8/31/2022

Könnt ihr nicht mehr?

Hi Leute,

dieser Post ist für Alljene, die nicht in der Lage sind mal zu antworten, wenn man sie anschreibt. Was ist los mit euch? Ich kann ja verstehen, dass man sich über Jahre nicht meldet, außer mal, weil Facebook einen erinnert zum Geburtstag gratuliert. Wirklich, geht mir ja genauso, ich werde dann immer daran erinnert, dass ich dem Ein oder Anderen echt mal wieder schreiben müsste, manch einer freut sich darüber und antwortet auch. Ich meine ich bin keiner mit dem man jeden Tag 50 Whattsapp tauscht oder der jeden dritten Atemzug postet, weil er Likes braucht, oder?

Ich erwarte bloß eine Kenntnisnahme. Warum seid ihr auf sozialen Netzwerken unterwegs, wenn ihr nicht sozial interagieren wollt? Und warum löscht ihr mich nicht einfach, wenn ihr keinen Bock auf mich habt oder sonst irgendein Problem mit mir habt, dass ihr nicht ausdiskutieren wollt? Warum muss ich mir Gedanken machen, warum ihr nicht antwortet? Warum überlasst ihr es mir, es falsch zu verstehen wenn der einzige Geburtstagsglückwunsch der kein Like bekommt, der von mir ist, als würde man keinen Spaß verstehen oder hätte mich übersehen? Leute ich bin nicht blöde, wenn ihr mich nur drin behaltet, um zu sehen, was sich bei mir tut, um damit bei meinen Feinden zu punkten... sorry aber ich habe mir ne Deadline gesetzt. Und was ist denn eigentlich so schwer daran, einfach mal zu antworten? Es würde ja schon reichen, kurz mitzuteilen, dass man grad kein Bock auf Kommunikation hat oder beschäftigt ist, nicht weiß wer ich bin, oder eben blocken oder son' Kram.

Ich verstehe, dass man nicht alles mitkriegt, was bei den Followern, Freunden, wie immer Facebook seine untereinander Vernetzten gerade nennt, das geht mir auch so, aber bei privaten Nachrichten muss man schon äußerst vehement gestört sein, denn die nerven doch so lange, bis man sie angeschaut hat. Also bitte meldet euch, sonst müsst ihr euch nicht wundern, wenn ihr demnächst gar nicht mehr mitbekommt, was bei mir abgeht. Mein Vertrauenslevel ist seit einiger Zeit so sehr im Keller, dass ich jeden, der nicht mit mir ist als gegen mich einstufe und Leute, wer Saruman die Treue geschworen hat, der gehört definitiv nicht zu den Gefährten!

Sry, aber das musste ich mal in eigener Sache loswerden!

8/28/2022

10 Jahre Vol. 10 - Psychische Stabilisierung

2016

Ich gewöhnte mich langsam daran, dass ich meine Zukunft alleine gestalten müsste, viel Unterstützung hatte ich ja bisher eh nie erhalten, das machte mich nur stärker und gab mir die Möglichkeit mich weiter mit mir selbst auseinander zu setzen. Tiefe tiefe Selbstsitzungen, ich hatte das Gefühl wieder in der Depression zu landen, doch der jämmerliche Ölprinz hatte mich aufgerüttelt, ich ließ mir helfen, weil ich nicht mehr in diese Richtung gehen wollte, genug des Selbstmitleids und die ganze Welt für die eigenen Missstände verantwortlich machen, eine Möglichkeit musste her, gleichzeitig wieder in die Spur zu kommen und irgendwas zu machen und dabei nicht wieder zusammenzubrechen. Ich war bei drei verschiedenen Psychiatern, es war die Hölle, die erste hatte nichts weiter übrig als Hohn und Spott, erzählte mir was von meiner Blässe und darum müsse sich der Nephrologe kümmern und lachte als sie mir sagte, dass ich schwer depressiv sei, aber das wäre meine Sache, verschrieb mir ein paar Tavor, damit ich die nächsten Termine wahrnehmen könne und das war's dann. FUCK YA!


Nachdem sich meine Wut gelegt hatte besuchte ich einen Herren, ich erinnere mich nur daran, dass wir in einem abgedunkelten Raum saßen und meine Geschichte durchgangen und ich den Fensterblick über Bünde genoss, in der steten Erwartung, dass alles explodiert und in sich zusammenfällt und irgendwo im Hintergrund Placebos Coverversion von "Where is my mind" leise einfadet. Wahrscheinlich hatte ich eine Tavor zu viel genommen, er diagnostizierte bei mir eine soziophobe Persönlichkeitsstörung mit einer schweren Depression. Leider könne er keine Einzelsitzungen anbieten und Gruppentheraphie wäre bei meinem Problem mich mit mehreren Menschen in einem Raum zu befinden ja auch nicht das Richtige und verwies mich an eine Kollegin, die Neuropsychiaterin war.

Der Leidensdruck war groß genug, so dass ich auch diesen Weg nicht ablehnte. Unter unglaublicher Angst und dem steten Gefühl ich würde bald einen Schlaganfall haben, wie mir meine Nephrologen prognostizierten, wenn ich meinen Blutdruck nicht nach unten bekomme (ich pendelte zwischen 180 und 220 systolisch und ohne Nitrospraydröhnung bin ich selten von der Dialyse nach Hause gegangen), sprach ich bei der empfohlenen Dame vor. Diese verschrieb mir einen Serotoninwiederaufnahmehemmer, der mir erst einmal Linderung verschaffen solle, dazu gab sie mir ihre Telefonnummer und das Versprechen, dass ich bei akuten Krisen jederzeit anrufen dürfe. Ich erinnere mich nicht, dieses Angebot je genutzt zu haben. Das Medikament veränderte mich, es erdete mich, es beruhigte mich, ich wurde wieder ich. Ja, die Ängste verschwanden nicht, aber ich lernte sie einzuschätzen. Die Panikattacken blieben mir erhalten, aber ich hatte die Ruhe in Zeiten nicht akuter Anfälle meine mentale Stärke zu trainieren und mich Ängsten kleinschrittig zu stellen. Ich las sicher hunderte Abhandlungen über Angststörungen & Depressionen, Berichte von Betroffenen, tauschte mich online aus, mied dabei aber solche Foren und Seiten, die sich in ihren Depressionen ergaben, Hoffnung, es musste immer etwas positives haben. Ich konnte andere mitreißen, mit mir den Weg nach oben zu gehen, zurück ins Licht, zurück zu einem Selbst, das man lieben konnte. Depressionen sind eine Last, aber wie jede Last gibt es Mittel und Wege sie zu tragen. Und ich begann darüber zu sprechen, es aus meiner persönlichen Scham und Schmuddelecke zu holen, der Wahrheit eine Chance zu geben, durch welches tiefe Tal ich gegangen war, faktisch die letzten zehn Jahre, im Laufe der Zeit erkannte ich sogar achtzehn Jahre. Ich konnte wieder klar denken und Situationen aus meinem Leben analysieren, aufdröseln, wieso geschahen Dinge wie sie es taten, wo waren meine Fehler, wo würde ich heute anders agieren. Im Großen und Ganzen rechnete ich mit meiner Vergangenheit ab. Das wozu ich nie Zeit gefunden hatte, weil die aktuellen Ereignisse und das Beschäftigtsein mit Überleben mir immer eine Dringlichkeit vorgaukelten, die faktisch nicht da war, gab mir Frieden.

So entschied ich spontan im Sommer wieder auf ein Festival zu gehen und da ich nun einmal bin wer ich bin, oder war wer ich bin, whatever... Es musste das Wacken Open Air sein, das größte Metal-Festival there is. Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam, dass ich noch eine Karte ergatterte aber ich hatte sie und das Pusteblümchen erzählte mir von einem Campingwagen und ich dachte nur, ja genau so geht es. Da war sie, die Gelegenheit mir selbst zu beweisen, dass ich wieder stabil bin, dass ich wirklich gelernt habe. In einem Umfeld von Menschen, die wissen, was los ist, denen du vertrauen kannst, die dich nehmen wie du bist und die genau wie du schon Untiefen gesehen haben, die sich der "normale" Mensch nicht vorstellen kann. 



8/27/2022

Wie Bilder die Realität verzerren

Unser Gehirn ist eine großartige Maschine, sie speichert Erinnerungen und verknüpft sie gleichermaßen mit anderen Sinnesempfindungen, um in ähnlich gearteten Situationen zurückzugreifen und uns eine geeignete Lösung anzubieten. Meist geschieht das vollkommen unterbewusst und das Hirn lernt ohne Hilfe. Seit circa 100 Jahren haben wir jedoch die Möglichkeit „Erinnerungen“ auf Bild festzuhalten. Mit der Erfindung der Kamera sind unglaubliche Möglichkeiten für das Gehirn hinzugekommen zu lernen. Man kann nun visuell Dinge wahrnehmen, die man selbst nicht erfahren hat und das Hirn lernt so auch von den Erfahrungen Anderer. Was jedoch fehlt ist meist der Kontext. So kann man sich die Urlaubsfotos von Bekannten ansehen und hat dabei keinerlei Kontext, es gibt auch gute Bilder, die ihren Kontext mitbringen aber meist sind die Urlauber selbst dann jene die ihre Geschichte erzählen, warum sie gerade dieses x-beliebige Kiosk fotografiert haben oder wie lecker das Brötchen am Strand war. Wir werden das nicht vollständig nachempfinden können aber unser Gehirn speichert die Informationen zusammen ab. Und noch mehr, es speichert wahrscheinlich sogar noch die Empfindung, die wir beim Ansehen des Bildes hatten, die Umgebungstemperatur, Düfte, Lichtverhältnisse und Vieles mehr ab, was wir im Moment des Bildansehens empfinden. Und jetzt sehen wir uns die Bilder 20 Jahre später wieder an. Ist die Geschichte noch die gleiche oder haben sich unsere Interpretationen zu den Bildern verfestigt und am Kiosk gab es frische Brötchen und es war ungewöhnlich warm am Strand? Kann ich nicht sagen.

Was mir jedoch auffällt ist, dass ich gerade 1500 Dias digitalisiert habe und diese eine komplett entgegengesetzt meiner Wahrnehmung und auch der nachweisbaren Realität erzählen. Alles wirkt gestellt und inszeniert, dem Fotografen schien es wichtiger gewesen zu sein, eine für sich perfekte Vergangenheit abzubilden, die er sich mit jedem weiteren Betrachten der Bilder auch einreden konnte, dabei aber völlig außer Acht lässt, dass man die Wirklichkeit nicht auf 36 Bildern abbilden kann, zumindest nicht, wenn man es nicht fühlt. Und genau das ist mir aufgefallen. Ich habe in letzter Zeit sehr viel mit Emotionen wie Enttäuschung und Wut zu tun gehabt, die Familie ist zerbrochen etc. Von den 1500 Bildern erzeugt kaum irgendeines eine Emotion. Warum? Weil es ein Blickwinkel der Realität ist, der nicht vollständig scheint. Es ist der Blick des abseits stehenden Fotografen, der nur beobachtet, nicht eingreift und nie Teil der Geschichte ist. Generell eine gute Fähigkeit, wenn man Kriegsberichterstatter ist, da würde es einen vermutlich killen psychisch, wenn man sich zu viele Gedanken über die Inszenierung macht.


8/23/2022

Na gut, dann nicht, aber es muss dringend noch was getan werden!

Ja, ich habe es jetzt verstanden, wenn unser Sebastian Kehl sagt, dass es nichts wird mit dem Ronaldo Wechsel, dann muss ich das so hinnehmen. Dann sollte man sich aber vielleicht doch noch einmal auf dem Transfermarkt umsehen, denn wir haben noch echte Probleme, mit dem Dahoud Ausfall jetzt noch Eines mehr. Im Grunde haben wir einen guten Kader zusammen, was fehlt ist halt ein Goalgetter/Stürmer, der sicher und regelmäßig trifft und Mittelfeldakteure, die gar nicht erst zulassen, dass die Abwehr, die sich finden wird (Schlotterbeck - Top Einkauf Stand jetzt) in Probleme gerät.

Und ich will auch nichts über den Fitnesszustand von Süle hören, der Mann ist ein Typ und bringt sobald er vollständig fit ist Leistung, davon bin ich überzeugt. Ich hoffe, dass das auch für den Franzosen da vorne gilt, der gegen Bremen eher Beamtenfußball gespielt hat, er war da, aber im Grunde hat er nix gemacht. Und wenn ich das dann als Gegenargument für CR7 höre denke ich mir, dass ein rumstehender CR7 immer noch mehr fürs Spiel bringt als ein Modeste, denn bei 8 Ballkontakten trifft CR7 2 Mal das Tor und Modeste vielleicht den Ball. Es ist nicht so, dass er schlecht ist, er hatte vermutlich einfach einen echt bescheidenen Tag, in Köln kicken ist halt was Anderes, aber mit der Bremen-Leistung darf ihn kein Trainer der Welt am Wochenende aufstellen.

Insgesamt war das fürchterlich, so kannst du als Borussia Dortmund nicht auftreten, weder gegen einen Aufsteiger, der zwar wie ein Euro-League Aspirant gespielt hat, noch gegen irgend einen anderen Gegner. Und Bayern zerstört Bochum mit 7 Toren Unterschied, ja goodbye Schale, bitte tut was! Nur noch 4 Spieltage bis zum Derby, das wird schon richtungsweisend sein. Wenn du bis dahin nicht oben dabei bist, reicht es wieder nur für die ersten 4, was bei der umstrukturierten Mannschaft ok wäre, wenn man nicht schon gesehen hätte, welches Potential da ist.

8/22/2022

Was da los, Ölprinz? ROCK RADIKAL

Ihr wisst ja, ich bin der letzte, der begeistert war und auch heute noch nicht ist von der Idee der Veränderung, einem Weiterziehen in den Westen und den ganzen Planwagenmist, aber ich akzeptiere zu den Bedingungen, die der Ölprinz ausgehandelt hat.
Leute, Winnetou ist Völkerverständigung pur, es geht in den meisten Geschichten darum, wie sich die beiden Helden (Blutsbrüder zwischen dem "weißen Mann" und dem "roten Mann") verbünden und Frieden zwischen den Völkern herstellen wollen, seien es nun Siedler und Indianer oder sonst wer, die von bösen weißen Männern und/oder fehlgeleiteten Indianern gegeneinander aufgehetzt werden. Die Botschaft ist doch einfach, jeder kann gut und Böse sein, weil alle Menschen sind! Kommt mal auf euer Leben klar, wenn ihr in der zeitgenössischen Literatur nach Klischeefreiheit oder Rassismus schreit. In der Schule habe ich gelernt, dass man jedes Werk im Kontext seiner Zeit sehen muss und da haben heutige Werke es einfach extrem schwer, denn unsere Zeit ist verrückt geworden, Regeln gelten nicht mehr, Recht hat, wer wacher ist und das finanziell untermalen kann. Fuck you, Winnetou gehört zu meinen Kindheitserinnerungen und ich habe durch diese Geschichten Gerechtigkeit gelernt. Was mich zurück zum Ölprinz bringt: "Zahle Ölprinz, zahle!"
Du willst das doch alles, nicht wir, dann komm endlich aus dem Arsch und vollende dein Machwerk der Zerstörung. Mir ist schon klar, dass dort wo gehobelt wird auch Späne fallen, man sollte nur aufpassen, dass nicht ein klitzekleiner Span in der Lage ist sich durch die Blutbahn irgendwo hinzuflüchten und dort eine tödliche Entzündung verursacht. Denn wer mit dem Feuer spielt, kommt darin um. In diesem Sinne empfehle ich: CUM AND FEEL THE NOIZE!!!

8/21/2022

Warum denn nicht CR7?

Liebe Freunde,

ich weiß ja, dass kein Mensch ihn je wirklich mochte und alle lachen sich kaputt, dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gibt, das CR7, eine Weltmarke immerhin nach Borussia Dortmund kommt. Es wäre ein solcher Hoffnungsschimmer für mich persönlich, weil es mir zeigt, dass am Ende eben wirklich Alles zusammenkommt, was zusammen gehört. Schalke hatte seinen Raul, warum sollte der BVB nicht den einstmals wertvollsten Spieler der Welt verpflichten. Finanziell sollte es kein Problem sein, allein die Trikotverkäufe refinanzieren sein Gehalt, er selbst sorgt fürs Überwintern in der Championsleague und holt damit den Rest rein, der Mann ist topfit, selten verletzt, ein unfassbarer Zuschauermagnet (als ob es den in Dortmund bräuchte) würde unglaublich viel Medienpräsenz auf sich ziehen (das käme dem Reifeprozess der Mannschaft zugute, die in Ruhe zusammenwachsen kann), würde die Marke Borussia Dortmund auf einen Schlag weltbekannt machen (wo sie es noch nicht ist) und wäre für ein oder zwei Jahre sicherlich sportlich ein extremer Gewinn.

Und ganz ehrlich Leute, was wäre das für eine unglaubliche Geschichte, die Bayern ballern wieder alles raus, keiner hat uns auf dem Zettel, gerade hör ich wir sind auch gar kein Spitzenteam, das würde sofort geändert und alle würden zurückrudern und Dortmund ist wieder Meisterschaftsaspirant, Bayernjäger bli bla blubb... Es würde auch zeigen, wie die Medien und Erfolgsfans ihre Fahne in den Wind hängen, wo er gerade weht. Jeder von uns echten Fans würde gerne mal wieder etwas feiern, Meisterschaft klar, immer geil, Pokal und Champions League, warum denn nicht? Mit CR7 allemal...

Und da wäre für mich der einzige wirkliche Punkt, der dagegen spricht. Hat CR7 einen schlechten Tag und die Anderen können das nicht ausmerzen hätten sie ihn immer als Ausrede, die Medien würden sich anschließen und man übersieht vielleicht, dass es beim BVB auch auf anderen Positionen an Qualität mangelt, vor allem aus Gründen mangelnder Erfahrung imo.

Also PRO CR7-BVB!!! 

10 Jahre Vol. 09 - Musik = Therapie


Das Leben zurückerlangen ist das Eine, ein völlig anderes Leben zurück zu bekommen, als das was man einst führte etwas ganz anderes. Das Trinken rationieren auf einen Liter am Tag, beim Essen auf Kalium, Phosphate und andere Inhaltsstoffe zu achten, die Realität, dass man vermutlich wegen einer kaputten Schilddrüse überhaupt erst in diese Lage gekommen ist und dass es keiner gemerkt haben will... Da fängt man schon an über die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in der Welt nachzudenken und warum man dieses Schicksal schultern muss, die meiste Zeit allein...


Aber so ist es nicht, im Endeffekt habe ich mich gehen lassen, klar hätten meine Ärzte was tun können, die Werte hätten es ja zeigen müssen, vor Allem in der Zeit als ich noch regelmäßig unter Kontrolle war, aber was bringt es denn sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, sie ist vergangen, entscheidend ist das Hier und jetzt (schon lustig sowas in einem "Buch der Erinnerung"-Beitrag zu schreiben) aber so what, ich war nun einmal 2015 da wo ich war, ich schwor mir meinen Teil, dass ich besser auf mich achte und Hilfe annehme, wenn man sie mir anbietet, das war schon ein großer erster Schritt. Und es dauerte auch, bis ich wieder halbwegs mit mir ins Reine kam.


So unglaublich viele Zwiegespräche, die ich mit mir selbst geführt habe, Panik und Angst waren ein ständiger Begleiter bei jeder Fahrt aus dem Haus, so unglaublich viele dunkle Tage der Selbstverachtung und der Schmerzen, doch nicht in Depressionen, es war eine Klärung, ich habe mit mir selbst klar gekriegt, in welche Richtung es weiter gehen soll. Gebe ich dem ganzen Mist nach, der mich nach unten zu ziehen versucht oder kämpfe ich, so wie ich um mein Leben gekämpft habe, seit ich es zurück habe. Ich sah die Chance, immer nur die Chance, ich rappelte mich auf, reflektierte meine bisherigen Taten, meine Worte, mein Leben.


Viele Bekannte meldeten sich nicht mehr, Freunde distanzierten sich, weil ich begann Klartext zu reden. Ich spürte wie sich mein Rückgrat wieder aufrichtete, wie ich mit jedem falschen Freund eine Last verlor, wie ich mit jeder ausgesprochenen Wahrheit über mein Leben mehr mit mir Selbst ins Reine kam. Teilweise schleuderte ich den heuchlerischen "Wie-geht's-Fragern" einen Berg an Informationen hin, wie es mir wirklich ging. Einige weinten, andere lobten mich und wieder andere verschwanden. Ich bin nicht sicher was mit Letzteren passiert ist, aber auf die kann ich verzichten. Mit jedem Lob wuchs mein Stolz und irgendwann sah ich im Spiegel nicht mehr den Gescheiterten sondern den, der sich wieder aufgerichtet hat und der Stolz sein kann auf jeden kleinen Erfolg... bis zur nächsten Katastrophe in Form einer Panikattacke und anschließendem Gefühl von völligem Versagen, alles zerfiel wieder innerhalb von Sekunden, ich war immer noch instabil, unglaublich instabil.

Und irgendwo in diese Instabilität bittet mich ein abgefüllter Ölprinz, ich solle ihn doch bitte umbringen, weil er es nicht selbst hinbekommt. Erstaunlicherweise war das für mich ein echter Wendepunkt, da ich an dieser Stelle gesehen habe, was wichtig ist im Leben. Ein Mann zu dem ich aufgeblickt habe, der für mich immer alles im Griff hatte und den nichts umhaut steht heulend da und jammert rum, wegen Problemen, die er selbst verursacht hatte und die aus meiner Sicht mit einem Arsch voll "Zusammenreißen" und an sich arbeiten durchaus lösbar gewesen wären. Im Nachhinein eine unfassbar perverse Situation, jemandem wie mir so eine Scheiße aufzubürden. Meine spontane Reaktion wäre vermutlich die Richtige gewesen, Krankenwagen anrufen wegen Suizidgefahr. Vielleicht wäre dann heute nicht die Familie zerbrochen und er hätte sich nicht dem Bösen hingegeben. Aber wer weiß das schon?

8/20/2022

Das Gefühl von Nieselregen an einem Festivalmorgen

Man erwacht, es ist unangenehm still, nur ein leises Rauschen, als hätte jemand vergessen den Fernseher auszuschalten, der keinen Kanal empfängt, dann zwischendurch das Geräusch von Tropfen, die auf Plastik treffen, Regen außerhalb des Zelts? Muss wohl, der Geruch von kalter Asche dringt an die wohlerzogene Nase, alles wirkt, als wäre die Schlacht vorbei, als wäre Alles vorbei, nur vereinzelt Stimmen, sonst nur ein Meer aus Zelten und Autos und Regen, ein grauer Himmel, man will sich zurück in sein Zelt fallen lassen und sterben. Dann die Gedankenmaschine, wann hat das angefangen, wie schlimm ist es eigentlich gewesen, sind meine Schuhe noch trocken? Egal, ich will schlafen! Und doch quält man sich für sein erstes Bier aus dem Zelt und als die Dose zischt ist es schon fast wieder besser, doch irgendwie auch nicht. Es hat etwas apokalyptisches, wenn zombieeske Kreaturen sich umherbewegen, die Stimmen nur Gemurmel sind und der Himmel soweit hinunter gekommen ist, dass die Wolken über dem Ground hängen, Nebelschwade, hm das Bier schmeckt wirklich gut. Mal gucken ob noch jemand aus der Truppe wach ist, tatsächlich sitzt hinter meinem Zelt ein fast schon zu sauberer junger Mann mit Kippe in der Fresse und grinst mich an. Ich proste ihm zu woraufhin er die linke Hand hebt und die Flasche Weinbrand bargibt. Ich setze mich zu ihm und wir schweigen uns friedlich an. Dabei sagen wir mehr, als in vielen wortreichen Diskussionen gesprochen werden muss. Beide finden wir den Regen grad scheiße obwohl wir genau wissen, dass er sein musste nach dieser langen Zeit ohne, die Abkühlung tut uns allen gut, Hauptsache das regnet sich nicht ein, ach ne ich glaub dahinten wird's schon wieder hell. Und dann, als würde sie aus einem Zelt steigen und sich zu uns gesellen wollen kitzeln mich die ersten Sonnenstrahlen schon durch die Wolkendecke.

Guten morgen Sonnenschein!

8/16/2022

Mein neuer Freund

Seit gestern habe ich offiziell eine Beziehung. Wir haben die gleichen Hobbys, Musikgeschmack, eine identische Sozialisation durchgemacht, darum auch den gleichen Freundeskreis und Erfahrungen. Ich habe endlich jemanden, mit dem ich auf genau dem Niveau kommunizieren kann, wie ich es gerade brauche. Er ist unglaublich intelligent und lustig, nicht unbedingt der Hübscheste und vor Allem absolut imperfekt. Aber genau das ist es, was ich so sehr an ihm liebe, weil es uns eint.

Es handelt sich nicht um eine Paarbeziehung im eigentlichen Sinne, vielmehr habe ich mich mit mir selbst versöhnt und kann nun so etwas wie Selbstliebe spüren. Und so leid es mir für die Welt da draußen tut, ich fürchte ich bin auch der beste Partner für mich, dem ich nichts erklären muss und der immer genau weiß, warum es mir geht, wie es mir geht.

Und am Ende sei gewarnt, Selbstliebe nicht mit Narzissmus zu verwechseln, ich habe noch so viel Liebe übrig, aber seht es mal so, eine Grundladung der Batterie ist notwendig, für Notrufe und Ähnliches!

8/15/2022

Ja watt, verschärfte Maßnahmen?

Strengere Corona Maßnahmen nur für vulnerable Gruppen?
So leid es mir tut, das klingt nicht nur verfassungswidrig sondern auch faschistoid.
Uns, den Vulnerablen (Verletzlichen) geht es eh schon schlecht, wir haben etliche Mehrkosten im Leben, erheblichen Mehraufwand bei der Arbeitssuche, Wohnungssuche, Partnersuche und dazu ständigen Papierkrieg und Diskriminierung. Und um uns das Alles zu ersparen sollen wir jetzt am Besten noch vollständig aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden, als Corona-Schutzmaßnahme der vulnerablen Gruppe?
Ich kann verstehen, dass man uns eine spezielle Impfempfehlung ausspricht, weil wir die Gruppe sind die am massivsten von schwerem Krankheitsverlauf und Tod bedroht ist aber eine Maskenpflicht nur für Vulnerablen und ein Öffentlichkeitsverbot halte ich für dem Gleichheitsparagraphen nicht standhaltend und erinnert mich persönlich an eine sehr dunkle Zeit in Deutschland. Da fragt man sich, warum nicht gleich die vulnerablen Gruppen in spezielle Stadtbezirke umsiedeln und ihnen das Gas abdrehen, dann tut man Ihnen noch etwas Gutes, damit sie im nächsten Frühjahr nicht so viele Heizkosten nachzahlen müssen. Leute habt ihr noch ein wenig Knistern auf der Batterie, oder ist mittlerweile Stromausfall im Hirnspital?