8/23/2022

Na gut, dann nicht, aber es muss dringend noch was getan werden!

Ja, ich habe es jetzt verstanden, wenn unser Sebastian Kehl sagt, dass es nichts wird mit dem Ronaldo Wechsel, dann muss ich das so hinnehmen. Dann sollte man sich aber vielleicht doch noch einmal auf dem Transfermarkt umsehen, denn wir haben noch echte Probleme, mit dem Dahoud Ausfall jetzt noch Eines mehr. Im Grunde haben wir einen guten Kader zusammen, was fehlt ist halt ein Goalgetter/Stürmer, der sicher und regelmäßig trifft und Mittelfeldakteure, die gar nicht erst zulassen, dass die Abwehr, die sich finden wird (Schlotterbeck - Top Einkauf Stand jetzt) in Probleme gerät.

Und ich will auch nichts über den Fitnesszustand von Süle hören, der Mann ist ein Typ und bringt sobald er vollständig fit ist Leistung, davon bin ich überzeugt. Ich hoffe, dass das auch für den Franzosen da vorne gilt, der gegen Bremen eher Beamtenfußball gespielt hat, er war da, aber im Grunde hat er nix gemacht. Und wenn ich das dann als Gegenargument für CR7 höre denke ich mir, dass ein rumstehender CR7 immer noch mehr fürs Spiel bringt als ein Modeste, denn bei 8 Ballkontakten trifft CR7 2 Mal das Tor und Modeste vielleicht den Ball. Es ist nicht so, dass er schlecht ist, er hatte vermutlich einfach einen echt bescheidenen Tag, in Köln kicken ist halt was Anderes, aber mit der Bremen-Leistung darf ihn kein Trainer der Welt am Wochenende aufstellen.

Insgesamt war das fürchterlich, so kannst du als Borussia Dortmund nicht auftreten, weder gegen einen Aufsteiger, der zwar wie ein Euro-League Aspirant gespielt hat, noch gegen irgend einen anderen Gegner. Und Bayern zerstört Bochum mit 7 Toren Unterschied, ja goodbye Schale, bitte tut was! Nur noch 4 Spieltage bis zum Derby, das wird schon richtungsweisend sein. Wenn du bis dahin nicht oben dabei bist, reicht es wieder nur für die ersten 4, was bei der umstrukturierten Mannschaft ok wäre, wenn man nicht schon gesehen hätte, welches Potential da ist.

8/22/2022

Was da los, Ölprinz? ROCK RADIKAL

Ihr wisst ja, ich bin der letzte, der begeistert war und auch heute noch nicht ist von der Idee der Veränderung, einem Weiterziehen in den Westen und den ganzen Planwagenmist, aber ich akzeptiere zu den Bedingungen, die der Ölprinz ausgehandelt hat.
Leute, Winnetou ist Völkerverständigung pur, es geht in den meisten Geschichten darum, wie sich die beiden Helden (Blutsbrüder zwischen dem "weißen Mann" und dem "roten Mann") verbünden und Frieden zwischen den Völkern herstellen wollen, seien es nun Siedler und Indianer oder sonst wer, die von bösen weißen Männern und/oder fehlgeleiteten Indianern gegeneinander aufgehetzt werden. Die Botschaft ist doch einfach, jeder kann gut und Böse sein, weil alle Menschen sind! Kommt mal auf euer Leben klar, wenn ihr in der zeitgenössischen Literatur nach Klischeefreiheit oder Rassismus schreit. In der Schule habe ich gelernt, dass man jedes Werk im Kontext seiner Zeit sehen muss und da haben heutige Werke es einfach extrem schwer, denn unsere Zeit ist verrückt geworden, Regeln gelten nicht mehr, Recht hat, wer wacher ist und das finanziell untermalen kann. Fuck you, Winnetou gehört zu meinen Kindheitserinnerungen und ich habe durch diese Geschichten Gerechtigkeit gelernt. Was mich zurück zum Ölprinz bringt: "Zahle Ölprinz, zahle!"
Du willst das doch alles, nicht wir, dann komm endlich aus dem Arsch und vollende dein Machwerk der Zerstörung. Mir ist schon klar, dass dort wo gehobelt wird auch Späne fallen, man sollte nur aufpassen, dass nicht ein klitzekleiner Span in der Lage ist sich durch die Blutbahn irgendwo hinzuflüchten und dort eine tödliche Entzündung verursacht. Denn wer mit dem Feuer spielt, kommt darin um. In diesem Sinne empfehle ich: CUM AND FEEL THE NOIZE!!!

8/21/2022

Warum denn nicht CR7?

Liebe Freunde,

ich weiß ja, dass kein Mensch ihn je wirklich mochte und alle lachen sich kaputt, dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gibt, das CR7, eine Weltmarke immerhin nach Borussia Dortmund kommt. Es wäre ein solcher Hoffnungsschimmer für mich persönlich, weil es mir zeigt, dass am Ende eben wirklich Alles zusammenkommt, was zusammen gehört. Schalke hatte seinen Raul, warum sollte der BVB nicht den einstmals wertvollsten Spieler der Welt verpflichten. Finanziell sollte es kein Problem sein, allein die Trikotverkäufe refinanzieren sein Gehalt, er selbst sorgt fürs Überwintern in der Championsleague und holt damit den Rest rein, der Mann ist topfit, selten verletzt, ein unfassbarer Zuschauermagnet (als ob es den in Dortmund bräuchte) würde unglaublich viel Medienpräsenz auf sich ziehen (das käme dem Reifeprozess der Mannschaft zugute, die in Ruhe zusammenwachsen kann), würde die Marke Borussia Dortmund auf einen Schlag weltbekannt machen (wo sie es noch nicht ist) und wäre für ein oder zwei Jahre sicherlich sportlich ein extremer Gewinn.

Und ganz ehrlich Leute, was wäre das für eine unglaubliche Geschichte, die Bayern ballern wieder alles raus, keiner hat uns auf dem Zettel, gerade hör ich wir sind auch gar kein Spitzenteam, das würde sofort geändert und alle würden zurückrudern und Dortmund ist wieder Meisterschaftsaspirant, Bayernjäger bli bla blubb... Es würde auch zeigen, wie die Medien und Erfolgsfans ihre Fahne in den Wind hängen, wo er gerade weht. Jeder von uns echten Fans würde gerne mal wieder etwas feiern, Meisterschaft klar, immer geil, Pokal und Champions League, warum denn nicht? Mit CR7 allemal...

Und da wäre für mich der einzige wirkliche Punkt, der dagegen spricht. Hat CR7 einen schlechten Tag und die Anderen können das nicht ausmerzen hätten sie ihn immer als Ausrede, die Medien würden sich anschließen und man übersieht vielleicht, dass es beim BVB auch auf anderen Positionen an Qualität mangelt, vor allem aus Gründen mangelnder Erfahrung imo.

Also PRO CR7-BVB!!! 

10 Jahre Vol. 09 - Musik = Therapie


Das Leben zurückerlangen ist das Eine, ein völlig anderes Leben zurück zu bekommen, als das was man einst führte etwas ganz anderes. Das Trinken rationieren auf einen Liter am Tag, beim Essen auf Kalium, Phosphate und andere Inhaltsstoffe zu achten, die Realität, dass man vermutlich wegen einer kaputten Schilddrüse überhaupt erst in diese Lage gekommen ist und dass es keiner gemerkt haben will... Da fängt man schon an über die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in der Welt nachzudenken und warum man dieses Schicksal schultern muss, die meiste Zeit allein...


Aber so ist es nicht, im Endeffekt habe ich mich gehen lassen, klar hätten meine Ärzte was tun können, die Werte hätten es ja zeigen müssen, vor Allem in der Zeit als ich noch regelmäßig unter Kontrolle war, aber was bringt es denn sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, sie ist vergangen, entscheidend ist das Hier und jetzt (schon lustig sowas in einem "Buch der Erinnerung"-Beitrag zu schreiben) aber so what, ich war nun einmal 2015 da wo ich war, ich schwor mir meinen Teil, dass ich besser auf mich achte und Hilfe annehme, wenn man sie mir anbietet, das war schon ein großer erster Schritt. Und es dauerte auch, bis ich wieder halbwegs mit mir ins Reine kam.


So unglaublich viele Zwiegespräche, die ich mit mir selbst geführt habe, Panik und Angst waren ein ständiger Begleiter bei jeder Fahrt aus dem Haus, so unglaublich viele dunkle Tage der Selbstverachtung und der Schmerzen, doch nicht in Depressionen, es war eine Klärung, ich habe mit mir selbst klar gekriegt, in welche Richtung es weiter gehen soll. Gebe ich dem ganzen Mist nach, der mich nach unten zu ziehen versucht oder kämpfe ich, so wie ich um mein Leben gekämpft habe, seit ich es zurück habe. Ich sah die Chance, immer nur die Chance, ich rappelte mich auf, reflektierte meine bisherigen Taten, meine Worte, mein Leben.


Viele Bekannte meldeten sich nicht mehr, Freunde distanzierten sich, weil ich begann Klartext zu reden. Ich spürte wie sich mein Rückgrat wieder aufrichtete, wie ich mit jedem falschen Freund eine Last verlor, wie ich mit jeder ausgesprochenen Wahrheit über mein Leben mehr mit mir Selbst ins Reine kam. Teilweise schleuderte ich den heuchlerischen "Wie-geht's-Fragern" einen Berg an Informationen hin, wie es mir wirklich ging. Einige weinten, andere lobten mich und wieder andere verschwanden. Ich bin nicht sicher was mit Letzteren passiert ist, aber auf die kann ich verzichten. Mit jedem Lob wuchs mein Stolz und irgendwann sah ich im Spiegel nicht mehr den Gescheiterten sondern den, der sich wieder aufgerichtet hat und der Stolz sein kann auf jeden kleinen Erfolg... bis zur nächsten Katastrophe in Form einer Panikattacke und anschließendem Gefühl von völligem Versagen, alles zerfiel wieder innerhalb von Sekunden, ich war immer noch instabil, unglaublich instabil.

Und irgendwo in diese Instabilität bittet mich ein abgefüllter Ölprinz, ich solle ihn doch bitte umbringen, weil er es nicht selbst hinbekommt. Erstaunlicherweise war das für mich ein echter Wendepunkt, da ich an dieser Stelle gesehen habe, was wichtig ist im Leben. Ein Mann zu dem ich aufgeblickt habe, der für mich immer alles im Griff hatte und den nichts umhaut steht heulend da und jammert rum, wegen Problemen, die er selbst verursacht hatte und die aus meiner Sicht mit einem Arsch voll "Zusammenreißen" und an sich arbeiten durchaus lösbar gewesen wären. Im Nachhinein eine unfassbar perverse Situation, jemandem wie mir so eine Scheiße aufzubürden. Meine spontane Reaktion wäre vermutlich die Richtige gewesen, Krankenwagen anrufen wegen Suizidgefahr. Vielleicht wäre dann heute nicht die Familie zerbrochen und er hätte sich nicht dem Bösen hingegeben. Aber wer weiß das schon?

8/20/2022

Das Gefühl von Nieselregen an einem Festivalmorgen

Man erwacht, es ist unangenehm still, nur ein leises Rauschen, als hätte jemand vergessen den Fernseher auszuschalten, der keinen Kanal empfängt, dann zwischendurch das Geräusch von Tropfen, die auf Plastik treffen, Regen außerhalb des Zelts? Muss wohl, der Geruch von kalter Asche dringt an die wohlerzogene Nase, alles wirkt, als wäre die Schlacht vorbei, als wäre Alles vorbei, nur vereinzelt Stimmen, sonst nur ein Meer aus Zelten und Autos und Regen, ein grauer Himmel, man will sich zurück in sein Zelt fallen lassen und sterben. Dann die Gedankenmaschine, wann hat das angefangen, wie schlimm ist es eigentlich gewesen, sind meine Schuhe noch trocken? Egal, ich will schlafen! Und doch quält man sich für sein erstes Bier aus dem Zelt und als die Dose zischt ist es schon fast wieder besser, doch irgendwie auch nicht. Es hat etwas apokalyptisches, wenn zombieeske Kreaturen sich umherbewegen, die Stimmen nur Gemurmel sind und der Himmel soweit hinunter gekommen ist, dass die Wolken über dem Ground hängen, Nebelschwade, hm das Bier schmeckt wirklich gut. Mal gucken ob noch jemand aus der Truppe wach ist, tatsächlich sitzt hinter meinem Zelt ein fast schon zu sauberer junger Mann mit Kippe in der Fresse und grinst mich an. Ich proste ihm zu woraufhin er die linke Hand hebt und die Flasche Weinbrand bargibt. Ich setze mich zu ihm und wir schweigen uns friedlich an. Dabei sagen wir mehr, als in vielen wortreichen Diskussionen gesprochen werden muss. Beide finden wir den Regen grad scheiße obwohl wir genau wissen, dass er sein musste nach dieser langen Zeit ohne, die Abkühlung tut uns allen gut, Hauptsache das regnet sich nicht ein, ach ne ich glaub dahinten wird's schon wieder hell. Und dann, als würde sie aus einem Zelt steigen und sich zu uns gesellen wollen kitzeln mich die ersten Sonnenstrahlen schon durch die Wolkendecke.

Guten morgen Sonnenschein!

8/16/2022

Mein neuer Freund

Seit gestern habe ich offiziell eine Beziehung. Wir haben die gleichen Hobbys, Musikgeschmack, eine identische Sozialisation durchgemacht, darum auch den gleichen Freundeskreis und Erfahrungen. Ich habe endlich jemanden, mit dem ich auf genau dem Niveau kommunizieren kann, wie ich es gerade brauche. Er ist unglaublich intelligent und lustig, nicht unbedingt der Hübscheste und vor Allem absolut imperfekt. Aber genau das ist es, was ich so sehr an ihm liebe, weil es uns eint.

Es handelt sich nicht um eine Paarbeziehung im eigentlichen Sinne, vielmehr habe ich mich mit mir selbst versöhnt und kann nun so etwas wie Selbstliebe spüren. Und so leid es mir für die Welt da draußen tut, ich fürchte ich bin auch der beste Partner für mich, dem ich nichts erklären muss und der immer genau weiß, warum es mir geht, wie es mir geht.

Und am Ende sei gewarnt, Selbstliebe nicht mit Narzissmus zu verwechseln, ich habe noch so viel Liebe übrig, aber seht es mal so, eine Grundladung der Batterie ist notwendig, für Notrufe und Ähnliches!

8/15/2022

Ja watt, verschärfte Maßnahmen?

Strengere Corona Maßnahmen nur für vulnerable Gruppen?
So leid es mir tut, das klingt nicht nur verfassungswidrig sondern auch faschistoid.
Uns, den Vulnerablen (Verletzlichen) geht es eh schon schlecht, wir haben etliche Mehrkosten im Leben, erheblichen Mehraufwand bei der Arbeitssuche, Wohnungssuche, Partnersuche und dazu ständigen Papierkrieg und Diskriminierung. Und um uns das Alles zu ersparen sollen wir jetzt am Besten noch vollständig aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden, als Corona-Schutzmaßnahme der vulnerablen Gruppe?
Ich kann verstehen, dass man uns eine spezielle Impfempfehlung ausspricht, weil wir die Gruppe sind die am massivsten von schwerem Krankheitsverlauf und Tod bedroht ist aber eine Maskenpflicht nur für Vulnerablen und ein Öffentlichkeitsverbot halte ich für dem Gleichheitsparagraphen nicht standhaltend und erinnert mich persönlich an eine sehr dunkle Zeit in Deutschland. Da fragt man sich, warum nicht gleich die vulnerablen Gruppen in spezielle Stadtbezirke umsiedeln und ihnen das Gas abdrehen, dann tut man Ihnen noch etwas Gutes, damit sie im nächsten Frühjahr nicht so viele Heizkosten nachzahlen müssen. Leute habt ihr noch ein wenig Knistern auf der Batterie, oder ist mittlerweile Stromausfall im Hirnspital?

8/14/2022

10 Jahre Vol. 08 - Dein neues Leben beginnt!

Habt ihr euch schon einmal so richtig eingeschissen weil ihr keine Kontrolle über eure Körperfunktionen hattet? Du denkst, du kannst einfach die Arschbacken zusammenkneifen, aber da sind gar keine Muskeln mehr, die du anspannen kannst. Du liegst im Krankenwagen auf der Fahrt in das Krankenhaus der Grauens und du weißt es, dann scheisst du dich ein. Zum Glück hast du ja seit Wochen keine Hose an, so dass es einfach durchlaufen kann und wenigstens die Klamotten sauber bleiben, die du zuhause hast. Zuhause, ein Ort den man gerne wieder sehen möchte aber genau weiß, dass der Weg dorthin unfassbar lang und voller Strapazen ist. Dein Stolz zerbricht wieder einmal, wenn du den Pfleger bitten musst, dir beim Arschabwischen zu helfen und du beginnst zu weinen, weil du dir vorstellst du bist einer der beiden Fahrer, die ihren vollgeschissen Wagen von deiner Kacke befreien müssen.

Im Grunde ist es ihr Job, aber wer macht sowas schon gern? Einerseits bist du froh, endlich nicht mehr auf Intensivstation zu sein, die Horrorträume los zu sein, andererseits weißt du genau, jetzt bist du wieder auf dich gestellt und im Hintergrund tönt aus dem Radio "Atemlos durch die Nacht...", während du versuchst dich wieder daran zu gewöhnen dich selbst zu bewegen.

Einige Physiotherapiestunden und Tagen eingepfercht zwischen alten Männern, bist du wieder größtenteils in der Lage dich selbst zu bewegen, zu waschen, zu scheißen und dennoch viel zu schwach um rumzulaufen. Dazu liegen in deinem Zimmer drei Männer, ein dementer ehemaliger Opernsänger, der tagsüber ruhiggestellt ist und Nachts sein Liedgut zum Besten gibt, einen trockenen Alkoholiker, dessen Freundin Heroin schießt und die ganze Zeit über einen Ausbruch spricht, als wären sie in einem Gefängnis und einen teilweise gelähmten kahlgeschoren Nazi, der in seinen Momenten des Bewusstseins wirren Kriegsscheiß redet. Da fängst du an, die Beruhigungs-, Schmerz- und Schlaftabletten zu schätzen und denkst über eine mögliche Sucht nur bedingt nach. Der einzige Gedanke, der dich nicht komplett wahnsinnig werden lässt ist die Gewissheit, dass du, wenn du in der Lage bist zu laufen, hier raus kommst. Und das wird dein Antrieb, dein einziges Ziel, jeden Tag einen Schritt weiter, erst die Zimmertür, dann bis zum Schwesternzimmer und dann den ganzen Flur bis zum Fahrstuhl.

Leider sehen das die Assistenzärzte, die die Station führen ganz anders, in Bröckchen deutscher Sprache versuchen sie dir zu erklären, dass du noch drei OPs vor dir hast, bevor du gehen darfst. Und ganz im Sinne deutscher Bürokratie wollen sie dich tatsächlich drei mal wegschießen und dann rehabilitieren lassen und dann von vorne anfangen, für drei mal Bauch aufschneiden 8 Tage. Nach viel Überzeugungsarbeit und weil man dich in deinem psychischen Zustand nicht weiterem Leiden aussetzen wollte, wirst du nur einmal operiert, alles zusammen... Shunt OP, Demers-Katheter, gleichzeitig Entfernung des CAPD Katheters und kleinerer Magengeschwüre. Klingt eigentlich gut, beim Aufwachen fühlst du dich, als hätte Jack The Ripper sich an dir vergangen. Also fängst du von vorne an, Laufen lernen, den Schmerz ertragen, in eine Tüte pissen, wenigstens liegst du jetzt erste Klasse, weil die Frischoperierten nicht in den Keller kommen.

Und nach ein paar Tagen machst du dir Gedanken, ob du jemals wieder hier raus kommst, weil jeden Tag irgendeine Hiobsbotschaft kommt, dass deine Werte nicht passen, hier was nicht stimmt und da was nicht stimmt. Du fängst an das Vertrauen zu verlieren, endgültig, denkst an die Heroinbraut und ob sie vielleicht genau das empfunden hat, als sie von Ausbruch sprach. Fast 10 Tage später ohne Blasenkatheter und mit wieder funktionierenden Beinen verlässt du auf eigenen Wunsch dieses Krankenhaus, weil es hier nichts mehr für dich gibt. Ein Dr. Valerian denkt, er könne dich jeden Tag mit irgendeiner neuen verrückten Theorie im Bett halten und Blut abnehmen, bei dem die Auswertungen verschwinden oder das falsche gemessen wird, nein danke.

Zu dieser Zeit fand dann wohl auch der größte Betrug statt, denn eigentlich hättest du als Dialysepatient direkt auf der Transplantationsliste stehen müssen, doch das ist dir bis heute nicht vergönnt, die Gründe dafür sind manigfaltig und ein ganz anderes Thema. Nephrologen gibt es auch in deiner Heimatstadt in die du jetzt schweren Herzens zurück kehrst, weil dir bewusst ist, dass du erst einmal wieder Fuß fassen musst im Leben. immerhin warst du fast 2 Monate irgendwo zwischen Schein und Sein.

Die Wochen vergingen und deine Kräft kehrten langsam zurück, wirklich langsam und du musstest dich mit einem neuen Problem auseinandersetzen, deiner Angst vor Kontrollverlust und Nadeln. 4 Stunden gefesselt an eine Liege, zwei schmerzhafte Nadeln im Arm und dein eigenes Blut durch eine Maschine laufen sehen, man sollte meinen du hättest dich im Krankenhaus an den Scheiß gewöhnt, aber es ist etwas völlig anderes, Nadeln in den Arm getrieben zu bekommen jeden zweiten Tag, als still zu halten, wenn jemand den Katheter in deinem Hals in Betrieb nimmt. 

Die ersten 30 bis 40 Dialysen waren die Hölle auf Erden. Der Arm schwoll an, alles war grün und blau, als hättest du dich richtig böse geprügelt und die Schmerzen waren unerträglich, ohne den nahezu täglichen Novalgin-Cocktail hättest du nicht durchgehalten und es war ja nicht bloß, die körperliche Belastung der Punktion durch teilweise vollkommen empathieloses Personal, da waren ja auch noch die ganzen anderen Menschen mit dir im Raum, die lachten und plauderten und ihr Leben genossen, was du dir bis heute nicht erklären kannst, waren sie doch wie du totgeweiht und der geborgten Zeit verschrieben. Abhängig von Maschinen, die sie alle drei Tage wieder fit machten, wobei du anfangs eher das Gefühl hattest, dass es ein weiteres Überleben ist, als ein selbstbestimmtes Leben als fitter Erwachsener.

Angiografie

Kurz vor dem Ende des Jahres gab es dann einen weiteren Krankenhausaufenthalt, deine Ärzte haben entschieden deinen Shunt nach oben zu verlegen. Gemeint war damit eigentlich den Shunt näher an die Hautoberfläche zu holen, damit die Punktierung nicht mehr so schwer und schmerzhaft sein würde, stattdessen wurde der Shunt einfach 5cm weiter in Richtung Oberarm operiert, das hatte zwar keinen Effekt, war aber wieder ein weiterer Beweis dafür, warum du lieber selbst die Kontrolle wieder über dein Leben bekommst.

Immerhin gab es auch Erfolgserlebnisse und Schönes in 2014, erst einmal natürlich dein Überleben, deine Rückkehr in eine Scheinnormalität und die Möglichkeit die Hochzeit deines besten Freundes mitzuerleben, der in all der Zeit immer für dich da war. Einen stolzen Nachtspaziergang bei dem du seit fast zwei Jahren ohne auf Droge zu sein keine Angst verspürt hast, ein unglaublicher Erfolg, den du nur dir und deinem unbändigen Willen zu verdanken hast. Dazu hast du deiner Familie mit einem selbstgemachten Adventskalender aus 24 DVDs eine schöne Weihnachtszeit beschert und konntest etwas zurückgeben.

8/07/2022

10 Jahre Vol. 07 - INTENSIV - Teil II

Und wieder wich das Leben aus mir, Schlaf, Bewusstlosigkeit, Wiederbelebungsversuch notwendig, ich hatte vollkommen den Bezug zu weltlichen Dingen wie Raum und Zeit verloren, alles fühlte sich an wie endlose Träume unterbrochen von verstörenden Bildern der Realität, in denen ich mich selbst mit Abscheu und Verachtung wahrnahm, bestehend aus einem eingefallenen Bauch, überall Schläuchen und Geräten, die mich aussehen ließen wie eine imaginäre BORG-Version von mir, nur ohne die Power und das Gemeinschaftshirn.
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Ich klingelte einen Pfleger, Assistenzart oder wen auch immer zu mir, obwohl ich das Gefühl hatte, nebenan würde gerade auch gearbeitet, ich hörte laute Geräusche und Helene Fischer trällerte ihr "Atemlos" aus irgendeinem Radiogerät. Es war das erste Mal, dass ich auf den Text achtete während ich unter schwerem Atmen unter Todesangst leidend mein Geschäft verrichtete. Nebenan wurde das Radio lauter gedreht und ich malte mir unglaubliche Dinge aus, die dort hinter dem Vorhang geschahen. Als das Lied zu Ende war hörte ich sie tuscheln: "Von uns war heute Nacht keiner hier, ist das klar?", "Was machen wir mit dem da?", ich fühlte mich angesprochen und versuchte so zu tun als ob ich weggedämmert bin. Der Vorhang wurde vorgezogen: "Der ist so weggeballert, der kriegt gar nichts mit..." Ich hörte wie ein Bett weggefahren wurde und zwei Männer leise miteinander fachsimpelten: "Die Knochen kannst du direkt zu mir bringen, ich hab da schon ne Idee!", "Atemlos durch die Nacht..."
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Ich wachte wieder auf, es schien morgen zu sein, eine Art Loft, eine Badewanne unglaublicher Gestank und einer der Assistenzärzte, die sich seit ich weiß nicht wie lange um mich kümmerten saß an seinem Schreibtisch und feilte an etwas, dass ich nicht genau erkennen konnte. Er drehte sich zu mir und hielt in seiner Hand einen Knochen, ich erschrak. Er versuchte mich zu beruhigen und sagte: "Der ist nicht von einem Patienten, das ist nur ein Testobjekt, damit ich schonmal ein Gefühl dafür kriege...", er wies mit dem Finger zur Wanne und ich sah, dass in ihr eine zerstückelte Leiche lag, blutüberströmt, noch den OP-Mantel oder diese Kutte an, die man auf Intensivstation so an hat bevor es ans Eingemachte geht oder eben aus Gründen. Ich wünschte mir, ich träume, doch dem war nicht so. Er ging hin und holte sich einen Arm, den er dann mit einer Art Hochdruckreiniger von den Fleischstückchen befreite, die noch daran herum fransten bis nur noch die Knochen übrig waren und setzte sich mit der Hand und den Ellenknochen an den Schreibtisch und begann mit einer Miniflex am Knochen rum zu schleifen. "Das machen alle Medizinstudenten, keine Panik, wieder Zeit für die Medis oder?", wandte er sich an mich und ich dämmerte weg.
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In den folgenden Tagen wurde der Vorhang gar nicht mehr vorgezogen, fast stündlich wurde auf dem Metalltisch neben mir ein Mensch geschlachtet, mal mit dem Oberarzt, mal ohne? Ich fragte mich jedes einzelne Mal, wann ich der nächste bin. Meine Angst war unerträglich. Eines Tages kam der Oberarzt wutentbrannt herein und brachte drei Leichname in Plastik eingewickelt an einen Garderobewagen gehängt mit und schrie den Medizinstudenten an: "Ich habe für saubere Ware bezahlt, der Kunde ist nicht zufrieden, die kann ich nur noch an die Krankenhausküche verschenken, es fehlen Knochen!" Stille, doch nur kurz. "Was sie in Ihrer Freizeit machen, ist mir egal, aber Sie können nicht einfach die Knochen von bestellter Ware entfernen. Das wird Konsequenzen haben.", Wütend ging er weg, die drei Leichen standen mitten in meinem Blickfeld. Der Medizinstudent zog den Vorhang vor und ich hörte das Geräusch seiner Miniflex und der Geruch von verbranntem Fleisch machte sich im Raum breit.
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Es war Tag, ich freute mich, dass man mich endlich mal in eine aufrechte Position gebracht hatte, dadurch konnte ich endlich auch mal den Raum sehen, in dem ich war, eigentlich schon schön hier, dieser Landhausstil mit Holz vertäfelte Wände, ein großes Fenster von dem aus man direkt auf den Klinikeingang gucken konnte, es musste der erste Stock sein. Verrückt war nur, dass in dem ganzen schicken Landhausstil die Tür zu dem Raum in dem wir waren aus Stahl und mit einem Drehradmechanismus geschützt war, so wie man es von Schiffen kennt. Man hatte mir irgendwas von Dialyse erzählt und mir eine Schwester geschickt, die das alles irgendwie durchführte, ich habe keine Ahnung, was die gemacht hat, ich konnte meinen Blick nicht vom weißen Vorhang abwenden, der durch die ganzen Todeskäfer, wie ich sie nannte nahezu schwarz war und dort krabbelten sie und krabbelten und ich wusste ja genau, dass nebenan noch die drei verwesenden Leichen lagen. Ich fragte die Schwester, ob sie die Käfer auch sehen würde, weil ich aus irgendeinem Grund die Möglichkeit in Betracht zog, dass ich halluziniere, wäre ja ne extrem gute Erklärung für das kranke Zeug, was die letzten Tage so abging. Sie schüttelte den Kopf und verneinte, kurz darauf verließ sie das Zimmer. Ich habe sie nie wieder gesehen.
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Als ich wieder bei mir war flackerte der Vorhang in allen Farben des Regenbogens und durch das Radio hörte ich gerade die Nachricht, dass Arminia Bielefeld einen wahnsinnigen Transfercoup gelandet hat und den ehemaligen Dortmunder Tomáš Rosický verpflichtet hat. Dieser würde in Kürze am Eingang erwartet. Ich sah aus dem Fenster, wo sich schon eine Menschenmenge aus Presse und Fans eingefunden hatten. Ich glaube dann bekam ich Besuch von meinen Eltern und alles war wieder normal, zumindest bis es dunkel wurde. Da passierte auf dem Flur etwas, dass ich kurz sehen konnte als die Schiffstour einen Spalt weit offen stand. Offensichtlich waren K.I.Z. auf ein Konzert vorbei gekommen, ich bildete mir ein im Gang leise "Spasst" zu hören, ich zweifelte, weil ich immer mehr klare Momente hatte und immer mehr an der Realität der letzten zwei Wochen zweifelte, die ich aus dem künstlichen Koma erwachte. Wahnsinn, was Drogen, die man zum Überleben bekommt doch für eine Scheiße produzieren, wenn man entwöhnt wird.
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Meine Handgelenke schmerzen, weil die Infusion an der Stelle hängt, an der ich damals anfing um Hilfe zu schreien, eine sehr unangenehme Stelle, Moment mal, Schmerzen? Alles schmerzt eigentlich, gebt mir irgendwas, mein Blutdruck ist über 200, ich habe Schmerzen!!! Wo zur Hölle bin ich eigentlich? Meine Gedanken überschlugen sich. Der Raum war in blau gefliest und alles hatte einen cleanen Stahl-Look, ein Intensivbettzimmer, wie ich es schon so oft gesehen habe. Der Medizinstudent war auch da, er sagte: "Ich bin ganz vorsichtig, den Zugang brauchst du jetzt nicht mehr!", er zog die Nadel aus der Hauptschlagader am Handgelenk und mir kamen die Tränen, jetzt war ich am Ende doch noch dran. Aber irgendwas war anders, zwei Typen, die wie Rettungssanitäter aussahen schoben mich aus dem Raum, eine ganz normale Tür, ein ganz normaler Krankenhausgang, ich verstand gar nichts mehr. "Wir bringen sie zur Dialyse", ich dachte ich hätte meinen Verstand verloren, aber das jetzt schien die Realität zu sein.
Gerade einmal 48 Kilogramm brachte ich auf die Waage, als ich das erste Mal selbstständig eine solche betreten konnte (am Tag meines Todes waren es 68,5 gewesen) und im Anschluss vier Stunden lang meinen Kopf geneigt halten musste, damit die anschließende Dialyse ordnungsgemäß laufen konnte über einen am Hals eingeführten Herzkatheter, der mir das Leben rettete, solange ich noch keinen Shunt hatte.

Wacken Saturday Day Four

12:00 SLIME

Leute, geiler Scheiß, zwar kein Metal, aber ich werde den Teufel tun und hier anfangen zu trollen, dass Wacken nicht mehr Wacken ist, seit hier jeder spielen darf, Punk war schon von Anfang an dabei und Slime sind nun mal auch Urgesteine. Wenn eine Band sagen kann, dass sie ein 40 Jahre altes Lied aus ihrem Repertoire spielen und das dann immer noch aktuell ist, haben sie eine Berechtigung und uns als Publikum wird klar, dass die Menschheit einfach gar nichts lernt und alles noch genauso kacke ist wie eh und je. Wir müssen einfach nur weiter gegenhalten, dann wird das schon noch!

Deine Cousine

ist definitiv Eine, die ich gern meine nennen würde, ich habe zwar auch eine ganz Tolle, aber auch eine, die echt nicht so Dolle ist. Whatever, auch hier könnte  ich wieder das Metal-Fass aufmachen aber das wäre unfair, sie hat hier richtig gerockt und ich hatte Spaß dabei. Und dann passt es doch auch oder? Klar würde ich mir wünschen, dass wir nicht bald ein ähnliches Line-Up wie Rock am Ring haben, weil es eben noch so viel Metal gibt, aber vielleicht ist das auch einfach nur von meiner diesjährigen Wahrnehmung geprägt. Das ändert aber mal ganz und gar nichts daran, dass ich mir hundertmal lieber Deine Cousine reinziehe als mich in 'ner Core Menge plötzlich in einem aggressiven Moshpit wieder zu finden.

Nachmittag war dann Siesta

New Model Army nach all den Jahren noch einmal zu sehen hat viele Erinnerungen geweckt und war wunderschön.

Danach kam dann der absolute Oberhammer und ein krönender Abschluss des Wochenendes mit der Metal-Messe im Powerwolf Style. Einfach großartig, eine Kirchenorgel die Feuer speit, Corpsepaint, Tanzen, Heulen, Flammenwerfer von Blut trinken singen und und und. Lieblingsbands live sind einfach mega vor allem wenn sie live mega sind.

Lordi habe ich mir dann geschenkt, bin wunschlos glücklich Grad. Gute Nacht! 🤘🤘🤘