9/25/2024

Heilung ohne psychische Gesundheit?

Nennt mir einen Menschen, der ohne eine stabile Psyche je wieder fit geworden ist, der Langzeittherapien durchgestanden hat, die gerade seit "No Care" größtenteils sowieso mir selbst überlassen wird. Ich lege meine Gewichtssenkungen fest, handle auf Selbstmedikation, weil mein Nephrologe, das einfache Aufsetzen eines Ultraschallgeräts als Untersuchung wertet mit der er mir seinen Anfangsverdacht einer Viruserkrankung bestätigt, die "mit und ohne Arzt 14 Tage dauert", das war vor 5 Wochen, erst diese Woche fühle ich mich einigermaßen wieder stabil, nachdem ich mein Sollgewicht selbstständig in der gleichen Zeit um satte 6 Kilo reduziert habe, und mir Blutdrucktabletten hab verschreiben lassen, um diesem Problem Herr zu werden.
Und dann soll ich glauben, dass diesem Arzt "nicht gefällt", mit dem ich das übrigens vor Jahren besprochen habe, dass solange meine Werte okay sind, und ich stelle da starke Ansprüche an mich selbst und mache mir die Entscheidung nicht leicht, ich alle 4-5 Wochen eine Auszeit nehmen darf um meine Psyche kurz auf Urlaub zu schicken, ihr vorzugaukeln wenigstens für ein paar Tage ein normales Leben zu führen. Die letzte Auszeit ist übrigens mehr als 8 Wochen her, weil ich dazwischen nie wirklich das Gefühl hatte, es ginge mir gut. Und dann gerate ich fast in einen Streit darüber, was gut für mich ist mit jemandem, den ich eigentlich sehr schätze... Beim nächsten Mal empfehle ich mal einen Blick in die Akte, terminale Niereninsuffizienz und Gründe, warum ich Tavor nehme, um überhaupt zur Therapie gehen zu können und trotzdem aufgrund dessen, was derzeit auf mir lastet an Stress und Problemen, da gibt es keine Niere zu retten, der Niere ist es scheißegal, die macht gar nichts mehr.
Und wenn diesen Menschen irgendwas daran liegen würde, meinen Zustand zu verbessern, dann würden sie mir helfen meine fucking Termine zu bekommen. Mein Bruder war ewig an der Dialyse und musste nicht eine dieser ganzen Untersuchungen je machen und mich drückt der Scheiß so zu Boden, weil er mir meine Unfähigkeit in manchen Situationen zeigt für mich selbst zu sorgen und besonders nach den letzten 6 Wochen, die für mich gesundheitlich die absolute Hölle waren und meine Psyche mit dem ganzen Bettgeliege völlig überfordert war eh schon auf der letzten Rille lief, weil der Burnout einfach mal komplett gekickt hat...
Ach Leute, echt manchmal solltet ihr einfach mal erst nachdenken... Es ist unglaublich, wie leicht es sich manche Menschen machen, irgendwo tut es weh? Schmerzmittel sind die Lösung? Interessiert keinen außer mir mehr, wo die Schmerzen herkommen? Ich habe die Schmerzmittel auf ein paar Ibu beschränkt, weil ich in der Lage sein wollte, den Krankheitsverlauf oder was immer es war im klaren Kopf verfolgen zu können, die verschriebene Pulle Novalgin habe ich außer ein paar Tropfen nicht angerührt. Aber was erwartet man von einem Arzt, der nach Erklärung einer Symptomschwemme und negativem Corona-Test auf Corona geht, mich drei Tage immensem Mehr-Stress aussetzt, das Hauptsymptom des extrem hohen Blutdrucks ignoriert und mich quasi mir selbst überlässt.
Das einzig Positive an den letzten Wochen war, dass ich am Ende weiß, dass ich Menschen um mich habe, denen ich vertrauen kann und dass, was ich schon wusste, ich am Ende der Einzige bin, der sich aus der Scheiße ziehen kann.
Ich spiel so ungern die Depressions Karte, oder die des Borderliners, aber Fakt ist, sie sind allgegenwärtig und nur solange ich sie in Schach halten kann sind sie keine echte Gefahr, dieses Jahr hatte ich schon des Öfteren wieder Kontakt mit meinen inneren Dämonen und wenn ich das Vertrauen in eine der wenigen sicheren Plätze verliere, die ich habe, dann ist das gleichbedeutend mit Gift, dass man mir langsam verabreicht. Und ich habe mich größtenteils aus meiner Welt der Angst befreit, indem ich Vertrauen gefasst habe und nicht immer nur das negative gesehen habe. Es ist ein instabiles Gebilde und es macht mir Angst fehlende Steine in der Mauer zu sehen, ich brauche persönliche Erfolge und keine Dauerkritik an dem, wie ich mein Leben für mich in den Griff bekommen habe über die letzten 10 Jahre.
Wenn ihr irgendwen braucht, dem ihr sein Leben und dessen dauerhafte Bedrohung erklären wollt, dann nehmt jene, denen das nicht vollumfänglich bewusst ist und die sich nicht täglich mit den ersten Gedanken ihres Wachseins für JA entscheiden, den Blick nach oben wenden und DANKE sagen.
Erst vor Kurzem habe ich mich mit einer sehr guten Freundin über einen Arzt unterhalten, der mich aufgrund seiner arroganten Ignoranz meiner Person dazu gebracht hat, genau das Gegenteil von dem zu tun, was er mir vorschlug (und was medizinisch klüger gewesen wäre). Meine Psyche war damals noch nicht bereit die Verantwortung für mein Leben in die Hände einer Maschine zu legen und anderen Menschen. Außerdem wollte dieser Arzt mir doch tatsächlich erzählen, wie meine Krankengeschichte und meine damals bisherigen 27 Jahre Leben abgelaufen seien, ohne Kenntnisse meiner Grunderkrankung und besaß gar die Frechheit mir vorzuwerfen mich nicht gemeldet zu haben, als ich in den frühen Morgenstunden beinahe elendig verreckt wäre, röchelnd über der Kloschüssel, weil ich völlig überwässert war, der fucking Anrufbeantworter war auch genau der Ansprechpartner, den ich bei meinen verzweielten Anrufen am Hörer hatte... bevor ich ein paar Stunden später starb und erst die Notärzte mich ins künstliche Koma legten, um mein Leben zu retten.
Danke, dass ich diese wundervolle Erinnerung wieder auskramen durfte, die neben vollgeschissenen Hosen, dem Gefühl ein erwachsenes Baby zu sein, dem man den Arsch abwischen muss und der ständigen Angst unkontrolliert einzuscheißen, dass ich die letzten 6 Wochen aufgrund sanitärer Probleme zuhause auch ständig hatte, immer im Unterbewusstsein mit mir herumtrage. Denkt ihr wirklich ich esse in der Dialyse nicht, weil ein Brötchen meinen Blutdruck um ein paar Punkte senken könnte? Ich esse an den Dialysetagen nichts, damit ich nicht plötzlich einscheisse, wie es mir früher in den ungünstigsten Situation passiert ist. Mein Leben basiert auf Vermeidung und der Phosphatterror ist ein ähnliches Ding, anstatt widersprüchlichen Ratgebern zu folgen, was ich essen darf..., wo ich doch auch noch durch meine Grunderkrankung generell immer schon an Appetitlosigkeit litt, schränkt meine Angst davor das Falsche zu Essen, dadurch schlechte Werte zu haben, die mich langfristig in einen von Schmerzen erfüllten an Skelett und Muskelverschleiß sterbenden Greis mit 50 werden lassen, wenn ich überhaupt solange lebe und nicht, wegen ein paar Kartoffelchips im Monat an 'nem Herzinfarkt sterbe... 
Ich wünschte, ich hätte mal die Chance dieses ganze Konstrukt aus Leid und Angst, das mich tagtäglich begleitet wem zu erzählen, der daran auch Interesse hat, an mir Interesse hat, daran, dass es mir gut geht, kein Psychologe, jemandem, der meint mit Schulterklopfen und 'nem flotten Spruch könnte man Depressionen heilen und eine Pseudountersuchung beruhigt den Suchenden in mir, der genau weiß, dass hier jemand einfach nur keine Zeit hat. Ich würde so gerne mal so ein klärendes Gespräch führen, einfach mal meine Sicht der Dinge schildern und dann zu Lösungen kommen, aber in einem 7 Minuten Arztgespräch, in dem ich ausgeliefert und betäubt wegen der Beruhigungsmittel bin, die mich überhaupt diese Situation ertragen lassen kann ich das nicht. Selbst in der Situation mit meinem Arzt auf Augenhöhe zu sein fühle ich mich nicht ernst genommen und werde in kurzer Zeit abgefrühstückt. Ja, ich hab auch keinen Boch drauf, meine Lebensgeschichte immer und immer wieder zu erzählen, aber ich will doch bloß verstanden werden, damit Leute mich besser behandeln können, ist das selbstsüchtig? Viele Patienten haben diese Probleme alle nicht, die gehen zu ihrer Behandlung, weil es was ist, was man macht, fertig, keine Fragen, keine Probleme und irgendwann kommen sie nicht mehr, eine Woche später erfährt man dann, dass sie gestorben sind.
Ich hatte letztens ein Gespräch mit einem Mitpatienten, der sagte doch tatsächlich zu mir: "Ich sag denen hier gar nichts, vor Allem wenn es mir schlecht geht...", und dann denke ich einerseits, what the heck aber andererseits verstehe ich es auch, warum schlafende Hunde wecken und sich der Willkür von Medizinern ausliefern, die seit Jahren lame ducks sind und nur noch das Notwendigste tun. Aber ist das der Sinn, wenn man regelmäßig in eine medizinische Einrichtung geht?
Ich hör jetzt auf, aber es musste einfach raus, vielleicht schaffe ich es ja irgendwann mich zu trauen, das Ganze in meinem Kopf aufgestaute auch mal an eine Stelle zu bringen, wo man sie hören kann, beziehungsweise darf, denn ich vermute, dass es viele Stellen gibt, die lieber einen unmündigen Patienten haben, der sich gar keine Gedanken darum macht, was man da mit ihm anstellt.

P.S.: Danke dem Arzt, der auf die Idee gekommen ist, mir endlich wieder Eisen zu geben, damit ich wieder Blut bilden kann, jetzt wäre noch eine Kontrolle anderer wichtiger am Stoffwechsel beteiligten Elemente interessant, denn ich bin ja nicht irgendein Typ, dem die Niere versagt hat, ich habe tatsächlich eigentlich eine Stoffwechselerkrankung und nicht bloß psychische Probleme.

9/24/2024

Tanzen wir schon den Charleston?

Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts waren denen dieses Jahrhunderts nicht unähnlich und ich habe wirklich Angst, dass wir gerade in die Ekstase geraten und das Rad komplett überdrehen, während wir schlechte Stimmung haben und die Zukunft uns mittlerweile echt egal geworden ist.

9/22/2024

1000 Walls of Text

Yay! Wieder ein Meilenstein, 1000 Posts, die mehr als 88 Sekunden Lesezeit benötigen. Was für ein Blödsinn denkt ihr? Dem fällt nix mehr ein und dann kommt er mit sowas Bescheuertem. Ja und Nein, also bescheuert auf jeden Fall, doch bevor wir zum Ursprung des irren "Wall Of Text"-Tags kommen noch kurz die Erklärung, dass ich zu den 1000 Mauern schon seit längerem was machen möchte, denn ich sehe das so, für jeden dieser Posts ist irgendwo eine Mauer des Schweigens umgefallen oder eingerissen worden, zumindest bilde ich mir das ein und will daran glauben und darum ist jede Einzelne es wert geschrieben worden zu sein. Und die meisten Dinge im Leben sind nun auch nicht mit einfachen Lösungen oder Zweisatu-Antworten oder Erklärungen im TikTok Stil zu beantworten und ich geh lieber ein bisschen tiefer rein, als mir am Ende anzuhören, ich sei missverständlich (passiert ja trotzdem).

Die Idee der Wall of Text wurde mir von einer jungen Frau vor ein paar Jahren angetragen, die meinte, 5 ausformulierte Sätze in Whatts-App wären ihr zu lang, worauf ich nach einem Angebot zum Telefonieren, um gewisse Dinge auszudiskutieren oder überhaupt zu diskutieren, ohne mich einer radikalen Meinung gegenüber zu sehen, die aus Angst und Doktrin bestand, eine knapp 10-minütige Freestyle Sprachnachricht abschickte. Naja, seitdem benutze ich den Tag mehr scherzhaft für alles, was über die Aufmerksamkeitsspanne von ein paar Augenblings hinausgeht und vielleicht auch eine interessierte Beschäftigung mit dem Text voraussetzt. Generell Interesse, denn das hat mich damals schon sehr gekränkt, da es sich sehr nach Desinteresse anfühlte sich mal kritisch zu reflektieren. Na ja, ich hätte auch noch eine Kategorie Blauwolf einfügen können, das wäre dann alles ab ner halben Stunde Lesezeit, denn da dauern die Telefonate meist 3 oder 4 Stunden. Ich lieb euch!

9/21/2024

Alle Inseln gleich?

In den letzten Wochen sind so viele meiner Freunde auf irgendwelche Inseln around the world geflüchtet aus dem Alltag und sie nennen es Urlaub und schicken wundervolle Bilder von Sonnenauf- und Untergängen, Blick aufs Meer. Ich bin so dankbar dafür, dass ihr das mit mir teilt, an meiner statt die Welt seht, wo ich es nicht kann. Denn am Ende ist sie doch wunderschön, die Welt. Und auch wenn die Bilder gewissermaßen alle gleich aussehen, ist es doch das Gefühl mit euch dort zu sein, dass mein Herz erwärmt. Also, noch einmal DANKE DANKE DANKE und genießt den Urlaub, und legt ruhig auch mal das Handy weg und atmet tief durch!

Liebe geht raus!

9/19/2024

Projekt: Top 250 – Sweet

Es gibt Musik, die ist wie Brausepulver auf der Zunge – knallt kurz, schmeckt nach Kindheit und bleibt länger im Kopf, als sie eigentlich dürfte. The Sweet gehören für mich genau in diese Kategorie. Glamrock in Reinform. Ein bisschen zu schrill, ein bisschen zu glitzernd, und genau deswegen: verdammt nochmal geil.

Ich hab sie auf dem Wacken leider verpasst, haben viel zu früh am Tag gespielt, die Sonne stand noch viel zu hoch für Schlaghosen und Glitzerjacken und ich glaube wirklich hart haben die vor Allem in den 70ern gehittet, als meine Eltern in dem Alter waren, fest steht: eine Band mit echtem Kultstatus.

Kennt ihr das, wenn ihr irgendwo seid und dann anfangt im Kopf für euch im Kopf, "are you ready Steve? Andy? Mick?" durchzuzählen? Unvergessen, der "Ballroom Blitz", "Fox on the run" ach Mensch, so drüber und doch so großartig. Hab nie verstanden, warum Menschen so was nicht feiern konnten und als Teufelsmusik abgetan haben? Das war doch schon damals die bunte Seite des Rocks. "Blockbuster" ist mein „Licht aus, Spot an“-Moment. Wer sich noch an die Kultsendung "Disco" erinnert wird das schon verstehen, ne so alt bin ich nicht, allerdings habe ich popkulturell sehr viel nachgeholt.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Nazareth

Es gibt diese Songs, die sich in die Seele brennen. Die still werden, wenn du laut bist. Die laut werden, wenn du allein bist. "Love hurts" war so ein Song. Und wenn dann irgendwann "Dream on" oder "Whatever you want from me" in mein Leben schlichen, war es meistens, weil SIE es gerade wieder getan hatte, irgendwo tief in meinem Herzen eins ihrer Fenster aufgemacht hat und ihr Duft zu mir drang. Tagträume, Bilder, Erinnerungen, die flackern wie alte Super-8-Aufnahmen.

Nazareth war für mich nie die laute Rockband, die sie für viele sind. Ich glaube, dafür bin ich einfach zu spät zur Party gekommen. Aber ihre Balladen – diese melancholischen Hymnen – die haben mich getroffen. Und tun es noch. Eine Band die mich live wahrscheinlich komplett überwältigen würde, weil ich all diese Gefühle mit ihren Liedern und dieser besonderen Stimme wieder vorhole und kabumm - Umgehauen!

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Russkaja

Es gab mal eine Phase – nennen wir sie diplomatisch experimentierfreudig – in der ich mehr dem Alkohol als wirklich guter Musik zugetan war. Irgendwie schien Russkaja damals witzig zu sein. Bunter Balkan-Ska-Metal-Irgendwas-Kram mit ordentlich Krawall. Heute? Wenn ich das höre, frage ich mich ernsthaft, wie ich davon so viel hören konnte, ohne mir die Ohren zuhalten zu wollen.

Vielleicht war’s das Tempo. Vielleicht der Promillepegel. Vielleicht einfach nur eine musikalische Entgleisung in einem sehr speziellen Lebensabschnitt. Aber hey – jede musikalische Biografie braucht auch ihre peinlichen Kapitel. Das hier war wohl eins von meinen.

Für alle, die trotzdem mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band:

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Status Quo

Status Quo – das war früher eine der absoluten Lieblingsbands meines Vaters. Und wie das so ist, läuft sowas dann auch bei einem selbst regelmäßig im Hintergrund mit. Ich hab sie tatsächlich mal live auf dem Wacken gesehen und war überrascht, wie viele Songs ich kannte… und irgendwie sogar mitsingen konnte. Das war fast wie Autoplay im Kopf. Diese Art Musik, die sich unbemerkt einfräst, weil sie irgendwo immer dudelt. Aber so richtig meine Band waren sie nie. Dafür war es mir zu viel Radiogedudel, zu gleichförmig, zu „meh“. Status Quo war für mich immer so ein bisschen wie der verbeulte Opel Kadett von nebenan – er läuft, er tut, was er soll, aber man träumt halt trotzdem vom Mustang.

Ein Song ploppt im Gedächtnis auf: „Whatever You Want“. Wohl einer der bekanntesten, einer der lautesten, vielleicht auch nur durch die Scooter Collabo in meinem Gedächtnis abgespeichert. Und weil es mein Vater aus irgendeinem Grund nicht mag, liebe ich "Pictures of a matchstick man". Ja und wenn man dann drüber nach denkt, kommt da der ein oder andere Gassenhauer. Ich fand zum Beispiel: "In the army now" immer klasse, weil es sich etwas von dem normalen Gedudel der band abhebt. Und irgendwie schwirrt mir da noch was im Kopf rum… waren die nicht mal die Tormusik von Schalke 04? Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich Status Quo immer ein wenig mit meinen blauen Freunden in Verbindung bringe – für die war die Band gefühlt mehr als nur musikalisches Beiwerk.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Die Flippers

Tja, die Flippers…

Wenn man ehrlich ist, gehört das meiste von ihnen wohl in die Kategorie "musikalischer Sondermüll". Der Kitsch trieft, die Texte tropfen vor klebriger Fernweh-Romantik, und doch – doch! – gibt es da diese paar Songs, die tief eingebrannt sind. Als Kind war man eben dem ausgesetzt, was die Erwachsenen gehört haben. Und da liefen sie – „Nachts am Wolgastrand“, „Moskau im Regen“. Heute wirken diese Lieder in ihrer schmalztriefenden Verpackung fast schon cringe., wobei streicht das fast.  Aber damals? Da war da etwas. Eine Sehnsucht. Ein vages Bild von Russland, vom Osten, vom Fernweh, das mir seltsam gefallen hat. Vielleicht war’s der Ursprung meines Traums von einer Reise nach St. Petersburg – wer weiß? Und dann wäre da noch „Lotusblume“ – ein Lied, das sich tief in die Erinnerung gegraben hat, obwohl (oder gerade weil?) ich es heute mit völlig anderen Ohren höre.

Ein echtes Lieblingsalbum gibt’s nicht – dafür ist mir das alles viel zu sehr Schlager-Hölle. Aber „Nachts am Wolgastrand“ und „Moskau im Regen“ sind eben Teil meines Soundtracks. Und wenn ich ehrlich bin: Einmal im Jahr, wenn der Pegel stimmt, landen die Flippers doch wieder in meiner Playlist. Ganz weit draußen, außerhalb meiner musikalischen Komfortzone – aber sie landen da. Und vielleicht gehört auch genau das zu dieser Liste dazu.

Für alle, die wirklich mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zur Band und für mehr Infos den last.fm-Link zur Band.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler:

Projekt: Top 250 – Alligatoah

Alligatoah hat sich auf leisen Sohlen in mein Herz geschlichen – zwischen bitterböser Satire, genialen Wortspielen und dieser Art von Musik, die dich beim ersten Hören zum Lachen bringt, beim zweiten Nachdenken lässt und beim dritten plötzlich viel zu nah an der eigenen Realität kratzt. Was ihn für mich so besonders macht, ist nicht nur seine Vielseitigkeit, sondern auch die Erinnerung, die mit ihm verknüpfe. Denn oft, wenn ich seine Songs höre, denke ich an die Eine – sie mochte seine Musik, obwohl er in alle Richtungen austeilt und kein Blatt vor den Mund nimmt. Vielleicht war’s genau das. Diese Mischung aus klarer Haltung und augenzwinkerndem Wahnsinn. Vielleicht war’s aber auch einfach nur SIE.

„Musik ist keine Lösung“ ist mein Favorit. Ein Album wie ein Kaleidoskop aus Spott, Ernst, Wahrheit und Albernheit. Aber eigentlich mag ich so ziemlich alles, was er rausbringt. Weil er mit der Sprache spielt wie andere mit Gitarrenriffs, nur dass dabei eben keine Soli, sondern Statements entstehen. Ich hab oft das Gefühl, dass viele gar nicht merken, dass sie selbst Teil des Ziels seiner Zeilen sind. Aber hey – Kunst darf das.

Ich hab ihn vor ein paar Wochen auf dem Wacken gesehen – ja, Wacken! Und ich geb’s zu: Ich hätte nicht gedacht, dass er da hinpasst. Aber er hat abgeliefert. Nicht mit Pyro oder Pathos, sondern mit Präzision. Zwischen all dem Metal hat seine Show gezeigt, dass Haltung und Humor genreübergreifend funktionieren.

Für alle, die mal reinhören möchten, gibt es hier, wie immer den Spotify-Link zum Künstler und für mehr Infos den last.fm-Link zum Künstler.

Dazu die wöchentlich um 20 Titel wachsende Playlist mit je 2 Titeln pro Top 250 Künstler: