung!

Was Schulz sonst so gemacht hat, kann ich euch ehrlich gesagt kaum sagen. Ich habe irgendwann einfach mal angefangen, seine Musik zu hören – wahrscheinlich im Hintergrund bei irgendeinem Projekt, einem Online-Pokerturnier vielleicht, oder einfach als atmosphärische Begleitung, wenn Konzentration gefragt war. Und offenbar hat sich das ordentlich im Last.fm-Playcount niedergeschlagen.

"As The Rush Comes (Markus Schulz Coldharbour Remix)" – Legende.

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Projekt: Top 250 – Stahlmann

Stahlmann, Rock Harz 2011 müsste es gewesen sein. Mein Bester und ich hatten uns für ein gepflegtes Frühbier schon mal ins Zelt gesetzt, Blick auf die Hauptbühne, Sonne im Gesicht, alles war gut. Plötzlich Klänge, als würden Rammstein höchstselbst auf der Bühne stehen. Damals hatte ich noch nicht die große NDH-/Industrial-Metal-Erfahrung – alles klang erstmal irgendwie gleich. Aber dann sahen wir sie: komplett in Silberchrom angemalt, schwarze Klamotten, 30 Grad Mittagshitze, und sie rockten sich trotzdem den Arsch ab.

Wir schworen uns noch vor Ort: Die schauen wir uns näher an. Und wie kann man eine Band nicht lieben, die trotz blauem Himmel und Sonnenschein mit dem Song „Willkommen" (in der Dunkelheit) ihr Set beginnt?

In den Folgejahren verfeinerten sie ihren Stil. Jedes neue Album wurde von mir sofort gecheckt. Natürlich kam der Impact dieses ersten Live-Erlebnisses nie wieder ganz zurück, aber Stahlmann haben sich in meinem Kosmos der besseren Vertreter ihres Genres festgesetzt. Immer mal wieder stolpere ich über ihre Songs und denke: Ja, stimmt – das hat damals einfach gepasst. Und das tut es irgendwie immer noch.

Ganz klare Hörempfehlung vom Typ mit dem Nachgeschmack. Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

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Projekt: Top 250 – Real Life

Von Real Life besaß ich als Sechsjähriger eine Schallplatte namens Heartland. Ich konnte kein Wort Englisch, und bis heute weiß ich nicht genau, was das Ding auf dem Plattencover eigentlich darstellen soll – eine Mischung aus futuristischem Gewirr und 80er-Kunstästhetik. Aber diese Platte war einer meiner größten Schätze. Ich war stolz darauf. Mein Vater hingegen… na ja, er meinte irgendwann, sie sei „nicht so gut“ und hat sie verkauft – nur um sie mir Jahre später feierlich vom Flohmarkt zurückzuschenken. Vielleicht war das sein Weg, mir musikalisch zu sagen: "Ich hab verstanden."

Heartland ist für mich ein echtes No Filler – All Killer-Album. Jeder Song sitzt. Natürlich kennt jeder „Send Me An Angel“, den großen Welthit. Und oft werden Real Life deshalb als klassisches One-Hit-Wonder abgestempelt. A-Bär das ist für mich zu kurz gedacht. Denn ich mochte ihre Musik so sehr, dass ich mir irgendwann die gesamte Diskografie auf Vinyl zusammengesammelt habe – soweit es ging. Openhearted, Catch Me I’m Falling, Exploding Bullets – das alles sind Songs, die ich auch heute noch in mein Herz schließen kann.

Vermutlich war Real Life wirklich die erste Band, von der ich schon als Kind ein echter Fan war.

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Projekt: Top 250 – Albert Hammond

Pop Rock aus einer anderen Zeit. Aus der Zeit, in der ich nachts am Rechner saß und Skelette und merkwürdige Templer aus Baa niedermetzelte – Might and Magic war mein Universum. Oder ich baute Eisenbahnimperien auf, managte Fußballclubs, klickte mich durch Tabellen und Transfers – und immer lief im Hintergrund irgendein Oldie-Sender. Ganz ehrlich: Woher hatten wir damals die Zeit? Schule war ja schließlich auch noch da. Aber irgendwie ging alles.

Albert Hammond war in diesen Momenten ein ständiger Begleiter. Nicht unbedingt aktiv ausgewählt, sondern eher: einfach da. Seine Musik lief schon früher bei uns zuhause rauf und runter, man hätte meinen können, meine Eltern wären große Fans gewesen. „The Free Electric Band“ ist einer dieser Songs, die einfach in der Luft lagen, wie Zigarettenrauch bei Familienfesten. Irgendwann habe ich dann – wahrscheinlich in einer sentimentalen Phase – beschlossen, seine komplette Discografie durchzuhören. Keine Ahnung, ob das ein bewusster Akt oder einfach ein musikalischer Irrlauf war – aber der Last.fm-Trackcount lügt nicht.

Heute klingt mir das meiste von ihm eher nach Musik für die „gewissen Stunden“. A-Bär, ich hab ja keine Ahnung von Musik.

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Projekt: Top 250 – Kettcar

Als ich mit elf Jahren transplantiert wurde, verbrachte ich drei Wochen auf der Kinderstation in den Türmen von Münster – ein prägender Abschnitt meines Lebens. Dort fuhr eine Horde Kinder ganztägig auf Bobbycars durch die Flure, laut, wild und völlig selbstverständlich. Es war das erste Mal, dass ich mit solchen Gefährten in Kontakt kam – und für mein elfjähriges Ich war die Verwechslung von Bobbycar und Kettcar ein ständiges Thema. Die Assoziation ist geblieben, auch wenn sie mit der Band Kettcar eigentlich wenig zu tun hat – oder vielleicht doch: Denn beides ist irgendwie Teil meiner Kindheit und meiner Reise durchs Leben geworden.

Die Musik von Kettcar hat mich allerdings erst viel später berührt. Ich erinnere mich, dass ich sie zum ersten Mal in einer dieser klassischen Rockpalast-Nächte sah – und sie haben mich zunächst nicht überzeugt. Zu unspektakulär, zu ruhig, zu unauffällig vielleicht. Aber Jahre später, in meiner dunklen Phase, kam ich zurück – und diesmal passte alles. Depressionalex hatte plötzlich einen Soundtrack. Lieder wie „Landungsbrücken raus“ oder „Die Schönheit der Chance“ waren wie ein melancholischer Spiegel meiner Gedanken. Diese Texte, diese ruhige nordische Melancholie, die aber nie hoffnungslos klingt – das traf mich tief.

Gerade das allererste Album von Kettcar hat sich in mein Herz gebrannt. Sie waren nie laut, nie aufdringlich – aber genau das war ihre Stärke. Diese Band hat mir auf leise Weise geholfen, Gefühle zu sortieren und den eigenen Weltschmerz irgendwie zu umarmen. Danke dafür.

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Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:


Nachtrag: Natürlich ist "Die Schönheit der Chance" nicht von Kettcar sondern von Tomte, einer sehr ähnlich klingenden und befreundeten Band, die ebenfalls aus der Haumburger Schule stammen. Danke, dass ihr mir wegen SOWAS dann doch E-Mails schreibt :-)

Überraschende Erkenntnis, Naturstein soll bei fast jeder Krankheit helfen

Ohne Scheiß Leute, ca. 150 Gramm Salz pro Tag (ha ha) reichen, einen erwachsenen Menschen zu töten und ihn damit von allen Krankheiten zu befreien. Und das Zeug ist frei verkäuflich, die Medizin will nicht, dass ihr das wisst, denn ein Paket Salz ist mit das günstigste, was man im Supermarkt bekommt. Wichtig ist bloß eine hohe Dosierung und dann war es das.

Leider konnten keine Studien zu einem wahren Heilungsprozess vorgenommen werden, da die Patienten starben und somit die meisten Krankheiten abrupt mit aus dem Leben schieden.

Klarstellung, dies ist ein sarkastischer Beitrag und Kommentar zu diversen Beiträgen, die derzeit mit Wundermitteln durchs Internet spuken, bei denen man sich ebenfalls denkt, dass sie natürlich das Leid des Patienten beenden, weil sie ihn töten.

Hört auf mit der Scheisse und erfindet lieber echten Scheiß, auf dass wir alle wieder länger leben können.



10/14/2024

Stille als Symptom

Ich bin nicht sicher, ob ich das hier schon einmal ausgespeichert habe, aber es hat eine gewisse Wichtigkeit und durch die letzten Monate auch Aktualität erhalten, dass ich dringend nochmal, was zum Thema aufgreifen muss.

Denn wenn es in meinem Leben still ist, dann kann man schwer davon ausgehen, dass es mir echt schlecht geht. Mir ist aufgefallen, dass ich mich in den letzten Wochen und Monaten kaum mehr außerhalb dieses kleinen Safespaces, den ich für mich als solchen erschaffen habe mit der Welt da draußen auseinandersetzte und so eben auch nicht wirklich viel rede, wenig Musik höre, teilweise tagelang schmerzgeplagt im Bett bleibe. Ich wollte es nur mal erwähnen für den Fall, dass irgendwas Unerwartetes geschieht und sich irgendjemand fragt, warum ich denn nichts gesagt habe. Habe ich hiermit getan, denn der direkte Kontakt fällt mir derzeit unglaublich schwer, ich kann gar nicht recht definieren, warum es mir schlecht geht, es ist so eine Leere, ein Druck, eine Belastung, Stress und ich weiß nicht, wo das herkommt oder wie ich das wegkriege gerade. In diesem Sinne...



10/12/2024

Was bedeutet Niederlage

Hat es etwas mit Verlieren zu tun, oder ist es bloß die Niederkunft, weil man z.B. stirbt oder neues Leben gebährt?

Und warum ist das Wort meist negativ konontiert? Sind es denn nicht die Niederlagen, die neue Blickwinkel bringen und der Beginn jeder Veränderung sind?

Klassischer Stoff für eine KI-Auseinandersetzung oder? ChatGPT übernehmen sie:

🎙 Himmlisches Streitgespräch: „Niederlage – Fall oder Flug?“

Moderator (neutral):
Heute begrüßen wir zwei altbekannte Stimmen zu einem ewigen Thema: die Niederlage. Was ist sie – ein Absturz oder der erste Schritt zur Auferstehung?
Links von mir: Erzengel Seraphael. Rechts: Der stets gut gelaunte Luzifex, ehemals Lichtträger, jetzt Chefkritiker der Schöpfung.
Legen wir los.


Moderator:
Seraphael, warum wird die „Niederlage“ aus deiner Sicht oft negativ empfunden?

🪽 Seraphael (sanft, melodisch):
Weil der Mensch Angst vor Tiefe hat. Er denkt bei „Niederlage“ an Fall, Schmerz, Versagen. Doch wer gefallen ist, kennt den Boden. Und wer den Boden kennt, steht auf mit Demut. Niederlagen lehren Perspektive, Empathie, Selbstbegegnung. Kein Aufstieg ohne Fall.


😈 Luzifex (leise lachend):
Ach, bitte. Niederlagen riechen nach Angstschweiß, nach peinlichem Schweigen. Der Mensch fürchtet sie zu Recht – denn sie demaskieren ihn. Ohne Rüstung, ohne Glanz. Und in dieser Nacktheit will keiner verweilen. Sie lieben Siege – weil sie blenden.


Seraphael:
Und doch sind es gerade Niederlagen, die Menschen zwingen, sich selbst zu begegnen. Siege bestätigen das Ego – Niederlagen zerlegen es. Aber genau dort beginnt oft etwas Höheres.


Luzifex (grinst schief):
...oder etwas Bitteres. Du sprichst von Läuterung, ich sehe Verbitterung. Weißt du, wie viele bei der ersten Niederlage abbrechen, aufgeben, sich vergraben? Niederlagen schaffen nicht automatisch Größe – sie zeigen nur, wer Größe hat. Und das ist selten.


Moderator:
Interessant. Doch was ist sprachlich gesehen so negativ an „Niederlage“?

Seraphael:
Das Wort selbst: nieder – als Gegenteil von „erhaben“ – und -lage, also eine Position. Es klingt wie „gelegt werden“. Der Mensch hört darin Unterwerfung. Aber in vielen Kulturen ist sich „niederwerfen“ ein Zeichen der Hingabe. Im Stillstand liegt Kraft.


Luzifex:
Ich liebe es, wenn du fromm wirst. Aber komm schon: Wer will denn „niederliegen“? Das assoziiert Hilflosigkeit. Die Sieger schreiben die Geschichte – und die Verlierer schreiben Gedichte. Ich mag Gedichte. Aber es sind selten Bestseller.


Moderator:
Ist „Niederlage“ vielleicht sogar ein Anfang?

Seraphael:
Immer. Die Geburt eines Kindes ist eine Niederlage des Körpers – aber ein Triumph des Lebens. Ein Zusammenbruch kann ein Durchbruch sein, wenn man hinhört. Viele große Reformen, Religionen, Kunstwerke – sie kamen nach dem Scheitern.


Luzifex (lehnt sich zurück):
Oder sie kamen aus Groll. Auch Wut schafft Werke. Schmerz ist ein Produktiver. Aber hör auf, alles zu verklären. Nicht jede Niederlage macht weiser. Manche macht einfach nur kaputt.


Seraphael (nachdenklich):
Dann ist es vielleicht der Umgang, der den Unterschied macht. Eine Niederlage zeigt nicht, was du bist – sondern wer du werden könntest.


Luzifex (zuckt mit den Schultern):
Na schön. Vielleicht ist die Niederlage wie der Tod – schmerzhaft, gefürchtet, aber manchmal auch eine Pforte.


Moderator (lächelt):
Einigkeit im letzten Satz – wer hätte das gedacht. Dann danke ich euch für dieses leuchtend-düstere Gespräch.
Und liebe Zuhörer, denken Sie daran: Ob Fall oder Flug – entscheiden wird sich das nach der Niederlage.



Wenn der Ölprinz leise wimmert...

"Surehand, wir können über alles reden, ich hab Geld!"

Leise leise wimmerst du, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr
da lachte sogar Müllers Kuh, die Milch ist leer, die Milch ist leer
Leise leise wimmerst du, ich weiß nicht wie, ich weiß nicht wie
du schenkst der Schwester "Der Doktor und das liebe Vieh"

Ganz schwache Leistung, - ein Leben für weltlichen Reichtum und digitales Geld
Wenn ich Enter und Escape drück geht dein Kontostand auf Null
Und dein Leben ist nach Pfändung und Enteignung nicht mehr existent
Zum Begraben und Verbrennen ham deine Erben keinen Cent

Und das bedeutet dir etwas, mir aber so gar nichts also stirb und halt die Fresse
Dein Wimmern ist die Schande deines Lebens, nicht einmal mit Würde sterben kannst du...
Und dein Nachlass sind die Scherben all der Zerrbilder des Spiegels, den du lebenslang verhülltest
weil du immer warst, was du geglaubt hast andre in dir sehn

Schwarze Seele, schwarze Hände, schwarzes Gold
Deine Freunde, deine Eltern hätten's nicht so gewollt
und sei dir sicher - in der Hölle - nichts zu holen
der Teufel schickt dich scheißen - dann schüppst du für ihn Kohlen